Schlimmer als Hitler!

Jetzt habe ich es schriftlich, ich bin schlimmer als Hitler!

Der Potz aus dem Pott hat mich kontaktiert, um mir mitzuteilen, dass er mich anzeigen werde, denn so offen rassistisch wie ich sei nicht einmal Hitler gewesen.

„schließen sie nicht von sich auf andere. welche israelische rassisten decken sie. so offen rassistisch war nichteinmal hitler.“ (Der Potz aus dem Pott)

Wow. Das ist mal wirklich die wahnwitzigste Verharmlosung Hitlers, die ich je gelesen habe. Das schreibt ein Mann, der behauptet, ich sei ein „Hassprediger“ und „Brandstifter“, der „Hetzschriften“ verfasse und dabei von „israelischen Rassisten“ gedeckt sei. Um diesem Bild von mir Ausdruck zu verleihen, nutzt der Potz aus dem Pott eine Karikatur aus dem Jahre 1934 von dem völkisch-nationalen Zeichner A. Paul Weber. Bereits zwischen den Kriegen zeigte sich Weber offen antisemitisch und arbeitete in seinen Zeichnungen mit prägnanten völkischen Stereotypen. Den Nazis warf Weber vor, dass sie sich der Unterdrückung der Juden unterwerfen würden und wendet sich dagegen, dass Hitler und die NSDAP es vorzogen, sich durch Wahlen legitimieren zu lassen, anstatt sich einfach an die Macht zu putschen. Adolf Hitler war somit für A. Paul Weber schlicht zu demokratisch!

Der Potz aus dem Pott weiß um diese Geschichte A. Paul Webers. Er nennt sie jedoch schlicht „Judensünden“ und verweist darauf, dass aus dem „Saulus ein Paulus“ geworden sei. Merkwürdig nur, dass er ein Bild aus der „sündhaften Zeit“ des Zeichners nutzt, um mich zu charakterisieren und das obwohl er zugibt, dass diese Zeit, eine „verurteilenwerte Phase“ gewesen sei. Der Potz aus dem Pott benutzt somit im Wissen um den problematischen Charakter des Bildes ganz vorsätzlich die Karikatur.

Wer eine solch schräges Verständnis hat und dabei Bilder eines Mannes benutzt, der gegen Hitler war, weil Hitler „zu demokratisch“ gewesen sein soll, der darf mich ruhig „Hassprediger“ und „Brandstifter“ schimpfen, denn wer so denkt, der würde vermutlich auch Sophie Scholl eine „Hasspredigerin“ nennen und ihre Flugblätter als „Hetzschriften“ bezeichnen.

Am meisten verwundert hat mich jedoch folgende Aussage: Der Potz aus dem Pott behauptet, Henryk M. Broder habe schon 1985 das Gleiche geschrieben wie er. Es läuft gerade echt nicht gut für Broder. Erst wird er von einem norwegischen Massenmörder zitiert und jetzt behauptet auch noch der Potz aus dem Pott, ein Bruder im Geiste Broders zu sein. Aber Broder kann aufatmen. Schlimmer als Hitler ist er nicht. Diese Ehre gebührt mir ganz allein!

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9 Antworten zu Schlimmer als Hitler!

  1. Monika schreibt:

    Gerd, reg dich nicht auf über diesen Dreck. Denke an den Bumerang, der genau das Gegenteil bewirken und den Urheber selber treffen wird (politischer Bumerang).

  2. rebelarmycork schreibt:

    Hallo Herr Buurmann,
    wenn es Ihnen in Köln zu „Bunt“ wird, bei uns in Irland wird ein Zimmer frei, und wir haben auch ganz gute Theater.

    Paul A. Weber war kein Nationalsozialist, er war Nationalbolschewist und lehnte alles ab was demokratisch war, d.h. auch die Nazis.
    http://tinyurl.com/3j7ylb5
    Weber kam nicht nur auf Grund der Karikaturen in’s KZ, sondern auch weil er seit 1928 Mitglied eines „Widerstandskreises“ war, ein Zirkel der die Weimarer Republik und Demokratie ablehnte, der Meinung war, dass das „Judentum der Untergang Deutschlands sei.“ Im Grunde genommen war Weber noch rechter als die Nazis, oder schon so weit links, das er rechts neben ihnen durch die Tür kam.

  3. Malte S. Sembten schreibt:

    Er nennt sie jedoch schlicht „Judensünden“

    Sic? Soll das ein potziges putziges Wortspiel mit „Jugendsünden“ sein? Ist es eine Freud’sche orthografische Fehlleistung?

    Von Webers Nazi-Hintergrund wusste ich bisher gar nichts. Der ist ja hoch anerkannt und vor allem bei Juristen sind seine Lithografien sehr beliebt (weil er sie so niedlich karikiert hat). Künstlerisch ist er ja auch sehr gut. Lieber wäre mir, wenn ingo1971 richtig liegt 🙂 .

    @ GB: Das Gute an solchen Feinden ist, dass sie einen nicht beleidigen können. Das sind Schmähungen aus der Gummizelle.

  4. ingo1971 schreibt:

    Dennoch: A. Paul Weber leistete Widerstand gegen Hitler, wie kaum ein anderer erkannte er in geradezu visionären Bildern die heraufkommende Gefahr, die er oft als „braune Flut“ ins Bild setzt. Die Naziherrschaft überlebte er dank des Einsatzes von Freunden, die ihn 1937 noch aus dem KZ holen konnten. Im Versteck fertigt er zwei Zyklen an, die erst nach dem Krieg erscheinen, während die meisten seiner Werke von den Nazis vernichtet wurden.

    Auch verdrehst Du die Tatsachen. Weber fertigte keine antisemitischen Bilder sondern der Antisemitismus hat sozial-darwinistische Vorstellungen von der Widerspieglung von Charakter in Körperformen den Juden zu geschoben. 😉
    Weber wendete sich gegen jede Form von Sozialismus. Das hat ihm nicht viele Freunde geschaffen.

    • ingo1971 schreibt:

      Mist.
      Statt „Vorstellungen“ müsste dort „Vorurteile“ stehen und „schlechten Charakter“.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Sie zitieren aus einer Werbung für eine Weber Ausstellung. Bitte verzeihen Sie mir, wenn ich da selbst Wikipedia mehr vertraue 😉

      • ingo1971 schreibt:

        Immerhin eine Ausstellung der Uni Heidelberg. 😉
        Der ganze Wikipedia-Artikel kommt ohne eine einzige Quellangabe aus. Das ist doch merkwürdig.
        Das soll aber nicht die hier genannten Vorwürfe Dir gegenüber unterstützen. Ich bin lediglich ein Weber-Fan. 🙂

  5. heplev schreibt:

    Der Typ traut sich immer nur gegen Leute, die sich nicht wehren. Sie sollten ihn anzeigen.

Seid gut zueinander!

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