Lieber F. J. Wagner,

der Gesetzentwurf des Justizministeriums will, dass die Homo-Ehe der Hetero-Ehe gleichgstellt wird. In der BILD haben Sie einen Kommentar dazu geschrieben. Gestatten Sie, dass ich Ihre Worte nutze, um in ein Gespräch mit Ihnen zu treten. Sie schreiben:

„Ich fühle mich dabei nicht wohl.“

Herr Wagner, wenn Sie sich bei dem Gedanken der Homo-Ehe nicht wohl fühlen, dann heiraten Sie doch einfach keinen Homo!

„Homosexuelle kriegen biologisch keine Kinder.“

Oh doch, Herr Wagner, Homosexuelle kriegen Kinder, auch biologisch. Es gibt lesbische Frauen, die schwanger sind. Sie ficken nur in der Regel nicht mit dem biologischen Vater. Es gibt auch schwule Männer, die ganz biologisch Kinder gezeugt haben. Menschen, die biologisch keine Kinder kriegen können, sind unfruchtbar und können hetero- und homosexuelle sein. Wenn Sie also die Ehe von der biologischen Fähigkeit der Fruchtbarkeit abhängig machen wollen, dann diskriminieren sie auch eine Menge heterosexueller Menschen. Ich finde, Kinder haben einen Recht darauf, dass ihre Eltern in glücklichen Beziehungen sind. Sie haben auch ein Recht darauf, dass ihre biologischen Eltern glücklich verheiratet sein können, wenn auch nicht immer miteinander.

„Früher wurden Homosexuelle in Deutschland zu Gefängnis verurteilt. Was für eine glorreiche Zeit für Euch. Niemand steckt Euch ins Gefängnis.“

Früher hätte ich einem Typen wie Ihnen vermutlich in die Fresse geschlagen. Was für eine glorreiche Zeit. Niemand haut Ihnen in die Fresse.

„Wir sind ein besseres Deutschland geworden.“

Wir sind vor allem deshalb ein besseres Deutschland geworden, weil nicht jedem Arschloch gleich unwohl wurde, wenn mal ein wenig mehr Freiheit und Selbstbestimmung gewagt wurde. Wie erbärmlich ist es eigentlich, wenn man nur dann von einem besseren Deutschland sprechen kann, wenn man es mit einer Gesellschaft vergleicht, in der Lesben und Schwule eingesperrt werden. Nach Ihrer Logik kommen Juden in Deutschland auch vor Begeisterung darüber, dass Dachau heute nur noch eine Touristenattraktion ist, nicht mehr in den Schlaf.

Was für eine „glorreiche Zeit“, die solche Männer wie Sie in sich hat.

Herzlichst,
Gerd Buurmann

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