Freitag ist Gottesstaat

Karfreitag ist ein bemerkenswerter Tag. Christen feiern die radikale Menschwerdung ihres Gottes, der dadurch Mensch wurde, dass er litt, starb und im Sterben an Gott zweifelte. Bei Markus und Matthäus sagt Jesus am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen.“ Was menschlicheres als den Zweifel gibt es kaum. Jesus hadert mit Gott. Gott zweifelt an Gott. Da muss man erst einmal drauf kommen. Wahnsinn!

Ich kann sehr gut verstehen, warum die meisten Christen den Karfreitag ganz besonders ehren. Karfreitag ist für sie ein stiller Feiertag, an dem keine Musik gehört wird, die Glocken nicht läuten und nicht getanzt wird. Karfreitag ist für sie ein besonderer Tag. Jede Religion kennt besondere Tage.

Juden feiern zum Beispiel ihr Pessachfest. Es dauert mehrere Tage und erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten durch Moses. Es gibt während Pessach viele Rituale und Gebote, aber das bekannteste Gebot ist das Verbot von gesäuerten Nahrungsmitteln. Über Pessach wird kein Brot verkauft, besessen oder verzehrt. Dies soll an die biblische Überlieferung erinnern, nach der die Israeliten so rasch aus Ägypten ausziehen mussten, dass zum Säuern und Gären der Brote als Reisenahrung keine Zeit mehr blieb. Während der acht Festtage wird daher nur ungesäuertes Brot gegessen.

Stellen Sie sich mal vor, Juden würden von allen Bürgerinnen und Bürgern Deutschlands verlangen, während der Zeit von Pessach kein Brot zu essen. Stellen Sie sich weiterhin vor, die deutsche Politik würde sogar ein Gesetz verabschieden, das jedes Geschäft, das es wagt, in der Zeit von Pessach Brote zu verkaufen, mit empfindlichen Geldstrafen sanktioniert. Unvorstellbar? Nicht ganz. Es kommt nur auf die Religion an. Was nämlich bei Juden albern klingt, ist bei Christen Gesetz!

Nirgendwo auf der Welt gibt es ein staatliches Brotverbot zu Pessach aber das Land Nordrhein-Westfalen untersagt es allen seinen Bürgerinnen und Bürger, mögen sie nun christlich sein oder nicht, an Karfreitag in ein Theater zu gehen oder öffentliche Tanzveranstaltung zu besuchen. Von Mitternacht bis zum Samstag um 6 Uhr morgens, also ganze 30 Stunden, untersagt das Land NRW folgende Aktivitäten: Märkte, gewerbliche Ausstellungen, Sportveranstaltungen einschließlich Pferderennen, Zirkus, Volksfeste, Freizeitanlagen, soweit dort tänzerische und artistische Darbietungen erfolgen, alle Unterhaltungsveranstaltungen einschließlich sämtlicher, auch klassischer, Theater- und Musikaufführungen wie Opern, Operetten, Musicals, Puppenspiele und Ballett, Spielhallen, Wettannahme, musikalische sowie sonstige unterhaltende Darbietungen in Gaststätten sowie alle anderen der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen einschließlich Tanz. Mit anderen Worten: Am Karfreitag wird NRW ein Gottesstaat!

Das Feiertagsgesetz, das Menschen an Karfreitag das Theater und Tanzen verbietet, ist somit Ländersache. Es gibt Bundesländer, wo das Verbot herrscht und andere, die dieses Verbot nicht kennen. Wenn nun an der Grenze zweier Bundesländer, der Künstler auf der Seite spielt und tanzt, wo das Spielen und Tanzen an Karfreitag erlaubt ist, das Publikum aber ganz ruhig und still dort sitzt, wo es verboten ist, macht sich dann wer strafbar?

Vom Verbot nicht betroffen sind übrigens Kino, Radio und Fernsehen. Die dürfen senden, was sie wollen. Soviel zum Thema Gleichheitsgrundsatz! Vom Verbot ebenfalls nicht betroffen, sind ein paar religiöse Stücke wie zum Beispiel die Wagner-Oper „Parsifal“, was die ganze Sache noch schlimmer macht, denn das bedeutet, dass der Staat eine Zensur ausübt.

Als einer der Hauptgründe für die Entscheidung der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, an dem Feiertagsgesetz festzuhalten, das allen Bürgerinnen und Bürgern des Landes NRW an Karfreitag das Tanzen, Musizieren und Theaterspielen verbietet, wird immer wieder der Ruf nach Respekt angeführt. An einem Tag im Jahr dürfe der christliche Teil der Gesellschaft durchaus mal Respekt für seinen Glauben verlangen und dafür anderen Menschen die Ausführung ihrer Weltanschauung untersagen. Ein einziger Freitag im Jahr ohne Kunstfreiheit, Tanzen und dem Recht auf freie Entfaltung könne schließlich nicht so schlimm sein.

Für mich haben Kunst, Kultur, Aufklärung und Liberalismus für den gleichen Stellenwert wie für andere Religionen. Theater ist für mich Menschendienst, wie die Kirche für Christen Gottesdienst ist. Wie würden Christen wohl reagieren, lebten sie in einem Land, in dem ihnen die Heilige Messe oder der Gottesdienst für nur einen einzigen Sonntag im Jahr untersagt wäre, mit der Begründung, einmal im Jahr dürfe die Religion durchaus mal ruhen. Es ist doch nur ein Tag im Jahr!

Respekt kann nicht erzwungen werden. Respekt ist eine Form der Wertschätzung, ein Geschenk der Aufmerksamkeit und der Ehrerbietung. Als höchste Form des Respekts darf wohl die Ehrfurcht gelten, die viele Christen gegenüber ihrem Gott empfinden. Respekt ist aber nur da möglich, wo sich ein Mensch frei dazu entscheidet, seine Wertschätzung und seine Aufmerksamkeit zu schenken. In einer Welt, in der eine gewisse Haltung durch das Verbot anderer Haltungen erzwungen wird, kann sich zwar Zwang, Unterdrückung und Knechtschaft entfalten, aber niemals Respekt. Die Landesregierung NRW macht es daher mit ihrer momentanen Gesetzgebung den Menschen unmöglich, Respekt an Karfreitag zu zeigen, da sie die Möglichkeit ihrer Bürgerinnen und Bürger, Respekt zu schenken, in der Kuhle des Zwangs ertränkt.

Es ist wie mit der Dankbarkeit und der Entschuldigung. Auch sie können mit keiner anderen Absicht versehen sein, als mit der Anerkennung des Anderen als ein Antlitz, dem diese Haltungen gebühren. Sie müssen und können stets nur in der Form des Geschenks erscheinen. Wenn von einem Menschen verlangt wird, sich zu entschuldigen oder dankbar zu sein, dann wird ihm genau dadurch die Möglichkeit genommen, wahren Dank oder ehrliche Entschuldigung zu sprechen. Ist die Forderung erst ergangen, wird der Aufgeforderte immer den Ruch mit sich tragen, seinen Dank oder seine Bitte nur formuliert zu haben, weil es von ihm verlangt wurde.

Man sollte sich daher hüten, Respekt zu fordern. Der Fordernde muss seinem Gegenüber zumindest die Möglichkeit geben, diesen Respekt verweigern zu können; sonst ist der Respekt vernichtet.

Das Karfreitagsgesetz ist zudem eine staatlich vorgeschriebene Gotteslästerung! Es ist nämlich gotteslästerlich zu glauben, Gott brauche menschliche Institutionen und Regierungen, um seine Macht zu bezeugen. Ein Staat, der sich so etwas anmaßt, reduziert den Allmächtigen zu einem Wesen, so schwach, so mickrig und so unbedeutend, dass er selbst der Hilfe eines Staates oder gar der Landesregierung NRW bedarf. Respekt und Ehrfurcht vor Gott sehen anders aus!

Ein Glaube, der es nicht schafft, die Herzen seiner Anhänger ohne staatlichen Zwang zu erreichen, ein Glaube, der nicht stark genug ist, dass er sich auch unter Nachbarn mit fremden Sitten und Gebräuchen entfalten kann, ein Glaube, der nur leben kann, wenn er anderen Menschen Fesseln anlegt, ein solcher Glaube verdient es nicht zu existieren. Und ein Gott, der auf Staatsdiener angewiesen ist, um seinem Wort Nachdruck zu verleihen, ist ein armseliger Gott! Juden haben es schließlich auch geschafft, ihre Religion zu leben und zu erhalten, ohne dass ihnen irgendein Staat dabei geholfen hat. Über tausenden von Jahren haben manche Länder sogar aktiv gegen jüdisches Leben gekämpft. Dennoch feiern heute nach wie vor Juden Pessach! Das ist eine Religion mit Eiern!

Was also können Juden in Deutschland was Christen in Deutschland nicht können? Warum müssen die hiesigen Christen alle Menschen zwingen sich an Karfreitag an ihre Gesetze zu halten? Warum kann ein Christ nicht gläubiger Christ sein und seinen Nachbarn dennoch anders sein lassen? Warum stört manchen Christen an Karfreitag ein Theaterstück, ein Konzert oder eine Tanzveranstaltung in einem separaten Raum? Wovor haben diese Christen Angst?

Manche führen an, die Karfreitagsgesetzgebung wäre akzeptabel, weil in Deutschland die Christen in der Mehrheit sind. Bei so einer Argumentation kann ich nur hoffen, dass nicht mal der Islam zum Glauben der Mehrheit wird, denn wer so argumetiert müsste es auch akzeptieren, wenn in jenen Gebieten Deutschlands, wo der Islam zur Religion der Mehrheit gehört, über Schleierzwang und Alkoholverbot nachgedacht wird. Ich möchte aber in einem Land leben, in dem jede Religion zum Mehrheitsglauben werden kann, ohne dass ich dadurch irgendwelche Einschränkungen in meine persönliche Freiheit befürchten muss.

Dann gibt es noch jene, die mir sagen, ich solle doch dankbar sein, dass mir ein stiller Tag geschenkt wird. Für mich ist Karfreitag aber kein stiller Tag, im Gegenteil: So wie der Karfreitag zur Zeit abläuft, ist er für mich purer Stress. Den ganzen Tag lang muss ich aufpassen, nicht ich selbst zu sein, weil ich mich sonst strafbar machen könnte. Ruhe sieht anders aus.

Wohin es führen kann, wenn der Gesetzgeber eine Religion dabei unterstützt, den eigenen Glauben auf andere zu zwängen, wurde Anfang 2013 deutlich, als der Kölner Fall eines abgewiesenen Vergewaltigungsopfers für Aufregung sorgte. Im Dezember 2012 war eine Frau in Kölner Kliniken abgewiesen worden. Die junge Frau war bei einer Party auf den Kölner Ringen mit K.O.-Tropfen betäubt worden und erst einen Tag später auf einer Parkbank in Stadtteil Kalk wieder zu sich gekommen. Eine Notärztin, die eine Vergewaltigung nicht ausschließen konnte, hatte die Kliniken um eine Spurensicherung gebeten, um mögliche Tatspuren gerichtsverwertbar zu sichern. Sie wurde mit der Begründung abgewiesen, die gynäkologischen Untersuchungen zur Beweissicherung seien seit zwei Monaten untersagt, weil damit ein Beratungsgespräch über eine mögliche Schwangerschaft und deren Abbruch sowie das Verschreiben der Pille danach verbunden seien. Dies könne das christliche Hospital nicht unterstützen.

In einem Land, in dem die deutsche Gesetzgebung den christlichen Kirchen dabei hilft, alle Bürgerinnen und Bürger dazu zu zwingen, sich an Karfreitag an die christlichen Gebote zu halten, darf es nicht verwundern, wenn in dem selben Land Frauen in Krankenhäusern nicht geholfen wird, weil sie sich weigern könnten, nach christlichen Prinzipien zu leben.

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88 Antworten zu Freitag ist Gottesstaat

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  3. Joachim Koßmann schreibt:

    Das Feiertagsgesetz des Landes NRW schützt allerdings ausdrücklich auch jüdische Feiertage, wenn gleich nicht in demselben Umfang. Synagogen werden zu 5/6 mit Steuergeldern finanziert , und auch jüdische Gemeinden erhalten großzügige staatliche Subventionen – das sollte in diesem Zusammenhang auch einmal erwähnt werden.

  4. Rika schreibt:

    Lieber Gerd,
    viele deiner Argumente zu staatlich verordneten Feiertagen samt „Durchführungsverordnungen“ kann ich nachvollziehen, manche unterstreichen. Aber mir gefällt dein Vergleich der Feiertagsordnungen für Pessach und Karfreitag nicht.
    Wenn man schon „religiöse Feste“ miteinander vergleicht, sollte es in diesem Fall doch eher Jom Kippur mit Karfreitag sein, weil beide Feiertage einen überaus ernsten Charakter haben und sie eben NICHT „gefeiert“ werden wie etwa Pessach und Ostern, Chanukka und Weihnachten, Erntedank und Sukkot, Pfingsten und Schawuot, um ein paar „Paarungen“ zu nennen (wobei ich mir bewusst bin, dass man Äpfel und Birnen zwar gemeinsam zur Gattung Obst zählt, diese nicht aber unbedingt „gleich“ sind, will sagen, jeder Vergleich hinkt ein bisschen.
    Zurück zu Karfreitag / Jom Kippur. An Jom Kippur ruht das gesamte gesellschaftliche Leben in Israel, sogar das (jüdische) Radio schweigt. Das strenge Fastengebot zu Jom Kippur wird ganz sicher nicht von allen Israelis eingehalten, wie ich es selbst erlebt habe, aber man verzichtet doch darauf, oppulente Mahlzeiten zu kochen, die dem fastenden Nachbarn per Geruch das Fasten schwer machen könnten – jedenfalls habe ich es so bei meinem Besuch bei säkular lebenden Juden in Haifa erlebt. Arabische, christliche und sonstige nicht religiös lebende Minderheiten halten sich in der Regel an die „Feiertagsverordnung“.
    Wenn du also schon unbedingt vergleichen willst, dann nehme dieses „Paar“ – Karfreitag / Jom Kiippur..
    Zu Pessach wird zwar auf Brot und sonstige gärfähigen Speisen verzichtet, nicht aber auf Musik, Tanz oder Theater. Ich habe selten eine so ausgesprochen fröhlich – freudige Feier erlebt, wie den Seder im Haus eines jüdischen Freundes in Jerusalem. Fröhlich und freudig soll können wir alle hier in Deutschland die OsterfeierFREItage genießen, aber bitte achte doch den Karfreitag als „ruhigen Feiertag“, an dem zwar die öffentliche Belustigung weitgehend unterlassen wird, aber doch jeder zu Hause machen kann, wie er lustig ist!

    Mit herzlichen Grüßen, Rika

    • Eliyah schreibt:

      Ich höre von Beginn der Omer-Zeit bis Lag-baOmer keine Musik (lustigerweise wie die sefarden und nicht wie die ashkenasen von Rosh Chodesh bis Shavuot) und es fällt mir verdammt schwer… Und ihr klagt über einen Freitag Abend im Jahr. 😉

      • Aristobulus schreibt:

        Ich höre Mendelssohn beim Frühstück, ohne geht’s nicht. Seine gesamte Kammermusik, da gibt’s eine sehr schöne Ausgabe.
        Am Schabbes hab ich Stille. Nur ein Tag geh nocht. Zwei Tage machen mir das Gemüt grau… Wie kannst Du keine Musik hören?

        • Eliyah schreibt:

          Jedes Jahr das selbe. Ich gehe auf ein Mal gerne in Supermärkte, weil da Musik spielt, die man „aus versehen (bedi-evet)“ hören kann. Oder sogar zu H&M! Furchtbar. Noch 25 Tage…

          • Aristobulus schreibt:

            ??, aber Eliyah, nur Feste feiern soll man in der Omer Zeit nicht, gilt Mussikhören denn als Party?, sicher nicht.
            Man soll sich nicht kasteien und nicht quälen. Gequält wurden wir schon von Anderen und ohne Sinn übergenug.

            Rebbe Aristobulus sagt Dir, dass Du z.B. Mendelssohn hören darfst 🙂

          • Eliyah schreibt:

            Rebbe Ari soll sich erst mal bei Rebbe Schlomo zum Schabbatessen einfinden 😉

          • Aristobulus schreibt:

            Danke… bin im Moment kein guter Gesellschafter.

          • Eliyah schreibt:

            Irgend was ist immer. Ich komme Dich im Mai besuchen und schau mal nach Dir 🙂

          • Aristobulus schreibt:

            Ah gerne, willkommen. Sag bitte rechtzeitig per Mail Bescheid 🙂

  5. carl carlson schreibt:

    Ich schlage dem Autor dieser Zeilen vor,übermorgen an einem illegalen Autorennen teilzunehmen,denn wir haben ja bald „carfreitag“.Diese Veranstaltung fällt nicht unter das Gebot eines stillen Feiertages.Viel Spaß dabei und lassen Sie sich nicht erwischen.

    • Lusru schreibt:

      Bitte welche „Zeilen“ dieses Autors meinst du wohl hier, wenn du ihn zum (illegalen) CAR Freitag überreden willst, die ganz oben, oder die, die ich gerade über dir mit einer vorsichtigen Warnung bedacht habe?
      (Nur daß da nicht schon wieder etwas in falsche Hälse kommt, mit dem „Glauben, der keinen Staat braucht“)

      • carl carlson schreibt:

        Lieber Lusru,seien Sie mir bitte nicht böse, aber ich habe ihren Kommentar nicht ganz verstanden,auf mich wirkt er etwas kryptisch. Was ich meine,man sollte ein (illegales) Autorennen natürlich als Aktionskunst verbrämen,um den ganzen einen höreren Sinn zu verleihen,Das könnte man der Sendung „Kulturzeit“ auf 3 Sat als kulturelle Neuheit anbieten. Die Macher dieser Sendung scheinen eine ganze Menge mit sich machen zu lassen.

        • Lusru schreibt:

          Nun carl carlson :
          Karfreitag ist der christliche Feiertag, vorwiegend protestantisch geprägt.
          CAR Freitag ist din Autotag, z.B. der eies zum Kulturevent „erhöhten“ illegalen Autorennens.
          Gesprochen ist der Unterschied nicht erkennbar.
          Gesprochen – und gedacht?
          Sprechen ist immer auch zuerst Denken.
          Wenn wir das CKar sprechen, was wurde zuvor gedacht? Auto oder ‚Klage‘, ‚Kummer‘, ‚Trauer (Kar, althochdeutsch), der Tod Jesu Christi am Kreuz?
          Natürlich kann von einem gläubigen(! – nicht „eingetragenem) Christen nicht erwartet werden, den höchsten christlichen Feiertag des Jahres zu verhohnepiepeln, nur weil es phonetisch gleichklingende aber unterschiedlich Bedeutungen gibt.
          Nun gibt es nicht nur Christen auf der Welt, und auch nicht nur „Gläubige“ an sich, für die ist das nur ein Wortspiel, für das sie ähnliche Aufmerksamkeit (staatlicher Feiertag?) vom Staat erwarten dürften, wie Christen – wenn es denn eine Trennung von Kirche und Staat in D tatsächlich praktiziert gäbe.
          Da das nicht der reale Fall ist, wie ja Gerd Buurmann so treffend und lustig erklärte, bleibt den Nichchristen nur der Anspruch auf Satire, der nicht verweigert werden jkann, auch nicht am und zum Staatlichen Feiertag Karfreitag, da das sonst Verweigerung der unabhängigen freien Meinungsäußerung wäre.
          carl carlson nimmt dieses Recht auf Satire in Anspruch und schlägt zum gleichen Tag ein Event vor, das zum phonetik-Doubel halt CAR Freitag und zum Entkommen aus dem staatlichen Tanzverbot an diesem Tag offiziell als illegal erklärt wird, womit der staatliche Tanzverbotswächter keine Handhabe hätte, den CAR Freitag am stillen Feiertag Karfreitag zu unterbinden, da er als illegal weder als laut noch leise noch tanzend festgestellt werden kann.
          Nun schlägt carl carlson sein „stilles“ illegales CARfreitag Autorennen dem „Autor dieser Zeilen“ vor – welcher Zeilen? Denen des Hauptartikels oder denen der zuletzt von selben Autor hier geprägten Erkenntnis:
          „Was beweist, der Glaube braucht keinen Staat.“
          Darauf bezog ich meine Frage und zugleich Warnung, denn ein Salafist könnte das als Preisgabe des Staates zugunsten eines Glaubens verstehen, wenn Glaube keinen Staat benötigt, was ist dann mit Israel?
          Groschen nun gesprungen, WARUM ich fragte, welche „diese Zeilen“ du wohl meinen könntest?

          Dennoch danke für den 3-Sat-Tipp, kannst ja mal meinen, was du da meinst, was die mit sich machen lassen (haben die keinen Kirchenrat – Ähhh, pardon, ich meine natütrlich Rundfunkrat als „Stiller CKarfreitagswächter“?

  6. Eliyah schreibt:

    Wir feiern gerade Pessach und hier in Israel ist es momentan fast unmöglich, Brot zu kaufen. Egal, ob man Araber, Christ oder Atheist ist. Es ist zwar nicht verboten es zu verkaufen, aber faktisch ist es nicht erhältlich. Brot, Pasta, Cerealien, alles ist aus den Regalen verschwunden.
    Genau so ist es am Yom Kippur. Es ist zwar gesetzlich erlaubt, Auto zu fahren, aber es ist faktisch nicht möglich und gesellschaftlich geächtet.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Was beweist, der Glaube braucht keinen Staat.

      • Eliyah schreibt:

        Bei Yom Kippur mag ich Dir Recht geben. Bei Pessach nicht. Das liegt auch an der zu grossen politischen Macht des Rabbanut.

        • Eliyah schreibt:

          Ich will mich übrigens persönlich gar nicht beschweren. Ich esse koscher und an Pessach kein Chamez und nicht mal Kidniot (die Sefarden dürfen das und ich beneide sie darum). Und eben war ich Eis essen: Parve, kosher lepessah, lelo kidniot! Davon kann Aristobulus an der Waterkant nur träumen 😉

          • Aristobulus schreibt:

            Waaau… und 17 Grad in Tel Aviv, sagt mein permanentes Windoze7-Thermometer, und koscher-schel-Pessach-Eis bei Dir, argh!, wuss a chojlem

          • Eliyah schreibt:

            stimmt, ist echt kühl geworden heute Abend 😉

          • Aristobulus schreibt:

            Puuuh. Hier ist es ein Grad, Tendenz wieder fallend, knirschende Schneeverwehungen, die Elbe kalllllt wie schwarzes Öl von der Rückseite des Mondes, weißes Pulver im Ponim & Eiswind aus Sibirien, genauso wie Freitags im Gottesstaat, dem schlimmen.
            (Nein, Neid ist mir fremd, Falls einer fragt)

          • Eliyah schreibt:

            Wo bleibt die globale Erwärmung, wenn man sie mal braucht?

          • kleines Südlicht schreibt:

            Nicht hier. ( -4°, Schneeregen. Berge, halt.) Aber wenn ich sie finde, hebe ich sie gerne auf, bis sie abgeholt wird.

      • Lusru schreibt:

        Der „Tapfere…“ meint:
        „Was beweist, der Glaube braucht keinen Staat.“
        Das kann man so sehen, muß man aber nicht
        Ich möchte das nicht weiter Kommentieren, aber zur Vorsicht mahnen, solche Erklärungen im falschen Hals können dich unfreiwillig viele Freunde kosten, daher bin ich mir nicht sicher, ob das ein „förderlicher“ Rat sein könnte …

    • beer7 schreibt:

      Ich war heute morgen auf dem Markt. Arabische Staende bieten frisches Brot an…

  7. Lusru schreibt:

    „Waehrend das Karfreitagsgesetz angegriffen wird, verlangen haeufig diesselben Menschen mehr Ruecksicht auf muslimisches Fasten im Ramadan.“-
    Rücksicht nehmen auf Zeitabläufe von religiösen Gruppen und von Staats wegen einen religiös bestimmten freien feierlosen Tag einzulegen sind doch wohl vier verschiedene Schuhpaare aufeinmal, unvergleichlich. Was hat der Staat damit zu schaffen? (etwa nur, weil ein gewisser Hitler mal mit den Großkirchen Verträge gemacht hat, die noch heute da sind ….

  8. beer7 schreibt:

    Kleiner Hinweis, nach Markus und Matthaeus betete Jesus am Kreuz den 22. Psalm.
    http://bibel-online.net/buch/elberfelder_1905/psalm/22/#1
    Als Zweifel an Gott kann das nicht wirklich gelten, wenn man sich den gesamten Psalm anschaut.
    Allerdings stellt sich die Frage, ob das authentisch sein kann. Die Paralellen zur Passion (z.B. Kleider aufteilen, Gewand verlosen) sind sehr auffaellig.

    Ich wuerde Deutschlang mehr, nicht weniger kulturelle Selbstsicherheit wuenschen. Die christlichen Kirchen sind nicht diejenigen, die einen Gottesstaat in Deutschland fordern und daran arbeiten, ihn durchzusetzen.

    Waehrend das Karfreitagsgesetz angegriffen wird, verlangen haeufig diesselben Menschen mehr Ruecksicht auf muslimisches Fasten im Ramadan.
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article12208428/Schulen-sollen-Ruecksicht-auf-Muslime-nehmen.html

  9. Azadeh Sepehri schreibt:

    Ich mache Ihnen mein Kompliment hier 🙂
    Toller Beitrag. Ich wusste nicht, dass es so ein blödes Gesetz gibt.

  10. Schum schreibt:

    Ist es so, daß NRW eine empörende Intoleranz an den Tag legt, weil es an Karfreitag Christen verbietet, öffentlich zu tanzen?
    Niemand verpflichtet die Christen, an jenem Tag, in die Kirche zu gehen und Predigten über Jesu Tod zu lauschen.
    Das Verbot, an Karfreitag zu tanzen, gleicht dem Verbot, am Jom ha-Schoa zu tanzen. An diesem Tag sind auch in Israel die Vergnügungsstätten geschlossen. Ist es ein unerlaubter Eingriff in die individuelle Freiheit?
    Niemand verbietet dem Christen, an Karfreitag in seinen vier Wänden, bierselige Parties zu veranstalten; ebenso verbietet niemand in Israel den Arabern am Jom ha-Schoa fröhliche Geburtstags- oder Hochzeitsfeste zu veranstalten. Auch Juden dürfen sich an diesem Tag zu Hause betrinken.
    Verwandelt sich deshalb NRW an einem Tag in einen Gottesstaat und Israel in eine Diktatur? Geht es nicht vielmehr um kulturelle Gepflogenheiten, die auch der Fremde oder der Gleichgültige, ohne inneren Schaden zu nehmen, beachten sollte? Warum sollte ein christliches oder ein jüdisches Land auf seine Eigentümlichkeiten verzichten? Warum sollte es gesichtslos werden? Wollen wir alle Kirchen in Europa zerstören, alle Kreuze entfernen, um bei Hinduisten oder Zoroastern kein Befremden zu erregen? Reicht es nicht, niemanden dazu zu zwingen, sonntags in die Kirche zu gehen?
    Gottesstaaten, wie wir sie z. Z. in islamischen Ländern erleben, sind etwas ganz anderes. Sie unterscheiden sich von NRW nicht etwa dadurch, daß sie sich jeden Tag so aufführten, wie NRW sich an einem Tag im Jahr aufführt. Dort wird die Einhaltung von Geboten ebenso überwacht wie die von Verboten. Zu Ramadan heißt es: Sie müssen sowohl in der Moschee beten wie auch fasten. Sie unterscheiden nicht zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre: Vor einem französischen Untersuchungsauschuß zu der Schleierfrage sagte im April 2011 der Montfermeil-Bürgermeister Xavier Lemoine aus, in seiner Kommune würden zu Ramadan muslimische Trupps die Mülltonnen ihrer Nachbarn kontrollieren. In Berlin und in Israel pflegt niemand zu Pessach die Mülltonnen von Juden nach Brotresten zu kontrollieren. Und ja: Ich darf diesen Kommentar heute, an einem vollen Feiertag, posten, obwohl ich es nicht darf.
    Dieses Gottesstaaten-Thema ist zu ernst geworden, scheint mir, als daß wir durch geistreiche Vergleiche die Wirkung unserer Argumente verpuffen lassen. Aber ein schönes Temperament haben Sie, lieber Gerd Buurmann.

    http://www.agoravox.tv/actualites/politique/article/debat-sur-la-laicite-xavier-29780

    • Lusru schreibt:

      Ja Schum, „Dieses Gottesstaaten-Thema ist zu ernst geworden, scheint mir, als daß wir durch geistreiche Vergleiche die Wirkung unserer Argumente verpuffen lassen. “ – Muß ja nicht, wie der mit dem „schönes Temperament“ das ja so toll artikulierte, auch DAS läßt sich vor lauter Bierernst zerreden und in die Bedeutungslosigkeit zurück vergleichen, wenn Schum warnt davor, daß eine (deutsche!!) Gesellschaft mit der Lösung der Buurmannschen Freitagsstaatlichkeit eventuell sich entblößen könnte zur „Gesichtslosigkeit“ – wenn das bereits für Gesichtslosigkeit einer Gesellschaft ausreicht, ist es um solch eine Gesellschaft nicht schade.
      Schum hat mit ihrem sehr ehrenwertem ausgewägten Text die heitere Aufbruchstimmung des Buurmann, der ja ein Commedien ist, zur langweiligen Bürgerkundestunde glattgebügelt, allerdings mit Mangelhaft. Warum?
      Es fehlt darin der Hinweis an alle Bürger, daß diese (und andere) kirchenstaatliche „Regelungen“ als Hintergrund und Grundlage die Vereinbarungen eines Herrn Hitler mit den deutschen Großkirchen haben, und bis heute niemand bereit war, dessen „Unterschrift“ aus den Kirchen-zu-Staatsregeln zu tilgen ….
      So lebt der, besser dieser Freitag, mit einem gewissen Schmach, der sehr schnell ahnen läßt, warum an diesem Tag nun mal keiner öffentlich“tanzen und feiern“soll, denn was würde da wohl „mitgefeiert“?
      Dann schon lieber Buurmann, singend und tanzend an solch einem Freitag – DAS fällt garantiert Vielen auf.

      Aber ein haben Sie, lieber Gerd Buurmann.

      • Aristobulus schreibt:

        Wenn ich aus Deinen Sätzen überhaupt was verstehe, Lusru, dann, dass Du als Erster in der Diskussion „Hitler“ gesagt hast.
        Nach Goodwins Law (glaub ich) verlierst Du also diese Diskussion schneller, als Du Dich eingemischt hast. Tja.

        • Lusru schreibt:

          Tja, Aristobulus, das mag wohl in deiner Wunschwelt so sein, in der freien Welt der Tatsachen ist es nicht so, daß der, der das stechende Argument liefert, irgendetwas „verliert“, offenbar bist du da nicht ganz im Bilde, worum es da geht, unter anderem sagte Hitler persönlich (deshalb muß man das Ding schon bei seinem und nicht bei deinem oder irgendeinem Namen nennen) dem Vatikan und den Großkirchen die Existenzberechtigung der Kirchen und die staatliche Vereinnahmung von deren Kirchensteuern – nebst eben anderen Zusagen … – zu, per Vertrag – den die spätere BRD „voll übernahm“, so gilt Hitlers Zusage heute als bundesdeutsches Wort gegenüber den Kirchen, fein was?
          Und daß dir daran etwas nicht gefällt, das mag wohl sein, denn das ist so ein Ding, wie der Freitagsstaat vom Gerd Buurmann, nur einen Zacken schärfer. Die Kirchen reden sich gern heraus, indem sie darüber schweigen und sich steif auf weit ältere „Rechte“ gegenüber „dem Staat“ berufen …
          Weißt du Aristobulus, was ein Wimmler ist? zum Beispiel ein Abwimmler? Das ist einer, der auf Argumente so schief und lausig reagiert, wie du gerade hier, nur was hast du davon? Fühlst du dich wieder mal von Fakten, die absolut in das blogthema passen, persönlich angegriffen, soll man das annehmen?

          • Aristobulus schreibt:

            Um meine Antwort sachlich zu halten: Die Kirchen in Mitteleuropa hatten immer ein Recht nein eine Dominanz über die Fürsten und Stadtverwaltungen, und wo sie es nicht hatten, haben sie es sich über Stellvertreter blutig erstritten.

            Die USA sind von Anfang an nicht auf den Fehler verfallen, mit zentralen Religionsverbänden Staatsverträge abzuschließen, denn die Emigranten kannten das Elend mit den europäischen Staatskirchen (eius regio, cuius religio) viel zu gut.

            Eine Chance zu einer ähnlichen Neuordnung hat man in Deutschland nach dem Nazismus (und nach den furchtbaren Verstrickungen der Kirchen in die Verbrechen) verpasst. So kam es neben den Neugründungen der riesigen Kirchenverbände (mit riesigen Staatsverträgen) auch zur Gründung des ganz kleinen Zentralrats der Juden (mit ganz kleinem Staatsvertrag).

            Die Deutschen lieben nun mal verbeamtete Offizielle, allerlei Staatsverträge… komisch nur, dass es hingegen in den USA, wo es das alles nicht gibt, christlicherseits überhaupt nicht so pietätlos und dünn abläuft wie hierzulande (danke, Schum!, stimmt völlig, was Du etwas weiter unten darüber bemerkst).

          • Lusru schreibt:

            Lob: Ist in der Tat schon fast peinlich sachlich.
            Korrekt, alles was du hier sagst, nur wenn du noch einmal ankommst mit „Die Deutschen“, dann hast du ein Problem, das garantiere ich dir. Das ist etwa wie „die Pflanzen“ oder „die Juden“ – möchtest du das so?
            Was machen wir dann mit denen, die deutsch und Jude sind? Also laß künftig diese unqualifizierte Stammtischparole aus der Hinterstube der Fußballeckkneipe zur Seite, es gibt sie nicht, „Die Deutschen“ als homogene Erscheinung,.
            Sie waren so immer nur Hirngespinste, am schlimmsten bei den Nazis, und das willst du doch nicht etwa auch fortsetzen, diese „Tradition“ ?

          • Aristobulus schreibt:

            Ähmdoch, denn ich bin Nazi. Bisher nicht gemerkt, Euer Sachlichkeit?

          • Lusru schreibt:

            Ist das ein Witz?
            Sag mir mal, an welcher Stelle vich am besten lache.

          • Aristobulus schreibt:

            Das war jetzt aber mal ’ne wirklich witzige Replik.

      • Schum schreibt:

        An Lusru,
        An Lusru

        Das mit der langweiligen Bürgerkundestunde stimmt schon. Darauf gibt es leider wieder eine langweilige Erklärung. Lesen Sie trotzdem weiter?
        Also erstens: Ob Sie es glauben oder nicht, das Schreiben selbst, will sagen, die Computer-Benutzung am zweiten Pessachtag bereitete mir Unbehagen. Ich sagte mir zwar, daß der 2. Tag nicht der 1. Tag ist, daß ich als Israeli gewissermaßen das Recht hätte, Galut-Bräuche beiseite zu schieben, aber… Gut. Paradoxerweise waren gerade Glaube und Tradition das Thema.
        Zweitens ist es so, daß auch die scheinbar leichten Artikel von Buurmann Anlaß zum Nachdenken geben. Über die Karfreitagsregelung hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht. Also, bitte schön, hier war die Gelegenheit, den Dingen auf den Grund zu gehen, laut nachzudenken.
        Wissen Sie was? Als ich nach Deutschland übersiedelte, schockierte mich in den ersten Jahren die Pietätlosigkeit der Einwohner gerade zu den christlichen Feiertagen. Weihnachten? Einkaufen. Karfreitag, Nachmittagsstunden? Hämmern und Bohren in der Nachbarswohnung. Ostern? Bemalte Eier. Ob mich die Literatur hatte was anderes erwarten lassen? Die Leute kamen mir barbarisch, wurzellos vor. Das ist Freiheit, sagen alle. Meinetwegen: Freiheit.

        • Lusru schreibt:

          Danke Schum.
          Als irgendwann meine Kindheit beendet wurde, hatte ich ähnliches Erleben.
          Als irgendwann heiß ersehnt ost und west in Deutschland zusammen kamen, erneut das gleiche Empfinden: Pietätlosigkeit der Westler, zu schnelles Einschwenken der Ostler – Pietätabstinenz.
          Ich nehme dann halt den behütenden elterlichen Haushalt wieder rein in die interne Tagesordnung, zur eigenen Erbauung und zur Übung …
          Offenbar wie du wohl auch.
          Wie es wohl den Eltern ergangen sein mag, als die das alles für sich schon so erfuhren, wie es wohl denen nach uns gehen wird, die mit „Musik“ von „Schrei(e) wild“ die neue Pietätslosigkeit sich antun …

  11. Lusru schreibt:

    Da wird geschwatzt und geschwatzt über Alle Welt und etwas Gott, der Ari vorneweg und hinterher, die Robin pickt sich gleich das (allerdings zu recht) aus dem Text heraus, was AUCH zu ihrer Position paßt, alle anderen auch – und KEINER sagt etwas zu DIESEM HERRLICHEN EINFALL mit der BRILLIANTEN schmunzelnd zu lesenden Schreibe von diesem Commedien (!) Gerd Buurmann, habt ihr denn alle nicht richtig gelesen?
    Das ist eine kulinarische Bombe für unser Geistesschmaus in Deutschland!
    Besonders für Pfaffen und Popen sowie Fürsten der „religiösen Fest(lich) tigkeit“ – aber auch für das Paar lala Ment!
    Das Ding muß rum gehen!
    Der Text ist derartig grandios, ich würde ihn der Frankfurter Allgemeinen, der Zeit, der Welt und der TAZ und diversen Kirchenblättern zum Druck anbieten!
    Am Umgang damit ist tatsächlicher Freiheitsgrad der Blätterverständnisse erkennbar.
    Besonders haben es mir diese Leckerbissen angetan:
    „Respekt ist aber nur da möglich, wo sich ein Mensch frei dazu entscheiden kann, seine Wertschätzung und seine Aufmerksamkeit zu schenken.“

    „Ein Glaube, der es nicht schafft, die Herzen seiner Anhänger ohne staatlichen Zwang zu erreichen, ein Glaube, der nicht stark genug ist, dass er sich auch unter Nachbarn mit fremden Sitten und Gebräuchen entfalten kann, ein Glaube, der nur leben kann, wenn er anderen Menschen Fesseln anlegt, ein solcher Glaube verdient es nicht zu existieren. Aufmerksamkeit zu schenken.“

    „Und ein Gott, der auf Staatsdiener angewiesen ist, um seinem Wort Nachdruck zu verleihen, ist ein armseliger Gott!“

    „Warum kann ein Christ nicht gläubiger Christ und seinen Nachbarn anders sein lassen? Warum stört manchen Christen an Karfreitag ein Theaterstück, ein Konzert oder eine Tanzveranstaltung in einem separaten Raum? Wovor haben diese Christen Angst?
    Warum kann ein Christ nicht gläubiger Christ und seinen Nachbarn anders sein lassen? Warum stört manchen Christen an Karfreitag ein Theaterstück, ein Konzert oder eine Tanzveranstaltung in einem separaten Raum? Wovor haben diese Christen Angst?“

    „Wenn nun an der Grenze zweier Bundesländer, der Künstler auf der Seite spielt und tanzt, wo das Spielen und Tanzen an Karfreitag erlaubt ist, das Publikum aber ganz ruhig und still dort sitzt, wo es verboten ist, macht sich dann überhaupt wer strafbar?“

    DOCH VORSICHT:
    Alle diese tollen Worte, so einmal aufgewirbelt, fallen wieder herunter – und dann kann es sein, daß man gerade selber in diesem Regen steht …

  12. kleines Südlicht schreibt:

    Interessant ist, wenn ich mal ganz undiplomatisch übergangslos auf Stille Tage zurückkomme, daß anscheinend selbst die Kirchen das ganze noch lockerer sehen als unser schönes Bayernland. Doch, wirklich. *rolle mit den Augen*

    Ihr in NRW habt ja fast Luxuszustände, der Freistaat Bayern verhängt bei Verstößen gegen die Feiertagsordnung satte 10000 € Bußgeld (z.B. im Saarland sind es ’nur‘ 1500).
    Andererseits: Von einem höheren kirchlichen Würdenträger war dagegen letztes Jahr sinngemäß zu hören: Beim Tanzverbot handle es sich um eine gesellschaftliche Vereinbarung. Vereinbarungen dienten [zwar] dem Zusammenhalt unserer Gesellschaft, [aber s]olche Vereinbarungen könnten hinterfragt werden. [das war EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider, bei einer Debatte drüber in – Überraschung – NRW]
    Nun ist die evangelische Kirche (nicht nur in NRW und Bayern) politisch derartig opportunistisch *seufze hörbar und wiederholt!*, daß das wohl höchstens das Blinde-Huhn-Prinzip war, aber auch das findet bekanntlich mal ein Korn… wenn das nicht sinnentstellend verkürzt war. Man sollte sie gleich drauf festlegen, bevor sie es sich wieder anders überlegen.

    Gleichwie, zurück zum Freistaat Bayern, der sich da garnichts anders überlegt (zumindest in absehbarer Zeit nicht). Diese drei Stillen Tage jetzt (Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag) sind alle drei kirchliche, welche. Im Gegensatz z.B. zum Volkstrauertag im November. Wer sich an kirchlichen Gründen für Stille Tage mehr stört als am Prinzip der Stillen Tage an sich, und den Rest immer so ein Bißchen unter sonstige Stille Tage mitlaufen lässt, sollte aufpassen und das Konto auffüllen: auch am Volkstrauertag gibt es in unserem schönen Bayernland keinen Rabatt für die säkuläre Natur des Gedenktags…

    Von jemandem, die das mehr oder weniger so sieht (säkuläre Stille Tage stören nicht, kirchliche ganz besonders), habe ich auch einmal gehört, ja, aber, der Volkstrauertag sei ja zum Gedenken an die Toten der Weltkriege, und somit wohl gerechtfertigter. Woraufhin ich betonen mußte, was ich hier auch vorsorglich nochmal tue, mir geht es nicht um die einzelnen Gründe für Stille Tage, sondern eben darum, wie Bayern mit allen umgeht: beinahe im Wortsinne päpstlicher als der Papst.
    Und wer irgendwie Hemmungen hat, dieselben Vorbehalte wie beim Karfreitag auch gegen säkuläre Stille Tage vorzubringen, und sich eben nicht hinstellen würde und zum fröhlichen Volkstrauertagstanz aufrufen, dem geht es eben doch nicht um die Praxis des einhaltens der Stillen Tage an sich, sondern explizit die nichtsäkuläre Natur des Karfreitags. Daß es inhaltlich um den Karfreitag geht wäre völlig in Ordnung, aber dann doch bitte auch offen darüber reden. * Ohne die Stillen Tage vorzuschieben. Nicht um drei Ecken. Ohne die erzwungene Feiertagsruhe und den erzwungenen Respekt vorzuschieben – die sind erzwungen, stimmt leider, aber das sind sie im November genauso wie im März.
    Es wird höchste Zeit, daß sich jemand hinstellt und sagt, daß diese Vorschrift überholt und teils sinnentleert ist (das sage ich übrigens auch). Aber bitte die Vorschrift an sich kritisieren, nicht bloß als Einleitung nehmen und dann hauptsächlich unterschieden wer den größeren Anspruch auf welche Tage hat. Keine Doppelstandards, wenn man so will – auch wenn die Vorschrift eben in beiden Fällen sinnlos ist, aber dann bitte eben einfach sagen: gehört abgeschafft! und gut is.

    * Überflüssige, persönliche Fußnote: (Ich für meinen Teil bin nicht beleidigt, wenn jemand meine Religion für sich nicht sinnvoll findet, das kann man mir auch so sagen. Schließlich haben wir nicht alle dieselbe, manche haben auch keine, passt scho. Viele allerdings die en Ärger über Feiertagsruhe von der Seite aufziehen selektiv über bestimmte Tage – kirchliche – zu schimpfen und dabei nicht ins Schema passende – säkuläre – unter den Tisch fallen zu lassen, möchten eigentlich sagen: „Ich finde, alle religiösen Feiertage gehören sowieso abgeschafft, nicht nur für diejenigen, die dieser Religion nicht anhängen, sondern für die, die ihr anhängen gleich mit, weil keine Religion irgendetwas zu sagen haben sollte, wenn man sie irgendwie lässt sagen die nämlich grundsätzlich eh nur Schmarrn. Selbst wenn man regeln würde, daß Feiernde drei Häuser weiter nicht beim gedenken stören, würden mich die Gedenkenden drei Häuser weiter noch beim feiern stören, weil es höchste Zeit ist, daß wir alles religiöse überwinden!“ Das ist mir denn doch zuviel.
    Bitte beachten: hier im Artikel oben ist das in keiner Weise so dargestellt, wie ich es unter „eigentlich sagen“ wiedergebe! Wenn ich von „vielen“ rede, dann bestimmt nicht von hier!
    Das wollte ich zu dem Thema nur schon länger loswerden, deswegen ist die Fußnote ja überflüssig und persönlich.)

    • Aristobulus schreibt:

      Guter, scharfsinniger Kommentar über den staatlichen Regelungswahn, Südlicht, danke. Es handelt sich um alte Verbote, und die haben es an sich, dass fast jeder sie als naturgegeben hinnimmt.
      Manche rufen nach neuen Verboten, die an die alten leider bestens andocken würden: Verschärfungen resp. Ausweitungen des Gotteslästerungsparagraphen etwa, Verbote von Mohammed-Darstellungen, ja Verbote der Kritik am Islam. Wasser auf deren Mühlen sind diese bereits bestehenden staatlichen Feiertagsordnungen.

      (Fußnote der unnötogen Art:
      Mir ist der Jojm Kiper (Jom Kippur) sehr wichtig, ich halte ihn streng ein. Und wenn jemand in der Nachbarschaft just an dem Tag ’ne Party schmeißt, na und?, soll er doch. Ich spotte zwar etwas darüber, aber sollen die Leute doch machen, was ihnen nicht schadet.)

  13. Silke schreibt:

    hier ist noch ein aufs Fürchterlichste gerade desensibilisiert werdendes Baby zu sehen …

    Achtung nur anklicken sofern im Besitz starker Nerven

  14. Aristobulus schreibt:

    JMT,
    ich sehe den verordnet-arbeitsfreien (verordnet und frei mag jedoch ein Widerspruch sein) Sonntag als ur-demokratischen Tag, an dem jeder, egal ob Königin oder Landarbeiter oder Zirkuspferd, nicht arbeiten soll. Der Tag geht auf die zehn Gebote zurück, die erstmalig in der Menschheitsgeschichte festgestellt haben, dass alle vor dem Gesetz gleich sind, egal, welche sozialen Status sie innehaben.
    Dieser eine arbeitsfreie Tag pro Woche gehört also zur condition humaine…

    • JMT schreibt:

      Was Sie schreiben stimmt, man könnte sagen, dass der Ruhetag auf die Schöpfungsgeschichte zurückgeht, wie überhaupt das erste Buch Mose ein Werk besonders kluger Autoren ist, mit tiefen bis heute gültigen anthropologischen und soziologischen Einsichten. Mein Punkt war, dass es neben dem Karfreitag auch mit dem Sonntag und den anderen gesetzlichen christlichen Feiertage weitere Tage gibt, bei denen es aufgrund der christlichen Tradition dieses Landes besondere und weithin akzeptiere Regelungen gibt, die wenn man es genau nimmt, praktizierende Christen gegenüber anderen – gesetzlich und bisweilen verfassungsmäßig festgelegt – bevorteilten.

      • Aristobulus schreibt:

        Ja, gibt es – gibt es überall. Jedoch die Karfreitagsregelung, dass selbst nicht in geschlossenen Gesellschaften Theater gespielt, getanzt usf. werden darf, greift mit ausschließlich christlicher Grundlage von Staats wegen äußerst ins Private ein, nicht?

      • Eliyah schreibt:

        Ich kann da nur zustimmen. In Deutschland werden Kirchenherren verbeamtet, Sonntage verordnet, (fast) alle öffentlichen Feiertage sind christlich und dann noch dieser Karfreitag. Kirchensteuer und Kirchenprivilegien will ich gar nicht weiter ausführen. Die Trennung von Staat und Kirche klappt in Deutschland schlechter als in ‚God’s own country‘.

        • JMT schreibt:

          „Die Trennung von Staat und Kirche klappt in Deutschland schlechter als in ‘God’s own country'“.Das stimmt absolut: Eine Trennung von Staat und Kirche wie in den USA oder in Frankreich ist in der Deutschen Verfassung nicht vorgesehen. Hier in Deutschland gibt es aufgrund anderer Traditionen einen anderen Ansatz: Es handelt sich eher um ein Kooperationsverhältnis des Staates mit den nach Artikel 140 GG bzw nach Art. 137, 5 der an dieser Stelle weiterhin geltenden Weimarer Reichsverfassung anerkannten Religionsgemeinschaften: Das sind derzeit die evangelische und römisch-katholische Amtskirche und das Judentum (vertreten vom Zentralrat) Verschiedene Islamverbände streben den gleichen Status an, erfüllen aber derzeit und wohl auf absehbare Zeit nicht die Kriterien

          • Lusru schreibt:

            Ja, ja, nach einigen Umwegen ist nun auch JMT dort angekommen, wo ein Lusru zuvor von einem Aristobulus gescholten wurde für die Erwähnung dieser Situation der Verträge Kirchen – Staat und des Namens des letzten staatlichen Unterzeichners vor 45!
            Wie verschämt kommt das daher, wenn (nicht nur die heutigen Kirchenfürsten) in Eintracht auf ein vorgebliches „Kooperationsverhältnis des (deutschen) Staates mit den nach Artikel 140 GG bzw nach Art. 137, 5 der an dieser Stelle WEITERHIN GELTENDEN REICHSVERFASSUNG anerkannten Religionsgemeinschaften…“ verweisen, als ob der dazwischen liegende Holocaust in einer dazwischen liegenden faschistischen Nazidiktatur zwischen der „Weimarer Reichsverfassung“ und dem „140 GG“ nie stattgefunden hätte, wo unter den „sorgevollen Augen“ der Kirchen mit Hitler der GLEICHE Staats-Vertrag neu (!!) geschlossen und somit dieser – nicht der der „Weimarer“ – bis heute weiter „gilt“, eben der nach Weimar folgende mit dem Hitlerregime.
            Staune, daß auch hier solche Spezifitäten verbrämt werden als „Übernahme älterer Regelungen“. Aus der Weimarer Verfassung kann leider nichts „weiter bis zum GG2 gelten, wenn nicht die dazu erneuerte Kontinuität durch die Nazizeit einbezogen wird, und das nur amtlich, sonst darf man sich nicht auf eine „Weitergeltung“ berufen.
            Ja, ein vages Feld, wenn auch die jüdische Gemeinde und andere nun solch einen recht praktischen Vertrag gern hätte, da „blendet man halt schon mal etwas aus“, was zwischen Weimar und BRD dazu noch stattfand – und übrig blieb…

          • JMT schreibt:

            Warum regen Sie sich denn so auf. Gehen Sie davon aus, dass mir die Geschichte von Staat und Kirche zwischen 1933 und 1945 bestens vertraut ist. Ebenso wie alle Sündenfälle der Kirche von der Antike bis zur Gegenwart, ihre Verstrickung in den Nationalsozialismus, die antisemitische Tradition der Karfreitagsgottesdienste etc. Eine kritische Beschäftigung mit der Kirchengeschichte und den Irrungen der Theologie ist notwendig und findet innerhalb der Kirchen und erstrecht an den Universitäten statt
            Sie dürfen davon ausgehen, dass all dies auch den Vätern des Grundgesetzes bekannt war, die sich entschieden haben, dass die Regelungen aus der Weimarer Reichsverfassung auch in der 2. Deutschen Demokratie weiter gelten sollen.

          • Lusru schreibt:

            „Warum regen Sie sich denn so auf….
            Sie dürfen davon ausgehen, dass all dies auch den Vätern des Grundgesetzes bekannt war, die sich entschieden haben, dass die Regelungen aus der Weimarer Reichsverfassung auch in der 2. Deutschen Demokratie“ – wie in der dazwischenliegenden Hitlerei ? – „WEITER GELTEN sollen“ –
            Ja, wie es aussieht, waren Kirchen UND Hitlerei auch schon VOR dem GG einvernehmlich dieser Meinung, nur daß DAS den Vätern des Grundgesetzes ebenfalls AUCH schon gut bekannt war – bleibt wohl die Frage, WER waren die Väter des GG?
            WAS taten die in dieser Sache.
            Wie es scheint, blendet auch JMT da etwas aus, erneut, mit Verweis auf bekanntes Wissen um „Irrungen und Wirrungen der Kirchengeschichte“ – dabei geht es gerade nicht darum, sondern um DAS, was daraus für das GG an Lehre gezogen werden muß: Sollte die Hitlerei ausgemerzt werden, und alles was dazu Beihilfe leistete, oder sollte nur der Religions- und Kirchenstatus über die zerbrochene Hitlerei mit ihren (mit den gemeinsam geübten) Vertragswerken hinweg „gérettet werden“? Hitler weg – aber weiter so, mit Staat und Kirche …
            Das, mit Verlaub, hat nun mit Weimar entweder zu wenig oder zu viel zu tun: Zu wenig in der Kontinuität, zu viel mit den nicht gezogenen Konsequenzen der anderen Kontinuität.

  15. Sophist X schreibt:

    Karfreitag lassen die Christen mal richtig die Fundamentalistensau raus. Ich mach dann einstweilen ’ne Radtour (ab plus 5°).

  16. JMT schreibt:

    Die Deutsche Politik hat ein Gesetz verabschiedet, dass vorschreibt, dass am Christlichen Sonntag, die Geschäfte aller Bürger ob sie nun Christen, Muslime, Juden, Hindus, Buddisten oder Atheisten sind, grundsätzlich geschlossen sein müssen. Ja sie hat dazu nicht nur ein einfaches Gesetz beschlossen, sondern der Schutz des christlichen Sonntages hat sogar Verfassungsrang (Art 140 GG, bzw. Art. 139 der in diesem Fall seit 94 Jahren geltenden Weimarer Reichsverfassung) Ja Deutschland ist ein furchtbarer Gottesstaat…. Dass der Religionsneutrale Staat das christliche Feiertagsunwesen überhaupt zulässt. Ein Skandal aus nicht-christlicher Sicht. In Ordnung ist eigentlich nur der 3. Oktober und der seit 1933 besonders beliebte 1. Mai.
    Und dass dieser Karfreitag, dieser Kirchenfeiertag, auch noch für die meisten Menschen, egal ob sie jetzt Juden, Christen, Muslime, Hindus, Buddisten oder Atheisten sind, arbeitsfrei ist und viele Menschen, in diesem Land, auch wenn sie keine (praktizierenden) Christen sind, dazu bringt am Donnerstag steil zu gehen und ins verlängerte Wochenende zwingt ist, auch so eine Unverschämte Zumutung.

    • JMT schreibt:

      PS: Meinetwegen kann das Karfreitagstanzverbot abgeschafft werden, wenn es beispielsweise für verfassungswidrig erklärt wird, oder wenn sich für einen entsprechenden Antrag eine parlamentarische Mehrheit in den Landesparlamenten findet, jedoch nicht auf Zuruf einzelner Blogger….Die von Gerd im ersten Absatz so wunderbar zusammengefasste Karfreitagsbotschaft wird dadurch nicht weniger wertvoll.

      • Aristobulus schreibt:

        Die Passage meint er weniger als Karfreitagsbotschaft, mehr als Aussage über den Zweifel. Darum geht es an Ihrem Feiertag ja nicht?

        • JMT schreibt:

          An Karfreitag geht es um die Radikale Menschwerdung Gottes durch den Gottessohn Jesus am Kreuz. Der Weg des Gottessohns dorthin ist in allen vier Evangelien von Leid, Zweifel und Angst, kurz von Menschlichkeit gekennzeichnet. Im Mk- und Mt-Evangelium wird dem sterbenden Jesus noch das berühmte, oben genannte Psalmzitat (die Gottverlassenheitsklage) in den Mund gelegt, was den Text besonders eindrucksvoll macht.

          Dafür, dass sie sich zu dieser Karfreitagsbotschaft bekennen, nehmen Christen im Gazastreifen im Iran, in Nigeria, in Ägypten etc Verfolgung in Kauf. Auch weil Christen in den genannten Ländern und Gebieten; in Gottesstaaten oder solchen, die es werden wollen, die sich zur Botschaft von Karfreitag bekennen, so hart zugesetzt wird, ärgert mich so sehr, dass der von mir sonst für seine klugen Kommentare außerordentlich geschätzte Gerd nicht nur die deutsche Karfreitagsregelung kritisiert, was Mainstream, mehr als billig zu haben und ihm unbenommen ist, sondern, dass er gleich von „Gottesstaat und von „Taliban light“ schwadroniert, wohl wissend, dass die Taliban Karfreitag als die größtmögliche Provokation überhaupt empfinden. Denn: Aus koranischer Sicht enthält mein erster Satz gleich drei unverschämte Zumutungen, die von den Wächtern des Islam bekämpft werden:
          Gottes Sohn, Kreuz und „Menschwerdung Gottes.“ Das alles geht aus islamischer Sicht überhaupt nicht….Denn der koranische Gott thront oben, er gibt sich nicht herab zu den Menschen, er begibt sich nicht hinein in den Abgründigkeit, in den Dreck der Menschen, er leidet nicht er, er zweifelt nicht. Er lässt auch nicht mit sich streiten und nicht mit sich ringen, er lässt sich nicht anklagen. Das alles zeichnet den Gott Israels den Vater Jesu Christi, (von dem die Christen glauben, dass er der Messias ist,) aus. Und all das ab Absatz 2 Gesagte, ist der Grund, warum ich Zweifel anmelde, wenn die Vertreter der sog. abrahamitischen Ökumene immer wieder behaupten, Juden, Christen UND MUSLIME glaubten an den gleichen Gott.

          • Lusru schreibt:

            „… Zweifel anmelde, wenn die Vertreter der sog. abrahamitischen Ökumene immer wieder behaupten, Juden, Christen UND MUSLIME glaubten an den gleichen Gott.“ –
            Tja, damit, mit DIESEM Zweifel, macht JMT aber etwas fürchterlich Unchristliches:
            JMT zieht damit in Erwägung, daß es nicht nur einen, sondern eben MEHRERE GÖTTER gibt – ist das eigentlich bei JMT bewußt?
            Also: Ente oder Trente – Ein Gott für alle oder viele Götter, was dann übersetzt auch heißen könnte: kein Gott.
            Hat den JMT auch etwas zu den Argumenten der Toleranz des Gerd Buurmann zu bemerken, oder sollte nur „Hilfestellung“ in Religionsunterricht erteilt werden?

          • Aristobulus schreibt:

            Sehr unhöflich, dass Lusru den JMT nur in der dritten Person anspricht. Und sehr unwissend, dass Lusru den JMT des mehrfachen Götterglaubens bezichtigen will – steht doch sogar in der Bibel etwas über allerlei Götzen, die von allerlei Leuten verehrt worden sind.

            By the way, warum wird Allah eigentlich so furchtbar häufig als Bluts- und Kriegsdämon angerufen, nicht wie ein G“tt?

          • JMT schreibt:

            Lusru, sind Sie der Sprecher von Herrn Burmann? Sie müssen schon damit leben, dass ich mir aussuche auf welche Aspekte von Herr Burmanns Text ich besonders eingehe.
            Ich mag mich nicht bei vielen Themen auskennen, aber in Sachen Theologie brauche ich nun wirklich keine Belehrung.
            Ihre Behauptung, dass ich dem Polytheismus das Wort geredet hätte ist absurd, an den Haaren herbei gezogen und erinnert sehr stark an Argumentationsfiguren von Pierre Vogel, der mit ähnlichen Unterstellungen und darauf folgenden Zirkelschlüssen operiert
            Bei mir ist von gleich(artig) die Rede und ich habe wie Gerd Buurmann in seinem ersten Absatz einige Aussagen zur Gottesvorstellung gemacht. Ich habe nichts zur Anzahl von Göttern geschrieben.
            Gruß
            Jörg

          • Lusru schreibt:

            Nun JMT, ich würde da nicht so aufgeregt reagieren, es gibt keinen Grund.
            Und „Sprecher“ bin ich nur für mich selber, immer, und in dieser Eigenschaft habe ich weder „bezichtigt“ noch Vorschriften gemacht, womit Sie sich und womit nicht beschäftigen sollten – das legen wir beruhigt alles zu Seite und schauen uns gemeinsam mit deem Aristobulus NUR DAS an, was SIE geschrieben haben, als die die schelmische Hypothese (anders kann das wohl kaum jemand bezeichnen) machten, daß diese 3 Religionen eventuell doch nicht „den gleichen Gott“ bhätten, oder der es nicht sei – Das läuft nach Adam Riese auf exakt 3 Götter hinaus, unterschiedliche, nicht für jede Religion 3 bsondern für jede eine und das sind ZUSAMMEN eben DREI.
            Mehr als das, als die gewissermaßen satzfortsetzende Konsequenz IHRER schelmischen Bemerkung habe ich nicht aufgeschrieben, also bitte bei de4m bleiben, was geschrieben steht und nicht einfach etwas EIGENES in m,eine Worte hineindenken, jeden Vergleich mit irgendwelchen anderen Personen weise ich zurück, das ist Ihre persönlichze Angelegenheit. Nur wenn Sie in der Öffentlichkeit etwas vergleichen, müssen Sie beweisfähig dafür gerade stehen, so wie ich das ja auch gerade mache, und das ohne ihnen noch nicht einmal jetzt irgendetwas abzusprechen.
            Wer halt lesen kann, was die Buchstaben hergeben, ist eben gut beraten, dabei zu bleiben, was besonders für Aristobulus gilt, der meinen Kommentar (und den Ihren) erst einmal lesen sollte, bevor er da komisch herumplappert.
            Dennoch fand und finde ich Ihre „nicht der gleiche Gott“-Bemerkung nach wie vor recht passend schelmisch, und das in JEDE und damit auch Ihre Richtung, denn es müssen nicht immer die anderen mit „ihrem“ Gott die sein, die zu einem „anderen Gott“ beten …
            Das ist ein wenig so, wie mit dem Fingerzeigen: zeigt einer auf andere, zeigen immer zwei zurück..
            Es trifft halt schon etwas die Problematik, was Sie da sagen, und die Zustimmung dazu kann man halt auch so abgeben, wie ich das versucht habe: genau so frechlich und schelmisch, wie Sie es auch meinten.

            Nun hatten wir gemeinsam Spaß an Ihrer Bemerkung, haben heraufziehende Mißverständnisse im Keim erstickt und können uns beruhigt den nächsten Text vornehmen.
            Und nun

          • Aristobulus schreibt:

            Nu, Arroganz, wenn auch schlecht gespielte, hilft Dir nicht darüber hinweg, dass Rezeptionsgeschichte und Gottesvorstellungen nichts mit einem Zusammenzählen à la Adam Riese zu tun hat.
            Oder beten die Christen drei Götter an?
            Derlei behaupten nur Naivlinge und/oder ganz Linke, die „halt schon etwas die Problematik“ beackern möchten.

          • Lusru schreibt:

            Korrekt, völlig korrekt.
            Und wenn du, Aristobulus dann meintst, das mit dem Adam Riese und dem wachen Gemüt bei flinken Behauptungen sei etwas „linkes“, dann bin ich sogar gerne auch „links“, was dir wohl eher Bauchweh schaffen würde,
            Mir mocht dat gor nix, ich kenne hunderte Varianten, was rechts, links, oder noch peinlicher: liberal sein soll, sie taugen alle nichts, sobald man näher hinsieht und an der Sache „dran“ bleibt, dann kann weder der Linke noch der Liberale noch der Rechte konkret erklären, was das ist, was er dabei ist und warum er das so sieht.
            So beseitige ich solchen Zweifarben-Film einfach und verweise auf die Anzahl der Farben, die meine Digitalkamera drauf hat – mindestens so viele findest du bei den Menschen – und bitte mich nicht zu sagen, welche ich bei dir suche – und finde, oft ist das nicht deckungsgleich, alle können wir uns so herrlich täuschen, wenn wir wollen.
            Wollen wir mal.

  17. Robin Urban schreibt:

    „Juden haben es schließlich auch geschafft, ihre Religion zu leben und zu erhalten, ohne dass ihnen irgendein Staat dabei geholfen hat.“

    Naja, bis zum Beschneidungsgesetz.

    • Aristobulus schreibt:

      Nein, das Urteil des Bundestags war keine Hilfe, nur eine ganz selbstverständliche, übrigens lange überfällige Feststellung.

      • Silke schreibt:

        aha Parlamente fällen Urteile!!!

        – das ist doch mal ne richtig nette Info

        Montesquieu übernehmen Sie …

      • Robin Urban schreibt:

        Es war ein glattes Fehlurteil zulasten unschuldiger Kinder, das schlicht und ergreifend gegen das Grundgesetz verstößt zugunsten religiöser Befindlichkeiten.

        • Aristobulus schreibt:

          Unschuldige Kinder. Schon mal schuldige gesehen?
          Und warum kümmern Dich jüdische Kinder plötzlich so sehr? Tun sie doch sonst nicht.

          Wenn’s nach Dir ginge (sofern es denn kein Missverständnis ist und Du es so gemeint hast), müssten Juden (und, ach, eh man’s vergisst, auch die Moslems) den Geltungsbereich Deines Grundgesetzes verlassen, um sich wegen der Ausübung ihrer Religion kein deutsches Strafpensum aufzuhalsen.

          Hältst Du es für sehr progressiv, dass die Deutschen ausgerechnet darin mal wieder Vorreiter sein sollen?

          • Robin Urban schreibt:

            Ich wäre sogar überaus stolz, wenn „die Deutschen“ gerade bei diesem Verbot von Rumpfuscherei an kindlichen Genitalien Vorreiter wären.

            Die Meinung habe ich übrigens nicht plötzlich, sondern seit diese Diskussion letztes Jahr aufkam. Die Religion der Eltern der Kinder (Kinder haben nur diese) ist mir indes egal. Es gibt auch Jungs, die aus sexualerzieherischen Gründen beschnitten werden, was noch ne Ecke schlimmer ist.

            In Anlehnung an Herrn Buurmanns Argumentation: Ein Gott, der verlangt, dass schon Säuglinge potentiell gefährlichen OPs ausgesetzt werden, die einen irreversiblen Eingriff in ihre Sexualität darstellen (wo doch das erste Gebot „Ficken!“ lautet), muss ein ziemlicher Depp sein.

          • Aristobulus schreibt:

            Auch Deine saloppe Sprache kann nicht verhehlen, dass Du in der Hinsicht keine Ahnung hast. So bist Du auf diese aussschließlich gegen die hiesigen Juden gerichtete Kampagne (Sommer 2012) reingefallen.

            „potentiell gefährlichen OPs ausgesetzt werden, die einen irreversiblen Eingriff in ihre Sexualität darstellen“
            Na so ein Unfug. Wo willst Du das her haben – von Seiten fanatischer Mediziner, die Petitionen usf. wegen der Gräuel der Juden schrieben?

            Was Du ohne jede blasse Ahnung „Rumpfuscherei an kindlichen Genitalien“ nennst, wird im Judentum seit 3000 Jahren betrieben. Kein Jude hat sich bisher darüber beschwert (was sicher nicht daran liegt, dass sich Juden sonst so gern über alles beschweren). Nu kommst Du daher und willst als Epigonin einer längst erfolgten und abgeschlossenen Debatte die Briss unter Strafe stellen? Nichtmal unter den Nazis war sie verboten. Aber Du willst es perfekter?

            Come on, kümmer Dich um Deine eigenen Sachen und lass Juden einfach Juden sein…

          • Robin Urban schreibt:

            Kein Jude hat sich je darüber beschwert? Das ist doch eine glatte Lüge. Selbst innerhalb des Judentums gibt es immer mehr Menschen, die sich gegen diesen Mist aussprechen. Wer hat da wohl keine Ahnung?

            Laut Wikipedia ist mindestens 25% der männlichen Bevölkerung beschnitten. Das kratzt ja fast an der Milliarde. Wie viele Männer davon sind wohl Juden? Aber klar, du laberst nur von dir und deiner Religionsgemeinschaft.

            Es ist ein barbarisches Ritual, das über kurz oder lang (ich schätze, innerhalb der nächsten 20, spätestens aber nach 50 Jahren) eindeutig für nicht-einwilligungsfähige Kinder verboten sein wird. Da kannst du noch so oft leugnen, dass bei einer so großen Zahl an OPs etliche Kinder nicht nur spürbar in ihrer Sexualität beschränkt, nicht nur irreversibel geschädigt werden, sondern sogar sterben. Und wenn das nicht hilft, kann du mir ja noch ein paarmal „Du Nazi!!!einself“ an den Kopf knallen. Das ist ja ein so sinniges Argument.

            Vergangenes erlittenes Unrecht, egal wie gewaltig es war, bewahrt nicht davor, auch als Geschädigter in anderer Hinsicht mal phänomenal falsch zu liegen.

          • Aristobulus schreibt:

            Du bist in dieser Hinsicht äußerst aggressiv, pathosgeladen, aufgehetzt, selbstgerecht, ja stolz, und ich wiederhole es, völlig ahnungslos.

            Du willst MIR erzählen, Du wüsstest irgendwas über die Briss? Kann ja nicht Dein Ernst sein.

            Was Du da über Sexualität, irreversible Schädigungen, gar Sterben schreibst, beweist, dass Du Dich noch niemals mit einem Juden darüber unterhalten hast.
            Bildest Du Dir Deine Meinungen immer in Abwesenheit der Beteiligten?

            Und stört es Dich irgendwie, dass viele Juden im letzten Jahr wegen solcher Meinungssüchtiger wie Dir ernsthaft überlegt haben, ob man hierzulande wohl noch Juden sein kann?

          • Robin Urban schreibt:

            Du nennst mich praktisch einen Nazi, aber ICH bin aggressiv. Alles klar.

            Lesen ist wohl auch Glückssache. Ich habe doch gerade dargelegt, dass nur der allerkleinste Teil der beschnittenen Bevölkerung aus Juden besteht. Warum denkst du, deine Religion wäre wichtiger als ein Großteil der Männer?

            Es geht mir nicht um dein Judentum. Es geht um Beschneidung, was nur zufällig eine jüdische Tradition ist. Wer sich erinnert weiß vielleicht auch noch, dass der Stein des Anstoßes letztes Jahr eine muslimisch motivierte Beschneidung war.
            Daher muss ich mich nicht mit Juden darüber unterhalten, sondern höchstens mit Männern, die beschnitten sind. Und da kenne ich aus meinem direkten Umfeld direkt zwei Personen (von überhaupt nur vier Männern insgesamt, von denen ich weiß, dass sie beschnitten sind), die davon geschädigt wurden. Bei dem einen ist es nicht so wild, aber bei dem anderen ist ein unstressiges Sexleben kaum möglich – alles völlig desensibilisiert.

            Es stört mich sogar kolossal, dass Menschen glauben, sie könnten in einem Rechtsstaat nicht mehr leben, nur weil dieser sein geltendes Recht anwendet, das auch das Recht auf körperliche Unversehrtheit mit einschließt. Aber dass dieser Staat dann so blöd war und sein eigenes Grundgesetz ausgehebelt hat, stört mich weitaus mehr.

          • Aristobulus schreibt:

            Du liest nur das, was Du lesen willst. Ich habe Dich NICHT Nazi genannt. Was ich schrieb, steht klar da.

            Deine Beispiele zweier Beschnittener taugen nicht viel: Es war keine Briss (jüdische Beschneidung).

            Die Debatte im letzten Sommer handelte NICHT von wohl medizinisch Beschnittenen, sondern sie richtete sich allein gegen die jüdische Beschneidung. Die ganzen Polemiken, Initiativen, Leserbriefe, Petitionen usf. waren unglaublich.
            Kann ja wohl nicht sein, dass Du das komplett ausblendest?

          • Aristobulus schreibt:

            Noch ein Gedanke für Dich, Robin:
            Du schriebst die beiden Spontanfloskeln „unschuldige Kinder“ und „barbarisches Ritual“. Die sind zentral in Deiner Argumentation. Um die rankt sich alles.

            Die passen jedoch so gar nicht zu Dir und zu Deinem Stil: Viel zu altmodisch, viel zu theatralisch aufgeladen, viel zu rhetorisch.

            Die passen auch nicht nach 2013!, diese rufenden Versatzstücke aus romantisch verdammendem Adjektiv und treuherzigem Substantiv – einmal so herum, dann einmal anders herum.
            Die passen auch überhaupt gar nicht zu Deinen (sonstigen) Überzeugungen als fortschrittliche, rationale Frauenrechtlerin, die ihren Mann steht, nicht?

            Denk mal drüber nach, woher grad diese beiden auffälligen Floskeln kommen, und woher sie Dir zuflogen. Wer hat irgendwann barbarische Rituale an unschuldigen Kindern vollführt? Wer hat Christenknaben vor dem Pessachfest geschlachtet? Wer hat die hart arbeitende Landbevölkerung in Zinsknechtschaft gebracht und ausgesaugt wie ein Vampir? Und wer verübt laut allerlei Aufgeregten noch immer blutige Rituale, aktuell Landräubereien, ja Vernichtungskriege usw. usf. ?

            DICH stelle ich nicht in diese Ecke und in diesen Traditionsstrom (den Geßlerhut grüßend gesagt, damit’s bloß keine Missverständnisse gibt).
            Aber Du bist nicht Herrin über Deine Floskeln.
            Denk mal drüber nach.

          • Schula schreibt:

            Was regst du dich so auf, Ari. Wir kennen doch die Meinung der deutschen Gutmenschen, die ihre Ansichten und ihr Leben anderen aufzwingen wollen.
            Laß den doch quatschen. Wir beschneiden und das geht diese Goyim einen Scheiß an. Plötzlich haben wir diese selbsternannten Juristen, die genau wissen, was gegen das GG verstößt, daß die keine Ahnung haben, merkt man in jeden Satz.
            Am deutschen Wesen wird die Welt jedenfalls nicht genesen. Damit können die sich nur nie abfinden. Ignoriert diese Ignoranten mit ihrer grausigen Sprache.

          • Aristobulus schreibt:

            Hi Schula, Du liegst mit allem völlig richtig!, auch dass ich mich wieder aufgeregt hab ;), nur nicht damit, dass Robin einer von diesen imperialistischen Bessermenschen ist. Das ist sie ja sonst nicht.
            Für die Erkenntnis, dass es die Gojim einen verdammten Schmajss zu interessieren hat, wie unsere jüdischen Schwänze nun aussehen oder wie nicht, war sie wohl noch nicht bereit. Drum hab ich ihr diese beiden Floskeln unter die Nase gerieben – weil die so auffällig sind. Vielleicht fällt ihr was auf. Man kann ja dazulernen. Jeder kann. Selbst Humpty-Dumpty konnte.

            Mal was antworten könnte sie auch noch

          • Aristobulus schreibt:

            P.S.
            Noch was zu gewissen archaischen Ritualen, die irgendwie etwas mit Sexual, mit Blut und Verhängnis zu tun haben, also zu jüdischen Blutritualen und deren Verknüpfung zu Kindern. Unschuldige Kinder und die Juden.
            Da wird etwas gefürchtet wie Pest, Tod & Teufel, und das gehört bekämpft und verboten, nicht?
            Dunkle archaische Rituale, jüdisch.
            Damit ist immer was im Busch.
            Woher kommt das Bild?

            Fundstück dazu hier: „Wenn die Palästinenser davon reden, dass die IDF arabische Kinder tötet, dann ist das das Thema des Ritualmordvorwurfs, das sie im Sinn haben und das ist das Bild, das sie Europa vermitteln wollen“, sagt Prof. Mosche Scharon.
            http://heplev.wordpress.com/2013/03/29/ritualmordluge-in-der-muslimischen-welt-wohlauf/

            Ritualmordvorwurf.
            Hast Du, Robin, freilich nicht gemacht! Du hast nur aus der großen Blutsuppe blind etwas Pfeffer & Liebstöckel herausgefischt.
            Hoffe, dass es Dich zu etwas Denken inspiriert.

          • Aristobulus schreibt:

            Robin Uuuurban!
            Kommt noch Deine Antwort, oder isses Dir zu peinlich, dass Du Dich selber in den Dunstkreis solcher Dinge gestellt hast?

            Und bummssdi, es ist wieder passiert. Bekanntlich wird immer ganz pünktlich vor Pessach/Ostern von manch drei Verdächtigen versucht, archaische Blutrituale, unschuldige Kinder und Juden erneut in Sachen Mazzes-Blutbäckerei der mittelalterlichen Art anzuschwärzen. Eine NGO, die von der EU finanziert wird, hat’s wieder getan.

            Hast wirklich nichts zu antworten?

            „Rechtzeitig zu Ostern und dem jüdischen Pessach-Fest hat die palästinensische „Friedensorganisation“ Miftah eine der übelsten antijüdischen Blutlegenden aufgegriffen. Ein gewisser Nawaf Al Zaru hatte auf der Internetseite von Miftah einen Artikel veröffentlicht, in dem er behauptete, dass die Juden zum Backen ihrer ungesäuerten Brote das Blut christlicher Kinder verarbeiten. Diese mittelalterliche Legende hatte in Europa und später in der arabischen Welt zu schweren Pogromen und Massenmorden an Juden geführt. In der modernen antisemitischen Propaganda taucht das Motiv als Vorwurf gegen Israel auf, willkürlichen Massenmord an palästinensischen Kindern zu verüben…“

            weiter: -> http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/was_die_eu_die_unesco_und_die_adenauer_stiftung_so_alles_finanzieren

          • Aristobulus schreibt:

            P.P.P.S.
            Nur der Vollständigkeit halber (und Falls das hier noch jemand liest und sich fragt, ob wohl noch je was aus dem Fortgang dieses edlen Gesprächs wurde, oder wie herzerwärmend es wohl noch wurde), da steht der Rest:
            https://tapferimnirgendwo.com/2013/04/05/peer-steinbruck-fur-geschlechtertrennung/#comment-35811

    • Aristobulus schreibt:

      P.S.
      Staatliche Hilfe bzw. Nachhilfe im Sinne des Artikels wäre es, indem der Staat der Allgemeinheit an den acht Pesach-Tagen alles Gesäuerte (Brot, Kuchen, Bier usf.) verbietet. Oder die allgemeine Beschneidung verordnet 😉

      • caruso schreibt:

        Robin Urban hat keine Ahnung von nichts. Hätte ich einen Sohn geboren, hätte ich auch Brith gemacht. Das gehört dazu, ob Nichtjuden es verstehen oder nicht. Drei Brüder hatte ich (einer lebt leider nicht mehr) und alle 3 hatten Brith. Abgesehen von der Religion, ein beschnittener Penis schaut viel besser aus. Auch wenn ich schon alt bin (82), meine Erinnerung funktioniert noch.:.)))
        lg und noch ein koscher Pesach
        caruso

        • Silke schreibt:

          ich bin zwar erst 71, doch meine Erinnerung funktioniert (zu meinem großen Vergnügen) auch noch hervorragend und die sagt, auch die unbeschnittenen sind nicht zu verachten.

          Denn unterm Strich kommt es sowieso nur auf den Grad der Sensibilisierbarkeit an und die hängt, sagt mein Gedächtnis, irgendwie von irgendwas zwischen den Ohren ab und verträgt schrille Töne oft nicht so recht.

        • Aristobulus schreibt:

          Liebe Caruso,
          Robin Urban will wohl nichts Böses, sie ist sonst nicht so, aber in diesem Fall verwechselt sie alles. Erschreckend, dass da noch immer von archaischen Ritualen usf. die Rede ist, daran konnte auch noch so viel Aufklärung nichts ändern.

          Friedliches und koscheres Pessach für Dich!, lieben Gruß, Ari

    • JMT schreibt:

      ja es war richtig, dass der Staat hier gehandelt hat und die Brith Mila auch weiterhin legal möglich ist….Alles andere wäre völlig absurd beschämend gewesen….Bisweilen ist schon gut, dass der säkulare Rechtsstaat im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung Rücksicht auf religiöse Befindlichkeiten nimmt. Jedenfalls dann, wenn dadurch einzelnen und der Gesellschaft als Ganzes kein schwerer Schaden entsteht. Ein solcher Schaden ist weder im Blick auf die Brit Milla und erst recht nicht mit Blick auf das Karfreitagstanzverbot zu erwarten und rechtfertigt in keiner Weise hysterische Debatten, wie man sie in Zusammenhang mit dem Kölner Gerichtsurteil erlebt hat und wie man sie jedes Jahr in mehr oder weniger klugen Artikeln immer gleichen Tenors kurz vor Karfreitag erlebt, und auch nicht, das Gerede vom Gottesstaat. Wenn Deutschland des Karfreitagstanzverbots wegen oder Israel, USA, Deutschland etc.wegen des Knabenbeschneidungsnichtverbots Gottesstaaten sind, was ist dann der Iran und was ist dann Saudi-Arabien. Das ist doch eine Verhöhnung derjenigen, die tatsächlich unter Verfolgung in tatsächlich theokratischen Regimes leiden.

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