Wir fordern eine faire Berichterstattung über Israel

Eine Rede von Nathan Warszawski gehalten am 24. Juli 2014 auf dem Wallraffplatz in Köln vor dem WDR

Liebe Freunde des Staates Israel,

Das Motto unserer Veranstaltung lautet: “Wir fordern eine faire Berichterstattung über Israel”. Fordern ist erlaubt. Ob die Forderungen erhört werden? Wenn wir aber die Forderungen nicht stellen, dann werden sie mit Sicherheit nicht erfüllt werden. Also fordern wir.

Wenn wir etwas fordern, dann sollten wir wissen, was wir fordern.
Faire Berichterstattung: Was ist fair? Verstehen wir unter fair „ehrlich“ oder lieber „für uns angenehm“?

Ich fordere Euch auf, die Internetseite tapferimnirgendwo (in einem Wort geschrieben) des bedeutendsten Israelfreundes Deutschlands, Herrn Gerd Buurmann aus Köln, meinem Freund, nicht nur auf Facebook, regelmäßig zu lesen, damit ihr wisst, was faire Berichterstattung ist!

Zum nächsten Punkt:

Was wollen wir mit einer fairen Berichterstattung erreichen? Ist es nicht besser zu schweigen?

Mehr als 2.000 Jahre haben Juden geschwiegen, wenn ihnen Unrecht angetan worden ist. Haben die Juden deshalb überlebt, weil sie geschwiegen haben? Oder ist es besser, die Wahrheit herauszuschreien? Wir Heutigen dürfen laut reden und schreiben, denn in Deutschland herrscht Meinungsfreiheit. Meinungsfreiheit hat aber nichts mit Wahrheit zu tun. Meinungen sind persönliche Ansichten, die unbeabsichtigt oder beabsichtigt falsch und verlogen sind. In Deutschland wie in allen anderen demokratischen Ländern herrscht Meinungsfreiheit, keine Wahrheitsfreiheit, schon gar keine Wahrheitspflicht.

Hier ein Ausschnitt aus einem Brief, der Euch zeigen wird, wie wichtig die freie Meinungsäußerung für Juden und Israel ist.

— Die Welt zeigt keine Sympathie für den kleinen demokratischen Judenstaat, der in Gaza, einem der größten Terroristennestern der Welt, einbricht, um die islamistischen Verbrecher daran zu hindern, Raketen auf Schulen abzufeuern. Die meisten Weltmedien stellen Israel als Aggressor dar, der als gefühlloser Krieger die Araber verachtet.

— Warum ist dem so? Israel hat über Jahrzehnte den Fehler begangen, davon auszugehen, dass niemand den idiotischen Lügen über Israel den geringsten Glauben schenken würde. Dem Judenstaat sind Auseinandersetzungen mit Unwahrheiten unter seiner Würde gewesen. Israel wehrt sich nicht gegen die Lüge, die Frau Arafat Hillary Clinton öffentlich vorträgt, dass Israel das Trinkwasser arabischer Kinder vergiftet, dass jüdische Wissenschaftler AIDS erfunden haben, um arabische Palästinenser zu töten, dass Israel wahllos Bomben auf arabische Kinder wirf, dass Israel den Arabern ohne Entschädigung Land stiehlt, dass Israel keinen historischen Anspruch auf das Land hat, dass Palästinenser von Juden aus purem Rassismus an militärischen Checkpoints gedemütigt werden, dass Israel nur deshalb eine Mauer errichtet hat, damit die Araber in Judäa und Samaria zur Freude und Genugtuung des amtierenden Aachener Bischoffs sich wie im Warschauer Ghetto fühlen. Israel hat nie das Bedürfnis verspürt, auf solche Hirngespinste zu reagieren, weil es für Israel selbstverständlich gewesen ist, Gesetz und Menschenrechte zu achten. Und weil Israel grob fälschlicherweise von sich auf andere schließt.

— In den letzten beiden Jahrtausenden haben Juden denselben verhängnisvollen Fehler begangen. Juden sind sich so sicher gewesen, dass niemand glauben würde, dass sie Gottesmörder sind, dass niemand glauben würde, dass sie das Blut christlicher Kinder trinken, dass niemand glauben würde, dass sie Brunnen vergiften, um die Pest herbei zu führen. Und dass niemand glauben würde, dass sie Land stehlen würden, welches ihnen für Tausende von Jahren nachweislich und urkundlich gehört hat.

— Unzählige Juden sterben wegen dieser Lügen. Erst jetzt lernen wird, dass jeder diese Lügen bekämpfen muss.

Ich werde Euch eine weitere Lüge auftischen, auf die ihr als ethisch handelnde Menschen mit großer Wahrscheinlichkeit hereingefallen seid:

Sehr viele Medien der freien Welt versuchen die Bevölkerungen ihrer Länder gegen Juden und den Judenstaat aufzuhetzen, indem sie bewusst lügen, dass die israelische Verteidigungsarmee vor allem Kinder und Frauen tötet. Die arabische Nachrichtenagentur Al Jazeera, die zweifelsfrei kein Freund Israels ist, hat diese Lüge wohl ohne Absicht enttarnt. Es ist grausam und mir höchst unangenehm, folgende Tatsachen darzulegen, aber es ist zur Erkennung der Wahrheit notwendig.

Die arabische Bevölkerung in Gaza ist sehr jung. Die Geburtenrate und das Bevölkerungswachstum gehören zu den höchsten der Welt. Es gibt bedeutend mehr Kinder als Erwachsene und mehr Erwachsene als Greise. Die Zahl der Frauen übersteigt die der Männer. Über die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Nachzulesen in: The World Fact Book – CIA.

Al Jazeera hat veröffentlicht, dass 82% aller Toten des jetzigen Krieges Männer, und dass 66% dieser Männer zwischen 18 und 38 Jahre alt sind. Damit hat der arabische Nachrichtensender bestätigt, dass die meisten Toten keine Frauen und keine Kinder sind, sondern Männer im besten Kombattantenalter. Al Jazeera hat durch seine Statistik bewiesen, dass sich die Armee des Judenstaates im höchsten Maße ethisch verhält.

Momentan ist die deutsche Presse bei Weitem Israel freundlicher als beim letzten Gazakrieg vor nicht ganz zwei Jahren. Bisher habe ich in meiner Lokalzeitung, den Dürener Nachrichten, keinen einzigen antisemitischen Leserbrief gelesen, was in diesem Blatt ansonsten nicht ungewöhnlich ist. Selbst der „Freitag“, dessen Verleger Aussprüche tätigt, die das Simon-Wiesenthal-Center in einer jährlich erscheinenden Liste zu den zehn größten antisemitischen Verunglimpfungen weltweit gezählt hat, publiziert neben antisemitischen auch israelfreundliche Artikel. Und das nicht erst, seitdem ich dort schreibe.

Wenn mein Eindruck stimmt, dass die Presse weniger israelfeindlich geworden ist, dann stellt sich sofort die Frage nach dem „Warum“. Mir ist nach langem Nachdenken nur eine Antwort übrig geblieben. Es hängt mit dem neuen, dem islamischen Antisemitismus zusammen.

Der islamische, nicht islamistische, Antisemitismus ist nicht ganz neu, drängt sich jedoch zum Anlass des jetzigen Krieges vor und wird gut vernommen. Es handelt sich nicht um einen islamistischen Antisemitismus, denn der islamistische Antisemitismus ist unbedeutend. Zwar foltern und morden Islamisten auch Christen und seltener Juden, wie in Assyrien, Ägypten und Gaza, denn die Islamisten bevorzugen Muslime, die der falschen Konfession angehören oder sonstwie gottlos sind. So hat die islamistische Hamas, die seit Jahren in Gaza herrscht, mehrere Tausende von Muslimen auf dem Gewissen, die sie als Selbstmordattentäter und lebende Schutzschilder benutzt und Israel als Kanonenfutter vorwirft. Die islamistische und antisemitische Hamas tötet bedeutend mehr Muslime als Juden!

Die muslimischen Antisemiten Deutschlands und Europas rekrutieren sich aus der zweiten und dritten Generation von Einwanderern, denen warum auch immer die Integration nicht gelungen ist. Richtigerweise können sie nicht zwischen Juden und Israel unterscheiden wie die – ich nenne sie hier zur eindeutigen Unterscheidung – arischen Antisemiten, die vorgeben Antizionisten oder feiner – Israelkritiker zu sein, aber keine Antisemiten. Nach Auschwitz lehnt es der arische Antisemit ab, als Antisemit bezeichnet zu werden. Der muslimische Antisemit ist dem arischen Antisemiten oberpeinlich. Der arische Antisemiten will sich vom muslimischen Antisemiten distanzieren, weil dieser die saubere arische Trennung zwischen Israel- und Judenhass verwischt. Deshalb bestehen der arische Antisemit und die Gutmenschen in seinem Gefolge darauf, dass es sich beim islamischen Antisemitismus eigentlich um islamistischen Antisemitismus handelt.

Manche tumbe arische Antisemiten, wie Neonazis, Linksjugend aus Essen und Ähnliche, freuen sich noch, wenn muslimische Antisemiten an ihren Demonstrationen teilnehmen. Ihre linken Vorgesetzten quälen sich, die gerade Ideologie zu verkrümmen.

Genauso wie die Hamas Israel mit dem Tod von Muslimen droht, könnten wir Israelfreunde dem bürgerlichen Antizionisten mit muslimischen Antisemitismus drohen. Diese Drohung reicht aus, damit bürgerliche, zum Antizionismus, also Antisemitismus neigende Zeitungen wie die Dürener oder Aachener Zeitung auf Israel feindliche, also antisemitische Leserbriefe und Artikel verzichten.

Doch was können wir gegen den muslimischen Antisemitismus tun?

Die meisten gut integrierten Muslime sind keine Antisemiten, und wenn doch, dann übernehmen sie den arischen Antisemitismus. Wenn wir folglich den Juden und Israel hassenden Muslimen helfen würden, sich zu integrieren, dann würde ein Teil den arischen Antisemitismus annehmen.

Zurück zum Thema. Was können wir tun, um die Berichterstattung über Israel für uns angenehmer, also fair zu gestalten?

Es gibt in Deutschland eine jüdische Presse, die vor allem von Juden und Freunden Israels konsumiert wird. Die Berichterstattung mag fair sein, sie erreicht leider nicht diejenigen, die wir beeinflussen wollen.

Wir müssen die Medienlandschaft aufmischen. Hier sind wir unseren Feinden weit überlegen, die unfähig sind, einen Gedanken logisch zu Ende zu führen und ihn niederzuschreiben. Dank Internet kann jeder einen Leserbrief schreiben, der innerhalb weniger Minuten nach erfolgreich bestandener Zensur für alle sichtbar auftaucht. Wer sich zutraut, kann in Online-Zeitungen längere Artikel publizieren und sein faire Meinung zu Israel der Öffentlichkeit kund tun. Auch ist es nicht schwer, einen Blog zu schreiben. Doch hier fehlt es an effektiver Zusammenarbeit. Es ist von Vorteil, wenn mehrere Israelfreunde zusammen einen Blog erstellen.

Hier ende ich und wiederhole die prophetischen Worte George Orwells, die er in “Animal Farm” geschrieben hat:

“Demonstrieren ist gut, schreiben ist besser!”

Veröffentlicht unter Fremde Feder | 179 Kommentare

Kritik an Israel ist nicht mutig!

Solange ein Jürgen Todenhöfer für seine einseitige Kritik gegen Israel binnen weniger Stunden 50.000 Likes auf Facebook bekommt und von ARD bis ZDF in den Gesprächsrunden und Nachrichten des Fernsehens und Radios als Experte für dies und das durchgereicht wird, möge mir keiner sagen, Kritik an Israel sei schwer möglich und mutig.

Kritik an Israel ist Normalität. Beim einem Tagesgespräch vom WDR5 zum Thema Israel am 23. Juli 2014 riefen acht Hörerinnen und Hörer an. Sieben davon kritisierten Israel, eine Hamas und Israel. Hundert Prozent der Anruferinnen und Anrufer kritisierten somit Israel! Dennoch erklärten viele von den Anrufern, Kritik an Israel sei nur schwer möglich. 100% ist nicht schwer möglich? 100% ist 100% möglich!

Wer behauptet, man könne in Deutschland Israel nicht kritisieren und das obwohl die ganze Zeit schon Israel kritisiert wird, ist nicht mutig, sondern einem Wahn verfallen!

Das Schlimmste, was einen Israelkritiker in Deutschland passieren kann, ist Widerspruch.

Wer jedoch wissen möchte, was in Deutschland wirklich gefährlich ist, der stelle sich einfach mal mit Israelfahne irgendwo hin und erkläre seine Solidarität mit Israel. Wer wissen möchte, was mutig ist, ziehe sich eine Kippa auf und gehe vor einer Synagoge auf und ab, während Demonstranten “Kindermörder Israel” brüllen!

Es sind nicht die Moscheen in Deutschland, die in den letzten Tagen geschändet wurden, nicht mal die, in denen Hass gepredigt wird. Es sind die Synagogen in Deutschland, die angegriffen und beschmiert werden, mit “Heil Hitler” und Hakenkreuzen, egal was darin geschieht. Es reicht den Judenhassern, dass es jüdische Gebäude sind.

Ich habe einen Vorschlag für unsere unabhängigen und ausgewogenen öffentlich-rechtlichen Medien. Macht einmal folgenden Versuch: Begleitet ein paar Menschen, die mal mit der Israelfahne irgendwo stehen und dann mit der Palästinaflagge. Filmt sie dabei mit versteckter Kamera und schaut, was geschieht. Ich wette, das Ergebnis wird die Augen öffnen, was in Deutschland gefährlich und mutig ist. Es wird auch zeigen, gegen wen sich der Hass richtet und vor allem, wer den Hass sät.

Das wäre mal mutiger Journalismus.

Veröffentlicht unter Antisemitismus, Deutschland, Israel, Philosophie, Politik | 29 Kommentare

Offener Brief an Jürgen Todenhöfer

tapferimnirgendwo:

“Haben Sie gewusst, dass Israel beim vollständigen Abzug aus Gaza vor neun Jahren 3000 Gewächshäuser intakt zurückgelassen hat, die von den Menschen, die Ihnen so am Herzen liegen, in Nullkommanix zerstört wurden?”

Claudio Casula antwortet Jürgen Todenhöfer und stellt klar, wer die Schuldigen am Leid der Palästinenser im Gazastreifen sind. Die Hamas!

Ursprünglich veröffentlicht auf Spirit of Entebbe:

Sehr von Antisemiten verehrter Herr Todenhöfer,

Ministerpräsident Netanyahu ist derzeit mit wichtigeren Aufgaben beschäftigt, als Offene Briefe mediengeiler Ex-Politiker zu lesen, die auch noch auf Deutsch verfasst sind, weil sie sich ohnehin nicht an ihn, sondern an ein einschlägiges Publikum richten.

Daher, wenn Sie erlauben: Darf ich Ihnen mitten auf Ihrer beeindruckenden Selbstdarstellungstournee ein paar Fragen stellen? Als Deutscher, der weiß, dass man aus unserer Geschichte nicht unbedingt gelernt haben muss, den Juden zu raten, sich nicht gegen ihre Todfeinde zu verteidigen und der den Antisemitismus nicht nur pro forma ablehnt, weshalb er sich nicht ausgerechnet auf den einzigen jüdischen unter den 200 Staaten dieser Welt einschießt?

Haben Sie sich schon einmal vorgestellt, wie es wäre, nicht nach Gaza zu fahren, um vor der Kamera den Vater Teresa der leidenden Palästinenser zu geben, sondern wenigstens ein einziges Mal nüchtern zu beobachten, was sich dort seit Jahrzehnten tut? Wenn Sie schon…

Original ansehen noch 663 Wörter

Veröffentlicht unter Nachrichten | 3 Kommentare

Eine Erwiderung auf Michael Ulbts

Für den Blog von Manuel Wolff hat Michael Ulbts einen Kommentar zum aktuellen Krieg zwischen Israel und Gaza geschrieben. Ich erwidere seinen Kommentar aus einem einfachen Grund: Ich teile seine Sehnsucht nach Frieden im Nahen Osten. Ich fürchte jedoch, Michael Ulbts unterschätzt die Macht und die Kompromisslosigkeit des Judenhass.

Wenn ich mir nur anschaue, wie der Konflikt hier in Deutschland geführt wird, so muss ich erkennen, dass es Anschläge auf Juden und Synagogen gibt, die aus der Mitte vermeintlich pro-palästinensischer Sympathisanten begangen werden. Sämtliche pro-israelische Demonstrationen in Deutschland hingegen verliefen friedlich.

In Deutschland werden Juden massiv bedroht. Synagogen in Wuppertal, Essen und Aachen werden angegriffen, jüdische Einrichtungen mit “Heil Hitler” und Hakenkreuzen beschmiert und die Rufe “Juden ins Gas” und “Adolf Hitler” schallen über deutsche Straßen. In Frankreich ist es sogar noch schlimmer. Dort kam es mittlerweile zu einen Pogrom. In den letzten Jahren wurden in Frankreich sogar Juden ermordet.

Am 21. Januar 2006 wurde in Frankreich Ilan Halimi von einer Gruppe muslimischer Einwanderer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen zu Tode gefoltert, weil er Jude war. Am 19. März 2012 wurden vier Menschen vor einer jüdischen Schule in Toulouse getötet, drei der Opfer waren Kinder.

Keine Horde jüdischer Halbstarker kam damals auf die Idee auf die Straße zu stürmen, um “Kindermörder Muslime” zu brüllen und es gab keine Anschläge auf Moscheen. Egal was in manchen islamistischen Ländern passiert, von Homosexuellen, die gehängt und Frauen, die gesteinigt werden, nichts rechtfertigt einen Angriff auf eine Moschee, nichts ein Angriff auf eine Synagoge:

Dies betont auch Michael Ulbts: “Wie blöd muss man eigentlich sein, zu glauben, dass wenn man hier in Deutschland beispielsweise durch die Gegend rennt und vermummt in einer Gruppe judenfeindlichen Schwachsinn brüllt, dass dies irgendeine Auswirkung auf den Konflikt hat?”

Leider betont er nicht, dass in Deutschland und Europa kollektive Verurteilung und Hass in dieser brutalen Gewalttätigkeit nur von einer Seite ausgeht, nämlich von der vermeintlich pro-palästinensischen Seite. Es gab keine Anschläge auf Moscheen und keine Vernichtungsrufe gegen Muslime. Hier in Deutschland unterscheiden sich pro-israelische und vermeintlich pro-palästinensische Demonstrationen klar in der Verteilung von Hass und Gewaltbereitschaft. Dies darf nicht geleugnet werden! Der Unterschied hat auch einen Namen: Judenhass! Und der Judenhass ist mächtig und kompromisslos.

Ich teile die Sehnsucht des Autors nach Frieden und ich teile seine Bestürzung über jedes tote Kind. Golda Meir, die ehemalige Premierministerin Israels, sagte einst:

“Wir können den Araber vergeben, dass sie unsere Kinder töten. Wir können ihnen nicht vergeben, dass sie uns zwingen, ihre Kinder zu töten. Wir werden erst Frieden mit den Arabern haben, wenn sie ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen.”

Golda Meir, Michael Ulbts und ich wir haben eine Sache gemeinsam: Wir hassen es, wenn Kinder leiden müssen, selbst wenn es vom Hass zerfressene Kinder sind, deren Seelen und Körper von der Hamas missbraucht wurden, damit die kleinen Hände und Füße einst Märtyrer (sprich: Judenmörder) werden. Ich verstehe Michael Ulbts Sehnsucht nach einer einfachen und friedlichen Lösung! Nichts anderes wünscht sich Israel. Israel ist eine marktwirtschaftliche Demokratie und daher tausend Mal lieber von Geschäftspartnern umgeben, als von Feinden. Israel will den Krieg nicht! Die Hamas braucht ihn!

Darum bin ich froh, dass Israel Waffen hat, um die Kinder zu beschützen! Die Hamas nämlich benutzt ihre Kinder, um Waffen zu schützen. Es ist der Horror. Es sterben Kinder!

Die Hamas tötet Kinder. Es ist bei ihr Methode. Zunächst will die Hamas alle Juden, also auch die Kinder, töten, so steht es in Artikel 7 der Hamascharta. Für dieses Ziel opfert die Hamas ihre eigenen Kinder, so wie es die Nazis einst mit den Flakhelfern taten.

Es ist somit klar, auf welcher Seite die Kindermörder. Es sind nicht die, die hier in Europa schon seit Jahrhunderten regelmäßig als Kindermörder bezeichnet werden, es ist die Hamas!

Ich sehne mich nach Frieden, aber deshalb stelle ich nicht das Recht Israels in Frage, sich zu verteidigen und nutze meine Kritik und Empörung, um sie gegen die Schuldigen dieses Kriegs zu richten. Es ist die Hamas! Dort steckt der Hass.

Der Hass, der teilweise in den palästinensischen Gebieten herrscht, ist beängstigend und durch nichts zu rechtfertigen. Es hat nichts damit zu tun, dass die Hassenden Muslime sind, denn über eine Millionen Muslime leben in Israel und zeigen, dass Juden und Muslime friedlich zusammen leben können. Die Muslime in Gaza wurden vergiftet. Das Gift heißt Judenhass! Minister der Hamas rufen zur Vernichtung aller Juden auf und die Schulpläne und Kinderprogramme in Gaza lehren die Lust am Judenmord! Jüdische Terroristen, die Muslime töten, werden von Staat Israel verurteilt. Muslimische Terroristen, die Juden morden, werden gefeiert und bekommen Straßen nach sich benannt!

Die jahrzehntelange judenfeindliche Propaganda hat Früchte hinterlassen. Die Mehrheit in Gaza möchte zwar Frieden, aber nicht einen Frieden mit sondern einen Frieden von Juden! Laut einer Studie des Washington Instituts aus dem Jahr 2014 wünschen sich über Zweidrittel aller Menschen in Gaza, dass ganz Israel vernichtet werden soll. Juden sollen in Palästina nicht leben dürfen.

Im September des Jahres 2005 verließen die letzten Juden den Gazastreifen über den Grenzübergang Kissufim. Israel hatte zugestimmt, es einmal so zu versuchen, wie es viele Israelkritiker vorschlagen, nämliche alle jüdischen Siedler aus dem Gazastreifen zu vertreiben. Für viele sind die jüdischen Siedler ja bis heute das Problem. Der Abzug der jüdischen Siedler wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Kurz darauf wurden Israel aus dem “judenreinen” Gazastreifen mit Raketen beschossen.

Die jüdischen Siedler waren somit nicht das Problem, weil sie Siedler waren, sondern weil sie Juden sind. Als sie nämlich aufhörten, Siedler zu sein, wurden sie dennoch von der Hamas weiter bekämpft. Der Grund? Weil sie Juden sind! Judenhass ist mächtig und kompromisslos!

Wer glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen.

Juden, die siedeln und Häuser bauen, sind niemals ein Problem! Sie sind es nicht in Israel, nicht in Amerika und nicht in Europa. Sie sollten es auch nicht in den Ländern des Nahen Ostens sein! Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel. In Deutschland gibt es jüdisch, muslimisch und christlich geprägte Viertel. Nur wenige sehen in ihnen ein Friedenshindernis. Sie werden vielmehr als eine kulturelle Bereicherung verstanden und gelten als Unterstützung für ein friedliches Miteinander, da sie Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz zu fördern vermögen. In Köln gibt es die überwiegend muslimisch geprägten Keupstraße und in Paris den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis, sondern gelebte Demokratie.n. Die jüdischen Siedler waren somit nicht das Problem, weil sie Siedler waren, sondern weil sie Juden sind. Als sie aufhörten, Siedler zu sein, wurden sie von der Hamas dennoch weiter bekämpft, weil sie Juden sind!

Ich fürchte, Michael Ulbts unterschätzt die Macht und Kompromisslosigkeit des Judenhass. Albert Einstein sagte einst:

„Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“

Veröffentlicht unter Israel, Palästina, Politik | 46 Kommentare

9. Goldener Orwell für die Frankfurter Rundschau

In unregelmäßigen Abständen vergibt Tapfer im Nirgendwo den Goldenen Orwell.

Der Goldene Orwell wird an sogenannte Qualitätsmedien für Berichte verliehen, die dem Parteislogan aus George Orwells Roman “1984” alle Ehre machen: “Krieg ist Frieden!”

Unbedingte Vorraussetzung für den Goldenen Orwell ist die ideologische Verdrehung einer Nachricht in ihr genaues Gegenteil, zum Wohle des besseren Einfügens in ein gefestigtes Weltbild.

Der 9. Goldene Orwell geht an die Frankfurter Rundschau für diese Nachricht:

20140727-163219-59539663.jpg

“Israel nimmt seine Angriffe auf den Gazastreifen wieder auf und beendet damit die auf Bitten der Vereinten Nationen zustande gekommene Waffenruhe. Militante Palästinenser hatten zuvor erneut israelische Ortschaften mit Raketen beschossen.”

Israel hat die Waffenruhe nicht beendet. Es war offenkundig die Hamas! Eine Waffenruhe beendet der, der zuerst schießt. Danach fallen alle Schüsse im Gefecht! Der erste Satz der Nachricht ist somit eine glasklare Lüge! Eine Lüge jedoch, die ins Weltbild der Redaktion der Frankfurter Rundschau besser zu passen scheint als die Wahrheit!

Veröffentlicht unter Goldener Orwell | 41 Kommentare

Der Nathan-Fluch

Wenn ich mir die brutale, einseitige und jeglicher Empathie beraubte Kritik an Israel anschaue, dann habe ich das Gefühl, ein ganz besonderer Fluch lastet auf den Staat Israel. Es ist ein deutscher Fluch: der Nathan-Fluch.

Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing ist ein aufgeklärter, guter Jude, der jenseits aller menschlichen Eigenarten und Schwächen deutsches Sinnbild für den verständnisvollen, vergebenden und vor allem unreligiösen Juden geworden ist. Während allen Figuren in Lessings Stück Schwächen und religiöse Eigenarten zugesprochen bekommen, thront die Idee des Nathans über alle Menschen und wird so zu einer bloßen Schablone. Diese übertrieben positive Bild vom Juden Nathan ist für heutige Juden zum Fluch geworden.

Stellen wir uns nur einmal vor, was geschehen würde, wenn Nathan auf einmal menschliche Züge bekäme, wenn er Gefühle, Zorn und Rache entwickeln würde. Nathan ist ein Jude, der gerade deshalb so beliebt ist, weil er mehr Idee als Mensch ist. Lessing hat die Ideen der Aufklärung auf das Judentum projiziert und seitdem werden Juden zu einer kompromisslosen Einhaltung dieser Prinzipien in einer Art und Weise verpflichtet, wie sie sonst keinem anderen Menschen abverlangt werden.

Solange Juden in Ablehnung von Gewalt zu Opfern werden, solange sie wie Nathan höchstens ihre Rhetorik als Waffe einsetzen, wenn ihnen die Worte Tut nichts! Der Jude wird verbrannt!” entgegengeschmettert werden, solange sie ganz friedlich bleiben, sind sie den Mitmenschen Willkommen. Sobald sie aber beginnen, sich zu wehren, schlägt die angebliche Sympathie in bittere Apathie um.

Der Jude hat verständnisvoll und vergebend zu sein, um von seiner Umwelt geliebt zu werden. Es ist genau diese Anforderung der Welt an Juden, die einem anderen bekannten Juden aus der Theatergeschichte zum Verhängnis wird: Shakespeares Shylock aus dem Stück „Der Kaufmann von Venedig“.

20140515-121421.jpg

Shylock ist ein ganz gewöhnlicher Mensch, der sich irgendwann schlicht weigert, die Schmach der Unterdrückung einfach hinzunehmen. Nicht selten wird Shylock als Zerrbild des zornigen, gierigen Juden verstanden. Wenn man das Stück jedoch liest, wird klar, was schon Heinrich Heine erkannte: Shylock ist ein Mensch, dem Unrecht geschieht und sich wehrt. Wie sehr Heinrich Heine die Figur des Shylocks und somit auch das Stück „Der Kaufmann von Venedig“ mochte, wird allein schon an der Tatsache deutlich, dass er eines seiner berühmtestes Gedichte, nämlich „Die Lore-Ley“ mit den Anfangsworten dieses Stücks von Shakespeare beginnen lässt: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin.“

20140515-121454.jpg

Während sämtliche Christen in Shakespeares Stück nicht in der Lage sind, ihre eigenen christlichen Prinzipien zu leben, fordern sie von dem Juden eben genau diese Verhaltensweise und bestrafen ihn umso heftiger, als sich herausstellt, dass er den christlichen Geboten nicht mehr folgen möchte oder kann als jeder andere Christ. Shylock will und kann nicht besser sein als alle anderen Menschen. Er ist kein Übermensch und bringt dies auch mit folgenden Worten auf den Punkt:

Hat nicht ein Jude Augen? Hat nicht ein Jude Hände, Gliedmaßen, Werkzeuge, Sinne, Neigungen, Leidenschaften? Mit derselben Speise genährt, mit denselben Waffen verletzt, denselben Krankheiten unterworfen, mit denselben Mitteln geheilt, gewärmt und gekältet von eben dem Winter und Sommer als ein Christ? Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht? Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht rächen? Sind wir euch in allen Dingen ähnlich, so wollen wir’s euch auch darin gleich tun. Wenn ein Jude einen Christen beleidigt, was ist seine Demut? Rache. Wenn ein Christ einen Juden beleidigt, was muss seine Geduld sein nach christlichem Vorbild? Nu, Rache.

20140515-121428.jpg

Shylock ist im Gegensatz zu Nathan ein Mensch, mit Gefühlen und Ängsten. Wie jeder Mensch, der bedroht oder angegriffen wird, verteidigt er sich, schützt sein Leben und versetzt zur Not auch seine Umwelt in Angst und Schrecken, so dies die einzige Möglichkeit ist, das eigene Leben zu bewahren.

Genau diese Menschlichkeit wird Juden heutzutage verwehrt. Es reicht schon ein Blick in die Organisation der Vereinten Nationen. Während in den letzten Jahrzehnten übelste Menschheitsverbrechen in Ruanda, Kambodscha, Srebrenica stattgefunden haben und im Irak, Iran, Nord-Korea Menschen in absoluter Unterdrückung lebten und leben, haben die Vereinten Nationen mehr Resolutionen gegen Israel verabschiedet als gegen alle anderen Nationen zusammen! In einer manischen Fixiertheit auf nur 0,1% der gesamten Weltbevölkerung, denn dies ist der prozentuelle Anteil der Israelis auf der Erde, sehen die Vereinten Nationen ein Volk, dem ganz besondere Aufmerksamkeit zu Teil werden muss. Während 99,9% der Welt mit geradezu christlicher Milde beäugt werden, müssen die restlichen 0,1% die volle Last der Aufklärung auf ihre Schultern laden.

Alle Juden der Welt zusammengenommen ergeben gerade mal 0,22% der Gesammtbevölkerung. 99,78% der Bevölkerung werden somit von Nicht-Juden gestellt. Dennoch hält sich der wackere Glaube vom starken und stets präsenten Juden. Es ist geradezu amüsant wieviel Menschen an die Macht der Juden glauben. Wenn man diese Menschen nun fragt, wie es denn um den Einfluss der Holländer (0,25% der Gesamtbevölkerung), der Deutschen (1,22%), der Chinesen (19,5 %), der Muslime (19,26%) oder der Christen (31,11%), bestellt sei, schauen diese Menschen nur ganz verwirrt, ganz so als habe man gerade eine völlig absurde Frage gestellt. Nur die Frage nach dem Einfluss der Juden ist selbstverständlich nicht absurd. Die Juden sind halt etwas ganz Besonderes. Und weil sie so ganz besonders sind, müssen sie sich auch ganz besonders benehmen. Sie sollen brav und anständig sein, wie ein wohlerzogenes Kind, das zur Vergewaltigung zum lieben Onkel geschickt wird. Solange sich Juden schön abschlachten lassen, werden sie von allen geliebt; aber wehe, sie fangen an, sich zu wehren, dann hört der Spaß auf. Der Journalist Henryk M. Broder hat es auf diese einfache Formel gebracht:

“Es ist einfacher, Kränze vor toten Juden abzuwerfen, als sich mit lebenden auseinanderzusetzen.”

Juden dürfen auf keinen Fall auffallen. Zur Not müssen sie ganz einfach verschwinden, wie Shylock. Als Shylock sich weigert, das Prinzip der Vergebung zu leben, wird er von Portia, die ebenfalls jede Vergebung fahren lässt, brutal bestraft. Im vierten Akt von Shakespeares “Der Kaufmann von Venedig” spricht Shylock seine letzten Sätze und taucht im fünften und finalen Akt nicht mehr auf.

20140515-121446.jpg

Im letzten Akt ist Venedig judenrein, so wie es die Nazis einst mit der ganzen Welt vor hatten und wie es Gaza heute ist. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden den Gazastreifen über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”.

Ständig ist von palästinensichen Organisationen, aber auch von vielen europäischen und amerikanischen Regierungen die Forderung zu vernehmen, erst einmal mögen alle jüdischen Siedler verschwinden, bevor ein palästinenischer Staat gegründet werden könne, denn nur ein „judenreines“ Palästina sei ein wahres Palästina. Es gibt Minister, die kein Blatt vor dem Mund nehmen. Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, sprach am 28. Februar 2010:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Die Hamas-Charta erklärt im Artikel 7:

Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!

Der Hitlergruß gehört schon lange zum Repertoire dieser und ähnlicher Bewegungen, wie diese Bilder der Hisbollah und der Hamas belegen.

Hamas hat verwirklicht, woran Hitler gescheitert ist.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es viele jüdische Siedlungen in Europa. Sie wurden Schtetl genannt. Für die Nazis waren diese Schtetl illegale jüdische Siedlungen, die sie vernichteten und mit ihnen einen Großteil der jüdischen Bevölkerung Europas. Letztendlich scheiterten die Nazis jedoch mit ihrem Versuch, Europa “judenrein” zu machen. Hamas allerdings scheiterte nicht. Alle jüdischen Siedler wurden 2005 aus dem Gazastreifen vertrieben. In Folge wurde Israel dann jedoch aus dem “judenreinen” Gaza mit tausenden von Raketen beschossen. Die jüdischen Siedler waren somit nicht das Problem, weil sie Siedler waren, sondern weil sie Juden sind. Als sie aufhörten, Siedler zu sein, wurden sie von der Hamas dennoch weiter bekämpft, weil sie Juden sind!

Wer glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen.

Juden, die siedeln und Häuser bauen, sind niemals ein Problem! Sie sind es nicht in Israel, nicht in Amerika und nicht in Europa. Sie sollten es auch nicht in den Ländern des Nahen Ostens sein! Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel. In Deutschland gibt es jüdisch, muslimisch und christlich geprägte Viertel. Nur wenige sehen in ihnen ein Friedenshindernis. Sie werden vielmehr als eine kulturelle Bereicherung verstanden und gelten als Unterstützung für ein friedliches Miteinander, da sie Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz zu fördern vermögen. In Köln gibt es die überwiegend muslimisch geprägten Keupstraße und in Paris den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis, sondern gelebte Demokratie.

Israel ist eine Demokratie, in der jede Kritik, sogar die dümmste und die brutalste Kritik, erlaubt ist und artikuliert wird. In Jordanien, Libanon, Syrien, Gaza, Westjordanland aber haben Palästinenser diese Rechte nicht. Warum also werden diese dort von Arabern unterdrückten Palästinenser nicht gestärkt?

Warum nicht dort die Rechte von Palästinensern fordern, wo sie nicht vorhanden sind, statt ständig das Land zu kritisieren, das ihnen diese Rechte garantiert?

Vielen Menschen, die vorgeben, solidarisch auf der Seite der Palästinenser zu sein, sind Palästinenser in Wirklichkeit vollkommen egal. Sie sind einfach nur gegen Juden! Daher verbünden sie sich mit den Feinden der Juden. Wenn diese Feinde behaupten, Palästinenser könnten keine Juden sein, weil Juden die Feinde von Palästinenser seien, dann verstehen sie das sofort und übernehmen die Rhetorik gerne.

Wer behautet, jüdische Siedlungen seien illegal, wer erklärt, es dürfe einen Ort geben, an denen Juden nur aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit das Bauen und Siedeln verboten wird, ist ein Antisemit! Wer Juden nur mag, wenn sie keine Siedler sind und Israel kritisieren ist ein Philosemit!

Islamisten hassen Juden, wie Nazis Juden hassen. Deshalb ist Gaza heute so “judenrein”, wie die Nazis damals ein “judenreines” Deutschland wollten. Islamisten hassen Israel, weil Israel ein jüdischer Staat ist. Deshalb wollen sie ihn vernichten und deshalb ist Israel für sie ein Besatzer. Selbst der toleranteste und bescheidenste jüdische Siedler, der mit Politik nichts am Hut hat und nicht im Geringsten die Absicht verfolgt, Land für Israel zu gewinnen, sondern nur mit seiner Familie in einem friedlichen Haus mit Garten leben möchte, hat zu verschwinden. Es sind nämlich nicht seine politischen Überzeugungen oder seine israelische Staatsangehörigkeit, die dem Islamisten stören, sondern ausschließlich die Tatsache, dass er Jude ist. In Hebron zum Beispiel wurden 1929 nach einem Massaker an Juden alle überlebenden Juden vertrieben. Israel gab es damals noch nicht!

Der Hass auf Juden versteckt sich heute hinter der Kritik an Israel und eine Menge Menschen stimmen in den Chor ein. Als Israelkritik getarnten Judenhass findet man heute überall.

In der deutschen Politik
Im deutschen Bundestag
In den Vereinten Nationen
In der Europäischen Union
Im Theater
In der Gesellschaft
In der Hamas

Die Leute von der Hamas sind da ungleich ehrlicher. Sie verstecken sich nicht hinter Israelkritik sondern posaunen ihren Judenhass offen hinaus. In dieser Rede zum Beispiel werden Juden zu einer Gefahr erklärt, die schlimmer sind als Ungeziefer und Bakterien:

Hier erklärt eine Regierungsmitglied des Parlaments in Gaza, dass seine Partei und der ganze Islam die Arbeit der Nazis weiterführen soll. “Die Deutschen haben die Juden bestraft. Es ist an uns, diese Arbeit nun zu wiederholen.”

Dieses Video zeigt Kinder, die “Tötet die Juden” brüllen und Juden zu Schweinen erklären, alles im öffentlichen Fernsehen:

Und dann gibt es noch Worte wie diese:

„Der größten Feinden eines jeden Muslims nach dem Teufel sind die Juden! Wer sagt das? Gott sagt das!“ (Al-Rahma TV (Ägypten), 9. Januar 2009)

„Unser Hass auf die Juden ist in unserem Glauben begründet! Der Koran sagt uns, sie zu hassen, nicht sie zu lieben.“ (Al-Nas TV (Ägypten), 8. Januar 2008)

„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben. Hahahahaha!“ (Wiam Wahhab, ehemaliger libanesischer Minister, auf Al-Jadid/New TV (Libanon) 4. Juli 2010)

Warum ist es für einen möglichen zukünftigen palästinensischen Staat unzumutbar, jüdische Bürger zu tolerieren?

Warum ist es schlimmer Häuser zu bauen, als Häuser zu bebomben?

Warum ist es akzeptabler, Juden zu hassen, statt Siedler zu sein?

Warum wurde im Jahre 2010 ein Brandanschlag auf eine deutsche Synagoge verübt, wenn Juden in Palästina Siedlungen bauen?

Warum müssen israelische Regierungen immer erklären, dass sie für eine Zwei-Staaten-Lösung sind, obwohl in den letzten 30 Jahren nicht ein palästinensischer Vertreter für eine solche Lösung eingetreten ist, geschweigedenn einen Frieden mit Israel angeboten hat?

Warum wird Israel für die Grenzpolitik zum Gazastreifen kritisiert, eine Grenze, die sich regelmäßig für Hilfsgüter öffnet, während Ägypten für die fest geschlossene Grenze zum selben Gazastreifen nicht kritisiert wird?

Warum soll Israel seine Grenze zum verfeindeten Gazastreifen öffnen, während Agypten die Grenze zum selben aber befreundeten Gazastreifen geschlossen halten darf?

Warum fordert niemand von einem zukünftigen palästinensischen Staat, dass er Frauen und Männer, Homos und Heteros, Juden und Palästinenser mit gleichen Rechten und Pflichten vor dem Gesetz ausstattet?

Warum werden im Jahr 2014 Synagogen geschändet mit “Heil Hitler” und Hakenkreuzen, während Demonstranten auf deutschen Straßen “Juden ins Gas” und “Adolf Hitler” brüllen?

Warum müssen in Europa Juden um ihr Leben fürchten, wenn Menschen die Politik von Israel nicht gefällt?

Und schließlich:

Warum muss Israel ein Nathan sein, wenn alle anderen Staaten es nicht sind?

Warum soll sich Israel nicht verteidigen dürfen?

Shylock sagt:

“Sind wir euch in allen Dingen ähnlich, so wollen wir’s euch auch darin gleich tun.”

20140515-121434.jpg

20140515-121500.jpg

Auf den Bühnenbildern bin übrigens ich als Shylock in Burkhard Schmiesters Inszenierung von “Der Kaufmann von Venedig” aus dem Jahr 2009 zu sehen. Die Chefredakteurin Dorothea Marcus schrieb damals für die Theaterzeitung aKT eine interessante Kritik. Achten Sie auf die ersten beiden Sätze:

“Es ist mal wieder das Stück zur Stunde. Während Israel den Gaza-Streifen in Schutt und Asche legt, wird im Severins-Burg-Theater einer der beliebtesten Shakespeare-Abende gezeigt, an dem man sich doch so grandios verheben kann: Denn es wurde wohl kaum jemals so unverblümt ein unsympathischerer Jude gezeigt als im “Kaufmann von Vendig”. Ein rästselhaftes Drama, dem oft Antisemitismus vorgeworfen wurde – den es aber gleichzeitig vorführt und kritisiert. Denn Shylock, dem jüdischen Wucherer, wird von der eitlen Gesellschaft um Kaufmann Antonio zwar übel mitgespielt, aber er hat es ja auch geradezu verdient. Oder umgekehrt? (…)

Der 84-jährige Theodor Michael, der gerade sein 60-jähriges Bühnenjubiläum feierte, lässt seine Erfahrungen strahlen, es ist eine Freude, ihm zuzusehen. Interessant zudem, einen Schwarzen mit der Rolle des Judenhassers zu besetzen: So hebeln sich die Vorurteile selber aus und es zeigt wie willkürlich Außenseitertum ist.

Und dann kommt Gerd Buurmann ins Spiel, deklamiert auf Englisch ein Stück des Hamlet-Monologs und legt damit die Spur, wohin es gehen soll: nämlich direkt in den Wahnsinn. Er ist so lange drangsaliert worden, dass er mitlerweile dem Bild entspricht, das ihm übergestülpt wurde: zitternd und verkrümmt, mit Ticks und Ausfällen – oder eine hektische Michel Friedmann-Kopie und gleichzeitig ihre ironische Brechhung: “Woran denkt ihr, wenn ihr Jude denkt – an einen zugekoksten Fernsehmoderator?” Witzige Aktualisierungen gibt es immer wieder: Antonios Schiffe fahren für Lehman Brothers und sind unterwegs nach Island, da weiß man gleich, was aus einer Landung wird. Und es gibt durchaus schöne, stille Szenen: Shyloks Tochter Jessica (Mareike Marx) spielt ihre Rolle kühl und trocken, und zwischen den Szenepaar Porita und Bassanio schwingt eine ganz verquere Liebesgeschichte, wenn sie denkt, dass er ihre Hand nehmen will, er aber nur seine Sonnenbrille zurückhaben will.

Nach der Pause sitzt Shylock zitternd an der Bar, wurde in den Wahnsinn gemobbt und kann nicht mehr anders, als sich bösartig, engstirnig und mitleidlos zu rächen – bis er gänzlich in den Untergang getrieben wird.

Ein schlüssiger und kluger Regieansatz, getragen vom alle überragenden Schauspieler Buurmann.”

Haben Sie das gelesen?

„Während Israel den Gaza-Streifen in Schutt und Asche legt, wird im Severins-Burg-Theater einer der beliebtesten Shakespeare-Abende gezeigt.”

Der Pressesprecher der Hamas hätte diese Worte nicht besser formulieren können. Das passiert halt, wenn der Jude kein Nathan sein will! Denn einst wusste schon Lessing: am Ende bleibt Nathan allein zurück. Alleine! So dürfte sich auch gerade der Staat Israel fühlen, in einem Meer von Christen, die ihre vermeintliche Nächstenliebe in bittere Kritik ausleben.

Veröffentlicht unter Antisemitismus, Israel, Judentum, Kunst, Literatur, Theater | 16 Kommentare

Ein Brief von David Serebrjanik an den WDR

Sehr geehrte Redaktion des WDR,

Als Besitzer eines mehrfachen Migrationshintergrundes tue ich mich manchmal schwer, mich in Deutschland zu definieren. Ich bin in Usbekistan in einer jüdisch-russischen Familie geboren. Meine Eltern sind in der Ukraine zur Welt gekommen. Mein Vater ist Jude, dessen Vorfahren in Deutschland lebten. Meine Eltern und ich leben seit 16 Jahren in Deutschland. So schliesst sich der Kreis, könnte man meinen und sich einfach wohlfühlen in diesem wunderbar funktionierenden Land. Doch ich fühle mich seit einiger Zeit nicht wohl in Deutschland. Und dazu tragen die hiesigen Medien bei mit ihrer einseitigen und viel zu oft ressentimentgeladenen Berichterstattung über Israel.

Ich erwähnte, dass die Vorfahren meines Vaters aus Deutschland stammten. Aber die Vorfahren der Vorfahren stammten aus Israel. Zugegeben, das ist lange her. Zugegeben, sie haben eine lange Wanderschaft angetreten damals vor 2000 Jahren. Das Ende dieser Wanderschaft war 1948 die Errichtung eines jüdischen Staates namens Israel.

Und genau dieser Staat, sehr geehrtes WDR, scheint den Deutschen (verzeihen Sie die Verallgemeinerung) schwer im Bauch zu liegen. Der berühmt-berüchtigte Judenknax scheint es ihnen unmöglich zu machen, Israel ohne wenn und aber zu akzeptieren, es nach Kräften zu unterstützen und froh zu sein, dass die grausame deutsche Geschichte, die sich vor 70 Jahren ereignete eben Geschichte ist und Deutschland bei den heutigen Israelis eins der beliebtesten und heiss begehrten Ländern ist.

Aber nein, der kritische deutsche Geist kann nicht einfach Ruhe geben und trägt seine Schuld mit dem gleichen Stolz vor sich hin, wie es damals seine Sünde stolz vor sich hingetragen hat. Und dieser kritische Geist belehrt ständig Israel. Und berichtitet “kritisch” über jeden israelischen Pups oder Nichtpups (verzeihen Sie diesen unmöglichen und absolut unkorrekten sowie inakzeptablen Ausdruck). Dieser “kritische” Geist lässt Sie, verehrtes WDR, vorwiegend und mit vorlieb einseitig und voreingenommen über Israel berichten und Menschen in Ihre Sendungen einzuladen, die eindeutig antiisraelisch, und manchmal sogar antisemitisch eingestellt sind. Das und vieles andere, was gerade in Deutschland stattfindet macht mir persönlich das Leben hier sehr schwer und wenn Sie jetzt mir erzürnt zurufen würden “Dann gehen Sie doch nach Israel, wenn es Ihnen hier so schwer gemacht wird”, so möchte ich Ihnen sagen, dass ich schon seit einiger Zeit genau diesen Schritt zu tun beabsichtige und erwäge.

Ich erwäge es, weil auf deutschen Strassen wieder Antisemitismus erwacht und Rufe “Kindermörder Israel”, “Judenschwein” und “Juden ins Gas!” hörbar werden.

Ich erwäge es, weil Synagogen angegriffen und Juden angepöbelt, verbal und tätlich verletzt und gedemütigt werden.

Ich erwäge es, weil viel zu oft die deutschen Medien angesichts dieser Tatsachen so tun, als würde als das nicht geschehen.

Ich erwäge es, weil deutsche Medien einseitig und ressentimentgeladen über Israel berichten.

Wenn sich dies alles in der nächsten Zeit verschlimmert und nicht verbessert, wird es für mich persönlich der einzig richtige Schritt sein, dieses Land zu verlassen. Für immer.

(“Geh doch nach Israel, du Judenschwein” – das wird wahrscheinlich die endgültige Begleitmusik sein, zu der die wenigen Juden, die Deutschland noch einmal eine Chance gaben, sich anständig zu verhalten, diesem Land endgültig Adieu sagen werden. Dass diese Begleitmusik hauptsächlich NICHT aus dem Mund der “Biodeutschen” (verzeihen Sie diesen wirklich scheusslichen Ausdruck) erklingt, sondern von unseren “Wutbürgern mit moslemischem Migrationshintergrund” intoniert wird, ändert leider nichts an der Tatsache, dass der Judenhass auf den deutschen Strassen wieder spürbar und hörbar ist).

Ich hoffe sehr, dass die Situation sich ändert. Ich hoffe sehr, dass die Medien hierzulande sich auf ihre Menschlichkeit, Fairness und Verpflichtung zur Wahrheit besinnen. Und ich hoffe sehr, sehr geehrtes WDR, dass Sie in der Zukunft nicht nur offensichtliche Israelhasser, die sich als wohlmeinende “Kritiker” tarnen zu den Interviews einladen, sondern solche Menschen, wie zum Beispiel Gerd Buurmann, Autor, Journalist und Schauspieler aus Köln.

Wenn Menschen, wie Gerd Buurmann, die ehrlich, unvoreingenommen und faktengetreu über Israel berichten in diesem Land gleich hörbar werden, wie die “wohlmeinende Kritiker”, dann werden sich Juden in Deutschland wohl fühlen.

Wenn Menschen, wie Gerd Buurmann, die absolut selbstlos und ohne jeglichen finanziellen Gewinn anzustreben sich für Juden und Israel einsetzen, wenn diese Menschen die deutsche Medienlandschaft im gleichen Ausmaß prägen werden, wie die offensichtliche Lobbyisten, die ihre Meinung von finanziellen Interessen in moslemischen Ländern abhängig machen – dann werden sich Juden in diesem Land nicht verarscht, sondern akzeptiert und beschützt fühlen.

Wenn Menschen, wie Gerd Buurmann im Fernsehen und Funk hörbar und sichtbar werden – dann wird Deutschland für Juden ein liebens- und lebenswürdiges Land werden.

Lesen Sie sich mal durch den Blog von Gerd Buurmann (tapferimnirgendwo.com) und laden Sie zu einem Interview ein. Das wäre der erste Schritt in die richtige Richtung.

Mit freundlichen Grüssen,
David Serebrjanik
Pianist

***

Veröffentlicht unter Fremde Feder | 27 Kommentare