Nicht wahr, Gesine Schwan?

Am Sonntag saßen bei Günther Jauch unter anderem Bernd Lucke und Gesine Schwan. Die ganze Runde war so manisch darauf fixiert, bei Bernd Lucke eine rechtspopulistische Gesinnung zu entlarven, dass es niemandem auffiel, dass die schlimmste rechtspopulistische Aussage an diesem Abend von Gesine Schwan kam. Es war eine Verfehlung in der Wortwahl, die sogar Bernd Luckes Geplappere von “Entartung” und “Bodensatz” weit in den Schatten stellte. Gesine Schwan sagte:

“Wenn Sie irgendwo in eine Debatte kommen über Religion und Politik, geht es sofort gegen den Islam. Das, was früher das Judentum war, ist jetzt der Islam. Das ist eine gezielte Vorurteilsbereitschaft.”

Nehmen wir Gesine Schwan mal beim Wort:

Heute sagt das Staatsoberhaupt von Deutschland, der Islam gehöre zu Deutschland. Hitler hat also gesagt, das Judentum gehört zu Deutschland, nicht wahr, Gesine Schwan?

Heute gibt es eine Islamkonferenz, um über eine gute Integration der Muslime in die deutsche Gesellschaft zu debattieren. Bei der Konferenz am Wannsee ging es also um die Integration der Juden in Deutschland, nicht wahr, Gesine Schwan.

Heute gibt es in Städten wie Köln Demonstrationen für ein friedliches Zusammenleben mit Muslimen, zu denen Tausende strömen. Diese Demonstrationen gab es in Deutschland vor 1945 auch für Juden, nicht wahr, Gesine Schwan?

Heute gibt es keine Gaskammern für Muslime. Früher gab es somit auch keine Gaskammern für Juden, nicht wahr, Gesine Schwan?

Früher verübten fundamentalistische Juden keine Terroranschläge und riefen dabei den Namen ihres Gottes. Heute gibt es daher auch keine islamistischen Anschläge, nicht wahr, Gesine Schwan?

Heute erklärt ein “islamischer Staat” der Welt den Krieg. Damals war es ein “jüdischer Staat”, gegen den sich die Deutschen erwehren mussten, nicht wahr, Gesine Schwan?

Es gehört schon eine gehörige Portion Unverschämtheit dazu, wenn Gesine Schwan ausgerechnet die Mitglieder der Ideologie mit Juden vergleicht, aus deren Mitte zur Zeit die meisten brutalen und mörderischen Anschläge auf Juden stammen.

Am 24. Mai 2014 um 16.59 Uhr brüllte ein Teil des Publikums in der mit 18.000 Muslimen besetzten Lanxess Arena in Köln lautstark “Verflucht sei Israel!”. Am selben Tag wurde ein israelisches Paar und eine französische Besucherin im Jüdischen Museum in Brüssel von einem französischen Muslim erschossen. Am selben Tag wurden in Frankreich zwei Juden, die aus einer Synagoge kamen, von Muslimen brutal zusammengeschlagen.

Am 21. Januar 2006 wurde in Frankreich Ilan Halimi von einer Gruppe muslimischer Einwanderer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen zu Tode gefoltert, weil er Jude war.

Am 19. März 2012 wurden vier Menschen vor einer jüdischen Schule in Toulouse von einem Muslim getötet, drei der Opfer waren Kinder.

In der Stadt Odense in Dänemark wurden Ende 2008 zwei Israelis von einem Muslim angeschossen.

In Hannover wurden 2010 Juden von muslimischen Kindern und Jugendlichen öffentlich mit Steinen beworfen. In Frankfurt duldete die Polizei 2009 auf einer Demonstration von Islamisten “Vergast die Juden”-Rufe. Im Jahr 2013 wurde in Offenbach ein Rabbiner in einer Einkaufspassage von muslimischen Jugendlichen angegangen. Auf Facebook werden seit Jahren täglich Rufe nach der Vergasung und der Vernichtung aller Juden besonders von jungen muslimischen Männern Juden laut. In Dänemark weigerte sich eine Schule 2008/2009, jüdische Kinder anzunehmen, da dadurch die Sicherheit gestört werden würde, weil muslimische Kinder nicht friedlich auf jüdische Kinder reagieren. In Duisburg wurde 2009 unter massiver Polizeigewalt eine Israelfahne aus einer privaten Wohnung entfernt, weil eine Horde Islamisten vor der Wohnung zum Mob wurde. Im Jahr 2014 wurde bei Paris ein junges jüdisches Paar von Muslimen ausgeraubt und vergewaltigt.

In Europa werden Juden gerade von Muslimen verfolgt und ermordet! Was fällt Gesine Schwan daher ein, ausgerechnet Muslime mit Juden zu vergleichen? Warum nicht gleich PEGIDA?

Gesine Schwans Vergleich ist es mehr als wert, in die Liste der übelsten Vergleiche aufkommen zu werden. Tapfer im Nirgendwo präsentiert daher nochmal die Liste all der Menschen und Tiere, die mit Juden verglichen wurden:

Eine Giraffe im Kopenhagener Zoo

“Ich kann immer noch nicht begreifen, warum der dänische Zoo die schöne junge gesunde Giraffe getötet hat. Ja, sie hatten “Gründe”, so wie die Nazi-Ärzte.”

Arbeitslosengeldempfänger

”Hartz IV ist die Fortsetzung der Menschenvernichtung des III. Reiches.”

Eigenheimbesitzer

“Wir Blankenfelder leben wie im KZ. Werden von zwei Seiten vergast + verlärmt, dank Platzek & Co.”

Palästinenser

„Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“

Föten

“Zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen lässt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht.”

Manager

“In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken. In der Weltwirtschaftskrise von 1929 hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager.”

Muslime

“Muslime sind die Juden von heute!”

Scientologen

„In den 30er Jahren waren es die Juden. Heute sind es die Scientologen.“

Die Bürger von Gaza

“Schauen wir uns die Lebensbedingungen im Gaza-Streifen einmal an: Das ähnelt immer mehr einem riesigen Konzentrationslager”

AfD-Politiker

“Die Geschichte wiederholt sich, oder?”

Hühner in Legebatterien

„Wir wollen auf keinem Fall Eier von KZ-Hühnern!“

Schlachtvieh

“Es war falsch, Juden zu töten. Genauso FALSCH ist es, dass jedes Jahr (allein in Deutschland) über 1.000.000.000 Tiere für die Fleischindustrie getötet werden.”

Das beeindruckendste Neoopfer jedoch ist und bleibt Sedika Weingärtner! Sie hat das schlechte Betriebsklima in ihrem Büro mit Auschwitz verglichen und kommt zu dem Ergebnis: Auschwitz war weniger schlimm!

“Kein Jude in diesem Land musste jemals solche seelischen Qualen erleiden wie ich.”

Unpassende Vergleiche sind schlimmer als Hitler!

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Pegidaphobie

Immer, wenn ich es wage, PEGIDA zu kritisieren, höre ich von Anhängern und Apologeten dieser Religion, nur ein ganz kleiner Prozentsatz bei PEGIDA sei gewalttätig und die deutliche Mehrheit bestünde aus ganz normalen Bürgern. Was uns die Medien vermitteln, sei nicht das wahre PEGIDA! In Wirklichkeit bedeute PEGIDA Frieden. Man solle doch mal nachlesen, was in der Schrift von PEGIDA steht, man habe auch kostenlos eine Abschrift da.

Woran bloß erinnert mich diese Form der Leugnung und Verharmlosung?

Am Sonntag hörte ich sogar:

“Wenn Du irgendwo in eine Debatte kommst über Religion und Politik, geht es sofort gegen PEGIDA. Das, was früher das Judentum war, ist jetzt PEGIDA. Das ist eine gezielte Vorurteilsbereitschaft.”

Obwohl, warte mal, die Person hat gar nicht PEGIDA gesagt, sondern … Ah, jetzt weiß ich, woran es mich erinnert. Danke!

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Irland feiert den Holocaust ohne Israel

Der Holocaust Education Trust Irland (HETI) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die jedes Jahr einen nationalen Holocaust-Gedenktag in Dublin begeht. Für die Feierlichkeit in diesem Jahr haben sich die Veranstalter etwas ganz besonderes einfallen lassen und jede Erwähnung von Israel während der Veranstaltung verboten! Als der Moderator der Veranstaltung, Yanky Fachler, der seit zwölf Jahren die Zeremonie leitet, dagegen Einspruch erhob, wurde er kurzerhand gefeuert!

So sieht es aus: Das Problem am reibungslosen Ablauf einer Holocaustgedenkstunde sind die lebenden Juden! Wären die Nazis erfolgreich gewesen und hätten sie alle Juden umgebracht, so gäbe es heute kein Israel und Irland hätte eine schöne und vor allem stressfreie Holocaustgedenkparty gehabt.

Leider gibt es aber dieses doofe Israel, da, wo Juden sich wehren. Was fällt denen eigentlich ein? Juden haben Opfer zu sein!

Die Hamas erklärt in ihrer Gründungscharta, alle Juden vernichten zu wollen. HETI findet das ganz schlimm, aber noch schlimmer findet HETI es, wenn Juden sich das nicht mehr gefallen lassen. Juden, die sich wehren, das geht ja mal gar nicht! Wen soll man denn bemitleiden und betrauern, wenn Juden auf einmal keine Opfer mehr sein wollen? Wohin mit all den ganzen Kränzen? Stellen wir uns mal vor, es hätte Israel schon vor 1948 gegeben. Vielleicht hätte es den Holocaust dann nicht gegeben. Schrecklicher Gedanke! HETI hätte heute nichts zu gedenken!

Hätte Israel damals gegen Hitler so Krieg führen können wie heute gegen die Hamas, es gäbe heute keine einzige Gedenkstätte für Juden in Europa, aber dafür an jeder Ecke israelkritische Symposien über die “israelischen Kriegsverbrechen an das Dritte Deutsche Reich”. Die Juden von damals wären heute nicht so beliebt, denn gemocht werden Juden nur als Opfer und am besten tot! Unser ganzes Gesellschaftssystem bricht schließlich zusammen, wenn Juden keine Opfer mehr sind.

Wie dramatisch würden die Arbeitslosenzahlen aussehen, wenn es all die Arbeitsplätze in den Holocaustforschungsinstituten und in den Lern-, Gedenk- und Dokumenationsstätten nicht gäbe. Der Holocaust ist eine wirtschaftliche Komponente! Und jetzt kommen da – so mir nichts, dir nichts – lebende Juden und vermiesen alles. Wie kann man nur so selbstsüchtig sein? Die Juden tun ja gerade so, als würde ihnen der Holocaust gehören. Nein, der Holocaust gehört HETI!

Am 9. November 2014 hielt ich im Foyer des Dortmunder Opernhaus’ eine Rede im Rahmen einer Gedenkstunde zur Pogromnacht. Ich werde die Rede hier noch einmal wiederholen, weil sie während der Gedenkstunde in Irland verboten ist.

***

Liebe Vergangenheitsbewältiger,

ich habe in meiner Schulzeit jeden 9. November mit dem Schulchor vor dem Gedenkstein in meinem Heimatdorf gesungen, der an die Synagoge erinnert, die 1938 von den Nazis niedergebrannt wurde. Ich habe Klassenfahrten nach Dachau und Theresienstadt gemacht, habe mit Oma und Opa über die Zeit des Nationalsozialismus’ gesprochen und “Schindlers Liste” im Leistungskurs Geschichte geschaut. Ich bin, was man einen Vergangenheitsbewätiger nennen kann.

Wir haben uns mit unserer Vergangenheit auseinander gesetzt. Jedes Jahr ein bisschen mehr. Heute sitzen wir hier und ganz weit von uns, schön weit weg, irgendwo die böse, dunkele Vergangenheit. Aber ist die Vergangenheit wirklich so weit weg? In den letzten Wochen und Monaten wurden diese Parolen auf deutschen Straßen skandiert:

“Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein”, “Hamas, Hamas, Juden ins Gas!”, und immer wieder “Kindermörder Israel”. Die letzte Parole erschallte in Frankfurt sogar aus einem Lautsprecher auf einem Polizeiauto und in Hagen aus einem Megaphon, das die Polizei den Skandierenden geliehen hatte. Im Jahr 2014 unterstützen Deutsche Polizisten Demonstranten logistisch, die Israel als Kindermörder dämonisierten.

Heute ist der 9. November 2014. Vor 76 Jahren entlud sich in der Nacht zum 10. November der blanke Hass auf deutschen Straßen. Hören Sie sich mal diese Worte an:

“Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!”

Was klingt wie eine Rede von Joseph Göbbels ist in Wirklichkeit viel jünger. Sie wurde am 28. Februar 2010 auf Al-Aqsa TV von einem Minister der Hamas gehalten. Die Hamas wurde in Gaza zur stärksten Partei gewählt und fordert laut Artikel 7 der eigenen Gründungscharta die Vernichtung aller Juden weltweit. All das passiert heute. Wir aber sitzen hier und bewältigen Vergangenheit. Gegenwärtige Probleme werden in Deutschland erst in der Zukunft als Vergangenheit bewältigt!

In Deutschland findet Judentum fast nur noch in Gedenkstunden statt. In Schulen taucht das Judentum deutlich öfter im Geschichtsunterricht auf, als im Philosophie-, Ethik-, Religions- oder Gesellschaftskundeunterricht. Juden, das sind für viele Deutsche die Opfer von damals, nicht die Lebenden von heute.

Ich bin von Beruf Schauspieler und Theaterautor. Wenn ich in New York bin und dort sage: “Heute gehen wir in ein jüdischen Stück”, dann sehe ich freudige Augen. Jüdisches Theater, das steht in Amerika für spritzige Dialoge, humorvoller Tiefgang, für Woddy Alan und Neil Simon. Wenn aber in Deutschland sage: “Heute gehen wir in ein jüdisches Theaterstück”, dann sehe ich in deprimierte Gesichter. In Deutschland steht jüdisches Theater für Auschwitz, Holocaust und Anne Frank. In Deutschland sind Juden die Toten von damals.

Das größte Denkmal für Juden in Deutschland ist das Holocaust Mahnmal. Altkanzler Gerhard Schröder sagte einst dazu, es sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“

Deutschland ist stolz auf seine Vergangenheitsbewältigung, die es ohne die Vergangenheit natürlich nicht gäbe. Bei dem ganzen Stolz haben jedoch viele die Gegenwart vergessen, die lebenden Juden von heute.

Auf deutschen Straßen wird wieder gegen Juden gehetzt, Synagogen werden attackiert. In Offenbach ist erst vor ein paar Tagen ein Schulsprecher zurückgetreten, da er als Jude wiederholt von muslimischen Schülern attackiert wurde. In Belgien und Frankreich wurden in den letzten Jahren sogar Juden gefoltert und ermordet, weil sie Juden waren, zum Beispiel in Toulouse und Brüssel.

Seit über 60 Jahren sieht sich das kleine demokratische Land Israel von Feinden umzingelt, die einen Krieg führen, an dessen Ende die Radikalen von der Hamas die Vernichtung aller Juden fordern, während die sogenannten Gemäßigten von der Fatah nur die Vernichtung des Staates Israels in Aussicht stellen. Seit Jahrzehnten muss sich Israel gegen seine Vernichtung verteidigen. Und was macht die deutsche Mehrheitsgesellschaft? Sie kritisiert Israel!

Natürlich macht Israel Fehler. Israel befindet sich im Krieg. Im Krieg machen alle Fehler! Aber Israel will diesen Krieg nicht! Israel will von Freunden umgeben sein, nicht von Feinden. Israel zu kritisieren, weil das Land die Absichtserklärung der Feinde, alle Juden zu vernichten, ernst nimmt, ist so geschmacklos, wie die revoltierenden Juden im Warschauer Ghetto zu kritisieren, weil sie sich gewehrt haben und dabei töten mussten.

Jetzt ist es mir auch passiert. Ich stecke schon wieder in der Vergangenheit.

Liebe Vergangenheitsbewältiger,

hier stehe ich, Euer Sohn. Was ich Euch sage, mag Euch vielleicht ein bisschen überraschen, aber aus dem Holocaust gibt es nichts zu lernen! Nichts! Was soll uns denn der Holocaust gelehrt haben? Dass man Menschen nicht millionenfach vergast? Dass Juden auch Menschen sind? Dass man lieb zueinander sein sollte? Dass man sich wehren darf, wenn man verfolgt wird? Dass man Menschen, die andere Menschen vergasen, den Krieg erklärt? Dass man wahnsinnige Menschen mit allen Mitteln entwaffnet? All das sollte man auch ohne Holocaust wissen! Der Holocaust ist keine Nachhilfe für moralisch Sitzengebliebene, sondern schlicht ein unvergessbares und unverzeihliches Verbrechen, aus dem es nichts zu lernen gibt!

Nicht wenige wollen jedoch unbedingt etwas aus dem Holocaust lernen. Zu irgend etwas muss Auschwitz ja gut gewesen sein. Und sie haben aus der Vergangenheit gelernt. Sie haben gelernt, jetzt Israel zu kritisieren und zwar mit letzter Tinte. Darauf sind sie stolz und das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen.

Heute ist der 9. November 2014. Heute werden Juden in Deutschland beleidigt, geschlagen und angegriffen. Im Nahen Osten wirken Menschen, beseelt von dem Wunsch nach einem neuen Holocaust! Das ist die Gegenwart! Aber die Gegenwart von heute wird die Vergangenheit von morgen sein. Anstatt ständig Kränze für tote Juden abzuwerfen, während die lebendigen Juden vor allem in Israel kritisiert werden, weil sie sich nicht einfach so abschlachten lassen wollen, sollten wir den lebendigen Juden etwas mehr Solidarität zeigen. Vielleicht sparen wir uns in den nächsten Jahren einfach mal ein paar Kränze für tote Juden und laden dafür öfter lebendige ein. Juden lieben das Leben. Sie stoßen sogar darauf an: Lechaim!

Letztes Jahr, am 9. November 2013, hielt Edna Brocke an dieser Stelle eine Rede, die heute, ein Jahr später, als prophetisch bezeichnet werden kann. Sie sagte:

“Im Allgemeinen, werden wir auf die Gefahren „von Rechts“ hingewiesen. Ja, die gibt es. Sie sind offenbar und plump. Aber diese sind eben nicht die einzigen Gefahren. Erheblich gefährlicher für uns Juden in Europa, oder in dem was wir noch als „den Westen“ bezeichnen können, sind die hochgradigen Emotionen vieler linker Kreise, die eben subtil und nicht so plump wie die Rechten agieren, sowie jenen aus der islamischen Welt, die über die digitalen Medien den von uns für überwunden geglaubten alten christlichen Antisemitismus, nach ganz Europa zurück importierten.”

Liebe Vergangenheitsbewältiger,

ich habe eine Bitte an Euch: Gebt unseren Kindern und Enkeln keine Zukunft, in der sie unsere Gegenwart als Vergangenheit bewältigen müssen.

Vielen Dank!

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“Das ist nicht der wahre Islam!”

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Kunst gegen Bares feiert “Last Christmas”

Am Montag, 15. Dezember 2014 findet die 353. Kunst gegen Bares Köln im ARTheater auf dem Ehrenfeldgürtel 127 statt.

Am Montag, 15. Dezember 2014, ist es genau dreißig Jahren her, dass das Lied “Last Christmas” von George Michael veröffentlicht wurde, um genau zu sein am 15. Dezember 1984 beim Epic-Label. Auf der B-Seite befand sich das ebenfalls von George Michael komponierte Lied “Everything She Wants”.

Tobi Tobias Teufel ist der Chef an der Bar der Kunst gegen Bares und hat sich zusammen mit Hildegart Scholten und Gerd Buurmann etwas wunderbares überlegt. Wir werden zu Glühwein, Kölsch und Cocktails die schönsten Versionen von “Last Christmas” in den Pausen der Show an der Bar hören. Sogar Wolfgang Petry, Roberto Blanco und The Boss Hoss haben sich an dem Song versucht. Es wird wunderbar!

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Lichtgrenze

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Ihr lieben Patrioten,

die Ihr gegen die Islamisierung des Abendlandes auf die Straßen geht und “Wir sind das Volk” ruft,

ich fürchte, Ihr seid keine Patrioten! Wäret Ihr Patrioten, Ihr hättet keine solche Angst!

Ich bin Patriot! Ich liebe dieses Land und seine Grundrechte. Ich bin für die Gleichberechtigung der Geschlechter (Art. 3) und für Religions- und Meinungsfreiheit (Art. 4 und 5). Ich glaube an die Kraft der Freiheit und der Persönlichkeit (Art. 2) und ich bin überzeugt davon, dass die Würde des Menschen unantastbar ist (Art. 1).

Mir ist es daher egal, woran die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger meines Landes glaubt, solange ich in meiner Freiheit, meinem Glauben und meiner Liebe nicht eingeschränkt werde. Von mir aus können ruhig 99,9% aller Deutschen Muslime sein, solange nur das Grundgesetz gilt! Solange ich schwul sein kann, ohne verfolgt zu werden, Weihnachten feiern kann, ohne Angst zu haben und Frau sein kann, ohne dadurch Nachteile zu haben, können meinetwegen links und rechts von mir Moscheen aufmachen!

Wer in der puren Errichtung einer Moschee eine Beleidigung erkennt, ist nicht viel besser als jemand, der sich beleidigt fühlt, weil jemand Mohammad karikiert!

Natürlich habe auch ich Angst vor radikalen Fundamentalisten! Religionen an sich sind nie moderat. Sie sind immer radikal! Es gibt keinen moderaten Islam, sondern nur moderate Muslime. Ein Buch mit dem Anspruch, Gottes Wort zu sein, kann nicht moderat sein. Dafür ist Allah selbst zu radikal! Auch Christen und Juden sind nur dort moderat, wo sie nicht alle Worte der Bibel wörtlich nehmen.

Ich liebe Religionen! Ich mag zu Weihnachten mit Christen Lieder unterm Tannenbaum singen. Ich liebe es, zu Pessach mit Juden Wein zu kippen und mit Persern an Nouruz übers Feuer zu springen. Religionen sind wunderbar, wenn sie im Familien- und Freundeskreis stattfinden. Im Privaten sind Religionen eine Bereicherung, im Politischen jedoch eine Gefahr. Meine Oma sagte immer:

“Religionen sind wie Fürze, man meint, nur die der Anderen stinken!”

Ich habe Angst vor Religionen, wenn sie nach staatlicher Macht greifen. Religionen sind immer nur dann tolerant, wenn sie keine staatliche Macht haben. Das Christentum wurde tolerant, nachdem die Aufklärung gesiegt hatte. Dennoch genießt das Christentum in Deutschland weiterhin gewisse Privilegien.

Ein katholisches Krankenhaus, das staatliche Gelder erhält, darf einen Chefarzt entlassen, wenn er nach seiner Scheidung erneut heiratet. Das entschied im Jahr 2014 das Bundesverfassungsgericht. In vielen deutschen Bundesländern darf an Karfreitag nicht öffentlich getanzt, musiziert und Theater gespielt werden, da dies einige Christen in ihrem Glauben beleidigen könnte. Die religiöse Ruhe am Sonntag ist für viele Unternehmerinnen und Unternehmer verpflichtend, egal welcher oder ob sie überhaupt einer Religion angehören. Viele nationale Feiertage sind christliche Feiertage. Katholische Einrichtungen erhalten staatliche Zuwendungen, obwohl bei der Vergabe katholischer Spitzenpositionen (z.B. Priester, Bischöfe, Kardinäle) eine verpflichtende Männerquote von 100% herrscht. Mit dem Artikel 3 des Grundgesetzes ist das zwar nicht vereinbar, aber Steuergelder gibt es dennoch! Der deutsche Staat treibt sogar Kirchensteuern ein!

All diese staatlich subventionierten Diskriminierungen im Namen des Christentums werden mit der vermeintlich christlichen Tradition Deutschlands erklärt. Tradition ist das, was die Mehrheit eines Volkes zur Tradition erhebt. Es ist vollkommen normal in Deutschland, dass es eine Partei mit dem großen C im Namen gibt. Wenn die muslimische Gemeinschaft größer wird, ist bald auch eine IDU denkbar!

Liebe vermeintliche Patrioten,

deshalb habt Ihr Angst! Ihr habt Angst, dass die Gemeinde der Muslime in Deutschland irgendwann so groß werden könnte, dass sie genau jene Rechte und Privilegien einfordert, die die Christen wie selbstverständlich genießen. Wenn die Christen an Karfreitag allen Deutschen das Theater spielen und öffentliche Musizieren verbieten können, warum sollten Muslime dann nicht auch an einem Tag im Ramadan allen Deutschen Alkohol verbieten dürfen?

Jeder Mensch soll glauben, woran er will. Christen sollen meinetwegen ihre Nonnen verschleiern und Muslime keine homosexuellen Imame ernennen, aber dafür sollte es keinen einzigen staatlichen Cent der Subventionierung geben!

Ich bin Patriot, weil ich unser Grundgesetz liebe! Das Grundgesetz hat es in den letzten Jahrzehnten immer wieder vermocht, Diskriminierungen innerhalb der Gesellschaft durch die Kraft der eigenen Verfassung zu beenden. Bis in die siebziger Jahre durfte ein Ehemann in Deutschland seiner Frau das Arbeiten verbieten. Bis in die neunziger Jahre war Homosexualität in Deutschland verboten und Vergewaltigung in der Ehe straffrei. Die Macht des Grundgesetzes machte all dem ein Ende. Nicht selten waren es christliche Fundamentalisten, die sich gegen diese Entwicklung stemmten und homosexuelle Menschen und emanzipierte Frauen diskriminierten. Am Ende siegte jedoch das Grundgesetz.

Deshalb bin ich Patriot! Das Grundgesetz wird sich auch vom Islam nicht unterkriegen lassen. In ferner Zukunft wird der Islam nichts weiter sein als der persönliche Glaube einer relativ großen Gruppe innerhalb der Republik, die keinen Zweifel daran lässt: “Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich!”

Ich bin mir sicher, irgendwann werde ich sogar in Deutschland öffentlich auf einer Bühne als Mohammed verkleidet und mit Bier in der Hand tanzen können! Das Grundgesetz wird es möglich machen.

Sollte dennoch irgendwann eine Gruppe in Deutschland versuchen, die Demokratie abzuschaffen, bleibt uns immer noch Artikel 20 Absatz 4:

“Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.”

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