11. September 2001

Wo waren Sie, als der Terror über die Vereinigten Staaten von Amerika einbrach?

„In meinem Buchladen, jemand kam mit einem tragbaren Fernseher hereingestürzt und rief wo ist eine Steckdose. Wir sahen fassungslos die Türme rauchen und einstürzen. Ein im Laden anwesender Freund versuchte sofort einen Cousin zu erreichen, von dem er annahm der könnte gerade in einem der Gebäude sein. Tags darauf wurde mir von Schülern erzählt, viele muslimische Mädchen in deren Klassen hätten entsetzt erzählt, wie die Familien die Nacht gefeiert hätten. Wenige Tage später wurde geleugnet, daß irgendwer gefeiert habe und daß ein Anschlag stattgefunden habe. Die Zeitdauer vomEreignis bis zur Leugnung war von 30 Jahren auf 3 Tage geschrumpft.“

***

„In der Beratungsstelle in Bergkamen saß ich mit Kollegen zusammen, als der Jahrespraktikant hereinstürzte und was von Flugzeugen im WTC faselte. Im Fernseher sahen wir dann ungläubig die rauchenden Türme. Als ich zu Hause war, stürzten die Häuser hinter einer überforderten Anne Will zusammen.“

***

„Am Rechner im Büro. Im Radio kam eine Kurzmeldung, dass ein Flugzeug ins WTC gestürzt sein. Genaueres später. Dann ins Internet und nachgeschaut, war aber nochh wenig los. Später Live – Reportage von einen Radioreporter des WDR, der von seinem Hotelzimmer die Tower sehen konnte. Während der Reportage flog das zweite Flugzeug in den anderen Turm. Ab da war der Arbeitsalltag vergessen. In der Behörde, unterwegs im Zug und auch zuhause: Überall wurde diskutiert, Erschütterung usw. Den Tag werde ich nicht vergessen.“

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„Ich war im Einkaufszentrum, als vor einem TV-Händler im Untergeschoss eine Menschenmenge stehen blieb und durchs Fenster ungläubig auf die Monitore starrte. Da ich wenig Zeit hatte und auf Grund der Menge auf den Monitoren zunächst auch gar nichts erkennen konnte, ging ich weiter und sah, wie auch ein paar andere Händler ihre Geräte Richtung Fenster drehten (n-tv statt MTV) oder das Radio auf Nachrichten umstellten oder die Dauermusik zumindest leise, bekam erst da mit, was passiert war. Ich erinnere mich daran, weil das ganze Einkaufszentrum, sonst sehr lebhaft, nach und nach sehr still wurde, verlangsamt, während den Menschen eine Mischung aus Unglaube und Entsetzen im Gesicht stand. Ein paar Jugendliche feixten und fielen in dieser angespannten, verhaltenen Stille noch unangenehmer auf, sie verstummten sehr schnell von alleine wieder.

Über den Tag hat wohl jeder jede freie Minute genutzt, um Nachrichten zu sehen und das Geschehene, Unfassbare, Ungreifbare irgendwie doch zu begreifen. Was gar nicht gelingen konnte. Tatsächlich gab es im Wesentlichen nur noch dieses eine Thema, alles andere wurde nebensächlich.“

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„Ich war unterwegs zum Zahnarzt, dann kam auf dem Infoscreen in der Kölner U-Bahn die Nachricht, dass ein Flugzeug in ein Hochhaus geflogen ist, da war noch nicht von einem Terroranschlag die Rede. Als ich zuhause war, kamen nur diese Bilder im Fernsehen und die Sender konnten sie noch nicht richtig zuordnen und haben ersucht etwas zu kommentieren, aber es gelang nicht so richtig. Dann habe ich den ganzen Abend bei RTL angesehen, wie Peter Kloeppel versucht hat, zu berichten. Ich fand ihn sehr beeindruckend. Das hat sich etwas wie lautes Nachdenken angehört.“

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„Ich kam gerade zurück vom Zahnarzt. Die Meldung kam im Radio und meine (damalige) Freundin schickte mir eine SMS mit dem schlichten (aber wahren) Inhalt: “Es gibt Krieg.”“

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„Habe für meine Tochter den Dachboden ausgebaut, bis sie hinaufstürzte und rief “da ist ein Flugzeug in ein Haus geflogen”. Ich, ja und kann doch mal passieren und arbeitete weiter. Nach einer Zeit lief sie wieder zu mir rauf und schrie “noch ein Flugzeug in ein Haus geflogen”. Ich versuchte sie zu beruhigen und sagte das das wohl ein Blödsinn sei, ging allerdings jetzt neugierig, in der Hoffnung meine Tochter wieder eines besseren zu belehren, die Treppen runter. Vor dem TV der Schock, auf vielen Kanälen immer das Gleiche! Bin wie eine Leiche dagesessen und konnte nur weinen. Ein Reporter hielt zu diesem Zeitpunkt es sogar für möglich, daß es deutsche Terroristen sein könnten, da kam bei mir die Panik hoch und die Angst und nicht schon wieder …! Danach holte ich meinen Sohn vom Kindergarten ab, dort war alles ruhig, Mütter quatschten miteinander, ich erzählte das Geschehen (damals mußte man mit 20.000 Toten rechnen), eine der Mütter sagte darauf “ja ja so sind die Amis “, da entstaute sich einiges bei mir, … war nicht nett, aber so effektiv, daß ich wieder mal weniger Bekannte hatte. Danach kam ich ca. 3 Tage nicht mehr vom Fernseher weg, einfach kaputt.“

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„Ich war gerade in New York City in der Uni angekommen und habe das durch Kommilitonen erfahren. Von der Straße aus konnten wir die 5th Ave hinunter die beiden Tower brennen sehen. Die Atmosphäre war ziemlich erschreckt und unsicher, weil es Gerüchte von weiteren Terroranschlägen gab.“

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„Ich war gerade in meiner ehemaligen Firma angekommen um den Abschied einer Kollegin zu feiern als die Sekretärin weiß wie die Wand auf mich zukam und mir sagte, dass gerade ein Flugzeug in einen der Türme des World Trade Centers geflogen sei. Wir ging dann zusammen in den Konfi um den Fernseher einzuschalten und nach und nach kamen die anderen Kollegen/innen dazu und wir schauten uns völlig entsetzt die Bilder an, ungläubig und sprachlos. Wir sahen dann noch wie das zweite Flugzeug in den nächsten Turm flog und waren danach alle wie gelähmt. Keiner sagt mehr etwas, wir saßen nur da und einige fingen an zu weinen. Für uns alle waren diese Momente sehr unwirklich und wir haben lange gebraucht um uns wirklich klar zu machen, dass dieses furchtbare Unglück wirklich geschehen ist.“

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„Ich war arbeiten. Wie immer lief das Radio. Die halbstündigen Nachrichten wurden auch wie immer damals nur mit einem Ohr wahrgenommen. Ich wusste schon seit einer Stunde, dass ein Flugzeug ins WTC gefolgen war, als meine Chefin aus ihrem Büro kam und mich bat das Radio lauter zu machen. Wir hörten gemeinsam erneut die Nachricht aus NY. Die Bilder der einstürzenden Türme sah ich erst abends. Erst nach und nach ging mir die Dramatik der Situation auf, denn seit der ersten Radiomeldung war meine Vorstellung durch eine bestimmte Assoziation geprägt. Meine Vorstellungen waren irgendwie überlagert von Bildern von Matthias Rust und der winzigen Cesna auf dem Roten Platz. Daher verstand ich erst spät am 11. September das Ausmaß der Katastrophe.“

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„Kam gerade vom Einkaufen und hörte im Autoradio auf NDR-Info die Nachricht von einem Flugzeugunglück in New York. Ich schaltete durch alle Radiosender, und bald alle hatten das Programm unterbrochen, da da anscheinend doch mehr hintersteckte, als ein Flugzeugunglück. Auf “Project 89.0 Digital” lief “Fire Water Burn” von der Bloodhound Gang: “The roof, the roof, the roof is on fire…”

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„Bin, glaube ich, zum Kunden gefahren. Im Auto habe ich gehört, dass in New York zwei Flugzeuge – so wörtlich “ein grosser und ein kleiner” – mit dem Wolkenkratzer kollidierten. Da ich ca. 2 km von unserem Office wohnte und genug Zeit hatte, bin ich nach Hause gekommen und Fernseher eigeschaltet. Dann konnte ich schon nicht mehr weg. Habe Kolelgen im Office und Kunde angerufen. Und ich habe mit ein Paar Freunden über Internet gechattet.“

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„Schule schwänzend mit einem Teller Kellogs zu Hause auf der Couch. Ich zappte durchs Programm, als ich bei EuroNews ein brennendes Gebäude sah. Nach und nach setzte sich ds Puzzle zusammen und ich war mit meinen zarten 14 Jahren in einer Mischung aus Betroffenheit und Sensationsgeilheit. Gleich am nächsten Tag versuchte uns der Vater eines Freundes davon zu überzeugen, dass die Freimaurer dahinter stecken würden. Mit kam das damals so lächerlich und abwegig vor, dass ich mich fragte wie überhaupt irgendein Mensch so einen Mist glauben könnte… Diese Einstellung hat sich bis heute nicht geändert.“

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„Ich ging spazieren und wollte mir in einer Galerie Bilder ansehen. Den Galeristen kannte ich persönlich. Er saß in seinem Laden und sah fern. Ganz aufgeregt holte er mich hinein, als er mich vor dem Schaufenster sah und bat mich, Platz zu nehmen. Erst gingen wir beide von einem furchtbaren Unfall aus. Nachdem ein zweites Flugzeug in den zweiten Turm raste, kam sofort der Verdacht hoch, es wäre ein Anschlag. Wir waren fassungslos. Der Galerist noch mehr als ich, er hatte zu diesem Zeitpunkt Verwandte in New York. Diesen ist nichts passiert, wie ich später erfuhr.“

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„Bei einem Kunden, Software installierend, ohne Zugriff aufs Internet. Von meiner späteren Ehefrau durch halbstündliche Anrufe unterrichtet, die ihrerseits bereits gleich nach der ersten Kollision von einem Kollegen aus den USA angerufen worden war. Danach bei einem unendlich lange währenden Arbeitsessen mit Kunden auf glühenden Kohlen gesessen, schließlich nach Hause geeilt und nicht mehr vom Fernseher gewichen.“

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„Ich war an diesem Tag mit einer bezaubernden jungen Dame unterwegs. Wir küssten viel. Ich wollte mehr. Sie nicht. Dann liess sie mich mit meinen Träumen allein und fuhr weg in ihrem VW Golf. Ich war traurig. Dann rief jemand an und sagte: Schalt den Fernseher ein! Und dann der Schock.“

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„Im Urlaub. In Beligien. Am Meer, Campen. Meine Eltern haben im Radio die Nachrichten gehört und wir sind sofort nach Hause gefahren. SOFORT. 4 Stunden später waren die Grenzen dicht. Zuhause den Fernseher an. Die Bilder der Einstürzenden Gebäude und der Verletzten haben dazu geführt, dass ich die nächsten 4 Jahre nur unter Aufsicht Fernsehen durfte. Ich war damals 5 Jahre alt.“

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23 Antworten zu 11. September 2001

  1. ben wilmes schreibt:

    ich ging spazieren und wollte mir in einer galerie bilder ansehen. den galeriste kenne ich persönlich. er sass in seinem laden und sah fern. ganz aufgeregt holte er mich hinein, als er mich vor dem schaufenster sah und bat mich platz zu nehmen. erst gingen wir beide von einem furchtbaren unfall aus. nachdem ein zweites flugzeug in den zweiten turm raste kam sofort der verdacht hoch, es wäre ein anschlag. wir waren fassungslos. der galerist noch mehr, er hatte zu diesem zeitpunkt verwandte in new york. diesen ist nichts passiert wie ich später erfuhr.
    der islamismus ist seither immer grausamer und menschenverachtender geworden und gleichzeitig hat sich die „kritik“ an israel verschärft. das macht mich fassungslos und traurig.
    es lebe israel, der islamofaschismus darf nicht siegen.
    schalom

  2. Thomas Welsch schreibt:

    Bei einem Kunden, Software installierend, ohne Zugriff aufs Internet. Von meiner späteren Ehefrau durch halbstündliche Anrufe unterrichtet, die ihrerseits bereits gleich nach der ersten Kollision von einem Kollegen aus den USA angerufen worden war. Danach bei einem unendlich lange währenden Arbeitsessen mit Kunden auf glühenden Kohlen gesessen, schließlich nach Hause geeilt und nicht mehr vom Fernseher gewichen.

  3. derserebrjanik schreibt:

    Ich war an diesem Tag mit einer bezaubernden jungen Dame unterwegs. Wir küssten viel… Ich wollte mehr. Sie nicht. Dann liess sie mich mit meinen Träumen allein und fuhr weg in ihrem VW Golf. Ich war traurig …dann rief jemand an und sagte: schalt den Fernseher ein! Und dann der Schock…

  4. mbabg schreibt:

    Im Urlaub. In Beligien. Am Meer, Campen. Meine Eltern haben im Radio die Nachrichten gehört und wir sind sofort nach Hause gefahren. SOFORT. 4 Stunden später waren die Grenzen dicht.
    Zuhause den Fernseher an. Die Bilder der Einstürzenden Gebäude und der Verletzten haben dazu geführt, dass ich die nächsten 4 Jahre nur unter Aufsicht Fernsehen durfte. Ich war damals 5 Jahre alt.

  5. Benedikt Bock schreibt:

    In der Beratungsstelle in Bergkamen saß ich mit Kollegen zusammen, als der Jahrespraktikant hereinstürzte und was von Flugzeugen im WTC faselte. Im Fernseher sahen wir dann ungläubig die rauchenden Türme. Als ich zu Hause war, stürzten die Häuser hinter einer überforderten Anne Will zusammen.

  6. Pippo schreibt:

    Schule schwänzend mit einem Teller Kellogs zu Hause auf der Couch. Ich zappte durchs Programm, als ich bei EuroNews ein brennendes Gebäude sah. Nach und nach setzte sich ds Puzzle zusammen und ich war mit meinen zarten 14 Jahren in einer Mischung aus Betroffenheit und Sensationsgeilheit. Gleich am nächsten Tag versuchte uns der Vater eines Freundes davon zu überzeugen, dass die Freimaurer dahinter stecken würden. Mit kam das damals so lächerlich und abwegig vor, dass ich mich fragte wie überhaupt irgendein Mensch so einen Mist glauben könnte… Diese Einstellung hat sich bis heute nicht geändert.

  7. Sebastian schreibt:

    Ich kam heim, hab die Glotze angemacht und mich gewundert, wieso nacmittags um 3 Uhr auf ARD Armageddon oder ähnliches lief. Nach ein paar Sekunden hab ich dann bemerkt, dass es Realität ist und hab nen Freund angerufen er soll sich das mal anguggen. Ich war geschockt und hab schon mit dem 3. Weltkrieg gerechnet.

    Mittlerweile glaube ich aber nicht mehr an die offizielle Verschwörungstheorie, da können sich die Amerikaner bei ihrer eigenen Fühung bedanken.

  8. Leiba Bronstein schreibt:

    Bin, glaube ich, zum Kunden gefahren. Im Auto habe ich gehört, dass in New York zwei Flugzeuge – so wörtlich „ein grosser und ein kleiner“ – mit dem Wolkenkratzer kollidierten. Da ich ca. 2 km von unserem Office wohnte und genug Zeit hatte, bin ich nach Hause gekommen und Fernseher eigeschaltet. Dann konnte ich schon nicht mehr weg. Habe Kolelgen im Office und Kunde angerufen. Und ich habe mit ein Paar Freunden über Internet gechattet.

  9. DerGriller schreibt:

    Kam gerade vom Einkaufen und hörte im Autoradio auf NDR-Info die Nachricht von einem Flugzeugunglück in New York. Ich schaltete durch alle Radiosender, und bald alle hatten das Programm unterbrochen, da da anscheinend doch mehr hintersteckte, als ein Flugzeugunglück. Auf „Project 89.0 Digital“ lief „Fire Water Burn“ von der Bloodhound Gang: „The roof, the roof, the roof is on fire…“

  10. Tian schreibt:

    Ich war arbeiten. Wie immer lief das Radio. Die halbstündigen Nachrichten wurden auch wie immer damals nur mit einem Ohr wahrgenommen. Ich wusste schon seit einer Stunde, dass ein Flugzeug ins WTC gefolgen war, als meine Chefin aus ihrem Büro kam und mich bat das Radio lauter zu machen. Wir hörten gemeinsam erneut die Nachricht aus NY. Die Bilder der einstürzenden Türme sah ich erst abends. Erst nach und nach ging mir die Dramatik der Situation auf, denn seit der ersten Radiomeldung war meine Vorstellung durch eine bestimmte Assoziation geprägt. Meine Vorstellungen waren irgendwie überlagert von Bildern von Matthias Rust und der winzigen Cesna auf dem Roten Platz. Daher verstand ich erst spät am 11. September das Ausmaß der Katastrophe.

  11. Lebensumbau schreibt:

    Ich war gerade in meiner ehemaligen Firma angekommen um den Abschied einer Kollegin zu feiern als die Sekretärin weiß wie die Wand auf mich zukam und mir sagte, dass gerade ein Flugzeug in einen der Türme des World Trade Centers geflogen sei. Wir ging dann zusammen in den Konfi um den Fernseher einzuschalten und nach und nach kamen die anderen Kollegen/innen dazu und wir schauten uns völlig entsetzt die Bilder an, ungläubig und sprachlos. Wir sahen dann noch wie das zweite Flugzeug in den nächsten Turm flog und waren danach alle wie gelähmt. Keiner sagt mehr etwas, wir saßen nur da und einige fingen an zu weinen. Für uns alle waren diese Momente sehr unwirklich und wir haben lange gebraucht um uns wirklich klar zu machen, dass dieses furchtbare Unglück wirklich geschehen ist.

  12. meteorite schreibt:

    Ich war gerade in New York City in der Uni angekommen und habe das durch Kommilitonen erfahren. Von der Straße aus konnten wir die 5th Ave hinunter die beiden Tower brennen sehen. Die Atmosphäre war ziemlich erschreckt und unsicher, weil es Gerüchte von weiteren Terroranschlägen gab.

  13. Dohle schreibt:

    Habe für meine Tochter den Dachboden ausgebaut, bis sie hinaufstürzte und rief „da ist ein Flugzeug in ein Haus geflogen“. Ich, ja und kann doch mal passieren und arbeitete weiter. Nach einer Zeit lief sie wieder zu mir rauf und schrie „noch ein Flugzeug in ein Haus geflogen“. Ich versuchte sie zu beruhigen und sagte das das wohl ein Blödsinn sei, ging allerdings jetzt neugierig, in der Hoffnung meine Tochter wieder eines besseren zu belehren, die Treppen runter.
    Vor dem TV der Schock, auf vielen Kanälen immer das Gleiche!
    Bin wie eine Leiche dagesessen und konnte nur weinen.
    Ein Reporter hielt zu diesem Zeitpunkt es sogar für möglich, daß es deutsche Terroristen sein könnten, da kam bei mir die Panik hoch und die Angst und nicht schon wieder …!
    Danach holte ich meinen Sohn vom Kindergarten ab, dort war alles ruhig, Mütter quatschten miteinander, ich erzählte das Geschehen (damals mußte man mit 20.000 Toten rechnen), eine der Mütter sagte darauf „ja ja so sind die Amis „, da entstaute sich einiges bei mir, … war nicht nett, aber so effektiv, daß ich wieder mal weniger Bekannte hatte.
    Danach kam ich ca. 3 Tage nicht mehr vom Fernseher weg, einfach kaputt.

  14. Alexei schreibt:

    Ich war unterwegs zum Zahnarzt, dann kam auf dem Infoscreen in der Kölner U-Bahn die Nachricht, dass ein Flugzeug in ein Hochhaus geflogen ist, da war noch nicht von einem Terroranschlag die Rede. Als ich zuhause war, kamen nur diese Bilder im Fernsehen und die Sender konnten sie noch nicht richtig zuordnen und haben ersucht etwas zu kommentieren, aber es gelang nicht so richtig. Dann habe ich den ganzen Abend bei RTL angesehen, wie Peter Kloeppel versucht hat, zu berichten. Ich fand ihn sehr beeindruckend das hat sich etwas wie lautes Nachdenken angehört.

    • Melchior schreibt:

      und ich kam gerade zurück vom Zahnarzt.

      Die Meldung kam im Radio und meine (damalige) Freundin schickte mir eine SMS mit dem schlichten (aber wahren) Inhalt: „Es gibt Krieg.“

  15. Piet schreibt:

    Ich war im Einkaufszentrum, als vor einem TV-Händler im Untergeschoss eine Menschenmenge stehen blieb und durchs Fenster ungläubig auf die Monitore starrte. Da ich wenig Zeit hatte und auf Grund der Menge auf den Monitoren zunächst auch gar nichts erkennen konnte, ging ich weiter und sah, wie auch ein paar andere Händler ihre Geräte Richtung Fenster drehten (n-tv statt MTV) oder das Radio auf Nachrichten umstellten oder die Dauermusik zumindest leise, bekam erst da mit, was passiert war. Ich erinnere mich daran, weil das ganze Einkaufszentrum, sonst sehr lebhaft, nach und nach sehr still wurde, verlangsamt, während den Menschen eine Mischung aus Unglaube und Entsetzen im Gesicht stand. Ein paar Jugendliche feixten und fielen in dieser angespannten, verhaltenen Stille noch unangenehmer auf, sie verstummten sehr schnell von alleine wieder.

    Über den Tag hat wohl jeder jede freie Minute genutzt, um Nachrichten zu sehen und das Geschehene, Unfassbare, Ungreifbare irgendwie doch zu begreifen. Was gar nicht gelingen konnte. Tatsächlich gab es im Wesentlichen nur noch dieses eine Thema, alles andere wurde nebensächlich.

  16. Kerstin schreibt:

    Ich kam gerade vom Polizeipräsidium, wo ich Anzeige gegen AOL gestellt habe (Antisemitismus in einschlägigen Foren)

    • Tiqvah Bat Shalom schreibt:

      @Kerstin

      freut mich… ! Ich denke aber immer mehr und mehr das man langsam nur Anzeigen machen könnte… Heute Nacht war noch sehr warm (im Zimmer noch um 30 Grad)… und ich konnte nicht schlafen… Ging in d Chats, da ich neugierig bin wie die Leute denken… Ich ging also in christliche, und Philosophische Chats.. und da konnte ich gelegentlich kaum zu mir kommen… Stell dir vor das da welche eben d Fall in d Loveparade vollkommen gleichgestellt mit Autobusse udn Restaurants in Israel, wo Terroristenanschläge stattfanden.. da ja auch „Massen“ ging die Unschuldig waren… NUR eben Israel provoziert die armen Leute die dann mit Attentaten reagieren.. wehrend bei d Loveparade Unschuldiger starben….

  17. Manfred Oppdehipt schreibt:

    Am Rechner im Büro. Im Radio kam eine Kurzmeldung, dass ein Flugzeug ins WTC gestürzt sein. Genaueres später. Dann ins Internet und nachgeschaut, war aber nochh wenig los. Später Live – Reportage von einen Radioreporter des WDR, der von seinem Hotelzimmer die Tower sehen konnte. Während der Reportage flog das zweite Flugzeug in den anderen Turm. Ab da war der Arbeitsalltag vergessen. In der Behörde, unterwegs im Zug und auch zuhause: Überall wurde diskutiert, Erschütterung usw. Den Tag werde ich nicht vergessen.

  18. Tiqvah Bat Shalom schreibt:

    ..Zuhause in Jerusalem… da rief mich ein Freund an d ich sofort d TV anmachen sollte.. udn ich tat diese… udn sah Live wie der 2 Flugzeug gerade hinein fuhr in d 2. Haus….

  19. Hessenhenker schreibt:

    In meinem Buchladen, jemand kam mit einem tragbaren Fernseher hereingestürzt und rief wo ist eine Steckdose.
    Wir sahen fassungslos die Türme rauchen und einstürzen.
    Ein im Laden anwesender Freund versuchte sofort einen Cousin zu erreichen, von dem er annahm der könnte gerade in einem der Gebäude sein.

    Tags darauf wurde mir von Schülern erzählt, viele muslimische Mädchen in deren Klassen hätten entsetzt erzählt, wie die Familien die Nacht gefeiert hätten.

    Wenige Tage später wurde geleugnet, daß irgendwer gefeiert habe und daß ein Anschlag stattgefunden habe.
    Die Zeitdauer vomEreignis bis zur Leugnung war von 30 Jahren auf 3 Tage geschrumpft.

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