„Ratzinger ist Papst!“

Ich kann mich noch sehr genau an den Tag erinnern, an dem ich erfuhr, dass Kardinal Joseph Aloisius Ratzinger zum Papst gewählt wurde. Der Moment an dem mir der Satz „Ratzinger ist Papst“ zugeflüstert wurde, ist sogar filmisch dokumentiert.

Am 19. April 2005, der Tag an dem das Konklave die Entscheidung fiel, Ratzinger zum neuen Papst zu wählen, war ich gerade bei den Dreharbeiten zu dem Science Fiction Film „D-I-M“ von den Ricke Brüdern. Es war wie bei so vielen Dreharbeiten zu einem Science Fiction: Ich spielte in einer Halle voller grüner Wände, auf die dann später die mit Computern entworfenen Bilder hineingesetzt werden. Alles was man in den Szenen, in denen ich spiele, sehe, wurde später mit dem Computer hineinprogrammiert. Die Mutter zum Beispiel wurde mir von der Regieassistenz durch einen Styroporbatzen angedeutet.

In der Maske, in der ein Radio stand und uns über die Geschehnisse in dem Konklave informierte, hatte ich die Maskenbildnerin gebeten, in die Drehhalle zu kommen, sollte die Entscheidung der Papstwahl gefallen sein, um mir zu sagen, wer es geworden ist.

Als in Rom weißer Rauch aus dem Schornstein emporstieg, saß ich in der Drehhalle zwischen all den grünen Wänden. Der Regisseur Henning Ricke erklärte mir gerade, was später im Film für Bilder zu sehen sein würden, in welcher Szene ich mich also befände und was für eine Figur ich folglich zu spielen hätte, als ich sah, dass sich die Tür zur Halle öffnete und die Maskenbildnerin hereintrat. Von da an hörte ich dem Regisseuren nicht mehr zu, sondern war ausschließlich auf die Maskenbilderin fixiert.

Als die Worte fielen, „Ruhe bitte!“ „Kamera?“ „Läuft!“ „Ton?“ „Läuft!“, da merkte ich, dass ich keine Ahnung hatte, was ich gleich zu spielen hätte, da ich dem Regisseur nicht zugehört hatte. Die Maskenbildnerin flüsterte mir zu: „Ratzinger ist Papst!“ Im selben Augenblick sprach der Regisseur: „Und bitte!“

Ich war geschockt! Ratzinger Papst? Ich schaute ungläubig nach rechts, dann  nach links und der Regisseur rief „Danke!“

Henning Ricke war richtig begeistert von der Szene, dabei hatte ich überhaupt nicht gespielt. Naja, seit dem Tag gelte ich jedenfalls bei Henning Ricke als First Take Wonder. Auch was schönes.

Wenn Sie nun die Szene sehen wollen, dann schauen Sie sich einfach den Film „D-I-M“ an. Die besagte Szene findet sich in der Zeit zwischen 19:59 und 20:03 Minuten.

Viel Vergnügen.

Zum Film D-I-M einfach hier klicken.

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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