Schöne letzte Frage, Herr Jauch …

… aber hätten Sie nicht noch etwas deutlicher fragen können?

Bei Ihnen war Daniel Barenboim zu Gast. Seit 1992 ist er künstlerischer Leiter und Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper. Barenboim, der russisch-jüdischer Abstammung ist, hat sowohl den israelischen als auch den palästinensischen Pass. Er ist der einzige Jude, der beide Pässe besitzt. Barenboim setzt sich seit Jahrzehnten für eine Annährung der Konfliktparteien in Nahost ein und gründete 1999 das West-Eastern Divan Orchestra, in dem israelische und palästinensische Musiker gemeinsam spielen.

Sie haben am Ende den Botschafter der Fatah gefragt, ob Barenboim mit seinem Orchester auch mal in arabischen Ländern auftreten könne, denn bisher habe Barenboim mit seinem Orchester noch nie in arabischen Ländern auftreten dürfen, wie Sie sagten. So wie es aussieht, hat das Orchester zwar schon auf palästinensischem Territorium spielen dürfen, zum Beispiel in Ramallah 2005, aber der Botschafter sagte dennoch, dass dies nur schwer möglich sei, da die “psychologische Hürde” zu hoch sei. Es wäre schön gewesen, wenn Sie, Herr Jauch, irgendwie noch klar gemacht hätten, was die “psychologische Hürde” ist. Da Sie keine Zeit mehr dazu hatten, möchte ich dies nachholen.

Die “psychologische Hürde”, die es verhindert, dass Daniel Barenboim in einem arabischen Land auftreten kann, ist so simpel wie verstörend: Da sind Juden im Orchester! Viele arabische Staaten verstehen sich nämlich als “judenrein”. Manche Regierungen wie die Hamas wollen zudem noch alle Juden der Welt vernichten. Nicht wenige Politiker im Nahen Osten kritisieren den Holocaust, aber nur weil er es nicht geschafft hat, das Judentum komplett zu vernichten.

Israel ist bleibt bisher das einzige Land im ganzen Nahen Osten, das aller Propaganda zum Trotz kein Apartheidsstaat ist. In Israel ist jeder Bürger und Bürgerin gleichberechtigt vor dem Gesetz, unabhängig von der Herkunft und des Glaubens. Es sind die arabischen Staaten, die Apartheid üben! Gaza hat das geschafft, woran Hitler gescheitert ist: “judenrein” sein! Daniel Barenboims Unmöglichkeit dort aufzutreten ist nur diesem Judenhass und dieser Apartheid zu verdanken. Ohne Israel hätte Barenboim keinen Ort im ganzen Nahen Osten, wo er Musik machen könnte. Ohne Israel wäre das West-Eastern Divan Orchestra eigentlich nur “judenrein” denkbar.

Es wäre schön gewesen, Herr Jauch, wenn Sie dies in Ihrer Frage noch etwas deutlicher gemacht hätten. Ansonsten, guter Ansatz.

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42 Antworten zu Schöne letzte Frage, Herr Jauch …

  1. Stefan Göpke schreibt:

    Schon eine erstaunliche Konstellation, wenn der deutsche Außenminister der einzige Gast ist, der israelische Positionen erklärt. Herr Primor als regierungskritischer Botschafter a.D. hat eine komische Funktion in der Runde gehabt.

  2. By_The_Way schreibt:

    “Im August 2005 fand ein vielbeachtetes Konzert in Ramallah statt, das in vielen Ländern live im Fernsehen übertragen wurde. Auftritte in Israel sowie in Ägypten waren bisher nicht möglich.” (Wikipedia)

    http://www.arte.tv/de/tv-programm/912442.html

    Laut Kalender des Orchesters fanden in 2010 und 2011 Konzerte in Doha statt.

    http://www.west-eastern-divan.org/calendar/?items%5Byear%5D=2011&cHash=3839919f7a9546c74048a21cc5caecc3

  3. Ima schreibt:

    Zitat
    “Schon eine erstaunliche Konstellation, wenn der deutsche Außenminister der einzige Gast ist, der israelische Positionen erklärt……..”

    trotzdem hat Westerwelle auch viel Quatsch gelabert,

    z.B. hat er behauptet es gebe Grenzen von 1967, was vollkommener Dummfug ist.
    Es gibt lediglich das Waffenstillstandsabkommen von 1949

    http://de.wikipedia.org/wiki/Waffenstillstandsabkommen_von_1949

    und die eroberten und besetzenden Gebiete durch den Sechstagekrieg (1967) und den Jom-Kippur-Krieg (1973).

    Zur allerersten offiziellen Grenzregelung Israels kam es erst 1979 beim Israelisch-ägyptischer Friedensvertrag, als der im Sechstagekrieg eroberte Sinai an Ägypten zurückgeben wurde und 1994 beim Friedensvertrag mit Jordanien.

    Tja, und dann gab es 1995 das Interimsabkommen über die palästinensische Autonomie

    http://de.wikipedia.org/wiki/Interimsabkommen_%C3%BCber_das_Westjordanland_und_den_Gazastreifen

    und 2005 der vollkommene Rückzug der Israelis aus dem Gazastreifen.

    Wo erkennt also der „kluge“ Westerwelle irgendwelche Grenzen von 1967 ???

    Nun ja, dass mal wieder die Siedlungen für antiisraelische Hetze herhalten müssen, war ja klar.
    Dazu hätte ich nur eine winzig kleine Frage:
    Wieso wurde denn kein palästinensischer Staat gegründet, als Gaza und auch das Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem vollkommen „judenfrei“ waren,
    doch immerhin fast 20 Jahre von 1948 bis 1967 war Zeit hierzu ???

    • Eitan Einoch schreibt:

      Das ist ein bisschen hart, finde ich. Westerwelle hat zwar von “Grenzen von 1967″ gesprochenen, aber immerhin hat er auch hervorgehoben, dass diese “Grenzen” kein in Stein gemeißelter Koloss sind und deren endgültiger Verlauf sich den Realitäten vor Ort anzupassen hat. Bei aller Kritik ich ziehe meinen Hut vor unserem Außenminister. Sein Redebeitrag war der mit Abstand beste, und ich gebe zu, er hat mich damit positiv überrascht. So klipp und klar das Existenzrecht Israels hervorzuheben ist keine Selbstverständlichkeit in den Deutschen Mainstream- Medien. Die Sendung hörte leider in dem Moment auf, als es anfing interessant zu werden. Zu gerne hätte ich gewusst, was Sawsan Chebli mit ihrem letzten Satz sagen wollte, als sie mittendrin von Jauch abrupt unterbrochen wurde…

  4. Robin Renitent schreibt:

    Ich schätze Herrn Barenboim als Musiker sehr. Oft habe ich ihn live gehört. Als “politischer” Mensch ist er eher weniger mein Fall. Seine Möchtegernumarmung der Palästinenser ist angesichts der Vernichtungsfantasien die sie pflegen völlig unangemessen.

    • Ima schreibt:

      @ Robin Renitent
      Zitat
      “Seine Möchtegernumarmung der Palästinenser ist angesichts der Vernichtungsfantasien die sie pflegen völlig unangemessen.”

      Man sollte es vermeiden so pauschalierend zu schreiben
      (passiert mir zwar manchmal auch gelegentliche),
      doch ist es wesentlich besser nicht von „den“ Palästinensern, „den“ Juden,
      „den“ Amis, „den“ Deutschen usw. usf. zu schreiben, sondern etwas differenzierter z.B. von den Anhängern der Hamas usw.

  5. Ima schreibt:

    Tja, und noch etwas,
    ich hätte doch besser auf den Ratschlag meines klugen Sohn gehört und mir die Sendung nicht angesehen.
    Dann hätte ich mich nicht aufgeregt über den Quatsch der dort gesagt wurde und ich könnte jetzt schlafen.
    Wie sagte mein Sohn so „schön“ :

    Antisemitismus gab es immer und wird es auch weiterhin geben.

  6. Eitan Einoch schreibt:

    Interessant fand ich, dass der palästinensische Botschafter meinte, die von der Fatah geführte Palästinenserregierung hatte Israels Existenzrecht längst (er nannte als Jahr 1993) offiziell anerkannt. Gibt es dafür Belege?

    • Aristobulus schreibt:

      Nein, überhaupt nicht. Das ist eine alte Spiegelfechterei – zuerst erfunden eben 1993, seither immer aufgewärmt.

      • quisa schreibt:

        Sorry, bin zwar kein Nahostexperte, aber das ist wohl mehr als deutlich eine Anerkennung:

        “The PLO recognizes the right of the State of Israel to exist in peace and security.

        The PLO accepts United Nations Security Council Resolutions 242 and 338.

        The PLO commits itself to the Middle East peace process, and to a peaceful resolution of the conflict between the two sides and declares that all outstanding issues relating to permanent status will be resolved through negotiations.

        The PLO considers that the signing of the Declaration of Principles constitutes a historic event, inaugurating a new epoch of peaceful coexistence, free from violence and all other acts which endanger peace and stability. Accordingly, the PLO renounces the use of terrorism and other acts of violence and will assume responsibility over all PLO elements and personnel in order to assure their compliance, prevent violations and discipline violators.

        In view of the promise of a new era and the signing of the Declaration of Principles and based on Palestinian acceptance of Security Council Resolutions 242 and 338, the PLO affirms that those articles of the Palestinian Covenant which deny Israel’s right to exist, and the provisions of the Covenant which are inconsistent with the commitments of this letter are now inoperative and no longer valid. Consequently, the PLO undertakes to submit to the Palestinian National Council for formal approval the necessary changes in regard to the Palestinian Covenant.

        Sincerely,

        Yasser Arafat
        Chairman
        The Palestine Liberation Organization”

        http://unispal.un.org/UNISPAL.NSF/0/36917473237100E285257028006C0BC5

        http://www.politblogger.eu/pi-noch-mehr-nahost-wissenslucken/

        • Silke schreibt:

          Consequently, the PLO undertakes to submit to the Palestinian National Council for formal approval the necessary changes in regard to the Palestinian Covenant.

          quisa

          außer allem, was seitdem geschehen ist, was ist aus dem Covenant geworden?

          Für mich liest sich das wie eine Möglichkeit da schuldlos wieder rauszukommen.

          Despite President Clinton’s optimism, the events of 1998 did not entirely resolve the controversy of the Charter. A June 1999 report by the Palestinian Authority’s Ministry of Information on the status of the Charter made no mention of the 1998 events and leading Palestinians continue to state that the Charter has not yet been amended.

          http://en.wikipedia.org/wiki/Palestinian_National_Covenant#Clauses_regarding_Israel

          Merksatz: traue nie einer Aussage zu irgendetwas Rechtlichem, ohne die relevante Kommentarliteratur zu kennen.

        • Yael schreibt:

          “Zweimal kann er das während der Sendung behaupten, ohne daß ihm einer widerspricht, auch nicht der ehemalige Botschafter Israels Avi Primor. Der ist zur Zeit dieser von Yasser Arafat am 9. September 1993 durch einen Brief an Premierminister Yitzhak Rabin erfolgten Anerkennung eben Botschafter in Deutschland geworden. Da ist ihm das in der Aufregung um seinen Umzug aus der Erinnerung entfallen: The PLO recognizes the right of the State of Israel to exist in peace and security. Die PLO anerkennt das Recht des Staates Israel in Frieden und Sicherheit zu existieren. ”

          http://eussner.blogspot.de/2012/11/ard-gunther-jauch-auge-um-auge-zahn-um.html

        • Yael schreibt:

          @quisa

          den Brief gibt es, aber bis heute wurde die Palästinensische Nationalcharta nicht geändert. Auch die Anerkennung Israels ist bis heute kein Bestandteil der Palästinensischen Nationalcharta.
          Der Nationalrat beauftragte vor circa 15 Jahren “den Rechtsausschuß, die Neufassung der Nationalcharta vorzubereiten und diesen Entwurf dem Zentralrat in seiner ersten Sitzung vorzulegen.”
          Das Ziel der Vernichtung Israels ist bis heute immer noch Bestandteil der Palästinensischen Nationalcharta und der Charten von PLO und Fatach. Auch das wurde bis heute nicht geändert.

  7. Zsuzsi Schindler schreibt:

    na ja…es stimmt schon mit dem Antisemitismus aber der echte Grund warum dieses Orchester nicht in arabischen Laendern auftreten darf ist eher, dass es Frieden mit Israel propagiert und das ist schon gar nicht erwuenscht, da die offizielle und nicht offizielle Einstellung jene ist, dass am Ende ja doch Israel ganz und gar Palestinia werden soll. Israel ist eine Demokratie und hier darf man auch fuer die Palestinenser demonstrieren und reden.
    Das ist der kleiner Unterschied.
    Vive la difference!

  8. hubert schreibt:

    Zu den”Grenzen” von 67.Es ist kein Staat besetzt denn das Gebiet war Staatenlos und bis 1967 von Jordanien verwaltet,jetzt wird es von Israel verwaltet.

    Übrigens steht im Koran dass das Land den Kindern Israels(Juden)gehört.

  9. Ima schreibt:

    Zitat von Eitan Einoch
    “Das ist ein bisschen hart, finde ich…………….”

    Erstaunlich, Ihnen ist nicht aufgefallen wie einseitig gestern die Diskussionsveranstaltung bei Jauch war.
    Eine gute Möglichkeit etwas mehr Klarheiten über die Hintergründe zu erläutern war z.B. als das Leid der beiden Mütter thematisiert wurde.
    Da wurde verpasst zu erwähnen, dass die Terroristen von der Hamas bevorzugt ihre Raketen mitten aus Wohngebieten, Schulen, Kindergärten, aus der Nähe von Krankenhäusern und UN-Einrichtungen abschießt und dass hierdurch die Hamas Kinder, Frauen und Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchen um die die Zahl der Opfer zu maximieren.

    Und noch etwas zu Daniel Barenboim, der ein begabter Musiker ist, der mit seinem
    “West-Eastern Divan Orchestra” etwas vorbildliches erschaffen hat, aber politisch ist er ein Idealist, dessen Wertvorstellungen an der blutigen Realität vorbeigehen.
    Vielleicht hätte man in diesem Zusammenhang Juliano Mer-Khamis erwähnen können,

    http://de.wikipedia.org/wiki/Juliano_Mer-Khamis

    der ebenfalls den Traum hatte auf idealistische Art den Nahostkonflikt zu lösen.
    Bezeichnet hierzu ist, dass sowohl Hamas und die Fatah sich gegenseitig vorwerfen ihn ermordet zu haben.

    • Eitan Einoch schreibt:

      Mir ist die Einseitigkeit durchaus bewusst geworden. Meine Aussage, dass “es” etwas hart, bezog sich auf das Urteil zu Guido Westerwelle – nicht auf die Sendung insgesamt, die in der Tat einseitig und realitätsfern war. Der Außenminister hat etwas ungewöhnliches und für mich überraschendes getan: Er hat in in erstaunlicher Deutlichkeit Israels Existenzrecht hervorgehoben und seine Anerkennung als grundlegende, nicht verhandelbare Vorbedingung für jede Friedensverhandlung dargestellt. Des Weiteren hat er ebenso deutlich den Raketenbeschuss durch die Hamas angesprochen und scharf verurteilt. Solche klaren Worte hätte ich von Westerwelle nicht erwartet. Damit hat er bei mir eine Menge Sympathiepunkte gewonnen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass er von “Grenzen” und nicht von “Waffenstillstandslinien” sprach. Ich muss, was Westerwelle angeht, umdenken.

  10. Dante schreibt:

    Ich fand, der palästinensische Botschafter wich Jauchs Frage aus. Er redete davon, dass Fatah Israel längst anerkannt habe, Israel jedoch noch nicht das Existenzrecht eines Palästinenserstaates, und so lange dies nicht so sei, sei es auch nicht vermittelbar, Israel die Hand zu reichen. Dabei ging es gar nicht um eine Handreichung gegenüber der israelischen Regierung (also dem Gegner), sondern gegenüber einem Orchester, dessen Mitlglieder ein Zeichen für ein friedliches Miteinander setzen wollen.

  11. Inbal schreibt:

    @ Ima: Es wurde in den Jahren 1947 – 1967 kein palästinensischer Staat gegründet, weil das de facto eine Anerkennung von Seiten Jordaniens, Ägyptens, Libanons und Syriens des Staatsgebietes und des Staates Israel bedeutet hätte. Stattdessen versteifte man sich darauf, den “Flüchtlingen” zu garantieren, dass sie – nach dem Sieg – wieder in ihre alten Dörfer und Häuser zurückkehren können. Dies wird übrigens bis heute bei diversen Gelegenheiten, insbesondere während des Ramadans, immer wieder von den jeweiligen Präsidenten oder Königen, wiederholt. Mubarak machte da ebenswenig eine Ausnahme wie sein Vorgänger Sadat und sein Nachfolger Mursi. Desgleichen die Könige von Jordanien, die jeweiligen Präsidenten des Libanon oder “Freund” Assad.
    Abgesehen davon, bei einer paläst. Staatsgründung wäre der Flüchtlingsstatus erloschen und damit die Alimentierung durch die UNWRA.
    Dazu kommt noch, dass sich in den 50er und 60er Jahren mehrere Fraktionen um die Vertretung der paläst. Angelegenheiten blutig stritten, ich erinnere hier nur an die PFLP, den Trupp um Georges Habasch und einige andere. Die PLO unter Arafat stieg erst Ende der 70er zur “Alleinvertretung” auf. Wer also hätte diesen Staat “regieren” sollen?
    Dank der, in den 40ern durch den Mufti von Jerusalem, durchgeführten Säuberungen gab es außerdem keine Köpfe in den Reihen der Palästinenser, die ihr Anliegen frei und unabhängig hätten vertreten können. Und daran mangelt es ja eigentlich bis heute.

  12. Ima schreibt:

    @Eitan Einoch
    Zitat
    “Interessant fand ich, dass der palästinensische Botschafter meinte, die von der Fatah geführte Palästinenserregierung hatte Israels Existenzrecht längst (er nannte als Jahr 1993) offiziell anerkannt. Gibt es dafür Belege?”

    Natürlich ist diese Äußerung des sogen. palästinensichen Botschafters wie üblich die Halbwahrheit.
    Geplant war zur Zeit des Osloer Friedensprozeß eine Änderung der PLO-Charta zum Existenzrecht Israels, doch ist es bei dem Plan geblieben umgesetzt und veröffentlich wurde die geänderter Charta bis heute nicht.
    Wie steht es so „lustig“ bei Wikipedia

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fatah#Anerkennung_Israels_und_Oslo-Friedensprozess

    „…Die Anerkennung Israels durch die Palästinensische Autonomiebehörde erfolgte de facto indirekt…..“

    Nun ja, indirekt ???
    Jetzt kann sich jeder seine eigene Meinung zu diesem „indirekt“ bilden.

    Zu Westerwelle
    Liegt wahrscheinlich an meiner eigenen Befindlichkeit, dass auf mich die Äußerungen von Westerwelle nur wie hohle Phrasen wirken.
    Eigentlich sollte doch das Existenzrecht von Israel überhaupt kein Thema mehr sein, bzw. eine Selbstverständlichkeit.
    Israel existiert seit über 60 Jahren, hat allen Vernichtungsangriffe der arabischen Staaten überstanden und ist immer noch die einzige Demokratie in Nahost.

    Mich hätte mehr beeindruckt, wenn Westerwelle die Frage aufgeworfen hätte, wieso die Araber bis heute nicht in der Lage waren einen Staat neben Israel zu gründen, Gelegenheiten hierzu gab es in den letzten 70 Jahren nämlich reichlich.

    Inbal hat dankenswerter Weise meine etwas provokante Frage zu der Zeit von 1948-1967 beantwortet.

    Davor gab es bereits 1937 die Peel-Kommission

    http://de.wikipedia.org/wiki/Peel-Kommission

    nach dem Sechstagekrieg die „berühmten“ drei Neins von Khartum

    http://de.wikipedia.org/wiki/Khartum-Resolution

    Zitat
    “Die Resolution enthält in ihrem dritten Absatz Bestimmungen, die als die „drei Neins“ beziehungsweise die „Three No’s“ bekannt wurden:
    1. NO peace with Israel – Kein Frieden mit Israel
    2. NO recognition of Israel – Keine Anerkennung Israels
    3. NO negotiations with Israel – Keine Verhandlungen mit Israel”

    Die Liste der verpassten Gelegenheit läßt sich bis heute beliebig fortsetzen.

    • Eitan Einoch schreibt:

      @Ima
      Zitat: “Geplant war zur Zeit des Osloer Friedensprozeß eine Änderung der PLO-Charta zum Existenzrecht Israels, doch ist es bei dem Plan geblieben umgesetzt und veröffentlich wurde die geänderter Charta bis heute nicht.”

      Große Worte, keine Taten! Man kann es auch kurz fassen, im Klartext: Die PLO hat Israels Existenzrecht niemals anerkannt. Herr Abdel-Shafi hat also gelogen!

      Zitat: “Eigentlich sollte doch das Existenzrecht von Israel überhaupt kein Thema mehr sein, bzw. eine Selbstverständlichkeit.”

      SOLLTE – ja! Im Normalfall würde ich zustimmen. Aber im Falle Israels liegt eben nicht der Normalfall vor – traurig, aber wahr! Nicht die Siedlungen oder die Besatzung – nein, Israels Existenzrecht und seine Verweigerung durch die arabische Welt ist der KERN des Konflikts, und Westerwelle hat diesen Kern angesprochen – und zwar nicht als Nebensächlichkeit. Sicherlich, es sind nur Worte, aber es sind IMMERHIN Worte. Das ist mehr, als man von den meisten Menschen erwarten kann.
      Sehr gut gefallen hat mir auch, dass Westerwelle nicht nur die “Verantwortung” Deutschlands aus historischen Gründen – weil Deutschland für die Shoa verantwortlich ist – angesprochen hat, wie es in der deutschen Politik leider üblich ist, sondern – und das ist meines Erachtens das viel stärkere Argument – weil Israel ein “Wertepartner” ist, d.h. eine Demokratie und ein Rechtsstaat nach westlichem Vorbild – und damit beispiel- und konkurrenzlos im Orient. Wie gesagt – nur Worte, aber Worte sind mehr als gar nichts, und was Westerwelle in der kurzen Sendung gesagt hat, fand ich stärker und durchschlagender als all die üblichen politischen Sonntagsreden, die man sonst hört. Der Mann hat mich ehrlich überrascht, das ist nicht der Westerwelle, den ich in Erinnerung hatte. Jetzt müssen seinen Worten nur noch Taten folgen…

  13. shaze86 schreibt:

    Also ich fand diesen Satz “Die psychologische Hürde ist zu hoch…” so schon fürchterlich.
    Auch der Ansatz, dass wenn Israel sich in die Grenzen von 1967 zurückzieht, darf Barenboim ein Konzert in der arabischen Welt abhalten, ist bescheuert, verkehrt und krank. Wenn solche kleinen Dinge wie Konzerte nicht möglich sind, wie soll es denn da Frieden geben.

    Deshalb gibt es eigentlich nur einen möglichen Weg zur Befriedung: a) Die Palästinenser bekommen weniger Kinder. Und b) die Palästinenser erleben einen wirtschaftlichen Aufschwung.
    Somit würden die Palästinenser wahrscheinlich die Lust aufs Kämpfen verlieren und die Hamas abschaffen. Wobei wohl auch sagen muss, dass die Hamas nicht für das palästinensische Volk sprechen kann.

    • Silke schreibt:

      Ich bin ziemlich sicher, daß die Palästinenser Kindergeld von der EU kriegen und so weit ich mich erinnere, ist das nix eingebaut, daß das Kriegen von noch mehr und noch mehr Kindern finanziell weniger lohnend macht …

      das muß man sich mal in aller Breite im Hirn zergehen lassen

      nuff said zu der Hoffnung also …

      • Roithamer schreibt:

        Was heißt “ziemlich sicher”?
        Kriegen die Pallis Kindergeld von der EU oder nicht? Wenn ja, wäre das ne Sauerei, aber es würde zu unserer EU passen …

        • Eitan Einoch schreibt:

          Naja, wenn die schon Arafats Mausoleum finanziert haben…

          • Silke schreibt:

            Arafats Mausoleum ist ne einmalige Nummer ohne langfristige Folgen und vielleicht sogar dem Tourismus förderlich. Außerdem ging’s um die Bevölkerungsexplosion in Gaza und das Mausoleum dürfte ja wohl kaum in Gaza gebaut worden sein.

          • Silke schreibt:

            außerdem ziehen Mausoleen auch in jungen Jahren nicht mit der Knarre in der Hand los um Israelis zu ermorden, sie basteln auch keine Bomben. Das letzte Mal als ich guckte, standen die nur einfach so da und “trotzten” den Winden etc.

        • Silke schreibt:

          iss’n paar Jahre her, daß ich das mal ausgegoogelt habe i.e. das die Hilfszahlungen mit steigender Kinderzahl steigen, doch da ich auf diesem Blog als von zunehmender Demenz heimgesucht gelte, ist das ziemlich sicher als Aufforderung zu sehen, es selbst zu googeln. Ich würde sagen, die Chancen, daß ich mich richtig erinnere liegen bei mehr als 99 %.

  14. Dante schreibt:

    Etwas ist ein wenig untergegangen: Kurz bevor Jauch die in diesem Artikel erwähnte Frage stellte, hatte er noch eine Äußerung von Frau Chebli mehr oder weniger abgewürgt, in der sie andeutete, dass sie die alte israelische Besatzung der Autonomiebehörde vorziehe, die sie offenbar für unfähig hält und am liebsten aufgelöst wissen möchte.

    • Aristobulus schreibt:

      Unerhört, Dante, da will jemand die Autonomiebehörde auflösen?, na wie unorthodox, geradezu verstörend neu!, denn sonst wollen sie doch immer alle Israel auflösen, bloß wieder.

      • Dante schreibt:

        Ja, und zwar eine Palästinenserin bzw. Tochter von Palästinaflüchtlingen, geboren 1978 in Berlin, heute Politologin.

        • Aristobulus schreibt:

          Nicht schlecht. Es gibt unter den Palästinensern ein paar Vernünftige, Unabhängige, Authentische, die ihren Verstand gebrauchen. Leider lässt man die hier sonst nicht zu Wort kommen, sondern man mag pseudoauthentische Leute wie den Herrn Schafi

          • Ima schreibt:

            Tja, und leider hat Jauch Frau Chebli nicht einmal ausreden lassen.
            Mich hätte sehr interessiert wie sie sich das weitere Vorgehen nach der Auflösung der palästinensischen Automiebehörde vorstellt.
            Wenn ich mich noch recht erinnere sagte Frau Chebli noch, dass Israel wieder die Macht übernehmen sollte.

          • Aristobulus schreibt:

            Ja, Ima, weil es Palästinensern bekanntlich (nein, eben nicht bekanntlich) viel bessergeht, wenn die Israelis für Schulen, Straßen, Hopsitäler und Gleichbehandlung vor dem Gesetz sorgen.
            Aber für die Israelis wurde die Situation in den umstrittenen Gebieten seit 1967 untragbar. Man kann für Fremde keine Verwaltung übernehmen, dann wird man selbst zu einer Art Kolonialherren, über kurz oder lang. Selbst, wenn man es gar nicht will.
            Bloß können die Fremden das nicht selbst!, sie machen sich gegenseitig das Leben zur Hölle und nähren den Terrorismus, und die Israelis müssen zusehen, von hinter dem Zaun

  15. Roithamer schreibt:

    Der arme Herr Jauch, was der alles hätte machen können müssen.
    Vielleicht sollte man erstmal einen Aufklärungsbambi einführen…

  16. Inbal schreibt:

    Ich denke, entscheidend ist, was die Herren von der Fatah auf ARABISCH sagen. Und das unterscheidet sich allzu oft fundamental von dem, was sie auf englisch von sich geben. Einige nette Übersetzungen finden sich auf MEMRI, da kann einem anders werden. Gleiches gilt natürlich auch für die HAMAS. Dieses Doppelspiel hat Arafat in Perfektion beherrscht, gerade nach dem Abkommen von Camp David (mit Rabin). Knapp 2 Wochen später hielt er in Ramallah eine Rede, in der er davon sprach, in Amerika Jerusalem als “Hauptstadt Palästinas und der Ummah” zurückgewonnen zu haben. Als man von israelischer Seite dezent dagegen hielt, den Text der Abkommen veröffentlichte, gab es großes Geschrei – in der UNO. Die Israelis hätten die Dokumente gefälscht. Die USA schwieg – war gerade anderweitig beschäftigt….
    Leider ist es bis heute so, dass in der Presse nur die englischsprachigen Texte veröffentlicht werden und sich nur die wenigsten die Mühe machen, den arabischen Part zu übersetzen und dagegen zu stellen.

  17. ceterum censeo schreibt:

    Lest mal gelegentlich das Buch “Der ewige Sündenbock” ! Zu Arafats Erklärungen nur so viel: Es wurde heimlich mitgeschnitten, wie er sinngemäß zu seinen Orkkumpanen sprach, was gehe ihn sein Geschwätz von gestern an, er halte es mit Mohammed (gepriesen sei er), der auch seine Gegner belogen und dann massakriert habe!
    Sein Ziehvater, bei dessen Beerdigung er rührend weinte, war übrigens neben seinem Hauptberuf als Mufti von Jerusalem SS-Mann und setzte sich persönlich bei Himmler dafür ein, daß 5000 jüdische Kinder nicht vom Roten Kreuz in Sicherheit gebracht werden durften, sondern ins Gas geschickt wurden!
    Als Agnostiker hoffe ich , daß es für solche Gestalten eine Hölle gibt! Anstatt Jungfrauen nur Schweine als Gesellschaft! Obwohl…,das haben die Schweine wirklich nicht verdient.

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