Schlagen und ficken

«Der Mann braucht Sex, darum kann er seine Frau, wenn sie sich weigert, im Extremfall schlagen.»

Die Schweiz ist ein Land, das sich rühmt, mit dem Rütli-Schwur am 1. August 1291 schon erste demokratische Gehversuche unternommen zu haben. In Wirklichkeit aber ist die Schweiz eines der letzten Länder Europas, das zur Demokratie wurde, da erst am 27. November 1990 das ganze Volk dort wählen durfte. Bis zum 27. November 1990 wurde im Kanton Appenzell Innerrhoden fünfizig Prozent des Volkes das Wählen verboten: den Frauen. Kein Wunder also, dass das Wort Hoden im Namen des Kantons auftaucht.

Im April 2010 sendete das Schweizer Fernsehen SF1 eine Sendung mit dem Titel “Hinter dem Schleier”. In dieser Sendung sagte der Sekretär der muslimischen Gemeinde Basel, dass der Mann seine Frau schlagen dürfe, wenn sie sich weigert, die Ehe mit ihm zu vollziehen, da sonst die Gefahr bestehe, dass der Mann fremd gehe und «das wird vom Islam nicht gewünscht.»

Das ist so eine typische verquere “Logik”, wie wir sie nur in männerdominierten Religionen finden: Weil Männer abgeblich ihren Verstand verlieren und ausrasten, wenn sie schöne Frauen sehen, werden nicht diesen wilden Bestien Ketten angelegt, sondern Frauen unter Stoff gesperrt. Weil Ehemänner angeblich fremd gehen müssen, wenn ihre Ehefrauen nicht willig sind, bestraft man die Frauen. Wer solche Überzeugungen hat, reduziert Frauen zu weiblichem Fleisch, das Männer durch die Ehe käuflich erwerben, um darin ihre Schwänze regelmäßig wegstecken zu können. Für solche Männer ist die eigene Ehefrau nichts weiter als eine Flatratehure mit Haushaltsapps.

Aziz Osmanoglu sagt: «Der Mann braucht Sex, darum kann er seine Frau, wenn sie sich weigert, im Extremfall schlagen.»

Nun könnte man meinen, dieser Ausspruch sei ein Aufruf zur Gewalt, aber wer das glaubt, der hat seine Rechnung ohne die Schweiz gemacht. Gerichtspräsident Claudius Gelzer beurteilte Osmanoglus Erklärungen zwar als verwerflich, da Gewalt gegen Frauen streng zu verurteilen sei und seine Aussagen weder moralisch noch ethisch in Ordnung seien, sprach den Angeklagten aber dennoch frei: «Man kann Ihnen nicht vorwerfen, dass Sie jemanden direkt zu diesen Taten aufgefordert haben.»

Ach so, er hat nicht direkt zur Gewalt aufgefordert. Er hat nur gesagt, dass Gewalt gegen Frauen im Extremfall in Ordnung geht. Dann stelle ich jetzt auch mal eine These in den Raum, die ich ausdrücklich nicht als Aufruf zur Gewalt verstanden sehen möchte:

«Die Frau braucht die Sicherheit ihrer leiblichen Unversehrtheit, darum kann sie einen Mann, wenn er das Schlagen von Frauen zur akzeptable Alternative erklärt oder es gerichtlich erlauben lässt, das Schlagen von Frauen zur akzeptablen Alternative zu erklären, im Extremfall schlagen.»

Man möge es mir bitte nicht als Aufruf zur Gewalt auslegen, sondern nur als ernst gemeinte Frage: Was bitte soll eine Frau, die keine Lust hat, dass ihre Menschenrechte von religiösen Fanatikern beschnitten werden, davon abhalten, einem Mann wie Aziz Osmanoglu, der sagt, im Extremfall hat eine verheiratete Frau nun mal keine Menschenrechte, mal ordentlich die Fresse zu polieren?

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83 Antworten zu Schlagen und ficken

  1. T. Koch schreibt:

    Hirsi Ali. Heute auf Welt Online : Viele Muslime sind in der Tat integriert, das ist eine gute Nachricht. Aber eben nicht die Mehrheit, sonst würden wir nicht hier sitzen. Es werden wegen der Umwälzungen in Nordafrika noch mehr Muslime kommen. Gehen Sie nach Lampedusa, das ist eine Insel der Flüchtlinge geworden, die nach Europa wollen. Wir müssen uns dem stellen: Nur wer einen Eid ablegt, wie jenen in Amerika, unsere Werte zu akzeptieren, also die Freiheit des Individuums und die Gleichheit von Mann und Frau, der Respekt des Eigentums, unsere westliche Minima Moralia, nur die dürfen herein. Und jene, die schon hier sind: eine Rückweisung des politischen Islam wie auch kultureller Praktiken, die anderen Individuen Schaden zufügen. Ich meine Zwangsbeschneidungen, Zwangsheirat, “Ehrenmord”. Das beschädigt Individuen.

  2. jemseneier schreibt:

    …ähnliche Argumentation findet man auch unter esoterisch-erzkonservativen Katholiken. Besonders ekelhaft finde ich in dem Zusammenhang das Geschwurbel rund um die
    “natürliche Ordnung” eines Bert-Hellinger, Missionar und “Therapeut” (Familienstellen…):
    Kinder werden nach Hellinger in Familien deshalb mißbraucht, weil sich die Frau ihrem Manne nicht hingibt. Um die natürliche Ordnung wieder herzustellen, bietet sich quasi das Kind dem Vater an, um Ausgleich zu schaffen. Das Opfer wird zum Initiator, zu Täter, karmisch-esoterisch…!
    Finde ich noch viel schlimmer.
    Hellinger Fans findet man in Deutschland praktisch quer durch die Berater-Szene, aber auch in staatlich subventionierten Erziehungsberatungs-Stellen.
    Fazit:
    Sobald religiöse/esoterische Überzeugungen die Vernunft überlagern sind Mitteleuropäer nicht besser als Muslime.

    • Aristobulus schreibt:

      Klassisches Wiraberauch-Argument, das keins ist…
      Die moslemische Öffentlichkeit ist von Vorstellungen wie denen des Herrn Osmanoglu durchtränkt, und deren “Rechts”system, die Scharia, behauptet auch nichts Anderes.
      Hingegen die Gräulichkeiten eines Bert Hellinger findet in der Öffentlichkeit wie in westlichen Zeitungen keine Unterstützung, und westliche Gerichte befinden in jedem Fall dagegen (so wie auch gegen die esoterisch-nazistischen Fürchterlichkeiten eine Ryke Geerd Hamer).

      Also sind die Mitteleuropäer in ihrer Mehrheit naturgemäß ‘besser’ als die Mehrheit der Moslems…

    • Anna Radack schreibt:

      Sie haben von den Islamisten schon viel gelernt. Statt auf den Inhalt des Artikels einzugehen, lassen Sie diesen unter den Tisch fallen, um sich sogleich der Katholischen Kirche zu
      widmen. Wohlfeile Relativierung, da in den oberen Etagen unseres Staates wohlgelitten.

    • K.Voss schreibt:

      Schmonzes.
      “Laut Wolfgang Behnk widerspreche die Ideologie Hellingers eindeutig dem christlichen Menschenbild, das sehe übrigens auch die katholische Kirche so.”
      http://www.augsburger-allgemeine.de/illertissen/Das-widerspricht-dem-christlichen-Menschenbild-id4519281.html

      Und wo sind die (radikalen) Katholiken, die solchen Müll mit dem Messer in der Hand auch noch verteidigen?
      Es schrieb hier mal jemand: vergleichen kann man alles. Aber nicht jeder Vergleich passt. Und dieser hier ist wirklich nur Schmonzes.

    • Jeremias schreibt:

      esoterisch-erzkonservativ Katholiken

      in einem Satz Dinge, die sich gegenseitig ausschliessen.

      Ein erzkonservativer Katholik kann schon per se sich nicht mit Esoterik beschäftigen.

      • Aristobulus schreibt:

        Nu, unter Erz-Katholiken gibt’s etwa die weithin verehrte Hildegard von Bingen, die heilige Teresa von Ávila, und Andere, die an Visoinen und Stigmatisierung glauben. Das Ritual des Exorzismus (Teufelsbeschwörung, erneuert vom Papst zuletzt 1999) gibt’s auch noch…

    • Hildegard Behrendt schreibt:

      Das mag so sein. Aber immerhin haben Frauen hier die Möglichkeit durch unsere Verfassung, den Mann anzuzeigen, sodaß es Folgen für ihn hat. Außerdem gibt es Frauenhäuser, in die gepeinigte Frauen vorübergehend ziehen können und andere Stellen, die ihnen helfen, so sie denn ihre Peiniger verlassen und den Mut zu einer Anzeige aufbringen. Was leider vielen immer noch schwerfällt.

  3. afjaix schreibt:

    > eine Aussagen weder moralisch noch ethisch in Ordnung seien, sprach den Angeklagten aber dennoch frei: «Man kann Ihnen nicht vorwerfen, dass Sie jemanden direkt zu diesen Taten aufgefordert haben.» Ja ist es denn so schwer zu kapieren, dass es für eine Verurteilung in einem Rechtsstaat ein Gesetz braucht? Mag etwas “moralisch” und “ethisch” (wie immer Sie und der Gerichtspräsident diese Begriffe auffassen und voneinander unterscheiden mögen) auch verwerflich sein – solange es rechtlich/per Gesetz nicht strafbar ist, wird niemand verurteilt. nulla poena sine lege. Verstehen Sie das bitte, und verstehen Sie es bitte nicht nur, sondern seien Sie gefälligst glücklich darüber: RULE OF LAW!
    Wenn Ihnen das nicht schmeckt, können Sie ja gern dazu beitragen, dass die Gesetze geändert werden.

    > Dann stelle ich jetzt auch mal eine These in den Raum, die ich ausdrücklich nicht als Aufruf zur Gewalt verstanden sehen möchte: Können Sie gerne machen. Doch der Fall, von dem Sie berichten, stammt aus der Schweiz und steht unter schweizer Gesetzen. Sie schreiben in und für Deutschland und werden nach deutschen Gesetzen beurteilt. Muss nicht notwendig sein, dass die Gesetzeslage in beiden Ländern gleich ist (wenngleich es mir egal ist, ich werd mich da auch nicht weiter informieren). Also vorsicht!

    • Dante schreibt:

      Ja ist es denn so schwer zu kapieren, dass es für eine Verurteilung in einem Rechtsstaat ein Gesetz braucht? Mag etwas “moralisch” und “ethisch” (wie immer Sie und der Gerichtspräsident diese Begriffe auffassen und voneinander unterscheiden mögen) auch verwerflich sein – solange es rechtlich/per Gesetz nicht strafbar ist, wird niemand verurteilt.

      Das weiß und versteht ohne Zweifel auch der Autor. Er teilt lediglich nicht die durchaus anfechtbare Auffassung des Richters, Osmanoglus Äußerung sei kein Aufruf zur Gewalt (der nämlich strafbar ist). Ich teile diese Auffassung auch nicht, ich halte sie für eine ausgesprochen Gewalt-Rechtfertiger-freundliche Interpretation. Wenn ich religiös begründe, dass und warum ein Mann seine Frau schlagen darf, muss ich damit rechnen, dass mindestens ein Mann, der das sonst nicht getan hätte, sich dazu ermutigt fühlt, dies zu tun, da er meinen Worten entnehmen kann, er habe Gottes Segen dazu. Da ich das wissen bzw. mir an fünf Fingern abzählen kann, bin ich auch mit verantwortlich für die Folgen einer solchen Äußerung.

  4. drcidolphus schreibt:

    Religionen sollten mal dazu dienen dem Menschen Hoffnung zu geben und nicht ihn zur Gewalt gegen seine Umwelt zu animieren. Aber das haben die wenigsten Religionen wirklich verstanden …

  5. Pingback: Schaschlik « abseits vom mainstream – heplev

  6. Robin Urban schreibt:

    Ich hab von deutschen Männern, bei denen ich mutmaße, dass es sich hauptsächlich um Christen handelt, schon deutlich bescheuertere Sachen gelesen.

    • Aristobulus schreibt:

      Aber die sprachen nicht für ihre ganze Peer-Group!, und die beriefen sich auch nicht auf auf die schlagend anzuwendende Autorität irgend einer Bibelversion

      • Robin Urban schreibt:

        Ich glaube nicht, dass ein Moslem (er ist nicht mal ein Iman oder eine sonstige Autorität, sondern ein Sekretär in einer Gemeinde, das muss man sich mal reinziehen) für seine gesamte Peer-Group spricht.

        • K.Voss schreibt:

          Machen Sie den Test. Besuchen Sie Salafisten und fragen Sie nach. Wenn man dieser Gruppierung eines nicht nachsagen kann, dann dass sie hinter dem Berg halten.
          Im günstigsten Fall werden Sielange Sätze über den Koran und die Offenbarung zu hören bekommen, meist wohl klare Antworten.

          Und nebenbei, 1. Sind nicht alle Muslime Salafisten, 2. muss eine Gruppenbezogene Tendenz nicht jedes auf jedes Mitglied der Gruppe zutreffen, um als Problem diskutiert werden zu dürfen, 3. bei weitem nicht alle Muslime haben diese Tendenz, aber (alles offizielle Zahlen ohne die Dunkelziffer) rund zwei dutzend Tote Menschen jedes Jahr, 3000 zwangsverheiratete Mädchen und Frauen jedes Jahr und eine nicht überschaubare Zahl an in Frauenhäuser geflüchtete, in Krankenhäuser gelieferte oder bei der Polizei vorstellige (häusliche) Gewaltopfer sind aber Grund genug, eine Diskussion über diese, nicht ausschließlich aber dort besonders vertretenen, muslimischen Probleme nicht damit abwürgen zu wollen, dass man diejenigen diffamiert, die dies ändern wollen oder darauf verweist, dass ja auch Deutsche / Christen / Europäer / Demokraten etc. ihre Partner schlagen.

    • K.Voss schreibt:

      Sie möchten also Sprüche (ich wäre auf Beispiele gespannt), die Menschen von denen Sie die Religion nur aufgrund der Herkunft annehmen und die wohl nicht selten zu diesem Zeitpunkt in einer Bar zum Zwecke des Alkoholkonsums weilten vergleichen mit einem Menschen, der seine Worte auf religiösen Schriften seiner offen und radikal, weil in allen Bereichen des Lebens, umgesetzten Religion aufbaut vergleichen?
      Alles klar.
      Und wenn jemand falsch parkt ist dies wohl exakt identisch mit Menschen, die ihre Flugzeuge in Hochhäuser rammen…

      • Robin Urban schreibt:

        Ich habe “gelesen” geschrieben, da könnte man ja schon drauf kommen, dass ich die Sprüche nicht in meiner Kneipe von Besoffenen gehört habe. Die bisschen Stichelei, die da manchmal rauskommt, zähle ich gar nicht mit.
        Klar, der Spruch geht natürlich gar nicht, aber einige Maskulisten haben Ansichten, die deutlich sexistischer sind, weil für sie Frauen nicht nur untergeordnet sind, wie es bei diesem Islamisten der Fall ist, sondern eindeutig BÖSE. Dafür muss man sich nur mal bei Spiegel Online rumtreiben oder in diversen Blogs, wie z.B. dem hier: http://allesevolution.wordpress.com/
        Der Autor scheint mir ein reflektierter Typ zu sein, doch ein paar seiner regelmäßigen Kommentatoren gehören für mich in die Klapse.

        • @Robin

          Bei den Meinungen von Zhen und Co bei mir handelt es sich aber denke ich eher um Einzelmeinungen, die meiner Meinung nach daraus folgt, dass diejenigen mit Frauen nicht zurechkommen,, während eine religiöse Bewegung ein gesamtes Gedankengebäude ist, welches eine Einstellung normalerweise über Erziehung gerade auf Kinder überträgt und weitergibt.
          MIt persönlich sind als Atheist streng religiöse Leute sehr suspekt, seien es Christen zB Freikirchler oder Islamisten.

        • K.Voss schreibt:

          Gut denn, anders gefragt, wie viele von diesen Typen gehen für das Recht Frauen zu dämonisieren und sie entsprechend zu behandeln offen auf die Strasse und demonstrieren für entsprechende Regelungen? Wie viele davon argumentieren, wie von Ihnen angesprochen und faktisch unterstellt, mit christlicher Theologie, wie es der in diesem Fall besprochene Muslim tat?
          Und meinen Sie nicht, dass ein guter Teil der Kommentare im Netz eher aus der Anonymität und dem Suff geboren wurde statt aus der Beschäftigung mit der eigenen Religion, von der Sie ausgehen sie sei christlich (nebenbei, Internetumfragen ergeben stets ein sehr “unchristliches” Bild der Aktiven, soll heißen, ein Großteil lehnt Religion ab. Auch hier, machen Sie den Versuch und fragen statt auszugehen)?

      • Aristobulus schreibt:

        Hi Voss, gemach gemach!, so hatte sie’s ja nicht gemeint…

        • K.Voss schreibt:

          Nunja, sich über Verallgemeinerungen oder Schubladendenke ärgern und prompt eine Liste davon liefern (in nur einem, kurzen Satz) ist mir….ach Du weißt es ja.

      • Aristobulus schreibt:

        P.S.
        Dieser Osmanoglu und andere Salafisten sollten einfach mal ein paar moderate Biere (etwa zwei Kölsch, kalt, das hat noch keinem je ein Leides getan) trinken, freundlich zu Frauen sein und Allah einen guten Mann sein lassen, das würde sie entspannter, angenehmer, ja geradezu zivilisiert machen.

        • Robin Urban schreibt:

          Ich habe noch nie die Worte “Kölsch”, “Bier” und “zivilisiert” in einem Satz gelesen. Shame on you!
          ;)

          • Dante schreibt:

            Ich habe noch nie die Worte … “Bier” und “zivilisiert” in einem Satz gelesen.

            Dabei haben Zivilisation und Bier eine ganze Menge miteinmander zu tun. Die frühesten Hinweise auf die Kunst des Bierbrauens gibt es aus Ägypten und dem alten Mesopotamien. Es gibt sogar die Hypothese, der Mensch sei überhaupt sesshaft geworden, um die Rauschmittel anbauen zu können, die er für reilgiöse Zeremonien bzw. den Kontakt zu den ahnen brauchte.

          • Robin Urban schreibt:

            @Dante: Ja, das sehe ich ja noch ein, aber wie passt Kölsch da rein?

          • Dante schreibt:

            Firmiert unter “Bier”, auch wenn nicht alle Biertrinker hier zustimmen würden. Das altbabylonische oder das mittelalterliche Bier würde vermutlich auch längst nicht jeder heute lebende Mensch als Bier anerkennen.

          • Robin Urban schreibt:

            Ich stimme zum Beispiel nicht zu ;)

          • Dante schreibt:

            Ich kann nicht ganz folgen.

          • Robin Urban schreibt:

            Ich stimme zum Beispiel nicht zu… dass Kölsch unter Bier geführt wird. Sollte alles von Anfang an nur ein Witz sein, um ein bisschen über Kölschtrinker zu spotten, aber danke für die Geschichtsstunde ;)

          • Dante schreibt:

            Den Gegeneinmwand habe ich doch gleich mitgeliefert: Babylonisches Bier würden Sie vermutlich auch nicht als Bier anerkennen und mittelalterliches Bier auch nicht. Es war nämlich weder gehopft, noch dürfte es sehr viel Kohlensäure enthalten haben. Zwar liefert die Gärung Kohlensäure, aber Bier enthielt im MA weniger Alkohol als heute. Es war DAS Getränk zu mindest der einfachen Leute (Kinder eingeschlossen), denn Wasser trinken war lebensgefährlich.
            Heutige Biertrinker würden es aber vermutlich eher als “Plörre” bezeichnen. ;)

          • Robin Urban schreibt:

            Alter, du bist definitiv zu unentspannt ;)

            (übrigens studiere ich Geschichte. Du erzählst mir nichts neues. I’m sorry ^^)

            Pommes Rot-Weiß soll im Mittelalter übrigens auch längst nicht so gut geschmeckt haben wie heute!

          • Dante schreibt:

            Alter, du bist definitiv zu unentspannt ;)

            Ach was, ich bin entspannt wie Gernot Hassknecht. :D

            übrigens studiere ich Geschichte. Du erzählst mir nichts neues. I’m sorry

            Wieso sorry? Wenn ich “klugsch…e” (wie manche es nennen mögen), tue ich das ohne Hintergedanken.

            Pommes Rot-Weiß soll im Mittelalter übrigens auch längst nicht so gut geschmeckt haben wie heute!

            Das möchte ich gern glauben. Aber haben Sie auch die Inkas gefragt?:D

          • Silke schreibt:

            aber vermutlich gab’s im Mittelalter doch noch Hühner, die nicht per Schnellmast ihr Schlachtgewicht erreicht hatten?

          • Aristobulus schreibt:

            Aha, Robin Urban kneipt also definitiv in Düsseldorf :D , Kunststück, da war in babylonischer oder mittelalterlicher Zeit noch nicht eben viel los

            Dante, in den Städten, in denen man zu gotischen Zeiten Bier braute, waren die Leut meistens betrunken. Kinder auch. Es gab ja kein sauberes Wasser zu trinken…
            Weinbau, das isses. Wo der Weinbau zuhause war, da entstand die Kultur.
            Ja, in Mesopotamien, im alten Israel, in der Campagna, bei den Phöniziern – und im Rheinland (um etwaig mitlesende Düsseldorfer zu beruhigen).

          • Robin Urban schreibt:

            lol @Aristobulus, leider nein ;) weder bin ich Düsseldorferin, noch lebe und arbeite ich da (allerdings hab ich hier nen Mitbewohner sitzen, der heute den schönsten Fußballtag seines Lebens hatte…). Ich will ja etwatig mitlesende Kölner nicht enttäuschen, aber Kölsch hat auch in anderen Regionen der Republik einen eher zweifelhaften Ruf ;)

          • Aristobulus schreibt:

            Yepp, Kölsch hat woanders einen eher miesen als zweifelhaften Ruf ;) , doch als ich es neulich erstmalig trank, sitzend im Früh inmitten Kölns neben einer zauberhaften Begleitung, da schmeckte es doch ganz erstaunlich gut

            Aber ersthaft, Weinbau-Gegenden, die sind’s, daher kommt die Kultur Vorderasiens und Europas. Man merkt’s noch heute, denn in einer Weinlaube zu sitzen schmeckt ja wirklich deutlichst mehr nach Knossos-Jerusalem-Sidon als irgendwas im Früh in Köln, und ach erst Recht gar kein Vergleich zum ewigen Sachlep oder Pfefferminztee in ‘ner Wüste voller Scheichs.

  7. Bernd Dahlenburg schreibt:

    Ich habe schon für die Verbreitung des Original-Videos gesorgt:
    http://www.videoportal.sf.tv/video?id=e034980a-0bdd-4d8b-b246-3698b745e98c

    Alles Gute
    Bernd

  8. max schreibt:

    Einigermassen entbehrlicher Seitenhieb gegen die Schweiz. Erstens ist das Urteil vollkommen in Ordnung, es wurde schlicht nach Gesetz geurteilt. Und das sanktioniert nun mal (wenigstens im Regelfall) keine Meinungen. Ein Aufruf zur Gewalt war es halt nicht.
    Zweitens sollten Spitzen (“…das Wort Hoden…”) schon treffen. Nicht jeder muss wissen, dass Rhode gemeindeähnliche Gebiete sind, aber wenn man daraus eine Pointe zimmern will, wäre es schon gut. Sie haben schon stärkere Artikel geschrieben.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      @ Max: Und ich kann nur stärkere Artikel geschrieben haben, wenn es auch schwächere gibt. Von daher: Alles wunderbar!

    • Dante schreibt:

      Erstens ist das Urteil vollkommen in Ordnung, es wurde schlicht nach Gesetz geurteilt. Und das sanktioniert nun mal (wenigstens im Regelfall) keine Meinungen. Ein Aufruf zur Gewalt war es halt nicht.

      Das ist Interpretationssache, und die Auslegung als legale Meinungsäußerung statt illegalem Aufruf zur Gewalt ist eine äußerst freundliche Interpretation. Immerhin kann sich ein Mann, der seiner Frau Gewalt angetan hat, auf Osmanoglu berufen und sagen, er habe quasi aus Notwehr (da ihm seine Frau etwas verwehrt hat, was er braucht wie die Luft zum Atmen) und aus ehelicher Treue gehandelt.
      Wer so redet wie Osmanoglu, muss einfach damit rechnen, dass mindestens ein Mann mehr zur Gewalt greift als wenn er Gewalt verurteilt hätte. Die Mitverantwortung dafür kann er nicht abschütteln.

      • max schreibt:

        Ja, lieber Dante, mag sein, dass sich jemand bemüssigt fühlt, sich auf diesen Typen zu berufen. Eine Meinungsäusserung bleibt es dennoch. Und die ist, nach Schweizer STGB nun mal (mit wenigen Ausnahmen) nicht strafwürdig. Eine betreffende Aenderung ist mir, seit der Zeit als ich noch selber Ius studiert habe, nicht bekannt.
        Wenn wir Meinungen sanktionieren würden, nur weil sie daneben sind und sich jemand darauf berufen könnte, der damit eine Straftat begründen will, haben wir meiner Meinung nach die Grenze zum Unrechtsstaat überschritten.

        • Dante schreibt:

          Eine Meinungsäusserung bleibt es dennoch.

          Inzwischen habe ich die Sendung gesehen und gebe Ihnen Recht – und zwar, weil Osmanoglu seine Auslegung in privatem Rahmen und Tonfall einer Journalistin gegenüber geäußert hat – wobei er betonte, dass er das selbst nie getan hat. Ein öffentlicher Aufruf, namentlich als Autorität in Sachen Religion, wäre m.E. aber keine reine Meinungsäußerung mehr. So sah man dies auch bei Metin Kaplan – gut, das war in Deutschland, aber ob die Lage hier soo anders ist, weiß ich nicht.

    • Daniel S. schreibt:

      dem gehört dennoch die fresse poliert, idealerweise von muslimischen baslerinnen!

      • Aristobulus schreibt:

        …nu, nach dem Polieren seiner Fresse sollten sie ihn leichter zum Sex zwingen können, na immerhin.

        • Silke schreibt:

          also Ihr beiden Ahnungslosen – mit Männer verprügeln ist viel Geld zu verdienen, denn es soll angeblich Kerle in Massen geben, die freudig dafür löhnen.

          Und prompt natürlich kommt “Ihr” an und fordert, daß “wir” nur der Befriedigung halber umsonst machen sollen, was doch einen beträchtlichen Marktwert hat.

          Der kleine Vorgeschmack kommt um 2:48

          • Aristobulus schreibt:

            Silke, lol, dazu gehört Mut!, nee, nich’ zum Verprügeltwerden :D , sondern dieses Films wegen (ach der wollte sooo gern ein französischer Film sein, und Frau Landgrebe wollte sooo Schauspielerin sein, und Mathieu Carrière wollte wohl auch was?, aber immerhin stechend blicken konnte er)

            Zu dem Osmanoglu-Weltbild des Schlagens gehört wohl Geschlagenwerden, da hast Du wohl Recht. Bei Herrn Achmadisowieso lässt sich das gut imaginieren, schon seine Klamotten sehen so dérangiert aus, und klar, den Schlips lässt er wegen der schlimmen Strangulationsgefahr weg.

          • Silke schreibt:

            Aristobulus

            vor Jahren hieß es mal, Schlips weglassen, sei ein Beleg für echte Islamität.

            Zur gleichen Zeit oder kurz danach trat auch Obama häufiger ohne Schlips auf. Ob das dieses Stück Islamologie uninteressant werden ließ, weiß ich natürlich nicht. Ich hab’s jedenfalls lang nicht mehr gelesen.

        • Aristobulus schreibt:

          … klingt plausibel, Schlipslosigkeit & Islamität, hm, in der Art plausibel wie: Dass Jesus Isa hieß und ein Moslem war :D .
          Ist Schlipsetragen christlich? Nee, es ist höfisch, kommt aus der westlichen Hoftracht des 17. Jahrhunderts, das Tuch um den Hals mutierte im 18. Jh. zu einem schmalen weißen Seidentuch, um die frz. Revolution kam der Kragen dazu (zuerst noch aufrecht lappend), usf.
          Ich bin sicher, dass am türkischen Hof im Topkapi-Palast auch sowas getragen wurde, als dort das Kalifat noch bestand (um welches justement bin Laden ja so ein Aufhebens machte).
          Und Erbakan, besonders wüster Radikalmoslem und Antisemit, trug immer einen Schlips (einen hässlichen biedermännischen).

          Staatschefs, die keinen Schlips tragen, also nee. Immerhin sieht Obama viel besser aus als Achmadingens (aber er sollte zum weißen Hemde einen weißen Schlips tragen und dazu ‘nen Sarkozy-Anzug, das kleidet doch ganz ungemein)

  9. Danny Wilde schreibt:

    @Max – Sie schreiben:

    “Zweitens sollten Spitzen (“…das Wort Hoden…”) schon treffen. (…). Sie haben schon stärkere Artikel geschrieben.”

    Gerd Buurmann nimmt langsam die Kreide aus dem Mund. Aber im obigen Falle (allerdings kann ich nirgendwo ein Schweiz-Bashing sehen!) gebe ich Ihnen recht. Besser jedenfalls ist das hier, nein: schlicht und einfach, NUR GUT!:

    “Was bitte soll eine Frau, die keine Lust hat, dass ihre Menschenrechte von religiösen Fanatikern beschnitten werden, davon abhalten, einem Mann wie Aziz Osmanoglu (…) mal ordentlich die Fresse zu polieren?” (Kopfkino: Die Ärzte, “Manchmal haben Frauen…”, das Video….) *

    Und erstklassig das hier:

    “Für solche Männer ist die eigene Ehefrau nichts weiter als eine Flatratehure mit Haushaltsapps.”

    Das gleicht 100mal “InnerrHODEN” aus.

    *P.S.: Gerd. Das lustige ist, die tun das ja schon. Meine Frau behandelt ja auch viele Türken, Männer, Frauen, Verschleierte, etc. pp. – die Ehefrauen meist vom Kampfgewicht her das 1,5 bis 2-fache des Mannes betragend, einhergehend mit um entsprechende Faktoren nachlassender Attraktivität. Das sind die Exemplare mit zu vielen Haushalts- und vor allem Blagenwerfapps. Abgearbeitet, faltig, fett und grau mit Mitte 30. Die verfügen zu Hause nicht nur über ein durchtrainiertes Brüll-Organ, sondern einen ebensolchen Arm. ZACK!! Den kriegt der Herr des Hauses gerne auch zu spüren, vor lauter Frust. Denn der poppt nicht nur (das Haushaltsgeld) im Puff (weg), sondern ihre weibliche Verwandtschaft ebenso. Anlässe aka Familienfeste und Cousinen, Nichten etc. gibt’s genug. Das, zumindest bei den Patienten, die zu uns in die Praxis kommen, ist keine Ausnahme.

    Hierzu mein mantramäßiger Disclaimer: Die schlimmen Finger vom Schlage eines Aziz Osmanoglu sind vor allem auch Söhne ihrer Mütter. Solang die Moslemfrauen ihre eigene Unterwürfigkeit als Akt der Befreiung gegenüber dem zügellosen Westen ansehen, kann sich daran nichts ändern.

    Ergo, man muss diese Frauen nicht schon wieder zum Opfer stilisieren. Eine europäische Legislative und Exekutive sollte aber in der Lage sein, die Einhaltung ihrer Regeln und Werte durchzusetzen. Und beim Islam keine – KEINE !!! – Ausnahme zu machen. Das würde die Rechte dieser Frauen automatisch stärken, denn diese ja längst bestehenden, auch im frauenwahlrechtlich spätzündenden Kanton Innerrhoden, Rechte würden dann ja einfach nur: angewendet.

    Dass “wir”, also Legislative (oft), Exekutive (immer öfter), Politik (fast immer) und Medien (zu annäherend 100%) immer eifriger den immer löchrigeren Mantel des Schweigens über diese Problematik decken, ist in aufgeklärten und rechtstaatlichen Demokratien der eigentliche Skandal.

    Und erst dann ist es kein Wunder, dass zottelige Volltrottel ungestraft ihren hasstriefenden Senf absondern dürfen, ja, denen sogar immer wieder Foren angedient werden (TV), ob in der Schweiz, in Deutschland, oder im U.K.

    • Aristobulus schreibt:

      Ich habe mal so eine geschlagene Kopftuchfrau auf der Straße erlebt, soe hockte blutend auf einem Blumenkübel, ihr schnauzbärtiger Prügler stand gleich daneben. Die Frau hatte so gar nichts von Ihrem Klischee des Hausdrachens, Danny Wilde… die kannte es wohl nicht anders.

      Den Schnauzbart hätte ich dann fast verprügelt, wenn er mir krumm gekommen wär. Aber nein, er lächelte unterwürfig. Die aus dem Mund blutende Frau unterwürfig sitzend daneben. Ich hab die Polizei geholt

      • Danny Wilde schreibt:

        Hey, Aristobulus,

        keinesfalls wollte ich irgendein Hausdrachen-Klischee bedienen, auch wenn die zu launige Rede vielleicht so rüberkam (dann: sorry). Es ist aber dennoch so, dass das letzte Wort in islamischen Familien sehr oft die Mütter oder Großmütter haben. Und mein Einwand bezog sich auf die Erfahrungen aus unserer eigenen Arztpraxis in the middle of the Ruhrpott.

        Aber genau dieser duckmäuserische Frauenverdrescher, den du am liebsten selbst versohlt hättest – zurecht!!!!! -, ist von seiner Mutter und seiner Großmutter zu dem erzogen worden, was er ist: der männliche Nachwuchs ist wenn nicht gott-, dann zumindest prinzengleich; der weibliche hingegen erstmal scheiße – und wird, damit’s wenigstens irgendeinen Sinn hat, zum Funktionieren abgerichtet.

        Und zwar von den Müttern, Tanten, Schwestern und Großmüttern. Es sind die Mütter, welche ihre Söhne hinter ihren dann und wann und viel zu selten Freiheitsluft schnuppernden Töchtern herschicken.

        Verstehen tue ich diese Frauen trotzdem nicht! Nachdem sie selber jahr(zehnt)elang gequält wurden.

        Das war mein Punkt: Unabhängig von der überaus komplexen Materie der Opfer- / Täterfrage was die Rolle der Frauen in den islamischen Parallelgesellschaften betrifft, sollte in bezug auf Gewalttaten schlicht und einfach Recht gesprochen und einem islamistischen Eiferer nicht auch noch ein Forum im öffentlichen TV geboten werden.

        • Aristobulus schreibt:

          … da hast Du freilich Recht. Eli Lasch, der nach 1967 als Kinderarzt die medizinische Versorgung in Gaza aufgebaut hat (dafür hat man ihn dann später mit dem Geschrei “itbach al-Jahud!!” verjagt) schreibt, dass er sich gegenüber den arabischen Clanchefs und gegenüber der israelischen Militärverwaltung mit allen Schlichen durchsetzen musste – aber am schlimmsten seien die arabischen Großmütter gewesen, die alle Reformen, Vorsorgen, Mühen zur Senkung der Kindersterblichkeit usf. mit aller Gewalt verhindern wollten.

          • Kassandra schreibt:

            Danke, Aristobulus, das Du unten den Begriff “Phorkyas” bestätigst. Ohne jetzt die Schuld der männlichen Schläger relativieren zu wollen – die Erziehungs-Opfer der “Phorkyas” sind meist die jungen Menschen der Familie, eines Gemeinwesens oder gar eines Staates. Die Phorkyas steht also auch für ein unterdrückerisches System! Gegen eine “Phorkyas”(es gibt sie auch männlich, z.B. der Mönch, der den Hexenhammer verfasst hat, die Blogwarts der Nazis oder die “Sittenpolizisten” islamistischer Länder wie Iran) kommt man schlecht an, weil sie es versteht,die landläufige “Moral” auf ihre Seite zu bringen,manchmal sogar die Gesetzgebung, z.B. Dolores Umbridge – sie besitzt sogar das alles beobachtende magische Auge! – Goethes Phorkyaden haben auch ein magisches Auge. Dieses magische Auge steht für die Denunziation, das missgünstige Beobachten vom “Fehlverhalten” der Mitmenschen, also die allgegenwärtige Sozialkontrolle, der besonders die Migrantenmädchen ausgesetzt sind. Das Paradoxe ist ja, dass das Alter Ego der Phorkyas, der Mephistopheles, nach eigenen Worten “höchst unanständig ist” und auf dem Blocksberg mit “nackten Hexlein” rummacht – aber als Phorkyas scheißt “sie” die Trojanerinnen als “kriegserzeugte Ware”, also als Flittchen zusammen und attackiert Helenas bewegtes Liebesleben. Die Phorkyas steht also auch für Doppelmoral und “Scheinheiligkeit”. Das ist bei Medea weniger der Fall, die ja eine zwar egoistisch, aber ehrlich Liebende ist und aus enttäuschter Liebe ihre Verbrechen begeht.
            Gegen eine Phorkyas kann man sich nur behaupten, wenn man den verborgenen Mephistopheles in ihr entlarvt – aber das ist schwierig, weil der seine Maske nicht so leicht ablegt. Ich bin echt begeistert, wieviele Parallelen man in Goethes Faust II zu unserer heutigen Zeit finden kann, z.B. die teuflische “Dreieinigkeit”: Goethe zählt hier die Eigenschaften auf, die ein wirtschaftliches Machtsystem benötigt, um seine Herrschaft zu sichern und sich ein Weltreich zu erobern: Gewalt, Habgier und Geiz und die daraus folgenden Aktivitäten wie: Krieg, Handel und PIRATERIE. Mit ihrer Hilfe wird Mephistopheles dem Faust eine Art Wirtschaftsmacht installieren. Dazu noch eine Kostprobe von “die drei Gewaltigen”: Gewalt, Habgier und Geiz:
            “Man hat Gewalt, so hat man Recht.
            Man fragt ums Was? Und nicht ums Wie?
            Ich müsste keine Schifffahrt kennen.
            Krieg, Handel und Piraterie,
            Dreieinig sind sie, nicht zu trennen.” Klingen die drei Gewaltigen nicht fast so, als ob Goethe hier den “Gangsta-Rap” vorweggenommen hätte – im Gegensatz zur geschliffenen, “flinken Zunge” des Mephistopheles.

            Eine Anfrage an Herrn Buurmann:
            Vielleicht mal eine moderne Fassung des Faust II auf die Bühne bringen – mit Bezug auf aktuelle Themen?

    • Kassandra schreibt:

      Jep, da ist was dran. Sind nicht die Männer immer so, wie wir Frauen sie haben wollen? Schließlich wollen sie uns gefallen, nicht wahr? Und ein Großteil der Musliminnen scheint ein archaisches Bild von Männlichkeit irgendwie auch prickelnd zu finden, sonst würden sie ihre Söhne nicht so erziehen – und ihre Töchter auch. Vergessen wir nicht: Die resoluten Patriarchinnen – ich nenne sie Phorkyaden, nach Phorkyas, dem weiblichen Alter Ego des Mephistopheles in Faust II – sind die wichtigsten Stützen des Patriarchats!!! Ohne sie könnten die Männer die Frauen nicht beherrschen! Ohne Mütter, Großmütter, Tanten und vor allem SCHWIEGERMÜTTER, hätten die Machos gar keine Chance, mit der holden, jungen Weiblichkeit fertig zu werden!!! Der Patriarch muss einen Teil seiner Macht an eine Phorkyas abgeben, um die Weiberwelt unterjochen zu können!!! Denn die Mädchen wären sonst viel zu spöttisch und würden ihren Schabernack mit dem armen Kerl treiben. Aber eine Phorkyas kann man nicht verspotten, denn ihr Kennzeichen ist die absolute Abwesenheit von Humor – sie kennt nur beißenden Sarkasmus. Sie zahlt es den jungen Dingern zehnfach zurück – lest es nach in Faust II, lest ihn, diesen herrlichen Schlagabtausch zwischen Phorkyas-Mephistopheles und dem Chor der jungen Trojanerinnen. Ohne Phorkyas hätte Helena, die antike Heroine, den düsteren, nordischen Faust niemals genommen; Phorkyas stellt Helena nämlich vor eine Wahl, die keine Wahl ist: Hochzeit oder Kopf ab – und nicht nur ihrer, sondern noch die Köpfe aller ihr anvertrauten Trojanerinnen dazu. Was blieb Helena also als verantwortungsbewusster Königin anderes übrig, als den plumpen Ritter zu nehmen (und zu einem ängstlichen Rokokodämchen in einer nervigen Besitzehe zu schrumpfen – sie die mit den stärksten Heroen der Antike liiert war)? Eine klassische Zwangshochzeit! Eine Phorkyas steht für einen unterdrückerischen Sittenkodex par Exzellence. Sie hat zwar keinen Humor, kennt dafür aber alle Schliche, wie man Menschen, vor allem junge Frauen, psychisch und physisch zugrunde richten kann. Eine Phorkyas inkarniert sich in Dolores Umbrigde aus Harry Potter VI oder in der bösen Oberschwester aus “Einer flog über das Kuckucksnest” oder in der sadistischen Oberschwester Bridget aus dem Film über die Schwestern des Magdalenenordens – oder in Fräulein Rottenmeier, die Heidid das Leben zur Hölle macht.
      Jeder Tyrann weiß, dass er seine Macht mit diesem Frauentyp teilen muss!
      Ohne Phorkyas kein Patriarchat.

    • K.Voss schreibt:

      Ich stimmte zu, dass Frauen durch die Erziehung ihrer Kinder einen erheblichen Beitrag zu den Zuständen beisteuern. Das sollte man in den Diskussionen ruhig ansprechen.
      Auch ist in diesem Zusammenhang der Begriff “Opfer” nicht so richtig anzubringen.
      Auf der anderen Seite ist eine Frau, die geschlagen oder in irgendeiner Form misshandelt wird auf jeden Fall ein Opfer, auch und gerade wenn sie bei diesem Mann bleibt. Die Abhängigkeit, sei es materiell oder geistig / emotional, ist nunmal nichts, was die meisten Menschen an oder aus knipsen können. Und hier schliesst sich der Kreis zur Erziehung. Kennt der Mensch keine Alternativen ist es ein riesiger Schritt von ihm, den Schritt zu wagen gewohnte Bahnen zu durchbrechen. Wer Erziehung so kennt oder so vorgeschrieben bekommt muss sich selbst, sein Umfeld und seine Abhängigkeit überwinden.
      Das soll keine Entschuldigung für Frauen sein, die ihren Jungs beibringen, Frauen seien der Dreck unter ihren Füßen und sie dürfen sich nehmen was sie wollen, bei Gott nicht. Aber es soll ein wenig die schwarz-weiß Denke aufbrechen.
      Es wäre der Gesellschaft, vor allem aber den Betroffenen sehr geholfen, wenn die Gemeinschaft auch und vor allem in Form des Staates dort mehr investieren würde in vernünftiges, gut ausgebildetes, quantitativ gewappnetes Personal, Raum und Material.
      Als jemand, der nichts mit seinen Eltern zu schaffen hat, aber immer wieder erlebt, wie erwachsene Menschen an ihren Eltern festhalten, obwohl diese mit ihnen Sachen gemacht haben über die niemand wagt zu reden, erscheint es mir, dass manchen eine Trennung von dem, was sie Familie nennen kaum möglich zu sein. Anwälte von Frauen aus dem Ausländerbereich berichten doch auch immer wieder, wie viel Mühe sie sich geben, ihre Klienten von einem klaren Schnitt zu überzeugen, nur um dann einen Rückschlag zu erleben.
      Just gerade stand ein Pakistani vor Gericht und wurde verurteilt, der seine Tochter und deren Mann umbrachte, weil diese ohne sein Einverständnis geheiratet hatten. Die junge Frau wusste genau, was auf sie zukam und war eigentlich schon auf Distanz und sicher. Und trotzdem kehrte sie zurück und schlief sogar im elternlichen Heim, wo die Tat dann geschah.
      Diese Menschen WOLLEN nicht misshandelt werden, aber sie wollen auch das Vertraute nicht verlieren. Und das sollte man verstehen.

      • Kassandra schreibt:

        Ja, und das macht es so schwierig.

      • Kassandra schreibt:

        K. Voss, Sie schreiben: “Auch ist in diesem Zusammenhang der Begriff “Opfer” nicht so richtig anzubringen.
        Auf der anderen Seite ist eine Frau, die geschlagen oder in irgendeiner Form misshandelt wird auf jeden Fall ein Opfer, auch und gerade wenn sie bei diesem Mann bleibt. Die Abhängigkeit, sei es materiell oder geistig / emotional, ist nunmal nichts, was die meisten Menschen an oder aus knipsen können…” Ja, so ist es wohl.

        Es scheint manchmal ein Teufelskreis zu sein. Ich habe ein Buch gelesen: Schleier der Angst von der algerisch-stämmigen Samia Sharif – ein Buch, so schrecklich, wie ein Alptraum. Darin ist eine Mutter beschrieben, die als junge Frau selbst Opfer von Diskriminierung und Gewalt war und wohl tiefe Wunden und auch Persönlichkeitsstörungen davongetragen hat – doch – als ihr nach vielen Söhnen eine Tochter geboren wurde, lehnte sie diese von Anfang an ab – hasste sie geradezu… Es war, als ob das schwächste Glied der Familie, die Tochter, den ganzen Lebenshass der Mutter abgekriegt hätte. Tat die Tochter etwas, was sich nicht gehörte, wurde nicht nur die Tochter vom Vater verprügelt, sondern auch die Mutter, weil sie in der Erziehung versagt habe… So wurde der Druck weiter gegeben. Unglaublich…
        Trotzdem liebte das Mädchen seine Eltern – Kinder lieben eben ihre Eltern! Mit 16 Jahren haben sie sie gegen ihren Willen mit einem Sadisten zwangsverheiratet und die Mutter hat ihr den ersten Sohn weggenommen, weil sie “noch mehr Söhne” wollte -denn offenbar verliehen ihr nur Söhne einen gewissen Status. Der Tochter, Samia, gelang es schließlich, sich zu befreien und nach Kanada auszuwandern und dieses Buch zu schreiben.
        Bei Ehrenmorden helfen die Mütter den Töchtern ja auch oft nicht, wie ich in “Warum tötet ihr?” gelesen habe.
        Mir ist auch unverständlich, dass afrikanische Mütter ihre Töchter beschneiden lassen – obwohl sie doch selbst diese Qual durchgemacht haben.
        Es sitzt so tief drin …

        • K.Voss schreibt:

          Ich kenne das Buch, ich habe fast ein halbes Jahr gebraucht, es zu lesen. Ähnlich ging es mir bei “Ich bin Zeuging des Ehrenmordes an meiner Schwester” von Nourig Apfeld. Diese beschreibt darin, wie sie teilhaben muss am Mord an ihrer Schwester. Mit sowas zu leben… Aber sie hat es geschafft sich nach Jahren frei zu machen, was größte Bewunderung verdient.
          Darum kotzt (Entschuldigung) es mich auch so an, dass nach den Berichten über Zwangsheirat und Ehrenmord auch nicht an die Opfer gedacht wird, keine riesigen Kampagnen gestartet werden, keine Millionen wie im Kampf gegen Rechts vorliegen, Frauenhäuser eher noch geschlossen als besser geschützt und größer gemacht werden. Statt dessen betonen selbst noch die Forscher, wie wichtig es sei, keine Gruppe oder Religion verantwortlich zu machen was dann stärker diskutiert wird.
          Ich kann nur nochmal auf zwei meiner absoluten Heldinnen verweisen.
          Seyran Ateş
          http://de.wikipedia.org/wiki/Seyran_Ate%C5%9F
          Necla Kelek
          http://de.wikipedia.org/wiki/Necla_Kelek

          • Kassandra schreibt:

            Ja, zwei sehr mutige Frauen. Habe alle ihre Bücher gelesen.

          • Aristobulus schreibt:

            Hi Kassandra, danke für den Namen Phorkyas, der trifft die Sache auf den Punkt.
            Medea als Gattungname passt genauso, auch so ein Beispiel für ein (wohl) Opfer, die das ihr erlitten Bekannte rücksichtslos weiterträgt…

            Ich saß mal in einer Berliner Wohnküche, Nachbarn saßen da auch, u.A. eine Mutter mit Tochter. Die Mutter redete davon, wie furchtbar man deren Mutter sie früher geschlagen hatte, es galt ihr als Anekdote, sie lachte darüber. Auch die Tochter wurde geschlagen, anekdotisch, sie erwähnte es so.
            So sah deren Welt aus

          • Dante schreibt:

            Darum kotzt (Entschuldigung) es mich auch so an, dass nach den Berichten über Zwangsheirat und Ehrenmord auch nicht an die Opfer gedacht wird, keine riesigen Kampagnen gestartet werden, keine Millionen wie im Kampf gegen Rechts vorliegen,…

            Meiner Ansicht nach kann man die Verhältnisse, in denen es zu Zwangsheiraten, “Ehren”morden und dergleichen kommt, sogar in den Kampf gegen “Rechts” (genauer gesagt Rechtsextremismus) integrieren, und zwar nahtlos. Schließlich zeichnet die Einteilung der Menschheit in Herrenmenschen und geborene Sklaven (was in diesem Fall die Frauen sind) besonders rechtsextreme Ideologien aus.
            Und es ist dementsprechend auch nicht “links”, so etwas zu tolerieren oder gar Frauen, die aus diesem System ausgebrochen sind, als “Ausländerfeindinnen” zu beschimpfen.

  10. Christian Weiss schreibt:

    Das ist vielleicht für die Bewohner ehemaliger Diktaturen etwas unverständlich: Aber Osmanoglu macht in diesem Fernsehbeitrag eine Erörterung über die Vorschriften des Korans. In einem demokratischen Land wie der Schweizerischen Eidgenossenschaft sind solche Aussagen, egal wie dämlich sie sein mögen, durch das Recht auf freie Meinungsäusserung geschützt. In einer Demokratie ist es zudem üblich, dass die Bürger über Verfassungsänderungen, Höhe und Art der Steuern, hohe Ausgaben der öffentlichen Hand und den Beitritt zu internationalen Abkommen abstimmen dürfen. Meines Wissens haben dieses Recht in diesem Umfang bis heute nur Frauen mit einem Schweizer Pass. Auf Bundesebene haben dieses Recht übrigens die Appenzellerinnen seit 1971. Bis 1990 waren sie von kommunalen und kantonalen Abstimmungen ausgeschlossen. Es mag nur ein schwacher Trost für den langen Ausschluss von elementaren Bürgerrechten sein, aber dafür werden sie früher pensioniert und müssen keinen Wehrdienst leisten.

    • Danny Wilde schreibt:

      Sie haben recht. Was mich betrifft, ist das meine Einstellung. Ich glaube übrigens auch, dass eine wirklich demokratische – und freiheitliche – Gesellschaft die Lektüre z.B. von “Mein Kampf” ohne Schaden zu nehmen ertragen könnte (der historische Kontext kann ja vorausgesetzt werden). Nun ja, wirklich demokratische und freiheitliche Gesellschaften (nur ein Beispiel: die U.S. of A.) tun das ja auch. Und ich würde dieses Buch wirklich gerne einmal lesen, allein schon deswegen, um mir selbst ein Urteil darüber bilden zu können, ob es genauso verstrahlt daherkommt wie sein Schreiber.

      Ich finde aber auch, dass es einen Unterschied darstellt, die freie Rede eines Jeden zu verteidigen, und dann andererseits bei den gesetzeswidrigen Taten desselben Koranvorschriftenkenners oder seiner sagen wir Schützlinge wegzuschauen.

      Von besonderer Pikanterie und letztlich Obszönität ist natürlich die Tatsache, dass freie Rede, freie Meinung und freie Lebensgestaltung bei dem von Ihnen “Erörterer” Genannten nicht auf dessen eigener Prioritätenliste des Erwünschten steht. Hingegen an vorderster Stelle der Tabuliste. Nicht wahr? Ich sage nur, Mohammed-Karikaturen, aktiv-erotisch auftretende Frauen, Mannesliebe mit Anfassen, islamkritische Schriftsteller, öffentlich geschwenkte Israelfahnen.

      Im Innersten find ich’s ja auch ganz doll cool, dass er für seinen Haut-die-Weiber-endlich-fickbereit-Schmonzes im zwangsgebührenfinanzierten TV (jaja, die freie Schweiz!!!) eine Werbeplattform erhält. Oder nee, doch nicht. Er soll seinen Dreck auf seinen Islamwebseiten absondern. Dürfen! Wenn es seine Meinung ist. Mit der Einschränkung, dass es den Straftatbestand der Aufforderung zu einer Straftat gibt.

      Und diesen weiteren, kleinen aber wichtigen Unterschied sollten auch Sie verstehen:

      Denn eigentlich möchte ich dann auch gerne einen ukrainischen Zuhälter im öffentlichen TV juristisch folgenlos die Regeln des Gewerbes erörtern hören, insbesondere deshalb, weil ein wissenschaftlich nachweisbarer Zusammenhang zwischen gut eingerittenen und gefügig gedroschenen osteuropäischen Huren und dem Ehefrieden westeuropäischer Männer besteht.

      • Christian Weiss schreibt:

        Sein Beitrag für das Fernsehen war ja wohl in keiner Weise Werbung für seine Sache. Im Gegenteil: Die Sendung zeigt ja in entlarvender Weise, welch abartiges Gedankengut diese Menschen vertreten. Dank des Prozesses und trotz des Freispruches wird sich Osmanoglu (und Seinesgleichen) hüten, in Zukunft öffentlich seine Sichtweise darzulegen und wir schauen wieder nur die Schafpelze an, statt die Wölfe, die drin stecken. Und irgendwelche Islamophilen werden uns wieder erzählen, dass die Züchtigung von Frauen natürlich gar nichts mit dem Islam zu tun hat. Dabei hat uns Osmanoglu eine mehr als überzeugende Antwort gegeben: Doch!

        “Mein Kampf” ist übrigens eine sehr anstrengende Lektüre: Der Gefreite hatte noch weit weniger Talent fürs Schreiben als fürs Malen. Sein “Ghostwriter” Konrad Kujau hat es entschieden besser drauf.

    • Dante schreibt:

      In einem demokratischen Land … sind solche Aussagen, egal wie dämlich sie sein mögen, durch das Recht auf freie Meinungsäusserung geschützt.

      Es ist in der Tat üblich, Meinungsfreiheit mit Demokratie in Zusammenhang zu sehen. Beim Nachdenken über extreme, virulente und gegen fundamentale Menschenrechte gerichtete Meinungen bin ich aber mal auf den Gedanken gekommen, dass (uneingeschränkte) Meinungsfreiheit im Grunde besser in ein autokratisches Staatswesen passt. ;)
      Weil dort Gesetze von einem vom Willen des Volkes unabhängigen Souverän gemacht werden und der normale Bürger keinen Anspruch auf den Versuch hat, seiner Meinung politisch Geltung zu verschaffen und sie in geltendes Recht umzusetzen, kann er buchstäblich jede Meinung vertreten, ohne dass diese jemals politische Auswirkungen haben könnte. Er kann z.B. gegen das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von Frauen sein, er könnte sie nie zum Freiwild machen, da seine Meinung buchstäblich unmaßgeblich ist, egal, wie viele Mituntertanen er mit dieser Meinung infiziert.
      Das ist in einer Demokratie prinzipiell anders, dort hat der Bürger prinzipiell das Recht, seine Meinung in die Gesetzgebung einzubringen, entweder indirekt, indem er bestimmte Parteilen wählt, oder direkt, indem er selbst in die Politik geht. Normalerweise wird diese Freiheit nicht zum Verhängnis, weil extreme Meinungen meist nicht zum Zuge kommen, aber der Aufstieg Hitlers zeigt, dass das keineswegs immer der Fall ist und man sich darauf nicht verlassen kann.
      Letztlich sind die Anhänger der Freiheit zu einer gewissen “Inkonsequenz” verdammt; Freiheit kann gar nicht uneingeschränkt sein, weil uneingeschränkte Freiheit für einen Menschen notwendig uneingeschränkte Unfreiheit für einen anderen bedeuten würde. Wirklich uneingeschränkte Freiheit, dage ich gern, gab es im Stalinismus. Für Stalin.

      • Dante schreibt:

        Es muss natürlich heißen:

        Wirklich uneingeschränkte Freiheit, sage ich gern, gab es im Stalinismus. Für Stalin.

        Das Wort ‘Freiheit’ sollte für uneingeschränkte Macht, die alle Anderen zu Sklaven degradiert, nicht ohne Anführungszeichen gebrauchen.

  11. Stefan schreibt:

    Manchmal, aber nur manchmal…

  12. Melanie schreibt:

    Herrlich! Ich habe diesen Artikel kopiert und meiner versammelten Family und FreundInnen zugeschickt. “Flatrate-Hure mit Haushalts-Apps”, einfach nur köstlich! Beim “Fresse polieren” wären wir alle sofort dabei – meine Mutter meinte dazu noch an (gar nicht so falsch), Männer, die derart dächten, hätten ihr Denkorgan eher woanders sitzen, vielleicht sollte mann/frau lieber gleich dort ordentlich polieren … :-)

  13. Kassandra schreibt:

    Meine Phantasie schafft ein paar Ideen für die künstlerische Darstellung dieser Unterdrückungsproblematik der Frau incl. Zwangsheirat, Doppelmoral usw.: Durch eine Aufführung von Faust II !
    Mephistopheles, wird von den Lamyen, die Sinnbilder für “leichte Mädchen” darstellen, zum Narren gehalten und wird fuchsteufelswild und frustriert zugleich. Überhaupt findet er sich gar nicht zurecht in der Welt der griechischen Mythologie, wo alle halbnackt sind-obwohl er selbst von Herzen unanständig ist – aber mit den frechen antiken Weibchen wird er nicht so leicht fertig, wie mit den Hexen auf dem Blocksberg. Erst als er, bei fahlem Mondenschein, die drei abrundtief hässlichen Phorkyaden findet, ist er glücklich. Diese Szene muss atemberaubend schön inszeniert werden! Der humpelnde Hinkefuß nähert sich beinahe andächtig – sofern ein Teufel überhaupt andächtig sein kann – der geheimnisvollen Höhle der drei Scheusale, und ist so entzückt, dass er ihnen gegenüber sogar devot wird. Jetzt weiß, wie er wieder mächtig und handlungsfähig wird! Er leiht sich das Aussehen der Phorkyaden. Er verwandelt sich in eine Art einäugige Hexe von malerischer Hässlichkeit und trägt einen Tschador – aber sein Gesicht muss so maskenhaft geschminkt werden, dass er noch eine gewisse Verzerrung der Mimik hinbekommt, um noch grässlicher werden zu können. Sein Auge könnte herumwandern, so wie das von Mad Eye Moody und vielleicht herausnehmbar sein: Ab jetzt ist er Phorkyas, ein weiblicher Teufel. Als solche Schreckgestalt findet ihn Helena! Schönheit steht vor Hässlichkeit. Die Chormädchen sind in den verschiedensten Aufmachungen gekleidet, die eine schlampig, die andere elegant (Wichtig, damit deutlich wird, dass sie individuelle Menschen sind!!!) Nachdem Phorkyas die Frauen gebührend eingeschüchtert hat und seine Todesdrohung wahr zu machen droht, erscheinen “ihre” Helfer, die “vermummten Gestalten,” als richtende Mullahs in schwarzen Schlabbergewändern, mit Steinen in den Händen und nähern sich bedrohlich und erst als Helena einwilligt, sich “retten” zu lassen, speit ein Vulkan im Hintergrund, der für den Höllenrachen steht, eine schwarze Rauchwolke in den Bühnenhimmel aus. Von dieser schwarzen Wolke – nachdem sie verraucht ist, schweben dann, wie Quallen, fahlblaue Burkas herab, die die Mädchen widerwillig aber eingeschüchtert über ihre Cocktailkleidchen und Jeans ziehen müssen: So werden sie ihrer Individualität, ihrer Menschlichkeit und ihrer Persönlichkeit beraubt und stolpern fürderhin als gesichtslose Phantome über die Bühne. Da dürfte selbst dem dümmsten Zuschauer klar werden, WER in Wahrheit die Unterdrückung der Frau inspiriert!

    Das würde die Provokationen eines Peter Zadek weit in den Schatten stellen!!! Provokation durch Verhüllung!!! Aber wahrscheinlich würde Herr Jäger, der Innenminister von NRW, die Aufführung verbieten! Ade, Kunstfreiheit.

    • Aristobulus schreibt:

      …nicht übel als Bild. Man müsste allerdings als Zuschauer zuvor das Programmheft gelesen haben, um zu verstehen, warum plötzlich in einem alten Theaterstück diese Burkas auftauchen (zumal sie nicht im Text stehen. Macht vielleicht nichts. Aber u.A. Goethes Faust sollte schon als das aufgeführt werden, das es ist, nicht?, zumindest ich denk mir das so, aber was heißt das schon – neulich im Hamburger Thalia-Theater stand auf Plakaten, dass Goethes Faust gegeben werde. Das Stück war aber nicht wiederzuerkennen. Das war weder Faust noch Goethe)
      Am Besten ein neues Stück schreiben & aufführen :)

  14. K.Voss schreibt:

    Nebenbei, während ein radikaler Redner in der Schweiz von einem Richter ein “ok” bekommt, findet in England ein Richter für einen “moderaten” Täterring klare Worte und Urteile:
    http://kath.net/detail.php?id=36478

    • Silke schreibt:

      das ist aber, wenn ich Richard Millett glauben darf, die Ausnahme, vielleicht weil es um Sex außerhalb der Familie und um Prostitution ging. http://richardmillett.wordpress.com/
      Es gibt angesagte Tabus und andere.

      Die ganze Saga, die Richard rund um Ahava dokumentiert hat, sendet jedenfalls eine ganz andere Botschaft. Rod Liddle hat sich auch einmal beklagt, daß es zu viele sich unter den Zug werfende Frauen in einem Londoner Stadtgebiet (oder Vorot?) gibt. Gibt es darum Getöse? nicht, daß ich es bemerkt hätte.

      Bei dieser “Groomerei” jedoch waren wohl genug Zutaten beisammen, um Schluß mit der Kleinrederei zu machen. Es gab meine ich sogar zwei Banden, die damit Kohle machten und “Spaß” hatten. Wie weit die zweite in der Strafverfolgung ist, weiß ich nicht.

      Sogar die BBC (Today Podcast) hat immer wieder davon berichtet und nie nix in Richtung, aber es ist ihre Identität verlauten lassen. Bis sie damit rauskamen, daß es Muslime waren, hat meiner Erinnerung nach a bisserl länger gedauert. Es ist rein sprachlich wirklich ein Jammer, daß Muslim sowohl für Religion als auch für Umma-Zugehörigkeit steht. Die Engländer benutzen oft Asian und meinen damit wohl meistens Pakistanis. Irgendwann muß eineR mal eine nicht alle in die Fremdschämecke treibende und dennoch Gruppen bezeichnende Sprache erfinden.

      • K.Voss schreibt:

        Du hast vollkommen Recht. Ich erinnere mich, dass wir hier in Deutschlande eine Studie hatten, die nachwies, dass sich junge Türkinnen viermal (oder waren es noch mehr) so oft umbringen, wie ihre deutschen Altersgenossinnen. Reaktion darauf…ich habe bislang von keiner gehört die über ein “hat mit dem Islam nichts zu tun” hinausginge.
        Das ist für mich eines der großen Übel dieser ganzen Diskussion. Über die Tatsache, das aus Kritik auch unseriösere und indifferenzierte Angriffe werden können kommen wir in der Diskussion dank bestimmter Teilnehmer nicht weg, die Opfer bleiben unbeachtet und ungeholfen.
        Ich hab das so satt…

    • Dante schreibt:

      Ich habe den Artikel gelesen, schauerliche Geschichte. Widerwärtig auch der Versuch, ein Rassismus-Ding daraus zu machen. Im Gegenteil, jede Milde wäre Rassismus gewesen, zugunsten der Täter, die gleichsam privilegiert werden.
      Der Richter hat den Rassismusvorwurf zurückgewiesen und den Angeklagten “Wollt und Gier” vorgeworfen. Da kann ich nur sagen: Wenn es nur das wäre! Ich sehe noch ein viel niedrigeres Motiv: Menschenverachtung. Das zeigt gerade die Tatsache, dass es Tote gegeben hat, und so etwas ist nicht allein mit “Wollt und Gier” nicht zu erklären. Es ist ein Foltermord, die widerwärtigste Kategorie von Verbrechen. Wer so etwas tut, sollte das Gefängnis, wenn überhaupt, mit den Füßen zuerst verlassen.

  15. Silke schreibt:

    Nachbemerkung:

    Ich habe da noch ein paar Fragen:

    ich habe mal ca. 1972 ein minderjähriges junges Mädchen kennengelernt, die aus einem Heim regelmäßig ausriss und auf’n Strich ging und klaute. Sie war Teil einer Jugendgruppe (mehr Jungs als Mädels), der statt im Gefängnis in einer therapeutischen Wohngemeinschaft geholfen werden sollte und die waren im gleichen Feriendorf, wir haben also meistens zusammen gelacht und nur selten Bemerkungen zu unserem sonstigen Leben fallen lassen.

    Ich vermute mal, daß auch sie “Helfer” gehabt hat. Wenn es das also schon immer gegeben hat, was ist dann heute anders?

    Sind die Heime angenehmer geworden, so daß die vermutlich heimat/wurzellosen Mädchen dort nicht so anfällig sein sollten oder ist es, daß gewisse Rotlichtspezialitäten heute in anderen Händen sind?

  16. Pingback: Die natürliche Ordnung… « Chiemgau Gemseneier

  17. Jr Hernandez schreibt:

    Frauen leben in eine heuchlerische und gefährliche Welt, der scheint sie zu lieben, doch in Wirklichkeit werden sie gehasst! – Wieso ist für die Staatsanwaltschaft der Mann, der hat seine Frau zerstückelt kein Mörder?, – weil er ein Ausländer ist! – hier gibt die Justiz freie Fahrt für Männer, die ihre Frauen töten wollen! – jaja – gehen Sie ein Jahr zuvor zum Psychiater, denn wir brauchen Beweise, dass Sie verrückt sind; nehmen Sie Drogen, betrinken Sie sich; Sie schaffen damit Arbeitsplätzen, und keine Sorgen, Gott ist dumm und blind, er sieht so was nicht! http://www.bild.de/regional/berlin/mord/richter-schickt-killer-in-psychiatrie-24506586.bild.html

    • Dante schreibt:

      Ich vermute eher, er gilt der Staatsanwaltschaft nicht als Mörder, weil er psychisch krank ist.
      Dennoch haben Sie im Prinzip Recht, Richter und Staatsanwälte beurteilen Gewalttaten zuweilen bei weitem zu milde. Gerade bei einem Staatsanwalt ist das unverständlich, er vertritt doch die Anklage.

  18. dan suter schreibt:

    Das ist das ergebnis wenn man die Meinungsfreiheit und die Religionsfreiheit etwas überstrapaziert. Natürlich hat er ja nur seine Meinung geäussert und auch ganz lieb gesagt er würde das niemals tun da er sich ja an unsere Gesetze halten müsse (er tut mir so leid dass er unser Rechtssystem anwenden muss, los machen wir eine gemeinsame Aktion alle Religionsgruppen mit Lichterkette und gemeinsamen Händchenhalten uns singen “sharia für alle, das wür üs gfalle”). Aber nun mal im Ernst, es kann ja nicht sein dass man andere Politiker (auch privat Personen) zur Rechenschaft zieht wenn sie ihrer Meinung Ausdruck geben, und über andere Religionen oder Volksgruppen etwas sagen oder schreiben, aber im gleichen Atemzug einem Menschen der die Unterdrückeung und Gewalt (hier gegen Frauen) als ok. bezeichnet was im krassen Gegensatz zu unserer Gesetzgebung steht, und dies acuh noch in einem öffentlichen Medium und dazu noch als Sekretär einer grössere Vereinigung, dies notabene straffrei!?!?

    Was das Argument des Interpretieren bzw nicht interpretieren des Koranes angeht: Nun ob dies nun interpretiert wird oder als bare Münze genommen wird, es geht nicht darum was in diesem Buch steht, denn es wird ja sowieso mal so und mal so ausgelegt. Denn es ist wie teils auch die Biebel ein Buch von lauter Gegensätzen. Anscheinen wird die Gewalt im Koran verabscheut oder gar verboten, aber zwei Zeilen später wirt zur Bestrafung und Züchtigung der Ungläubigen oder derjenigen die sich nicht “vorschriftsgemäss” verhalten.

    Ich fürchte dass so ein Urteil ein Steilpass sei wird für weiter Verfahren in denen (von welcher Seite auch immer) es um rassistische, difamierenden, rufschädigende, etc etc Verfehulungen geht in denen alles straffrei wird mit der Begründung der Meinungsfreiheit und der Religionsfreiheit.

    so als Randnotiz – Meinungsfreiheit “ad absurdum”:

    Im übrigen verlangt Anders Behring Breivik (Masaker in Norwegen) auch dass er freigesprochen wird, denn er habe ja so quasi nur seine Meinung vertreten und nicht wahllos Leute ermordet sondern geziehlt die “richtigen” ausgesucht.

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