Die Antworten der Mitglieder des Kölner Rats

Vor einigen Tagen sendete Tapfer im Nirgendwo eine Mail an die Mitglieder des Kölner Stadtrats im Namen vieler Jüdinnen und Juden aus ganz Europa, die sich in Köln bedroht fühlen, da nahezu täglich vor dem Kölner Dom gegen sie gehetzt wird und sogar die Hamas mit ihrer Forderung, alle Juden weltweit zu vernichten (Artikel 7 Hamas-Charta), als durch Juden provozierter und somit legitimer Widerstand bezeichnet wird. Den Brief finden Sie hier: “Warum? Ein offener Brief!”

Tapfer im Nirgendwo präsentiert hier alle Antworten:

“ICH sehe das genau so!
Ralf Unna, Deutscher und Israeli”
(Ralf Unna, Die Grünen)

“Frau Reker sind diese unsäglichen, abscheulichen Bilder und „Installationen“ bekannt. Sie kann nicht verstehen, warum seitens der Stadt dagegen nicht rigoros vorgegangen wird. Es ist erschreckend, dass heutzutage wieder judenfeindliche Äußerungen durch manche deutsche Stadt klingen. Wir müssen das jüdische Leben in Deutschland schützen und verteidigen, denn es steht der zivile Zusammenhalt unserer Gesellschaft auf dem Spiel, wenn es Extremisten gelingt, unter unseren Augen wieder Jagd auf Juden zu machen.

Außerdem ist die Hamas zu Recht noch als Terrororganisation in Deutschland und Europa gelistet. Daher sind Demonstrationen im Namen der Hamas schon nicht erlaubt.

Wir werden Ihr Schreiben zum Anlass nehmen und uns bei den entsprechenden Dezernaten erkundigen, warum die von Ihnen angesprochene Person fast täglich auf der Domplatte „demonstrieren“ darf und uns dafür einsetzen, dass diesem rassistischen Spuk ein Ende gesetzt wird.” (Henriette Reker, Oberbürgermeisterkandidatin, unabhängig)

“Stellvertretend antworte ich Ihnen als Vorsitzender der KölnSPD und Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl deshalb auch im Namen der Mitglieder der SPD-Ratsfraktion.

Seit etlichen Jahren gibt es immer wieder öffentliche Diskussionen um die „Kölner Klagemauer“, an der verschiedene Plakate zum Nahostkonflikt ausgestellt werden sowie die Aufforderung an die Stadt, hier einzugreifen. Leider ist der Verwaltung aufgrund der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichtes Nordrhein- Westfalen ein ordnungsrechtliches Einschreiten nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Dies wird seit Jahren immer wieder im Einzelfall geprüft.

Bereits in 2010 gab es eine breit getragene Erklärung von der Stadt Köln, unterzeichnet von dem Oberbürgermeister, den Bürgermeistern, den damaligen Vertretern aller Fraktionen, den kirchlichen Vertretern und den Vereinen zur Förderung der Städtepartnerschaften zwischen Köln und Tel Aviv/Bethlehem in der die umgehende Entfernung aller menschen- und völkerverachtenden Installationen gefordert wurde.

Weiter heißt es in der Erklärung: „Köln sieht es als seine Pflicht an, grundsätzlich immer dann eine Grenzziehung einzufordern oder vorzunehmen, wo zum Hass gegen andere Völker aufgerufen wird und antisemitische – oder auch andere Religionen verunglimpfende – Botschaften verbreitet werden“.

Im September 2014 hat die SPD-Fraktion aufgrund geänderter Darstellungen an der Kölner Klagemauer die Verwaltung erneut gebeten, die Dauerdemonstration vor dem Hintergrund der oben genannten Erklärung zu bewerten und Möglichkeiten der Abhilfe und Eingrenzung zu ergreifen.

Aufgrund unserer erneuten Anfrage wurde die „Klagemauer“ von Polizei und Stadtverwaltung im November 2014 in Augenschein genommen. Dabei wurde festgestellt, dass es sich nunmehr um einen reinen Informationsstand handelte, auf dem allein vom Initiator stammende Plakate und Fotos ausgestellt waren. Die von der Rechtsprechung als für eine Versammlung prägende Konzeption der Einbeziehung Außenstehender zum Zwecke der kollektiven Teilhabe an der öffentlichen Meinungsbildung in Form der Möglichkeit zur Beschriftung von Kartontafelnfehlte. Vor diesem Hintergrund war die „Klagemauer“ in ihrer Ausgestaltung im November 2014 als reiner Informationsstand zu bewerten und stellte eine erlaubnispflichtige Sondernutzung dar.

Der Initiator veränderte daraufhin erneut seine Installation und hat so den von der Rechtsprechung als prägend für eine Demonstration angesehenen Zustand der kommunikativen Einbeziehung Außenstehender wiederhergestellt. Vor diesem Hintergrund konnte nicht mehr von einer erlaubnispflichtigen Sondernutzung in Form eines reinen Informationsstandes ausgegangen werden. Vielmehr trafen wieder die von der Rechtsprechung aufgestellten Grundsätze und die Einstufung als Versammlung zu. Hieran scheiterten wieder die für eine Verwaltung infrage kommenden Eingriffsmöglichkeiten.

Im April 2015 hat die Kölner Staatsanwaltschaft den Initiator nunmehr wegen Gewaltdarstellung und Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz angeklagt und eine Verwarnung ausgesprochen. Sollte der Initiator die beanstandeten Fotos weiter ausstellen, droht ihm eine Geldstrafe sowie ein weiterer Prozess. Die Polizei und der städtische Ordnungsdienst kontrollieren die Einhaltung und wird bei Nichteinhaltung weitere Auflagen machen bzw. in letzter Konsequenz ein Verbot aussprechen.

Die Verwaltung ist zuletzt im Juli 2015 ordnungsrechtlich tätig geworden. Die KölnSPD ist zu diesem Thema im ständigen Austausch mit der Verwaltung und wird das weitere Vorgehen kritisch verfolgen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen darstellen, dass die KölnSPD all ihre zur Verfügung stehenden Mittel gegen die Verbreitung von antisemitischen Botschaften ergreift. Denn für mich gilt: Köln steht zusammen! Mit dem Aktionsbündnis BIRLIKTE „Gemeinsam gegen Rassismus und Ausgrenzung“ setzen wir auch zukünftig ein Zeichen für eine gerechte und solidarische Gesellschaft, damit alle gerne und sicher in Köln leben können.” (Jochen Ott, MdL Oberbürgermeisterkandidat)

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Ein Sonntag im Lager

Ein Erlebnisbericht von Alexander Spix.

Am Sonntag, 23. August 2015 um 15.37 Uhr bekam ich von einer Freundin eine SMS: „Ich gucke mir jetzt das Flüchtlingslager beim Aqualand an, wenn Du mit magst, gib Bescheid.“

Mein erster Gedanke war: „Nein, ich schaue mir keine Menschen an, wie Andere Tiere im Zoo anschauen.” Dann fiel mir ein, dass in der Presse stand, die Unterkunft sei noch nicht mit Menschen belegt, die Zuflucht suchen. Also sagte ich zu.

Sie holte mich mit dem Auto ab, da wir uns einig waren, dass der Weg nach Chorweiler mit dem Fahrrad viel zu weit sei. Im Auto dachte ich dann schon, wenn uns dieser Weg mit dem Fahrrad innerhalb von Köln schon zu weit ist, was sollen dann erst die Flüchtlinge sagen, die Tausende von Kilometern hinter sich haben und den Luxus solch einer Entscheidung nicht haben.

Auf dem Weg nach Chorweiler redeten wir über Gott und die Welt, gestört nur durch die nervige Stimme des Navis. In Chorweiler angekommen, machten wir uns auf die Suche nach dem Parkplatz vom Aqualand, der extra für das Flüchtlingslager abgesperrt worden war. Am Fühlinger See angelangt, fragte meine Freundin zwei vorbeiziehende junge Männer, ob sie wüssten, wo wir die Flüchtlingsunterkunft finden könnten. Die Beiden erteilten uns Auskunft und es kam noch: „Da sollen bis Ende der Woche mehr als 1.200 Leute hin,“, dabei ein skeptischer Blick, und die beiden zogen weiter. Wir beide auch.

Wir kamen nach gut zehn Minuten Fußweg an dem „Areal“ an. Dieses war mit Zäunen und Sichtschutz abgeriegelt. Um den Eingang zu finden, beschlossen wir, um das Gelände herum zu gehen. Der Weg dorthin war etwas höher gelegen, und wir konnten von dort oben in die „Zeltstadt“ einsehen. Mir wurde ganz komisch. Ich dachte mir: „Wie würde es mir gehen, wenn ich hier mit einem Bus ankommen würde?“ Ich sagte zur meiner Freundin: „Ich würde heulen, wenn ich hier ankommen würde, und das hier sehen müsste.“

Wir verstummten. In meinen Gedanken kamen Situationen von früheren Urlauben, wo ich Bussen von den Flughäfen zu den Hotels gefahren wurde. Es wurden in der Regel mehrere Hotels angefahren. Man war gespannt, wie das Hotel aussehen würde. Bei vielen Hotels, die vorher angefahren wurden sagte ich oft: „Gut, dass wir hier nicht unterbracht werden, das ist ja das Letzte!“ Dabei waren es ganz normale Hotels, nur nicht mit ganz soviel Luxus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Oder Gedanken von Berichten von Freunden aus dem Urlaub, Klagen, weil vielleicht der Blick aufs Meer nicht so toll war, wie sie es sich vorgestellt hatten. Alles Peanuts im Vergleich zu dem, was ich hier sah.

In der Zeit, wo ich über diese Dinge nachdachte, fanden wir einen Eingang, wo sich auch offizielle Menschen befanden. Meine Freundin öffnete das Tor und ging zu einem Container hin, wo sich die Menschen befanden. Ich blieb verhalten wartend vor dem Tor stehen. Sie redete mit zwei Menschen. Ich verstand kein Wort. Sie kramte in ihrer Handtasche herum, und holte einen Ausweis hervor und zeigte ihn. Sie ist Juristin. Dann rief sie mich rein.

Ein netter Herr mit zwei Aktenordnern unterm Arm (später sagte er uns, er sei von der Stadt) begleitete uns auf dem Gelände. Mein Magen zog sich immer mehr zu. Er zeigte uns ein bereits fertiggestelltes Zelt, welches als Schlafunterkunft für 80 Menschen dienen sollte. Alles wirkte auf mich bedrückend und eng. Teilweise standen da Feldbetten aus Karsernen. Diese waren so schmal, dass man nur ohne Bewegung drauf liegen konnte. Wenn man sich umdreht, fällt man herunter. Es standen vier Schlafplätze (Hochbetten) in Parzellen, mit Stellwänden und Spinden voneinander getrennt, wie man sie kennt aus der Umkleide vom Sport, teilweise unabschließbar. Beheizt wurden die Zelte mit einem Notstromaggregator, aber da gab es ein Problem. Die Trennwände waren zu hoch, und die erste Parzelle überhitzte sich, während die weiteren Parzellen keine Wärme abbekamen. Dieser Fehler sollte noch vor der Ankunft der ersten Flüchtlinge behoben werden, indem die Trennwände gekürzt würden.

Wie man die engen Räume lüften sollte, war mir ein Rätsel. Beim Verlassen des ersten Zeltes zeigte der Herr auf ein weiteres Zelt und sagte: „Das sind Aufenthaltszelte.“ Meine Freundin fragte: „Also, wo Billiardtische usw. augestellt sind?“ Ich dachte mir schon, was fragt sie da? Der Herr von der Stadt lächelte und sagte, “Nein”, es seien sogenannte Speiseräume. Auch diese waren voll mit Tischen, die eng bestuhlt in Reihen aufgestellt wurden. Auf dem Gelände selbst war sehr wenig Platz, und man fragte sich, wo können die Menschen hin, wenn sie mal raus wollen? 

Zum Schluss sagte der Mann von der Stadt: „Dies ist nur eine Notunterkunft.“ Auf meine Frage, wie lange die Menschen hier verbleiben müssen, zuckte er bloß mit den Schultern. Also kann die „Notunterkunft“ wohl für die hier lebenden Menschen einen längeren Aufenthalt bedeuten, schloss ich in Gedanken. Diese Vorstellung war sehr erschreckend für mich und machte mich sehr nachdenklich. Ich hoffe nur, dass die Politik schnell handelt, und dass die Menschen, die hier unter solchen Zuständen leben müssen, von den Bewohnern Kölns herzlich aufgenommen werden und keine Ablehnung erfahren, wie in manch anderer Stadt in Deutschland.

Wieder zu Hause angekommen, fiel mir ein, dass ich mir mit meinem Verlobten Joseph Vicaire vor ein paar Tagen die größere Wohnung unserer Nachbarin angeschaut hatte, die im September aus der Wohnung auszieht. Mit dem Gedanken in eine größere Wohnung zu ziehen, (da hätten wir nicht 58 qm, sondern 70 qm Wohnfläche und ein Zimmer mehr), erfüllte mich mit Scham. Vorab hatten wir uns schon dagegen entschieden, und nach dem heutigen Besuch im Flüchtlingslager bin ich darüber sehr froh.

Was ich noch erwähnen möchte: Das Technische Hilfswerk und die Johanniter leisten echt super Arbeit, aber wenn man bedenkt, wo diese Menschen herkommen, was für ein Leidensweg sie erdulden mussten, um schliesslich in einem Lager leben zu müssen, ist es mir unbegreiflich, wie andere Menschen ihnen so viel Hass entgegenbringen können. Ich kann das nicht verstehen.

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Dem Matisyahu Gibor und der schönen Maria

Ein Gastbeitrag von A.mOr.

Matisyahu ist seinem starken Namen gerecht geworden, kol hakawod!

Als „Mörder!“ begrüßt zu werden, ist natürlich kein „schönes Karma“, was einem Musiker da aus arabischem Flaggenmeer im Publikum entgegenschallen kann! Und so geschah es.

Nicht alle im Publikum waren derart lustig eingestimmt. So gab es tatsächlich auch Musikliebhaber, sogar welche die Matisyahu für seine Darbietung angemessen bejubelten. Keine Überraschung das?

Und zum Glück, möchte man meinen, ist die Gesinnungsprüfung an der Eintrittskasse noch nicht der Standard. Was man sich auch erstmal leisten können wollte. Obwohl das Geld des europäischen Steuerzahlers natürlich (wie gewohnt frei) verfügbar ist, nicht nur auf direktem Wege in die Hamas-Terror-Schatzkiste.

Nur –hört!- auch denen (und Fatach, usw) laufen mittlerweile die Lämmer weg! Ob Hamas dann doch zu brutal ist in der Aufsicht und Zucht über die Menschen ihres eigenen Staatsgebietes? Weit gefehlt!

Folgender Artikel mag etwas Licht bringen in die heilig-dunkle Verbindung von BDS, Hamas und IS (usw): “Palästinenser scharen sich um Islamischen Staat”

Und wer ist schuld?
Maria Magdalena! (??)
Da sei der Nazarener* vor!
Der allerdings am Kreuz der Zeit abhängt. Und keine Zeit findet, um die Kinders des ihm zugeschriebenen Glaubens vor den Nachstellungen des „Wahren Glaubens“ zu bewahren.

Dumm gelaufen, und mit Blut geschrieben: einst, wenn seriöse Wissenschaften (etwa die Geschichtswissenschaft) in „erneuerter Welt“ noch Bestand haben sollten.

Nu, die Pläne der Einen müssen nicht das Verhängnis der Anderen sein. Auch wenn sie es faktisch längst schon sind. Und die Bemühungen solcher Art sind ausdauernd.

Und falls die (vor allem europäischen) Nazarener ihr ziemlich dämliches Wangenspiel (die eine, die andere, usw.) mal lassen würden, dann gibt es da unter anderem einen jüdischen Staat, der, in zugegeben sehr schwierigen Umständen zwar, volles Verständnis hat auch für das Kreuz der Europäer.

Man kann das wissen.

Viele Araber wissen das bereits zu gut, nur leider nicht die „Wahrgläubigen“ unter ihnen.

Glauben ist eben nicht wissen.

[*] ‚Der Nazarener‘, in Europa auch bekannt als „Jesus von Nazaret“, ein allseits bekannter und ganz offenbar beliebter „Religionsstifter“.
‚Die Nazarener‘ – Das Christenvolk.

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Bildnachweis: Jkupry1 • CC BY-SA 3.0

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“War Luther Antisemit?”

Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ist sich nicht sicher und fragt in Zusammenarbeit mit der Melanchthon-Akademie: “War Luther Antisemit?”

Mich erinnert diese Einladung an ein Titelbild der Titanic.

In Martin Luthers Werk „Von den Jüden und ihren Lügen” heißt es:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ fordert Martin Luther jene Dinge, die im 20. Jahrhundert am Wannsee in Berlin zur deutschen Staatsräson erklärt wurden:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich.“

Fünf Euro kostet der Vortrag! Wie muss ich mir den Abend vorstellen? Man bezahlt, setzt sich hin, Prof. Bering kommt rein, sagt “Ja” und dann darf man wieder gehen? Vermutlich nicht. Der Ankündigungstext verspricht nämlich einen Eiertanz der Extraklasse:

“Sind die großen Verdienste Luthers unbestritten, so sind seine Beziehungen zu den Juden zweifelhaft. War er nun Antisemit oder nur – wie damals geradezu alle – ein schlichter Judenfeind? Diese Frage wird von Dietz Bering aufgearbeitet, indem er als erster eine tief gestaffelte Definition des Antisemitismus vorlegt und Luther an ihr systematisch misst.”

Entwarnung! Luther war kein Antisemit. Er war nur ein Judenfeind. Glück gehabt. Das Lutherjahr kann kommen!

Das Wort Antisemitismus ist historisch gesehenen nichts weiter als der pseudo-wissenschaftliche Versuch, dem alten religiösen Judenhass ein modernes Gewandt zu geben und geht größtenteils auf den Journalisten Wilhelm Marr (1819-1904) zurück. Er gehörte dem extrem linken Flügel der radikal-demokratischen Partei um 1848 an und war erklärter Atheist. In seiner Überzeugung waren die Juden schuld am Liberalismus, weil er sich den jüdisch konnotierten Kapitalinteressen verschrieben habe. In seiner Propagandaschrift “Der Sieg des Germanenthums über das Judenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet” grenzt sich Marr deutlich von der traditionellen religiösen Judenfeindschaft ab und behauptet stattdessen, dass die Juden eine fremde Rasse von „Parasiten“ seien, die erfolgreich die Ausbeutung Deutschlands betreibe. Diesen Paradigmenwechsel von Religion zu Rasse verdeutlichte er durch die Einführung des Begriffs „Antisemitismus“ in den zeitgenössischen politisch-gesellschaftlichen Diskurs. Marr prägte wesentliche Klischees und Schlagworte, die weit über seinen persönlichen Erfolg hinaus weiterwirkten und die Diskussion um die „Judenfrage“ bestimmten. So legte er 1880 mit seiner Schrift “Goldene Ratten und rothe Mäuse” die Basis für die verschwörungstheoretische Gleichsetzung von Judentum, Kapitalismus und Kommunismus, wie sie später Adolf Hitler in “Mein Kampf” vertrat.

Wilhelm Marr gehört zu jenen aufgeklärten Demokraten, die zwar auf Gott und den König verzichten konnten, nicht aber auf den Judenhass. Mit pseudo-wissenschaftlicher Akribie wurde der Judenhass intellektuell rehabilitiert und sogar brutalisiert. War es bei dem religiösen Judenhasser Luther noch möglich, dass ein Jude Christ werden konnte, um der Verfolgung zu entgehen, war der Jude für den Marr’schen Antisemit ein ewiger Jude und nur durch die physische Vernichtung zu entfernen.

Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wirft in ihrer Ankündigung eine “schwierige Frage” auf:

“Das Ergebnis wirft aber eine noch schwierigere Frage auf: Gesetzt, er ist Antisemit, wie ist dann sein Wandel vom Judenfreund zu einem derart extremen Judenfeind zu erklären, dass die Nazis sich immer wieder auf seine Forderungen berufen konnten: Niederbrennen ihrer Synagogen, ihrer Häuser, Einsperren in Ställe, Zwangsarbeit, vollständige Ausraubung.”

Die Antwort ist schlicht: Egal ob Judenhasser oder Antisemit, die pure Existenz von Juden wird als störend empfunden! Judenhasser im Stile Luthers versuchen, Juden durch Konversion zu entfernen und wenn sie sich weigern, werden sie physisch eben vernichtet; Antisemiten jedoch entscheiden sich direkt für die Vernichtung. Da sich Juden nun allerdings gegen ihre Vernichtung wehren, ist eine weitere Form des Judenhass’ entstanden, der Antizionismus! Antizionisten hassen Israel, weil sich das Land gegen die Vernichtung stemmt.

Die Hamas fordert in Artikel 7 ihrer Gründungscharta die Vernichtung aller Juden weltweit und der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärte am 28. Februar 2010:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Vermutlich fragt die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit bald: “War die Hamas antisemitisch?” Auch dieser Vortrag wird dann sicherlich in Zusammenarbeit mit der Melanchthon-Akademie stattfinden, in der im Juni 2015 dieser Vortrag von Dr. Mark Braverman stattfand: „Mauern durchbrechen“.

In diesem Vortrag wurde nicht gefragt. Es gab kein Fragezeichen, dafür aber eine Menge Ausrufezeichen. Alles war klar! Braverman sprach von einer „verhängnisvollen Scham“ und warf den christlichen Kirchen vor, zum “Unrecht der menschenverachtenden israelischen Besatzungspolitik” zu schweigen. Als Grund für das vermeintliche Schweigen gab Braverman zwei Gründe an. Erstens: Durch das Schweigen wolle sich die Kirche von der eigenen Schuld befreien. Zweitens: Durch das Schweigen entziehe sich die Kirche dem Vorwurf des Antisemitismus, weil es ja so schwierig sei, Israel zu kritisieren. Die Teilnahme an diesem Vortrag war kostenlos!

Die Frage, ob Luther Antisemit war, kostet Geld! Die Gewissheit jedoch, dass Israel kritisiert gehört, was aber schwer ist, weil so viele böse Menschen, vermutlich Juden, mit der Schuld Geschäfte machen, gibt es gratis. Das ist christlich-jüdische Zusammenarbeit in der Melanchthon-Akademie! Noch Fragen?

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“Mein Heidenau”

KEIN KOMMENTAR!

“Hier steht noch Gross für den Kleinen ein,
denn gemeinsam könn` wir noch bewegender sein.
Bei uns heißt Wachstum auch Gedeihn.
Weil wir in diesem Weg die Zukunft sehn, zum Aufeinanderzugehn stehn,
sind wir ganz vorn dabei.

Auf unserem Märchenlebenspfad
findet nicht nur Märchen Belebendes statt.
Da tauschen Wirklichkeit und Traum
schleichend unbemerkt und doch gefühlt, ganz wunderbar und zart
den Innre-Welten-Lebensraum.

Na Komm tritt ein, du bist willkomm`, setz dich zu uns, krieg das zu Haus Gefühl
Dort wo der Mensch im Zentrum steht`, man ehrlich wissen will, wie`s Dir geht.
Ooooooo
Da zähln auch kleine Ideen, denn wir sind bereit, in ihnen einen Samen zu sehn.
Wir schieben, bleiben dran, wenn du was brauchst, fragen wir bis wann?
Heidenau unsre Stadt

Ein Kinder-Musical erklingt,
das Genrationen leichthin zueinander bringt
und Omis Augen leuchten auf,
denn sie liebt, was sie da sieht und keiner weiß, wie viel das gibt,
sie freut sich jedes Jahr darauf.

Na Komm tritt ein, du bist willkomm`, setz dich zu uns, krieg das zu Haus Gefühl
Dort wo der Mensch im Zentrum steht`, man ehrlich wissen will, wie`s Dir geht.
Ooooooo
Da zähln auch kleine Ideen, denn wir sind bereit, in ihnen einen Samen zu sehn.
Wir schieben, bleiben dran, wenn du was brauchst, fragen wir bis wann?
Mein Heidenau ist ` ne Stadt, die mehr zu bieten hat
Mein Heidenau ist ` ne Stadt, die mehr zu bieten hat
Jeder hat hier was zusagen, jeder wird hier auch gehört, jeder ist bestärkt auch mitzutragen, was gemeinsam zu mehr führt in meine-deine-eine Welt.”

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Erste Reaktion!

Der Kölner Stadt-Anzeiger hat auf den öffentlichen Brief reagiert, der durch Tapfer im Nirgendwo verteilt wurde und in dem der tolerierte Judenhass vor dem Kölner Dom kritisiert wird. Der Stadt-Anzeiger hat Kontakt mit einer Unterzeichnerin des Briefes aufgenommen: Sandra Kreisler. Ihre Worte sind deutlich!

“Sandra Kreisler, Sängerin aus Wien und eine der Unterzeichnerinnen des Briefes, findet es unfassbar, dass Herrmann nicht Einhalt geboten wird – und die Staatsanwaltschaft die Aktion nicht als Volksverhetzung einstuft: Sie erschaudere angesichts des „nur mühsam verbrämten Antisemitismus in Deutschland“. Die öffentliche Darstellung des Konflikts zwischen Arabern und Israel bezeichnet sie als „tendenziös und teilweise glatt falsch“.

Artikel 7 der Gründungscharta der Hamas fordere „den Tod aller Juden weltweit“, so Kreisler. Daher sei die Hamas, die Walter Herrmann mit seinen Plakaten legitimiere, in Deutschland auch als Terrororganisation eingestuft, schreiben die Unterzeichner des öffentlichen Briefes. „Diese Verharmlosung des Aufrufs zum Judenmord vor dem Kölner Dom beleidigt und bedroht mich!”

Tapfer im Nirgendwo bleibt dran. 

Den offenen Brief finden Sie hier: “Warum? Ein offener Brief!”

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Ein bürgerlicher Befehl an die Regierung!

Bitte schickt alle diese Aufforderung an die Bundesregierung und an den Bundesrat!

Hiermit fordere ich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bundesregierung, sowie Bundesratspräsident Volker Bouffier und den Bundesrat dazu auf, unverzüglich Artikel 37 unseres Grundgesetzes Geltung zu verschaffen, indem das Land Sachsen öffentlich zur Erfüllung seiner Pflichten angehalten wird, nötigenfalls mit angemessenen Sanktionen!

In der Nacht zum 23. August 2015 haben fremdenfeindliche Demonstranten im sächsischen Heidenau zum wiederholten Male gewalttätig gegen Flüchtlinge demonstriert. Immer wieder kommt es in Sachsen zu fremdenfeindlichen Terroranschlägen!

Bundesjustizminister Heiko Maas fordert jetzt “klare Kante” und erklärt: “Wir dürfen niemals tolerieren, dass Menschen in unserem Land bedroht oder angegriffen werden”. Er fügt hinzu: “Dagegen müssen wir mit aller Härte des Rechtsstaats vorgehen.”

Das Härteste, das der deutsche Rechtsstaat zu bieten hat, ist das Grundgesetz! In Anbetracht der Tatsache, dass die sächsische Exekutive nicht willens oder in der Lage ist, ihrer verfassungsmäßigen Aufgabe nachzukommen und die Freiheit und Sicherheit der deutschen Bürgerinnen und Bürger zu verteidigen, sowie der in Deutschland lebenden Menschen, um die sie sich sorgen, fordere ich Maßnahmen gegen Sachsen im Sinne von Artikel 37!

Ich fordere Angela Merkel, Volker Bouffier und Joachim Gauck persönlich auf, Stellung zu beziehen und das Land Sachsen in einer öffentlichen Demonstration zur Erfüllung seiner Pflichten anzuhalten!

“(1) Wenn ein Land die ihm nach dem Grundgesetze oder einem anderen Bundesgesetze obliegenden Bundespflichten nicht erfüllt, kann die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates die notwendigen Maßnahmen treffen, um das Land im Wege des Bundeszwanges zur Erfüllung seiner Pflichten anzuhalten.

(2) Zur Durchführung des Bundeszwanges hat die Bundesregierung oder ihr Beauftragter das Weisungsrecht gegenüber allen Ländern und ihren Behörden.”

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