Sehr geehrte Damen und Herren der Stadtplanung in Köln,
ich lebe jetzt schon seit über zwölf Jahren in dieser wunderbaren Stadt. In dieser Zeit ist es mir immer wieder aufgefallen, dass es einen Platz in Köln gibt, der zwar gerne als Treffpunkt vieler Studentinnen und Studenten gewählt wird, aber leider bis zum heutigen Tag keinen Namen hat. Es ist der Platz, an dem sich Zülpicher Straße, Dasselstraße, Kyffhäuser Straße, Moselstraße und Meister-Gerhard-Straße treffen. Er befindet sich mitten im Kwartier Lateng.
Im Kwartier Lateng befand sich zwei Jahrzehnte lang das einzige Frauentheater mit festem Haus im deutschsprachigen Raum: das Piccolo Theater von Mewes und Töchter. Die Prinzipalin des Theaters war Ingund Mewes.
Ingund Mewes wurde am 5. Mai 1934 in Hannover geboren und starb am 18. Februar 2005 in Köln. Sie war für das Theater als Schauspielerin, Autorin, Regisseurin und Leiterin tätig. Ihr Stück “Die Töchter der ‘Hexen’”, das jahrelang erfolgreich im Piccolo Theater zu sehen war, erhielt den damals noch vergebenen Publikumspreis der SK Stiftung Kultur. Ebenso erhielt ihre Inszenierung von “Nur Kinder, Küche, Kirche” von Franca Rama und Dario Fo diesen Preis. Ingund Mewes selbst wurde 2001 zudem noch mit dem Dr. Inge von Bönninghausen-Preis ausgezeichnet. Ingund Mewes wirkte ebenfalls als Sprecherin für den Westdeutschen Rundfunk WDR.
Ingund Mewes war für Jahrzehnte aus der Kölner Theaterlandschaft nicht wegzudenken. Ihre Art und Weise ein Theater zu leiten war in ganz Köln bekannt. In der Stadtrevue vom März 1995 heißt es: “Was im Anschluß an die Vorstellungen im Foyer des Theaters geschieht, ist eine spontane Interaktion zwischen Publikum und dem Bühnengeschehen, wie sie für das Piccolo-Theater typisch ist und wie sie nur dort erlebt werden kann. Die Fragen, die das Stück provoziert hat, kommen in der nun anschließenden Gesprächsrunde zur Sprache.”
Das ihr Theater zu den ersten feministischen Theatern Deutschlands gehörte, gibt dieser Frau auch bundesweite Bedeutung. Ich schlage daher vor, dieser einzigartigen Frau, die Köln mitgeprägt hat, den Platz direkt neben ihrem ehemaligen Theater zu widmen, damit ihr Andenken bewahrt bleibt und die Kölner Studentinnen und Studenten endlich einen Namen haben für den Platz, wo sie sich zu gerne treffen.
Alles Liebe,
Gerd Buurmann


Eine wirklich sehr schöne Idee, wie ich meine.
Als Kölner Student kann ich das nur vollstens unterstützen.
Aha. Sagte mir nix. Fand das:
Thema ist die Frauenverfolgung in der Frühen Neuzeit. Als Vorlage diente eine historische Hexe, die erfolgreiche Kölner Fuhrunternehmerin Katharina Henot, die vermutlich von der Konkurrenz auf diesem Weg beseitigt wurde. Wichtiges Element des Stücks ist die tragende Rolle der Kirche bei der »Frauenentsorgung« und der Hexenhammer, ein 1487 veröffentlichtes »kirchliches Handbuch« zu Fragen der »Hexerei«. Ingund Mewes beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Unterdrückung von Frauen durch die Geistlichkeit. »Unser größter Feind ist die Kirche«, hatte sie schon Anfang der Siebzigerjahre in der Frauenbewegung gepredigt und es sich zur Aufgabe gemacht, aufzuarbeiten wie die Kirche jahrhundertelang mit der weiblichen Bevölkerung umgesprungen ist. 1987 bei einer Aufführung der Töchter der Hexen im Rahmen einer Veranstaltung zur Frauenverfolgung auf dem Roncalliplatz hagelte es dann auch prompt Kritik vom damaligen Kölner Erzbischof Joseph Höffner: »Die Frauen sollten endlich einmal aufhören, mit dem Müllwagen durch die Skandale der Kirchengeschichte zu fahren«, hatte der öffentlich gefordert. »Das eigentliche Problem«, findet Dorothea Mewes, »ist, dass bisher niemand damit wirklich angefangen hat.«
http://www.philtrat.de/articles/435/
dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Canon_episcopi
http://de.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung#Hexenhammer
http://de.wikipedia.org/wiki/Hexenbulle
Einfach mal nachlesen. Wo Kirche = Macht = weniger Hexenverfolgung.
Und = Hexenverfolgung ≠ nur weibliche Opfer.
Beispiel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Henneke_von_Essen
Für mich hat sie also mitgearbeitet an einem “Feindbild Kirche”. Wegen solcher werke denkt jeder beim wort Hexenverfolgung erstmal an katholen. manchmal auch nur an diese.
das entspricht einer schubladendenke und vereinfachung.
so nen platz brauch ich nicht. da gibts bessere vorbilder des feminismus.
aber ich wohn nicht in Köln, macht was ihr wollt.
Sehr gütig von Ihnen, dass die Kölner machen dürfen, was sie wollen.
- Übrigens war Anfang der Siebziger die katholische Kirche durchaus der Feind des Fortschritts in allen Belangen, die Frauen betrafen (und Schwule). So, wie Mewes das gesagt hat.
P.S.
Und die Relevanz Ihrer Links ist keine. Was sollen die? Alles sehr simpel, äußerst bekannt, was da so steht, und es widerspricht ja überhaupt nicht der Aussage, dass katholische Geistliche eben allermeist Frauen als Hexen beschuldigten & sie dann ermorden ließen.
Sie schreiben, “Wegen solcher werke denkt jeder beim wort Hexenverfolgung erstmal an katholen. manchmal auch nur an diese.” Ist ja Unsinn. Köln ist ‘ne katholische Gegend, also stürzt sich ein dortiges Theater auf Dinge, die der lokale Unhold getan hat. In Berlin würde sich eine Theaterfrau mehr auf die Protestanten gestürzt haben. Der würden Sie dann auch “schubladendenke und vereinfachung” vorwerfen.
Übrigens gibt es in Saudi-Arabien ein Gesetz gegen Hexerei, mit Todesstrafe. Wenn einer das erwähnte und nur das, würden Sie ihm wohl Verharmlosung des mitteuropäischen Hexenwahns vorwerfen.
Was wollen Sie eigentlich, Mensch mit dem merkwürdigen Ausruf-Namen? Nur mal Huhu sagen?
Ahja, und das in den achso unwichtigen links die haltung zu hexerei und zauberei der kirche drinsteht, die es also eigentlich gar nicht gibt, glatt überlesen?
das die meisten urteile mit der kirche nichts zu tun haben sondern weltlich angestrengt, betrieben und ausgeführt sind, unwichtig? das “die kirche” sich hier dem zeitgeist anpasste, egal?
der vorwurf, die katholen seien fortschrittsfeindlich wird auch heute noch genutzt. ich könnt mir hier stundenlang die finger blutig hauen, aber du liest und verstehst ja doch nur, was du willst. wie bei den links. statt mal drüber zu denken was da steht, was da einer schreibt und meint hast du eine meinung und ein abschlossenes “wissen”.
ist also sinnlos sich mit dir zu unterhalten, denn du redest nicht mit sondern über.
Luhu,
die Weltlichen waren allesamt Mitglieder in der Kirche (später in der protestantischen), sie hörten Predigten von klein auf, inhalierten allen möglichen Hass.
Nehmen wir mal den Luther, ja? Er hat wohl etwas reformiert, vielleicht fast demokratisiert, den Zugang der lutheranischen Allgemeinheit zu biblischen Quellen allemal. Trotzdem hatte er den gesamten christlich bestimmten Hass seiner Epoche intus, bereits als katholischer Mönch, später als protestantischer Funktionär. Seine Schriften gegen die Bauern (die im Bauernkrieg freilich nicht ohne waren, aber Luthers Hass gegen sie loderte), später seine Brand- und Mordschriften gegen Juden sind legendär.
Johannes Calvin hatte doch einen ähnlichen Wedergang? Er war kein Geistlicher vor seiner Konversion, aber immer treuer Sohn seiner Kirchen, hat dann eine brutale Theokratie ausgerufen & durchgesetzt, die sich gewaschen hat.
Anderes Thema, aber im Zusammenhang: Die Vertreibung der Juden aus den Reichsstädten im fünfzehnten Jahrhundert, etwas vor dem Hexenwahn. Das haben christliche Stadträte veranlasst, der gesalbte allerchristlichste Kaiser des hl. römischen Reichs deutscher Nation, Zunftmitglieder, die satzungsgemäß engst mit den Kirchen verbunden waren, und Geistliche.
Ich vergleiche das mit heutigen saudi-arabischen oder palästinensischen Ministern, die keine moslemischen Geistlichen sind, jedoch diese im Hass fast übertreffen – sie sind die selbe Welt.
und das alles passt nur zusammen, wenn man alles andere weg lässt. nur mal den invesiturstreit als beispiel. mittelpunkt des lebens kirche und wortführer geistliche passen nicht zu einer solchen auseinandersetzung.
menschen auch im mittelalter und der frühen neuzeit haben nicht nur die kirche als mittlerpunkte. das zu glauben ist so wunderbar einfach, macht ein kompliziertes soziales system durchschaubar, erklärt schwer verständliches einfach oder auch mal unverständliches.
das die über den kamm geschorenen kirchen und die darin predigenden kleriker einen anteil hatten ist klar. du aber übertreibst wenn du das so… mir fällt da kein wort ein im deutschen. over-simplify sagt der amerikaner. es gibt dutzende beispiele von mönchen, priestern und bischöfen, die sich gegen die massen stellten. die haben mit sicherheit auch gepredigt. trotzdem entstand daraus keine volksbewegung, kein spontaner mob der alle judenfeinde aus der stadt trieb.
Huzmann und Johann bischöfe in Speyer nur mal als beispiel.
die seite hier finde ich stellt das sehr differenziert dar und macht auch die spaltung der katholen zu dieser zeit klar. da gibts die judenfeinde, viel zu oft auch unter den päpsten, da gibts die die ich gerne als wirkliche christen sehe und die, denen das vollkommen egal ist. und dazwischen mit sicherheit auch noch viele.
http://www.talmud.de/cms/Meir_von_Rothenburg_des.135.0.html
Luther ist für mich der auf ein podest gestellte gnadenlose streit. da krieg ichs nicht hin was gutes zu finden, obwohl es sicher was gibt. irgendwo. ich bin da befangen. ich mag keine volksbewegung die damit anfängt kunstwerke von den wänden zu zerren und zu zerstören und schreiberlinge aus dem fenster in den tod zu werfen.
für den satz, sie inhallierten von klein auf hass in den predigten wäre es doch mal wichtig zu wissen, was gepredigt wurde. wie viele predigten wurden damals gehalten. wie viele kann man heute noch nachlesen. wie viele davon sind so oder andersrum.
jetzt ist es gleich drei uhr, hab ewig für den text gebraucht. hoffe er ist ein denkanstoß.
Ich finde die Idee sehr gut und freue mich wenn sie tatsächlich umgesetzt wird. Ingund Mewes war nicht nur eine grandiose Theaterfrau, Sie war hilfsbereit, interessiert an der Umwelt, einfach unbeschreiblich…Sie lebt in vieler unserer Herzen weiter, dennoch freue ich mich über eine Namensgebung des Platzes damit sie in den nachfolgenden Generationen nicht in Vergessenheit gerät. Ein Lebenswerk wie ihres kann in vieler Hinsicht als Vorbildfunktion dienen. Ein ganz dickes JA für den Ingund Mewes Platz!!!