Antisemitismus und Antizionismus

Antisemitismus und Antizionismus sind im Grunde nichts weiter als Spielarten des klassischen Judenhasses, der immer und zunächst einmal religiös motiviert ist.

Vor drei Jahren wurde mir diese Tatsache wieder besonders bewusst, als ich in einer amerikanischen Talkshow mit Donny Deutsch hörte, was die Christin und bekennende Konservative Ann Coulter über ihre Religion zu sagen hatte:

„Es wäre besser, wenn alle Menschen Christen wären. Die Juden haben zwar ihre Gesetze und Gebote, aber wir haben eine Abkürzung. Im Grunde sind Christen perfektionierte Juden. Juden haben das Alte Testament und wir haben Federal Express. Im Alten Testament wurde Gott oft zornig, da sich die Menschen nicht an seine Regeln halten konnten, aber Jesus ist gekommen, um für unsere Sünden zu sterben. Die Juden haben zwar ihre Gebote, an die sie sich halten müssen, aber wir haben Jesus, der für unsere Sünden gestorben ist. Der Christ ist somit ein perfekter Jude.“

Ann Coulter ist zwar keine Theologin, aber ihre Worten reflektieren doch sehr stark gängige christliche Praxis. Sie mag zwar in ihrer Radikalität nicht von allen Strömungen des Christentums gelebt werden, aber sie ist christliches Fundament. Laut dem Evangelium von Johannes, sind Juden jene „Söhne des Teufels“, die die perfektionierte jüdische Lehre von Jesus nicht annehmen wollen:

„Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ich bin ausgegangen und komme von Gott; denn ich bin nicht von mir selber gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum kennet ihr denn meine Sprache nicht? Denn ihr könnt ja mein Wort nicht hören. Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben. Ich aber, weil ich die Wahrheit sage, so glaubet ihr mir nicht. Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der hört Gottes Worte; darum hört ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott.“ (Johannes 8, 42-47)

Für Paulus ist es deshalb auch klar, dass jene Juden, die Jesus Lehre nicht leben wollen, auch seinen Tod zu verantworten haben:

„Ihr seid nämlich, Brüder, Nachahmer der Gemeinden Gottes in Judäa geworden, die in Christus Jesus sind; denn ihr habt von den eigenen Landsleuten dasselbe erlitten wie jene von den Juden, die sowohl den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und uns verfolgt haben, die Gott nicht gefallen und allen Menschen feindlich sind, indem sie uns hindern, den Heiden zu ihrer Rettung. So machen sie das Maß ihrer Sünden unablässig voll. Es ist aber schon der ganze Zorn über sie gekommen.“ (1. Thess 2, 13-16)

Nirgends tritt die judenfeindliche Tendenz des Christentums deutlicher hervor, als während der Karfreitagsfürbitte für Juden. Seit dem 6. Jahrhundert bitten Christen bei Gott darum, den Schleier vom Herzen der „treulosen“ Juden zu nehmen und ihnen die christliche Erkenntnis zu schenken, um sie so der „Verblendung ihres Volkes“ und der „Finsternis“ zu entreißen. Eine zaghafte Kritik an der traditionellen Judenfürbitte wurde erst nach der Shoa formuliert. Seit 1956 veränderte der Vatikan sie schrittweise. Israles Erwählung zum Gottesvolk wird seitdem stärker betont, aber um die Treue der Juden wird nichtsdestotrotz weiterhin gebetet.

Das Christentum ist nunmal eine Gemeinschaft, die aus dem Judentum entstanden ist. Die frühen Christen verstanden ihre Lehre zuerst noch als reine Fortführung des Judentums und waren somit im Grunde eine unter vielen jüdischen Sekte. Im Verlaufe der Zeit jedoch wurden die jüdischen Wurzeln immer mehr abgestreift und eine Annährung an das Römische Reich vollzogen. Im Zuge dieser Trennung wurde aus einer subjektiven Fortentwicklung des jüdischen Glaubens eine Trennung und dadurch eine subjektive „Perfektionierung“ des jüdischen Glaubens. Das Christentum war geboren.

Dass sich Christen als perfektionierte Juden verstehen, kann man auch an der mittlerweile zweitausendjährige Geschichte des Christentums erkennen. Der Umgang vieler Christen, also der perfektionierten Juden mit jenen Juden, die sich einer Perfektionierung verweigerten, wurde immer brutaler. Einen traurigen Höhepunkt fand diese Brutalität in dem Reformator Martin Luther und seinem Werk „Von den Jüden und ihren Lügen“:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ fordert Martin Luther jene Dinge, die im 20. Jahrhundert am Wannsee in Berlin zur deutschen Staatsräson unter Hitler werden sollten:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich …“

Etwas ähnliches erleben wir auch im Islam, der sich ebefalls als Fortführung des alten jüdischen Glaubens versteht und ebenfalls fest davon überzeugt ist, dass die Welt friedlich wäre, wenn nur alle den Islam annehmen würden. Es verwundert daher nicht, dass auch im Islam ein brutaler Judenhass zu finden ist. In einer erst jüngst gehaltenen Predigt des Sheich Ibrahim Madhi in der Sheik ‘Ijlin Moschee befasst sich der Redner mit einer Hadith-Stelle, in der Mohammed die perfekte Welt erst nach dem Tod aller Juden verorten kann.

Mohammed sagt dort: „Die Stunde wird nicht kommen, bis ihr gegen die Juden solange kämpft, und bis der Stein, hinter dem sich der Jude versteckt hat, spricht: „Du Muslim, hier ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, so töte ihn.“

Sheich Ibrahim Madhi interpretiert: Der Prophet sagt: ‘Die Juden werden gegen euch kämpfen, und Allah wird Euch als Herrscher über sie setzen.’ Wir blasen sie in die Luft in Hadera, wir blasen sie in die Luft in Tel-Aviv und in Netanya. Und auf diese Weise wird Allah uns als Herren über diese Rotte hergelaufener Landstreicher setzen. Wenn ein Jude sich hinter einem Stein oder einen Baum versteckt, dann werden der Stein oder der Baum sagen: Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm und töte ihn…“

Judenhass ist eine Eigenschaft, die das Christentum und den Islam vereint. Deshalb überrascht es mich auch immer ein wenig, wenn von einem christlich-jüdischen Kulturkreis in Europa gesprochen wird. Die christlich-jüdische Tradition in Europa besteht zum größten Teil aus einer Verfolgung der einen Religion durch die andere. Wenn man in Europa schon von einer Zusammenarbeit zweier Religionen sprechen möchte, so wäre die Rede von einem christlich-islamischen Abendland angemessener, wenn sie sich auch erst in den letzten 100 Jahren entwickelt hat. Als die NSDAP unter Adolf Hitler ihren mordenden Judenhass propagierte, ging Heinrich Himmler ein Bündnis mit Teilen des Islams ein, u.a. mit dem Mufti Al Husseini. Dieses Bündnis wird noch heute von islamischen Organisationen als heilig angesehen, der Hitlergruß ist gängige Praxis bei der Hamas wie bei der Hisbollah, wie man hier und hier sehen kann.

Natürlich gab es auch christlichen und muslimischen Widerstand, der sich aus der Religion heraus definierte, aber der Hass entsprang eben der selben Quelle; genauso wie sich die Nazis und Teile des Widerstands auf Deutschland bezogen. Als sich Deutschland brutal gegen die Juden wendete, gab es überwiegend nur ein lautes Schweigen und teilweise sogar ein aktives Mitlhelfen der christlichen und islamischen Religionen. Das war gelebte christlich-islamische Zusammenarbeit. Heute haben sich die Christen zwar von ihrem radikalen Judenhass verabschiedet, aber unter Muslimen gibt es ihn leider noch. Mehrere islamische Staaten, unter ihnen Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen sind nach wie vor stolz darauf, „judenfrei“ zu sein. Sie haben geschafft, woran Hitler gescheitert war.

Der Judenhass hat seine Wurzeln im Christentum und im Islam und die kommenden judenfeindlichen Ideologien haben ihre Saat allesamt in diesen fruchtbaren Boden gestreut. Der Antisemitismus ist nur der pseudo-wissenschaftliche Versuch, dem alten religiösen Judenhass ein neues modernes Gewandt zu geben. Als im Zuge der Aufklärung immer mehr Menschen die Kostüme der christlichen Dogmen und Fundamentalismen abgelegt und sich somit auch der Socken des christlichen Judenhasses entledigt hatten, erkannten sie, dass sie zwar nackt waren, aber immer noch keine Juden mochten. Der Judenhass hatte sich in der langen traditionellen Ausübung der Religion so tief in ihre Herzen verankert, dass sie als Relikt des alten Glaubens Eingang in das Zeitalter der Wissenschaft erhielt.

Die Ideologie des Antisemitismus‘ geht auf zu einem nicht unerheblichen Teil auf den Journalisten Wilhelm Marr (1819-1904) zurück. Er gehörte dem extrem linken Flügel der radikal-demokratischen Partei um 1848 an und war erklärter Atheist. In seiner linken Überzeugung waren die Juden schuld am Liberalismus, weil er sich den jüdisch konnotierten Kapitalinteressen verschrieben habe. In Berlin erschien im Februar 1879 Marrs Propagandaschrift „Der Sieg des Germanenthums über das Judenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet“, die noch im selben Jahr zwölf Auflagen erlebte. In dieser Schrift grenzt sich Marr deutlich von der traditionellen religiösen Judenfeindschaft ab und behauptet stattdessen, dass die Juden eine fremde Rasse von „Parasiten“ seien, die erfolgreich die Ausbeutung Deutschlands betreibe. Diesen Paradigmenwechsel von Religion zu Rasse verdeutlichte er durch die Einführung des Begriffs „Antisemitismus“ in den zeitgenössischen politisch-gesellschaftlichen Diskurs. Es ist allerdings nicht sicher, dass die Begriffsschöpfung tatsächlich auf ihn zurückgeht, da das Adjektiv „antisemitisch“ schon 1873 belegt ist. Marr prägte jedoch wesentliche Klischees und Schlagworte, die weit über seinen persönlichen Erfolg hinaus weiterwirkten und die Diskussion um die „Judenfrage“ bestimmten. So legte er 1880 mit seiner Schrift „Goldene Ratten und rothe Mäuse“ die Basis für die verschwörungstheoretische Gleichsetzung von Judentum, Kapitalismus und Kommunismus, wie sie später Adolf Hitler in „Mein Kampf“ vertrat.

Wilhelm Marr gehört somit zu jenen aufgeklärten Demokraten, die zwar auf Gott und den König, nicht aber auf den Judenhass verzichten konnten. Mit pseudo-wissenschaftlicher Akribie wurde der Judenhass intellektuell rehabilitiert und dadurch brutalisiert; denn war es bei dem religiösen Judenhass noch möglich, dass ein Jude Christ werden konnte, um der Verfolgung zu entgehen, war der Jude für den Antisemiten ein ewiger Jude und nur durch die physische Vernichtung zu entfernen.

Der Antisemitismus ist somit nichts weiter als die Rettung des Judenhasses für die vermeintlich Aufgeklärten. Als es aber in Deutschland zum Holocaust kam, da waren es nicht nur die Aufgeklärten und Demokraten, die die Vernichtung der Juden vorantrieben, unterstützten und tolerierten, sondern auch die gottesfürchtigen Bürgerlichen, die gläubigen Bauern und Arbeiter und die nostalgischen Aristokraten und Theologen. Viele von ihnen hatten Darwin, Nietzsche und all die anderen modernen Philosophen und Wissenschaftler nicht mal genug gelesen, um sie missverstehen zu können, aber an der Vernichtungsindustrie waren sie dennoch beteiligt. Ihre Lust am Judenmord speißte sich nach wie vor durch den klassischen christlichen Judenhass, ohne den Hitler seinen antisemitischen Wahn niemals hätte umsetzen können.

So wie der Antisemitismus der Versuch ist, dem klassischen Judenhass eine pseudo-wissenschaftlich Grundlage zu geben, so ist es der Versuch des Antizionismus‘, dem klassischen Judenhass eine pseudo-politische Grundlage zu geben. Als der Antisemitismus mit seiner Rassenlehre als Unfug entlarvt wurde, standen die Judenhasser wieder einmal nackt da, ohne Gott und ohne König, aber immer noch mit dem Gefühl, keine Juden zu mögen. Es brauchte also wieder eine intellektuelle Erklärung für den Hass auf Juden: Der Antizionismus war geboren.

Für Antizionisten ist Israel das „zionistische Ungeheuer“, das den Weltfrieden gefährde wie sonst kein anderes Land. Nur die Vernichtung des Staates Israels scheint für viele in Frage zu kommen. Israel ist das einzige Land, dessen Existenz in Frage gestellt wird. Bei keine Nation sonst und mag sie noch so einen wahnsinnigen Führer und Diktator mit Atombombe haben, wird die Frage nach der Existenzberechtigung gefragt. Israel ist halt die Jüdin unter den Nationen.

Es gibt gerade mal 0,1089% Israelis auf der Welt. 99,9% der Bevölkerung werden somit von Nicht-Israelis gestellt. Alle Juden zusammen ergeben gerade mal 0,22% der Gesammtbevölkerung. Dennoch hält sich der wackere Glaube vom starken und vor allem stets präsenten Juden und mächtigen Israel. Es ist geradezu amüsant wieviel Menschen an die Macht der Juden glauben. Wenn man diese Menschen nun fragt, wie es denn um den Einfluss der Holländer (0,25% der Gesamtbevölkerung), der Deutschen (1,22%), der Chinesen (19,5 %), der Muslime (19,26%) oder der Christen (31,11%), bestellt sei, schauen diese Menschen nur ganz verwirrt, ganz so als habe man gerade eine völlig absurde Frage gestellt. Nur die Frage nach dem Einfluss der Juden ist selbstverständlich nicht absurd. Die Juden sind halt etwas ganz besonderes. Und weil sie etwas ganz besonders sind, müssen sie sich auch ganz besonders benehmen. Sie sollen brav und anständig sein, wie ein wohlerzogenes Kind, das zur Vergewaltigung zum lieben Onkel geschickt wird. Solange sich Juden schön abschlachten lassen, werden sie von allen geliebt; aber wehe, sie fangen an, sich zu wehren, dann hört der Spaß auf. Der Israel-Gaza-Konflikt von Anfang 2009 ist dafür das beste Beispiel.

Zwar erlaubt es das Völkerrecht, dass eine Nation sich zu Wehr setzen darf, wenn Bomben auf ihr Territorium abgefeuert werden, aber für Israel gilt das nicht. Obwohl das Land vom Gazastreifen aus monatelang mit Bomben beworfen wurde, begann für die Weltöffentlichkeit die Katastrophe erst, als Israel anfing, sich zur Wehr zu setzen. Die Weltöffentlichkeit war geradezu empört über die Unverschämtheit der Israelis, sich nicht einfach so abschlachten zu lassen.

Ein Drittel aller Resolutionen und Entscheidungen, die der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen seit seinem Bestehen verabschiedet hat, richtet sich gegen Israel. In einer geradezu manischen Fixiertheit auf nur 0,1089% der gesamten Weltbevölkerung, sieht die UN ein Volk, dem ganz besondere Aufmerksamkeit zu Teil werden muss, während 99,9% der Welt mit geradezu christlicher Milde beäugt werden.

Was den Antizionismus besonders gefährlich macht ist die Tatsache, dass er von dem klassischen religiösen Judenhass des Islams gestützt wird. Der Islam jedoch war im Gegensatz zum Christentum noch nie nackt im aufklärischen Sinne. Der Islam trägt noch bis heute die Burka des Judenhasses. Der Bart des Antijudaismuses ist im Islam noch lange nicht. Die Bombe des Judenmordes tickt um so manchen Bauch.

Genau deshalb nehme ich mit wachsender Beunruhigung die Blindheit bei vielen Vertreterinnen und Vertretern in der deutschen Politik, Justiz und bei den Medien wahr. Es ist nicht der Antisemitismus der Neo-Nazis, der uns beunruhigen sollte, sondern der Antizionismus des radikalen Islams uns seiner nicht selten linken Apologeten. 1979 war Alice Schwarzer einer der ganz wenigen Journalistinnen, die nicht im allgemeinen Jubelschrei über die islamische Revolution im Iran ausbrach, wie viele ihrer linken männlichen Kollegen, sondern sich deutlich einer kulturrelativistischen Verharmlosung der Schreckensherrschaft des fundamentalistischen Islams verweigerte.

Der Antizionismus ist der Antisemitismus des 21. Jahrhunderts. Der Antisemitismus wiederum ist der Judenhass des 20. Jahrhunderts. Der Judenhass aber hat eine zweitausendjährige Tradition.

Die Tradition fährt fort im neuen Gewandt, wie man an folgenden antizionistischen Verbrechen der letzten Jahre erkennen kann, die im Grunde nichts anderes sind als blanker, reiner, klassischer Judenhass:

Januar 2010: Auf der Kölner Domplatte wird eine Karikatur offen zur Schau gestellt, auf der ein Jude zu sehen ist, der ein Kind isst und sein Blut trinkt. (Tapfer im Nirgendwo berichtete als erstes.)

Mai 2010: Auf die Synagoge in Worms wird ein Brandanschlag verübt.

Mai 2010: Auf Twitter häufen sich antisemitische Einträge. (Tapfer im Nirgendwo berichtete mit als erstes.)

Juni 2010: In Hannover werden Juden öffentlich mit Steinen beworfen.

Juni 2010: Auf Facebook häufen sich die Rufe nach der Vergasung und Vernichtung aller Juden. (Tapfer im Nirgendwo berichtete mit als erstes.)

Im August 2010 wird der jüdische Friedhof in Aachen geschändet. Unbekannte schmieren über eine Fläche von vierzig Metern Hakenkreuze und Parolen, unter anderem „Freiheit für Palästina“. Die Aachener Zeitung berichtet über diesen Vorfall berichtet, verschweigt allerdings die Parole „Freiheit für Palästina“. Auf Nachfrage von Tapfer im Nirgendwo hat der zuständige Redakteur bestätigt, dass er Kenntnis über die Parole hatte. Warum er dies dann nicht in seinem Artikel erwähnt hat, bleibt sein Geheimnis.

Zur selben Zeit, wo auf deutschen Strassen sich antizionistische Rufe nach der Ermordung von Juden häufen und der Judenhass auf Facebook ungeahnte Ausmaße annimmt, schränken deutsche Ordnungsbehörden die Freiheit Israels ein:

Da eine Frau in Bochum eine Israel-Flagge nur gezeigt aber nicht verbrannt hatte, wurde sie zu einer Geldstrafe von € 300,- verurteilt.

Da eine Person in Duisburg eine Israel-Flagge an seinem Fenster befestigt hatte, stürmte die Polizei die Wohnung, um die Flagge zu entfernen.

Die Stadt Kassel verbietet das Zeigen der Israel-Flagge.

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