Pack schon mal die Koffer, Serkan!

Der integrationspolitische Sprecher der FDP, Serkan Tören, verlangt, deutschen Salafisten ihre Staatsbürgerschaft zu entziehen. In einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte er, jeder, der in Deutschland eingebürgert worden sei, habe sich mit einer Loyalitätserklärung zu den Werten des Grundgesetzes bekannt. „Für wen diese Erklärung nur ein Lippenbekenntnis war, der verwirkt sein Recht, Deutscher zu sein.“

Ich muss gestehen, ich habe in der politischen Arena schon einiges an dummes Zeug gehört, aber diese Forderung nimmt einen Platz ganz vorne ein. Wer sich nicht ans Grundgesetz hält, der verwirkt sein Recht, Deutscher zu sein? Soll das etwa heißen, wir machen ab sofort all unsere Justizvollzugsanstalten zu und werfen einfach all unsere Verbrecher über die Grenze? Na, da werden sich unsere Nachbarn aber bedanken. Wie wäre es, wenn wir sogar ganz klischeehaft jede Grenze für gewisse Verbrechen reservieren? Wirtschaftskriminelle werden über die schweizer Grenze geworfen, Autodiebe über die polnische, Kinderschänder über die belgische und Nazis über die österreichische. Das wird ein Spaß!

Das Problem nur bei dieser Forderung ist, dass sie gegen das Grundgesetz verstößt. Artikel 16 des Grundgesetzes sagt ganz klar:

„Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nicht entzogen werden. Der Verlust der Staatsangehörigkeit darf nur auf Grund eines Gesetzes und gegen den Willen des Betroffenen nur dann eintreten, wenn der Betroffene dadurch nicht staatenlos wird.“

Tja, damit hat der in der Türkei geborene Serkan Tören wohl bewiesen, dass seine Erklärung für das Grundgesetz nur ein Lippenbekenntnis war. Es sieht wohl so aus, als müsse er sich dafür einsetzen, dass ihm die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen wird, denn er hat nach eigenen Maßstäben das Recht verwirkt, Deutscher zu sein. Also Serkan, Pack schon mal die Koffer! Welche Grenze darf es denn sein?

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