FAUST im GRETCHEN

“Faust – reloaded”
Eine Psychose nach J. W. Goethe,
mit Gerd Buurmann als Faust.
Regie: Burkhard Schmiester

Termine: 21. bis 24. und 28. bis 31. August 2014 um 21 Uhr im Hinterhof des GRETCHEN, Obentrautstr. 19-21, 10963 Berlin-Kreuzberg.

Kartenreservierung: sommerkarten@gmx.de
oder
(030) 74 924 329

IMG_9601.JPG

Weh! steck ich in dem Kerker noch?
Verfluchtes dumpfes Mauerloch,
Wo selbst das liebe Himmelslicht
Trüb durch gemalte Scheiben bricht!

Foto (oben): Viktoria Burkert
Fotos (folgende): Burkhard Schmiester

IMG_9609.JPG

Meine Ruh’ ist hin,
Mein Herz ist schwer;
Ich finde sie nimmer
und nimmermehr.

Wo ich ihn nicht hab’,
Ist mir das Grab,
Die ganze Welt
Ist mir vergällt.

Mein armer Kopf
Ist mir verrückt,
Meiner armer Sinn
Ist mir zerstückt.

IMG_9608.JPG

Heinrich, mir graut’s vor Dir!

IMG_9610.JPG

Ach! könnt ich doch auf Bergeshöhn
In deinem lieben Lichte gehn,
Um Bergeshöhle mit Geistern schweben,
Auf Wiesen in deinem Dämmer weben,
Von allem Wissensqualm entladen,
In deinem Tau gesund mich baden!

Veröffentlicht unter Theater | 8 Kommentare

Kölner Botschaft des Hasses

Vor dem Kölner Dom steht ein Mann mit einer Installation von der Polizei toleriert und der Staatsanwaltschaft legitimiert. Auf der Facebook-Seite der Installation findet sich dieser Eintrag:

“Während die Holocaust Eisenbahnwagen rollen schaut Deutschland nicht einfach nur zu ! NEIN !
Sondern Deutschland schenkt den Mördern auch noch die Eisenbahnwagen und verspricht bedingungslose Unterstützung.

Der Holocaust findet seit 68 Jahren statt. In diesem Moment während ich diese Zeilen schreibe und in jedem Moment während der illegale Terrorstaat Israel existiert.
Der Holocaust findet jetzt gerade statt. Und was tust DU ?

Flyer verteilen ?
Oder einen Stand mit Informationen in der Fussgängerzone ?
Mit einem Plakat vor dem Büro des Oberbürgermeister demonstrieren ?
Alles was Du tust ist besser als nichts zu tun.

Erhebe deine Stimme gegen den Holocaust in Palästina !
Deine Stimme zählt !”

IMG_9602.PNG

Der Oberbürgermeister der Stadt Köln, Jürgen Roters, erklärte einst, Walter Herrmann verbreite vor dem Kölner Dom eine “Botschaft des Hasses”.

Stellen wir uns mal vor, auf der Kölner Domplatte versammelten sich täglich Menschen zu einer Demonstration, auf der Muslime ausschließlich als Terroristen und Mörder dargestellt werden. Stellen wir uns weiter vor, diese Demonstration wäre mit Karikaturen versehen, auf der Muslime zu sehen sind, die kleine Kinder essen und sich an ihrem Blut laben. Die Bürger Kölns würden sich versammeln und dieser Feindlichkeit die rote Karte zeigen, alles unter dem wunderbaren Kölner Mottoe

Am 20. September 2008 gab es unter dem Motto “Köln stellt sich quer” eine Neuauflage der Aktion “Arsch huh, Zäng ussenander!” auf der Domplatte in Köln. Anlass war der Versuch der Wählergruppe Pro Köln, in Köln ein als „Anti-Islamisierungs-Kongress“ bezeichnetes europaweites Treffen von Rechten zu inszenieren. Zehntausende Menschen vesammelten sich in der Kölner Innenstadt, um dagegen ein Zeichen zu setzen. Das Treffen von Pro Köln wurde so erfolgreich verhindert.

Jene Zehntausende, die sich 2008 versammelten, um gegen eine einseitige Verurteilung des Islams und seiner Länder zu demonstrieren, die an einem Tag in Köln geplant war, jene Zehntausende schweigen seit Jahren überlaut zu der Tatsache, dass auf der Kölner Domplatte fast täglich gegen das Judentum und Israel agitiert wird.

Seit 2004 widmet sich die sogenannte “Klagemauer” unter Verantwortung von Walter Herrmann inhaltlich einer verzerrenden und einseitigen Darstellung des palästinensisch-israelischen Konflikts. Da allein die Bezeichnung “Klagemauer” für diese Dauerinstallation eine Beleidigung für all jene ist, denen die wahre Klagemauer in Israel etwas bedeutet. Durch eine einseitige Darstellung des Leides der Palästinenser und der Darstellung israelischer Politiker als Kriegsverbrecher verzerrt die Antiwand die Realität des Nahostkonflikts und schürt so antisemitische Ressentiments. Israel wird durchgehend als Aggressor dargestellt, während von den Terroranschlägen durch palästinensische Organisationen geschwiegen wird oder diese als verzweifelte Taten von Hoffnungslosen dargestellt werden. Von den Zielen der palästinensischen Hamas, die laut Artikel 7 der eigenen Gründungscharta die Vernichtung aller Juden fordert und der libanesischen Hisbollah, die ebenfalls für die physische Vernichtung aller Juden kämpft, erfährt man an der Antiwand nichts. Vertreter der Synagogen-Gemeinde Köln fordern schon seit 2005 nachdrücklich ein Verbot der Antiwand.

Nun solle man meinen, die Kölner würden für das Recht und die Sicherheit von Juden ebenfalls ihre Ärsche heben und die Zähne auseinander nehmen und sich zusammen mit der Synagogen-Gemeinde “quer stellen” – aber weit gefehlt. Obwohl die Kölner Antiwand am Kölner Dom für Juden und Israelis so ziemlich genau das darstellt, was der Anti-Islam-Kongress in Köln für Muslime und Araber war, allerdings täglich und nicht nur einmalig, herrscht gegenüber der Kölner Antiwand eisiges Schweigen im Kölner Wald.

Während Köln auf der einen Seite deutlich macht, dass Muslime zu Köln gehören und es nicht akzeptiert werden kann, wenn gegen Muslime einseitig Stimmung gemacht wird, zeigt eben dieses Köln auf der anderen Seite eine eiskalte Ignoranz gegenüber Juden, eine Ignoranz, die nur eins bedeutet: Juden gehören nicht zu uns! Was die Stadt Köln seinen muslimischen Nachbarn nicht mal einen einzigen Tag zumuten möchte, mutet die selbe Stadt Juden täglich zu. Noch deutlicher kann es Köln gar nicht sagen:

Arsch hoch? Zähne auseinander? Nicht für Juden!

***

Ein aktuelles Beispiel für die Hetze vor dem Kölner Dom:

“Weltweites Entsetzen über die nazi-mäßige Brutalität der Israelis”

IMG_9604.JPG

Veröffentlicht unter Kölner "Klagemauer" | 73 Kommentare

Und wieder werde ich verklagt!

Vor ein paar Tagen fand ich diese Einladung in meinem Briefkasten:

IMG_9515.JPG

Wenn ich solche polizeilichen Einladungen erhalte, schaue ich immer erst auf meinem Blog nach, um zu schauen, ob dort irgendetwas steht, von dem sich eventuell irgendjemand beleidigt fühlen könnte. Ich fand nichts.

“Oh mein Gott,” dachte ich, “denk nach Gerd, wo warst Du am 1. August 2014 gegen Mittag? Erinnere Dich! Du warst doch nüchtern, oder?”

Mir fiel nicht ein, was ich an diesem Tag verwerfliches gemacht haben könnte und hatte daher keine Ahnung, was mich heute erwarten würde. Die letzten Tage waren ein wenig wie Adventszeit für mich. Ich war richtig gespannt darauf, wer mich diesmal verklagen will. Der Knechtel allein gegen die Rothschilds? Der Rentner mit den lustigen Vergleichen? Heute war ich bei der Polizei. Es war fast so schön wie Weihnachten! Eine wahre Bescherung!

Der Mann, der sich beleidigt fühlt und eine Anzeige erstattet hat, ist, Überraschung: Klaus Franke. Ho! Ho! Ho!

Der Grund für seine Anzeige ist folgender Kommentar, den ich unter meinem Artikel “Hamas schießt auf Kinder” verfasst hatte, nachdem Klaus Franke als “Nikolaus” (ja, er nennt sich Nikolaus) wieder einmal meinen Kommentarbereich mit seinen diversen Einlassungen zugemüllt hatte:

“Vielleicht sollten wir diesen Kommentarbereich hier mal als private Klagemauer nutzen. Ich fang an:

“Ist Klaus Franke noch zu retten?”

“Hitler war damals, Franke ist heute!”

“Die Kölner Klagemauer übt am Kölner Dom den Judenpogrom”

Ich glaub, das drucke ich auf gelbe Pappe und stell mich vor den Dom!”

Klaus Franke hat Anzeige erstattet, weil ihn besonders der Vergleich mit Hitler schmerzt, wie er in seiner Anzeige betont. Seine Eltern hätten schwer im Zweiten Weltkrieg gelitten und seine Mutter sei in den letzten Jahres des Krieges gestorben. Nicht selten führt Klaus Franke Dokumente in alten Stofftaschen mit sich herum, die das Leben seiner Eltern dokumentieren sollen. Er fühlt sich von mir beleidigt!

Lieber Klaus Franke,

ich glaube, so langsam kommen Sie meiner Sache näher. Ich habe das Gefühl, es dauert nicht mehr lange und Sie sehen selber ein, warum Walter Herrmanns Installation vor dem Kölner Dom, die Sie so vehement unterstützen, als eine “Botschaft des Hasses” bezeichnet wird. Sie sind nur noch eine Ecke von meiner Kritik entfernt! Kommen Sie näher!

Lieber Klaus Franke,

Ich habe lediglich die Parolen genommen, die an der von Ihnen unterstützen Installation vor dem Köln Dom regelmäßig präsentiert werden. Ich habe nur das Wort “Israel” durch Ihren Namen ersetzt und den Inhalt ein wenig angepasst. Folgende Parolen posaunt die von Ihnen unterstützte Installation in die Welt:

“Ist Israel noch zu retten?”

“Hitler ist Vergangenheit, aber Israel ist Gegenwart”

“Israel probt im Gaza den Völkermord”

IMG_9581.JPG

IMG_9582.JPG

Lieber Klaus Franke,

muss ich Ihnen wirklich das satirische Stilmittel erklären, das ich hier angewendet habe? Man sagt, jeder Sechsjährige kapiere das. Also, passen Sie auf.

Durch den Austausch der Worte mache ich auf die radikale Falschheit der Behauptungen der Installation vor dem Kölner Dom aufmerksam. Mein Kommentar ist wie das Titanic-Cover mit der Schlagzeile: “Schrecklicher Verdacht: War Hitler Antisemit?” Natürlich leugnet die Titanic nicht, dass Hitler Juden gehasst hat. Das Cover entstand jedoch in einer Zeit, in der viele Journalisten und Intellektuelle in Deutschland die ungeheuerlichsten Dinge über Juden und Israel äußerten und dennoch die Bezeichnung der eigenen Aussagen als antisemitisch mit größter Empörung von sich wiesen. Die Titanic überspitze und machte deutlich! Meine Statements sind lediglich eine Entlarvung Ihres beleidigenden Verhaltens und eine Kritik daran.

Wenn Sie sich wirklich beleidigt fühlen, dann halten Sie dieses Gefühl kurz fest und denken Sie in dieser Emotion einmal an all die Juden und Israelis, die sich den ständigen Vergleichen der von Ihnen unterstützen Installation mit Hitler und dem Völkermord ausgesetzt sehen. Wie, glauben Sie, fühlt sich ein Israeli, der ein Überlebender des Holocaust sein kann oder sein Sohn, wenn er und das Land, das ihm und vielen anderen Überlebenden des Holocausts eine Heimat gewährt, mit Hitler verglichen wird? Wie mag es sich für ihn anfühlen, wenn die Installation, die Sie unterstützen, den Holocaust relativiert und verharmlost? Ich sage es Ihnen: Er wird sich mindestens so beleidigt fühlen, wie Sie und im Gegensatz zu Ihnen mit Recht!

Täglich beleidigen Sie das Andenken von Opfern des Nationalsozialismus. Wenn Sie jemanden anzeigen müssen, dann sich selbst!

Aber im Grunde haben Sie diese Selbstanzeige schon verfasst, denn sollte die Staatsanwaltschaft in Köln auch nur eine Sekunde daran denken, mich wegen Beleidigung zu verurteilen, dann wäre das das Ende der Installation vor dem Kölner Dom, da sie eine wahre Beleidigung ist und nicht eine Kritik an eine Beleidigung wie mein Kommentar.

Allerdings ist der Kölner Staatsanwaltschaft einiges zuzutrauen, denn ihr Urteil über eine Karikatur, die deshalb von der Kölner Staatsanwaltschaft als nicht antisemitisch und nicht volksverhetzend eingestuft wurde, weil der dargestellte ritualmordende, Kinder fressende und Blut trinkende Jude keine Krummnase hatte, ist in die Geschichte der abenteuerlichsten Begründungen der jüngeren deutschen Rechtsgeschichte eingegangen.

Mal schauen, wie es weiter geht mit der Klage.

Veröffentlicht unter Kölner "Klagemauer" | 178 Kommentare

Gerd Buurmann bekennt sich

Gestern hat mich ein Kollege darüber informiert, was alles in dem Wikipedia-Artikel zu meiner Person steht. Ich habe heute direkt mal nachgeschaut und muss gestehen, einige Dinge sind auch mir neu.

Besonders gefällt mir dieser Satz: “Gerd Buurmann bekennt sich zum Christentum.” Wer mich kennt, weiß, ich liebe Weihnachten! Ich bin Christ! Ich bekenne das sogar, betont Wikipedia. Damit dürfte mein Weg in die deutschen Talkshows geebnet sein!

Liebe Jauch, Will, Illner und wie Ihr alle heißt,

wenn ihr einen bekennenden Christen braucht, ruft mich an. Bei Talkrunden zu anderen Religionen macht ihr es Euch schließlich auch nicht so schwer mit der Auswahl. Ich dachte immer, ein Bart macht noch keinen Rabbi und ein Kopftuch noch keine Korangelehrte, aber das seht Ihr offensichtlich ganz anders. Daher bin ich genau der Richtige für Euch, um das Christentum zu vertreten. Ich ein bekennender Christ! Das könnt ihr bei Wikipedia nachlesen. Wenn Ihr also einen bekennenden Christen braucht, ich komme gerne.

Damit Ihr schon mal meine Positionen kennenlernen könnt, präsentiere ich ein paar Artikel von mir zum Christentum:

“Das Schwein am Kreuz”

“Die unbefleckte Empfängnis”

“Die Hölle”

“Das Recht auf Hölle”

“Trennung von Staat und Sekte”

“Margot vs Jesus”

“Gott will es!”

“Religionen in der Pisse”

“Jesus in Bonn”

“Jesus, ich habe heute leider kein Foto für Dich”

“Katholische Vernunft”

“Frohe Christi Himmelfahrt”

“Inquisition light”

“Perfektionierte Juden”

“Erika und Hedwig”

“Carrie, des Satans deutsche Tochter”

“Freitag ist Gottesstaat”

Veröffentlicht unter Christentum | 104 Kommentare

Ich, Araber

Mein Name ist Mohammad Zoabi. Ich bin ein stolzer, israelischer, zionistischer, arabischer Moslem.

Die Art, wie ich mich selber bezeichne, verärgert all jene, die gegen Israel, gegen Gerechtigkeit und gegen die Hoffnung auf Demokratie im Nahen Osten sind. Es verärgert sie, dass es israelische Araber gibt, die den Umstand schätzen, Israelis zu sein. Es verärgert sie, dass die Welt bald herausfinden wird, dass Israel die Hoffnung für Demokratie im Nahen Osten ist.

Ich möchte, dass alle Welt weiß, dass nur weil ich mich als israelischen, zionistischen, arabischen Moslem bezeichne, dies nicht bedeutet, dass ich vergessen habe, ein Araber zu sein. Ich habe nie geleugnet, ein Araber zu sein. Ich bin ein Araber, der in Arabien geboren wurde, um Araber zu bleiben. Aber ich bin ein Araber, der in Israel geboren wurde, in dem jüdischen Land Israel und das heißt: ich bin ein israelischer Araber. Genauso wie Araber in Libanon arabische Libanesen sind, in Syrien arabische Syrier, in Jordanien arabische Jordanier. Ich wurde ich Israel und in Arabien geboren und ich bin sowas von stolz darauf!

Israel ist ein jüdischer Staat, aber das hält mich nicht davon ab, mein Land zu lieben und zu unterstützen. Die Leute sollen endlich aufhören, Israel zu hassen, nur weil es das Land des jüdischen Volkes ist.

Israel ist die Hoffnung für Demokratie. Ernsthaft! Israel ist das Licht in der Dunkelheit. Israel ist der Himmel inmitten der Hölle. Ich sage das nicht, um irgendeines unserer Nachbarländer zu beleidigen, überhaupt nicht, aber das ist nun mal die Tatsache.

Schaut Euch Syrien an. Es ist einfach nur beschämend, was dort geschieht. Syrien ist gerade mal nur hundert Kilometer von meinem Haus entfernt, von dem Ort, an dem ich gerade stehe und dort werden die Menschen getötet. Menschen werden dort verfolgt, nur weil sie Freiheit fordern. Das ist beschämend! Homosexuelle werden im Iran und in Saudi-Arabien hingerichtet, nur weil sie schwul geboren wurden. Das ist beschämend!

Das ist der Grund, warum ich glaube, dass Israel die Hoffnung für Demokratie und die Hoffnung für den gesamten Nahen Osten ist.

Ich fordere die Welt auf, endlich aufzuwachen.

Ich sage das als Mensch! Vergesst, dass ich ein Araber und Israeli bin und ein Zionist, ein Patriot, der die Idee eines jüdischen Staates im Lande Israel unterstützt. Vergesst das alles. Seht mich als Menschen, der in Israel lebt. Und dann schaut auf die Menschen, die in Syrien leben oder im Iran. Israel ist Freiheit! Israel ist nicht perfekt, aber sehr nah dran!

Bitte, wacht auf! Bitte, hört auf mit dem blinden Hass auf Israel.

Das Volk Israel lebt!

***

Ich bin 16 Jahre alt. Als Mensch, der in Israel geboren wurde, bin ich zuallererst ein Israeli. Ich bin Israeli, das ist das Wichtigste! Wenn man mich fragt, was für ein Israeli ich bin, wo ich politisch stehe, links oder rechts, was ich von Israel denke, dann sag ich: Ich bin Patriot. An zweiter Stelle bin ich also Zionist. Dann kommt mein kultureller Hintergrund. Ich bin Araber. Dann kommt meine Religionszugehörigkeit. Ich bin Muslim. Meine Religionszugehörigkeit ist für mich jedoch die unwichtigste Kategorie meiner Identität. Ich versteh einfach nicht, was der Unterschied sein soll zwischen Moslems, Christen und Juden. Am Ende des Tages glauben wir alle an den selben Kerl. Ich bin also ein israelischer, zionistischer, arabischer Moslem, mit der Religion das unwichtigsten Faktor.

Meine Mutter hat mich am meisten inspiriert, den Mut zu finden, meinen eigenen Weg zu gehen und meine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Sie musste in ihrem Leben auch viele Schwierigkeiten meistern, vor allem gegen gesellschaftliche Vorurteile. Sie hat sich von meinem Vater scheiden lassen, was als Frau im arabischen Kulturkreis besonders schwer ist. Sie hat mich alleine groß gezogen und ganz in dem Geiste, dass alle Menschen aus der selben Quelle kommen. Weder Religion, noch Nation oder kultureller Hintergrund, nichts trennt uns. Wir sind ganz einfach Menschen. Wir haben alle ein Antlitz. Die Unterschiede sind im Kopf. Wir denken nur anders, mehr nicht! Das ist der einzige Unterschied. Darum sind alle Menschen gleichberechtigt und es gibt keinen Grund, einen Menschen zu hassen, nur weil er Jude, Christ oder Moslem ist. Das hat meine Mutter mir beigebracht.

Ich bin so glücklich ein Araber und Moslem in Israel zu sein. Wo ich lebe ist Freiheit! Hinter den Golanhöhen jedoch, die ich von meinem Fenster aus sehen kann, liegt Syrien. Die Menschen sterben dort tausendfach, weil sie Freiheit wollen. Hier in Israel leben wir in Freiheit. Freiheit ist unser Leben. Niemand kann uns das nehmen. Das ist das Besondere an Israel. Wenn Syrien, Libanon, Jordanien oder Ägypten Freiheit und Demokratie wollen, sie sollen zu uns kommen. Israel wird ihnen helfen. Sie sind mehr als willkommen.

Es ist hart, ein arabischer Zionist zu sein. Die arabische Kultur hat wunderbare Seiten, unsere Gastfreundschaft, unsere Höflichkeit, wir haben eine Menge süße Dinge, aber leider kontrollieren unseren schlechten Seiten gerade unsere guten Seiten. Darum sieht uns die Welt als böse Menschen, die nicht in der Lage sind, ein modernes, demokratisches Leben zu führen. Es sind genau diese schlechten Seiten, die dafür sorgen, dass ich mehrere Male angegriffen wurde. Manche nennen mich einen Verräter. Andere nennen mich einen Juden. Sie benutzen das Wort Jude tatsächlich als Beleidigung. Das kann ich gar nicht verstehen.

Das jüdische Volk ist ein großartiges Volk! Dieses winzig kleine Volk hat so sehr gelitten in der Geschichte, im Holocaust, unter den Römern, immer wieder hat das jüdische Volk gelitten. Sie wurden verfolgt und ermordet, nur weil sie Juden waren. Heute aber ist das jüdische Volk eines der klügsten und stärksten Nationen auf diesem Planeten und das obwohl Israel so klein ist. Israel behandelt alle Menschen gleich. Israel hilft auf der ganzen Welt. Wenn irgendwo eine Katastrophe passiert, dann ist das erste Land, das Hilfe schickt, oft Israel. Das ist so großartig am jüdischen Volk und darum werde ich zu dem jüdischen Volk stehen bis zum letzten Tag meines Lebens.

(Anmerkung: Während ich, Gerd Buurmann, diese Zeilen höre, übersetze und tippe, weine ich. So fühlt sich Hoffnung an.)

Ich stehe zu Israel. Ich bin deshalb aber kein Verräter. Nein. Ich bin Araber und ich werde Araber bleiben. Aber ich bin ein Araber, der die Dinge von einer anderer Perspektive aus betrachtet. Meine Urgroßmutter hat mir immer erzählt, dass wir alle mal Nachbarn und Freunde waren, dass die Menschen sich liebten und halfen und alles perfekt war, bis die Juden Israel gründeten. Das verstehe ich nicht. Wo ist das Problem? Zu der selben Zeit gründeten die Syrer und Jordanier Land, die Ägypter, die Saudis auch. Überall bekamen Araber Land. Warum also sollten die Juden kein Land bekommen?

An manchen Tagen ist es schwer, ein arabischer Zionist zu sein, an anderen Tagen wiederum ist es leicht. Ich lebe im demokratischen Israel umringt von diktatorischen Ländern, die nur auf den passenden Moment warten, uns alle zu töten. All diese Länder, wenn sie Israel angreifen, unterschieden nicht zwischen Arabern und Juden. Wir werden alle angegriffen, wenn ein Nachbarstaat oder eine Terrorgruppe uns attackiert. Als die Hisbollah Israel angriff, griff sie damit auch alle Araber in Israel an! Die Hälfte alle Opfer im libanesischen Krieg 2006 gegen Israel waren israelische Araber. Für sie sind wir alle nur Israelis.

Sie haben Recht! Ich bin ein Israeli! Ich bin froh, ein Israeli zu sein! Israel ist der einzige Staat im Nahen Osten, in dem alle Menschen gleichberechtigt sind. Darum regt es mich auf, wenn ich Leute höre, die behaupten, Israel sei ein Apartheidstaat. Hier in Israel, wenn ich in einen Kibbuz gehe, fragt mich der Mann am Tor, wie ich heiße. Ich sage, Mohammad, und er sagt: “Hallo Mohammad!” Wäre Israel ein Apartheidsstaat würde er sagen: “Mach, das Du fort kommst!” Ich besuche Juden. Juden besuchen mich. In Israel leben alle Menschen zusammen. Ich gehe in eine jüdische Schule. Ich besuche meine jüdischen Freunde. Ich telefoniere mit meinen jüdischen Freunden. Meine Mutter arbeitet im israelischen Verkehrsministerium. Wir leben alle friedlich zusammen, deshalb entschuldigt meine Ausdrucksweise: Hört mit dem Scheiß auf! Israel ist kein Apartheidsstaat.

Wenn Du die Wahrheit über Israel erfahren möchtest, komm für nur einen Tag nach Israel. Besuche Tel Aviv, Jerusalem, Israels schöne Landschaften. Komm nach Nazareth, meine Heimat, und schau Dir an, wie die Menschen hier leben. Die Menschen sind glücklich hier. Sie sind glücklich, in einem demokratischen Land zu leben, wie ich.

Israel ist kein Apartheidsstaat, im Gegenteil. Israel ist ein demokratisches Land mit einer hohen kulturellen Sensibilität. In Israel müssen die meisten Menschen ab 18 Jahren Wehrdienst leisten, überwiegend Juden, aber nicht alle. Als die israelische Armee im Jahr 1948 gegründet wurde, erklärte Israel, dass die arabische Bevölkerung den verpflichtenden Wehrdienst nicht zu absolvieren hatte. Israel verstand die Gefühle seiner arabischen Bevölkerung und befreite sie vom Wehrdienst, weil Israel wusste, dass es schwer sein könnte für einen Araber, mit einem anderen Araber zu kämpfen.

Heute aber ist die Sache anders. Heute, da ich sehe, dass meine arabischen Nachbarn bereit sind, mich zu töten, bin ich bereit, mit ihnen zu kämpfen. Nicht weil ich ein böser Mensch bin, sondern weil ich ein Mensch bin und das Recht habe, mich und mein Land zu verteidigen. Ich möchte der israelischen Regierung daher einen Rat geben: Führt den verpflichtenden Wehrdienst auch für arabische Israelis ein!

Das fordere ich nicht, um den israelischen Arabern zu schaden, sondern damit sie merken, was es heißt, Israeli zu sein und was es heißt, jeden Tag mit der Gefahr von außen umgehen zu müssen. Unsere Soldaten, unsere mutigen, jungen Soldaten sind da draußen und sehen sich der ständigen Gefahr der Vernichtung ausgesetzt. Sie sind nicht da draußen, weil sie böse sind, sondern weil sie leben wollen!

Wir sind zwar im Kriegszustand mit Syrien, aber wir helfen Syrien auch! Über 200 Syrer wurden von unserer Armee über die Grenze nach Israel gelassen, um hier in Hospitälern behandelt zu werden. Israel hat ihnen geholfen. Sogar unsere Premierminister besuchte sie. Glaubst Du, irgendein arabischer Führer in irgendeinem benachbarten Land würde sowas für Israelis tun? Nimmt Syrien Flüchtlinge auf? Kümmert sich der jordanische König um die über eine Millionen Flüchtlinge in seinem Land? Hat er sie je besucht? Nein, er kümmert sich so gut wie gar nicht.

Darum finde ich, der Wehrdienst sollte auch für arabische Israelis verpflichtend werden. Es muss ja nicht Militärdienst sein. Es kann auch ein ziviler Dienst sein, irgendetwas, das dafür sorgt, dass sich die Araber um Israel sorgen, wie man sich um sein eigenes Haus sorgt. Man repariert Dinge, die im eigenen Haus kaputt gehen. Man bringt jeden Tag Dinge mit, um das Haus schöner zu machen. Mit jedem Tag versucht man, das eigene Haus ein bißchen schöner, sicherer und besser zu machen. Und ich weiß, dass alle Juden uns Willkommen heißen werden im gemeinsamen Anliegen, unser Haus schöner zu machen. Israel ist eine großartige Nation und hat Fremde immer akzeptiert, immer!

Darum liebe ich das jüdische Volk und die Juden werden immer meine Brüder sein.

(Anmerkung: Ich heule schon wieder!)

Das Volk Israel lebt!

Veröffentlicht unter Fremde Feder | 344 Kommentare

Hätte die Polizei in Hamburg Rosa Parks des Platzes verwiesen?

Manchmal braucht es nur eine Person, die im richtigen Moment das Richtige tut, um Unrecht zu kippen. Keine Person verkörpert das mehr als Rosa Parks. Am 1. Dezember 1955 wurde Rosa Parks in Montgomery, Alabama verhaftet, weil sie sich geweigert hatte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen. Dies löste den Montgomery Bus Boycott aus, der als Anfang der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in Amerika gilt.

Am 25. Juli 2014 fand in New York eine antiisraelische Demonstration statt. Mit der Parole “From the river to the sea, Palestine will be free” riefen Demonstranten indirekt zur Eliminierung Israels auf. Mit der Parole “Resistance is justified” erklärten sie die Angriffe auf die israelische Zivilbevölkerung und den Missbrauch der palästinensischen Zivilbevölkerung als Schutzschild für Terroristen, deren erklärtes Ziel es es, so viele Juden wie möglich zu töten, als gerechtfertigt. Einige Demonstranten forderten sogar eine Intifada, also einen Krieg gegen Israel bis zu der Zerstörung.

Irgendwann wurde es einem Zuschauer am Straßenrand zu viel. Er rief mit Stolz und Solidarität “Israel”. Immer wieder rief er “Israel”. Wenn Einer seine Liebe zu Israel zeigen kann, dachte sich jemand, dann kann ich das auch. Schon riefen zwei Menschen “Israel”. Wenn zwei Menschen ihre Liebe zu Israel zeigen können, dachte sich ein Dritter, warum dann nicht auch ich? Schon riefen drei Menschen “Israel”. Und wenn es schon drei Menschen sind, warum nicht vier? Und wenn es dann vier Menschen sind, warum nicht mehr? Und mehr! Immer mehr Menschen schlossen sich der spontanen Liebeserklärung für Israel an und ihre Geschäfte zu. Sie gingen auf die Straße, um Israel zu unterstützen. Dabei riefen sie nicht zum Krieg gegen Palästinenser auf. Sie riefen keine Parolen des Hasses gegen Palästinenser. Sie ließen sich nicht vom Hass auf etwas leiten, sondern nur von der Liebe zu etwas. Irgendwann fingen Menschen auf der Straße an zu singen und tanzen. Das Lied “Am Israel Chai” erklang auf den Straßen von New York: “Das Volk Israel lebt!”

Am 1. August 2014 fand vor dem Hamburger Hauptbahnhof eine Demonstration gegen Israel statt, auf der Parolen von “Kindermörder Israel” bis “Frauenmörder Israel” gebrüllt wurden. Irgendwann wurde es einem 54-jährigen Familienvater und CDU-Mitglied am Straßenrand zu viel. Er rief voller Stolz und Solidarität “Israel”. Als daraufhin eine Gruppe von gewalttätigen Demonstranten Anstalten machte, den Mann anzugreifen, schritt die Polizei ein. Sie nahm den Mann, der “Israel” gerufen hatte, zur Seite und erklärten ihm, dass er mit seinem Rufen die Sicherheit gefährde und er damit aufhören solle, weil er sonst des Platzes verwiesen oder sogar in Gewahrsam genommen werden würde. Im Hintergrund wurde weiter “Kindermörder Israel” gerufen.

20140806-143050-52250655.jpg

Was wäre wohl geschehen, wenn die Polizei in Hamburg auch für New York tätig gewesen wäre? Vermutlich hätte sie 2014 in New York wie die Polizei 1955 in Montgomery gehandelt. Ob die Hamburger Polizei auch Rosa Parks des Platzes verwiesen hätte?

Es ist dramatisch, wenn die Polizei das Gefahrenpotential einer Demonstration so falsch einschätzt, dass nicht genug Beamte vor Ort sind, um die Grundrechte eines Bürgers zu sichern. Nirgendwo in Deutschland darf es No-Go-Areas geben für Menschen geben, die Israel lieben. In den Wochen vor der Demonstration in Hamburg war es bereits überall in Deutschland zu Ausschreitungen gekommen. Auf Demonstrationen im Vorfeld wurden Hakenkreuze gezeigt, Juden als feige Schweine bezeichnet, die vergast gehören und der Name “Adolf Hitler” skandiert. Synagogen wurden angegriffen und jüdische Einrichtungen mit Parolen wie “Heil Hitler” beschmiert.

In einer Zeit, in der auf deutschen Straßen Juden beleidigt und angegriffen werden und sich ein judenfeindlicher Mob organisiert, eine Demonstration gegen Israel mit weniger polizeilicher Sicherheit versehen wird als ein Fußballspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Köln, lässt das Land seine Juden im Stich!

Veröffentlicht unter Antisemitismus, Deutschland | 80 Kommentare

Antijudaismus – Antisemitismus – Antizionismus

Ein Gastbeitrag der Erwiderung von Nathan Warszawski

Gerd Buurmann beschreibt auf seinem Blog den Judenhass, den er in drei Komponenten – Antijudaismus, Antisemitismus und Antizionismus aufteilt. Antijudaismus wird definiert als Hass auf das Judentum als Religion. Antisemitismus als Hass auf das Judentum als Rasse und Antizionismus als Hass auf das Judentum als Nation. Wenn die Definitionen realistisch sind, dann ist der Antizionismus lediglich eine an die Zeit und Technik angepasste Fortentwicklung des Antijudaismus und des Antisemitismus.

Der Oberbegriff für Antijudaismus, Antisemitismus und Antizionismus ist „Judenhass“. Die Aufzählung lässt darauf schließen, dass es in Zukunft noch weitere Arten des Judenhasses geben wird, was einsichtig ist, da der Judenhass äußerst anpassungs- und wandlungsfähig erscheint.

Diese Definitionen sagen auch aus, dass Antizionismus eine Folge des Antisemitismus ist, ähnlich dem Zweiten Weltkrieg als Folge des Ersten. Jedoch kann daraus nicht geschlossen werden, dass Antizionismus = Antisemitismus ist. Antijudaismus, Antisemitismus und Antizionismus können auch friedlich nebeneinander koexistieren.

Sind diese Definitionen sinnvoll? Oder härter gefragt: Sind sie richtig?

Um die Fragen zu beantworten, müssen wir das Wesen und die Unterschiede der drei Judenhassrichtungen erfassen.

Antijudaismus besteht seit der Antike bis ins 19. Jahrhundert, wo er vom Antisemitismus verdrängt wird. Antizionismus setzt sich in Deutschland und Europa erst mit dem für Israel siegreichen Sechs-Tage-Krieg 1967 durch. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Antisemitismus zumindest in Westdeutschland verschwiegen und tabuisiert.

Luther ist ein gutes Beispiel für einen Antijudaisten. Mit Hilfe seines aufgeweichten katholischen Christentums erhofft er sich, die Juden von ihrem alten Glauben wegzulocken, was bekannterweise misslingt. Als er dies endlich erkennt, wird Luther zum Judenhasser, weshalb sein 455. Geburtstag in ganz Deutschland nicht nur von Lutheranern feierlich mit Brandopfern begangen wird. Antijudaisten hassen also Juden, die am Judentum kleben. Sobald sie sich vom Judentum abwenden und Christen werden, schwindet der Hass. Konkret werden Juden benachteiligt, verfolgt, vertrieben oder getötet.

Es gibt eine muslimische Variante des Antijudaismus. Der antijudaistische Prophet Mohammed bekämpft nicht nur die Juden, sondern zerstört auch die jüdischen Staaten auf der Arabischen Halbinsel. Im Entstehungsland des Islams leben heute keine Juden mehr. Der islamische Antijudaismus verfügt also neben einer eliminatorischen Komponente, wie etwa in Spanien, zusätzlich über die Fähigkeit, eine staatliche jüdische Gemeinschaft zu zerstören. Letzteres erinnert an Antizionismus. Der europäische Antijudaismus ist nicht „antizionistisch“ gewesen, da es im Herzen Europas keine jüdischen Staaten gegeben hat.

Der Antisemit hasst im Gegensatz zum Antijudaisten auch die Nachkommen von Juden, die sich nicht mehr als Juden empfinden. Für den Antisemiten zählt nicht der Glaube, sondern die Abstammung, weshalb der Antisemitismus zuweilen fälschlicherweise unter der Rubrik „Rassismus“ aufgeführt wird. Fälschlicherweise, da Juden keiner gemeinsamen Rasse angehören. Es gibt einen linken, einen rechten und dazwischen einen demokratischen Antisemitismus. Die meisten Antisemiten begnügen sich damit, Juden zu beschimpfen und zu bedrohen. Einige Antisemiten drängen darauf, dass die Juden aus ihrem Machtbereich verschwinden. Die industrielle Elimination von Juden ist dem deutschen NS-Staat vorbehalten.

De Unterschiede zwischen Antijudaismus und Antisemitismus sind fließend, da die allermeisten „rassischen“ Juden auch „Religionsjuden“ sind. Der qualitativ größte Unterschied besteht in der Vererbung des Judentums. Im Antijudaismus kann sich der Jude aus seiner Gemeinschaft entfernen, im Antisemitismus ist dies dem Juden meist verwehrt.

Wenden wir uns der dritten Judenhassart zu, dem Antizionismus, der beschönigend auch als „Israelkritik“ auftritt. Sowohl der Antizionist, als auch der Israelkritiker sind gegen die Existenz Israels als jüdischen Staat. Der Hass der Antizionisten (Israelkritiker) richtet sich gegen Zionisten, die es auf antijudaistischer oder antisemitischer Weise zu eliminieren gilt. Zionisten sind für den Antizionisten Juden, die in Israel leben und Juden außerhalb Israels, die Israels Existenz unterstützen. Antizionistische Juden, die sich zur Genüge schon für wenig Geld außerhalb Israels mieten lassen, sind zunächst vom Hass der Antizionisten ausgenommen, weil sie diese Juden taktisch als Bündnispartner schätzen. Letztendlich werden sie sich nach erfolgreicher Tat auch gegen antizionistische Juden wenden, da immer die Gefahr besteht, dass aus Juden Zionisten werden. Nicht-jüdische Antizionisten (Christliche Zionisten) werden vom Antizionisten nicht ernst genommen.

Die Zerstörung des Judenstaates soll die Juden erneut abhängig von ihren Wirtsstaaten machen mit den historisch bekannten Ergebnissen. Es geht dem Antizionisten letztendlich um die Eliminierung von Juden über die Zerstörung des Judenstaates. Der Judenstaat hindert die Israelkritiker daran, ihre antijüdischen Vorstellungen in die Realität umzusetzen.

Der Antizionismus verfolgt dieselben Ziele wie der Antisemitismus und der Antijudaismus. Unterschiede zwischen Antijudaismus, Antisemitismus und Antizionismus sind nur in der Handhabung vorhanden, die auf technische Errungenschaften beruhen. Eine Diffenrenzierung der drei Judenhassarten führt zu keinem Erkenntnisgewinn.

Aus diesem Grund wird „Antisemitismus“ mit „Judenhass“ gleichgesetzt und fungiert als Oberbegriff über Antijudaismus und Antizionismus. „Antisemitismus“ wird bevorzugt, da es ein internationaler Begriff ist, der in den meisten Sprachen verstanden wird.

Der Judenhass/Antisemitismus ist eine Weltkonstante, die sich an die technischen Gegebenheiten anpasst. Genauso passen sich die Juden an technischen Gegebenheiten an, um zu überleben. Der sie schützende Dom des Bischofs des Mittelalters ist dem Iron Dome des 21. Jahrhunderts gewichen. Gegen den mittelalterlichen Bischof kursieren antijudaistische Verschwörungstheorien, wie heute antizionistische Verschwörungstheorien über das finanzielle und militärische Vermögen Israels. Die wahre Wandlung des Antisemitismus besteht in dem Einsatz neuer Worte.

Der islamische Judenhass hat eine starke antizionistische Komponente, die seit Anbeginn des Islams vorhanden ist. Als „Semiten“ usurpieren die Muslime den „Antisemitismus“, da weder sie, noch die indigenen europäischen Antisemiten das Wort „Antisemitismus“ begreifen, welches einen biblischen Bezug zu Juden hat. Interessant wird in Zukunft der nächste Antisemitismus werden, der aus der Melange von islamischen mit indigenen europäischen Antisemitismus entstehen wird. Die Differenzen zwischen diesen beiden Antisemitismen werden sich jedoch mit der Zeit, wenn es in Gaza friedlich wird, mit Gewalt entladen und einseitige Unterstützung durch islamistische militante Organisationen erfahren, die immer größere Gebiete der ehemaligen Kaliphate an sich reißen. Der Judenhass als kleinster gemeinsamer Nenner wird nicht ausreichen, um den Kampf zwischen den Anhängern beider Gruppen in Europa zu verhindern. Juden, wie andere passive Zuschauer der Auseinandersetzungen, werden unter Kollateralschäden leiden. Der schutzbedürftige Europäer wird sich autoritäre staatliche Strukturen wünschen, wie sie bereits heute unter Putin in Russland vorhanden sind. Wer und wann die Oberhoheit gewinnt, ist offen.

Veröffentlicht unter Fremde Feder | 159 Kommentare