Tapfer im Nirgendwo präsentiert:
“Dreck” von Robert Schneider
mit Dincer Gücyeter
in einer Inszenierung von Gerd Buurmann,
am Freitag, 23. November 2012 um 20 Uhr
im Theater in der Wohngemeinschaft, Richard-Wagner-Str. 39, 50674 Köln.
Ein Mann steht auf der Bühne und verkauft Rosen. Sein Name ist Sad. Er fängt an zu reden: “Ich bin beschnitten”, sagt er, “ich weiß, das ist barbarisch” und: “Ich bin der Dreck!” In einem großen Monolog erzählt Sad von sich und dem Land, aus dem er kommt, von seinen Erinnerungen, Träumen und Hoffnungen. Voller Poesie und doch provokant beschreibt er sein Leben in Köln, die Stadt, dessen Landgericht erst jüngst die religiose Beschneidung als Körperverletzung gewertet hat. Sad erzählt also von seinen Erfahrungen mit Fremdheit und Verachtung in einem Land zwischen “Der Islam gehört zu Deutschland” und “Beschneidung ist Körperverletzung”.
In dem Stück “Dreck” werden Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit aus der Perspektive des Migranten betrachtet und so wird klar, dass auch Sad ein Deutscher ist, wie wir alle, mit Stolz und Vorurteilen.
Dincer Gücyeter spielt nicht Sad. Er ist Sad. “In der englischen Sprache heißt Sad traurig.” Im Verlauf des Stückes zerfließen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Redet dort Sad? Oder Dincer? Oder doch der Regisseur? Ist das wirklich Spiel? Ist das ein Schauspieler? Oder ist der echt? Ist er Araber? Oder Türke? Oder Deutscher?
“Ich bin Sad. Einfach nur Sad!”

