Brunei fordert Todesstrafe für Homosexuelle

Das Sultanat Brunei hat beschlossen, muslimische Schwule und Lesben ab dem 22. April 2014 zu steinigen. Eine Änderung des Strafgesetzbuchs sieht vor, dass die islamische Scharia in Brunei eingeführt werden soll. Damit reiht sich Brunei ist die Liste der Länder ein, die Homosexualität mit dem Tod bestrafen. Unter diesen Ländern finden sich bisher ausnahmslos Länder, in denen der Islam die vorherrschende Religion ist. Der Islam nennt sich ja gerne selbst „Religion des Friedens“. Frieden ist ein sehr dehnbarer Begriff. Brunei steht bald für einen Frieden von Homosexuellen. Es gibt Menschen, die den Frieden schaffen, indem sie alles vernichten, was ihren Frieden stört. Sie wollen den totalen Frieden, den ewigen Frieden! Sie meinen es nur gut!

Tapfer im Nirgendwo präsentiert eine Liste all der Länder, in denen Homosexualität bestraft wird.

Land, Kontinent, Staatsform, vorherrschende Religion.

Bußgeld:

Liberia, Afrika, Republik, Naturreligionen (um 70%)
Russland, Europa und Asien, Föderale Republik, Russisch Orthododx (über 40%)

Nicht definierte Strafe:

Angola, Afrika, Republik, Christentum (+75%)
Bhutan, Asien, Monarchie, Buddhismus (Staatsreligion)
Ghana, Afrika, Republik, Naturreligionen (um 40%)
Irak, Asien, Republik, Islam (97%)
Lesotho, Afrika, Monarchie, Christentum (um 80%)

Gefängnisstrafe von unter drei Jahren:

Swasisland, Afrika, Monarchie, Christentum (um 70%)
Libanon, Asien, Republik, Islam (59,7%)
Burundi, Afrika, Republik, Christentum (62%)
Turkmenistan*, Republik mit einer Partei, Islam (um 90%)

3 Jahre Gefängnis:

Ägypten, Afrika, Militärregierung, Islam (Staatsreligion)
Algerien, Afrika, Republik, Islam (99%)
Äthiopien, Afrika, Republik, Christentum (62,8%)
Benin, Afrika, Republik, Christentum (42,3%)
Eritrea, Afrika, Republik mit einer Partei, Islam (55%)
Guinea, Afrika, Republik, Islam (90%)
Marokko, Afrika, Monarchie, Islam (Staatsreligion)
Oman, Asien, Monarchie, Islam (Staatsreligion)
Simbabwe, Afrika, Republik, Christentum (85%)
Somalia, Afrika, Republik, Islam (Staatsreligion)
Syrien, Asien, Diktatur, Islam (um 75%)
Togo, Afrika, Republik, Naturreligionen (um 50%)
Tunesien, Afrika, Republik, Islam (Staatsreligion)
Usbekistan*, Asien, Republik, Islam (89%)

5 Jahre Gefängnis:

Kamerun, Afrika, Republik, Christentum (um 50%)
Katar, Asien, Emirat, Islam (Staatsreligion)
Libyen, Afrika, Diktatur, Islam (Staatsreligion)
Malawi, Afrika, Republik, Christentum (um 80%)
Mauritius, Afrika, Republik, Hinduismus (um 50%)
Senegal, Afrika, Republik, Islam (+90%)

7 Jahre Gefängnis:

Botswana, Afrika, Republik, Christentum (52,2%)
Kuwait, Asien, Monarchie, Islam (65%)
Samoa, Ozeanien, Republik, Christentum (+90%)

10 Jahre Gefängnis:

Bahrain, Asien, Monarchie, Islam (81,2%)
Belize, Amerika, Monarchie, Christentum (+75%)
Grenada, Amerika, Monarchie, Christentum (99,9%)
Jamaika, Amerika, Monarchie, Christentum (+70%)
Malediven, Asien, Republik, Islam (Staatsreligion)
Palau, Ozeanien, Republik, Christentum (+80%)
St. Kitts und Nevis, Amerika, Monarchie, Christentum (um 90%)
St. Luicia, Amerika, Monarchie, Christentum (um 90%)
St. Vincent, Amerika, Monarchie, Christentum (+91,5%)
Sri-Lanka, Asien, Republik, Buddhismus (69,1%)
Tonga, Ozeanien, Monarchie, Christentum (+95%)

14 Jahre Gefängnis:

Cookinseln, Ozeanien, Monarchie, Maori (87,7%)
Gambia, Afrika, Republik, Islam (um 90%)
Kenia, Afrika, Republik, Christentum (um 70%)
Kiribati, Ozeanien, Republik, Christentum (+95%)
Papua-Neuguinea, Ozeanien, Monarchie, Christentum (+66%)
Salomonen, Ozeanien, Monarchie, Christentum (um 90%)
Sambia, Afrika, Republik, Christentum (um 50%)
Tansania, Afrika, Republik, Christentum und Islam (um 35%)
Tuvalu, Ozeanien, Monarchie, Christentum (+98%)

15 Jahre Gefängnis:

Afghanistan, Asien, Republik, Islam (99,9%)
Antigua und Barbuda, Amerika, Monarchie, Christentum (88,9%)

20 Jahre Gefängnis:

Malaysia, Asien, Monarchie, Islam (Staatsreligion)
Uganda, Afrika, Republik mit einer Partei, Christentum (um 85%)

25 Jahre Gefängnis:

Sansibar, Afrika, Republik, Islam (98%)
Trinidad und Tobago, Republik, Christentum (um 60%)

Lebenslänglich Gefängnis:

Bangladesch, Asien, Republik, Islam (um 90%)
Barbados, Amerika, Monarchie, Christentum (+50%)
Guyana, Amerika, Republik, Christentum (57,8%)
Myanmar, Asien, Republik, Buddhismus (87,2%)
Pakistan, Asien, Republik, Islam (96,3%)
Sierra Leone, Republik, Islam (70%)
Singapur, Asien, Republik, Buddhismus (42,5%)

Todesstrafe:

Brunei, Asien, Monarchie, Islam (um 67%)Iran, Asien, Republik, Islam (Staatsreligion)
Jemen, Asien, Republik, Islam (Staatsreligion)
Mauretanien, Afrika, Republik, Islam (Staatsreligion)
Nigeria, Afrika, Republik, Islam (teilweise Staatsreligion)
Saudi-Arabien, Monarchie, Islam (Staatsreligion)
Sudan, Afrika, Republik, Islam (Staatsreligion)
Vereinigte Arabische Emirate, Emirat, Islam (Staatsreligion)

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61 Antworten zu Brunei fordert Todesstrafe für Homosexuelle

  1. quisa schreibt:

    Nigeria, Uganda und Brunei haben gehören dem Commonwealth of Nations an, dem die Queen von England vorsteht. Und England ist nun mal eindeutig westliche Welt. All diese Staaten sind eng in das Wirtschaftsgefüge der westlichen Welt integriert. Private westliche Erdölkonzerne beuten beispielsweise das nigerianische Erdöl aus. Alles in Privatwirtschaftlicher Hand. Konträr zu dem, was man in der westlichen Welt als eher sozialistisch betrachtet: der Verstaatlichung der Rohstoffindustrien. Das mag einem gefallen oder nicht, ist aber nun mal eine Tatsache. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind DER Standort für privatwirtschaftliche Investoren im Mittleren Osten. Das westliche Prinzip des Freien Handels geht hier über alles (http://www.jafza.ae/?lang=de)
    Und letztlich Saudi Arabien: Das reaktionärste Land weltweit. Die größten Erdölvorkommen weltweit. Ohne das saudische Erdöl könnten die westlichen Industrien kaum ihre Produktion aufrecht erhalten, die westlichen Gesellschaften somit kaum ihren Lebensstandard aufrechterhalten. Dieses Saudi-Arabien ist somit ein hässlicher, aber nicht wegzuleugnender, Zwilling der liberalen westlichen Welt. Ohne ihn wäre das Leben, das den Westen ausmacht (relativer ökonomischer Wohlstand in den Kernstaaten der westlichen Welt), kaum vorstellbar. Das mag einem gefallen oder nicht, ist aber eine Tatsache. Deshalb pflegen westliche Regierungen auch eine überaus gute Beziehung zu Saudi-Arabien. Gröbste Menschenrechtsverletzungen, interessieren da herzlich wenig.

    • SchallundRauch schreibt:

      D’accord.

    • Aristobulus schreibt:

      Wenn Ihr die westliche Welt also über Wirtschaftsbeziehungen definiert, gehören auch Russland, Nordkorea, Iran, der Kongo und sogar Somalia dazu. Jeder also.
      Aber welchen Sinn hat das?

      Mutatis Mutandis lässt sich die islamische Welt so definieren, dass alle dazugehören, wo es Moslems und irgend Handel mit moslemischen Quellen gibt. Nicht? Also sind China, Island, die USA, ähm Uruguay und natürlich Israel Teil der islamischen Welt.
      Hat Sinn? Oder ist absurd?

      • SchallundRauch schreibt:

        An dieser Stelle werde ich wieder nur für mich sprechen. Ich persönlich definiere die westliche Welt überhaupts gar ned. In meiner Welt gibt es keinen „Westen“.
        Zum Obigen: na klar. Ebenso, wie die „jüdische Welt“ sich nicht auf den Staat Israel beschränken läßt, nicht? Oder die Welt der Füchse (so sie eine haben) nicht auf mitteleuropäische Wälder.
        Ja doch! „China, Island, die USA, ähm Uruguay und natürlich Israel“ sind „Teil der islamischen Welt.“ Außerdem sind China, Island, USA, Uruguay und Israel auch noch Teil der christlichen Welt. Und da es in China auch Juden gibt, sind alle genannten auch Teil der jüdischen Welt. Und der buddhistischen. Und der kapitalistischen ebenso wie der sozialistischen. Und der männlichen wie der weiblichen. Sie sind Teil der Pflanzenwelt ebenso wie der Tierwelt. Teil Phantasiewelt und des Gerüchts ebenso wie der Realität.
        Sinn? Absurd?

        Der „Westen“ ist ein Ideologem aus der Zeit des kalten Krieges, als politische Systeme aufeinander prallten, die an politische Grenzen gebunden waren. Es gab doch recht eindeutige eine Ost-West-Grenze. Die heutigen Verwerfungen verlaufen aber nicht starr entlang geographischer Grenzen.
        Der politische Islam, der versucht über die Scharia die politischen Grenzgebiete zu erobern, ist an das Grenzdenken gebunden wie ehedem der Ostblock. Das Falscheste, das der Rest der Welt machen kann, ist doch, sich von den Ideologen in derenschwarz-weiße Welt der Ideologie ziehen zu lassen. Ost gegen West. Sinn? Ja. Absurd? Nein. Aber gefährlich infantil.

        • Aristobulus schreibt:

          Nein, SchallundRauch. Infantil ist der Wunsch, alles möge Eins sein.
          Es findet nun mal ein totalitärer Angriff auf den Westen statt, ganz egal, ob Du es wahrhaben möchtest. Als der Westen sich 1776 selbst erfand und seine Verfassung durchsetzte, fanden sich sofort woanders Machtmenschen, Obskuranten, Räuber und Prä-Totalitäre, die ihn als satanisch bezeichneten und bekämpften.

          Es geht darum, wofür man kämpft, nicht? Zu negieren, dass es da einen Kampf gebe, ist nix als ein frommer Wunsch.

          Nicht von ungefähr nannte Karl Popper sein Hauptbuch nicht „Die offene Gesellschaft“, sondern „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“. Weil er weitestens von der Illusion entfernt war, dass die Leut‘ überall die gleichen freundlichen Schildkröten seien.

          • SchallundRauch schreibt:

            Na, wenn Du meinst, Aristobulus. Wenn Du den „Westen“ definierst als „offene Gesellschaft“, dann gut. Offen heißt aber eben offen und weil offen offen heißt und nicht geschlossen, deshalb und genau deshalb gibt es „den Westen“ nicht. Das ist nämlich der Unterschied zur geschlossenen / totalitären Gesellschaft, dass letztere ein „Westen“ oder ein „Osten“ sein will oder eine Umma oder ein Reich oder irgendeine Einheit. Insofern stimmt, was Du sagst, das Problem ist der Wunsch, alles Eins werden zu lassen. Aber deshalb bedient sich der Totalitäre ja gerade des Dualismus, weil er einen Feind für seine Einheit braucht. Da hat, lieber Aristobulus, Poppern den Titel seines Werkes vielleicht doch etwas unglücklich gewählt und Popper der Große ist eben doch auch nicht alles.

          • SchallundRauch schreibt:

            Deinen folgenden Satz, Aristobulus:
            „Es findet nun mal ein totalitärer Angriff auf den Westen statt, […]“

            korrigiere ich deshalb hierhingehend:
            „Es findet nun mal ein totalitärer Angriff statt.“

            …und schon stimmt er. Es findet ein totalitärer Angriff statt.
            Und der kann, das lehrt „1776“ auch von innen kommen, also vom Westen selbst.
            Die Feinde der offenen Gesellschaft können auch innerhalb der offenen Gesellschaft auftreten. Damit werden aber geographische Grenzen zu ideologischen und die inneren Feinde der offenen Gesellschaft brauchen diese ideologischen Grenzen inkl. äußere Feine, um vom inneren Problem abzulenken. Das ist die Dialektik der Aufklärung und der offenen Gesellschaft.

            „1776“:
            „Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit. Daß zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; daß sobald einige Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volks ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyn dünket. Zwar gebietet Klugheit, daß von langer Zeit her eingeführte Regierungen nicht um leichter und vergänglicher Ursachen willen verändert werden sollen; und demnach hat die Erfahrung von jeher gezeigt, daß Menschen, so lang das Uebel noch zu ertragen ist, lieber leiden und dulden wollen, als sich durch Umstossung solcher Regierungsformen, zu denen sie gewöhnt sind, selbst Recht und Hülfe verschaffen. Wenn aber eine lange Reihe von Mißhandlungen und gewaltsamen Eingriffen, auf einen und eben den Gegenstand unabläßig gerichtet, einen Anschlag an den Tag legt sie unter unumschränkte Herrschaft zu bringen, so ist es ihr Recht, ja ihre Pflicht, solche Regierung abzuwerfen, und sich für ihre künftige Sicherheit neue Gewähren zu verschaffen.“

            P.S.:
            Anders als Du unter Inanspruchnahme Poppers, behauptest:
            „Weil er weitestens von der Illusion entfernt war, dass die Leut’ überall die gleichen freundlichen Schildkröten seien.“

            lehrt „1776“,
            „daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit.“

          • Aristobulus schreibt:

            Dies gemeinet freilich als Wunsch, damit ein Jeglicher in einem Regnum von Freiheit lebe, weil es ihm gut düncket (-;

            À propos, Dank für diese Übersetzung, besser geht’s nimmermehr.

            Leider wollen manche lieber den Anderen den Schädel einschlagen, als es bleiben zu lassen. Obwohl sie genauso menschlich aussehen, wie jene Anderen, die lieber niemandem den Schädel einschlagen – und wobei keiner weiß, woran der innere Unterschied nun liegt oder wie es ihnen auszutreiben wäre.
            So, wie manche kompromisslos für eine offene Gesellschaft sind, wohingegen jedoch manch Andere (vielleicht deren unmittelbare Nachbarn!, wie Du festgestellt hast) jeden faulen Kompromiss eingehen, um die offene Gesellschaft abzuschaffen.

            Das Ganze könnte also unterschiedlos gemischt sein. Ist es aber nicht, weil etwa in den USA oder in Israel sich die offene Gesellschaft durchgesetzt hat (und andauernd befragt, bezweifelt und beschworen wird), aber etwa in Saudi-Arabien oder im Iran hat sich ihr totalitäres Gegenteil durchgesetzt (wobei dadurch auch keiner zur Ruhe kommt).

          • SchallundRauch schreibt:

            Eine Personengruppe fehlt noch, Aristobulus:
            Diejenigen, die sich gerne den Schädel einschlagen lassen.

            Sonst, d’accor. Halt! Nicht ganz: in den USA und in Israel hat sich die offene Gesellschaft nicht durchgesetzt, weil sich die offene Gesellschaft nämlich nie durchsetzt. Also nicht absolut und zur Vollendung. Sie muss jeden Tag aufs neue geschaffen und erhalten werden. Insofern sind alle offenen Gesellschaften immer und ausnahmslos riskierte Gesellschaften. Risikogesellschaften?

          • Aristobulus schreibt:

            Alles im Schädel und außerhalb ist ziemlich riskant (-:

            Gut‘ Nacht.

          • SchallundRauch schreibt:
          • Aristobulus schreibt:

            …danke!, guter Artikel von Jacques Schuster, wenngleich seine Betonung nicht deutlich genug darauf liegt, dass da ’nur‘ Meinungen ins allgemeine Bewusstsein einsickern, nicht? Er hätte mehr darauf abstellen sollen, wie das passiert und was real daraus entsteht.

            Ach immer, wenn mal wieder öffentlich so viel deutsche Identitäten, deutscher Identitätsverlust, deutsche Sonderwege und deutsche Grundzweifel ventiliert werden, kriege ich Schuhsohlenbeben und will am liebsten sofort auswandern.

            Diese uferlose, eitle und verblasene Art von Debatte fing Ende der Achtziger an, nicht?, als Franz Alt seinen durch und durch antisemitischen Brstseller „Jesus, der erste Neue Mann“ geschrieben hatte. Antisemitischer Bestseller, der erste nach 1945, und kaum einem fiel’s auf, und ab da geht’s alle paar Jahre immer mal wieder um deutsche Sonderdrittwege, um grundsätzliches Misstrauen gegen die USA und überhaupt gegen die Moderne, um Friedens- und Moralgesäusel fernab jeder Realität, dafür aber um knallig-reale Ressentiments gegenüber den paar übrigen Juden & deren Macht & Schlechtigkeit.

      • quisa schreibt:

        Die von dir genannten Länder haben ein gewisses Maß an wirtschaftlichen Beziehungen mit westlichen Ländern, ihr Wirtschaftssystem aber tickt dennoch anders. Der freie Handel, der ja eines der Kernindeale der westlichen Welt darstellt, ist in diesen Ländern dennoch nicht gewährleistet. Handel läuft nach einem anderen Prinzip und ist weitaus stärker reguliert. Rohstoffe auf der Rohstoffbörse in St. Petersburg werden mit dem Rubel, nicht dem Dollar gehandelt. Somit stellt das russische System eher einen Gegenblock zum westlichen System dar. Dies spiegelt sich auch in der geplanten Gründung der eurasischen Wirtschaftsunion verschiedener Staaten der ehemaligen Sowjetunion wider, durch die ein ökonomischer Gegenpol zu dem von Europa und USA dominierten westlichen Wirtschaftsblock gestellt. Auf diesem Gegensatz beruht letztlich auch der derzeitige Konflikt in der Ukraine: In welchen der beiden beiden Wirtschaftsblöcke gliedert es sich ein? Eine Bindung in die von russischen Konzernen dominierte eurasische Wirtschaftsunion oder eine engere Bindung an die EU? Beides ist nicht möglich, das haben beide Seiten Grenzen des freien Handels aufgezeigt. Letztlich haben auch viele westliche Politiker in den letzten Wochen deutlich gemacht, dass sich die westliche Welt über das Wirtschaftssystem definiert. So wurde die Frage, welchem Wirtschaftsraum die Ukraine zukünftig angehören soll, wie folgt diskutiert: Wird die Ukraine Teil der „freien (westlichen) Welt“ oder der von Russland dominierten Welt? Hier zeigt sich dann auch, dass andere Prinzipien ausser der Frage danach, in welche Wirtschaftsunion man sich integriert, dabei keine Rolle spielen. Würden beispielsweise auch die Prinzipien Demokratie und Rechtsstaatlichkeit eine Rolle dabei spielen, würde die EU das Kooperationsabkommen mit der Ukraine nur dann abschließen, wenn diese eine demokratische legitimierte Regierung hätte (also beispielsweise den Zeitpunkt nach den Wahlen abwarten), nicht aber mit einer Putschregierung. Auch Menschenrechte scheinen dabei eine geringere Rolle zu spielen, sonst würde man wohl anders auf die Völkermorddrohungen reagieren, die die Präsidentschaftskandidatin Julia Timoschenko gegen im Land lebende Russen ausgesprochen hat.
        Im Gegensatz zu China oder Russland ist Saudi-Arabien ganz eindeutig in das westliche Wirtschaftssyste eingebunden. Die Existenz der westliche Welt in ihrer derzeitigen Form (ein wichtiges Merkmal ist hier nun mal definitiv der relative ökonomische Wohlstand in den Kernstaaten der westlichen Welt) wäre ohne saudisches Öl schlicht und einfach nicht möglich. Saudi-Arabien kann man somit als einen zentralen Antriebsmotor der westlichen Welt betrachten.
        Alle COmmonwealth-Staaten sind niht nur eindeutig in das westliche ökonomische System integriert, ihnen steht sogar direkt die Queen von England vor, und Großbritannien ist nun mal ein Kernstaat der westlichen Wertegemeinschaft.
        Und warum kann ein failed-State nicht der westlichen Wertegemeinschaft angehören? Beispielsweise wurden der Irak und Afghanistan durch westliche Truppen von menschenverachtenden Diktaturen befreit, wurden somit Mitglied der freien (westlichen) Welt. Ginge man davon aus, sie wären nach der Befreiung kein Teil der westlichen Welt, müsste man ja davon ausgehen, sie seien erobert und nicht befreit worden. Und Irak und Afghanistan sind ganz eindeutig Failed States.

        • bluefisk schreibt:

          Eine Gesetzgebung, die Schwule mit erheblichen Strafen oder sogar dem Tod bedroht, zeigt gerade, dass diese Staaten NICHT der westlichen Wertegemeinschaft angehören. Dass dies in vielen Ländern des „Westens“ früher mal auch so war, tut nichts zur Sache. Denn die haben diese beschämende Praxis i.d.R. aus eigenem Antrieb geändert.
          Und…sorry…Saudi Arabien, nur weil wir von deren Öl abhängig sind, dem Westen zuzuordnen, ist wirklich sowas von albern, dass ich mir da jedes weitere Argument spare.

        • Aristobulus schreibt:

          Quisa,
          das hast Du nicht schlecht analysiert – nur Deine Schlussfolgerung „dass sich die westliche Welt über das Wirtschaftssystem definiert“ stimmt nicht, weil Du damit die EU mit dem Westen verwechelst.
          Gerade die EU hat keinerlei politische Vision, sie agiert als Bürokratengemeinschaft. Die USA garantieren für die Sicherheit der EU. Die sind der Westen mitsamt den Ideen, die den Westen ausmachen.

          Der Irak und Afghanistan, die Du zu Recht als Beispiele erwähnst, wurden ja nicht durch die EU befreit. Und naturgemäß können das keine westlichen Länder sein: Dazu braucht es etwa eine Generation – und vor Allem muss zuerst die totalitäre Ideologie gebrochen werden, darf keine Macht mehr haben.

          Analog wurde Deutschland erst ab 1948 ein Teil der westlichen Welt, nachdem der Nazismus bis ins letzte Haus besiegt war. 1918 war es noch längst nicht so weit. Der Antiwesten beherrschte die Köpfe und wurde stärker.

          – Noch eins: Der Westen ist nicht vom saudischen Öl abhängig, weil dieses Öl der Motor für den Wohlstand wäre. Westlicher Wohlstand entstand schon lange Zeit zuvor, hat eine lange Geschichte. Es gibt aber leider eine Öllobby – eine Scheichlobby.

  2. quisa schreibt:

    Interessant ist wirklich, in wie vielen Ländern der westlichen Welt drakonische Strafen auf Homosexualität stehen. Auch bei den Ländern mit Todesstrafe sind Länder der westlichen Welt vertreten vielfach vertreten. Zum einen die Commonwealth-Staaten Nigeria, Uganda und bald Brunei. Zum anderen die Vereinigten Arabischen Emirate, deren Wirtschaftszentrum Dubai mit seiner diversifizierten Ökonomie und seinen vielen Freihandelszonen als ein Paradies für internationale Investoren gilt und zur ökonomisch stärksten und weitest entwickelten Stadt des Nahen und Mittleren Ostens wurde. Und nicht zuletzt das Herzstück der westlichen Welt: Saudi-Arabien, das mit seinen unermesslichen Erdölreserven überlebenswichtig für die Wirtschaft und das Militär der westlichen Welt ist.
    Bei vielen der oben genannten Länder muss man sich allerdings auch die Frage stellen, wie diese Gesetze umgesetzt werden. Häufig stehen sie nur auf dem Papier. In Swasiland beispielsweise werden diese Strafen nicht vollstreckt. Ich selbst bin dort für eine Weile mit zwei britischen Lesben rumgereist, die dort sogar öffentlich Zärtlichkeiten ausgetauscht haben (was dort normalerweise weder Hetero- noch Homosexuelle tun). Bis auf einen Busfahrer, der mich in einem ruhigen Moment über seine Verwunderung informiert hat, schien das dort niemand wirklich zu interessieren

    • Aristobulus schreibt:

      ???

      – Nigeria ist ein failed state (hat nichts, aber auch gar nichts mit der westlichen Welt zu tun).
      – Uganda und Brunei sind von der westl. Welt so weit entfernt wie nur möglich.
      – Die Vereinigten Arabischen Emirate sind eine superreiche, perverse Diktatur.
      – Saudi-Arabien ist ein Feind der westlichen Welt, feudalistisch, reaktionärer als reaktionär, judenhassend, frauenverachtend.

  3. Martin schreibt:

    Eigentlich könnte man den Pupsstaat Brunei mit seinem 3200 Soldaten starken Heer einfach im Rahmen einer erweiterten CSD Parade überrollen 😉

    • SchallundRauch schreibt:

      Brunei hat ca. 400.000 Einwohner. Davon sind 66%, also 264.000 Muslime.
      Die Anzahl der 15- bis 64-jährigen in Brunei beträgt 70,9% oder 187176 Menschen im geschlechtsfähigen Alter. Wenn nur 2% der Muslime homosexuell sind, sind 3744 Menschen in Brunei ab dem 22.April mit dem Tode bedroht. Mit dem Tode bedroht sind ab diesem Tag in Brunei auch außer- und vorehelicher Verkehr. Da bei einer Gesellschaft dieser Größe eigentlich jeder jeden über 7 Ecken irgendwie kennt, sollten ab 22. April sämtliche geschlechtsfähigen muslimischen Einwohner Bruneis mit ihrem eigenen oder dem Tod eines Angehörigen oder Freundes unmittelbar konfrontiert sein. Gleichzeitg müssen sie wahrscheinlich auch alle zur Steinigung ihrer Lieben antreten.
      Da hat ihnen ihr Sultan aber was eingebrockt.

      • Aristobulus schreibt:

        Der will weniger Bruneisten.
        Im Grund ist er konsequent – weil man als Moslem Andere umbringen muss. Anderenfalls ist man kein Moslem, sondern ein Apostat bzw. Ungläubiger bzw. Rassist, nicht?

        • SchallundRauch schreibt:

          Rassist?

          • Aristobulus schreibt:

            …ist jeder, der das nicht tut oder das kritisiert.
            Gell?

          • SchallundRauch schreibt:

            Ich verstehe nicht.

          • Aristobulus schreibt:

            Es ist Rollenprosa, SchallundRauch. Habe z.B. die Auffassung von Judith Butler (und der meisten Grünen) wiedergegeben, dass es sich nicht gehöre und besonders pfuibäh sei, Moslems oder gar den Islam für befohlene Mordtaten, Frauenhass, Schwulenhetzerei, Judenhass usw. usf. zu kritisieren, weil man dann ein Rassist sei.

            Schon der großen Orianna Fallaci fiek es anno 2001 auf, wer beständig „Rassist!“ ruft, wenn diese Art der Kritik laut wird. In ihrem Fall riefen es besonders gern linke Funktionärinnen. Heute und hierzulande tun das Leute wie Claudia Roth, die Süddeutsche Zeitung, der Zentralrat der Muslime undsoweiter

          • SchallundRauch schreibt:

            Ahso, jetzt hab ich’s. Merci.
            Bin am Konditionaladverb und den Konjunktionen gescheitert.

  4. liscorne schreibt:

    in Russland gibt es massive Verfolgung von Homosexuellen, bis zu Folter & Mord & die Regierung läßt die Täter gewähren, z.B. :

    „Staatlich angeordnete Homo-Verfolgung in Russland!
    Was in St. Petersburg bereits in Kraft ist, soll bald ganz Russland überziehen: ein Gesetz, das jeden Bezug zu Homosexualität strengstens unter Strafe stellt.
    Es ist ein gewaltiger Rückschritt. Und ein enorm beängstigender noch dazu. Schwule und Lesben in Russland könnten sich bald unbegrenzter und alltäglicher Verfolgung und Übergriffe ausgesetzt sehen.
    Was Viele schon im letzten Jahr bei der Einführung der Anti-Homo-Gesetzes in St. Petersburg befürchteten, steht in der russischen Duma kurz vor der Verabschiedung.“
    oder auch hier: http://www.sueddeutsche.de/politik/homosexuelle-in-russland-wenn-der-stadtbummel-zur-propaganda-wird-1.1750154

  5. Aristobulus schreibt:

    Genehmigt.
    – Ich schlage vor, dass Judith Butler die Eröffnungsrede halten möge. Oj, Moment, ist sie nicht Jüdin?, und dürfen Jüdinnen nach Brunei einreisen? Wir brauchen ganz schnell eine Konstruktion wie Gender Mainstreaming analog für’s jüdische Dasein, womit das Judentum dann als Balken im Auge des Betrachters und überdies als überholt erklärt wird, weil Abraham, Moses und Ben-Gurion Moslems gewesen sind.

    Dann darf sie die Rede halten. In der sie sagt, dass es rassistisch sei, Schwule nicht zu steinigen. (Beifall des Sultans, Beifall der Prinzen.)
    Über Lesben wird sie nichts verlauten – weil sie ja keine ist, nur ein exjüdischer Ehemalsbalken im Auge des neutralen Betrachters.

    • Schum74 schreibt:

      Judith Butler als Eröffnungsrednerin ist the Idee.
      Doch geht’s Du mir etwas zu jeckisch, will sagen, zu legalistisch an die Sache heran.
      Schau: Normalerweise kriegen Juden keine Einreisegenehmigung für moslemische Länder. Das ist richtig. Aus diesem Grund durfte 2012 Enrico Macias den ehemaligen Präsidenten Sarkosy nicht zum Staatsbesuch nach Algerien begleiten.
      Doch zum guten Zweck, zum Zweck Allah gefälliger Handlungen dürfen Juden überallhin.
      Wie heißt es im Hadith?
      „Ihr werdet die Juden bekämpfen, bis einer von ihnen Zuflucht hinter einem Stein sucht. Und dieser Stein wird rufen: Komm herbei! Dieser Jude hat sich hinter mir versteckt! Töte ihn!“
      Dazu müssen sie erst hinter die Steine kommen, nicht? Per Bahn, per Schiff, per Flugzeug, auf Eselsrücken. Dazu dürfen, ja sollen sie, heiligen Uma-Boden jederzeit betreten.
      Also auch kein Problem für Judith Butler, die man anschließend dort behalten wird. Nicht hinter einem Stein. Davor. Vor vielen Steinen. Zum Festhöhepunkt.

      http://www.lepoint.fr/ces-gens-la/chanson-enrico-macias-humilie-de-ne-pouvoir-revoir-l-algerie-21-11-2012-1531570_264.php

  6. abusheitan schreibt:

    In Rußland ist Homosexualität weder verboten noch strafbar.
    Die Werbung vor allem bei Jugendlichen dagegen schon.

    • ceterum censeo schreibt:

      Genau das wollte ich auch eben schreiben. Die Russen wollen nicht, daß sich Männer am Straßenrand unter den Augen von Kindern gegenseitig einen blasen, wie bei unseren bunten Festen namens CSD. ( zitiere hier Pirincci ) Bei denen fuchtelt auch keine Kindergärtnerin oder Lehrerin mit Plüschmuschi und Pimmel vor den Kleinen rum!

      • bluefisk schreibt:

        Im Gegensatz zum CSD-Experten Pirincci habe ich persönlich noch nie erlebt, dass sich zwei Männer am Straßenrand unter den Augen von Kindern einen blasen. Und ich geh‘ regelmäßig dahin. Und selbst wenn das mal passieren sollte: Ist das dann schlimmer, als wenn eine Frau einem Mann am Straßenrand einen bläst auf so bunten Festen wie der Love Parade oder Street Parade? Und was sagt mir das über jemanden, der das pauschal allen Schwulen vorwirft, bei Heterosexuellen aber die Klappe hält?

    • bluefisk schreibt:

      Bitte lass mich nicht dumm sterben und erklär mir: Was bitte ist „Werbung für Homosexualität“ und wie funktioniert die?

      • Aristobulus schreibt:

        Yeppp, Bluefisk, das ist sie, die Frage der Fragen!, und die Antwort wüsst‘ ich auch gern.

        Schwulentum und Judentum haben nun mal eins gemeinsam: Dass sie nicht missionieren.
        ‚Werbung für’s Judentum‘ ist also niemals dafür gedacht, dass einer a Jid werden sollte, sondern diese Werbung soll darüber aufklären, dass Juden halt keine Kinder wegen des Blutes schlachten, und dass sie auch sonst keine bös-archaischen Rituale haben.
        So wie „Werbung für Homosexualität“ niemanden schwul machen kann, der es nicht ohnehin ist. Sie will justement darüber aufklären.

        • Eliyah schreibt:

          Also, wenn mich ein Schwuler anbaggert (schon häufig passiert) und mir die Vorzüge des Homosexuellen Sex bildlich erklärt und mir deutlich macht, dass ich bisher einfach nicht wusste, dass ich eigentlich tief in mir drin (wo er hin will) homosexuell bin, das ist also nicht werbend? Nun denn… Es mit dem Judentum zu vergleichen ist m.E. mehr als unangebracht.

          • Aristobulus schreibt:

            Dann hat er Dich für schwul gehalten. Kann passieren – und schadet Dir ja nichts.

            Und/oder es gibt im Schwulentum auch ein paar wirre Messianics, die glauben, dass alle so sind nein sein sollten nein müssten wie sie selbst (-;

          • Eliyah schreibt:

            Du irrst. Alle, die mich angebaggert haben wussten genau, dass ich nicht schwul bin. Verstehe mich nicht falsch, ich prangere das nicht an. Ich fühlte mich zwar bedrängt, aber eben auch geschmeichelt. So müssen sich Frauen fühlen, die von Männern angegraben werden. Aber zu behaupten, das „Schwulsein“ würde nicht missionieren, ist doppelt falsch. Erstens ist „schwul“ keine Religion und zweitens ist es für Schwule offenbar emotional ähnlich schwer verständlich, wie man hetero sein kann, wie für einen Hetero, schwul zu sein. Daher schliesst man von sich auf andere und meint, die anderen müssen auch so sein wie man selbst, sie haben es nur noch nicht entdeckt.
            Wie auch immer man es wendet, „Schwulsein“ und Judentum in ihrem Missionsdrang zu vergleichen ist und bleibt einfach unpassend.

          • Aristobulus schreibt:

            Jeder Vergleich hinkt, Eliyah, wenn man lang genug nach dem Hinkebein sucht.

            Schön, das Schwulsein ist keine Religion. Ist das Judentum eine Religion? – Bei beiden Aussagen fehlt der größte Teil.

            Also, was ich mit dem nicht Missionieren meinte, ist Folgendes: Es kann niemand schwul gemacht werden, nicht durch Überredung oder durch Ausprobieren. Mancher probiert’s aus, wenn ihn der Versuch nicht stört, und stellt fest, dass ihm was fehlt. Er ist nicht schwul gemacht worden.
            Wenn ihm jedoch nichts fehlt und er in seinem Element ist, dann ist er noch immer nicht angeschwult oder missioniert worden – sondern dann war er auch vorher schwul, ohne es gewusst zu haben.

            Folglich lässt sich Schwulsein nicht propagieren (es ging um diesen russischen Satz), obgleich in Russland die Propaganda für’s Schwulsein verboten ist. Ein völlig unsinniges Verbot, das suggeriert, dass jemand durch schwule Propaganda schwul gemacht werden könnte.

          • Eliyah schreibt:

            Ich verstehe schon, was Du meinst. Aber: Ich glaube nicht, dass sich die Menschheit in Homo und Hetero aufteilen lässt. Es ist vielmehr so, dass jeder Mensch beide Seiten in sich hat und nur die Gewichtung bei den meisten deutlich stärker auf dem Hetero liegt oder die Homo-Seite unterdrückt wird. Daher ist „Werbung“ m.E. tatsächlich möglich, denn es ermuntert den Menschen, seine Homosexuelle Seite zu erkunden. Ich sage das bewusst ohne Wertung.
            Wäre das nicht so, dann hätten die Heteros keine Angst vor Homosexualität und würden auch keine entsprechenden Gesetze erlassen oder in religiöse Bücher schreiben. Denn es würde sie nicht betreffen. Ich mutmasse einfach mal, dass die lautesten Homohasser am liebsten selbst schwul wären.

          • Aristobulus schreibt:

            Stimmt völlig, was Du schreibst.
            Also möge jemand doch ohne Verbote oder Behinderungen oder gar Bedrohungen seine schwule Seite erkunden dürfen, wenn er denn das Bedürfnis hat (die meisten haben es wohl nicht). Wenn das Ergebnis positiv ist und es ihn erfüllt, tant mieux, nicht?
            Zumal es ja niemandem schadet.

  7. mike hammer schreibt:

    nun, ich habe FIREFOX deinstaliert weil der CEO rausgeworfen wurde,
    wegen seinem traditionellen familien bild und einer spende von 1000$.
    seit dem sich große Homo organisationen der BDS und dem
    palestinismus hingeben, obwohl man sie dort
    killt, ist mein mitleid auch irgendwie
    sehr gedämpft.

  8. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    „Brunei fordert Todesstrafe für Homosexuelle“
    Meine Forderung: Todesstrafe für überflüssige Scheichtümer!

  9. peter schreibt:

    Ein paar Schoenheitsfehler. Es heisst „vorherrschende Religion“, aber in der aufzaehlung wird die Mehrheitsreligion genannt. Das ist nicht unbedingt identisch. Die regierende Klasse in Eritrea ist christlich (wie in Aethiopien), Selbst was die Demographie angeht gibt est stark abweichende Statistiken (http://en.wikipedia.org/wiki/Eritrea#Religion).
    Die Cook-Inseln sind christlich gepraegt, Maori ist die Sprache – 56% der Bewohner sind Mitglieder der Cook Islands Christian Church (http://en.wikipedia.org/wiki/Cook_Islands_Christian_Church).

  10. bluefisk schreibt:

    Kleine Anmerkung bezüglich Singapur: Auch wenn homosexueller Sex dort offiziell noch illegal ist (schlimm genug), findet im Grunde keine juristische Verfolgung mehr statt. Singapur verfügt außerdem über eine recht lebhafte und alles andere als versteckte Schwulenszene. Zudem dürfte die atihomosexuelle Gesetzgebung dort eher auf alte britische Strafgesetze zurückgehen, statt auf buddhistische Einflüsse.

    • Sophist X schreibt:

      Ähnliches findet man zu Barbados per Google. Es sind Gesetze aus der britischen Kolonialzeit, die als überkommen gelten. Kein Vergleich mit der Rückkehr Bruneis ins muselmanische Mittelalter.

      • Aristobulus schreibt:

        Wo bleibt eigentlich der riesige Aufschrei der linken, schwulen und menschenrechtelnden Netzwerke wie Avaaz usf., die etwa im Fall von Uganda (als dort Homosexualität unter Strafe gestellt werden sollte) hunderttausende Unterschriften mobilisiert haben?
        Nichts.
        Schweigen im Walde.
        Ach so – in Uganda sind ja keine Moslems die Schwulenhasser. Die dürfen das dann nicht.
        Einfach bloß noch verkommen…

  11. Eliyah schreibt:

    Schon erschreckend, wie wenig sich Christlich dominierte und Islamisch dominierte Länder da nehmen. Im Judentum ist Homosexualität auch nicht erlaubt, aber der Umgang damit doch ein komplett anderer. Ich habe das hier mal in einem Interview beschrieben:

    Wie ist es, wenn jemand als Jude geboren ist, gläubig ist und trotzdem seine Homosexualität leben möchte?
    Das geht. Es gibt homosexuelle religiöse Juden. Sie ecken natürlich an einigen Orten an, aber ich erkläre das immer so: In der Thora steht, dass man einem Mann nicht wie einer Frau beiliegen soll, da es Gott ein Gräuel ist. Aber es steht keine Strafe dafür drin. An einer anderen Stelle steht: Du musst den Sabbat halten, tust du das nicht, sollst du getötet werden. Das ist aber ein spiritueller Tod, und Juden, die den Sabbat brechen, werden nicht aus unserem Leben ausgeschlossen. Wenn Freunde von mir für sich entscheiden, den Sabbat nicht zu halten, respektiere ich das und lade sie trotzdem zum Sabbat-Essen ein.

    Sie grenzen sie also nicht aus.
    Nein, vielleicht machen das irgendwelche Extremisten. Wenn ich aber gegenüber einem Menschen, der den Sabbat bricht, offen und freundlich bin, muss ich es gegenüber einem Schwulen umso mehr sein. Der begeht eine viel kleinere Sünde, als den Sabbat zu brechen.

    Rest des Interviews:

    http://www.derbund.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/In-Israel-habe-ich-zum-ersten-Mal-das-Gefuehl-von-Heimat-erfahren/story/31750058

    • SchallundRauch schreibt:

      „In der Thora steht, dass man einem Mann nicht wie einer Frau beiliegen soll, da es Gott ein Gräuel ist. Aber es steht keine Strafe dafür drin.“

      Lieber Eliyah,
      im modernen Judentum verhält es sich wohl so, daß Homosexuelle weitestgehend toleriert werden.
      Historisch verhielt es sich wohl so, daß die Todesstrafe im Judentum recht selten angewandt wurde.

      Was aber falsch ist, ist Deine Behauptung, es gäbe im Tanach keine Strafandrohung für Homosexuelle, resp. Schwule.
      Da steht – wenige Zeilen nach der von Dir zitierten Stelle – nämlich auch:
      „Wenn ein Mann mit einem Mann schläft wie mit einer Frau – ein Greuel haben beide verübt, sterben, ja sterben sollen sie, ihr Blut über sie!“
      (Wajjikra / Leviticus 20, 13)

      In der Mischna (mSanhedrin 54a) wird die Androhung der Todesstrafe für männlichen Geschlechtsverkehr bestärkt.
      Ebenso im Talmud (bSanhedrin 54a).

      Außerdem ist der Talmud (bKidduschin 82a) der Auffassung, daß es keinen schwulen Juden gäbe oder – vice versa – ein Schwuler kein Jude sein könne. (Was einem sozialen Ausstoß aus der Ingroup gleichkommt.)

      Daß der heutige Staat Israel sehr fortschrittlich und vorbildlich in Bezug auf die auch für Homosexuelle uneingeschränkt geltenden Menschenrechte ist, spricht für die Bildungsfähigkeit des religiösen Judentums und der jüdischen Gesellschaft. Und daß etwa das Sulanat Brunei jetzt die Todesstrafe für Homosexuelle einführt, spricht für die geistige Blockade und Menschenverachtung dieser Gesellschaft. Wenn Brunei pars pro toto für islamisch (von der Scharia) regierte Gesellschaft steht, dann wird der Unterschied eklatant.
      Selbstverständlich ist es nur fair, an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass folgende islamisch geprägten Länder, Homosexualität nicht unter Strafe stellen:
      Albanien, Bosnien und Herzegowina, Indonesien, Jordanien, Kasachstan, Kirgisistan, Kosovo, Mali, Tadschikistan, Tschad und Türkei. (Nicht verboten heißt natürlich nicht automiatisch, daß die Toleranz sehr groß ist.)

      Tel Aviv soll ja eine der schwulenfreundlichsten Städte weltweit sein.
      Nichtsdestotrotz kann man nicht sagen, die moderne Toleranz jüdischer Gesellschaften gegenüber ihren homosexuellen Mitgliedern, ließe sich aus dem oberflächlichen Wortlaut er Thora ablesen.

      • Eliyah schreibt:

        In der Torah wird ein Tod für Homosexuelle Männer prophezeit, aber es gibt keine Aufforderung dazu, ihn zu töten. Im hebräischen Text wird das deutlicher, als in der Übersetzung.
        Auf das Brechen des Schabbates steht aber die Todesstrafe und die Aufforderung, sie zu verhängen. Aber ein Jude, der Schabbat bricht, wird heute nicht nur nicht getötet, denn die Todesstrafe ist seit weit über 2000 Jahren im Judentum abgeschafft worden, er wird auch nicht aus dem Volk ausgeschlossen. Und ein homosexueller Mann daher erst recht nicht.

        • Aristobulus schreibt:

          Ja, so ist die herrschende Meinung im orthodoxen Judentum (modern-orthodox)!

          – Aber frag mal irgendwen auf irgend einer deutschen Straße, was nach dessen herrschender Meinung die orthoxen Juden machen. In Verwünschungen wird er ausbrechen

          • SchallundRauch schreibt:

            Die fragen wir lieber nicht.

          • Klaus Franke schreibt:

            im Alten Testament gilt Homosexualität als Todsünde.
            Auch bei den Zeugen Jehovas, Mormonen den Baptisten und die sich sonst noch gläubig nennen.
            Dabei ist doch gerade bei den katholischen Priestern und Bischöfen die Homosexualität
            besonders die Pädophilie sehr stark verbreitet. Das ist doch deren liebste Freizeitbeschäftigung.
            Beten ist da nur eine Nebensache, eine Art Alibi Funktion.

          • Aristobulus schreibt:

            Jeder, aber auch jeder Satz des Flausens Kranke enthält mindestens zwei Lügen.
            Diese Kunst will geübt sein – so durchdringend zu lügen.

        • SchallundRauch schreibt:

          Das ist für mich neu.
          Welcher Art ist der Tod, der für homosexuelle Männer prophezeit wird?

          יג וְאִישׁ, אֲשֶׁר יִשְׁכַּב אֶת-זָכָר מִשְׁכְּבֵי אִשָּׁה–תּוֹעֵבָה עָשׂוּ, שְׁנֵיהֶם; מוֹת יוּמָתוּ, דְּמֵיהֶם בָּם.
          „V’ish asher yishkav et zachar mishk’vei ishah to’evah asu shneihem mot yumatu d’meihem bam.“

          Welche Bedeutung hat „yumatu“?

          Hier:
          http://www.chabad.org/library/bible_cdo/aid/9921/jewish/Chapter-20.htm#v=13
          heißt es:
          „shall be put to death“

          Das ist eindeutig, nicht?

          Der Baptist John Gill (1697 – 1771 Northhamptonshire) bezieht sich auf den jüdischen Gelehrten Aben Esra (1092-1167 in Tudela / Spanien) wenn er für den Gräuel der des Verkehrs zwischen Männern die Todesstrafe durch Steinigung fordert.

          http://www.judentum.net/religion/homosexualitaet.htm
          „Die Mischna, die erste große Sammlung jüdischer verbindlicher Lehre aus dem Anfang des 3. Jahrhunderts u.Z. Zeit bekräftigt denn auch folgerichtig die biblische Androhung der Todesstrafe durch Steinigung für den sexuellen Verkehr zwischen zwei Männern (mSanhedrin 7, 4, dort übrigens ganz unauffällig eingeordnet unter vielen anderen derselben Strafe würdigen Verbrechen, zu denen auch die Entheiligung des Schabbat gehört!). Unter den veränderten politischen Verhältnissen jener Tage hatte das nur noch symbolische Bedeutung, denn Juden hatten zu jener Zeit nicht mehr die Souveränität im Land Israel und durften keine Todesurteile verhängen. Aber es zeigt doch deutlich die anhaltende Schärfe der Verurteilung: homosexuelle Akte, das soll die angedrohte Todesstrafe kundtun, wiegen so schwer wie andere todeswürdige Verbrechen, sie gehören mithin zu den schlimmsten überhaupt.“

          Und der Rambam sagt:
          http://www.on1foot.org/text/rambam-laws-prohibited-intercourse-114
          „One who penetrates a man or is penetrated by a man, if they are both adults, they are stoned, since it says “With a man you shall not lie,” whether you penetrate or are penetrated. If one was a minor, aged nine and one day or older, the adult who penetrates or is penetrated by the minor is stoned, but the minor is exempt [from punishment]. If the minor is [exactly] nine years old or younger, they are both exempt [from stoning]. However, it is fitting for the Beit Din to punish the adult with lashes, because he lay with a male, even though the male was younger than nine.
          [Translation by Rabbi Steve Greenberg]“

          >> „they are stoned“

          Ich will gerne dazu lernen.

          • Eliyah schreibt:

            Zwei Juden, drei Meinungen. Direkt aus der Torah lässt sich aber ablesen, dass nur der homosexuelle sexuelle Kontakt zwischen Männern verboten ist und dass es eine schwerere Sünde ist, Schabbat zu brechen, oder ganz aktuell, an Pessach ein Stück gesäuertes Brot zu essen. Nicht verboten ist Homosexualität an sich und auch nicht ein solcher sexueller Kontakt zwischen Frauen. Jede Generation geht damit anders um und wie Ari richtig angemerkt hat, im modern-orthodoxen Judentum ist der Umgang sehr entspannt. Und selbst zur Zeit Rambams war die Todesstrafe schon lange abgeschafft und wenn im religiösen Zusammenhang von Todesstrafe gesprochen wird, dann niemals davon, sie auszuführen, sondern nur um die Sünde zu klassifizieren.
            Dass Homosexualität auch im Judentum eine Sünde ist, lässt sich nicht wegdiskutieren. Aber wie das Judentum mit seinen Sündern umgeht, das macht den Unterschied.

          • SchallundRauch schreibt:

            Es gibt – ganz gleich ob innerhalb oder außerhalb des Jüdischen – eigentlich nur 5 (6) verschiedene Arten mit Homosexualität umzgehen:
            1. Verteufeln
            2. Kriminalisieren
            3. Pathologisieren
            4. Akzeptieren
            5. Ignorieren
            (6. Homosexuell sein)
            6. kann einen der Punkte 1. – 5. beinhalten.

            Und dann gibt es noch die siebte Möglichkeit, die ist aber der Schatten der anderen:
            7. Propagieren

Seid gut zueinander!

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