Neujahr abschaffen!

An Weihnachten wurde Jesus geboren, Karfreitag starb er und an Ostern ist er auferstanden. Aber was geschah mit Jesus an Neujahr? Was kann neben der Geburt und der Auferstehung Jesu so wichtiges geschehen sein, dass mit diesem Ereignis das neue Jahr begonnen wird? Ganz einfach: Christen wünschen sich ein Frohes Neues Jahr mit dem Eintritt Jesu in den Bund Abrahams. An Neujahr feiern Christen die Brit Mila von Jesus, also nichts anderes als die Beschneidung des Herrn, auch wenn seit dem 2. Vatikanischen Konzil der Grund für diesen Feiertag im Katholizismus kollektiv verschwiegen wird.


Guido Reni: Die Beschneidung des Jesuskindes (um 1635–1640)


Friedrich Herlin: Beschneidung Jesu (1488)

Da das Landgericht Köln nun die religiös motivierte Beschneidung von Jungen verboten hat, wäre es da nicht klug, Neujahr einfach abzuschaffen? Oder Deutschland erklärt Neujahr zu einem stillen Feiertag wie Karfreitag. An Karfreitag wurde Jesus gekreuzigt und an Neujahr beschnitten. Gekreuzigt wurde Jesus übrigens allen Gerüchten zum Trotz von den Römern, aber die Beschneidung von Jesus, das waren wirklich Juden! Das schreit doch nach einem stillen Feiertag, oder? Tanz- und Musikverbot ist also das mindeste, was für Neujahr zu fordern ist und zwar um Punkt Mitternacht! Und Neujahrsfürbitten dürfen wie die Karfreitagsfürbitten für Juden auch nicht fehlen, damit es irgendwann nur noch “perfektionierte Juden” gibt.

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46 Antworten zu Neujahr abschaffen!

  1. Hessenhenker schreibt:

    Noch nie habe ich an irgendeinen Jesus gedacht, wenn ich anderen Menschen freundlich ein gutes neues Jahr gewünscht habe.
    Dabei denke ich an die, denen ich was Gutes wünsche.
    Solche Äußerungen wie im Artikel sind einfach unglaublich, sind wir im finstersten Mittelalter oder ist soeben die erste Frau im Weltraum eingetroffen?
    Ach, keine Christin, verstehe, also für den Westen völlig belanglos.

      • Hessenhenker schreibt:

        Ich weiß ja wie es gemeint ist, aber diese Weltsicht wirkt auf Dauer autistisch.
        In China oder Japan zum Beispiel interessiert das alles kein Schwein.
        Gefährlich wird es aber in kleineren Ländern im Osten, wo autistische deutsche Botschafter belehrend wie die Kolonialgouverneure auftreten und “unseren” Scheiss dort auch noch zur Norm machen wollen.
        Vielleicht ist ja bald endlich Ruhe, wenn die versprochene “Entrückung” endlich eintritt.
        Wohlgemerkt, ich werde gefälligst nicht mit entrückt.

  2. Isabel schreibt:

    Der Geburtstag Jesu ist so lange vorverlegt worden, bis er auf den Beginn der wichtigsten Feier des Vorchristlichen Glaubens fiel, den Beginn der Zwölften….
    Auch Feiertage zu Ehren der kath. Heiligen decken sich auffällig mit den Feiern zu den Vorchristlichen “Göttern”: Minerva war z.B. für die Arbeit zuständig, jetzt ist es der Tag für Josef, der auch für Arbeit zuständig ist.
    Liste ist beliebig fort zuführen.
    Da fragt sich eh, wieviel Politik in der Religion ist….
    Und was tatsächlich Glaube ist.

  3. anti3anti schreibt:

    Wird in Köln das Feiern der Circumcisio Domini bestraft? Beihilfe zu einer gerichtlich verbotenen Tat?

  4. K.Voss schreibt:

    Zu spät Herr Buurmann, und hier gilt das gleiche wie bei Augstein: erst informieren, dann äußern.
    Das christliche Fest zur Beschneidung des Herrn, in circumcisione domini, wurde mit dem zweiten vatikanischen Konzil bereits offiziell abgeschafft. Sie sind also 50 Jahre zu spät dran mit dieser Polemik. Zumindest was die Katholiken angeht. Kopten und Orthodoxe beschneiden auch heute noch häufig ihre Kinder, Evangelen und Protestanten feiern vereinzelt das Fest noch.
    Gerade bei den Kopten etwa beginnt das neue Jahr jedoch deutlich später.
    Deutschland und Europa sind nunmal nicht das Zentrum der Welt, die Bandbreite des Christentums ziemlich groß.
    Und so ist es auch mit unserem Brauch, am 1. zu Feiern. Da ist diese Darstellung und Reaktion wieder mal zu einseitig.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Neujahrsfest#Westlich-christliche_Kultur

    • Silke schreibt:

      Voss, und was ist mit den Reliquien – Vorhäute sollen recht verbreitet sein, alle archiviert?

      • SilverSurfer schreibt:

        Wenn ich mich nicht irre, dann glaube ich bei Deschner gelesen zu haben, dass zeitweise 14 Jesu-Vorhäute gleichzeitig im Umlauf waren. Da bekommt man Vorhaut-Paranoia.

      • Aristobulus schreibt:

        In Berditschew macht ein Geschäft auf.
        Kommt einer rein. “Schojlem!, ich bin der Schaufensterdekorateur, hab gelernt in Paris!, was soll arajn in Euer schejnes Schaufenster?, …”
        Der Ladeninhaber, aufgebracht: “Raus!, bin ich doch der Mohejl (Beschneider)!”

        • anti3anti schreibt:

          Da nun jeder die Terminologie kennt, ist folgender Witz angebracht:

          Vor langer Zeit, als man noch stolz zugab, Antisemit zu sein, ging der jüdische Vater mit seinem Sohn in Köln spazieren.
          Sie kamen an einem Geschäft vorbei, das nach frischem Brot duftete. Draußen hing eine überdimensionierte Brezel.
          „Tate, Tate, warum hängt hier eine Brezel?“, fragte der Sohn.
          Der Vater: „Das ist eine Bäckerei. Sie backen hier Brot und Brezeln.“
          Sie gingen weiter. Vor einem Schaufenster hing eine Geige.
          „Und warum hängt hier eine Geige?“
          „Das ist ein Musikgeschäft. Hier werden Geigen verkauft.“
          Sie gingen weiter. Vor einem Schaufenster hing eine Uhr.
          „Ich weiß, warum hier eine Uhr hängt.“, sprach das kluge Kind. „Hier arbeitet ein Uhrmacher.“
          „Nein.“, antwortete der Vater. „Hier wohnt ein Mohel.
          „Und warum hängt er eine Uhr auf?“
          „Was soll er sonst aufhängen?“

      • K.Voss schreibt:

        Es gibt sogar eine Legende um die Verspeisung der Vorhaut Jesu, angeblicher Blutungen und und und. Der Reliquienkult wie er im Mittelalter hochkam und sich (m.E. viel zu) lange hielt ist auch heute noch erkennbar, längst aber nicht mehr so ausgeprägt, wie die Worte diverser Bischöfe und Priester zur gerade verangenen Reliquienschau in Trier zeigten.
        Fakt ist letztlich, dass die Feier, die Herr Buurmann hier anmahnt im zweiten vat. Konzil bereits abgeschafft wurde. Somit ist die Behauptung, man feiere Neujahr weil es um die Beschneidung geht nicht nur aus der Sicht der Entstehung wie der Verbreitung des Neujahrfestes falsch sondern auch aus verallgemeinernder Sicht.

        • Silke schreibt:

          Schade!

          Dank Gerd hatte ich mir gerade vorgenommen, Neujahr, das auf meiner Hassliste steht, beim nächsten Mal festlich zu begehen.

          Übrigens, lieber Voss, bist Du nicht ein Verehrer von Necla Kelek? Nu hat sie auch einen an der Schüssel (via Perlentaucher)

          Traumata aber sind nicht bewältigbar, sie werden eingefroren und verdrängt. Was nicht der Arbeit der Erinnerung und damit auch der Veränderung zugeführt werden kann, lebt in einem fort und zwingt zur Wiederholung. Das erklärt vielleicht auch, warum diese Tradition immer weiter fortleben kann.

          http://www.welt.de/debatte/kommentare/article107288230/Die-Beschneidung-ein-unnuetzes-Opfer-fuer-Allah.html

          und Harnasch, von dem ich im Normalfall gar nix halte, schreibt bis auf diesen Ausrutscher was ziemlich Vernünftiges:

          hirnphysiologisch keinerlei Erinnerungen daran haben kann

          http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/unentschiedene_gedanken_zur_beschneidung/

          PS: Stossseufzer – Herr, befreie uns von all diesen Psycho-Wissern!!!

          • K.Voss schreibt:

            Ja, ich verehre die Frau. Und ich sehe in der Argumentation keineswegs völligen Schwachsinn. Immerhin sind es bspw. auch Frauen, die, obwohl sie erlebten wie schlimm ihre Beschneidung war und welche Folgen sie zu erleiden hatten, die ihre Töchter dann ihrerseits wieder zur Beschneidung treiben, zwingen und ihr beiwohnen ohne einzuschreiten.
            Oder kannst Du das anders erklären?

          • Aristobulus schreibt:

            Voss,
            das erklärt sich jedenfalls nicht über das angeblich Zwingende von erlittenen Traumata. Wenn das Trauma das Bewusstsein bestimmte, könnte sich keine betroffene Frau daraus von selbst lösen. Ayaan Hirsi Ali gelang das jedoch.

            Die Welt als solche ist ja manchmal schon ziemlich schrecklich. Sie wäre jedoch die immerwährende Hölle, wenn sich keiner aus einem Trauma befreien dürfte, bloß weil allerlei Psychologen (und nun leider auch Necla Kelek) dekretieren, dass das so zu sein habe.

            Noch ein Gegenbeispiel: Juden. Die hat Kelek vergessen. Bei Überlebenden der Schoah (mit das Schlimmste, das einer erleben kann) gibt es freilich für immer Traumatisierte. Und die vielen Anderen, die das nicht sind, sondern die weitergegangen sind?

            Ferner ist der Passus “lebt in einem fort und zwingt zur Wiederholung” eine äußerst unglückselige Sichtweise, mit der man in Teufels Küche kommt. Ich treffe immer wieder auf Leute, die mir erzählen, dass die Israelis den Palästinensern das antun, was ihren Eltern von den Nazis angetan wurde, und sie haben dafür Verständnis!, weil die Israelis (“Juden” zu sagen trauen sie sich nicht) sich bekanntlich nicht aus ihrem Trauma lösen könnten und jetzt wie Nazis agierten.
            Zum Speien. Nicht?
            Die dämonisieren und entmündigen uns.

            Und Kelek entmündigt in dem Passus die Frauen, die fortan Opfer sein müssen, gezwungen zur Wiederholung.

          • K.Voss schreibt:

            Aristobulus,
            es gibt die Theorie der Vererbung von Traumata, gerade was Holocaustopfer angeht soll die folgende Generation die Traumata ihrer Eltern zumindest z.T. weiter tragen, abgeschwächt, aber vorhanden. Mittlerweile gibt es einige wenige Stimmen, die dies auch auf die dritte Generation ausdehnen.
            Ich bin kein Psychologe, und ein Psychologe spricht nicht für alle. Aber aus meiner Erfahrung mit Frauen die, mitunter als Kind, vergewaltigt wurden, ist genau das, was Kelek schreibt: ein Trauma das sich durch das Leben zieht. Je nach Persönlichkeit stärker, mal schwächer. Die stärkste Form ist wohl die der Persönlichkeitspaltung. Mißbrauchte Kinder die neue Persönlichkeiten bilden, um das Trauma unterdrücken oder beiseite schieben zu können. Frauen die zwar Sex, aber kein Sexualleben haben und nicht mal wissen warum. Frauen, die von Flashbacks beim Sex mit ihrem Mann berichten, aber weder etwas sagen noch unternehmen, damit er nicht darunter leidet.
            Und natürlich gibt es auch die Frauen, die es einfach hinnehmen, still halten und dann abhaken.

            Und natürlich vergewaltigen diese Frauen deshalb nicht. Aber die weitaus meisten melden es nicht, gehen nicht auf die Strassen, fordern keine Maßnahmen, sie leben ihr leben und lassen oft genug die Täter ungeschoren laufen, um ihr Leiden nicht ständig neu zu erleben, manche auch um sich nicht öffentlich gedemütigt zu fühlen etc.
            Das spricht diese Frauen nicht klein, der Gedanke ist ziemlich, nimms mir nicht bös, arrogant. Denn das ist menschlich.
            Warum gibt es keinen Widerstand in Ägypten gegen die dort sehr weit verbreitete Beschneidung von Frauen? Nicht mal einen heimlichen? Warum stehen Frauen mit medizinisch-akademischer Bildung hinter diesem Akt? Einen Zusammenhang mit den eigenen Erfahrungen vom Tisch zu wischen, indem man einen Satz als Pauschalaussage generalisiert oder die Autorin mit Beleidigungen bedenkt oder dem Hinweis auf die angeblichen Kraft jedes Menschen macht es sich furchtbar einfach.
            Die Welt ist nicht einfach, es ist nicht schwarz-weiß. Der Satz “mir hat es nicht geschadet” mit seiner unseeligen Fortsetzung “im Gegenteil” schwirrte noch vor wenigen Jahren durch den Raum, wenn der Gürtel bereit gelegt wurde. Generation für Generation.

          • Silke schreibt:

            Voss

            Es geht nicht um “mir hat es nicht geschadet”, es geht um das Annehmen von sich selbst. Nach Deiner Logik ist auch das Kind, das zu mutig auf dem Mäuerchen balancierte und runterfiel, sich das Kinn aufschürte und von seinen Spielkameraden ausgelacht wurde, weil es weinte, unwiderruflich fürs Leben gezeichnet.

            Es gab einmal die Überzeugung, daß man bei Leuten, die nach einer erlebten Katastrophe unter Schock standen, sofort “intervenieren” müsse. Heute weiß man, daß man damit bei vielen mehr Schaden angerichtet hat, als wenn man sie körperlich gut versorgt (it’s over dear, have a nice cup of tea) in Frieden gelassen hätte. Diese Kampagne, daß nur der narbenfreie Mensch der richtige ist, ist zutiefst bedenklich.

            Und hier ist ein Stückchen Unterstützung für Deine Behauptung, daß Beschneidung lang vor berichtenden Kulturen aufgetaucht ist, ebenfalls ohne Quellen, als sehr pauschale und vermutlich unbeweisbare Behauptung. Der Autor postet übrigens auf dem gleichen Blog wie Alan Posener. Da ich oft gewissenhaften Historiker beim Argumentieren zuhöre, sträuben sich mir bei solchen Aussagen die Haare. Alles in allem, diese “auch Du armes Hascherl” Mode muß aufhören.

            http://starke-meinungen.de/blog/2012/07/01/beschneidungen-sind-kriminell/

            Es handelt sich archetypisch um eine rituelle Kastration, die kulturhistorisch auf einen rituellen Kindesmord zurückgeht. Man zelebriert etwas aus den archaischen Zeiten der Menschenopfer, mit denen man böse Götter zu besänftigen dachte. Das Kainszeichen der symbolischen Verletzung sollte den anderen Überlebenden zeigen, dass man Opfernder und nicht zu Opfernder sei, dass man so gezeichnet ein Überlebensrecht habe. Das alles liegt historisch vor dem Ursprung der monotheistischen Religionen. Archaischer geht es nimmer.

          • Aristobulus schreibt:

            Voss,
            Silke sagt, wie’s ist.
            Es geht um diesen psychologisierenden Unsinn der Perpetuierung des Opferdaseins aus hirnmechanischen Gründen. Natürlich existiert ein second-generation-syndrome!, und es existiert auch diese Haltung “es hat mir nix geschadet, und jetzt tu ich dir das Gleiche an”.

            Der Mensch ist kein Automat. Weibliche Genitalverstümmelung wird tradiert, aber weshalb, selon toi, finden Leute wie Ayaan Hirsi Ali und viele Andere da von selbst hinaus?
            Narben verheilen, wenn man sie lässt. Nach Keleks Argumentation MÜSSTEN jedoch Traumatisierte ihre Traumata weiter an Anderen ausleben.
            Schlussfolgerung: Wir bestehen aus inneren Zwängen. Kann ja nun nicht sein.

            Exponent ist doch Klaus-Eberhard Richter, der die Schamangst und die Angstscham usf. erfunden hat. Erfunden wird alles Mögliche – und dann stehen alle als bloße Patienten da, als immer Kranke, als arme Hascherl, die sich nicht erholen und sich nicht selbst wieder finden dürfen, weil ein Experte festgelegt hat, dass ein einmal Traumatisierter immer traumatisiert zu sein habe.

          • Aristobulus schreibt:

            P.S.
            Nanü, Mordernationsschleife ;) ?, war’s der böse Klaus-Eberhard Richtschnur?

            Noch’n Beispiel, dass ein Geschlagener und Misshandelter nicht zum Schlagenden und Misshandler werden muss. Mein bester Freund ist in einem Ziganer-Lager aufgewachsen, wo es nur Alkoholismus, mütterliche Hurerei und Vernachlässigung, extreme Misshandlungen, Tod und Hunger gab (ja, im Deutschland der Sechziger und Siebziger, in einer verleugneten Parallelwelt, sowas gab es). Laut Keleks Logik müsste er nun Psychopath, Süchtiger und Verbrecher sein, ein Hilfsbedürftiger für immer.

            Ist er aber nicht – er ist das Gegenteil davon. Er hat sich Lesen und Schreiben selbst beigebracht (obwohl er nicht zur Schule gehen durfte, und eines Tages legte ihm Jerzy Pluzinski ein Buch von Charles Bukowski hin und sagte, lies mal!, und so lernte er lesen). Jetzt ist er Arbeiter, der kaum Geld verdient, macht sonst Skulpturen, malt Gemälde und schreibt Gedichte (verdammt gute).
            Laut Kelek dürfte er das alles nicht, sondern müsste schreien: Was ihr mir angetan habt, hat mich zerstört!

          • Aristobulus schreibt:

            Voss,
            noch’n Beispiel für die Vererbung von Traumata, und wie der Betroffene damit umgeht. Denn eins ist das Eine und das Andere. Da wir hier ohnehin nicht hinterm Berg halten: Ich habe dieses second-generation-syndrome das Du erwähnt hast. Das ist das Eine. Das Andere, ungleich Wichtigere jedoch: Was mache ich damit? Suhle ich mich im Syndrom und renne fruchtlos zu Therapien (die selon la définition ziemlich ergebnislos sein müssen, denn die Experten verordnen mir, ich hätte nun mal als 2. Generation traumatisiert zu sein), oder lasse ich das Trauma halt Trauma sein und sehe in die Zukunft?
            Auf die Frage gibt es nur eine Antwort. Denn wer will unwiderruflich für’s Leben gezeichnet sein, wie Silke schrieb?

            Der narbenfreie Mensch ist eine Illusion. Narben und Falten machen uns zu dem, was wir sind, und das ist gut so.

            Eine andere Spielart, anders gemünzt, und genauso entmündigend:
            Klaus Kocks von der Seite starke-meinungen (den hat Silke zitiert) schreibt dieses über Beschneidungen, die er für kriminell, barbarisch, unmenschlich und wer weiß noch hält:
            “Es handelt sich archetypisch um eine rituelle Kastration, die kulturhistorisch auf einen rituellen Kindesmord zurückgeht. Man zelebriert etwas aus den archaischen Zeiten der Menschenopfer, mit denen man böse Götter zu besänftigen dachte…”

            Na klar, “es halndelt sich um”. Kocks, der Experte. Indem es irgendwie an des Mannes Stück geht, kann es sich nur um Kastration handeln (Kastrationsangst und sowas, davon hat ja jeder schon mal was gehört, muss ja was dran sein). Das ist mit ganz billiger, pseudofreudianischer Münze gedacht. Ein Begriff jagt den nächsten: Wie kommt er auf den Zusammenhang von Kastration und rituellem Kindsmord im selben Halbsatz? Die Urzeit, so ein äußerst weites, äußerst entlegenes Feld, weitab von jeder historischen Sicherheit, das spekulativste Objekt, das man je erfand. Gab es überhaupt Kastration? Wann? Es soll man Jahrekönige gegeben haben und Matriarchate, aber wie sicher ist das? Gab es rituellen Kindsmord? Wann und bei wem – und bei wem nicht?
            Darüber wurden seit Erich Neumann ganze spekulative Bibliotheken vollgeschrieben, und die Seriösen sind sich einig, dass es kompliziert und weithin ungeklärt ist. Der Kocks weiß es aber so genau, dass er nach dem abenteuerlichen Begriffspaar Kastration – ritueller Kindsmord sofort die Generalisierung “man” folgen lässt.
            So erfindet man Tatsachen.

            Offensichtlich hat er weder Ahnung von der Urzeit, noch überhaupt von Abraham, der weißg”tt keine “bösen Götter besänftigen wollte”, und Falls doch, hat ihm G”tt ein für allemal klargemacht, dass Menschenopfer ein Gräuel sind.

            Für Kock jedoch liegen noch immer Menschenopfer in der Luft, wenn es um Beschneidung geht. Er erfindet herum, weil er eine vorgefasste Meinung über irgend Urzeiten hat, gar über “Archetypisches”. Er entmündigt auf diese subtile, kulturhistorisierend-psychologisierende Weise diejenigen, die Beschneidung praktizieren, als archaische wesen, die gar was mit Kindsmord und Kastration zu tun haben. Das gibt er später selbst zu: Religionen fänden freilich einen anderen Grund – na klar, die reden sich raus, besonders das Judentum.
            So kommt er zu der Überschrift: “Beschneidungen sind kriminell.”
            Judentum = kriminell, so behauptet er fein versteckt.

            Populärpsychologisierendes Geschwätz im bebrillten Gewande des Expertentums…

          • Silke schreibt:

            Aristobulus

            achgut hat der gleiche Absatz aus dem Kocks-Mist “gefallen” wie mir. So ich wetten würde, würde ich wetten, daß die Überschrift von Broder ist.

            http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/zu_viel_kekockst/#When:21:10:00Z

            Zu viel gekockst?

          • Aristobulus schreibt:

            Oj!, da hat der Achgute den Hammer wahrlich auf den Amboss gesetzt. Auch ‘ne Leistung, mit Kockn die Anderen zu treffen, leider Massen zu finden und sich durch die Ergüsse zu quälen.

            Noch etwas zum Begriff Kindsmord. Der geht ihm so erstaunlich leicht von der Hand, nicht? Beschneidung, Juden, Kindsmord. Die Assoziationen nein Suggestionen liegen sehr nah.
            Millionen Menschen glauben heute noch fest an die Gräuelgeschichten (blood libel) aus den sog. ‘Protokollen der Weisen von Zion’, dass Juden vor Pessach Kinderblut in Mazzen mischen. Entdeckte Kindsmorde haben über Jahrhunderte überall in Europa, in Osteuropa noch im 19. Jh, zu Pogromen an Juden geführt, weil die Leute glaubten, dass Juden das aus “rituellen” Gründen das getan hätten.
            Kock schreibt: Rituelle Kastration – und dann Kindsmord im selben Halbsatz. Ritueller Kindsmord?
            Nix Urzeit und so. 1907 wurde mitten in Wien der kleine Fritz Kortner von einem christlichen Spielkameraden gefragt, wie denn das Blut in den Mazzes schmecke, “des tuts ihr doch, ihr Judn”. Millionen Moslems glauben heute an diese widerlichen Geschichten… die Verfilmung der Protokolle mit einer Schlachtszene an einem kleinen Jungen war der Renner in Ägypten, Syrien und dem Iran.

            Judentum und Kindsmord.
            Kock den Schmock, man hört ihn trappsen.

            Wie seufztest Du oben: “Stossseufzer – Herr, befreie uns von all diesen Psycho-Wissern!!!”

          • Aristobulus schreibt:

            PPPPS.

            Nö, ich hab mich geirrt!, hatte das beschmajsste Zitat nicht mehr genau genug im Kopf. Selber Schuld, wenn ich nicht nochmal nachlese

            Der Kock deutet rituell nicht nur so versteckt via den anderen Begriff an. Er schreibt es aus: Ritueller Kindsmord”, ganz unverblümt

  5. Silke schreibt:

    Liest man die Entscheidung des Landgerichts Köln, verwundert vor dem Hintergrund dieser komplexen Gemengelage die Unbekümmertheit, mit der das Gericht zu Werke geht. Die hier vorgeführte Konzentration auf die rechtstechnischen Fragen ist sicherlich vornehmster Ausdruck eines funktional ausdifferenzierten Rechtssystems; eine gewisse historische und kulturelle Sensibilität, ein Sinn für das, was man mit einem Urteil anrichtet, wünscht man sich aber doch von der Justiz. So stellt sich etwa die Frage, ob es sinnvoll ist, ausgerechnet den Arzt zu kriminalisieren, der die Beschneidung durchführt. Denn mit der Abdrängung solcher tradierten Praktiken in die Illegalität droht die Einschaltung von Pfuschern und damit sind echte Gesundheitsrisiken für die Kinder zu besorgen. Welches Signal geht weltweit davon aus, dass ausgerechnet in Deutschland nun ein strafrechtliches Beschneidungsverbot bestehen soll? Dass Juden für die Beschneidung Deutschland verlassen müssen, um ihre Religion entsprechend den eigenen Lehren leben zu können? Was sagt die Entscheidung den Muslimen, die in hohem Maße integrationswillig sind, aber bestimmte religiöse Traditionen doch pflegen wollen? Rechtsethisch und strafrechtlich wirft die Beschneidung von männlichen Minderjährigen schwerwiegende Fragen auf. So leicht wie das Landgericht Köln sollte es man sich bei der Beantwortung dieser Fragen nicht machen

    http://verfassungsblog.de/beschneidungsurteil-juristisch-und-rechtsethisch-fragwrdig/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+Verfassungsblog+%28Verfassungsblog%29

  6. Silke schreibt:

    ich hab’s schon mal gesagt und wiederhole mich daher

    Erstaunt und durchaus betroffen sehe ich weit verbreitete Pimmel-Paranoia.

  7. Erzkonservativer Atheist schreibt:

    Also ich finde die Idee gut. Die ganze Böllerei nervt sowieso.

  8. Marcin schreibt:

    Das Urteil des Kölner Landgerichts über die Beschneidung des Penis von Kindern aus religiösen Motiven ist von säkularen Organisationen begrüßt worden. Die Kinderrechte gestärkt sieht der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten, die Laizisten in der SPD begrüßten die juristische Neuvermessung der Reichweite der Religionsfreiheit.

    Die Entscheidung des Landgerichts Köln, dass eine Beschneidung der Penisse von nichteinwilligungsfähigen Kindern als Körperverletzung strafbar ist, hat mittlerweile einhellige Kritik bei den religiösen Organisationen in Deutschland und auch ein internationales Echo hervorgerufen.

    Nachdem bereits vorgestern der Zentralrat der Juden in Deutschland das Urteil als „einen beispiellosen und dramatischen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften“ sowie als „einen unsensiblen Akt“ verurteilte, haben mittlerweile auch die Deutsche Bischofskonferenz, der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) sowie die Evangelische Kirche in Deutschland mit teils entschiedener Ablehnung reagiert.

    Bei säkularen Organisationen ist das Beschneidungsurteil hingegen bisher auf einstimmige Zustimmung und Unterstützung gestoßen. Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) hat das Urteil des Landgerichtes Köln zur Beschneidung aus religiösen Gründen heute begrüßt.

    „Es wurde Zeit, dass die Beschneidung als das gesehen wird, was sie ist: ein strafbarer Eingriff in die körperliche Unversehrtheit von wehrlosen und ihren Eltern ausgelieferten Jungen. Es ist dabei irrelevant, ob diese irreversiblen Verstümmelungen aus religiösen oder anderen ideologischen Gründen durchgeführt werden“, sagte Rainer Ponitka, Pressesprecher des IBKA. „Das Urteil stärkt die Rechte der Kinder vor religiösen Übergriffen. Eine Beschneidung ohne eine medizinische Notwendigkeit ist Körperverletzung.“

    Ponitka beurteilte das Urteil als einen Schritt in die richtige Richtung. Ablehnend äußerte er sich über Vorschläge aus der Politik, welche die religiös motivierte Beschneidung von Kinderpenissen in besonderer Weise schützen wollen: „Wer nun, wie Volker Beck von den Grünen, eine Stärkung der Religionsfreiheit der muslimischen und jüdischen Glaubensgemeinschaft anregt, versteht das Grundrecht der Religionsfreiheit falsch: Ein Grundrecht dient immer dem Schutz des Individuums vor einer Gruppe.“

    Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes stellte sich gestern ebenfalls hinter die Kölner Richterinnen und Richter. „Wir begrüßen dieses Urteil“, erklärte Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von Terre des Femmes, in Berlin. „Es zeigt deutlich, dass die körperliche Unversehrtheit von Kindern nicht mit religiösen Argumenten verletzt werden darf.“

    Und auch bei den Laizisten in der SPD stieß das Kölner Beschneidungsurteil auf Zustimmung. „Endlich machen sich deutsche Gerichte daran, die Reichweite der Glaubensfreiheit neu zu vermessen“, sagte Horst Isola aus dem Bundessprecherkreis der SPD-Laizisten am Mittwochabend in Bremen.

    Die Argumentation der Religionsgemeinschaften gegen das Urteil greife nicht, darin sind sich die säkularen Organisationen einig. Nicht nur Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden, auch der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek hatte die Gerichtsentscheidung als einen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften bezeichnet.

    „In unserer Verfassung gibt es kein Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften“, sagte dazu IBKA-Sprecher Rainer Ponitka. Die Auffassung bestätigte auch Horst Isola. Die Empörung auf Seiten der Religionsgemeinschaften verkenne, dass „das Grundgesetz kein Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften anerkennt, sondern nur ein Selbstverwaltungsrecht innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes.“

    Daher hätten auch die Religionsgemeinschaften die für jedermann geltenden Strafvorschriften zu beachten. Isola: „Unsere Rechtsordnung gibt ihnen nicht das Recht, sich unter Berufung auf religiöse Vorschriften oder Rituale ein eigenes – göttliches – Recht zu schaffen und zugleich gegen fundamentale Grundrechtsvorschriften wie die körperliche Unversehrtheit zu verstoßen. Dies ist umso verwerflicher, als im vorliegenden Fall Opfer Kleinkinder sind, die sich nicht wehren können und womöglich für ihr ganzes Leben durch einen solchen Eingriff, wie ihn die Penisbeschneidung darstellt, traumatisiert werden.“

    IBKA-Sprecher Rainer Ponitka betonte außerdem, dass der grundsätzliche Schutz von Kindern vor einseitiger religiöser Beeinflussung bis zum Erreichen der Religionsmündigkeit mit der Vollendung des 14. Lebensjahres stärker verwirklicht werden müsse. „Bis dahin könnten sich Kinder ein unbeeinflusstes Bild der verschiedenen Religionen und Weltanschauungen machen, um sich selbstbestimmt für oder gegen eine Mitgliedschaft sowie für oder gegen die Teilnahme an archaischen Ritualen zu entscheiden.“

    Arik Platzek

    • Paul schreibt:

      “„Wir begrüßen dieses Urteil“, erklärte Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von Terre des Femmes, in Berlin. „Es zeigt deutlich, dass die körperliche Unversehrtheit von Kindern nicht mit religiösen Argumenten verletzt werden darf.“”
      Ich ergänze “….zumal sie doch gerade der Abtreibung entgangen sind.”
      Ach so, ich habe vergessen: Die Abtreibung erfolgt nicht aus religiösen Gründen.
      (Ja, mir bleibt da nur noch Sarkassmus übrig.)

      Wie wäre es denn, wenn die Juden und Muslime die hygienischen Gründe in den Vordergrund stellen würden.
      Irgendwo habe ich mal gelesen, dass der Gebärmutterhalskrebs bei Frauen, die mit beschnittenen Männern Verkehr haben, bedeutend weniger auftritt. Aber vielleicht stimmt das nicht?
      Fest steht jedenfalls, dass die Beschneidung hygienische Gründe hat, ebenso wie die religiösen Speisevorschriften.

      • Yael schreibt:

        “dass der Gebärmutterhalskrebs bei Frauen, die mit beschnittenen Männern Verkehr haben, bedeutend weniger auftritt. Aber vielleicht stimmt das nicht?”

        Doch, das stimmt, weil dieser Krebs durch Bakterien verursacht wird.

  9. Paul schreibt:

    Es fällt mir immer schwerer mit bestimmten juristischen Vorgängen in Deutschland klar zu kommen.
    Das meine ich sowohl in Bezug auf manche Gesetze, als auch auf die juristische Auslegung der Gesetze.
    Ein Beispiel:
    Abtreibung ist keine Körperverletzung?
    Das Abschneiden der Vorhaut ist eine Körperverletzung.

    Da habe ich schon die Frage: “Ist Deutschland noch zu retten”. (Hans-Werner Sinn);
    oder ist ‘Deutschland gerade dabei sich abzuschaffen’ (frei nach Tilo Sarrazin) ?

  10. Paul schreibt:

    Eine Frage habe ich noch:
    Ist das die gleiche Staatsanwaltschaft, die das Verfahren gegen “Hasswandherrmann” eingestellt hat?

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  12. Silke schreibt:

    @Aristobulus -http://tapferimnirgendwo.wordpress.com/2012/06/28/neujahr-abschaffen/#comment-17624

    Noch mal um der Klarheit willen – ich wünsche mir natürlich, daß jedeR, der/die aus welchem Grund auch immer hilfsbedürftig wird, alle nur erdenkliche Hilfe, die er/sie für notwendig und hilfreich hält, bekommt. Und ich hoffe, ich habe nie eine Frage um Hilfe überhört.

    Wogegen ich mich wehre, ist dieses Geplapper, daß “lebenslang gezeichnet worden sein” nicht sein darf.

    Es gibt zwar das sogenannte Gestaltgebet, aber irgendwo habe ich einen derzeit unauffindbaren Zettel mit ner Aussage von Chandler?, in der es was heißt wie, daß, wäre das “Trauma” weg, dann wäre ich nicht mehr der, der ich bin, ich wäre also mehr nach Eurem Bild von mir, aber weniger nach meinem von mir und dann gibt es noch den schönen Spruch von Byron:

    Mine were my faults and mine be their reward.

    Für mich klingt das eines Erwachsenen würdig. (nu er war’s vielleicht nicht, aber er hat’s wenigstens versucht zu sein)

    • Silke schreibt:

      Warum in der Ferne suchen, wenn das Gute liegt so nah. Unser Blog-Gastgeber hat es doch auch auf den Punkt gebracht

      Nimm was Du hast und flieg damit

      Beide Verben sind im Präsens und das ist ja wohl kein Zufall.

      • Silke schreibt:

        und im Bemühen, den letzten Rest von Unklarheit zu vermeiden. Wenn eineR beschließt, daß er/sie am liebsten, mit dem was er/sie hat, “auf die Couch” fliegen will, dann ist das voll OK, aber nicht diese geradezu durchgehende Einforderung von ewigem Leiden an was immer gerade die letzte Studie der Branche ausgetüftelt hat oder irgendeines Professors Hobbyhorse ist.

        • Aristobulus schreibt:

          Help other people, this helps yourself, hat das nicht Oscar Wilde gesagt?, Recht hätet er jedenfalls, aber sowas von (und weitest jenseits jedes Helfersyndroms).

          Und Captain Kirk (von dem ich sonst nicht soviel halte) hat mal gesagt, “der Schmerz macht dich zu dem, was du bist”. Etwas pathetisch zwar, aber gar nicht falsch.
          “Nimm was Du hast und flieg damit” ist ohnehin DER Gutenachtsatz schlechthin!

          Und ich wüsste gern, was Voss von unseren Erwägungen hält

          • Silke schreibt:

            Also von Captain Kirk möchte ich gern Distanz halten, das riecht mir zu sehr nach denen die propagieren, daß Krankheit/Trauma zu was GUT ist.

            Ich bin die Fraktion shit happens und somit iss es eben wie es iss

            oder, angeblich von Kierkegaard, in etwa so: Leben kann nur mit dem Blick zurück verstanden und mit dem Blick nach vorn gelebt werden. Und ab und zu gibt es eben die Glückseligkeiten, wo man auf einmal für Augenblicke (wörtlich zu nehmen?) nur im Hier und Jetzt ist.

            (und um ein Mißverständnis zu vermeiden, wenn jenes Hier und Jetzt was Schlimmes ist, so bestätigen alle Berichte, die ich gelesen habe, meine Erfahrung, daß die Wirklichkeit unwirklich wird.)

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