Ein Gespräch unter Frauen

Als Familienministerin fragte Kristina Schröder einst: „Wie schaffen wir es, uns von der in Deutschland noch weit verbreiteten Präsenzkultur zu verabschieden? Noch immer gilt der Mitarbeiter, der am längsten am Schreibtisch sitzt, als der beste Mitarbeiter, obwohl das nichts mit Effektivität zu tun hat. Es ist eine Umdefinition dessen gefragt, was für das Unternehmen wichtig ist: nämlich Effizienz und nicht Präsenz.“

Die neue Arbeitsministerin Andrea Nahles hat folgende Antwort: „Wir müssen Vollzeit neu definieren. Mit dem Anwesenheitswahn muss Schluss sein, denn Familien brauchen auch Zeit.“

Schröder: „Ein Vorgesetzter, der offensiv sagt, dass er keine Zeit für einen Termin hat, weil er mit seinen Kindern zum Laternensingen geht, kann mehr verändern als gesetzliche Regelungen.“

Nahles: „Dann ist es möglich, dass Papa oder Mama auch mal nachmittags nach Hause gehen, wenn sie das Krippenspiel ihres Kindes anschauen wollen.“

Schröder: „Die Vereinbarkeitsfrage ist nicht neu. Neu ist aber, dass sich auch immer mehr Männer diese Frage stellen. Eine familienbewusste Unternehmensführung ist vielen Menschen wichtiger als die Bezahlung. Fast 80 % wären bereit, dafür den Arbeitsplatz zu wechseln, im Fachkräftemangel wird das entscheidend für Unternehmen.“

Nahles: „Gerechtigkeit ist kein Spiel, in dem es Gewinner und Verlierer gibt. Es ist die notwendige Grundlage für eine lebenswertere Gesellschaft, von der alle profitieren. Politik für Frauen ist deshalb Politik für die ganze Gesellschaft. Eine echte Partnerschaftlichkeit zwischen Frauen und Männern ist notwendig– in der Familie ebenso wie im Berufsleben.“

Schröder: „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat auch Grenzen.“

Nahles: „Wir brauchen Gesetze, die den Prozess der gelebten Gleichberechtigung erheblich beschleunigen. Die nüchterne Wahrheit ist: die Quote ist ein Muss.“

Schröder: „Ich halte es für absurd, wenn man den Unternehmen des Maschinenbaus die gleiche Quote aufzwingen will, wie zum Beispiel Medien- oder Dienstleistungsunternehmen. Die Anteile weiblicher Arbeitskräfte sind zu unterschiedlich.“

Nahles: „Damit stellt sie die Dinge auf den Kopf. Denn eine Quote ist genau das Gegenteil von passiv hinnehmen. Sie bedeutet ja gerade das aktive Einschreiten der Politik, damit sich ein unhaltbarer Zustand verbessert. Das ist Aufgabe von Politik.“

Schröder: „Ich sehe meine Aufgabe nicht in der Umerziehung.“

Kristina Schröder ist keine Ministerin mehr, Andrea Nahles schon. Mal sehen, was uns die GroKo so bringt.

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17 Antworten zu Ein Gespräch unter Frauen

  1. Kanalratte schreibt:

    Wissen die eigentlich, dass die Frauenquote gegen den Artikel 3 im Grundgesetz verstößt?
    Und genaugenommen verstößt der Artikel 3 des GG auch gegen sich selbst und insbesondere gegen Absatz 3, weil er zuerst
    Objektivität bei Gleichberechtigung als Maßstab setzt, um dann wiederrum dem menschlichen Staat einen subjektiven und frei definierbaren Handlungsspielraum zu lassen.

    Durch diese Passage ist die Geschlechterdiskriminierung, in dem Fall Männderdiskriminierung, rechtlich legitimiert.

    • A.S. schreibt:

      Das große Problem ist ja, dass bei der momentanen Stimmungslage eine statistische Ungleichheit gegenüber Männern ausreicht um Affekte zu wecken. Bei Frauen wird automatisch eine Benachteiligung unterstellt, eine Erklärung wie diese überhaupt ablaufen sollt wird nicht mehr verlangt, alternative Erklärungen werden ebenfalls nicht mehr durchdacht.
      Mit der Logik kann man auch eine Moslemquote in Vorständen, Aufsichtsräten und Professuren fordern.

      • Kanalratte schreibt:

        Zumal Frauen u.a. mit einer Frauenquote frech unterstellt wird quasi „minderbemittelt“ ergo hilfsbedürftig zu sein, was totaler Quatsch ist.
        Die Frauenquote ist also letztlich nicht nur Männer- sondern auch Frauendiskriminierung.

        Jetzt mal vom logischen Standpunkt:

        D.h. es müssen neue Ausnahmeregelungen bzw. Programme geschaffen werden, die alte Diskriminierungen aufgrund von bestehenden Ausnahmeregelungen beseitigen. Was folglich bedeutet das Ausnahmeregelungen alles ad absurdum führen, und nach logischen Gesichtspunkten eigentlich rechtswidrig sein müssen.

        So sieht das beispielhaft aus wenn subjektive Ausnahmen, objektive Regeln außer Kraft setzen:
        „Alle Schüler bekommen die gleichen Noten. Übergewichtige Kinder und Jugendliche bekommen aufgrund von Diskriminierung bessere Noten.“

        Ersetzt man nun das „Übergewichtige Kinder“ bzw. „Frauen“ durch „Deutsche“ oder „Arier“ dann wisst ihr wohin die Reise geht…

        Unfassbar was so im GG steht!

        • A.S. schreibt:

          Das irre ist ja: die „richtigen“ Feministen kämpfen einst für gleiche Rechte, dafür nicht Opfer sein zu müssen.
          Die Genderristen treten heute für das Gegenteil ein. Der Opferstatus soll zementiert werden, daher auch die Logik nach der alleine Unterschiede bereits ausreichen.

  2. A.S. schreibt:

    Außerdem: Wenn man den Quotenwunsch ernst nimmt müsste man auch eine Frauenquote fordern für den Straßenbau, die Müllabfuhr, Kfz-Mechaniker, LKW-Fahrer, Physiker und Ingenieure. Jedem dieser Bereiche täte es sicher gut wenn der Frauenanteil steigt.
    Und eine Männerquote in Kindergärten, Grundschulen, Supermarktkassen, Pflegeberufen, Erziehungsberufen. Jedem dieser Bereiche täte es sicher gut wenn der Männeranteil steigt.

    • Eitan Einoch schreibt:

      Berufe wie Müllkutscher, Kfz-Mechaniker und LKW-Fahrer sind nicht attraktiv genug – sogar für die meisten Männer. Es sind Ausschussberufe für Hauptschüler und Ungelernte, und das sind in erster Linie Männer – ungelernte Frauen und Hauptschülerinnen werden eher Mütter als einen dieser Berufe zu ergreifen. Und dass es so wenige Männer in Kindergärten, Grundschulen, Supermarktkassen sowie Pflege- und Erziehungsberufen gibt, ist selbstverschuldet. Wer hindert die Männer daran, einen solchen Beruf zu ergreifen? Niemand! Männliche Fachkräfte werden in diesen Sparten oft mit Handkuss genommen. Trotzdem sind sie dort Exoten. Daran wird eine Männerquote nichts ändern. Erst eine angemessene Bezahlung könnte für ein ausgeglicheneres Verhältnis sorgen. Dass es so wenige Physikerinnen und Ingenieurinnen gibt ist in der Tat bedauerlich, insbesondere da Frauen gezielt in diese Bereiche gelockt werden sollen (z.B. über Girl’s Days). Es wäre sehr zu wünschen, dass mehr Frauen natur- und ingenieurwissenschaftliche Berufe lernen, da es mitunter die wichtigsten Berufe sind und dort in wenigen Jahren ein Fachkräftemangel herrschen wird. Denn leider studieren selbst Männer heute lieber Sozial- oder Geisteswissenschaften.

      • A.S. schreibt:

        Zustimmung zu allem, aber da fehlt noch etwas:

        Dass es so wenige Frauen in Maschinenbaubetrieben, Technischen Berufen, Mathematik- und Physikfakultäten gibt, ist selbstverschuldet. Wer hindert die Frauen daran, einen solchen Beruf zu ergreifen? Niemand! Weibliche Fachkräfte werden in diesen Sparten oft mit Handkuss genommen. Trotzdem sind sie dort Exoten. Daran wird eine Frauenquote nichts ändern. Auch eine angemessene Bezahlung sorgt anscheinend nicht für ein ausgeglicheneres Verhältnis. Dass es so wenige Erzieher und Grundschullehrer gibt ist in der Tat bedauerlich, insbesondere da Männer gezielt in diese Bereiche gelockt werden sollen. Es wäre sehr zu wünschen, dass mehr Männer Frühkinderziehungsberufe lernen, da es enorm wichtigste Berufe sind und dort bereits jetzt ein Fachkräftemangel herrscht.

        • Eitan Einoch schreibt:

          Leider wahr!
          Übrigens, meine Schwester studiert Chemie. Und die Nachbarstochter wird Ingenieurin.

          • A.S. schreibt:

            Sehr schön 🙂
            Meine eine Schwester ist Mathematikerin, die andere bei Siemens in der Emtwicklung, eine Cousine Physikerin, eine andere auch Mathematikerin.
            Zumindest Familienintern gibt es kein derartiges Problem.

      • Bergstein schreibt:

        Stimmt nicht ganz. Ein männlicher Kindergärtner darf in BRD tatsächlich nicht allein ein Kind wi-ckeln. Alle Männer stehen unter Generalverdacht der Pädophilie.

        • Aristobulus schreibt:

          Männer?!, sind das nicht diese schrecklichen haarigen Biester, von denen man ab und zu hört?, es soll noch welche in Texas geben, liest man, ohGöttin, bleib bloß weg von da.

        • Kanalratte schreibt:

          Weil auch noch nie eine Frau ein Kind missbraucht hat…

          • SchallundRauch schreibt:

            @Kanalratte
            Wenn Sie das ernst meinen, dann sitzen Sie einem Irrtum auf. Sexuelle Misshandlung (von Missbrauch spreche ich nicht, weil jeder „Gebrauch“ eines Menschen ein Mißbrauch ist) von Kindern durch Frauen ist ein weithin unterschätztes Phänomen. Frauen sind dabei nicht nur Beteiligte (etwa durch Gewährenlassen), sondern auch Hauptätter.
            Einfach mal bei Google eingeben:
            „sexuelle kindesmisshandlung durch frauen“

            Ganz eigentlich ist auch der Terminus „sexuelle“ falsch, denn bei „sexueller Kindesmisshandlung“ handelt es sich mitnichten um Sexualität, wie sie emotional gereifte, gleichberechtigte und physiologisch entwickelte Menschen im freien Einvernehmen leben. Sondern um das verbrecherische Ausnutzen der Wehrlosigkeit Schutzbedürftiger zur Ausübung eigener, radikal selbstsüchtiger Macht- und Gewaltphantasien.
            Und da wir Frauen ja (Gleichberechtigung machts möglich!) prinzipiell nicht ausschließen können aus dem Kreis derer, die Macht- und Gewaltphantasien verfolgen, finden wir auch die Gruppe der Täter unter den Frauen.
            Ich will damit nicht sagen, dass Frauen vor ihrer Emanzipation etc. keine narzisstischen Macht- und Gewaltphantasien gehabt hätten. Im Gegenteil! Gerade die sogenannte jahrtausendelange Unterdrückung der Frau durch den Mann ist ein Mythos (wahr oder unwahr spielt keine Rolle), aus dem sich eben diese Phantasien speisen. Gilt übrigens auch für Männer.

        • A.S. schreibt:

          Tatsächlich?
          SPERRT ALLE MÄNNLICHEN KINDERÄRZTE EIN!!!! Die haben doch nur Medizin studiert um Kindern an die [………..] zu gehen zu dürfen.
          Oh mein Gott. Bin ich jetzt der Verrückte?

  3. A.S. schreibt:

    Schade dass Schröder keine Ministerin ist. Wir bräuchten mehr solche Leute (Frauen wie Männer) die Probleme angehen ohne sich dabei über die Wirklichkeit hinweg zu setzten.

  4. peter schreibt:

    Den Inhalt der GroKo-Vereinbarung kann man folgendermassen auf den Punkt bringen: Wir fordern eine 30%ige Mindestquote fuer Frauen in jeder Homo-Ehe!

    • Aristobulus schreibt:

      Dreißig Prozent?!, Sie Sexist. Es müssen siebzig sein, in jeder Ehe warum und wie auch immer. Capisc‘?! Die Vereinbarkeitsfrage ist nicht neu!, heute mehr denn vorgestern!, und die Zustände sind unhaltbar bei 30% und bei 70% und bei Alt-, Neu- und Volllast unter Berücksichtigung jedweden Prinzips der Subsidiarität. Trotzdem, nein gerade deswegen muss die Politik Zeichen setzen, ja Zeichen neu definieren.
      [sarc/off]

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