Die Grünen sind die dreibeinigen Herrscher

„Natürlich haben manche ein Interesse daran, das Wort Verbot als etwas Schlechtes zu denunzieren. Sie wollen den Eindruck erwecken, dass es sich bei denen, die etwas verbieten wollen, um miesepetrige Leute handelt und dabei ihre Einnahmequellen sichern. Aber Verbote können auch etwas Gutes haben.“ (Renate Künast)

In den 80er Jahren, dem Jahrzehnt, in dem die Grünen in den deutschen Bundestag einzogen, verfilmte die BBC die Geschichte „Die dreibeinigen Herrscher“. Sie spielt in einer Zukunft, in der es keinen Krieg und keine Umweltverschmutzung mehr gibt. Die Menschen leben mit sich und der Natur in Frieden. Die Welt ist ein grünes Paradies.

Der Grund für dieses Paradies ist eine außerirdische Zivilisation, die von den Menschen „die Dreibeiner“ genannt wird. Sie herrschen über die Menschheit und sorgen dafür, dass jeder Mensch, wenn er erwachsen wird, eine Weihe erhält, die daraus besteht, dass jeder Mensch eine Kappe am Gehirn installiert bekommt, die ihm jegliche Inspiration, Neugier, Kreativität und damit auch die Möglichkeit zu Revolution und Gewalt nimmt. Frei ist der Mensch nicht mehr! Dafür herrscht Frieden auf Erden.

Die Welt, die die Dreibeiner geschaffen haben, ist das Paradies, wie es sich die Grünen vorstellen. Keine Kriege, keine Atomkraftwerke, keine Waffen und nur Bio-Landwirtschaft.

Die Dreibeiner kümmern und sorgen sich um die Menschheit! Sie lassen den Menschen jedoch keine Wahl. Wer nicht friedlich ist, wird vernichtet. Die Dreibeiner lassen sich als Option sogar die totale Vernichtung der Menschen offen, denn eins ist klar: Wo kein menschlicher Freiheitsdrang ist, da ist auch kein Krieg!

Meine Oma hat immer gesagt: „Ratschläge sind auch Schläge!“

Ein Kümmern geht solange klar, wie dem Menschen, um den sich gekümmert wird, die Möglichkeit der Wahl gelassen wird, ob er bekümmert werden möchte oder nicht. Die Dreibeiner lassen dem Individuum aber nicht nicht Wahl. Genau hier kommen die Grünen ins Spiel. Sie lassen den Bürgerinnen und Bürgern ebenfalls nicht immer die Wahl!

Renate Künast thematisierte im Bundestagswahlkampf 2013 die Möglichkeit an einem Tag in der Woche in staatlich finanzierten Kantinen das Zubereiten von Fleisch zu verbieten:

„Ein Veggie Day ist ein wunderbarer Tag zum Ausprobieren, wie wir uns mal ohne Fleisch und Wurst ernähren.“

Renate Künast hat Recht, Vegetarierinnen haben recht: Die Art der Massentierhaltung geht nicht. Ein Diskutieren mit Vegetariern ist daher nicht möglich, nicht weil sie unsympathisch sind, sondern weil sie ganz einfach recht haben! Recht haben erlaubt aber noch keinen Zwang.

Die Grünen sind wie eine Religion. Man weiß, dass sie ab und zu mal recht haben, aber die Lust, der Trieb, das Fleisch kommt ständig irgendwie dazwischen. Die Kirche verdammte diesen Trieb lange Zeit als Sünde. Es brauchte die Aufklärung, um dieser Sünde etwas Gutes abzuringen, nämlich die Freiheit! In der Aufklärung wurde die biblische Eva, die bis dahin ausschließlich als Sünderin galt, zur Freiheitskämpferin erklärt.

Laut תּוֹרָה soll vor über 5770 Jahren Eva den Mut gehabt haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen. Bis dahin hatte Gott wie die Dreibeiner geherrscht. Mit dem Menschen kommunizierte Gott nur in Form von Befehlen: “Tu’ dies nicht! Tu’ das nicht!” Adam und Eva hielten sich an Gottes Wort. Sie konnten somit zwar zwischen Richtig und Falsch unterscheiden, aber die Fähigkeit zur Unterscheidung von Gut und Böse fehlte ihnen noch. Die Fähigkeit lag noch uneingeschränkt in Gottes Hand. Die Möglichkeit zur Erlangung der Fähigkeit zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, hing als Frucht an einem Baum mit den Namen עץ הדעת טוב ורע (Baum der Erkenntnis von Gut und Böse). Von dieser Frucht aß Eva. Seitdem ist Gott nicht mehr Alleinherrscher in Moralfragen.

In der Trilogie „Die dreibeinigen Herrscher“ haben die Dreibeiner das Paradies wieder eingeführt. Der Garten Eden war schließlich das schönste aller bekannten Gefängnisse. Viele Menschen wollen in dieses Gefängnis zurück, nicht wenige von ihnen wählen grün.

„Es ist nur zu Eurem Besten,“ sagen die Grünen gerne, wie katholische Priester, die sich um die Schäfchen ihrer Gemeinde sorgen und kümmern. Grün wählen ist wie ein Besuch in einer Messe mit anschließender Beichte. Man geht hin, sagt „Mea Cupla“, schlägt sich auf die Brust, beichtet etwas, macht ein Kreuz und geht dann wieder selig nach Hause. Grün wählen gibt einfach ein gutes Gefühl. Wer grün wählt, kann spießig sein und SUV fahren. Das Kreuz bei den Grünen gibt die Absolution.

Es wundert mich daher nicht, dass sowohl die katholische Kirche als auch die Grünen Schwierigkeiten haben, sich mit der eigenen Vergangenheit des Kindesmissbrauchs durch Mitglieder in den eigenen Reihen auseinanderzusetzen. So sehr sind sie von der moralischen Überlegenheit ihres Glaubens überzeugt, dass sie es sich gar nicht vorstellen können, dass so ein Verbrechen in den eigenen Reihen vorkommen kann. Es geschieht jedoch in der katholischen Kirche und bei den Grünen.

Nichts ist gefährlich für den Missbrauch der Macht als der Glaube, im moralischen Recht zu sein. Totalitarismus beginnt dort, wo das Paradies nicht mehr nur als eine Phantasie in der Vergangenheit liegt, die uns motiviert, bessere Menschen zu sein, sondern wenn das Paradies als Ideologie in der Zukunft verordnet wird, die uns zwingt, dem Paradies liniengetreu entgegen zu marschieren. Alles wird in diesem Fall dieser Zukunft untergeordnet. Wer es wagt, sich der geplanten Zukunft in den Weg zu stellen, wird moralisch diskreditiert, bestraft oder entsorgt.

Die Dreibeiner bewegen sich auf der Erde in dreibeinigen Maschinen, da sie die Atmosphäre der Erde nicht vertragen. In ihren Stationen jedoch, entledigen sie sich der Maschinen und man sieht ihr Antlitz. Sie sind grün!

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Das kann kein Zufall sei.

SPOILERALARM! Hier nur weiter lesen, wenn sie das Ende von „Die dreibeinigen Herrscher“erfahren wollen.

Von der BBC wurden nur die ersten beiden Teile der Serie „Die dreibeinigen Herrscher“ verfilmt. Wer den dritten Band gelesen hat, weiß, wie es weiter geht:

Eine Gruppe Menschen, die sich der Weihe verweigert haben, beginnen einen Krieg, den die Dreibeiner letztendlich verlieren. Am Ende sind die Menschen wieder frei. Kaum aber sind die Dreibeiner weg, führen die Menschen wieder Kriege untereinander. Der totale Friede ist dahin, aber die Freiheit ist wieder da. Freiheit ist nicht ohne Konflikte möglich. Vermutlich werden es daher liberale Menschen, die für die Freiheit streiten, immer schwer haben, weil sie nicht für den totalen Frieden auf Erden sein können. Der totale Friede ist nämlich nur in Gefangenschaft und Unterdrückung möglich. Deshalb war der Garten Eden auch ein Gefängnis und deshalb finden viele Verbote so toll.

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