Die CDU allein

Böse Zungen behaupten, am 22. September 2013 würde viel weniger der 18. Deutsche Bundestag gewählt als viel mehr eine Koalitionspartnerin für Angela Merkel. Kaum noch jemand zweifelt ernstlich daran, dass am nächsten Sonntag um 18 Uhr die CDU/CSU-Fraktion in den ersten Prognosen als stärkste Partei genannt wird und sich dieses Ergebnis in den Hochrechnungen bis hin zum amtlichen Endergebnis zementieren wird. Dennoch kann diese Wahl noch eine große Überraschung bereit halten:

Stellen Sie sich nur mal vor, die FDP scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde. Bevor Sie sich jetzt jedoch freuen und in Jubelstürme ausbrechen, stellen Sie sich weiterhin vor, auch die Alternative für Deutschland und die Piratenpartei scheitern nur knapp an dieser Hürde. Stellen Sie sich ferner vor, viele kleine Parteien erhalten die Stimmen der Wählerinnen und Wähler, so dass die Spalte „Sonstige“ einen ungewöhnlich hohen Wert bekommt. Das Ergebnis könnte dann wie folgt aussehen:

FDP: 4,9%
AfD: 4,7%
Piraten: 4,1%
Sonstige 6,4%

Sehr unwahrscheinlich ist das nicht! In diesem Fall wären jedoch 20,1 Prozent der abgegebenen Stimmen nicht im 18. Deutschen Bundestag vertreten. Das bedeutet, dass es für eine absolute Mehrheit reichen würde, 40 Prozent der Wahlstimmen zu bekommen. Und jetzt schauen Sie sich mal an, wo sich die Union seit Wochen in den Umfragen befindet. Bei genau diesen 40 Prozent!

Es besteht somit durchaus die Möglichkeit, dass die Union die absolute Mehrheit erhalten wird. Machen wir uns nichts vor, die CDU weiß um diese Möglichkeit. Die Art des Wahlkampfs und ihre Strategie lassen vermuten, dass auf die Möglichkeit eines solchen Ergebnis wenigstens spekuliert wird. Unions-Fraktionschef Volker Kauder sagte erst jüngst: „Jeder kämpft für sich allein.“

Recht hat er. Jeder kämpft für sich allein; und die Union kämpft gerade besonders gut allein. Vielleicht schafft Sie es sogar, allein zu gewinnen.

Es bleibt spannend!

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