Nachdem nun die Debatte, ob der Islam zu Deutschland gehört, wieder Fahrt aufgenommen hat, Wulff sagt Ja, Söder auch, jedenfalls was Bayern betrifft und Gauck ist sich nicht ganz sicher, hat aber eine klare Tendenz zum Ja, jedenfalls was die Muslime betrifft, möchte ich nun die Frage stellen: “Gehört Deutschland zum Islam?”
Da muss ich jetzt natürlich etwas spezifischer werden: Ich meine das Deutschland von heute mit der Verfassung des Grundgesetzes. Ich meine nicht das Deutschland während des Nationalsozialismus. Zu diesem Deutschland gehörte nämlich schon der Teil des Islams, der vom Großmufti von Jerusalem vertreten wurde:
“Amin al-Husseini spielte eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung des modernen Antisemitismus im arabischen Raum und der Zusammenarbeit von islamistischen Antisemiten mit den Nationalsozialisten. Er war überzeugter Befürworter der Vernichtung der europäischen Juden im Deutschen Reich. Er knüpfte Kontakte zu den Nationalsozialisten, gewann die Unterstützung durch deutsche Führungskreise und lebte ab 1941 in Berlin. Al-Husseini war Mitglied der SS und betrieb Propaganda für Deutschland in arabischer Sprache.”
Auch heute noch gibt es manche hochrangige muslimische Politiker, die es mit Hitler halten. Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas Abdallah Jarbu sagt zum Beispiel folgendes:
„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“
Dann gibt es noch Dr. Sallah Sultan, Präsident des Amerikanischen Zentrums für Islamforschung, der phantasiert:
„Die Juden haben zum Beispiel diesen französischen Doktor Toma getötet, der Juden umsonst behandet hat, um die Lehren des Christentums zu verbreiten. Obwohl er ihr Freund war und sie von ihm profitiert haben, haben sie ihn an einem ihrer Feiertage entführt und geschlachtet, zusammen mit einer Schwester. Sie haben Matzebrot aus ihrem Blut gemacht. Sie machen das jedes Jahr. Die Welt muss davon erfahren!”
Nicht zu vergessen der ehemalige libanesische Minister, Wiam Wahhab, der zur WM 2010 scherzte:
„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben. Hahahahaha!“
Aber wie gesagt, das Deutschland unter den Nationalsozialisten meine ich nicht. Ich meine das Deutschland von heute. Gehört es zum Islam? Vor ein paar Wochen war ich bei der wunderbaren Veranstaltung “Kabarett am Minarett”.
In der Veranstaltung “Kabarett am Minarett” von Christian Bechmann und Escht Kabarett sang mit Jürgen Becker der katholische Diakon Willibert Pauels zusammen mit dem religionsübergreifenden Publikum “Heidewitzka Herr Kapitän”, während vom Minarett der Muezzin rief. Özgür Cebe machte herrlich bissige Stand Up Comedy über religiösen Fundamentalismus und kritisierte dabei deutlich Schwulenhass und Antisemitismus. Meltem Kaptan las eine herrlich komische deutsche Übersetzung eines türkischen Märchens über die Ziegen Fathma und Aische und bei allem Frohsinn wurde dennoch auch auf die aktuellen Ereignisse in Frankreich hingewiesen und der Opfer des feigen terroristischen Attentats in Toulouse gedacht.
Die ganze Moschee atmete an diesem Abend den Geist der Freiheit. Selten habe ich so stark gespürt, wie froh ich bin, in dieser vielfältigen Gesellschaft zu leben. Ich habe gelacht und geweint. Geweint auch, weil an diesem Abend klar wurde, was es mit der Integration auf sich hat: Es geht und vor allem, es ist eigentlich ganz leicht!
Wie sagte es Willibert Pauels an diesem Abend:
“Vor nichts haben die Fundamentalisten der Welt mehr Angst, als vor dem Lachen! Wer lacht, hat keine Angst und wer keine Angst hat, bleibt offen!”
Es war ein symbolischer Akt, den die Moschee in Duisburg mit dieser Veranstaltung wagte. Christen, Muslime, Agnostiker und Atheisten standen gemeinsam auf der Bühne in der Moschee, lachten und sangen gemeinsam und auf einmal wurde deutlich, was “symbolistisch” bedeutet. Das Wort “Symbol” kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt: “Etwas Zusammengefügtes”.
Ja, an diesem Abend waren alle Menschen in der Moschee zusammengefügt, trotz aller Unterschiedlichkeiten. Es war ein Gefühl in dem Raum, wie man es leider viel zu selten erlebt: Es geht und vor allem, es ist eigentlich ganz leicht!
Stehende Ovationen am Ende der Veranstaltung machten klar, wonach sich jeder in der Moschee sehnte: Gelassenheit!
Die Moscheengemeinde bewies Gelassenheit und lachte mit, als Özgür Cebe die Lieder“Santa Scharia” und “Unter der Burka” sang und Willibert Pauels sagte: “Tja, Jesus war eher ein Fresser und Säufer; schon mal Scheiße für den Islam.” Aber auch der zeitlose Klassiker “Ich bin so froh, dass ich nicht evangelisch bin” wurde angestimmt und die katholische Kirche bekam ihr Fett weg, weil vor ein paar Tagen in Königswinter ein katholischer Kindergarten sind nicht entblödet hatte, einer Erzieherin zu kündigen, weil sie Ehebruch begangen hatte.
Selten habe ich die Werte unserer aufgeklärten Verfassung so lebendig gesehen wie in der Moschee in Duisburg!
Es geht und vor allem, es ist eigentlich ganz leicht!
Zu diesem Islam gehört Deutschland ganz ohne Zweifel. Deutschland gehört aber auch zu dem Islam, das wie selbstverständlich Moscheen und Begegnungsstätten in Deutschland baut, arabische Küche kocht und muslimische Kultur lebt und somit für eine tolerante und offene Bürgergesellschaft sorgt. Henryk M. Broder hat mal folgendes gesagt:
“Die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört oder ob es nur die Muslime sind, die in Deutschland leben, kann man zwar stellen, aber nicht beantworten. Auch die Sprecher der islamischen Verbände bestehen im Allgemeinen darauf, dass es “den Islam” nicht gibt, dass es sich um eine vielfältige Kultur/Zivilisation/Religion handelt, in der viele Strömungen nebeneinander existieren, dass es nicht nur die Sunniten und die Schiiten gibt, sondern auch zahllose andere Untergruppen, wobei auch die Muslime untereinander nicht einig sind, ob zum Beispiel die Alewiten und die Jesiden Muslime sind oder Häretiker, die vom wahren Glauben abgefallen sind.
Welcher Islam soll nun zu Deutschland gehören? Der rabiate Islam der Wahabiten, die Dieben die Hände abhacken und Ehebrecherinnen steinigen, oder der vergleichsweise aufgeklärte Islam, wie er in Marokko praktiziert wird, wo inzwischen Frauen das Recht haben, sich scheiden zu lassen? (…) Und sobald es muslimische Komiker und Komikerinnen gibt, die mit ihrer Religion so umgehen wie Monty Python mit dem Christentum und Mel Brooks mit dem Judentum, wenn Muslime die Freiheit des Individuums mehr schätzen werden als die Ehre eines Kollektivs, wenn Salman Rushdie nicht mit dem Tod bedroht, sondern zu Vorträgen an arabischen Universitäten eingeladen wird, dann wird der Islam zu Deutschland und zu Europa gehören. Wie das Christentum und das Judentum, die Vegetarier und die Fleischesser, die Atheisten und die Agnostiker, wie Angela Merkel und Dolly Buster.”
Was also immer der Islam sein mag und was auch immer unter Deutschland fällt, eines ist klar: Deutschland gehört zum Islam wie der Islam zu Deutschland gehört. Sie gehören allerdings genauso zusammen, wie der Rechtsradikalismus leider immer noch zu Deutschland gehört und wie der Fatwa-Terrorismus leider immer noch zum Islam gehört. Das heißt nicht, dass jeder Deutscher ein Nazi und jeder Muslim ein Salafist ist, aber es bedeutet schon, dass alle Deutsche und alle Muslime, die sich auf die positiven Seiten ihrer Nationalität oder Religionszugehörigkeit etwas einbilden, nicht zu den schlechten Seiten ihrer Gruppe schweigen können. In Deutschland gibt es nun mal Rechtsradikalismus und in nicht wenigen islamischen Staaten herrscht der blanke Terror und die Verfolgung Andersdenkender, was man allein schon daran sehen kann, dass fast alle Länder, die Homosexualität mit dem Tode bestrafen, islamistische Regime sind.
Mir ist schon klar, dass sich bei dieser Moral alle muslimischen Deutschen einer ungerechten Doppelbelastung ausgesetzt sehen, weil sie sowohl den Holocaust als auch 9/11 als historische Verantwortung am Arsch kleben haben, das fördert schon Frustration, aber umso mehr bewundere ich jeden Deutschen, der regelmäßig zu Allah betet und dabei dennoch nicht den Humor verliert. Am Ende ist alles eh nur eine Frage des Glaubens. Die Deutungshoheit über den Islam hat, wie bei jeder anderen Religion auch, niemand, und wenn der Papst das tausendmal glaubt. Zu welcher Religion ein Mensch gehört entscheidet ausschließlich der Gläubige selbst. Oder wie sagte Özgür Cebe einst in einem wunderbaren Streitgespräch, an dem auch ich beteiligt sein durfte: “Ferner beteiligen sich hier keine Muslime an dem Gespräch, außer mir und ich bin noch nicht mal einer.”
Danke Özgür. Besser kann man es nicht ausdrücken!


Wenn all die PolitikerInnen, die aus einem islamischen geprägten Land kommen, “muslimische PolitikerInnen” sind, sind dann auch alle PolitikerInnen aus Europa, USA etc. christliche PolitikerInnen?
Ist Joachim Gauck ein christlicher Politiker?
Ist Peer Steinbrück ein christlicher Politiker?
War Adolf Hitler ein christlicher Politiker?
Nein, aber der Iran ist ein selbsternannter Islamischer Staat. Weder Hitler, noch Gauck haben vom Christlichen Staat Deutschland gesprochen. So war jedenfalls nicht die öffentliche Bezeichnung des Landes.
Gauck schon.
In mehrheitlich christlichen Staaten hat wegen des noch andauernden Prozesses der Aufklärung jeder Politiker eine säkulare Seite, selbst wenn er explizit christlich auftritt (selbst Adenauer war so gestrickt). Gauck wählt zwar gern Pfarrerworte (auf frz. des mots de curé, der Ausdruck hat einen besonderen hautgôut), aber das calvinistische Rechts-Regime aus dem damaligen Genf (protestantische Prägung) oder ein päpstlicher Absolutismus liegen ihm denkbar ferne.
So bald einer sich jedoch als islamischer Politiker sieht, existiert kein Säkularismus mehr. Erdogan, Erbakan, Nasser, Mubarak, Ghadafi, Abbas… kein kleines Eckchen Liberalismus, kein Pluralismus, nichts, was “eigentlich ganz leicht geht” – nix. Nicht mal Humor.
In Tunesien passiert es gerade beispielhaft. Gefeiert von aller Welt für ihr sehr säkulares herangehen, gerade in Relation zu den Nachbarn, und dann liest und sieht man immer wieder Machtdemonstrationen der Radikalen, oftmals Salafisten, wie die Erstürmung einer Uni und das dortige Hissen der schwarzen Fahne, ohne das die Polizei nennenswerte Massnahmen zum Schutz der Studenten oder der Grundordnung ergriffe.
Und die Aktionen gegen Journalisten die “den Islam beleidigen” in der Türkei, Tunesien, Libyen und Marrokko (gemeint sind die Verhaftungen und z.T. Verurteilungen wegen der etwas freizügigeren Bilder eines in Europa spielenden muslimischen Fußballers nebst Freundin / Frau sowie Karrikaturen und Satire die meist nichtmal Mohammed oder sonstwas zeigten) spucken der säkularen Seite ebenfalls ins Auge.
Der Aufruf der Regierung in Ägypten beim Maspero-Massaker wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Dieses “alle aufrechten Muslime” hat bei mir sofort Alarmglocken läuten lassen. Nach Berichten der Kopten ist es im ländlichen Ägypten noch weit schlimmer. Dort kommen ungehindert Bussladungen Radikaler zum fröhlichen Kirchensturm zusammen und die Armee kuckt zu.
Die Vorzeigestaaten Indonesien und Malaysia – Lady Gaga, Madonna und die Gruppen von Punkern könnten ein Lied davon singen, wenn es ihnen nicht verboten wäre.
Und dann wird geschimpft, wenn man allein diese Ausschnitte aus den moderaten Staaten bedrohlich findet…
Ok, beim Uran trifft das sicherlich zu, denn er nennt sich selbst islamischer Staat. Und wie ist das mit dem Libanon und diesem Wadim Wahhab? Und dieser Dr. Sultan Sallah, Präsident des Amerikanischen Zentrums für Islamforschung? Sind die auch beide Politiker, die einer islamischen Partei gehören? Sorry, ich bin da wirklich nicht so auf dem Laufenden….
Zu letzterem der beiden kann ich nichts sagen. Wiam Wahhab aber stellt sich ganz klar an die Seite der Hisbollah, unterstreicht deren islamische “Legitimation” und ist sich nicht zu schade auch mal den Koran bei Reden vorzukramen und zu zitieren.
Anderes Beispiel sind die “Islamdemokraten”, die bspw. unter ihrem Vorsitzenden Hasan Kücük in Den Haag ein Gesetz einbrachten, dass Hundehaltung verbietet, ganz gemäß einiger Haddith in denen Mohammed erklärt wie unrein Hunde seien, das sie Gebete durch ihre Anwesenheit nichtig machen können und wie er selbst deren Abschlachtung befahl. Und das es bei dem Gesetz um die religiösen Gefühle ginge betonte der gute Mann auch. Wie religiös solls noch sein, um als “islamischer” Politiker zu gelten?
Das Gesetz wurde (noch) abgelehnt.
Achso, in der offiziellen Begründung bei Vorstellung des Antrages hieß es allerdings: ein Hund gehört in die Natur, es sei Tiermißhandlung einen Hund in einer Wohnung zu halten.
http://www.telegraaf.nl/binnenland/11393073/___Verbied_honden___.html
Muhaha, “Honden horen in de natuur”. Die Pudel und Zwergschnauzer im Wald werden glattweg den Wildschweinjäger ersetzen, die Dackel ab in die Tulpenfelder (die schlägeln sich da schon durch), und ab ins Wattenmeer kommen die Seehunde.
Es gibt auch einen Haddith, der besagt, dass die Anwesenheit einer Frau ein Gebet ebenfalls ungültig mache. Ich habe gelesen in dem Buche: “Liebe auf Arabisch”, dass saudische Frauen sich aus diesem Grund schnell in die Geschäfte flüchten und sich einschließen lassen, wenn der Gebetsruf erschallt, damit das Auge eines zur Moschee eilenden saudischen Wahabiten nicht durch den Anblick einer tiefverschleierten Frau verunreinigt werde. Und die saudischen Frauen machen mit! Ich empfinde ein solches Ausmaß an Geschlechtertrennung als tiefgehende Beleidigung für die Frau! Soll ein solcher “Islam” auch zu Deutschland gehören? Die wahabitisch-salafistische Version, die in der Frau die unreine Verführerin sieht und den Mann zu einem triebhaften Tier herabwürdigt, der sich nicht im Griff habe? Und die Leute glauben das selbst. Diese Art Islam ist eindeutig menschen- und frauenverachtend und diskriminierend, genauso wie die Polygamie. Dadurch soll der Frau gezeigt werden, wie austauschbar und gering sie sei. Auch die Paradieses-Mythen sind für Frauen demütigend. Erstens soll ja die Mehrzahl der Höllenbewohner aus Frauen bestehen. Zweitens käme sie als Ehefrau nur ins Paradies, wenn sie ihrem Mann in allem gefallen und gehorcht hätte. Als ob Gott seine Entscheidungen von der subjektiven Meinung eines Mannes abhängig mache. Falls sie es aber geschafft hat, ins muslimische Paradies zu kommen, dann darf sie da zuschauen, wie ihr trotz allem geliebter Gatte sich mit 72 jüngeren und schöneren Huris amüsiert. Traut sich denn Niemand sagen, dass solche demütigenden Aussagen nicht von Gott kommen können? So schön kann es im Paradies gar nicht sein, wie hier unten auf der guten alten Mutter Erde. Und dann auch noch diese Ganzkörperschleiertracht, die nicht einmal das Gesicht freilässt. Dadurch wird die Frau in der Öffentlichkeit ihrer Menschlichkeit und ihrer Persönlichkeit beraubt! Sie ist quasi in der Öffentlichkeit nicht vorhanden. Dieses Kleidungsstück drückt ihre unmündige Stellung aus, denn sie ist nicht rechtsfähig, braucht für alles einen Vormund, ist nicht verhandlungsfähig. Und dann behaupten die Saudis auch nocht, sie ehrten ihre Frauen. Sie tun es nicht. Sie hassen sie. Ein goldener Käfig, eine lebenslanges Gefängnis. Sperrt man jemanden, den man ehrt, lebenslang in ein Gefängnis aus Mauern und Schleiern? Demütigt man jemanden, den man ehrt? Selbst die Sklaven der Antike durften ihr menschliches Antlitz zeigen, durften den Wind in den Haaren und das Mondlicht auf der Haut spüren – doch selbst das ist der Salafistin/Wahabitin verwehrt! Sie ist Besitz, Sklavin, zeit ihres Lebens. Soll dieser Islam zu Deutschland gehören, Herr Wulff? Herr Buurmann? Wenn ich mir anschaue, wie der Islam bei uns mit Samthandschuhen angefasst wird, damit man nur ja niemanden verärgere, aber der Katholizismus auf wüstestes Art und Weise beschimpft werden darf, dann wird mir klar, dass etwas nicht stimmt.
Öhm, Sie wissen schon, dass bspw. im Iran die “Mullahs” eine politische Macht sind? Und was ist ein Mullah?
Erdogan betont seine Religion und Religiösität, spricht von Sendung und erläßt religiöse Gesetze, fördert den Islam (und nur diesen).
Die größte Partei im neuen ägyptischen Senat ist die der Muslimbrüder. Da bewegt sich ohne Beratung durch Geistliche, Blicke in den Koran und auf die Scharia wenig.
Die zweitstärkste Fraktion will laut ihren Statuen einen “Gottesstaat”, die Muslimbrüder immerhin einen, der dem Islam gerecht wird.
Die Beispiele und Erklärungen ließen sich lang verbreiten. Wenn die Partei “Bibeltreuer Christen” ins Parlament einzug hielte bin ich mir sicher, würden wir auch deren Religion beim benennen betonen.
Nun ja, die CDU und insbesondere CSU sind ja auch Parteien, die sich christlich nennen. Dennoch würde ich die meisten von denen nicht als christiliche Politiker bezeichnen. Mit Christentum haben die meines Erachtens nur wenig zu tun…
Wer Christ ist, entscheidet der Christ.
Die alte CDU und CSU hat in der Tat vieles in die Gesetze eingebracht, das aus dem christlichen kam. Die Rechte der Frau in der Ehe standen in der Tradition christlicher Kirche und Kultur, ebenso Themen wie Homosexualität und Abtreibung. Erst über die Jahre wurden diese Gesetze von Politikern geändert, die sich zwar z.T. zum Christentum bekennen, die aber durchauch für eine Trennung von Religion und Staat eintraten, ein Grundprinzip das ja eigentlich vom Christentum auch mal angestrebt worden war.
Insofern ist eben der Vergleich nicht nur ein Hinkender sondern ein Rollender.
In meinen Augen gibt es in den meisten Religionen eben nichts vergleichbares zur Scharia oder dem Kalifat.
Ok, danke für die Informationen! Da sich die CDU und CSU selbst als christliche Parteien bezeichnen, könnte man deren Politiker definitiv als “christliche” Politiker bezeichnen.
Ich finde es allerdings immer ein wenig schwierig, dies alleine vom Namen der Parteien oder deren angeblichen Inhalten abzuleiten. Nach diesem Maßstab wäre Adolf Hitler beisßielsweise ein sozialistischer Politiker, weil im Namen der NSDAP das Wort Sozialismus vorkommt, obwohl die Partei letztlich keine sozialistischen Elemente aufwies. Man müsste die DDR als demokratischen Staat bezeichnen, weil im Namen “DEUTSCHE DEMOKRATISCHE REPUBLIK” das WOrt Demokratie enthalten ist, obwohl die DDR letztlich keine demokratischen Züge aufwies
quisa
also was die sozialistischen Elemente in der NSDAP aufwies oder die sozialistisch-typischen Errungenschaften im 3. Reich, da ist Götz Aly aber ganz anderer Ansicht.
(Götz Aly ist als Historiker nicht meine Kragenweite, ich weiß also nicht, wie begründet seine Argumente sind, aber machen tut er sie in die Richtung. Jedenfalls scheint er mit derartigen Argumenten alle möglichen Leute zum Aufjaulen zu bringen.)
Der Name der CDU / CSU stammt aus Gründungszeiten der BRD, und wie ich ausführte kann man die Partei dieses Zeitpunktes durchaus auch als christlich motiviert bezeichnen. Ihre Arbeit, ihr Selbstverständnis, selbst Kleinigkeiten weisen immer wieder christliche Traditionen, Momente, Verhaltensweisen auf. Allein gemessen an der Zahl, wie viele bei ihrer Vereidigung “so wahr mir Gott helfe” anhingen, während dies heute, zumindest mir, immer mehr betont erscheint, wenn es denn mal gesagt wird.
Die heutige CDU hingegen äußert sich gelegentlich selbst dahingehend, dass sie eben nicht mehr jene konservativ, christliche Partei ist, als die sie sich gründete und den Namen gab. Mittlerweile gibt es auch muslimische Arbeitskreise bei der CDU, ein Treffen der führenden Muslime der CDU wurde dereinst von der Presse kritisch beobachtet.
http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article7230236/Unter-Woelfen.html
Die Zahl der CDUler, die sich nicht nur per Lippenbekenntnis zum christlichen Glauben bekennen ist überschaubar geworden. Menschen wie Lammert & Bosbach sind selten geworden, die sich nicht nur zu Staatsakten in Kirchen sehen lassen und die sich mit dem Thema Glauben privat wie öffentlich auseinandersetzen (so war Lammert bspw. treibende Kraft hinter dem Papstbesuch und einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Katholischen auf dem jüngsten Katholikentag).
Kurzum, Ihre Analyse bzw. der damit einhergehende Vergleich trifft nur auf die heutige, 67 Jahre alte Partei zu, die sich zumindest noch in einigen wenigen Punkten pro Forma für das “christliche” einsetzt.
Die 2009 erfolgte Gründung des “Arbeitskreises engagierter Katholiken in CDU und CSU” wird von einigen Beobachtern auch als Protest gegen die eingeschlagene Richtung der Partei gewertet.
Auf die Partei, die sich den Namen gab aber trifft Ihre Analyse und Ihr Vergleich nicht zu. Das waren “christliche Politiker”. Die Betonung ihres Glaubens, die Zuordnung der Kofnession und die Einhaltung bestimmter religiöser Gebote und Vorgaben war ihnen wichtig. Wie wichtig das war merkt man bspw. wenn heute in Zetungen noch groß berichtet wird, wie nunmehr die Protestanten die Mehrheit wichtiger Posten eingenommen haben, obwohl die CDU mehrheitlich katholisch, in der Gründung auf die katholische Zentrumspartei und bislang zumeist katholisch oder gemischt geführt wurde.
@ “Mir ist schon klar, dass sich bei dieser Moral alle muslimischen Deutschen einer ungerechten Doppelbelastung ausgesetzt sehen, weil sie sowohl den Holocaust als auch 9/11 als historische Verantwortung am Arsch kleben haben,”
Was die Doppel- oder Mehrfachbelstung angeht, kann ich mich als “gläubige bibeltreue Christin” auch nicht beklagen, was übrigens auf nette Weise angedeutet wird in dem Satz : “Wenn die Partei “Bibeltreuer Christen” ins Parlament einzug hielte bin ich mir sicher, würden wir auch deren Religion beim benennen betonen.” (Kommentar K.Voss, 3. Juni 2.00 vormittags) und darüberhinaus mit dem steten Verweis der Verbrechen der Kirchen vom frühesten Auftreten an, über das grausame Mittelalter hin bis zur Gegenwart immer wieder ins Bewusstsein getrommelt wird – mir und allen, die es wagen, sich öffentlich bei einer Verantaltung in einer vorwiegend nichtchristlichen Gesellschaft als Christ zu outen
.
Ich käme niemals auf die Idee, die “Bebeltreuen Christen” zu wählen, es sei denn, Wahlwerbung und Progaramme der übrigen als wählbar erachteten Parteien tendieren weiter gegen Schwachsinn, wie er bei den Bibeltreuen auch nicht schlimmer sein könnte
Es ist aber schon bezeichnend, dass die Meinungsmacher die Verbrechen, die im Namen der Kirche vor Urzeiten begangen wurden und die kirchliche Mitarbeiter heutzutage verüben “DEN” Christen ganz allgemein anlasten, aber sich in Bezug auf den Islam die Lesart zueigen machen, “DEN” Islam gebe es ja gar nicht und die – ausdrücklich in seinem Namen verübten – Verbrechen seien verirrten Individuen anzulasten und hätten mit “dem Islam” nicht das Geringste zu tun.
Selbst bei Anders Breivik war man schnell bereit, seinen Taten einen “christlichen” Hintergrund zuzuordnen, was absolut absurd ist…. genauso absurd, wie H.M. Broder als geistigen Brandstifter für Breivik in die Verantwortung nehmen zu wollen, was ja auc einige Medienmenschen anklingen ließen!!!!
Nein, es ist eben nicht ganz leicht in unserer Gesellschaft den Prozess des Wandels mit zu tragen oder mit zu gestalten, aber wir müssen es immer wieder neu versuchen, jeden Tag.
“Was die Doppel- oder Mehrfachbelstung angeht, kann ich mich als “gläubige bibeltreue Christin” auch nicht beklagen, was übrigens auf nette Weise angedeutet wird in dem Satz : “Wenn die Partei “Bibeltreuer Christen” ins Parlament einzug hielte bin ich mir sicher, würden wir auch deren Religion beim benennen betonen.” (Kommentar K.Voss, 3. Juni 2.00 vormittags)”
Nur um Mißverständnisse zu vermeiden: mein Satz sollte darauf verweisen, dass es eben Politiker gibt, die sich unter die Fahne ihrer Religion stellen und deren Parteien in den Programmen vor allem auf die Umsetzung der Religionsvorgaben konzentrieren. Da war die Partei “Bibeltreuer Christen” ein passendes Beispiel.
Als selbst gläubiger Katholik kann ich und habe ich Ihrem Beitrag schon vielfach zugestimmt / vorweggenommen.
Upps, ein netter Verschreiber:
“Bebeltreue Christen” – habs gerade erst gemerkt! Was für eine hübsche Kombination, nicht wahr?
Diese Kombi aus Christin und Sozialdemokratin war mir jahrelang sehr wichtig, das Christsein ist mir immer noch wichtig, die alte Tante SPD ist mir zum Kummerberg geworden!
August Bebel: http://de.wikipedia.org/wiki/August_Bebel
Hält hier wer die Partei bibeltreuer Christen demokratiegefährdend? Wohl kaum.
Wie wäre es bei einer “Partei korantreuer Muslime”?
nu es gibt, so weit mir bekannt ist, auch in Deutschland christliche Gemeinschaften, die mir nur so lange gleichgültig sind, wie sie keinen größeren Zulauf haben.
Sollten die mal mit Deus vult oder so etwas die Plätze füllen können, würde mir ebenso mulmig wie von dem Allahu Akbar Gelärme.
http://de.wikipedia.org/wiki/Partei_Bibeltreuer_Christen
haben unter 2800 Mitglieder…wieviel Salafisten gibt es nochmal in Deutschland?
wieviele Allahu Akbar Brüller bevölkerten die Straßen Dortmunds? als dort zum großen Anti-Flotilla-Bohai aufgerufen worden war?
Und wie geht der Spruch? terrorisiere einen, diszipliniere viele
und diese ganze Fatwaisierei ist doch auf ihre Art auch recht erfolgreich?
Alles sehr sehr öffentlich in der erklärten Absicht sich “Respekt” zu verschaffen.
Nichts aber auch nichts im Entferntesten Vergleichbares im öffentlichen Raum von irgendwelchen Christen hierzulande
Fredrick Forsyth hat in der Schakal mal sehr schön ein Szenario ausgemalt, wie ein Einzelner ein ganzes Land in Angst und Schrecken würde versetzen können.
Es ist nicht die Zahl, es ist die öffentliche Duldung und Unterstützung.
Wie war das noch, als es in Rostock gegen das Ausländerwohnheim ging? Wieviele waren gewalt- und oder mordgeile Randalierer und wieviele waren stumme oder nicht so stumme Dulder?
und was hat mir dieses Mal die Moderation eingebracht?
Allahu Akbar vielleicht? Manchmal denke ich schon Gerd’s Zensor ist ein Roving Censor, der ohne feste Kriterien operiert.
Bei manchen Wortkombinationen schlägt der Zensor zu (mit verbundenen Augen). Ein paar kenn ich – trau mich nur nicht zum Zitieren
- Ja, die verschiedenen Christen haben die frühere Militanz und diese unselige Vermischung von Religion und Politik glücklicherweise ad acta gelegt. Wenngleich in manchen Pflegeberufen nach wie vor nur entsprechend Konfessionalisierte eine Chance bekommen, und wenngleich etwa in Polen der katholische Radiosender Radio Marija nach wie vor furchtbar gegen abwesende Juden hetzt (obgleich Broder neuerdings sagt, dass die Polen große Fortschritte gemacht haben), und wenngleich der Papst einen Ausgleich ausgerechnet mit der Piusbruderschaft sucht. Und wenngleich ein mexikanischer Bischof neulich öffentlich von einer jüdischen Verschwörung gegen die Kirche brandredete.
All das geschieht hoffentlich nur selten und nur mal so an der Peripherie…
andererseits – es gibt doch bestimmt Weltgegenden, wo es für Christen überlebensnotwendig ist, sich an ihre Wehrhaftigkeit zu erinnern. Wenn nicht die Christen selbst, wer dann? Man muß vermutlich an was glauben (und Zugriff auf Waffen haben), um sich unbeugbar verhalten zu können.
Ich glaube nicht, daß der Geist tot ist und vermute, daß er auch noch gebraucht wird. Ich würde mir nur wünschen, daß in ihm nicht immer noch die Phantasien rund um Juden so kurz unter der Oberfläche rumoren würden.
Pax Christi hat bei den bibeltreuen Christen nichts zu suchen.
Die sind ein bisschen anders drauf.
http://www.pbc.de/index.php?id=874&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1754&cHash=865cab2026
Ich möchte mich da Silke anschließen. Zwar bedauere ich sehr oft, wie Christen und ihr Glaube in diesem Land heute behandelt werden und der Staat auch noch abnickt, aber wenn ich lese, dass eine “christliche” Gruppierung “Pax Christi” zu einem Boykott aufruft, und zwar nicht an Staaten, die Andersgläubige (oder gar speziell Christen) verfolgen sondern an einem, der permanent von den angeblich Unterdrückten mit Terror überzogen wird, dann bin auch ich mißtrauisch, wie ein derart gestalteter Staat aussehen würde.
Lieber Voss,
heute bin ich froh, daß die Gerichtsbarkeit nicht der Staat bis jetzt noch praktisch jedes Über-Christen-Hergeziehe, egal in welche Form, ob als Kunst oder als Gegröle, im Namen der Meinungsfreiheit zugelassen hat. Wäre dem nicht so, könnten heute vermutlich Muslime, die meinen Mohammed-Verulke verletze die Würde des Menschen LAUT GRUNDGESETZ wohlgemerkt, nicht nach den Regeln eines gesitteten Umgangs miteinander, dann könnten diese unsere Rechtsnormen mal so eben aus der lameng neu definierenden Muslime erheblich fröhlicher in bezug auf ihre Möglichkeiten sein, uns aufzudrücken, was ihnen so gefällt.
OT
hier ist ein Grund, warum Kopftuchtragen vielleicht keine schlechte Idee sein könnte (so ungefähr ab der Mitte)
Daß “deren” Frauen sich nicht schämen, so “unweiblich” rüberzukommen – ts ts ts – ich bin hoch beglückt. Schon rund um 1967 waren wir Mädels begeistert davon, was alldorten die Mädels alles durften.
Fett. Absolut fett
, mit der würd ich vor lauter Respekt nichtmal üben wollen.
Du hast sicherlich recht, was die Einordnung angeht. Wenn allerdings jemand in Deutschland verknackt wird, wenn er Mohammed als Pädophilen bezeichnet (was, ich glaube mich zu erinnern, bereits passierte), aber die Gerichte es als legal ansehen, die katholische Kirche als Kinderfickersekte zu bezeichnen, dann ist eben das Prinzip, welches du beschreibst, bereits durchbrochen.
Oder das die AntiFa vom Staatsanwalt akzeptiert Brandanschläge auf Kirchen fordert (die es nebenbei in Deutschland ziemlich oft gibt), während solche Worte im Kontext mit Moscheen sofort Proteste nach sich ziehen.
Das gilt auch für das Judentum, auch wenn viele Deutsche das anders empfinden. Aber seit Jahren diese Hasswand in Köln. Weit harmlosere Abbildungen sorgen mittlerweile regelmäßig für Einschreiten der Staatsmacht, Aufregung und Aufruhr, und ich meine nicht nur die Moh. Karrikaturen.
Wir bekamen seinerzeit ein Paar als Ausbilder im Nahkampf, die als Zivilisten engagiert waren. Er ein durchtrainierter Sportler, etwa meine Größe, sie eine wirklich süße, kleine Blondine, viel Figur und große Augen.
Er brachte uns bei, wie man sich aus Griffen befreit, wie man schnell schaltet, sie brachte uns bei, dass im Nahkampf Zögern und Anstand, beigebrachte Zurückhaltung nicht hingehören. Sie war dabei nicht zimperlich. Keiner, der Jungs der mit ihr übte kam ohne blaue Flecken davon, ich bekam einen auf die Nieren dass ich ein paar Tage lang…. nunja. Und sie war ehrlich. Nach einer Woche gab es mit ihr keinen Nahkampf mehr, da hatten wir alle die ersten Griffe und Schläge drauf und nicht einer von uns hat sich bei ihr mehr zurück gehalten, jeder nahm sie als Gegner ernst.
Andererseits ist es auch wieder die Frage was die Polizei bei diesem Turko-Islam zu suchen hat:
http://www.pi-news.net/2012/06/braunschweig-polizeistand-bei-milli-gorus-fest/
Pi-news braucht keiner.
Henryk Marcin B., bist Du es?