Meine liebe Bundeskanzlerin,

das hätte gestern für Sie ein voller Erfolg werden können. Während ich im ARTheater die Kunst gegen Bares moderierte, stellten Sie sich in der Wahlarena den Fragen von 150 Zuschauerinnen und Zuschauer. Meine Frau hielt mich per SMS ständig auf dem Laufenden. Um kurz vor Neun erhielt ich folgende Nachricht:

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Danach wurde es allerdings plötzlich still. Keine SMS erreichte mich mehr. Heute weiß ich warum. Kurz nach dem Verfassen der SMS stellte Ihnen nämlich ein Zuschauer die Transgretchenfrage nach Ihrer Haltung zur Gleichstellung homosexueller Ehen mit der Ehe zwischen Mann und Frau. Ihre Antwort schlug meiner Frau das Smartphone aus der Hand.

„Ich sage ihnen ganz ehrlich, dass ich mich mit der kompletten Gleichstellung schwertue. Ich bin unsicher, was das Kindeswohl anbelangt.“

Sie sind sich unsicher? Frau Merkel, Sie sind doch sonst eine Analytikerin und der Logik nicht abhold. Es ist doch ganz logisch: Kein Kind wird weniger geboren, nur weil Homosexuelle heiraten können. Kein Homosexueller wird Kinder kriegen und ein Mitglied des anderen Geschlechts heiraten, weil ihm die Homo-Ehe untersagt ist.

Das Beste für das Wohl eines Kindes ist und bleibt eine glückliche Familie!

Ich finde, es grenzt an staatlich gefördertem Kindesmissbrauch, wenn einem Kind glücklich verheiratete Eltern vorenthalten werden, nur weil die Eltern homosexuell sind. Auch Kinder schwuler und lesbischer Eltern haben ein Recht auf Familie. Im Artikel 6 des Grundgesetz steht: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.“

Da die Homo-Ehe die Hetero-Ehe nicht in Gefahr bringt, rein logisch nicht in Gefahr bringen kann, jedoch nicht wenige Familien bedroht, zerstört und unmöglich gemacht werden, nur weil die Eltern homosexuell sind, ist es meines Erachtens verfassungsrechtliche Pflicht, die Homo-Ehe zu garantieren, um so die Familie homosexueller Menschen zu schützen.

Frau Merkel, Sie sind der Verfassung verpflichtet! Sie sagen zwar, Sie wollten mit Ihrer Haltung keine Menschen diskriminieren, aber sie diskriminieren Menschen! Nicht mit Ihrer Haltung, aber mit Ihren Taten!

Sie können es mit Schwulen und Lesben halten wie Sie wollen. In Deutschland hat jeder Bürger und jede Bürgerin das Recht, Homosexualität als Sünde anzusehen. Jeder hat sogar das Recht, homosexuellen Geschlechtsverkehr widerlich zu finden, so wie es bestimmt auch Bürger gibt, die es körperlich unangenehm finden, sich vorzustellen, wie Sie mit Herrn Sauer kopulieren. Dennoch untersagt Ihnen niemand, Herrn Sauer zu heiraten.

Haltungen und Meinungen sind erlaubt. Das garantiert Artikel 5 des Grundgesetzes. Für Taten aber gelten engere Grenzen.

Liebe Angela Merkel,

natürlich dürfen Sie meinen, Homosexuelle sollen nicht heiraten, aber als Bundeskanzlerin müssen Sie allen Bürgerinnen und Bürgern das Recht auf Ehe und Familie garantieren und schützen! Evelyn Beatrice Hall sagte einst:

„Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.“

Ähnliches gilt für Sex!

„Ich verachte wie Sie ficken, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass sie heiraten dürfen.“

So will es das Gesetz und nicht zuletzt das Bundesverfassungsgericht.

Das müssen Sie jetzt einfach aushalten!

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