Bei einem Besuch der französischen Bischöfe in Rom hat sich Papst Benedikt XVI. deutlich gegen den Zölibat ausgesprochen. Laut dem Papst ist “die Familie die Grundlage des gesellschaftlichen Lebens.” Die Familie sei jedoch “an vielen Orten durch eine Vorstellung der menschlichen Natur, die sich als defekt herausstellte, bedroht (… est menacée en bien des endroits, par suite d’une conception de la nature humaine qui s’avère défectueuse).” Ehe und Familie seien Institutionen, die gefördert und “gegen alle möglichen Irreführungen ihrer wahren Natur” verteidigt werden müssten. Die Verteidigung des Lebens und der Familie in der Gesellschaft sei “keineswegs rückständig, sondern vielmehr prophetisch (… n’est en rien rétrograde, mais plutôt prophétique).”
Einige Medien meinten in diesen Aussagen des Papstes sofort eine Kritik an den Plänen der französischen Regierung, noch bis Anfang 2013 die Homo-Ehe in Frankreich zu legalisieren, erkennen zu können. Obwohl der Papst die geplante Homo-Ehe nicht in seiner Rede erwähnt, glauben sie, aus dem Zusammenhang der Rede gehe eindeutig hervor, dass nunmehr für die katholische Kirche nicht mehr Homosexualität, sondern eben “die die Familie bedrohende Homo-Ehe” als ein “Defekt” gelte. Das kann aber wirklich nur der in diese Rede hineininterpretieren, der genau das lesen will!
Warum sollen Homosexuelle eine Gefahr für Ehe und Familie sein? Auf der ganzen Welt gründen Lesben und Schwulen Familien, sie zeugen oder adoptieren Kinder und manche treten sogar in den Stand der Ehe ein. Es gibt somit genug Lesben und Schwule, die das Prinzip Ehe und Familie in Würde leben und verteidigen.
Wenn es aber einen Lebensstil gibt, der die Ehe kategorisch ausschließt und sich weigert, Familien zu gründen, dann ist es der Zölibat. Im Gegensatz zu vielen Lesben und Schwulen zeugen katholische Priester keine Kinder und wenn sie es tun, dann stehen sie nicht zu ihnen, verleugnen sie wie Petrus Jesus verleugnet hat und verraten somit das Konzept Familie auf eine geradezu widerwärtige Art und Weise. Petrus war übrigens der erste Papst und selbstverständlich verheiratet. Daher kann die Rede des Papsts eigentlich nur so verstanden werden:
Die Familie ist die Grundlage des gesellschaftlichen Lebens. Sie wird jedoch an vielen Orten durch eine Vorstellung der menschlichen Natur, die sich als defekt herausstellte, bedroht. Ehe und Familie sind Institutionen, die gefördert und gegen alle möglichen Irreführungen ihrer wahren Natur verteidigt werden müssen. Die Verteidigung des Lebens und der Familie in der Gesellschaft ist keineswegs rückständig, sondern vielmehr prophetisch. Daher gilt nur eins: Der Zwang zum Zölibat für katholische Priester muss verschwinden!
So deutliche Worte hat es schon lange nicht mehr aus dem Mund eines Papsts gegeben.
Gratias ago tibi summo Pontifice!
Dialektik, kein Widerspruch!
DER Zölibat.
Das mag sich alles gut anhören, dennoch segnet Gott Homosexualität nicht – und dieses ganze “Schwulsein-ist-normal” und “wehe-du-sagst-was-anderes” und auch “ich-bin-schwul-und-deshalb-pisse-ich-immer-öffentlich-nackt-vom-Love-Parade-Umzugswagen” geht mir echt auf die Nerven!!!
Kinder sollten von Schwulen und Lesben NICHT erzogen werden, weil sie ein verkrümmtes ungutes Eltern- und Rollenbild vermitteln.
Ein Link, der zeigt, daß Schwulsein nicht angeboren ist – eine sehr gute psychologisch tiefgehende Arbeit:
http://www.wuestenstrom.de/index.dhtml/125068307a413055095n/-/deDE/-/CS/-/schwerpunktthemen/homosexualitaet/HSMSH
Insofern hat der Papst recht. Allerdings ist auch richtig, dass das Zölibat völlig unbiblisch ist, diese Kritik stimmt!
Jawoll, Kinder sollten nur von Heteros erzogen werden. Da weiß man, dass nix schiefgehen kann, nicht wahr?
http://photosofwar.net/history-war-photos/2012/09/joseph-goebbels-and-his-children-probably-1943.jpg
Produktion@WedeMarketing.de schreibt:
Kinder sollten von Schwulen und Lesben NICHT erzogen werden, weil sie ein verkrümmtes ungutes Eltern- und Rollenbild vermitteln.
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Rollenverhalten soll es nun ja auch bei Schwulen geben. Wo erleben eigentlich
Heimkinder das?
Insofern hätte ich wenig sorgen , wenn Schwule z.B. Heimkinder adoptieren
würden. Oder dauer “Leiheltern” für die “normalen Familien” denen ihre
Kinder sowieso am Arsch vorbei gehen. Und davon gibt es reichlich.
“dennoch segnet Gott Homosexualität nicht”
Erstaunlich, dass da ein Wede so genau weiß, wen sein G”tt segnet. Wie kam der zu seiner Erleuchtung?
Vielleicht hat er eine Stelle im Buch Levithicus gelesen, auf die sich so mancher religiös motivierte Homophobiker gern beruft, wo steht, dass es ein Greuel sei, wenn man als Mann bei einem anderen Mann so liege wie bei einer Frau. An einer Stelle (Lev 20,13) wird sogar die Todesstrafe gefordert.
In der Diskussion über ein Youtube-Video, in dem es um Gruppenvergewaltigung und Raub zum Nachteil einer offen lesbischen Frau ging, berief sich irgend so ein “stolzer Christ” sogar auf diesen Text, um auf dieser Grundlage zu behaupten, die Frau solle froh sein, dass sie lebe, denn eigentlich habe sie ihr Leben beim ersten Liebesakt mit einer Frau verwirkt. Dieses Subjekt entblödete sich nicht, mich einen falschen und sich selbst einen wahren Christen zu nennen, woraufhin ich ihn eindringlich vor der mehrere der klassischen Todsünden gleichzeitig enthaltenden Selbstgerechtigkeit gewarnt und zudem darauf hingewiesen habe, dass über Frauen überhaupt nichts da steht und er somit der Bibel weit mehr als ein Jota hinzugefügt habe.
Wie dem auch sei, der Text steht da, und man muss irgendwie damit umgehen.
Mir wiederum geht dieses Schwulsein-mit-öffentlich-vom-Loveparade-Umzugswagen-pissen-gleichsetzen auf die Nerven. Wer tut das schon? Wowereit tut so etwas nicht, Westerwelle tut es nicht, von Beust tut es nicht, und auch unzählige andere schwule Männer fallen nicht durch derart unanständiges Benehmen auf, vielleicht weniger als mancher heterosexuelle Mann.
Vielleicht lieber in kirchlichen oder auch staatlichen Heimen, wo sie bestenfalls weit mehr “kalte” Disziplin als persönliche Zuwendung erfahren und schlimmstenfalls misshandelt und als Arbeits- und Sexslaven missbraucht werden, wie das in den 1970er Jahren offenbar nicht selten vorkam? Es gibt wahrlich Schlimmeres als von offen schwulen Männern oder lesbischen Frauen erzogen zu werden! Übrigens war auch Jürgen Bartsch zeitweise in kirchlicher Obhut und wurde missbraucht, eine Erfahrung, die er später an seine unglücklichen Opfer weitergab, was vier von ihnen nicht überlebten. Das nenne ich Selbstablehnung! Der Link hingegen zeigt für mich gar nichts. Sofern der Bericht überhaupt authentisch ist (Wuestenstrom hat ein nicht geringes Interesse daran, Belege für Selbstablehnung als psychologische Ursache von Homosexualität ins Feld zu führen), handelt es sich um die ganz persönlichen Erfahrungen eines Mannes, bei dem das so war. Für die Allgemeinheit beweist dies, wie gesagt, nichts.
Guter Artikel – fein ironisch vorgetragene Kritik ohne in den Tonfall des beliebten, plump-primitiven Katholiken-Bashings zu verfallen.
@ Produktion: Das “Eltern- und Rollenbild”, das in einer Familie vermittelt wird, hängt eher vom Verhalten der Eltern als von ihrer sexuellen Ausrichtung ab. Und wäre es gut für das Kind, wenn ein homosexueller Elternteil es zur Adoption freigibt oder ins Waisenhaus steckt, weil er/sie mit einem/einer Partnerin zusammenzieht, statt es zu “behalten”? Oder wäre es gut für das Kind, wenn der Elternteil solo bleibt und die Partnerschaft “heimlich” führt?
Viele Gläubige wünschen sich ein konfliktfreies Verhältnis zu den Lehrmeinungen ihrer Kirche und hoffen auf Veränderungen in der Lehrmeinung, um den “Dissens” nicht zu spüren.
Das muss man dann wohl als Harmoniesucht bezeichnen.