Wenn sich Muslime in Deutschland wie Katholiken benehmen,

dann nimmt das erst einmal überhaupt niemand zur Kenntnis. Schade eigentlich, denn das, was gerade bei der Islamkonferenz geschieht, erinnernt mich genau an die Diskussion, die vor einem Jahr geführt wurde, als es um Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche ging.

Damals, im Frühjahr 2010, forderte die Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger eine stärkere Zusammenarbeit der katholischen Kirche mit den deutschen Untersuchungsbehörden, um endlich wirksam gegen die immer wieder auftretenden Missbrauchsfälle innerhalb katholischer Einrichtungen vorgehen zu können. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: „Der Sache nicht dienlich“, „respektlos“, „überzogen“ plärrte es aus den Reihen der CDU und CSU.

Der CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl warf der Ministerin vor, „die katholische Kirche in der Öffentlichkeit pauschal auf die Anklagebank gesetzt“ zu haben.

Günter Krings von der CDU sagte: „Öffentliche Schuldzuweisungen sind einer sachlichen Aufarbeitung der Vorfälle sicher nicht dienlich.“

CDU-Mann Jürgen Bosbach konstituierte: „Ich kann mich über das Vorgehen der Ministerin nur wundern.“

Wochenlang tobte damals in Deutschland von Anne Will bis Günther Jauch von BILD bis TAZ von ARD bis RTL II eine Diskussion um den Umgang der katholischen Kirche mit pädophilen Priestern, bei der schließlich auch der Papst in die Kritik geriet, weil er nicht schnell und eindeutig genug Position bezogen hatte gegen diese Verbrechen innerhalb der katholischen Kirche. Nicht selten stand damals die ganze katholische Kirche in der Kritik.

Heute, im Frühjahr 2011, fordert der Innenminister Hans-Peter Friedrich eine stärke Zusammenarbeit mit den deutschen Untersuchungsbehörden, aber diesmal nicht von der katholischen Kirche, sondern von muslimischen Organisationen, um endlich wirksam gegen den immer wieder auftretenden Terrorismus innerhalb islamistischer Einrichtungen vorgehen zu können. Die Reaktionen ließen auch diesmal nicht lange auf sich warten: „Der Sache nicht dienlich“, „respektlos“, „überzogen“ plärrt es aus den Reihen der SPD.

Die Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Aydan Özoguz fordert: „Die Muslime sollten nicht mehr an der Islamkonferenz teilnehmen, bis ein anderer die Leitung übernimmt“, und weiter: „Stattdessen gibt er sich spaltend (…) Er macht so viel von dem kaputt, was andere seit Jahren für eine gelingende Integration aufgebaut haben.“

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) fordert: „Die Struktur der Islamkonferenz muss überdacht werden. (…) Man darf nicht Sicherheitsfragen mit religiösen Fragen vermischen. Das Attentat von Frankfurt und die Islamkonferenz haben nichts miteinander zu tun. Das ist nicht sachgemäß.“

Natürlich hat der fundamentalistische Terror nicht unbedingt nur etwas mit dem Islam zu tun, auch innerhalb des Christen- und des Judentums kommt es gelegentlich zu terroristischen Verbrechen, im Mittelalter gehörte der Terrorismus in Form von Scheiterhaufen und Kreuzzügen sogar zur Staatsräson des Christentums, aber heute gibt es gerade innerhalb der Tradition des Islams eine besondere Anfälligkeit für Terrorismus.

Es ist eben wie bei der katholischen Kirche:

Natürlich hat Pädophilie nicht unbedingt nur etwas mit der katholischen Kirche zu tun, auch innerhalb des Judentums und des Islams kommt es gelegentlich zu pädophilien Verbrechen, der Gründungsvater des Islams selbst, Mohammed, verkehrte sexuell mit einem neunjährigen Kind, aber heute gibt es gerade innerhalb der Tradition der katholischen Kirche eine besondere Anfälligkeit für sexuellen Missbrauch.

So sehr es von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Frühjahr 2010 richtig war, die ganze katholische Kirche in Verantwortung zu nehmen, so richtig ist es heute, die Islamkonferenz und die ihr angehörenden muslimischen Einrichtungen in die Verantwortung im Kampf gegen den islamistischen Terror zu nehmen.

So wenig wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger damals alle Katholiken in den Generalverdacht des Kindesmissbrauchs gestellt hat, so wenig setzt Hans-Peter Friedrich heute alle Muslime in der Generalverdacht des Terrorismus. Zeit und Ort waren damals von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wohl gewählt, als sich wieder einmal die Fälle von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche mehrten und sie sind es heute auch von Hans-Peter Friedrich, wo es wieder einmal in Deutschland zu einem mörderischen islamistische Terrorakt gekommen ist.

Wenn es um Kindesmissbrauch und Terrorismus geht, ist der Aufruf zum Übernehmen von Verantwortung im Kampf gegen diese Verbrechen in Richtung der Vereinigungen, wo diese Taten überdurchschnittlich häufig auftreten, das mindeste, was ich an harter Linie erwarten kann.

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