Liebe Damen und Herren der FDP,

nur so als Idee für eine mögliche Neuaufstellung der liberalen Partei:

Meinen Sie nicht, es wäre an der Zeit, die Krise der FDP dafür zu nutzen, dem Gedanken wieder mehr Raum zu schenken, dass die Freiheit des Marktes, der ich mich selbstverständlich so sehr verpflichtet fühle, wie der Freiheit der Meinung, der Kunst, der Presse, der Religion und der Wissenschaft nicht bedeutet, dass der Markt die Freiheit besitzen darf, das Individuum zu versklaven? So wenig wie die freie Meinung eines Menschen einen anderen Menschen in Ketten legen darf, so wenig darf es das Geld. Aber so sehr das Postulat der freien Meinung die Moderne ermöglicht hat, so sehr verdankt die Moderne ihre Existenz der freien Marktwirtschaft. Wie wäre es, wenn die FDP diesem Dilemma mal wieder mehr Platz einräumen würde. Nur so als Gedanke. Ich jedenfalls wäre dabei.

Mit liberalen Grüßen,
Gerd Buurmann

PS: Alles weitere habe ich hier erörtert. Denn die Antwort zu meiner Frage steht in den Grundsätzen der FDP.

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54 Antworten zu Liebe Damen und Herren der FDP,

  1. Peter Backof schreibt:

    Ja genau… – und der neue Slogan könnte heißen: “When Nothing Goes Right, Go Left !”

  2. Ulrich Elkmann schreibt:

    Vergeblich. Rasante Beschleuniigung führt nicht nur in der Astronomie, sondern auch in der sublunaren Sphäre der Politik zu Rotverschiebung. Wenn rechts von der Tina-CDU nur noch die Wand ist und die F.D.P. weiterhin die Mitte des Spektrums abdecken will, wird sie mitrutschen müssen. (Physiker werden jetzt einwenden, bei Himmelskörpern und Schwarzlichtstrahlern leuchte dieser Bereich grün. Aber da wirds durch die Strahlung in den anderen Bereichen überstrahlt., In der Politik ists genau andersrum.)

  3. Burkhard schreibt:

    Diese neue FDP mit röslerfreier Zone gibt es doch schon – die alte kann sich also getrost auflösen.

  4. Feldheld schreibt:

    Aha, mein Geld versklavt also andere Leute. Wo bin ich hier?

  5. jonasm schreibt:

    “Der Markt” kann genausowenig irgendjemanden versklaven (oder sonst irgend eine personifizierte Handlung begehen), wie die Schwerkraft.

    • Silke schreibt:

      im Gegensatz zur Schwerkraft ist der Markt ein von Menschen kontrolliertes Etwas oder sollte es zumindest sein.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Der Markt handelt nicht. Menschen handeln!

      • tapferimnirgendwo schreibt:

        Aber, der Mensch beschreibt Schwerkraft, doch den Markt schreibt er. Mit anderen Worten: die Schwerkraft gibt es auch ohne Menschen!

        • jonasm schreibt:

          Den Markt gibt es auch ohne beliebige Einzelpersonen.

          Auch wenn er eine zwischenmenschliche Angelegenheit ist, ist es keine, deren Gesetzmäßigkeiten sich zentral “par ordre du mufti” vorgeben lassen.

          Die Politik kann lediglich Gesetze beschließen, welche Anreize und Verbote beinhalten, die dann die *Rahmenbedingungen* bilden innerhalb derer sich die Marktgesetze dann “ausspielen” werden. Aber die Gesetzmäßigkeiten selbst sind genauso systemimmanent wie die Schwerkraft in der Natur.

          Wenn jemand in einen Brunnen fällt, würde doch auch niemand auf die Idee kommen, gegen die “Diktatur der Schwerkraft” zu polemisieren und zu fordern, dass das “Primat der Politik über die Physik” gefälligst wieder zurückgewonnen werden müsse, und die “Verschwörung” aller der Naturwissenschaftler und Ingenieure, welche die Schwerkraft studieren und sie sich zunutze machen und somit “die wahren Schalthebel der Macht” in Beschlag nähmen, endlich gebrochen werden müsse.

          Stattdessen würde man sich darüber Gedanken machen, welche äußeren (menschengemachten) Einflüsse dazu geführt haben, dass – unter Einwirkung der Schwerkraft – der Fall in den Brunnen zustand kommen konnte, wie zum Beispiel ein fehlendes Mäuerchen um den Brunnen und ein glitschiger Bodenbelag in Brunnennähe.

          Genauso wäre sinnvoll, sich auch angesichts von sogenannten “Marktkrisen” vor Augen zu führen, welche äußeren (in diesem Fall: von den betroffenen Staaten selbst verursachten) Einflüsse – wie z.B. maßlose Staatsverschuldung, Überschwemmung des Marktes mit von den Zentralbanken gedrucktem wertlosem Papiergeld, zwischenstaatliche Vertragsbrüche, Gesetze welche destruktive Anreize und Verbote setzten, etc. – dazu geführt haben, dass – unter Einwirkung der unabänderbaren Marktgesetze – das Schlamassel zustande kommen konnte.

          Stattdessen polemisch zu fordern, dass “der Markt” gefälligst den Wünschen der Politik zu gehorchen habe, ist genauso dämlich wie im Fall des Brunnens zu fordern, dass “die Schwerkraft” gefälligst den Wünschen der Politik zu gehorchen habe.

          Die Steuerung oder gar Abschaffung der Marktgesetze ist nicht möglich, denn diese Gesetzmäßgkeiten ergeben sich direkt aus der menschlichen Natur und existieren in der menschlichen Gesellschaft immer, egal wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen (Verbote und Anreize) aussehen.
          Je nachdem, wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen aussehen, führen die Marktgesetze jedoch zu unterschiedlichen “Ergebnissen”, wobei zu beachten ist, dass in der Regel die destruktiven Nebenwirkungen um so größer sind, je mehr die Rahmenbedingungen versuchen, Lösungen, die durch das freiwillige Zusammenwirken einer großer Anzahl von Individuen ausbalanciert werden, durch zentralistische, willkürliche, planwirtschaftliche Lösungen zu ersetzen.

          Der Extremfall ist der Sozialismus, welcher in blinder Utopie versucht, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass das Wirken der Marktgesetze komplett verhindert würde. Das kann wie gesagt jedoch nicht funktionieren, sondern stattdessen führt die Kombination dieser totalitären freiheitsfeindlichen Rahmenbedingungen einerseits, mit den selbstverständlich weiterhin wirkenden Marktgesetzen andererseits, zu der für den Sozialismus typischen totalen Stagnation, Hungersnot und Terror.

          Nicht ganz so restriktive Rahmenbedingungen führen zu nicht ganz so destruktiven Nebenwirkungen.
          Trotzdem sollte jede Forderung nach zusätzlichen Restriktionen immer durch einen handfesten (wirtschaftswissenschaftlich abgesicherten) Beleg begleitet werden, dass der konkrete gesellschaftliche Nutzen den sie bringt ihre destruktiven Nebenwirkungen übersteigt.
          Pauschales Schimpfen auf “den Markt” und vage, undurchdachte, gefühls- statt vernunftgeleitete Forderung nach einem “In-die-Schranken-Weisen” des “bösen Marktes” hilft niemandem.

          • Silke schreibt:

            (wirtschaftswissenschaftlich abgesicherten)

            ROTFLMAO

            Wirtschaftswissenschaftler waren die Leute, die geglaubt haben aus 5 Jahren Erfahrung lasse sich eine so total sichere Zukunftsprognose ableiten, daß nur Idioten zweifeln würden.

            .

          • jonasm schreibt:

            Und Naturwissenschaftler waren es, die in den 70er Jahren das immanente Bevorstehen der nächsten Eiszeit vorausgesagt haben. Sollen man auf die jetzt etwa auch alle nicht mehr hören?

            Es sind im Übrigen gerade die liberal bis libertär gesinnten Ökonomen, die gegen den auf Keynes zurückzuführenden makroökonomischen Hokuspokus der heutigen Wirtschaftwissenschaften ankämpfen, welcher sich anmaßt, die Gesamtwirtschaft als quasi organisches Wesen unter Einfluss weniger einfacher Faktoren wie Bruttoinlandsprodukt, Arbeitslosigkeit, etc. verstehen (also auch für die Zukunft vorhersagen) und politisch steuern zu können.

            Konsequenter ökonomischer Liberalismus fordert stattdessen eine Rückbesinnung der Wirtschaftswissenschaft und -politik auf diejenigen Abläufe, die man tatsächlich verstehen und auch mit axiomatischer Logik analysieren kann, also insbesondere das *lokale* Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage sowie äußere (insbesondere von der Politik vorgegebene) Einflussfaktoren, welche dieses einseitig beeinflussen.

          • Silke schreibt:

            Den Markt gibt es auch ohne beliebige Einzelpersonen.

            Aha und wer marktet dann da mit wem? Der Markt mit sich selber?

            Durchaus möglich obwohl wenn auch nur noch Computer miteinander Handel treiben, irgendwo müssen sie ja mal programmiert worden sein.

          • Aristobulus schreibt:

            So bald von “unabänderbaren Marktgesetzen” die Rede ist, verstehe ich immer nicht, was gemeint ist. Naturgesetze? Theologie? Die Gültigkeit von Ersterern wird suggeriert, indem einer von “unabänderbaren Marktgesetzen” schreibt, und die Unfehlbarkeit von Theologie schwingt dabei mit.
            Zwischen den Zeilen die unausgesprochene Drohung, dass nur die Experten was wissen dürfen.
            Deutlich was studiert zu haben klingt oft deutlich zu unphilosophisch…

          • jonasm schreibt:

            “Aha und wer marktet dann da mit wem?”

            *Andere* Menschen.

            Die Schwerkraft existiert ja auch nicht von sich allein, sondern nur als Interaktion zwischen physikalischen Massen. Genauso existieren die Marktgesetze zwischen Menschen.

          • Silke schreibt:

            im wievielten Semester bist Du?

          • Aristobulus schreibt:

            Er ist ein Gnostiker des Markts. Ich glaubte, solches sei seit dem elften Jh durch papale Edikte totgesagt. Nein, jedoch es lebt, allein mein Glaube scheint mal wieder Pustekuchen zu sein.

        • tapferimnirgendwo schreibt:

          Wenn es Schwerkraft gibt ;-) aber ich möchte jetzt nicht in die Raumkrümmung gehen

  6. quisa schreibt:

    Freier Markt und freie Gesellschaft sind Dinge, die im allgemeinen zwar harmonieren. Dennoch aber stehen sie in einem äußerst komplizierten Verhältnis zueinander und es bedarf eines gewissen staatlichen Einflusses auf den Markt, damit der freie Markt nicht beginnt die Freiheit der Allgemeinen einzuschränken.
    Folgt ein Unternehmer den Gesetzen des Marktes ist er normalerweise daran interessiert, einen gewissen Mehrwert aus seinem Business zu erzielen. Um diesen möglichst hochzuhalten sind Unternehmer nicht selten daran Interessiert, den Gewinn seiner Arbeitskräfte möglichst gering zu halten und möglichst viel Produktivität aus der Arbeitskraft herauszuholen, um den eigenen Anteil am Gewinn zu erhöhen und reinvestieren zu können. Bis zu einem gewissen Punkt ist dies selbstverständlich nachvollziehbar. Schließlich stellt die Aussicht auf einen möglichst hohen Gewinn eine wesentliche Motiviation unternehmerisches Handeln dar.
    Dennoch versuchen nicht wenige Arbeitgeber soviel Produktivität aus ihren Arbeitskräften zu schlagen, dass diese einen MIninallohn erhalten, der ihnen nicht mal das Überleben sichern kann. Nicht selten, vor allem in Ländern des globalen Südens aber auch nicht selten in den Industriestaaten, herrschen zudem Arbeitsbedingungen vor, die durchaus jenen der Sklaverei ähneln. Proteste und freie Meinungsäußerung gegen solche Bedingungen werden mit Willkür bestraft.
    Um Menschen vor Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen am Arbeitsplatz zu schützen bedarf es staatlicher Gesetze, die die Freiheit des Unternehmers einschränken (z. B. gesetzlich gesicherte Mindestlöhne, Urlaubsanspruch, Regelung der wöchentlichen Arbeitszeit etc.)

    Das freier und unregulierter Markt zudem das Potenzial besitzt, ganze Staaten in ihrer Entwicklung zu behindern, sofern nicht durch gesetzliche Maßnahmen nachreguliert wird, zeigt vor allem das Beispiel des sich noch immer in Verhandlung befindenden European Partnership Agreements (EPA) mit den AKP-Staaten (meiste Staaten Afrikas, der Karibik und im Pazifik).
    Dieses Freihandelsabkommen sah zunächst eine vollkommene Liberalisierung des Handels zwischen der EU und den AKP-Staaten vor. Selbstverständlich beinhaltet das Abkommen auch einige Vorteile für die AKP Staaten (z. B. haben sie die Möglichkeit, ihre Waren Zollfrei in die EU zu exportieren), die Nachteile aber überwiegen jedoch klar. So verpflichten sich diese Staaten selbstverständlich auch, Waren aus der EU zollfrei zu importieren. Junge, sich in diesen Staaten gerade erst im Aufbau befindende Industrien sind gegenüber den aus der EU importieren Produkten selbstverständlich noch nicht kokurrenzfähig, folglich würden sie nach und nach zu Grunde gehen.
    EIne Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, wäre es, die sich entwickelnden Industrien durch Zölle so lange zu schützen, bis sie konkurrenzfähiger sind. Doch dies stößt bei den Verhandlungen bislang noch auf erbitterter Widerstand der EU. Sollte die EU sich durchsetzen wären die FOlgen fatal. Die EU-Importe würden die nichtkonkurrenzfähigen Industrien zerstören, Menschen würden massenweise arbeitslos und die ohnehin verbreitete Not noch verstärkt. Die wirtschaftlichen und sozialen Menschenrechte in diesen Staaten extrem beschnitten.
    Eine industrielle Entwicklung der Länder wäre verhindert und sie müssten sich weiterhin vor allem auf den Export von Rohstoffen und landwirtschaftlichen Produkten stützen. Der koloniale Charakter der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Nord- und Süd sozusagen zementiert.
    Doch die Verhandlungen sind noch nicht vorbei und es gibt die Hoffnung, dass sich das als Partnerschaftsabkommen bezeichnete EPA wirklich als ein solches erweist und alle Partner davon profitieren können, nicht nur der globale Norden. Sollte es den Verhandlungsführern möglich sein, durch Schutzzölle und andere regulative staatliche Maßnahmen den negativen Aspekte des freien Handels zwischen den Partnern zu regulieren, könnte eine echte Partnerschaft entstehen.
    Das Beispiel zeigt deutlich, dass staatliche Eingriffe in die Wirtschaft notwendig sind, um auch den schwächeren Partnern (den Industrien im Süden) eine freie Entwicklung zu ermöglichen

    • Silke schreibt:

      und wenn z.B. die Textilindustrie abwandert und damit für lange die letzten Frauenarbeitsplätze in einem “strukturschwachen” Gebiet verschwinden, dann trifft das keine “Schwächeren”, denn es handelt sich ja um Industrien der “Stärkeren”.

      (Sarc off)

      • quisa schreibt:

        Ich habe mich bzgl. der Freihandelsabkommen mit keinem WOrt auf die Ansiedlungen von Industrien in den Staaten bezogen. Es geht dabei um die Zölle für bereits fertiggestellte Waren, die aus den Industriestaaten importiert werden. Da die meisten von lokalen FIrmen hergestellten Produkte AKP-Staaten gegenüber jenen aus dem Westen nicht konkurrenzfähig sind, sowohl was die Qualität als auch den Preis angeht. Klar, das sich die Firmen gegen die Konkurrenz aus dem Westen oder China nicht durchsetzen können und untergehen, somit also Männer- und Frauenarbeitsplätze vernichtet werden. Durch temporäre Zölle für bestimmte Waren, für die beispielsweise in GHana gerade ein Industriezweig aufgebaut wird, könnte man diese vor der Konkurrenz aus den Industriestaaten schützen und ihre Weiterentwicklung ermöglichen und somit auch Arbeitsplätze erhalten.

        Ich habe hier keinesfalls was gegen die Errichtung von Produktionsstätten großer Konzerne aus dem globalen Norden in diesen Staaten gesagt. Im Gegenteil. Ich habe selbst KOntakte zu gewerkschaftlich organisierten Textilarbeiterinnen aus Bangladesh und BLumenarbeiterinnen aus Kenia.
        Diese selbst sagen: “Bitte boykottiert unsere Produkte nicht. Diese Arbeit ermöglicht uns ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit von Männern, die wir vor der Ansiedlung der Produktionsbetriebe nicht hatten!” Aber SIe bitten die Konsumenten der Waren inständig, Druck auf die Produzenten auszuüben und sich für bessere faire Arbeitsbedingungen in den Betrieben einzusetzen. Das die Kinder von Menschen, die in Produktionsbetrieben für KIK arbeiten, sterben, weil der Lohn nicht für notwendige Medikamente ausreicht, sollte KIK schon zu denken geben.
        Dass die Umgebung von kenianischen Blumenfarmen durch Abwässer dieser Farmen derart verschmutzt ist, dass die Seen absterben und Fischer nun ihrem Beruf nicht mehr nachgehen können, sollte einem ebenso zu denken geben.
        Und solche Unternehmen reagieren nun mal auf die Stimmen der Konsumenten, nicht auf jene der Arbeitskräfte.
        Durch den Kauf einer Ware steht man als Konsument in einer Beziehung zu jenen, die in der Produktion dieser Ware tätig sind. Man steht daher in der Verpflichtung sich auch dafür zu interessieren, unter welchen Bedingungen solche Produkte hergestellt werden.
        Dabei kann schon die Unterstützung verschiedener Kampagnen mit einer Unterschrift ausreichen, um die verantwortlichen Unternehmen zu einer Änderung zu bewegen. Beispielsweise bei der Kampagne “Saubere Kleidung” (http://www.sauberekleidung.de/)
        oder den Kauf von BLumen, die das FlowerLabel tragen (http://www.fairflowers.de/)

        Ich erinnere mich an die Worte einer kenianischen BLumenarbeiterin und Gewerkwschafterin, die ich in diesem Jahr getroffen habe: “In unserer Heimatregion verschenkt man mittlerweile Blumen nicht mehr, um jemandem eine Freude zu bereiten sondern um jemanden zu verletzen!”
        Aber jetzt bin ich etwas vom THema abgeschweift;) Dennoch ist dies ein sehr wichtiges THema.

        • jonasm schreibt:

          Das Problem mit den Freihandelsabkommen ist gerade, dass sie unvollständig und einseitig sind, und somit KEINEN wirklichen Freihandel ermöglichen.

          Nicht zusätzliche “Schutzzölle” auf Seite der Entwicklungsländer wären die Lösung, sondern Aufheben der bestehenden Zölle auf Seite der reichen Länder – insbesondere auch die versteckten Schutzzölle in Form von Subventionen, Steuervorteilen und Abnahmegarantien für die heimische Agrarwirtschaft.

          Aber welche Politiker traut sich hierzulande schon, die angestammten Gruppenprivilegien der “armen deutschen Bauern” anzutasten…

          Ohnehin wird bei dem Ruf nach “Schutzzöllen” gerne übersehen, dass diese keinesfalls einen wirtschaftlichen Nettovorteil für die eigene Gesellschaft darstellen, sondern lediglich eine Umverteilung von Wohlstand *innerhalb* der Gesellschaft.
          So profitiert der heimische Bauer zwar davon, dass die billigeren ausländische Agrarprodukte nicht zu Marktpreisen eingeführt werden können, gleichzeitig leidet darunter jedoch die Gesamtheit aller Konsumenten, deren Kaufkraft durch die künstlich erhöhten Preise schrumpft.

          Von völligem, nicht staatlich verzerrtem Freihandel zwischen zwei Staaten profitieren immer beide Gesellschaften, auch wenn die eine viel ärmer ist als die andere.

    • jonasm schreibt:

      “[...] sind Unternehmer nicht selten daran Interessiert, den Gewinn seiner Arbeitskräfte möglichst gering zu halten und möglichst viel Produktivität aus der Arbeitskraft herauszuholen, um den eigenen Anteil am Gewinn zu erhöhen und reinvestieren zu können.”

      Genauso wie die Arbeitnehmer daran interessiert sind, ihre Produktivität pro erhaltenem Lohn möglichst gering zu halten, oder anders herum ausgedrückt, möglichst viel Lohn pro eingesetzer Arbeit zu bekommen.

      Beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – stehen in Konkurrenz zu anderen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und auch zueinander, denn wenn es “zu viele” Arbeitssuchende gibt und zu wenige Unternehmen, und somit die Löhne niedrig und die Unternehmergewinne hoch sind, entsteht ein Anreiz für Arbeitnemher, selbst auf die Unternehmerseite zu wechseln (auch wenn es ggf. nur ein Ein-Mann-Unternehmen als Selbstständiger ist).

      In der (heutigen) Praxis kommt an dieser stelle aber der Staat ins Spiel. Durch vielfältige künstliche Markteingriffe, teils gut gemeint, teils von Lobbygruppen durchgesetzt, wird diese automatische “Ausbalancierung” der Verhältnisse zumindest teilweise verhindert.
      Zu solche staatlichen Markteingriffen gehören z.B. der bürokratische Aufwand verrückten Ausmaßes welcher einem Firmengründer hierzulande auferlegt wird, sowie Unternehmenssteuern, Besteuerung von Arbeit, sogenannte “geistige Eigentumsrechte” (die in Wahrheit überhaupt keine Eigentumsrechte sind, sondern willkürliche marktverzerrende Monopole und ein Gräuel an der menschlichen Natur und jeglichen freiheitlichen Prinzipien), Antidiskriminierungsgesetze, Mindestlöhne, gewerkschaftliche Zwangslöhne die auch für außenstehende Arbeitgeber und -nehmer gelten, Zwangsquoten, etc. – alles Dinge, die Neu- und Kleinunternehmer, welche nicht bereits durch große Mengen an Kapital abgesichert sind, besonders hart treffen und somit eine größere Unternehmerkonkurrenz verhindern, sodass bei Lohnverhandlungen die “Waage” dann zu Ungunsten der Arbeitnehmer gekippt ist.
      Worauf die Vater-Staats-Politiker natürlich mit *noch* restriktiveren Markteingriffen reagieren… :-/

      Überhaupt scheint mir, dass quasi alle heutigen Probleme, für die “der Markt” verantwortlich gemacht wird und zu deren Abhilfe ohne viel Nachdenken zusätzliche gesetzliche Einschränkungen gefordert werden, zum großen Teil (wenn auch zugegebenermaßen nicht zu 100%) in Wahrheit auf Nebenwirkungen von bereits *bestehenden* Einschränkungen zurückzuführen sind.

      • jonasm schreibt:

        PS: Bei den Beispielen für staatliche Markteingriffe, welche eine stärkere Unternehmerkonkurrenz und somit eine bessere Verhandlungsposition für Arbeitnehmer verhindern, vergaß ich ganz, die eigentlich offensichtlichsten zu erwähnen: Vom Staat explizit geschützte Monopole und Preiskartelle – in Deutschland z.B. im Bereich Bildung, Fernverkehr, Arzneimittel (sowohl im Bereich der Krankenkassen, wie für Apotheker), usw. anzutreffen.

      • Silke schreibt:

        Ach und welches waren die staatlichen Eingriffe, die es “Unternehmern” erlaubte, sich um das Jahr 1000 auf Berghügeln niederzulassen und die bisher weitgehend freien Bauern zu verarmen?

        Die Eingriffe mögen von der falschen Art sein, jede Vorschrift ist schon veraltet, wenn sie umgesetzt wird, so wie jeder Computer schon alt ist, wenn man das Geschäft verläßt.

        So weit ich sehen konnte, hat die ganz ganz überwiegende Mehrzahl der Kleinunternehmer, als die neue Denke mit der Servicegesellschaft anfing, einen verdammt schlechten Tausch gemacht. Vielleicht ging es so nicht weiter, wie es vorher war, aber die die rausgeflogen sind, zu verkackeiern, indem man ihnen weis macht, ihr Leben als Kleinunternehmer sei besser als als Konzernangestellter ist ja wohl der Gipfel.

        Immer nach dem Motto, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

        Aber na ja was soll’s all die McKinsey Berater die sie auf uns losgelassen haben, habe ja ebensolchen gehirngewaschenen Blödsinn nachgequatscht.

  7. Silke schreibt:

    was mich am meisten an den Fundamental-Markisten, denen ich begegnet bin, gestört hat, ist ihre Erbarmungslosigkeit, das Plädoyer für die gnadenlose Durchsetzung des Fitten (und die Illusion sie selber wären einer von den toughen) und die anderen sind selber schuld, müssen sehen, wo sie bleiben, hätte eben nicht Schule schwänzen oder bei den falschen Eltern zur Welt kommen sollen.

    Übrigens jonasm Liste von den Behinderten zeigt eine seltsame Auswahl. Die real reform Bedürftigen (weil sie Privilegierten das Abschotten gegen Hungrige ermöglichen) kommen darin nicht vor sondern eine sehr seltsame Zusammenstellung. Ich habe hier mal vor Jahren nen richtig ordentlich bestallten Professor gehört, der konnte die ganze Wirtschaftskrise aus der la Meng beheben, der hatte auch von richtigen Hürden im richtigen Leben null Ahnung betrieb aber im Nebenberuf ein Beratungsbüro.

  8. Aristobulus schreibt:

    Jonasm, ich distanziere mich von Ihnen, ich finde Sie nichts als schlimm, Sie gerieren sich extremer als irgend ein Extremist à la Manchester des 19. Jahrhunderts. Freies Unternehmertum als Fundamentalismus, von sowas hab ich ja noch nie gehört! Aber das gibt’s wohl doch. Es ist nicht nur kontraproduktiv und völlig unzeitgemäß, was Sie da abzuziehen versuchen, nein es ist eitel und selbstinszenatorisch auf Teufel komm raus.

    Fundamentalisten wollen bekanntlich alles Mögliche verdammen, kassieren und rückgängig machen, um endlich auf’s Eigentliche zu kommen. Weil dann die Welt perfekt ist. Sie, Jonasm, argumentieren folglich auch nicht anders als ein Stalinist oder als Herr al-Qaradawi himself.
    Und das im Gewande von Marktwirtschaft & Modernität – schämen Sie sich.

    Teufelszeug sind Ihnen diese Errungenschaften sozialer und geistiger Art, wegen derer über lange harte Zeiten Viele leiden und zugrundegehen mussten und woanders müssen:
    “…Unternehmenssteuern, Besteuerung von Arbeit, sogenannte „geistige Eigentumsrechte“ (die in Wahrheit überhaupt keine Eigentumsrechte sind, sondern willkürliche marktverzerrende Monopole und ein Gräuel an der menschlichen Natur und jeglichen freiheitlichen Prinzipien), Antidiskriminierungsgesetze, Mindestlöhne…”

    Pfui Deibel. Die menschliche Natur. Was sind Sie pathetisch. Die geht Ihnen doch am Gesäß vorbei. Irgend Leid oder Zwang sind Ihnen egal, wenn’s nur zu Ihrer perfekten Welt führt.
    Sie sind ein Fanatiker, kein Student der Ökonomie, und Falls doch: Sie werden ungehört durchfallen damit und sich schrecklich blamieren, aber sowas von. Hoffentlich lernen Sie dann was daraus.

    • jonasm schreibt:

      Werter Aristobulus,

      dass ich die aufgezählten staatlichen Markteingriffe allesamt als “Teufelszeug” sähe und restlos “kassieren und rückgängig machen” wolle, schrieb ich nirgends.

      Werturteile zu den bestehenden Markteingriffen äußerte ich nur in Bezug auf die Nischenthemen “Bürokratie”, “Schutzzölle” und “geistige Eigentumsrechte”.

      Für den allgemeinen Fall schrieb ich nur, DASS die besagten Staatseingriffe existieren, DASS sie Marktverzerrungen verursachen, und DASS man ihren Nutzen und ihre destruktiven Nebenwirkungen im Einzelnen rational gegeneinander abwägen muss, um einer vernünftigen Ordnungsgesetzgebung, die Freiheit und Recht für alle (und ja, dazu gehört auch das Recht auf würdiges Leben und gesellschaftliche Teilhabe) optimal gewährleistet, möglichst nahe zu kommen.

      Und auch wenn man bei einem bestimmten Markteingriff den gesellschaftlichen Nutzen als höher ansieht als die negativen Nebenwirkungen (was wie gesagt in manchen Fällen durchaus sinnvoll ist), ist dies kein Grund, die Existenz der negativen Nebenwirkungen komplett zu leugnen oder sie “dem Markt” in die Schuhe zu schieben, und schon gar nicht, zur “Bekämpfung” der von ihnen verursachten Probleme pauschal *noch* mehr Staatseingriffe (egal wie unüberlegt, widersprüchlich und freiheitsfeindlich) als heilige Wunderwaffe anzupreisen.

      Ihr aufgeregter Kommentar spiegelt nur all zu gut die hierzulande die Politik- und Medienlandschaft dominierende sozialdemokratisierte “Konsensmeinung” wieder, deren Konflikt mit dem Liberalismus keineswegs entlang einzelner Bewertungsunterschiede bei spezifischen Kosten/Nutzen-Abwägungen verläuft, sondern zum Einen in der konsequenten Geringschätzung der Freiheit des Individuums (DIE ist es nämlich, und nicht die Unternehmenssteuer und Zwangsquote, für die über Jahrhunderte hinweg mutige Menschen ihr Leben riskiert haben), und zum Anderen darin, dass dem Liberalismus allein schon die Forderung nach einer prinzipien- und vernunftbasierten kritischen Abwägung von politischen Zwangseingriffen, welche auch deren nicht auf den ersten Blick ersichtlichen Nebeneffekte mit einbezieht, a priori als bösartig ausgelegt wird.

      Es ist halt auch viel bequemer, sich nicht mit mühsamen rationalen Abwägungen beschäftigen zu müssen, welche einen unter anderem auch dazu zwingen würden, subjektive moralische Wertentscheidungen und Grundannahmen (z.B., was eigentlich “Gleichheit” als moralischen Sebstzweck legitimiert) explizit offen zu legen, sondern sich stattdessen ein durch emotionale Polemik untermauertes Freud-Feind-Schema aufzubauen, die dem Gläubigen das wohlige Gefühl gibt, zu den “Mitfühlenden”, “Guten”, “Gerechten” zu gehören, deren politische Forderung dadurch automatisch legitimiert sind, im Gegensatz zu den teuflischen “Neoliberalen”, von denen man sowieso schon im Voraus weiß dass sie nur Böses im Schilde führen und deren Sachargumente man deshalb gar nicht erst betrachten muss.

      • Silke schreibt:

        was für ein gequirlter Unsinn

        • jonasm schreibt:

          was für eine überzeugende Gegenargumentation

          • Silke schreibt:

            ja, nicht wahr! Wie schön, daß Du’s erkannt hast.

          • Aristobulus schreibt:

            Und komisch, Silke, dass der Marktfundamentalist da gegen einen vermeintlich sozialdemokratischen Gutmenschen anschreibt, wobei ich ja weder noch bin, bin nämlich liberal und für Genschern usf., war ich eigentlich schon immer, nanu, na so was.
            Der Typ hat halt keine Ahnung, was liberal sein könnte, klar, als Extremist ist er nichtmal sog. neoliberal oder neocon, denn sogar die sind keine Extremisten…

            Ein Extremist kann nicht verstehen, was sich nicht extrem gerieren will. Soll er sich doch mit Mahlern oder mit Lafontaine kurzschließen. Irgend’ne gemeinsame Deibelei wird sicher dabei hinten rauskommen.

          • Silke schreibt:

            ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich bin. FDP wählen habe ich mir aber immer mehr verkniffen, weil mehr als ein Boss versucht hat, es mir zu befehlen.

            Meine wirksamste Lektion in Sozialismus bekam ich von meinem ersten Boss, der aus altem thüringischen Industrieadel stammte und immer noch so in mir fortlebt, wie ich mir einen Herrn im Sinne von gentleman im richtigen Leben jenseits des Ideals vorstelle.

            Dieser also in jeder Hinsicht dem Kapitalismus verpflichtete von ihm überzeugte Mann machte mal, damals in the späten 60ern oder frühen 70ern seinem Ärger Luft als eine erste Entlassungswelle durch Deutschland rollte.

            Er sagte also von Opel in Rüsselsheim in etwa: da stellen sie erst auf Teufel kaum raus Scharen und Scharen von Leuten ein, um sie wieder rauszuschmeißen, wenn’s grad so paßt. So kann man mit dem Leben von Menschen nicht umgehen, was ist das denn für eine Planung, in der das was man mit denen macht, keinerlei Rolle spielt.

            Der wußte nämlich was vielen in seiner Stellung entgeht, daß da Arbeitnehmer eine alte sichere Stellung für die Chance auf Aufstieg hingegeben hatten, vielleicht sogar umgezogen waren, den Kindern Schulwechsel zugemutet hatten, ein ganzes ach so verachtenswürdiges spießbürgerliches Dasein umgekrempelt hatten, nur um sich auf dem Müll wiederzufinden. Das fand er unanständig und nein seine Art war nicht die patriarchalische, sie war einfach, wenn ich etwas verspreche, dann muß ich dabei solide sein und was ist heute in? Der Käufer ist selbst schuld wenn er nicht aufpaßt. Mir ist es wurscht ob das libertär oder liberal oder was sonst immer für’n Zeug ist, ich glaube, daß heute das Pendel zu weit in Richtung, wenn der sich besch…ßen läßt, ist er selbst schuld schwingt und das Dahinterliegende scheint mir zu sein, daß wir uns in einem Verteilungskampf befinden, meinetwegen auch Klassenkampf, in dem die The winner takes it all Fraktion bereit ist, dafür zu plädieren, daß es OK ist, jeglichen Anstand über Bord zu werfen bereit ist.

            Wenn jonasm a bisserl interessanter wäre, würde ich ihn mir zum Thema geistiges Eigentum mal anschauen. Das war schließlich mal meine Sparte und da klingt er so dämlich pauschal, daß es, wäre er nicht einer mit so komplett ge-copied und ge-pastet Zeugs, mir Spaß machen könnte, den Luftballon zu de-flaten, aber so nee danke nee.

          • Aristobulus schreibt:

            Das mim’ geistigen Eingentum schoss mir auch schon durch den Sinn, denn Autoren und Komponisten müssen davon leben, dass sie einen finanziellen Anspruch auf ihre Werke haben dürfen. Denn wovon sollten sie sonst?
            Gut immerhin, dass der Jonasm nicht mit dem Pfund wuchern kann, das er hier so propagiert. Denn seine hier rumstehenden geistigen Eigenheiten sind so furchtbar blamabel und so furchtbar neo-gnadenlos-irgendwas und zu arm an überhaupt Allem, und sie sind so fern von irgendwas Geistigem. Sein sinnloses Eigentum. Keiner macht damit copy&paste. Na im Leben nich’. Wozu?

            Dein ex-Thüringer scheint Klasse gewesen zu sein, der wusste, was Verantwortung ist. Hast Du vom Boss der Billigkette KIK gelesen oder gehört? Der scheint sein Gegenteil in Allem zu sein…
            Welchen von Beiden tät nurirgend ein Martfundamentalist gut finden? Nu. Wollen wir’s wissen? Nee. Ne? Nu.

          • Silke schreibt:

            von dem geistigen Eigentum, das Du anführst, verstehe ich nix, bin aber grundsätzlich natürlich der Meinung, daß Arbeit bezahlt werden muß und wenn z.B. Coca Cola mit dem geschützten Design seiner Flasche sein Produkt aufmöbelt, so daß es mehr Geld einbringt, weil es eben Genuß bereitet, aus ner hübschen Flasche zu trinken, warum soll dann nicht ein Dichter Geld für sein Gedicht bekommen. Außerdem bewirkt der Schutz, daß ich ziemlich sicher sein kann, daß wo Coca Cola draufsteht auch Coca Cola drin ist.

            Stephen King hat es glaube ich mal probiert und wieder gelassen.

            Ken Auletta, der ein Buch zu Google geschrieben hat, erzählt, daß in einem seiner Gespräche mit den Gründern einer von den beiden ihn gefragt hat, warum er sein Buch nicht kostenlos online stellen würde. Der meinte das ernst und so weit ich mich erinnere, konnte Auletta ihn nicht davon überzeugen, daß er, wenn er kein Geld fürs Buch bekommen würde, niedriglöhnen würde gehen müssen.

            Warum es löblich sein soll, daß Musiker jetzt wieder mehr durch die Clubs ziehen müssen, um ihren Unterhalt zu erwirtschaften anstatt den großen Star machen zu können, leuchtet mir auch nicht ein. Wenn derzeit Leute obszönes Einkommen erwirtschaften sind es Derivate Zocker und die schaffen keine Arbeitsplätze wie es jeder Fußballer und jedes Schlagersternchen indirekt tut oder hast Du schonmal ein T-Shirt mit Deinem best geliebten Zocker drauf gekauft?

    • jonasm schreibt:

      PS:

      Halten Sie es wirklich für einen angemessenen Umgangston, einen andersdenkenden Diskussionsteilnehmer (wohlgemerkt: nicht das, was er sagt, sondern ihn selbst als Person) als “nichts als schlimm” bezeichnen?

      • Silke schreibt:

        wenn er sich’s redlich verdient hat, dann soll er sich doch dran freuen

        • Aristobulus schreibt:

          Es ist nichts als schlimm, wenn einer in stolzer Studiertheit und Aufgeblasenheit auf denen rumtrampelt, die für Arbeitnehmerrechte, Gleichbehandlungsgesetze usf. leiden mussten. Folglich ist der, der das tut, nichts als schlimm. Hybris und aus.
          Der Jonasm tut gern so, als hätte er nie selber leiden müssen. Und Falls er doch mal leiden musste, denn das ist wahrscheinlich, schämt er sich dafür so in Grund und Boden, dass er’s nun programmatischwerweis’ an Anderen auslässt.
          Mindfucking Jonasm

          Und die Anrede “werter Aristobulus” aus diesem Munde ist eine Injurie.

  9. nodhimmi schreibt:

    Lieber Herr Burmann,

    so sehr ich Ihre Logik in dem am unlogischten geführten Konflikt der Welt bewundere, so verzeihen Sie mir bitte, wenn ich Ihnen hier nicht im geringsten folgen kann.

    Sie sagen (ähnlich), der freie Markt “versklave” Sie.

    Jedoch, der freie Markt hat für jeden Teilnehmer Angebote, jeder Teilnehmer darf diese annehmen oder eigene Angebote einstellen, die entweder angenommen werden oder nicht.

    Sklaverei ist das Gegenteil des freien Marktes, hier übt jemand eine Tätigkeit unter Todes- oder zumindest Gewaltandrohung aus und dies ohne nennenswerte Gegenleistung. Man könnte Sklaverei auch Sozialismus nennen, die Definitionen passen nahezu 1:1, die Realität auch.

    Also, woher diese offenkundige Unlogik, die Ihrer Bildung nicht würdig ist?

    Viele Grüße und danke für Ihr spannendes und hochwertiges Blog!

  10. nodhimmi schreibt:

    ich weiß jetzt nicht, in welchem Teil meiner Erläuterungen ich das soziale Verhalten von Menschen mit einer Naturkraft/-gesetz verglichen haben, aber vielleicht können Sie mir die Textstelle aus dem doch recht übersichtlichen Absatz heraussuchen.

    Aber so ist das eben, wenn man Menschrechtsfundamentalist und damit zwangsläufig Kapitalist ist. Die Leute legen einem alles mögliche in den Mund und verwenden ad hominem Argumente, bevor dann wieder Mauern und Lager errichtet werden. Zum Wohle der Allgemeinheit natürlich.

    • Silke schreibt:

      Du bist echt witzisch – nirgendwo hat Dir einer den Vorwurf gemacht, den Du behauptest, er sei Dir gemacht worden, außer natürlich möglicherweise eventuell Du bist jonasm im neuen Gewand. Falls Du allerdings nicht jonasm bist, hast Du gerade mit einem doch ziemlich albernen Trick versucht, Dich interessanter zu machen als Du bist.

      Was Dein Freier Markt und die Möglichkeiten anlangt, erzähl das mal Müllhaldenbewohnern in Indonesien oder ähnlich vom Schicksal Begünstigten.

  11. jonasm schreibt:

    @Aristobulus

    Sie haben immer noch nicht konkret dargelegt, was denn genau meine “Schlimmheit” bzw. meinen “Extremismus” ausmacht.

    Dass ich “alles Mögliche verdammen, kassieren und rückgängig machen” wolle…
    Dass ich durch politische Maßnahmen “die Welt perfekt” machen wolle…
    Dass ich die sozialen und geistigen Errungenschaften der Aufklärung und Moderne für “Teufelszeug” hielte…
    Dass es mir “egal” sei wenn Menschen “Leid oder Zwang” ausgesetzt sind…

    …das sind alles Behauptungen, die *Sie* mir unterstellt haben, die ich in Wahrheit nirgends geäußert habe und auch nicht vertrete. Im Gegenteil.

    “gegen einen vermeintlich sozialdemokratischen Gutmenschen anschreibt, wobei ich ja weder noch bin, bin nämlich liberal”

    Was die Einordnung politischer Ideen angeht, scheinen sie einer ziemlich weitreichenden Verwirrung zu unterliegen, was sich schon allein daran zeigt, dass sie “neoliberal” und “neocon” mir nichts dir nichts in eine gemeinsame Schublade stecken.

    • Silke schreibt:

      aha jonasm ist zurück als jonasm – langweilt er sich, nachdem das mit dem Auftritt als nodhimmi nich so richtig geklappt hat?

      • jonasm schreibt:

        Ihnen muss auf jeden Fall ziemlich langweilig sein, dass sie hier wirklich ausnahmslos jeden von mir oder anderen Ihnen unliebsamen Kommentatoren verfassten Kommentar mit einer Ihrer kindischen Unterstellungen oder Beleidigungen versehen.

        Falls es Sie beruhigt: Nein, ich habe hier nie unter einem anderen Namen geschrieben.
        Ganz abgesehen davon dass ich mich mit einer Bezeichnung wie “nodhimmi” (welche implizit eine irrationale und vermutlich xenophobisch angehauchte Furcht vor einer angeblichen “Islamisierung”, die uns alle zu unterdrückten “Dhimmis” machen wolle, zur Schau stellt) keinesfalls identifizieren würde.

        • Silke schreibt:

          Da Du gern ernst genommen werden möchtest, bitte sehr, dann kommentier mal schön das hier:

          Why Don’t Libertarians Care About Ron Paul’s Bigoted Newsletters?

          http://www.tnr.com/article/politics/98811/ron-paul-libertarian-bigotry

          • quisa schreibt:

            Sorry, ich bin auch absolut nicht einer Meinung mit dem, was JonasM so für eine Einstellung zum freien Markt hat.
            Allerdings hat er hier seine Meinung geäußert und hat auch in respektvollem Ton jenen geantwortet, die eine andere Meinung als er haben.
            Auch wenn ich im absolut deregulierten Markt menschenverachtende Aspekte sehe, bin ich der Überzeugung, dass JonasM davon ausgeht, dass hierin das menschenfreundlichste System liegt. Ich habe im Freundeskreis einiger solcher ANhänger des komplett deregulierten Marktes (u. a. ein Autor des neulich erwähnten “Novo Argumente”) und dies Leute sind alle der Überzeugung, weil sie darin das System sehen, das die positivsten Auswirkungen auf den Menschen hat. Ihre Überzeugung führen sie auf eine zutiefst humanistische Grundeinstellung zurück.
            Polemische Töne gegen Schwache und Minderheiten oder das Schüren von irrationalen Fremdenängsten höre ich aus diesen Mündern nie.
            Also, wenn jemand wie JonasM davon ausgeht, im freien Markt läge der Schlüssel zu einer besseren Zukunft und er überdies niemanden beleidigt, dann sollte man versuchen ihhn mit Argumenten vom Gegenteil zu überzeugen, nicht aber ihn anzukeifen und als das Böse schlechthin darzustellen.

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