Liebe Vergangenheitsbewältiger,

Liebe Vergangenheitsbewältiger,

hier stehe ich, Euer Sohn! Ich habe in meiner Schulzeit jeden 9. November mit dem Schulchor vor dem Gedenkstein in meinem Heimatdorf gesungen, der an die Synagoge erinnert, die 1938 von den Nazis niedergebrannt wurde. Jetzt steht dort eine evangelische Kirche. Martin Luther würde jubeln! Ich habe Klassenfahrten nach Dachau und Theresienstadt gemacht, in der Schule alles über die Emslandlager erfahren, mit Oma und Opa über die Zeit des Nationalsozialismus‘ gesprochen und „Schindlers Liste“ im Leistungskurs Geschichte geschaut. Ich habe sogar ein Theatstück über den Holocaust an meiner Schule aufgeführt. Ihr habt einen vorbildlichen Vergangenheitsbewältiger aus mir gemacht! Ihr habt mir gezeigt, wie man sich als guter Deutscher auseinandersetzt.

Wir setzen uns auseinander. Jedes Jahr ein wenig mehr. Hier sitzen wir und ganz weit von uns auseinander, irgendwo die dunkele, böse Vergangenheit.

Wir warfen Kränze ab, zündeten Kerzen an, stellten Stelen auf und sangen „Donna Donna“. Irgendwie fing Vergangenheitsbewältigung an, Spaß zu machen.

Vergangenheitsbewältigung ist neben Autos und Bier das wichtigste Wirtschaftsgut des Exportweltmeisters Deutschland.

Wie dramatisch sähen wohl die Arbeitslosenzahlen in Deutschland aus, wenn es all die Arbeitsplätze in den Lern-, Gedenk- und Dokumenationsstätten, in den Holocaustforschungsinstituten und Universitäten der Antisemitismusforschung nicht geben würde. Wie viele Artikel weniger wären auf meinem Blog Tapfer im Nirgendwo? Die Stadt Berlin wäre um eines ihrer beliebtesten Sehenswürdigkeiten ärmer: das Holocaust Mahnmal, von dem Altkanzler Gerhard Schröder einst gesagt hat, es sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“

Ohne Holocaust hätte das ehemalige Waffen-SS-Mitglied Günter Grass niemals „Die Blechtrommel“ geschrieben und somit vermutlich auch nie den Nobelpreis für Literatur erhalten. In 55 Jahren von der SS zum Nobelpreis, das schaffte nur der deutsche Grass!

Ohne Holocaust hätte Volker Schlöndorff niemals „Die Blechtrommel“ verfilmen können und daher nie den Oscar für diesen Film erhalten. So gut wie alle Oscars für den deutschsprachigen Raum sind Resultate der Vergangenheitsbewältigung: Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“ und Christoph Waltz Oscar für die Rolle eines Nazis.

Ohne Holocaust gäbe es beim ZDF immer noch genug Sendeplatz für das Testbild.

Ohne Holocaust wären die deutschen Vergangenheitsbewältiger nicht da, wo sie heute sind! Deutschland ist stolz auf seine Vergangenheitsbewältigung!

Bei der ganzen Bewältigung der Vergangenheit haben viele ganz die Gegenwart vergessen. Über die ständige Fragerei, wie man selbst wohl gehandelt hätte, wenn man damals gelebt hätte, wird ganz übersehen, dass es Judenhass auch heute noch gibt. Man sollte sich lieber mal fragen: Was machen ich eigentlich heute?

Liebe Vergangenheitsbewältiger, 

hier stehe ich, Euer Sohn! Bitte nehmt mal einen Wunsch von Eurem Schüler an: Hört einfach mal auf mit der Bewältigung. Ich gebe Euch auch eine Eins mit Sterchnen und ein Fleißkärtchen dazu, wenn Ihr Musterschüler Euch nur endlich mal setzt. Legt einfach mal eine kleine Vergangenheitsbewältigungspause ein. Es ist morgens halb zehn in Deutschland. Zeit für ein Knoppers! Die Vergangenheit könnt Ihr nicht mehr ändern, die Gegenwart jedoch schon.

Wenn Ihr das nächste Mal in der Schule davon erzählt, dass es einst „judenreine“ Städte und Dörfer in Deutschland gab, dann nutzt die Zeit lieber mal dazu, um von den Ländern zu berichten, die heute „judenrein“ sind. Diese Länder sind stolz darauf, tausende Juden vertrieben zu haben, wie Aden, Algerien und Libyen. Berichtet von den 850.000 Juden, die in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg aus arabischen Ländern vertrieben wurden.

Liebe Vergangenheitsbewältiger der öffentlich-rechtlichen Anstalten, wenn Ihr uns wieder einmal zeigen wollt, wie sehr die Nazis die Juden gehasst haben, dann spart Euch die Sendezeit und zeigt uns lieber mal die Länder, wo heute Juden gehasst werden. Die kommenden Aussagen sind alle in den letzten Jahren in Fernsehsendungen der arabischen Welt zu hören und zu sehen gewesen:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“ (Ein Minister der Hamas auf Al-Aqsa TV (Gaza), 28. Februar 2010)

„Unser Hass auf die Juden ist in unserem Glauben begründet! Der Koran sagt uns, sie zu hassen, nicht sie zu lieben.“ (Al-Nas TV (Ägypten), 8. Januar 2008)

„Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht! (…) Dein Glaube bezüglich der Juden soll sein, erstens, dass sie Ungläubige sind und zweitens, dass sie Feinde sind! Und sie sind nicht nur Feinde, weil sie Palästina besetzt halten. Sie wären auch unsere Feinde, wenn sie niemals irgendetwas besetzt hätten!“

„Wir werden die Juden als Feinde betrachten, selbst wenn sie uns Palästina zurück geben. Weil sie Ungläubige sind!“ (Qatar TV (Katar), 9. Januar 2009)

„Der größten Feinden eines jeden Muslims nach dem Teufel sind die Juden! Wer sagt das? Gott sagt das!“ (Al-Rahma TV (Ägypten), 9. Januar 2009)

„Juden sind Schweine und Affen! Gott sagt das!“ (Ein kleines Mädchen auf Iqra TV (Saudi-Arabien), 7. Mai 2002)

„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben. Hahahahaha!“ (Wiam Wahhab, ehemaliger libanesischer Minister, auf Al-Jadid/New TV (Libanon) 4. Juli 2010)

„Immer wieder hat Gott Strafen über die Juden kommen lassen. Die letzte Strafe wurde von Hitler ausgeführt. Bei allem, was er ihnen angetan hat, und die Juden übertreiben bei der Beschreibung dieser Taten, hat Hitler die Juden nur an ihren gerechten Platz gesetzt. Es war die göttliche Strafe für sie!“ (Al-Jazeera TV (Katar) 30. Januar 2009)

Aber nicht nur in den arabischen Ländern gibt es Judenhass, auch in Deutschland und in Europa hat sich dieser Hass in unsere Gegenwart gerettet, wie ich hier, hier, hier und hier beschrieben habe. Statt immer wieder die Vergangenheit zu bewältigen, setzt Euch mal mit dem Judenhass von heute auseinander. Fragt nicht, was Ihr getan hättet, sondern fragt, was ihr gerade tut!

Hört auf, ständig Israel in Eure Vergangenheitsbewältigung hineinzuziehen. Im 20. Jahrhundert hat Deutschland versucht, die Juden zu vernichten. Habt jetzt wenigstens den Anstand und werft nicht dem einzigen Land, dass Juden verteidigt, Steine in den Weg! Die Gründungscharta der Hamas fordert in Artikel 7 die Vernichtung aller Juden. Israel verhindert das. Deutschland aber kritisiert Israel! Das Regime im Iran will Israel vernichten. Israel kritisiert das! Deutschland aber macht einen Deal mit dem Iran! Das ist deutsche Vorarbeit an einer neuen Vergangenheitsbewältigung.

Israel ist eine moderne, aufgeklärte, demokratische und vor allem freie Gesellschaft. In Israel wird die Gleichberechtigung der Geschlechter staatlich gelebt. In den anderen Ländern des Nahes Ostens werden Frauen aus der Gesellschaft verbannt und unter Stoff vergraben.

In Israel herrscht Religionsfreiheit. Juden, Christen, Muslime und andere Religionsangehörige arbeiten in Ämtern und Gerichten, bei der Polizei und der Feuerwehr, in der Armee und dem Parlament. In den anderen Ländern des Nahes Ostens, darf es nur den Islam geben, alle anderen Religionen sind verboten und werden verfolgt.

In Israel können Männer Schwänze lutschen, während In den anderen Ländern des Nahes Ostens enden Männer dafür hängend an einem Baukran. Frauen werden bis zur Schulter im Boden eingegraben und gesteinigt.

In Israel sind die Presse und die Meinungen frei! In Israel wird frei geforscht. Die Welt wurde so mit bahnbrechenden und lebensrettenden Erfindungen in der Medizin und Technologie beschert. Die anderen Ländern des Nahen Ostens versorgen die Welt mit Mördern aus ihren Terrorcamps. Dort wird der blutige und mörderische Terror gegen Männer, Frauen und Kinder gefeiert und staatlich gefördert.

In Israel leben die weltweit bekanntesten und aktivsten Förderer eines Friedens zwischen Israel und Palästina. In der israelischen Unabhängigkeitserklärung steht: „Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

In der Charta der Hamas steht:

Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!

In der islamischen Monarchie Bahrain herrscht die Schari’a und Homosexuelle kommen für 10 Jahre in den Knast. Im Libanon, wandern Homosexuelle für drei Jahre in den Knast. In der von Baschār al-Assad geführten islamisch-sozialistischen Diktatur Syrien herrscht die Schari’a und Homosexuelle wandern für 3 Jahre in den Knast. In der absoluten islamischen Monarchie Oman sind politische Parteien verboten und Homosexuelle wandern für 3 Jahre in den Knast. In der absoluten islamischen Monarchie Katar ist Blasphemie bei einer Haftstrafe von bis zu sieben Jahren verboten und Homosexuelle wandern für 5 Jahre in den Knast. In Saudi-Arabien gibt es einen Schleierzwang für Frauen, alle Religionen bis auf den Islam sind verboten und Homosexuelle werden hingerichtet. Im Jemen ist jede fünfte Frau zwischen 15 und 49 genital verstümmelt, 37% aller nicht volljährigen Mädchen sind zwangsverheiratet und Homosexuelle werden hingerichtet. Im Gottesstaat Iran wird noch heute gesteinigt und Homosexuelle hingerichtet.

Liebe Vergangenheitsbewältiger,

hier stehe ich, Euer Sohn! Lasst die Vergangenheit Vergangenheit sein! Schaut auf die Gegenwart! Aber bitte schaut, wenn ihr gen Osten blickt, nicht nur auf Israel. Ihr habt Juden mittlerweile wahrlich genug Aufmerksamkeit geschenkt. Das reicht für die nächsten tausend Jahre.

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106 Antworten zu Liebe Vergangenheitsbewältiger,

  1. A.mOr schreibt:

    „Ojmel“, gefällt mir gut, falls der Gott der Deutschen uns diese Schreibweise gestattet und nicht die Gottespolizei schickt. Doch, ich kenne das auch so, wie Du’s beschreibst.
    „Beojmeln“ kenne ich auch als „haben uns beömmelt vor lachen“, zB. Und eine Abwandlung (?) „belämmert“, also wenn man wie „ein begossener Pudel dasteht“…, „der stand ziemlich belämmert da“, zB.

    Und, hey, liebe Silke, wo will ich -ausgerechnet(*überkreuzte Fingerchen hinterm Rücken*, hmhm)!- zu kriminellen Aktivitäten aufrufen?
    A ganef ist doch ’n Ehrenmann, nicht so’n schnöder Massenmörder aus der SS-Fabrik oder so… 🙄

    „Opfer“ leicht gefunden. Ich sage: „ich bin Jude!“, dann kommt -recht wahrscheinlich- von irgendwoher der Spruch: „die Joooden!“, dann nehme ich den Spiegel und werfe ihn in dortige Richtung, und zwischendurch planen wir vor und nach, wie das Ganze abzulaufen hat, die perfekte Verwirrung im Spiegelgeklirr nutzend…
    Fette Beute!

    Rein metaeuphorisch selbstverfreulich… 😀
    (schabbes, ein schönes Wochenend Dir und alle.)

    • Silke schreibt:

      Ab sofort gibt’s für mich nur noch Ojmel

      (die Kombination von Lamm und Pudel hat aber unbedingt auch was, obwohl unfair gegenüber Lämmern iss es und Pudel wurden ausdrücklich für die Wasserjagd gezüchtet, dürften also ein Fell haben, das nie begossen aussieht. Die Sprache ist schon ein wildes Kind.)

  2. Silke schreibt:

    A.mOr schreibt:
    Februar 2, 2012 um 6:40 pm

    Also Dein Eumel ist nicht mein Eumel oder zumindest nur teilweise.

    Als Substantiv geht es so: Mann das iss vielleicht ein Eumel = der hat keine Manieren, ein Tölpel, ein sich zwanghaft daneben Benehmender.

    Aber es gibt auch ein Verb: Da habe ich mich vielleicht beeumelt. und das heißt so heftig gelacht, daß Undichtwerden nicht ausgeschlossen sein muß.

    Mein Eumel ist fürs Schriftliche weitgehend ungeeignet, er lebt wie vermutlich viele dieser Allzweckwörter von der Betonung. Übrigens kenne ich auch die Orthographie nich, es kann also durchaus Oimel sein ;-).

    Was das Kriminelle anlangt, also ich bin mehr dafür, sich Dinge auszudenken, mit denen man auf legalem Wege was erreichen kann, so à la mit Unschuldsmiene zugucken wie einem metaphorisch gesprochen vom Gartenrechenstil die Nase verdellert wird.

    Man braucht ein konkretes „Opfer“ mit ner konkreten Tat und dann müßte man sehen, was sich machen läßt.

  3. A.mOr schreibt:

    Silke schreibt:
    Februar 1, 2012 um 1:21 pm (ff)

    „…Schuld immer zuerst bei sich selber suchen…“
    In einem gewissen Maße klingt das doch gut, zumindest zu überlegen, welchen Anteil man an einer Situation hat, die man als unangenehm wahrnimmt (Ausnahme: man wird eindeutig unangenehm bedrängt, dann ist solche Frage Zeitverschwendung), bevor man ohne zu hinterfragen die Schuld „immer bei den anderen“ erkennt. Nicht wahr?

    „…Ausdruck des Protestes gegen das selbstzufriedene sich auf die Schulter klopfen…“
    Und das wäre dann wieder der Ausdruck als Aspekt einer Rücksichtslosigkeit, genauso, bzw deutlicher in diesem Hinweis von Dir ausgedrückt:

    „…incl. eines Denkmals, zu dem man „gern“ geht.“
    Denn diesen Ausspruch kann man nur als eine Art „freud’schen Versprecher“ deuten, da hat also der Schröder gezeigt, wie ihm die Sache am gepolsterten Arsch vorbeigeht, einen Furz hinterher, der Herr.

    ~ * ~

    ‚Eumel‘ kenn ich auch! Das ist lustig: alles Eumel!!! 😛

    „…schon aus ganz selbstsüchtigen Motiven könnte ich vermutlich der Versuchung die Autoritäten auszutricksen nicht widerstehen.“

    Silke, hin und wieder denke ich einfach, daß unsere Herzen im Takt schlagen. Laß uns ’ne Ganovenbande gründen! Ich bring sogar rojtwelsches Partisaner-Geblüt zum Schwure mit! Nu, verehrte Kumpanin mit güld’nem Herzen, sattle die Rösser, wir ziehen bald los, bevor der Morgen graut…
    Sattle drei, ich glaube, der Ari ist auch dabei! 😉

    Mein Vorschlag, wir klauen denen erst einmal die Autos, dann sind’s nur noch „ritäten“, „täten“ wir Ihnen das „ri“ noch nehmen, ojweh, ein Kreuzchen sollten wir ihnen lassen, an der Wand, hier waren wir schon… 😈

    Oder, sollten wir ihnen das „Eumel“ lassen?

    ~ * ~

    Öhm, soviel zum „swag“?
    Klingt nach „Zweck“
    heiligt die Mittel?

  4. Aristobulus schreibt:

    Silke,
    danke!, „Sie Eumel“ ist eine sehr feine Beschimpfung, voll retro 😉 , voll Siebziger, wir sollten es wieder in Mode bringen. Flitzpiepe ist ja auch wieder im Schwange

  5. Silke schreibt:

    A.mOr schreibt:
    Februar 1, 2012 um 3:11 am

    Nachtrag:

    und ja, schon aus ganz selbstsüchtigen Motiven könnte ich vermutlich der Versuchung die Autoritäten auszutricksen nicht widerstehen 😉

  6. Silke schreibt:

    Aristobulus schreibt:
    Februar 1, 2012 um 3:43 am

    Freu Dich einfach auf die nächste Runde – die Eumel werden sich schon wieder einfinden (und frag mich nicht, was Eumel bedeutet, es ist hessisch und es bedeutet, was sein Lautgemale vermittelt)

  7. Silke schreibt:

    A.mOr schreibt:
    Februar 1, 2012 um 3:11 am

    Du hast recht mit Versagen vs Versäumnis

    Entweder schlug da die protestantische Kuchenform durch, in der ich gebacken wurde. „Mea Culpa“ ist da höchst beliebt, Schuld immer zuerst bei sich selber suchen usw.

    oder

    Ist es Ausdruck des Protestes gegen das selbstzufriedene sich auf die Schulter klopfen, wie fein meine Generation das alles hingekriegt hat incl. eines Denkmals, zu dem man „gern“ geht.

  8. Aristobulus schreibt:

    P.S.
    Gar nicht so leicht jetzt, die Vergangenheit all dieser Kommentare zu bewältigen…

  9. Aristobulus schreibt:

    Lieber A.mOr, ja, Du bist wohl klüger, ich seh erst jetzt, dass es die Kommentar-Kommentarfunktion nicht mehr gibt.

  10. A.mOr schreibt:

    Silke schreibt: Januar 31, 2012 um 12:22 am

    „Doch alles in allem würde ich sagen, daß meine Generation und ich mit ihr jämmerlich versagt haben. Wir hätten es irgendwie schaffen müssen, unsere Eltern zum Reden zu bringen.“

    Liebe Silke, Du erstaunst mich immer wieder.
    „Versagen“ ist doch wohl ein unpassendes Wort, denn als Du jünger warst, hattest Du Dir diese Aufgabe wohl nicht vorgenommen, wie also solltest Du versagt haben dabei?
    Hinterher sind wir alle klüger. Und, vermutlich warst Du im jüngeren Alter nicht in der Lage, nicht in dem Bewußtsein, daß Du Dir solche Fragen an die Eltern-Generation als Aufgabe gestellt hast. Zwar kann ich mir denken, daß Du viele Fragen hattest/hast, aber warst Du Dir damals darüber bewußt, über die Bedeutung einer solchen Aufgabe weit über den eigenen Tellerrand hinaus, so wie heute?
    Nenn‘ es -meiner Meinung nach- nicht „Versagen“, vielleicht „Versäumnis“, aber wie hättest Du das wissen sollen?
    Wenn einer versagt hat, dann sind es die Täter.

    Und im Übrigen halte ich Dich für eine „hochanständige“ Person. Habe nun oft genug gelesen, was Du schreibst, wie Du es herleitest, usw. Sollte tatsächlich der Fall eintreten, daß so jemand wie ich wieder untertauchen muß um des Überleben willen (behüte!), Du hättest mein volles Vertrauen. (..und Verzeihung, das mag etwas pathetisch wirken). Das ist mein „Vorab-Urteil“ über Dich, und das Du selbst an Dir Zweifel anlegst ehrt Dich umso mehr.
    Es ist doch, so lese ich’s heraus, kein Zweifel an Dich, sondern vielmehr ein Unverständnis gegenüber der Tatenlosigkeit/Kälte der anderen Deutschen, die nicht halfen,obwohl sie gekonnt hätten.
    ‚Die Mehrheit‘ also, um es -gewissermaßen- in den Worten einer Haushälterin des Zuckmayer zu sagen.

    Ich denke, Du bist wirklich eine (herzlich) schöne Frau. Und falls ich es schaffen sollte Dich erröten zu lassen, dann genieß es einfach: ich bin mir bei Dir so sicher, wie es auf dieser Ebene nur geht.

  11. A.mOr schreibt:

    >>Aristobulus schreibt: Januar 31, 2012 um 11:08 pm
    → Die andere Reihenfolge,
    😉 lieber Aristobulus, Du wirst schon verstehen, was jetzt kommt…

    Lieber tapferimnirgendwo,
    Danke, daß Du die Kommentare nun in chronologischer Abfolge einstellst.
    Ich denke, daß, sobald sich auch der Herr Aristobulus daran gewöhnte (und er wird, ist ja ein Lernender und äußerst kluger Mann dazu!) nun vieles einfacher ist.
    Im vorhergegangenen System hatte ich große Mühe den Kommentarstrang zu überschauen, je mehr Kommentare hinzukamen. Das hat mich hin und wieder sogar davon abgehalten überhaupt teilzunehmen, denn es erfordert Zeit und Geduld.
    Also, mir hast Du nun die Teilnahme an Deinem blog erleichtert.
    Klopf auf Holz 🙂 (..schon erledigt..)

    Aristobulus, wir können tapferimnirgendwo natürlich auch vorschlagen, daß er die Kommentare noch nummeriert (wie bei Lila zB), ansonsten genügt doch die Adressierung an Name&Tag&Uhr?
    Besser als vorher ist’s allemal, in my modest opinion…

    PS/ (-OT-)

    Tapferimnirgendwo, weißt Du was hiervon?
    “Anti-israelische Hetze bleibt in Köln straffrei“
    🙄 Kann sein, daß pastorklaus (CID-NEWS) ein paar Tage verspätet berichtet?
    Allerdings, es ist lesenswert, auch im Nachinein.

    Letzter Absatz des Artikels:

    Andererseits scheint sie davon auszugehen, dass antiisraelische und antisemitische Hetze nur Juden und Israelis, nicht jedoch andere deutsche Staatsbürger angehe. Das steht eindeutig im Widerspruch zum Grundgesetz, in dem es heißt, die Würde des Menschen sei unantastbar – und nicht, die Würde des arischen Menschen sei unantastbar, die Würde seiner nichtarischen Mitmenschen habe ihn nichts anzugehen.

    Paßt das mit Deinem Bild zusammen?

  12. Aristobulus schreibt:

    PS.
    Nanü?, die Kommentare stehen jetzt alle in anderer Abfolge, fast alle, und grad bei den Beschimpfungen weiß man nu nicht mehr, wer gegen wen…

  13. Aristobulus schreibt:

    Liebe Silke (zu Deinem Januar 29, 2012 um 10:05 pm), also dann sollte ich doch besser Cora lesen 🙂
    Die britischen Faschos waren auf den Straßen, hatten aber parlamentarisch keine Chance, nicht?, obgleich Diana Mitford schlimmen Schaden angerichtet hat, und obgleich GB damals noch so hierarchisch durchstrukturiert war, Prügelstrafe an den Schulen usf. Abwer sie hatten Habeas Corpus seit 1649 und haben mal einen absolutistischen König verjagt, Dinge, die die Deutschen nie unternahmen… in Frankreich haben die Pfeilkreuzler gelärmt, wären als Partei aber nicht gewählt worden. Unter Pétain wurde es anders, die Collaboration war ungeheuer. Ich denke, dass jedoch 20% der Franzosen entweder selber bei der Résistance waren, oder dass sie zumindest Andere, die es waren, nicht verpfiffen. Das ist viel – verglichen mit den Deutschen, die im Vergleich völlig versagt haben.

    À propos, kennst Du diesen Ménéchon? (ich glaub so heißt er, kann mir Namen und Gesicht einfach nicht merken). Der ist Präsidentschaftskandidat der Linken. Immerhin. Der langjährige Mitterand war ja Sozialist gewesen, Madame Royal ist international bekannt, aber jetzt tritt dieser Mécochon auf. Er pflegt zu sagen, dass Frankreich das einzige Land ohne Faschismus gewesen sei. So tief versunken wie mit dem war die Politik dort wohl nur unter Pétain himself. Selbst Mitterand war ein Kollaborateur, es gibt Fotos mit ihm und dem Maréchal Putain in trauter Eintracht, und die Deportationen nach Auschwitz über die Lager Gurs und Drancy wurden von genau solchen Franzosen vollführt.
    Jedoch dieser Mécontent behauptet… der ist nichts als ein Arbeiterführerdarsteller, eine retro-Rolle, widerlich. Weißt Du, wie er Freiheit definiert? Hab ihn selbst gehört: „La liberté, c’est d’être dans un collectif heureux.“ Freiheit, das ist, in einer glücklichen Masse zu sein. Keine Spur von Individualismus, mithin keine Spur von Freiheit, das Fehlen von allen französischen Tugenden. So lässt dieser Mensch seine Vergangenheit bewältigen

    • Silke schreibt:

      Aristobulus

      ich will weder den Briten noch den Franzosen am Zeug flicken. Für mich fängt der Fisch am Kopf zu stinken an und neben allem anderen haben „wir“ den Rattenfänger gestellt.

      Ich lese immer wieder Briten, die darauf verweisen, daß es einige unter ihren Aristokraten gab, die es gern gesehen hätten, wenn unsere Nazis auf der Insel gelandet wären.

      Von den Franzosen lese ich herzlich wenig, irgendwie hat die Sprache nie bei mir gezündet, außer daß Israelis aus ehemaligen französischen nordafrikanischen Gebieten sich regelmäßig darauf hinweisen, daß sie mit der „Aufarbeitung“ hinterherhinken würden.

      Ich bin nicht mal sicher, ob diese Aufarbeiterei für andere, außer „uns“, der richtige Weg ist. In meiner Jugend, als alle meine Co-Europäer überzeugt waren, daß sie alle in irgendeiner Form in den jeweiligen Résistancen waren, habe ich das zwar als nicht angenehm aber dennoch hilfreich empfunden.

      Doch alles in allem würde ich sagen, daß meine Generation und ich mit ihr jämmerlich versagt haben. Wir hätten es irgendwie schaffen müssen, unsere Eltern zum Reden zu bringen. Man hätte so viel dabei lernen können, aber dazu hätte man das Entsetzen verbergen und das nicht richtende Zuhören üben müssen. Im Vergleich dazu war Anklagen entschieden einfacher.

      Ich habe diesen alten Vortrag von Martin Gilbert erst neulich gehört. Er erzählt darin u.a., daß prozentual zur Bevölkerung Polen von allen die meisten Juden gerettet hätten.

      Unterm Strich läuft es eben immer wieder auf Zuckmayer’s Haushälterin hinaus und man kann nur hoffen, daß, sollte man geprüft werden, man sich zu den etwas Anständigeren gesellt.

      http://www.uctv.tv/search-details.aspx?showID=6965

  14. Karl A. Böttger schreibt:

    Dank für die Informationen. Im Absatz zu Dr,Toma bitte das Datum ändern (31.März 2012)

  15. Pingback: Stoff für’s Hirn « abseits vom mainstream – heplev

  16. Eliyah schreibt:

    Dieser deutsche Film taugt allerdings tatsächlich zur Vergangenheitsbewältigung. Ist aber auch schon 15 Jahre alt.

    http://www.hightech-und-blech.de/grosses-kino-fur-99-cent-18030/

  17. Nils M. schreibt:

    SOOO frei scheint die presse in israel nicht zu sein.
    Auf folgender website wurde eine Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht:
    http://www.reporter-ohne-grenzen.de/ranglisten/rangliste-2011/
    Israel ist auf dem Platz 92 zu finden.

  18. quisa schreibt:

    Wie supi und versöhnlich die Vergangenheitsbewältigung in Deutschland funktioniert, zeigt auch das Beispiel des Holocaustmahnmals in Berlin. Damit dieser Bau immer schön und graffitifrei bleibt, wurden die Oberflächen mit einer Anti-Graffiti-Prägnierung behandelt.
    Und wessen Materialien eignen sich hierfür besser als jene der Firma Degussa. Zu dieser Firma gehörte während des Dritten Reiches auch die „Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung“, die Zyklon B für die Vernichtungslager lieferte. http://www.sueddeutsche.de/kultur/berliner-holocaust-mahnmal-gestoppte-stelen-1.436133

    • Silke schreibt:

      und darum haben sie’s kostenlos gemacht

      übrigens war’s auch einer von der Firma, der die Zwangsarbeiterentschädigung letztlich in trockene Tücher gebracht hat.

      macht alles nix wieder gut, aber sollten sie sich ganz und gar auf’s Profitmachen beschränken? Ist das Dein Vorschlag?

      Außerdem gibt’s die Firma nicht mehr.

    • Aristobulus schreibt:

      Hi Quisa. Mit den Firmen, die an dem Mahnmal beteiligt waren, war schon alles richtig… jedoch Spaßkanzler Schröders Bemerkung, dass man dann da gerne hingeht, war an wohlgemeinter Widerwärtigkeit kaum zu überbieten, und man wird sich bewältigungshalber daran noch in hundert Jahren erinnern.

      Und was ist mit der öffentlichen Meinung bezüglich des Mahnmals? Die Mehrheit glaubt ja, dass die Juden das haben bauen lassen, nein, dass sie den deutschen Staat dafür in die Pflicht genommen hätten. Davon ist kein Wort wahr (die jüdischen Gemeinden wollten sowas nicht!, der Zentralrat ebenfalls nicht!, einzelne Juden gleichfalls nicht!, usf.) – aber die Meinung besteht, dass daran auch wieder de Jodn Schuld seien.

      • Silke schreibt:

        also mit den Firmen war nicht alles richtig – ganz weit weg davon, aber in diesem speziellen Fall haben sie mal was richtig gemacht. Da gab es noch ganz kurz vorher z.B. ne Firmenchronik mit so viel „Unschuld“ drin, daß man glatt glauben konnte, alle Juden hätten den Laden freiwillig verlassen.

        • Aristobulus schreibt:

          Welche Firmenchronik war denn das?
          Das war zur selben Zeit, als Flick sich standhaft weigerte, nur irgendwas zur Entschädigung der Sklavenarbeiter beizutragen, nicht?

          • Silke schreibt:

            nö, meiner Erinnerung nach stammte die aus der Zeit bevor das mit den Sklavenarbeitern geschah und bevor es „Mode“ wurde, unabhängige Historikerkommissionen in die Archive zu lassen.

            Heute tun wir so, als sei „nix gewußt“ nur beim „gemeinen“ Volk zu Hause gewesen, weit weit entfernt. Es muß eine von Anfang der 70er gewesen sein.

            Und meine Erinnerung sagt ebenfalls, daß das Buch mit Schulzeiterinnerungen von u.a. Joachim Fest, in dem keiner etwas Erwähnenswertes mitgekriegt hatte von 1976 stammte (Günter Kunert war auch drin und hatte natürlich was mitgekriegt, doch Joachim Fest nicht und der wunderte sich in keinem einzigen Satz, warum das so war.)

          • Silke schreibt:

            doch bevor das Bild zu einseitig wird – viele der, die in meinem Hessisch Sibirien Dorf auf Festen die schlimmsten Ausländersprüche losließen, waren gleichzeitig die, die sich gegenüber den Russlandaussiedlern im Dorf am christlichsten benahmen und das auch noch, als aus den „Deutschen“ (wie sie am Anfang genannt wurden) längst „die Russen“ geworden waren.

            An Judenbemerkungen kann ich mich aus der Zeit und Gegend nur an 2 erinnern und die fielen beide im kleinen Rahmen.

            Nr. 1: Silke, Du hast ja keine Ahnung, wie die Viehhändler hier früher mit den Bauern umgegangen sind.
            Ich: Und was ist mit den Versicherungsvertretern, die die Ossis übern Tisch gezogen hatten.
            Antwort: ach die haben doch nur Geld verdienen wollen.
            —–
            Nr. 2: Nach dem Krieg haben „die“ uns unser Haus weggenommen (im Dorf heimisch gewordene während des Krieges aufs Land verbrachte Frankfurterin und im allgemeinen von höchster PC)
            Ich: das Haus hat Euch gehört, Ihr seid enteignet worden?
            Antwort: es war eine Mietwohnung und ihr Vater war irgendeine Art Wart gewesen

          • Aristobulus schreibt:

            Ich war mal auf einem Friedhof in mecklenburgisch-Sibirien, hab da die Gräber meiner Urgroßeltern gesucht (die 1869 dann von da weg nach Rostock gingen, nachdem Preußen die letzten paar reinarischen Hansestädte gezwungen hatte, die Wohn-Restriktionen aufzuheben). Der Friedhof war völlig verwüstet, der größte Teil jetzt einfach ein Acker, auf einem kleinen Stück war eine Art Park, Trümmer von Grabsteinen unter den Büschen. Mitten auf dem Friedhof ein Haus, protziger Spät-DDR-Stil, es war wohl das ehemalige Gebäude der Chewra Kadischa (Beerdigungsbruderschaft), nichts davon übrig. Irgendwann klingelte ich an der Tür, einfach um zu fragen. Ein Typ machte auf. Auf meine erste Fage, ob er wisse, welche Gemeinde sich vielleicht um den Friedhof kümmere (offensichtlich keine!), schwallte er mir was von „denen mit so schwarzen Hüten aus Berlin“, die irgendwann gekommen seien, um ihm das Haus wegzunehmen. (Völliger Schwachsinn… das Grundstück ist seit Jahrzehnten enteignet, wegnehmen?!, wer oder was?!, dunkelste Fantasterei.) Dieser Friedhof, die Grabsteinsplitter, die komplette Wüste da usf., das war mir zuviel, und dazu dieser Typ, ich ließ mich auf keine Diskussion ein.

          • Silke schreibt:

            das mit dem Friedhof ist wahrhaft gruselig, aber die Vermusealisierung ehemaliger jüdischer Gebäude, nachdem selbige Jahrzehnte lang unbehelligt vor sich hin verfaulen durften, macht mich auch nicht glücklich.

            Solange das Gemäuer noch als Schandfleck dastand, wurde man an das erinnert, was geschehen war. Das ging mir jedesmal voll in die Magengrube. Mittlerweile ist es offenbar zum Schmuckstück geworden.

            http://www.alemannia-judaica.de/ober-seemen_synagoge.htm

            http://www.gruppenunterkuenfte.de/Tagungshaus-Ehemalige-Synagoge__t1770.html

          • Silke schreibt:

            eine unbeschwerte Attraktion der Gegend ist der Gederner See, wo ich die Stelle kenne, an der Elvis während seiner GI-Zeit vor sich hinklampfte. Meine Fußsohlen hatten also in der Vergangenheit mehrfach zeitreiserischen Kontakt mit Elvis.

          • Aristobulus schreibt:

            Immerhin werden die Gebäude so erhalten, angehübscht und leer. Wer weiß, in fünfzig Jahren…
            Ich war mal in der Synagoge nein im leeren Gebäu‘ von Auerbach bei Heidelberg, alles weg, selbst die Spuren der Verwüstungen. Man sieht jetzt aber, wie es dort drin so 1820 ausgesehen hat. Nur Erinnerungen.
            Der Beetsaal der St.Pauli-Synagoge, gestiftet vom Onkel Heinrich Heines, stand jahrzehntelang als sieben Bürostuben rum. Dann hat der Hamburger Senat sich entschlossen, hat alles Spätere entkernt, und nun war sie da, die hallende Leere. Bis vor sieben Jahren eine quasijüdische Gemeine halb einzog – der Großkopfete aus dem Amt freilich stand bei Verhandlungen da, eisig, und sagte „also da reicht man Ihnen den kleinen Finger, und Sie wollen gleich die ganze Hand?!“ Ich, der Böse, sagte, das sei nicht nett, der Gemeindevorsitzende, der Gute, sagte, wir finden schon eine Übereinkunft. So wurde es

          • Silke schreibt:

            leer? die in Gedern nicht, da wird soweit ich das sehe Gruppenpsychotherapie betrieben, so wie’s aussieht komplett mit Klangschalen und was immer sonst Importeure herbeischaffen.

            Gibt es überhaupt etwas in „Eurem“ Ritus, das die da einsetzen könnten? ein jüdisches „Ommmmm“ sozusagen?

            Hoffentlich profitiert wenigstens die örtliche Gastronomie ein wenig davon.

          • Aristobulus schreibt:

            … die könnten einmal im Jahr Schofar blasen, liebe Silke, is’n Urton aus der Urzeit, aber ich weiß ja nicht, ob man dann die Gruppenpsychotherapierenden daraufhinniglich nicht wieder ein Jahr länger gruppenpsychotherapirisieren müsste, usf., denn es ist ein heftiger Ton, nixmit Ommm und so 😉

  19. Pingback: Liebe Vergangenheitsbewältiger | Meine private Homepage

  20. rassloff schreibt:

    Lieber Herr Buurmann, eine bezeichnende Auflistung antisemitischer Zeugnisse, wo haben Sie die her? Fehlt noch die ägyptische TV-Serie „Reiter ohne Pferd“ über das Märchen der Protokolle der Weisen von Zion, die im Ramadan 2002 gesendet wurde (vgl. Wolfgang Benz über die Protokolle, BeckVlg bzw. googleBooks). Als ich in einer KZ-Gedenkstätte gearbeitet habe, habe ich oft den Schülern erzählt, dass auch die deutsche Geschichte vor 1933 und nach 1945 spannend ist. Idealisten schießen halt oft über’s Ziel hinaus, auch antifaschistische 68er. Der Joschka Menschenfischer schoss seine Bomben im Auftrag von Auschwitz gleich bis nach Belgrad. Ansonsten: viel Feind viel Ehr, viel Feindbild, noch mehr Ehr. Muslime sind erstmal ganz normale Menschen wie du und ich, Grüße vom Nicolaus

  21. Paul schreibt:

    Ups, aus irgendeinem Grund ist mein Kommentar bei Rika verloren gegangen.

    Das habe ich geschrieben:

    „“Das ist wirklich starker Tobac“, hätte meine Oma gesagt. Da hatte ich wirklich Mühe alles zu lesen.
    Dass es Widerwärtiges gibt habe ich gewusst, dass aber die arabische Widerwärtigkeit wirklich alle Grenzen sprengt, habe ich erst jetzt wahrgenommen.
    Es ist abartig und widerlich.
    Trotzdem: Danke Rika, Du hast mir einen wirklichen Erkenntnisgewinn ermöglicht.“

  22. Paul schreibt:

    Habe diesen Text zuerst bei Rika entdeckt und gelesen und ganz spontan einen Kommentar abgegeben, den ich Dir Gerd nicht vorenthalten möchte:

    Gerd, den Erkenntnisgewinn hast Du mir natürlich verschafft und dafür bin ich Dir auch dankbar.
    Habe Deinen Kommentar, damit er für mich im Zugriff bleibt, auf meinen immerwährenden Speicher abgelegt. Er hat es verdient. Es ist mir auch nicht möglich ihn mit den ganzen Links in einem Zug zu lesen. Das halte ich nicht aus.
    Aber jedem Judenhasser werde ich Deinen Kommentar unter die „Nase reiben“.
    Jedenfalls, vielen Dank für Deine Mühe.

  23. mutterchaos schreibt:

    Ich werde diesen Text und die Kommentare dazu in einer ruhigen Minute nochmals lesen müssen, schon ob der Menge. Bis zur „Eins mit Sternchen“ fühlte ich mich in der Beschreibung geradezu heimisch, traurig, aber wahr.
    Nur möchte ich jetzt auch nicht „einfach so“ zum nächsten Buhmann übergehen, daher nehm ich mir wohl nochmal einige ruhige Minuten (so es meine Männer zulassen) und werde versuchen etwaige Polemik, womöglich sogar Hetze oder einfach auch nur nackte Wahrheit für mich zu erkennen.
    so long…

  24. Dante schreibt:

    Wenn ich diese Äußerungen lese, weiß ich, warum ich diesen Nickname trage.
    Beim Islam scheint man dessen geistigen Zustand gut daran erkennen zu können, wie er zu den Juden steht; die zitierten Äußerungen, die hoffentlich (!) nur eine einseitige und nicht repräsentative Auswahl darstellen, zeichnen ein wahrhaft düsteres Bild.

  25. andreh schreibt:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article13829463/Latenter-Judenhass-aus-der-Mitte-der-Gesellschaft.html

    im kommentarbereich gibt ein user „lies_mal_nach“ folgendes zum besten: „von nichts kommt nichts“

    zu „tapferimnirgendwo“ hat er folgendes zu sagen: „Das ist ja ein Blog, der latent gegen den Islam hetzt!“

    ein anderer schreibt:
    „Aber durch das Schicksal der Juden im zweiten Weltkrieg, haben sie ja heutzutage zum Glück Narrenfreiheit, sind imun, unantastbar und können machen was sie wollen!“

    wie kann man nur so einen unsinn von sich geben?!! ja genau, die juden hatten „glück“ millionenfach vernichtet worden zu sein.

    die moderationen auf deutschen plattformen sind erbärmlich, wenn es gegen juden/israel/amerika geht, wird quasi alles durchgewunken, pfui!

    • Aristobulus schreibt:

      … dieses „von nichts kommt nichts“ ist so Heidegger, der sich mit dem Satz brüstete, „nichts ohne Grund!“, Applaus einheimsend. Braune Bauernweisheiten zum sinkenden Tage, Filzmütze hier, Filzmütze da. Bah.

      • andreh schreibt:

        da der selbe user tapferimnirgendwo „islam-hetze“ vorwirft (nicht wirklich „braun-sprech“), wird es wohl ein braun lackierter roter oder ein rotlackierter brauner sein. wir machen es uns oft zu einfach und sehen gerne in jedem judenhasser einen nazi, da ist der feind schnell ausgemacht, leider gibt es aber in deutschland heute ein biotop an israel-„kritikern“ aus allen aussenbereichen von links nach rechts und vermehrt, wenn nicht sogar am häufigsten, aus muslimischen dunstkreisen. seit januar 2009 hat sich für mich viel verändert, was sich, aufgrund des angriffs israels auf gaza, in deutschland damals und seither abspielt ist eine schande. tausende von arabern und moslems maschierten durch unsere städte, rufend nach ihrem gott, brüllend nach dem tod aller juden, hassverzerrte gesichter, selbst in unserer kleinen stadt hier wurde man nicht davon verschont. hand in hand liefen deutsche linke und grüne mit, man stelle sich vor, dieselben würden mit judenfeindlichen neonazis maschieren. und damals, dank tapferimnirgendwo, wurde ich aufmerksam auf die erbärmlichen kommentare bei facebook von scheinbar integrierten, meist sogar in deutschland geborenen, jugendlichen und erwachsenen. ich habe dort dinge gelesen, zb von einer jungen frau, türkin, kein kopftuch, angestellte bei einer deutschen versicherung, die schrieb „ich möchte juden den kopf abschneiden und damit fussball spielen“ oder auch junge arabisch oder türkische männer, die am liebsten alle heute noch lebenden juden in die „kammern“ stecken wollen. das alles offen und schamlos auf facebook gepostet. ich habe noch dutzende screenshots von damals, mich schaudert es heute noch, wenn ich diese anschaue.

        • Aristobulus schreibt:

          Ja, Andre, das Biotop der Judenhasser hat sich verändert, ist gewandert, und alte Annahmen, wer das nun sei oder warum, passen nicht mehr.
          Deine Beispiele sprechen Bände. Oder wenn wir jenen sog. Tim nehmen, der wüste Drohungen geschickt hat (und gegen den jetzt ca. vier Strafanzeigen beim Staatsschutz laufen), der ist wahrscheinlich irgend ein Berufsschüler oder kleiner Angestellteroder arbeitslos (wegen seiner Schreibe), hält sich für den Vollstrecker der öffentlichen Meinung, findet sich selber makellos, ‚anständig‘. Einer wie der hat die selbe Mordmeinung wie jene ganz anderes geklagerten Prolls beim Facebook. Und Norman Paech, Udo Voigt, usf. Plus jene Ikone einer wohlgesetzten Normalbürgerin, Ärztin (sogar Chef-Kardiologin), die mich mal an einer weißgedeckten Tafel schamlos frug, ob der Ausdruck „bis zum Vergasen“ eigentlich aus dem Jidischen stamme.

          • Aristobulus schreibt:

            anders gelagerten

          • Silke schreibt:

            irgendwo habe ich mal gelesen „bis zum Vergasen“ stamme ursprünglich aus überfüllten Berliner Nachclubs der 20er – also, falls es stimmt, nüscht Yiddisches weit und breit. Heute jedoch hat es einen Bedeutungswandel erfahren und es gibt einfach Fragen, die man nicht fragen darf, die wenn man’s nicht anständig formulieren kann, im stillen Kämmerlein nachschlagen muß.

            Und ja, wer es ist, hat sich total gewandelt, in meiner Jugend war noch alles klar, wer Volk und Vaterland und Heimat sagte, bei dem wartete man ab da auf Autobahn und „unterm Führer hätt’s das nicht gegeben“ und es kam, es kam fast immer.

          • Aristobulus schreibt:

            … könnt‘ man mal nachprüfen, Silke, ab wann Insekten usf. mit Gas bekämpft worden sind, seit dem Ersten Weltkrieg, denke ich. der Berliner Nachtclubs in den 20ern steckten voller Erinnerungen an die Schützengräben und an Senfgas.
            Seit ’45 freilich werden ganz andere Kakerlaken damit gemeint – ich kann mich noch gut an das Schenkelklopfen in angetrunkenen Gruppen so ca. 1970 erinnern, das da ausbrach, sobald einer „bis zur Vergasung“ sagte. Auch der Kardiologin, so lang ist das noch gar nicht her, war’s bei ihrer Frage recht wohl zumute.

            Kann’s sein, dass die Leute innere Zwänge haben, wenn’s um Juden geht? Etwa das Statement „man wird doch noch mal Israel kritisieren dürfen“ kommt immer so dunkel zwanghaft raus. Oder die Assiziation Juden&Geld, häufig muss man die hören, immer im selben Tonfall – so als ob das nu gesagt werden müsse.

          • Paul schreibt:

            Zur Redewendung „bis zum Vergasen“ habe ich das hier gefunden.
            http://de.wikipedia.org/wiki/Bis_zur_Vergasung
            Mir würde es allerdings nicht im Traum einfallen diese Redewendung zu gebrauchen. Ich gebe sogar zu, dass ich sie als Redewendung nicht kannte.

            Auch das noch gefunden in http://www.unmoralische.de/ruhrgebiet/ruhr_v.htm :
            „Vergasung
            bis zur Vergasung – in rauhen Mengen, reichlich, über einen langen Zeitraum hinweg
            (Vadda hat jestern alle Apfelbäume geerntet. Ich seh schon – bei uns jibbet demnächst Apfelmus und Apfelkompott bis zur Vergasung.)
            (Die Redewendung ‚bis zur Vergasung‘ ist keine Hinterlassenschaft aus der NS-Zeit. Sie kam bereits zu Beginn der Industrialisierung auf, als aus Kohle Gas gewonnen wurde.) “

            Ich bleibe aber dabei:
            In meinen Sprachgebrauch wird diese Redewendung nicht aufgenommen.
            Sie ist „vergiftet“.

          • Silke schreibt:

            Aristobulus

            „bis zur Vergasung“ hat für mich eine persönliche Geschichte. Ich erinnere mich nicht, wann es aus meinem Wortschaft (gern und viel benutzt) verschwunden ist, ca. 1967 schätze ich, denn da gab es diese Clique mit den deutsch-südamerikanischen Juden, die zur Ausbildung in meiner Stadt waren.

            Es hat mich meiner Erinnerung nach auch niemand darauf aufmerksam gemacht (weder freundlich noch unfreundlich), aber ich erinnere mich an einen Moment des abgrundtiefen Schämens als mir bewußt wurde, was ich da sagte.

          • Aristobulus schreibt:

            Hast Du doch nicht gewusst!, hättst Dich nicht zu schämen brauchen

          • Silke schreibt:

            so einfach darf man es sich mit dem Nichtschämen aber nicht machen, finde ich, denn hätte ich beim Reden gedacht, hätte ich es viel früher merken müssen.

          • Silke schreibt:

            und noch was, egal was die 68er erzählt haben, wir haben in der Schule das ganze Paket erzählt bekommen. Anne Franck haben wir spätestens 1955 erzählt bekommen und gelesen und ich war nicht die einzige, die ab da mit hilflosem Zorn zu tun hatte. Sie (die Alten) hatten das einer von uns (wir waren im gleichen Alter) angetan.

          • Silke schreibt:

            falls das in den Berliner Nachtclub tatsächlich ein Witz auf Senfgas & Co. gewesen sein sollte, dann wäre es ein weiteres Indiz für meinen Verdacht, daß Deutsche und Engländer mit ihren Kriegstraumatisierten nach WW1 sehr unterschiedlich umgegangen sind.

            In der englischen Literatur kommen sie als Shell-Shocked vor (Howard’s End, Lord Peter Wimsey, Doris Lessing und sicher noch viele andere) während die einzige Erwähnung, an die ich mich erinnern kann, ist, daß Carl Zuckmayer einen als lebensfroh geschilderten Onkel hatte, der ein sogenannter Kriegszitterer war.

            Ist es dieser Unterschied, der es Goebbels ermöglicht hat, mit seinem „WIR Zerschossenen des WK1“ anzukommen?

            (Ich kriege gerade „Das Haus am Eaton Place“ aus den 70ern von der Bücherei beschafft. In Folge 1 haben sie sogar einen, der wohl als „shell-shocked“ des Boer-Kriegs gedacht war – in 2 – 6 taucht er nicht mehr auf und das warum wird auch nicht erklärt)

          • Aristobulus schreibt:

            In den Zwanzigern tauchten die rasant oft auf, die deutschen Zwanziger in Büchern meine ich, bei den Schreibern wie bei deren Figuren. Ich hab mich mal mit Franz Schauwecker auseinandergesetzt, ein furchtbar reaktionärer Asphaltromancier, modernistisch aber quasi Stahlhelm, der aus seinem eigenen Kriegstrauma-Tunneblick ’ne strahlende Tugend gemacht hat, immer drangvoll drängend irgendwohin, mit Spät-Expressionismus einen nächsten Krieg herbeijubelnd, der Typ so randvoll mit Widersprüchen genauso wie der frühe Goebbels (engste Verbindungen zwischen der Moderne und dem Nazitum) – oder vielleicht wie Ernst Jünger, war der nicht auch so?, ein ex-Kriegszitterer mit Tunnelblick, dann gülden verstrahlter Nationalist

          • Silke schreibt:

            ich weiß nicht, ob Jünger PTSD (Post Traumatic Stress Disorder) hatte – neulich habe ich gehört, er sei insgesamt 14? x verwundet worden, aber manche kriegen auch von so was kein PTSD. Wer’s kriegt und wer nicht, ist wohl noch immer rätselhaft und wird (vermute ich) auch immer bleiben. Ich glaube, es braucht früh früh früh ganz ganz früh verankerte Muster, damit es was wird damit.

            Die Engländer verherrlichen ihren Shell Shock nicht (jedenfalls keineR, den ich gelesen habe), die Bücher, die ich meinte, sind voll Mitgefühl und Verständnis und Respekt für die, die es getroffen hat.

            Das einzige, was Robert Graves in seinem berühmten „Good bye to all that“ über sein eigenes PTSD verlauten läßt, ist ne Bemerkung in nem Nebensatz, daß es ne Weile gedauert habe, bis er damit aufhörte, sich bei ner Auto-Fehlzündung platt auf die Straße zu werfen.

            (ich habe nur einmal ne Lesung von nem Jünger-Text im Radio gehört, mich fror, muß ich also nicht haben. Mir Horror machen, kriege ich auch ohne Hilfestellung bei Bedarf gut hin.)

          • Aristobulus schreibt:

            Falls Jünger die Posttraumatische hatte, dann hatte er sicher zusätzlich noch ein Gemüt wie eine Gerbertöle… in einem von Remarques Romanen tauchen Kriegszitterer auf, mit vollem Mitgefühl geschidert, wie sie in den Krankensälen immer noch im Schützengraben steckten. Habe nicht genug gelesen, um’s zur Gänze zu beurteilen – aber mir scheint, dass grad diejenigen deutschen ex-Soldaten, die’s a) hatten und die dann b) politisch vom Krieg schrieben, dazu allesamt noch ethisch einen an der Waffel hatten (wie dieser Schauwecker usf.), also wirklich ethisch irre gewesen sind, kameradschaftsverherrlichend, revanchelüstern usf., wohl für immer in jener Welt feststeckend. Ein bisschen hatten das wohl alle Soldaten des 1. Weltkriegs – wär ’ne Erklärung mehr, wieso es dann zu dieser breiten Akzeptanz des Nazismus kam.
            – Jedoch die Briten?! Die brauchten keinen Faschismus Trotz Traumata. Nichtmal die Franzosen, justement die nicht!, und die hatten Verdun usf. genauso erlebt wie die Deutschen.

          • Silke schreibt:

            also zumindest die Briten haben ganz schön mit ihrer Faschismus-Variante zu tun gehabt, bis sie sie an der Kandarre hatten.

            Hier erzählt Vidal Sassoon, der Friseur, dem ich ein Leben ohne Lockenwickler verdanke, von seinen Jugendtaten u.a. der Battle of Cable Street. Der 2. Link beschreibt nur die Battle.

            http://www.bbc.co.uk/programmes/p00brt2w
            http://www.bbc.co.uk/iplayer/episode/p00kfc88/Witness_The_Battle_of_Cable_Street/

            und warum hat es bei den Deutschen nicht geklappt? Sebastian Haffner meint in „Geschichte eines Deutschen“ die Linke sei zu uneinig, zu sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen.

            Und hier ist Erich Hobsbawm, der kommunistische Historiker, wie er von einem Marsch in Berlin erzählt.
            http://www.bbc.co.uk/iplayer/episode/p00mzjx3/Witness_The_rise_of_Hitler/

            Und was Frankreich anlangt, so hat mein verehrter M. Cohen im Jahre 1962 mir mehrfach versichert, es seien deutsche Soldaten gewesen, die ihn gerettet hätten und meinte, die Franzosen wären sie an der Macht gewesen würden noch viel schlimmer gewesen sein. Und diese Meinung hat er auch nicht geändert, nachdem mein deutscher Chef, alter Nazi, die Niedertracht besessen hatte, M. Cohen ins Gesicht zu sagen, Hitler habe einiges richtig gemacht. M. Cohen kam aus dem Büro, blass und zitternd, und fragte mich, ob alle Deutschen heute so dächten.

            Daß in dem Büro die Hölle los war, nachdem der andere stagiaire professionel und ich beim miteinander deutsch sprechen „kaputt“ gesagt hatten, habe ich ja schon erzählt. Alle kannten das Wort in einem Zusammenhang und nur dem einen, entweder selbst erlebt oder aus Erzählungen.

            Ich glaube unterm Strich gilt, was Zuckmayer von seiner Haushälterin erzählte, die sagte: in schlimmen Zeiten werden Anständige eben noch a bisserl anständiger (und zum Glück für die wenigen, die einen solchen treffen, gibt es hier und da ein paar.)

            Freut mich, daß wenigstens Remarque mitfühlend von nem Kriegszitterer erzählt hat, wobei ich das Wort schon nicht mag, shell shocked gefällt mir besser. Irgendwie klingt in meinen Ohren Kriegszitterer ein wenig oder mehr als ein wenig abfällig.

            Neulich haben sie übrigens im Radio erzählt, daß die Landser-Hefte allein mehr Exemplare verkaufen als alle Cora et al Liebesromane zusammen. Ich habe mir zwei Exemplare besorgt und eins gelesen. Wieder zugelassen worden sein sollen sie, weil Adenauer meinte, daß sie der Wehrdienstbereitschaft förderlich wären. Da kann was dran sein, Tod und Verwundung bleiben seltsam unwirklich. Im Vergleich ist der Sex bei Cora & Co wesentlich lebensnaher getroffen.

          • Aristobulus schreibt:

            … Wollen wir unten weiterschreiben?, hier wirds so säulenschmal

  26. Jeremias schreibt:

    Nachdem ich diesen Text gelesen hatte, dankte ich für die Gnade der früheren Geburt. Denn später wäre mir die Freude für Geschichte „ausgeprügelt“ worden. Ich hatte mich eher für die Juden interessiert. Vor allem dafür, warum sie immer eine „Sonderbehandlung“ erfahren.

    Danke!

  27. staumeldung schreibt:

    Schwieriges Thema, viel Halbwissen, schlechte Vergleiche. Dabei war die Einleitung mit der Holocaust-Wirtschaft ganz witzig gemacht. Über die Lage in Israel muss man nicht mehr diskutieren. Da sind weder alleine die einen noch die anderen Schuld, da gehören zwei Parteien dazu, was sich in dieser festgefahrenen Situationen in den immer extremistischer werdenden Regierungsparteien manifestiert…

  28. Danny Wilde schreibt:

    Mal wieder ein wunderbarer Artikel! Und jedes einzelnes Wort ist wahr!

    @ Matthias Zinke: Über Ägypten wie über Gaza kann man trefflich streiten. Da aber Gerd Buurmann nun schon mit der Schulbildung um die Ecke gekommen ist, meine ich mich zu erinnern, dass es damals beim Thema Demokratie um die Grundvoraussetzung ging, den wahlberechtigten Staatsbürger zuallererst zu be-mündigen. D.h. möglichst umfassend und möglichst objektiv zu informieren. Stichwort: Bildung, Pluralismus und Aufklärung.

    Der Tahir-Platz war eine für uns satt-naive Westler medienwirksame Ikone. Der ägyptische Wahlbürger aber ist mehrheitlich ohne Schulbildung, ergo Analphabet. Die auf den ägyptischen Wahlzetteln aufgeführten Parteien waren nicht mit Namen und Programm verzeichnet, sondern als Bildchen ohne Bezug zum politischen Inhalt. Die Wahl selber wurde von der am besten organisierten und in jedem Dorf präsenten Institution durchgeführt, raten Sie? Genau: den Muslimbrüdern. Und die haben den Wahlstift sehr wohl zum richtigen Symbol geführt.

    Vor diesem Hintergrund ist eine Opposition von 20-30% geradezu sensationell zu nennen. Ich möchte aber meinen A*sch verwetten, dass die nächsten Wahlen, so sie denn stattfinden, eine noch höhere Zustimmung der Muslimbrüder erzielen werden. Schon aus Personalmangel bei der Opposition. Denn:

    Gleiches gilt ja auch für Gaza. Dass nach den damaligen Wahlen seitens der Hamas sofort Ermächtigungsgesetze kamen (und, ja, die artikulierten sehr deutlich, wer da ihr Vorbild war), wird dann in den Foren der deutschen israelfeindlichen Märchenerzähler auch geflissentlich verschwiegen. Wer sich heute gegen die Hamas stellt, baumelt oder wird erschossen. Oder noch anders: Die Anzahl der von Al-Aksa wie Hamas „hausgemachten“ palästinensischen Todesopfer ist um Faktoren wenn nicht Größenordnungen höher als die durch das „Naziterrorregime Israels ermordeten“. Sowas steht nur leider auch nicht der Süddeutschen oder dem SpOn.

    Es ist jedenfalls ein Hohn, bei Ägypten und Gaza von „Demokratie“ zu reden. Denn in beiden „Demokratien“ waren nicht und werden auch niemals Bildung, Pluralismus und Aufklärung erwünscht sein. Denn sie sind dort Staatsfeinde.

    Im Gegensatz, übrigens, zu Israel.

  29. Georg Elser schreibt:

    Ein sehr guter Beitrag – hart aber wahr. Nur wird ihn kaum jemand lesen wollen, ist Wahrheit ja gerade nicht besonders in Mode. Sie passt nicht in unsere Wegwerfgesellschaft, sie zwickt und zwackt und lässt sich deshalb nicht einfach runterschlucken, wie ein Gummibärchen. Leider.

  30. Yael schreibt:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,810766,00.html

    „Die Ergebnisse des Berichts „Antisemitismus in Deutschland“ sind erschreckend: Judenfeindlichkeit und negative Stereotypen ziehen sich durch fast alle Bereiche der deutschen Gesellschaft […]“.

  31. Pingback: Deutliche Worte… « himmel und erde

  32. Rika schreibt:

    Ein grandioser Text!

    Er ist es wert, bei einer der nächstens anstehenden, die Vergangenheit bewältigenden Feierstunde verlesen zu werden!

    Ich werde ihn bei mir verlinken….

  33. Andreas Irmer schreibt:

    Sehr guter Text. Wird nur nichts helfen. Warum? Die Vergangenheitsbewältigung war unvollständig und absolut erfolglos.

    Wir wissen doch heute eher was Hitler im Bunker machte als was die Grundlagen der jüdischen Zivilisation sind. Sie sind uns im Endeffekt doch immer noch fremd, die Juden.

    Nach 1945 hätte das Ziel sein müssen alles über die Juden zu lernen und nicht jedes Jahr Hitler und Co. auf die Titelblätter der Medien zu bringen. Die jüdische Kultur als Sachkundeunterricht wie Erdkunde oder Mathematik. Und nicht als deutschen Sühne- und Schandeunterricht sondern als Unterricht über die älteste, menschliche Wissensgesellschaft der Welt.

    Und als Krönung obendrauf sollte Deutschland die jüdische Kultur als Nationalheiligtum erklären. Wie eine Art von Weltkulturerbe.

    Wie würde die Welt dann heute ausschauen!

    Aber leider ist dies nicht gemacht worden.

    Lieber sprachen und sprechen alle von Deutscher Schuld und deutscher Schande, bauen tolle Denkmäler und Abbas kommt zum Happihappi machen zu unserem B-Präsidenten, wird hofiert, während sein „Priester“ über das „koranische Juden killen“ spricht….

    Vorschlag zur Lösung:

    Weg von einer Erbschuld aller Deutschen. Hin zur jüdischen Wissensschule. Und vor allem: Erkennen das wir keine Schuld geerbt haben sondern die absolute Pflicht zur Freiheit und Stärke.

    Aber dieser Pflicht müssen wir uns erst noch würdig erweisen.

    Andreas Irmer

    • Dante schreibt:

      Nach 1945 hätte das Ziel sein müssen alles über die Juden zu lernen und nicht jedes Jahr Hitler und Co. auf die Titelblätter der Medien zu bringen. Die jüdische Kultur als Sachkundeunterricht wie Erdkunde oder Mathematik.

      Ich habe genau dies zumindest ansatzweise kennen gelernt, und zwar im Religionsunterricht. Natürlich ging es dabei auch um die Grundlagen des christlichen Glaubens, also um das antike Judentum, aber wir haben auch etwas über das spätere Judentum gelernt.

      Weg von einer Erbschuld aller Deutschen. Hin zur jüdischen Wissensschule. Und vor allem: Erkennen das wir keine Schuld geerbt haben sondern die absolute Pflicht zur Freiheit und Stärke.

      Richtig. Die Medaille hat freilich zwei Seiten, und die andere reicht von der Sehnsucht nach dem berühmten Schlussstrich über den sogenannten Schuldabwehr-Antisemitismus bis hin zu Äußerungen, von denen @tapferimnirgendwo ein Liedchen zu singen weiß.

      • tapferimnirgendwo schreibt:

        Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs,

        tut mir und Euch den Gefallen und antwortet in den Kommentarspalten keinen Trolls. Ich werde nämlich umgehend nach Kenntnis alle Hasskommentare löschen. Ich dulde auch keine Diskussion darüber, ob es den Holocaust gegeben hat. Dies ist mein Blog und Nazis fliegen raus!

    • Silke schreibt:

      warum soll ich was über die Juden lernen – ihre Geschichte ja, aber ihre Religion, ihre Kultur, wieso. Es ist ihre, sie geht mich nix an und ich stelle immer wieder mit großer Freude fest, daß auch Juden an meiner herzlich wenig Interesse zeigen.

      Würde ich in Israel leben wollen oder inmitten einer jüdischen Diaspora-Gemeinde, dann würde ich lernen, was nötig ist.

      • Aristobulus schreibt:

        Das seh ich auch so. (Freilich nicht so, liebe Silke, dass etwa mir Deine Kultur egal wäre ;), dann wär ich ja verdammich meschigge)

        Andreas Irmer meint’s ehrlich. Aber die deutsche Mehrheitsgesellschaft steht dem Judentum sehr fern, ferner denn je. Immerhin hat diese Gesellschaft seit 1945 Demokratie gelernt und verinnerlicht, so weit es eben ging, und die Westbindung ist Trotz Antiamerika-Ressentiments unauflösbar. Das war eine Riesenleistung, die muss man anerkennen… in puncto Lernen des Judentums, Andreas, vergiss nicht den Komplex aus Schuld, Ehre, Schande und Sühne, den die deutsche Gesellschaft seit der Schoah mit sich durch die Generationen schleift. Ein Schulfach ‚Judentum‘ wäre zum Scheitern verurteilt.

        Was schrieb Silke hier mal über einen, dem sie zugehört hat: Ein Schüler, türkischdeutsch oder so, er kam grad mit seiner Klasse aus Auschwitz zurück, redete zunächst Bedenkenswertes, um dann sofort mal und im selben smarten Ton zu behaupten, die Moslems seien ja die Juden von heute.
        Wenn er diesen Ort nicht verstanden hat, redegewandt, wie er wohl ist – wie sollte er jemals ein Schulfach Judentum verstehen?

        • Silke schreibt:

          Aristobulus
          das mit der Kultur habe ich viel zu pauschal ausgedrückt, aber Du weißt ja wohl, wie’s gemeint war.

          Natürlich ist mir Eure Kultur nicht egal – dazu müßte ich ja meschugge sein (und keine Leserin)

          aber erinnerst Du Dich, neulich hatte ich den Eindruck, daß für A.Mor „Ein Feste Burg ist Unser Gott“ neu war. Solche Eindrücke habe ich öfter und die gefallen mir immer sehr.

          In dem Zusammenhang fällt mir, warum auch immer, ein, daß es ein STückchen von Robert Gernhardt gibt, indem er die deutsche Sucht, die „richtige“ Aussprache fremder Wörter zu können, ausbreitet. YT scheint es leider nicht zu haben.

          • Aristobulus schreibt:

            Haha, ich hab’s gefunden!, völlig versteckt in der Erzählung „Eine Frau zwischen zwei Männern, meintest Du die“?, es geht um Gyros und nein, es heißt Jiross, also um den Sinn des Lebens zw. unerkennbarem Agrch. und unerhörtem Ngrch.
            … ach doch nicht, das meintest Du nicht, sie geben es auf, kommen zu Hitchcock & Faktenhuberei, derweil die Dame am Tresen zahlt. Gernhardt schreibt „Theke“.
            – YT? A yidischn tochess?

          • Silke schreibt:

            YT = You Tube

            aber was Du gefunden hast, ist nah dran, vielleicht hat er’s mehrfach verwurstet, sollen Dichter ja so an sich haben. meins erinnere ich als was Alleinstehendes und als aus dem Radio. so einen 10? Minuten Dialog zwischen zwei Männern, die dann irgendwo beim Stamme der … in … landen, der das und das so und so ausspricht und da von da die Wurzel stammt. und beginnen tut es auch irgendwo ganz harmlos am Tresen – ich hatte gestern unfreiwillig so ein Gespräch im Bastelladen, da ging’s um Dupont – er sprach von diesen

            http://www.ebay.de/itm/S-T-Dupont-Feuerzeug-ST-Dupont-GOLD-Ligne-1-Herren-/130632155707?pt=Feuerzeuge

            und nannte sie näherungsweise düpon,,g während ich vom Hersteller dieses Zeugs sprach und es wie in der ChemieBranche üblich djupont aussprach (aus dem Zeugs sollen sich tolle Vorhänge machen lassen)

            http://www2.dupont.com/Tyvek/en_US/index.html

            http://shop.schoener-waers.de/Vorhang-Until-Dawn

          • Aristobulus schreibt:

            Aha, Du liebäugelst also mit verschmockten Feuerzeugen und schönen Vorhängen vom Djupontt 😀
            Das Material Tyvek sieht als Wort aber verdächtig nach polnischem Bier aus (vielleicht ist das auch auch was zum Vorhängen für die Fahne), wobei ich nie weiß, wie man z.B. Zýwiec (echt polnisches Bier, yep, ein sehr gutes) nu richtigdeutsch ausspricht, und mich wahrscheinlich immer blamier, wenn ich’s wo bestell.

            – Deutsche (moi inclu, je m’excuse!) haben einen sorgsamen Sinn für fremde Lautlichkeiten, je fremder, je lieber. Etwa die Schoah wird hier nun zu allermeist mit Sh geschrieben, so als ob sie gar nichts Deutsches wäre. Schalom auch – Mancher grüßt ja immernoch gern mit Schalömsche oder Schojlem (ehedem hierzulande häufig gehört, nun aber vergangenheitsbewältigungshalber eilvergessen). Wenn man’s sagt, erhält man jetzt meist ein Shalom zurück – deutlichst richtigdeutsch mit Sh ausgesprochen.

            À propos, in Berlin brauchen sie ein koscheres Bier mit dem Namen, aber mit ohne C. Lässt sich dann nur nach vielen Fläschelech richtig aussprechen.

          • Silke schreibt:

            nö die Feuerzeuge sind dem Mann im Bastelshop lieb und teuer. Für mich tun’s Zündhölzer.

            Doch sündhaft teure Scherenschnittvorhänge selber machen, das hat schon was. Das Material muß ziemlich billig sein. Lidl hat diese Woche Maleranzüge aus dem oder ähnlichem Zeug, 2 Stück für 2,99 und das sogar noch in Übergröße. Bei Meterware gibt es im Netz anscheinend nur 10 m auf einmal, aber für so viel Vorhang müßte ich ja erst ne Wohnung mit mehr Fenster bekommen.

            Bemalen soll man’s auch gut können. Es wäre also ideal um aufrüttelnde Botschaften auf die Straße zu senden.

            Das mit dem Schalömche habe ich noch nie gehört, das muß was Gegend Spezifisches sein. Von wo???

          • Aristobulus schreibt:

            Mal Dir aber keine Israelflagge drauf, denn Falls in Deiner Gegend dann die Jungs mit grünen Transparenten & Vollbärten demonstrieren, könntest Du die Dinger plötzlich offiziös los sein…
            Schalömsche (mit weichem sch wie Äpplwoi) ist Frankfu’tärisch, aber der A.mOr kennt’s auch, obgleich aus Westfalen

          • Silke schreibt:

            dann hat es nie das Umland alias seine Satellitenstädte erreicht und 1959 habe ich sogar mittendrin nahe Breite Gasse? gelebt und bin da zur Schule gegangen – nüscht, komplettemang nüscht.

          • Paul schreibt:

            Übrigens, auch die Männerinnen sagen Schlömchen! Oder schon mehr Schaalööömchen?
            Muss noch mal genau hinhören. 😀

          • Silke schreibt:

            und um die Weltläufigkeit signalisierende korrekte Aussprache von Fremdwörtern, wo es am Ende garnicht mehr wichtig ist, wer eigentlich den „Revisor“ geschrieben hat, solange man „Puschkin“ richtig ausspricht;

            es klingt als wäre es aus diesem Buch – ich habe gerade mal nachgerechnet – es muß reichlich 15 Jahre her sein, daß ich das gehört habe – mmh Taschenbuchausgabe von 1997, nicht schlecht geschätzt, lobe ich mich, gebundene Ausgabe 1987, aber es kann natürlich auch sein, daß es anläßlich der Hörbuchausgabe von 2000 kam. Jedenfalls war es so gut, daß ich noch weiß, daß ich im Flur stehen blieb und lauschte, um nur ja kein Wort zu verpassen.

            Falls Du Spaß an „unseren Kreisen“ hast, da gab es vor ein paar Jahren noch etwas sehr Schönes
            http://www.amazon.de/gibt-kein-richtiges-Leben-valschen/dp/3596129842
            http://stuffwhitepeoplelike.com/full-list-of-stuff-white-people-like/

            und hier ist der Autor davon auf book-tour

            http://www2.lse.ac.uk/newsAndMedia/videoAndAudio/channels/publicLecturesAndEvents/player.aspx?id=456

  34. egal schreibt:

    @ Silke
    „Die Vergangenheit wurde erstklassig bewältig. Eins mit Sterchnen. Setzen! Wir können jetzt auch kurz mal damit aufhören. Legen wir einfach mal eine kleine Vergangenheitsbewältigungspause ein. Wie wär’s?“

    Wie wäre es Sie würden lesen und mit Glück den Text verstehen?

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Dieser Text soll keinen Streit der Close-Reading-Fraktion provozieren 😉 Der Text ist schon, allein wegen der knallharten Selbstkritik, ein schwerst ironischer Text. „Die Vergangenheit wurde erstklassig bewältig. Eins mit Sterchnen. Setzen!“ Eins mit Sternchen ist natürlich die bittere ironische Anerkennung der Brillanz, mit der in Deutschland bewältigt wurde, und vor allem eine ironische Anerkennung der „Erfolgsgeschichte“ Vergangenheitsbewältigung.

  35. egal schreibt:

    Wer sind eigentlich „Die Nazis“? Kamen die aus dem All? Merkwürdige Formulierung.

    Und mal grundsätzlich: Es ist bis heute nichts dagegen einzuwenden, dass stets an den Holocaust erinnert wird. Obwohl die Formen natürlich meistens mehr als peinlich sind.
    Wir sollten eben nicht vergessen, dass es die Deutschen waren, die bereits umgesetzt haben, was die Islamisten so gerne machen würden. Deswegen ist nichts, aber auch gar nichts dagegen einzuwenden Gedenkstätten zu besuchen. „Nur“ weil heute Islamisten Juden genauso hassen wie die Deutschen vor einigen Jahrzehnten kann man doch nicht ernsthaft den Schluss ziehen, der Shoa nicht mehr zu gedenken? Und die Tasache, dass der islamistische Antisemitismus heute keine Aufmerksamkeit findet bzw. verharmlost wird, spricht doch auch ganz eindutig dafür, dass die hier gelobte „Aufarbeitung“ (Eins mit Sternchen) wohl eher etwas äußerliches ist und der Antisemitismus fortwest. Deswegen wäre meine Beurteilung: setzen, Sechs!

  36. abgwb schreibt:

    Die Vergangenheitsbewältigung hatte von Anfang an das Ziel, den Nationalsozialismus wegzurationalisieren hinter nichts als Gesten, leerer Verurteilung und vor allem jeder Menge moralischer Betroffenheit. Was aber in der Schule, an den Universitäten etc. pp. nie geleistet wird, ist die Kritik der Idee der Volksgemeinschaft, des Staates für das ganze Volk, in dem das Geld den Menschen un nicht die Menschen dem Geld dienen sollten, wie man es bei Hitler, Goebbels und Konsorten zuhaf findet. Denn dieser Glaube ist das, was die Deutschen heute über alle Parteigrenzen hinweg eint, es ist das Fortleben des Nationalsozialismus in der Demokratie. Dieses Staatsverständnis ist zudem der tiefere Grund des Hasses gegen Israel und der Sympathie mit den arabischen Mordbrennern, denen man nicht vorschreiben dürfe, wie sie ihren Staat organisieren wollen (eine Formulierung, in der sich die Sehnsucht der Deutschen nach Volksgemeinschaft und Nationalsozialismus ausdrückt).

    Der beliebte Gegensatz zwischen Vergangenheitsbewältigung einerseits und Kampf gegen heutige Antisemiten andererseits ist also keiner – die nationalsozialistische Erfahrung west fort und determiniert die Zukunft. Die Parteinahme für den Islamismus und gegen Israel findet nicht trotz Verganhenheitsbewältigung statt und der Kampf gegen heutige Antisemiten ist nicht die Alternative, sondern das Eine bedingt das Andere.

  37. Markus schreibt:

    @Matthias Zinke: Ägypten ist eine Demokratie? Ok, es gibt freie Wahlen. Aber das war’s dann auch.
    Meinungs-, Presse-, Redefreiheit? Unabhängige Justiz, Parlament ohne Einfluss eines Militärrates, …? usw, usf.
    Ich denke, das fehlt noch einiges, bis man Ägypten wirklich eine Demokratie nennen kann.

    • Silke schreibt:

      doch wenn ich Matthias Zinke richtig verstehe, dann meint er, daß die Ägypter mit den Konsequenzen ihrer freien Wahl werden leben müssen, so wie die Gazaner gezwungen sind, es zu tun, nachdem sie sich bei klarem Verstand Hamas ans Ruder geholt haben.

      Wenn man den Gazanern eventuell noch zugestehen kann, daß sich blauäugig waren, bei den Ägyptern, die Hamas an der Regierung vor der Haustür beobachten können, klappt das nicht. Sie haben sich entschieden, großes Mitgefühl für die, die anderer Meinung waren, aber sich nicht durchsetzen konnten. Doch es ist nun mal ihr Staat und nu müssen sie sehen, wie sie von der Traufe wenigstens wieder in den Regen kommen.

      • Markus schreibt:

        @Silke das stimmt alles, aber MZ schreibt: „allerdings muss man fortan einräumen, dass Israel nicht mehr die einzige demokratie im nahen osten ist“
        Israel Demokratie mit der Ägyptens zu vergleichen oder zu sagen, dass Israel nun nicht mehr die einzige Demokratie ist, zeigt Schwächen im Demokratieverständnis – so wie es auch im Gazastreifen gerne getan wird: Die haben freie Wahlen gehabt – ergo eine Demokratie, die man respektieren muss.
        Bullshit!

        • Silke schreibt:

          Einerseits muß man die Inthronisierung von Hamas als demokratisch geschehen akzeptieren, andererseits kann man das, was Hamas da regiert in keinster Weise als Demokratie bezeichnen.

          Wie’s der schöne Spruch hat, freie Wahlen, einmal und möglichst nie wieder ist Demokratie auf Arabisch

        • Aristobulus schreibt:

          Was sie schrieb, war klar, aber Du hast sie missverstanden, Markus.
          „Bullshit“? Ich muss doch sehr bitten. Spar Dir mal Starck-Encklisch für diejenigen Kommenden auf, die hier behaupten werden, einmal ’ne freie Wahl sei Demokratie.

          • Markus schreibt:

            Aristobulus, Du trittst hier anscheinend als Verteidiger mancher Leute auf, die eigentlich gut für sich selber schreiben können. Ist aber gar nicht nötig, denn ich habe Silke in keinster Weise angegriffen und das „Bullshit“ war auch nicht auf sie gemünzt.
            Wenn Du meinen Kommentar einmal richtig lesen würdest, anstatt nur reflexartig zu schreiben, würdest verstanden haben, dass sich das „Bullshit“ genau darauf bezogen hat, wie Du es selber schreibst: „die hier behaupten werden, einmal ‘ne freie Wahl sei Demokratie.“

          • Aristobulus schreibt:

            Na, dann.
            – Aber warum so gereizt?

  38. Matthias Zinke schreibt:

    deutlich wird nun mal wieder, dass der islamische hass auf juden keineswegs etwas mit Israel und z.b. siedlungspolitik zu tun hat, sondern in der tat auf religiöser ebene tief im islam implementiert ist.
    der prophet der moslems mochte keine juden – das ist glasklar nachzulesen im koran. daher muss man davon ausgehen, dass sich das verhältnis zwischen Israel und ägypten dramatisch verschlechtern wird – ganz egal wie viele schritte Israel hinsichtlich siedlungsplolitik etc. gehen würde. die salafisten und moslembrüder interessieren sich nicht wirklich für ein paar qkm mehr oder weniger wüste im westjordanland – sie stört der judenstaat als ganzes.
    daher kann man Israel eigentlich nur raten, weiterhin härte zu zeigen und sich militärisch die rückschlagskraft zu erhalten und wir im westen sollten bedingungslos zu Israel stehen.

    allerdings muss man fortan einräumen, dass Israel nicht mehr die einzige demokratie im nahen osten ist – ägypten ist nun auch eine. und wie zwangsläufig üblich in einer demokratie, sind die wähler nicht nur berechtigt mitzubestimmen, sondern müssen auch die konsequenzen ihrer wahl tragen.

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