In der Kunst gegen Bares wird seit Jahren schon regelmäßig das Kapitalistenschwein der Woche auserkoren, aber erst heute habe ich erfahren, wie der Infinitiv des Partizips “erkoren” heißt. Unglaublich, aber wahr, der Infinitiv lautet: erkiesen!
Jawohl!
Ich erkiese
Du erkiest
Sie, Er, Es erkiest
Wir erkiesen
Ihr erkiest
Sie erkiesen
Wunderbar!
In der Kunst gegen Bares erkiest somit das Publikum die Kapitalistensau der Woche. Wenn das kein Grund für einen neuen Slogan ist:
Kunst gegen Bares – Wir erkiesen!
In Köln wird jeden Montag eine Kapitalistensau erkiest und zwar um 20 Uhr im ARTheater am Ehrenfeldgürtel 127.
In Bonn wird jeden Dienstag eine Kapitalistensau erkiest und zwar um 20 Uhr in der Fabiunke, Am Krausfeld 6.
Aber auch in unzähligen anderen Städten von Lübeck bis Palma wird regelmäßig eine Kapitalistensau erkiest. Nähere Informationen finden Sie hier.
Ich bedanke mich bei Tobias Altehenger für den Hinweis auf diesen Infinitiv.

Lieber Gerd, wie heißt den das Präterium von “auserkiesen”?
Vorschläge: auserkas, auserkos, auserkor, auserkäs, alles ausser Käs’ (nein, das passt nicht, nein! nein!), auserkus, ausekar, auserkehr….
ausgekehrt
Wer sich die Musik erkiest,
Hat ein himmlisch Gut bekommen,
Denn ihr erster Ursprung ist
Von dem Himmel selbst genommen,
weil die Engel insgemein
Selbsten Musikanten sein.
Text von Martin Luther
Ach du heiliger Grall! Noch ein Grund mehr, Musik als “hohe und göttliche Kunst” anzuzweifeln. Menschlich ist sie schon. Und fehlbar, wie alles menschliche.
In den Niederlanden heißt “Wahl” z.B. “Verkiezing” : Ist ein veraltetetes niederdeutsches Verb von dem nur die Vergangenheitsform überlebt hat.
kiezen – koos – gekozen
Aber halt, es gibt doch noch das Verb “küren”…da passt doch dann “erkoren” !!!
Das wäre, meine ich, “gekürt” (zum master of desaster oder was auch immer)
“kiezen – koos – gekozen”
Vielleicht der Grund, warum in der Schweiz in der Slangsprache “Kiesen” für “Kotzen” steht.