Halte durch, Jutta!

Ich bewundere Jutta Ditfurth für ihre Gradlinigkeit. Auf ihrer Facebook-Seite hat sie sich am 18. April 2014 klar von der Neuen Rheinischen Zeitung distanziert, da sie erkannt hat, mit welch kruden Verschwörungstheoretikern diese “Zeitung” zusammenarbeitet. Jutta Ditfurth schreibt:

“Ihr habt Euch mit der unerlaubten Weitergabe von meinen Texten an Ken Jebsen und mit dem heutigen Artikel von Evelyn Hecht-Galinski (NRhZ-Ausgabe vom 18.4.2014) auf die Seite Ken Jebsens und der Neuen Rechten gestellt. Ihr ergreift Partei ohne wenigstens den Versuch zu machen, in der Sache zu recherchieren! Der Antisemitismus dieser Neuen Rechten um Ken Jebsen, Jürgen Elsässer und Lars Mährholz und der Leute, die hinter ihnen stehen interessiert Euch noch nicht einmal.

Ich beende meine Zusammenarbeit mit Euch und verbiete Euch ausdrücklich jedweden Abdruck bzw. digitale Veröffentlichung und jegliche Weitergabe meiner Texte an wen auch immer.”

Ich verstehe genau, warum Jutta Ditfurth diese Entscheidung gefällt hat. Ich kenne die Neue Rheinische Zeitung und die Menschen in ihrem Umfeld nur zu gut:

Ken Jebsen, ein durchgeknattert ex-öffentlich-rechtlicher Journalist.

Walter Herrmann, ein Hasspappenmann vor dem Kölner Dom.

Klaus Franke, ein weiterer Hasspappenmann vor dem Kölner Dom.

Evelyn Hecht-Galinski, die Tochter.

Und dann gibt es noch diese Personen:

Felicia Langer, eine Bundesverdienstkreuzausgezeichnte 1. Klasse, die in der Neuen Rheinischen Zeitung veröffentlicht wurde.

Erhard Arendt, ein Rentner aus Dortmund, dessen Collage auch bei der Neuen Rheinischen Zeitung erschienen ist.

Als ich vor ein paar Jahren begann, Walter Herrmanns antisemitische Hetzwand vor dem Kölner Dom zu kritisieren, erhielt ich zwar zunächst Lob vom Simon Wiesenthal Center, geriet aber auch in den Fokus einiger der oben genannten Personen, die Jutta Ditfurth teilweise zur “Neuen Rechten” zählt. Seitdem sehe ich mich einer anhaltenden Verleumdungskampagne ausgesetzt.

Für die Neue Rheinische Zeitung bin ich nicht nur “kriminell”, sondern auch ein “gefährlicher Zionist”. Für die Arbeiterfotografie bin ich gar ein “zionistischer Propagandist”. Das von dem Rentner in Dortmund betriebene Palästina Portal wiederum stellt in regelmäßigen Abständen Collagen von mir her und vergleicht mit abwechselnd mit Mohammed, Breivik, Hitler und Voltaire. Nicht selten erhalte ich hasserfüllte Mails. In einem Brief wurde ich sogar als “Schande für Deutschland” bezeichnet. Ein Mann, der sich Tilman Knechtel nennt und behauptet, der Autor des Buches ”Die Rothschilds – Eine Familie beherrscht die Welt” zu sein, schrieb mich an und drohte mir mit einer Klage, weil ich es gewagt hatte, die Ankündigung seines Buches auf Amazon als das zu bezeichnen, was es ist, nämlich Antisemitismus. Knechtel folgte damit vermutlich der Aufforderung von Klaus Franke, der neben Walter Herrmann die antisemitische Hetzwand vor dem Kölner Dom betreibt, die Kommentarspalte auf Tapfer im Nirgendwo zu spammt und regelmäßig dazu aufruft, mich aus welchen Gründen auch immer anzuzeigen.

In den letzten Jahren wurden einige Gemeinheiten gegen mich ins Netz gestellt. Da ich Schauspieler und Theatermacher bin, habe ich dadurch manch einen Auftrag nicht bekommen. Es gibt leider viele Menschen, die sich von diesen fiesen Verleumdungen im Netz blenden lassen und ein Urteil fällen, bevor sie mich kennen gelernt haben. Ein Höhepunkt war der Tag, an dem ich in das Kölner Büro für internationale Angelegenheiten kommen sollte. Dort wartete ein Mann mit dem Namen Frieder Wolf auf mich. Ja, die Stadt Köln gönnt sich einen eigenen Außenminister. Der kölsche Außenminister erklärte mir, dass ich aufpassen solle, was ich über Köln sage und wenn ich weiter schlecht über die Stadt spräche, ich es mit ihm zu tun bekommen würde. Wäre ich von Subventionen und Kulturförderungen abhängig, könnte ich vermutlich nicht so klar und deutlich sein, aber ich bin frei! Ich nehme alle Konsequenzen in Kauf, weil ich weiß, damit etwas Notwendiges und Richtiges zu tun. Das Kölner Magazin Choices schrieb einst:

“Immer wieder bezog Buurmann in den letzten Jahren unmissverständlich Stellung zu unsäglichen antisemitischen Statements in diversen Medien und trug zur Debattenkultur in dieser Stadt womöglich mehr bei als der nur noch um PR und Anzeigengelder buhlende Zeitungsbetrieb.”

Es sind solche Worte, die mir die Kraft geben, weiterzumachen. Es ist aber auch das Vorbild von Jutta Ditfurth. Daher sage ich: Danke Jutta, halte durch!

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Heinrich Heine zu Karfreitag

Tapfer im Nirgendwo präsentiert zu Karfreitag ein Gedicht von Heinrich Heine.

Deutschland. Ein Wintermärchen
CAPUT XIII

Die Sonne ging auf bei Paderborn,
Mit sehr verdroßner Gebärde.
Sie treibt in der Tat ein verdrießlich Geschäft –
Beleuchten die dumme Erde!

Hat sie die eine Seite erhellt,
Und bringt sie mit strahlender Eile
Der andern ihr Licht, so verdunkelt schon
Sich jene mittlerweile.

Der Stein entrollt dem Sisyphus,
Der Danaiden Tonne
Wird nie gefüllt, und den Erdenball
Beleuchtet vergeblich die Sonne! –

Und als der Morgennebel zerrann,
Da sah ich am Wege ragen,
Im Frührotschein, das Bild des Manns,
Der an das Kreuz geschlagen.

Mit Wehmut erfüllt mich jedesmal
Dein Anblick, mein armer Vetter,
Der du die Welt erlösen gewollt,
Du Narr, du Menschheitsretter!

Sie haben dir übel mitgespielt,
Die Herren vom hohen Rate.
Wer hieß dich auch reden so rücksichtslos
Von der Kirche und vom Staate!

Zu deinem Malheur war die Buchdruckerei
Noch nicht in jenen Tagen
Erfunden; du hättest geschrieben ein Buch
Über die Himmelsfragen.

Der Zensor hätte gestrichen darin,
Was etwa anzüglich auf Erden,
Und liebend bewahrte dich die Zensur
Vor dem Gekreuzigtwerden.

Ach! hättest du nur einen andern Text
Zu deiner Bergpredigt genommen,
Besaßest ja Geist und Talent genug,
Und konntest schonen die Frommen!

Geldwechsler, Bankiers, hast du sogar
Mit der Peitsche gejagt aus dem Tempel –
Unglücklicher Schwärmer, jetzt hängst du am Kreuz
Als warnendes Exempel!

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Alle Jahre wieder

Wenn die Politik entscheiden kann, was auf Theaterbühnen gespielt werden darf und was nicht, sei es auch nur für einen einzigen Tag, ist das Zensur!

Morgen ist es wieder soweit! Für einen ganzen Tag wird in Deutschland die Zensur herrschen. Morgen entscheidet die Politik, was auf den Bühnen Nordrhein-Westfalens gezeigt werden darf und was nicht.

Heinrich Heine? Verboten!
Woody Allen? Verboten!
Hedwig Dohm? Verboten!
Kurt Tucholsky? Verboten!
Neil Simon? Verboten!
Felix Mendelssohn Bartholdy? Verboten!

Richard Wagner? Erlaubt!

Morgen ist Karfreitag! An diesem Tag nehmen sich einige Bundesländer in Deutschland das Recht hinaus zu entscheiden, was auf den Bühnen des Landes gezeigt werden darf! Richard Wagners “Parsifal” ist eines der wenigen Stücke, die an Karfreitag gespielt werden dürfen. Letztes Jahr zum Beispiel wurde das Werk in der Oper Köln gegeben, während allen anderen Theatern in Köln das Spielen unter Androhung empfindlicher Geldstrafen verboten wurde. Die Kölner Studiobühne zum Beispiel öffnete an dem Tag seine Tore nicht. Am 2. April 2010 jedoch öffnete sich der Vorhang in der Studiobühne und das obwohl Karfreitag war. Raten Sie mal, was an dem Tag gegeben wurde? Richtig! Wagners “Parsifal”.

“Parsifal” passt einfach zu Karfreitag in Deutschland. Nicht nur weil der letzte Aufzug der Oper an Karfreitag spielt, sondern weil das Stück so ungeheuer deutsch ist. In “Parsifal” gibt es eine Figur, die Kundry heißt und von Richard Wagner als eine Art “ewige Jüdin” angelegt ist. Kundry ist eine Frau, die Jesus auf seinem Weg zur Kreuzigung verspottet und ausgelacht hat und daher dazu verflucht wurde, in ständiger Wiederkehr durch die Welt zu wandern. Erlöst wird sie erst im dritten Akt an Karfreitag. Es ist der Tag, an dem sie Jesus erkennt und schließlich getauft wird. Mit der Taufe endet der Fluch und Kundry findet ihren Frieden.

Man kann zu der Handlung stehen, wie man will, ich erkenne dort einen gefährlichen Hang zum Antisemitismus, während ich Freunde habe, die das nicht so sehen, es ist jedoch eine Geschmacklosigkeit sondergleichen, dass gerade diese Oper zu den wenigen Stücken gehört, die an Karfreitag gezeigt werden dürfen. In der Geschichte des Christentums nämlich hatten es Juden besonders an Karfreitag schwer, wurden sie doch jahrhundertelang für den Tod von Jesus verantwortlich gemacht. Nirgends wurde dieser christliche Judenhass deutlicher propagiert, als während der Karfreitagsfürbitte für Juden, den die römischen Katholiken, Altkatholiken und manche Anglikaner über Jahrhunderte verwendeten und teilweise immer noch verwenden. Im 6. Jahrhundert tauchen die ersten Karfreitagsfürbitten auf, in denen Gott darum gebeten wird, Juden den „Schleier von ihren Herzen“ wegzunehmen, ihnen die christliche Erkenntnis zu schenken und so der „Verblendung ihres Volkes“ und „Finsternis“ zu entreißen. Ab 750 wurden Juden in den Karfreitagsfürbitten perfidis („treulos“) genannt und ihr Glauben als iudaica perfidia („jüdische Treulosigkeit“) bezeichnet. Eine zaghafte Kritik an der traditionellen Judenfürbitte wurde erst nach der Shoa formuliert, aber 2008 erlaubte Papst Benedikt XVI. eine abgeschaffte Karfreitagsfürbitte für die alte lateinische Messe schon wieder. Der Wortlaut lautet: “Lasst uns auch beten für die Juden, auf dass Gott unser Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen.”

Im “Parsifal” erkennt Kundry Jesus als Retter und wird getauft. “Parsifal” darf an Karfreitag in Deutschland gespielt werden. Alles andere ist verboten. Da kennt Deutschland nichts! An Karfreitag ist man in Deutschland entweder Christ oder hält die Fresse! Wer an Karfreitag lacht, ist ein “ewiger Jude” wie Kundry! So einfach ist das.

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Brunei fordert Todesstrafe für Homosexuelle

Man kann vom Christentum, Buddhismus und Islam sagen, was man will, eins ist klar: Wenn es sein muss, tolerieren es alle drei Religionsgemeinschaften, homosexuelle Menschen lebenslänglich wegzusperren. In Singapur und Myanmar ist der Buddhismus die vorherrschende Religion, in Bangladesch, Pakistan und Sierra Leone der Islam und in Barbados und Guyana das Christentum, in allen Ländern jedoch droht eine lebenslange Haft auf homosexuelle Handlungen. Gerade bei dem Christentum verwundert diese Haltung, verkauft sie sich doch immer mal wieder als “Religion der Liebe”. Für eine “Religion der Liebe” zeigt sie sich in manchen Ländern ziemlich kalt gegenüber Menschen, die nichts weiter tun, als sich zu lieben. Erschreckend auch, dass in diesen beiden christlichen Ländern das Staatsoberhaupt niemand Geringeres als Queen Elizabeth II ist. Wäre sie eine Drag Queen, sie hätte in diesen Ländern schon längst Zepter und Krone hingeworfen. Lisbeth ist da eben etwas anders.

Das Sultanat Brunei hat beschlossen, muslimische Schwule und Lesben ab dem 22. April 2014 zu steinigen. Eine Änderung des Strafgesetzbuchs sieht vor, dass die islamische Scharia in Brunei eingeführt werden soll. Damit reiht sich Brunei ist die Liste der Länder ein, die Homosexualität mit dem Tod bestrafen. Unter diesen Ländern finden sich bisher ausnahmslos Länder, in denen der Islam die vorherrschende Religion ist. Kein Wunder. Der Islam nennt sich ja gerne selbst “Religion des Friedens”. Frieden ist ein sehr dehnbarer Begriff. Brunei jedenfalls steht bald für einen Frieden von Homosexuellen. Es gibt eben Menschen, die den Frieden schaffen wollen, indem sie alles vernichten, was ihrem Frieden stört. Sie wollen den totalen Frieden, den ewigen Frieden! Sie meinen es nur gut!

Unter diesen Umständen präsentiertTapfer im Nirgendwo eine Liste all der Länder, in denen Homosexualität bestraft wird. Brunei steht noch unter “10 Jahre Gefängnis”. Das wird nächste Woche wohl anders sein.

Land, Kontinent, Staatsform, vorherrschende Religion.

Bußgeld:

Liberia, Afrika, Republik, Naturreligionen (um 70%)
Russland, Europa und Asien, Föderale Republik, Russisch Orthododx (über 40%)

Nicht definierte Strafe:

Angola, Afrika, Republik, Christentum (+75%)
Bhutan, Asien, Monarchie, Buddhismus (Staatsreligion)
Ghana, Afrika, Republik, Naturreligionen (um 40%)
Irak, Asien, Republik, Islam (97%)
Lesotho, Afrika, Monarchie, Christentum (um 80%)

Gefängnisstrafe von unter drei Jahren:

Swasisland, Afrika, Monarchie, Christentum (um 70%)
Libanon, Asien, Republik, Islam (59,7%)
Burundi, Afrika, Republik, Christentum (62%)
Turkmenistan*, Republik mit einer Partei, Islam (um 90%)

3 Jahre Gefängnis:

Ägypten, Afrika, Militärregierung, Islam (Staatsreligion)
Algerien, Afrika, Republik, Islam (99%)
Äthiopien, Afrika, Republik, Christentum (62,8%)
Benin, Afrika, Republik, Christentum (42,3%)
Eritrea, Afrika, Republik mit einer Partei, Islam (55%)
Guinea, Afrika, Republik, Islam (90%)
Marokko, Afrika, Monarchie, Islam (Staatsreligion)
Oman, Asien, Monarchie, Islam (Staatsreligion)
Simbabwe, Afrika, Republik, Christentum (85%)
Somalia, Afrika, Republik, Islam (Staatsreligion)
Syrien, Asien, Diktatur, Islam (um 75%)
Togo, Afrika, Republik, Naturreligionen (um 50%)
Tunesien, Afrika, Republik, Islam (Staatsreligion)
Usbekistan*, Asien, Republik, Islam (89%)

5 Jahre Gefängnis:

Kamerun, Afrika, Republik, Christentum (um 50%)
Katar, Asien, Emirat, Islam (Staatsreligion)
Libyen, Afrika, Diktatur, Islam (Staatsreligion)
Malawi, Afrika, Republik, Christentum (um 80%)
Mauritius, Afrika, Republik, Hinduismus (um 50%)
Senegal, Afrika, Republik, Islam (+90%)

7 Jahre Gefängnis:

Botswana, Afrika, Republik, Christentum (52,2%)
Kuwait, Asien, Monarchie, Islam (65%)
Samoa, Ozeanien, Republik, Christentum (+90%)

10 Jahre Gefängnis:

Bahrain, Asien, Monarchie, Islam (81,2%)
Belize, Amerika, Monarchie, Christentum (+75%)
Brunei, Asien, Monarchie, Islam (um 67%)
Grenada, Amerika, Monarchie, Christentum (99,9%)
Jamaika, Amerika, Monarchie, Christentum (+70%)
Malediven, Asien, Republik, Islam (Staatsreligion)
Palau, Ozeanien, Republik, Christentum (+80%)
St. Kitts und Nevis, Amerika, Monarchie, Christentum (um 90%)
St. Luicia, Amerika, Monarchie, Christentum (um 90%)
St. Vincent, Amerika, Monarchie, Christentum (+91,5%)
Sri-Lanka, Asien, Republik, Buddhismus (69,1%)
Tonga, Ozeanien, Monarchie, Christentum (+95%)

14 Jahre Gefängnis:

Cookinseln, Ozeanien, Monarchie, Maori (87,7%)
Gambia, Afrika, Republik, Islam (um 90%)
Kenia, Afrika, Republik, Christentum (um 70%)
Kiribati, Ozeanien, Republik, Christentum (+95%)
Papua-Neuguinea, Ozeanien, Monarchie, Christentum (+66%)
Salomonen, Ozeanien, Monarchie, Christentum (um 90%)
Sambia, Afrika, Republik, Christentum (um 50%)
Tansania, Afrika, Republik, Christentum und Islam (um 35%)
Tuvalu, Ozeanien, Monarchie, Christentum (+98%)

15 Jahre Gefängnis:

Afghanistan, Asien, Republik, Islam (99,9%)
Antigua und Barbuda, Amerika, Monarchie, Christentum (88,9%)

20 Jahre Gefängnis:

Malaysia, Asien, Monarchie, Islam (Staatsreligion)
Uganda, Afrika, Republik mit einer Partei, Christentum (um 85%)

25 Jahre Gefängnis:

Sansibar, Afrika, Republik, Islam (98%)
Trinidad und Tobago, Republik, Christentum (um 60%)

Lebenslänglich Gefängnis:

Bangladesch, Asien, Republik, Islam (um 90%)
Barbados, Amerika, Monarchie, Christentum (+50%)
Guyana, Amerika, Republik, Christentum (57,8%)
Myanmar, Asien, Republik, Buddhismus (87,2%)
Pakistan, Asien, Republik, Islam (96,3%)
Sierra Leone, Republik, Islam (70%)
Singapur, Asien, Republik, Buddhismus (42,5%)

Todesstrafe:

Iran, Asien, Republik, Islam (Staatsreligion)
Jemen, Asien, Republik, Islam (Staatsreligion)
Mauretanien, Afrika, Republik, Islam (Staatsreligion)
Nigeria, Afrika, Republik, Islam (teilweise Staatsreligion)
Saudi-Arabien, Monarchie, Islam (Staatsreligion)
Sudan, Afrika, Republik, Islam (Staatsreligion)
Vereinigte Arabische Emirate, Emirat, Islam (Staatsreligion)

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Zwei Stücke von mir

Es ist soweit! Der wunderbare Trafo Verlag hat zwei Theaterstücke von mir verlegt. Sie sind unter anderem bei Amazon, Ravensbuch und Beck erhältlich.

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Für Theaterstücke einen Verlag zu finden, ist nicht leicht. Es ist sogar noch schwerer, als Bühnen dafür zu finden. Daher bin ich dem Trafo Verlag für seine Entscheidung unendlich dankbar. Wenn Sie bisher nicht wussten, wie Sie Ihrer Dankbarkeit für meinen Blog Tapfer im Nirgendwo Ausdruck verleihen können, so gibt es nun einen einfachen Weg: Kaufen Sie das Buch! Sollten Sie mich jedoch hassen, so nutzen Sie ebenfalls die Chance, kaufen Sie das Buch und verbrennen Sie es! Da hab ich kein Problem mit. Wenn Sie noch ein paar Entscheidungshilfen für den Kauf brauchen, so seien Ihnen die zwei folgenden Kritiken empfohlen.

Kritik von Henriette Westphal zu “Gehirne am Strand” aus der Theaterzeitung aKT:

“Gerd Buurmann schreibt mit „Gehirne am Strand“ ein Stück über das Vergessen

Warum eigentlich Neuseeland? Fragt sich Chris (Manuel Rittich) am Ende des Stücks. Aber da ist die Katastrophe schon vorbei, in Neuseeland ist ein Flugzeug in ein Hochhaus geflogen. Zwölf Monate vorher (die Regieanweisung steht auf seinem gelben T-Shirt) sitzen Chris und Sarah (Janina Schmulder), ein erwartungsvolles junges Paar, mit weißen Körpern in Liegestühlen am Strand. Dass ihre Beziehung trotzdem marode ist, spürt man schnell. Als Jüdin aus gutem Hause stört sie der Anblick seines unbeschnittenen „Lanzelot“. Er dagegen präsentiert sich als unbedarfter Surfer-Boy, streicht sich schleimig die wasserstoffblonden Haare zurück. Partnerin Sarah scheint für ihn austauschbar. Dann lernt das Paar Beate (Janett Bobel) und Eva (Johanna Cora Müllers) kennen, zwei Schwestern aus dem Schwarzwald, die in Neuseeland wohnen. Obwohl Eva schon 21 ist, glaubt sie, erst sieben zu sein: bei einem Tsunami verlor sie Eltern, Hund und Gedächtnis. Nur kurz nimmt sie ihre Umgebung wahr, dann ist sie wieder zurück an dem Punkt vor 14 Jahren, wo sie am Strand nach ihrem Hund sucht.

Autor und Regisseur Gerd Buurmann hat mit „Gehirne am Strand“ nicht nur einen grandios witzigen Titel gefunden, sondern auch Dialoge geschrieben, die authentisch sind, mühelos durch das Stück fließen und den Schauspielern gut im Mund liegen. Rhythmisch, mit klug eingesetzter Musik, sind die Szenen spannend aufeinander abgestimmt. Dabei spitzt sich die Erzählung immer weiter zu. Bei den vier Fremden am Strand verschwimmen die Grenzen der Moral: Darf man das hilflose Kind Eva mit der Wahrheit über ihren Hund quälen – auch wenn sie sie gleich vergessen hat? Ist Wahrheit wichtiger als glücklich zu sein? Was bei Chris als harmlose Spielchen beginnt („Das hat sie doch eh gleich wieder vergessen“), führt zu Sadismus: brutal schlägt er Eva nieder, fesselt sie mit Klebestreifen am Bühnenboden, schleppt ihren wehrlosen Körper schließlich hinter die Bühne.

Im Vorfeld hat sich Buurmann mit den Konsequenzen von Demenz und Gedächtnisverlust beschäftigt – die solide Recherche merkt man dem Stück an, das klug große Themen wie Religion, Politik, Liebe, Wahrheit und Krankheit streift. Vorzuwerfen ist ihm vielleicht nur, dass Chris als der Böse etwas zu eindeutig ist. Er wird von Manuel Rittlich mit großer Lässigkeit und Natürlichkeit als prolliger, unbedarfter Happy-Surfer gespielt – und atemlos sieht man zu, wie er sich in ein sadistisches Monster verwandelt. Auch die anderen Schauspieler überzeugen: Bobel als raue Tierpflegerin einer Vogelzucht, Schmulder als brave, aber starke Frau. Johanna Cora Müllers verwandelt sich in ein Kind, das sie mit Naivität, kindlicher Freude und Trauer wunderbar darstellen kann.

Besonders begeistern Buurmanns Regieeinfälle – das Ende wird mit einem Kurzfilm erzählt. Er endet spektakulär mit der Aufnahme des Flugzeuges, das direkt ins Zimmer fliegt, in dem Beate und Sarah über die Ereignisse vor 12 Monaten sprechen. Vergessen wird man dieses psychologisch genaue und gut gebaute Stück nicht so schnell.”

Kritik zu “Drinnen” aus dem Kölner Stadt-Anzeiger:

“Ganz anders das pfiffige „Drinnen“ von Gerd Buurmann. Da trifft eine Zicke auf eine Pedantin. Die eine hält die Bühne für eine psychologische Praxis, die andere für eine Bibliothek. Bald stellen sie fest: Dieser Raum hat vier Wände, keiner kommt hier lebend raus. Das Publikum wähnt sich in einem existenzialistischen Drama oder in einer sehr freien Adaption von „Warten auf Godot“. Nun müssen sich die beiden halt die Zeit vertreiben, meint man. Falsch gedacht. Auftritt „Deus ex Machina“ – ein Mann, der sich als Autor outet und die Fäden fest in der Hand hat. „Versuch doch mal, etwas zu sagen, das nicht in meinem Text steht!“ befiehlt er. Es geht nicht. Anschließend kritisiert er im Stück sein eigenes Stück, zerreißt es buchstäblich. Ein arglistiges Publikum wäre damit entwaffnet. „Drinnen“ ist eine schlaue Komödie. Aus-der-Rolle-Fallen im besten Brecht’schen Sinne und Screwball-Comedy treffen sich hier und hinterlassen ein überaus amüsiertes Publikum. Dieses Mal viel Applaus. Zu Recht.”

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Fundstück

Tapfer im Nirgendwo präsentiert einen wunderbaren Auftritt von einem Menschen, der zu beschäftigt, zu erfolgreich oder zu tot ist, um persönlich auf einer Bühne der Kunst gegen Bares zu stehen:

Das Theaterkonzept Kunst gegen Bares findet regelmäßig in den verschiedensten Städten statt. Für Termine in Ihrer Nähe schauen Sie einfach auf dieser Homepage nach:

http://kunstgegenbares.de

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Die Mauer in Jerusalem

Das Skandalöseste an der Mauer entlang der Grenzlinie zwischen Israel und dem Westjordanland ist die Apartheid, die damit Tag für Tag dokumentiert wird! Während nämlich die Mauer durchlässig ist für alle Menschen ohne jüdischen Glauben, ist sie fest verschlossen für alle Juden! Warum reißt Israel daher die Mauer nicht einfach nieder?

Weil es die Situation für Juden verschlechtern würde! Wäre die reale Mauer nämlich verschwunden, so stünde immer noch eine unsichtbare Mauer, die es Juden weiterhin verbieten würde, die Grenze zu überschreiten. Es ist schließlich erklärtes Ziel der arabischen Parteien Fatah und Hamas, nur ein “judenreines” Palästina zu akzeptieren. Im Gazastreifen zum Beispiel wurden im August 2005 alle Juden vertrieben. Am 15. August begann die Deportation der Juden aus dem Gazastreifen mit dem Erlass eines Einreise- und Aufenthaltsverbot für jüdische Zivilisten. Den Juden in den im Gazastreifen befindlichen Siedlungen wurde eine Frist von 48 Stunden gegeben, um das Gebiet zu verlassen. Danach begann die zwangsweise Räumung des Gebietes durch das israelische Militär.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Es war das israelische Militär, dass die Deportation mit Gewalt durchsetzte. Der damalige israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hoffte, durch den Kompromiss, der arabischen Seite “judenreine” Gebiete zuzugestehen, dem Frieden zu dienen. Bei einer Abstimmung im israelischen Parlament sprachen sich 60 Abgeordnete für seinen Plan aus und 47 dagegen. Die Mehrheit erhielt Scharon nur aufgrund von Stimmen der Opposition, da seine Partei in der Frage gespalten war und daher einige Abgeordnete gegen ihn stimmten.

Dabei mache ich Ariel Scharon keinen Vorwurf. Die internationale Gemeinschaft redete damals so sehr auf Israel ein und die Vereinten Nationen erklärten mit diversen Resolutionen so vehement, dass die pure Existenz von Juden in den sogenannten palästinensischen Gebieten ein Problem sei, dass Scharon schließlich die Vertreibung der Juden aus dem Gazastreifen nicht nur akzeptierte, sondern selbst durchführen ließ. So sehr sehnte er sich nach einen Frieden für Israel, dass er selbst diese Ungeheuerlichkeit schluckte.

Die Situation 2005 erinnert mich an heute, da immer noch eine Mehrheit glaubt, die pure Existenz von Juden im Westjordanland sei ein “Hindernis für den Frieden”. In einer Anfrage von Tapfer im Nirgendwo an deutsche Politiker gab es bei den Antworten bisher (Stand April 2014) keinen einzigen Politiker, der die Vertreibung von Juden kritisiert hat, sondern ausschließlich Bekundungen darüber, dass die pure Existenz von Juden ein Problem und “Friedenshindernis” sei. Dabei reicht ein Blick auf den Gazastreifen 2005, um zu sehen, wie blauäugig dieser Glaube ist!

Die Juden wurde 2005 aus dem Gazastreifen vertrieben. Der Frieden kam jedoch nicht! Im Gegenteil, die Situation wurde schlimmer, viel schlimmer! Nachdem alle Juden aus dem Gazastreifen vertrieben wurden, begann die neu gewählte Regierung des Gazastreifens mit einer brutalen Offensive gegen Israel. Seit dem Tag wird Israel ununterbrochen und teilweise täglich mit Raketen aus dem Gazastreifen beschossen. In der Charta der Regierungspartei in Gaza heißt es:

“Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!”

Währenddessen erklärt ein Minister der Regierungspartei:

“Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen!”

Wer glaubt, diesen Menschen geben zu müssen, was sie verlangen, um so dem Frieden zu dienen, ist wahrlich blauäugig. Blauäugig im Sinne von Nazi! Als die Deportation der Juden in Gaza begann, wurden innerhalb weniger Tage die jüdischen Siedlungen geräumt. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden den Gazastreifen über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Es folgten zudem heftige innerarabische Kampfhandlungen vereinzelter arabischer Klans und der Bewegungen Hamas und Fatah untereinander. Viele Hundert arabische Zivilisten starben. Mit der Vertreibung der Juden begann der Krieg. Das alles müssten wir eigentlich schon seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wissen, weil mit der Vertreibung der Juden in Europa dort auch der Krieg begann, aber stattdessen versucht es die internationale Gemeinschaft wieder mit Appeasement.

Die Mauer in Jerusalem ist ebenfalls ein Zeichen der Apartheid und ein Symbol für den mörderischen Judenhass, und so wie die Deportation der Juden 2005 von Israel selbst durchgeführt wurde, in der irrigen Annahme, so dem Frieden zu dienen, so wurde auch die Mauer von Israel selbst errichtet. Die Mauer von 2003 kann jedoch im Gegensatz zu der Deportation 2005 wirklich als friedensstiftende Maßnahme bezeichnet werden. Mit der Errichtung der Sperranlage ist nämlich die Anzahl der Selbstmordanschläge auf jüdische Einrichtungen deutlich zurückgegangen. Die Allgemeine Israelische Sicherheitsbehörde Shabak spricht von einer „signifikanten Reduzierung“ von Selbstmordanschlägen, seit mit dem Bau der Sperranlage begonnen wurde.

Und was macht die internationale Gemeinschaft? Sie kritisiert nicht etwa die Tatsache, dass die Grenze ob nun mit oder ohne Mauer dicht ist für Juden, sondern sie fordert, dass Juden aus dem Westjordanland zu verschwinden haben, da ihre pure Existenz ein “Hindernis für den Frieden sei”, und sie fordert sogar den Abriss der Mauer, damit Araber wieder ungehindert nach Israel gelangen können, was die friedensstiftende Maßnahme torpedieren würde, da sich dann die Selbstmordanschläge wieder vervielfachen und viele Juden in den Tod gerissen werden würden. So denkt es eben in den Vereinten Nationen: Nur ein toter Jude ist ein gutes Friedensangebot!

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