Die Trennungslinie

„Die Trennungslinie verläuft bei uns nicht zwischen links und rechts, sondern zwischen freiheitlich und autoritär.“

An diesen Satz aus den Wiesbadener Grundsätzen der FDP musste ich denken, als ich heute eine mehr als erhellende Auseinandersetzung mit einer erklärten Kommunistin auf Facebook hatte. Alles fing damit an, dass sie einen Beitrag von mir kommentierte, in dem ich mich auf die FDP bezogen hatte:

Sie: Die FDP ist so weit vom Liberalismus entfernt wie die NPD von der Menschlichkeit.

Ich: Ist das nicht eine leicht geschmacklose Verharmlosung der NPD?

Sie: Etwas radikal überspitzt, aber doch eine Einladung zum Gespräch.

Ich: Etwas.

Sie: Ich habe schon öfters gelesen, dass Personen, die sich zu der FDP zugehörig fühlen, einen IQ Mangel aufweisen. Entweder einen Jahresgehalt von über 70.000 Netto oder IQ unter 70 oder auch beides. 🙂

Ich: Die Linke ist so weit von Links entfernt wie …

Sie: Ich finde es überaus traurig, dass Du so radikal geworden bist. Aber typisch FDP. Ich habe nicht angefangen, (Ach nein?) Dich zu beleidigen, jedoch ist es für dich ein Grund, mich zu beleidigen. Denk mal darüber nach, wer hier unmenschlich und antiliberal ist?

Ich: Ich Dich beleidigt? Wo? Ich unmenschlich? Geht es eine Nummer kleiner? Radikal? Ich? Allein Deine Mail ist radikaler als alles, was ich Dir je geschrieben habe.

Sie: Du hast mich persönlich angegriffen, anstatt sachlich zu argumentieren.

Ich: Wo?

Sie: Die Linke ist so weit von Links entfernt wie die …

Ich: Warum jammerst Du jetzt über eine Waffe, die Du selbst abgefeuert hast? Du kritisierst einen Satz, der nur eine abgemilderte Form eines Brutalokommentars von Dir ist.

Sie: Wenn du dich mit Deiner Partei identifizierst, dann bist du wirklich nicht weit vom Faschismus. BIST DU nicht ein Individuum? Interessante Gruppendynamik.

Ich: Eine deutlichere Relativierung des Faschismus bekommt man vermutlich nur beim Vorstandstreffen der Neofaschisten zu hören. Heute sagt eine Kommunistin: Der Faschismus ist nicht viel gefährlicher als ich. Glückwunsch! Außerdem: Du identifizierst Dich mehr mit der Partei als ich.

Sie: Mit welcher?

Ich: Der FDP. Du brauchst sie als Feindbild, eine sehr perfide Form der Identifikation. Wie sagte einst Heinrich Böll: „Ich mag keine Atheisten, sie reden mir zu oft von Gott.“

Sie: Das ist Ideologiekritik.

Ich: Du kritisierst keine Ideologie. Du lebst eine.

Sie: Du solltest Psychoanalytiker werden. Nun, gut. Wenn Du der Ansicht bist, dass Du Recht hast, dann ist es halt so. Ich beanspruche nicht die Wahrheit gepachtet zu haben.

Ich: Ich schon. Gerade jetzt zum Beispiel bin ich von meiner Ansicht sehr überzeugt.

Sie: So überzeugt, dass andere Ansichten schlichtweg falsch sind? Wenn das nicht dogmatisch ist.

Ich: Natürlich! Ich stehe zu meiner Meinung. Nennt sich Individualismus, Aufklärung, Liberalismus.

Sie: Aufklärung? Warte mal. Voltaire hat da was gesagt: „Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen können.“

Ich: Das war nicht Voltaire. Das war Evelyn Beatrice Hall.

Ein paar Minuten später fand ich diese Statusmeldung auf der Facebookseite der Frau:

„Weshalb, verdammt nochmal, sind FDP’ler so radikal? Entspricht es nicht dem Liberalismus, sich auch mit anderen politischen Ansichten zu befassen und sachlich darüber zu diskutieren? Aber Liberalismus ist sicherlich kein Merkmal der FDP. So, wie sich die Anhänger Verhalten ist es ein Faustschlag gegen den Liberalismus.“

Ich verstehe es auch nicht.

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114 Antworten zu Die Trennungslinie

  1. A.S. schreibt:

    Auch wenns hier nur teilweise passt ein Link (geklaut von der Achse d.G.), der die Intelligenz mancher Friedensbewegter prima zeigt, am Beispiel von Konstantin Wecker.

    Zum Thema Krim fällt dem auch nur wieder „Kriegslobby“, „unser Wirtschaftssystem“ und „Deutschland wird auf der Krim verteidigt“ ein.
    Nichts über Putins Nationalismus, das neue völkische Denken in Russland und der sich wieder offener zeigende Expansionsdrang. Nein, für den ist plötzlich die Bundesregierung schuld. Natürlich ohne dass er erklärt wie Merkel & co. eigentlich in der Ukraine agiert haben sollten. Wie immer, die tatsächlichen Macher sind in diesem Weltbild immer unschuldige von außen zu ihren Handlungen gezwungene Opfer, nie die Verantwortlichen.
    Herr lass Hirn vom Himmel regnen…… So eine Realitätsverzerrung hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Merkel und Steinmeier als Kriegstreiber hinzustellen, obwohl beide offenkundig das Gegenteil wollen….. Geht’s noch?

    • Aristobulus schreibt:

      Wecker ist ein wahrer Künstler und Fernseher, denn jeder einzelne seiner Sätze ist künstlich und dabei so wahr wie Fernsehen. Und er ist ein Peripathethiker (grch. „umtriebige Großfühlerei“), so wie damals die edlen hellennischen Filosofen, die dauernd herumgingen, immer herum, auch mit den Worten (im Hain des Peripathos, wo sie umherschlichen, wenn sie nicht soffen).

      Und das Staatsfernsehen überträgt diesen Seich. Das sind wahre Künstler, wenn nicht die Wahrsten der Eigentlichen.

      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        Wecker ist ein lupenreiner Wecker. Vor Allem geht er mir auf DENSELBEN!

        • Aristobulus schreibt:

          Wieder’n Limerick zur Nacht.

          Der Konstele Wecker, nicht g’lyncht in München,
          will wieder mal Grünchen mit Rot-Tünche tünchen.
          Und macht sich erbötig
          beim Friiieden – so nötig.
          So lyncht er sich günstig und günst’ger die Strümpfchen.

          Der Konstl der Wecker, der Linksbühnenherr,
          schnupft sich als Scharmörer die Linkshühner her.
          Die runden die Augen
          und saugen und saugen –
          nicht ahnend, dass nimmermehr Sühne dafür.

          • Gutartiges Geschwulst schreibt:

            @Aristobulus: „Der Konstele Wecker, nicht g’lyncht in München, …“

            Man kann nicht alles haben, Aristobulus.
            Dafür verwandeln Ihre Limericks jeden (selbst eierlosen) Wecker zur Eieruhr.

          • Aristobulus schreibt:

            (-:
            Mir immer eine Freude, wenn’s irgendwo rasselt.

  2. Martin schreibt:

    „Möchtest Du schon mal vorsterben?“

    Der war schön 🙂 Fein geschrieben.

  3. mike hammer schreibt:

    der BOSS ist sehr nett zu der genossin.

    komunisten sowie ihre filialen, faschisten
    und nazis, brauchen ein paar dinge um zu diskutieren.
    -als erstes wollen sie respekt, die anerkennung ihrer
    bildung, ihrem willen gutes zu tun……
    -anerkennung ihrer experten, wobei die komis diese experten oft falsch zitieren
    oder denen falsche zitate ins maul stopfen….
    -oberhoheit über terminologie, sozial, progressiv, ausserparlamentarisch, rassistisch…..

    überlässt man diesen menschenhassern auch nur einen teil davon, hat man ruckzuck
    totschlag klischees am bein kleben und rudert zurück in den abgrund.
    komunisten & co sind dumme ungebildete ohne eigene meinung.
    ihre politik ist abscheulich, erst mal geoutet verdienen
    sie nur abscheu und angesichts ihrer untaten sind sie moralisch
    im bereich zwischen massenmörder und kinderschänder angesiedelt.
    die terminologie, das ideologiesprech sollte man ihnen sofort
    in den hals stopfen, auf ihre untaaten verweisend.

    wenn sie dann jammern, man würde nicht höflich diskutieren….auslachen, sie haben
    gerade einen menschehasser bloßgestellt.

  4. mike hammer schreibt:

    Menschen wollen in Frieden leben, echten andauernden Frieden, der Frieden der
    mit der Unabhängigkeit vom Staat einher geht die Freiheit die dem einzelnen gewährt
    sein Leben selbstständig zu gestalten, sein eigenes Geld aus zu geben und
    seine eigenen Entscheidungen unabhängig zu treffen.
    Frei nach
    Margaret Thatcher

  5. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    @Thomas ex Gotha: “Schon ein possierliches Bild, wie hier die Kommentatoren wie verschmähte Liebhaber darüber greinen, dass der Herr Buurmann nicht mehr mit ihnen, sondern lieber mit einer Dame auf Facebook kommuniziere.”

    Sind Sie mal wieder Ihrer Sinne nicht mächtig, Herr ex Gotha? Nicht “Die Kommentatoren”, sondern einzig Aristobulus hat einen dahin gehenden Kommentar geschrieben, welcher zudem so wirkt, als sei er eher ironisch gemeint.

    @Thomas ex Gotha: “Könnte es vielleicht damit zu tun haben, dass sie alle seiner Meinung sind und lediglich versuchen, seine Position durch Beleidigungen (“Schnepfe”, “Dreckschwein”) zu bekräftigen?”

    Könnte es vielleicht damit zu tun haben, dass eine Kreatur, die Andersdenkende mit Nazis in Verbindung bringt, tatsächlich nicht mehr ist, als eine Schnepfe und Dreckschwein?

    @Thomas ex Gotha: ”Da will ich mich mal erbarmen und hier den Gegner spielen, … “

    Wie huldvoll, Herr ex Gotha, dass Sie uns Würmern Ihre wertvolle Zeit und großartigen Gedanken opfern, während die UNO-Vollversammlung vermutlich fieberhaft auf Ihre nächste Rede wartet.
    Den Rest ihrer enormen Geisteskraft stopfen Sie in die Frage, ob die “LINKEN” kommunistisch sind.
    Gerd Buurmanns Artikel handelt von einer schäbigen Sektiererin, die behauptet, dass Liberale der NPD nahestehen.
    Haben Sie dazu eine klare Meinung, verehrter Herr ex Gotha?

    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      P. S.
      Bitte schämen Sie Sich nicht, wenn Ihnen versehentlich ein sinnvoller Gedanke unterläuft.
      Ihr
      G.G.

    • ceterum censeo schreibt:

      Lassen Sie mich mal´n bißchen relativieren. Die Schnepfe wird wohl kein Dreckschwein sein, denn ihre Dämlichkeit hat sie ja gezeigt. So eine hatten sie letztens auf der Achse (s.u.).
      Der Rest bleibt so stehen: wer sich mit dem Kommunismus beschäftigt hat und ihn gut findet, IST EIN DRECKSCHWEIN, PUNKT.
      http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/weiblich_vegan_tolerant_links_pflegeleicht_und_bloed_sucht

    • Thomas ex Gotha schreibt:

      Nun will ich Ihnen, „gutartiges Geschwulst“ doch einmal ein wenig meiner, da haben Sie durchaus – und warum sollte selbst Ihnen das nicht einmal passieren? -Recht, wertvollen Zeit widmen und Sie ein wenig aus der offenkundig selbstverschuldeten Unmündigkeit erlösen:
      Ich zitiere der Einfachheit halber mal das, was die hier Vielgescholtene zum Thema NPD sagte: „Die FDP ist so weit vom Liberalismus entfernt wie die NPD von der Menschlichkeit.“ Das ist lediglich ein Vergleich, zugegebenermaßen ein nicht sehr geistreicher, aber doch ein Vergleich. Wenn ich schriebe: „Herr/Frau Gutartiges Geschwulst ist von einem gemeinsamen Saunabesuch mit mir soweit entfernt wie ein Kommunist von einem Vorstandsposten bei der Bayer AG“ heißt das nicht, dass Sie ein Kommunist sind, sondern lediglich, dass ich die Möglichkeit eines gemeinsamen Wellness-Events für uns beide eher ausschließen würde. Got it? Dafür spricht auch die von der Dame gewählte Formulierung: „dann bist du wirklich nicht weit vom Faschismus“, die ja besagt, dass sie den politischen Standpunkt des Herrn Buurmans eigentlich eher anders sieht. Keinesfalls hat sie also , wenn man den überlieferten Gesprächsverlauf sine ira et studio betrachtet, behauptet, dass Liberale der NPD nahestünden.

      Aber wenn Sie schon nach „Kreaturen, die Andersdenkende mit Nazis in Verbindung bringen“ suchen, ich hätte da eine gefunden: „Komunismus ist die Dachorganisation des Faschismus wobei der National Sozialismus eine Komunistische Platform ist.“ (Rechtschreibung wie im Original des „mike hammer“, dessen martialische Behauptung „ein früzeitiges Notschlachten rettet im Zweifelsfall Millionen von Menschen“ mich dann doch dankbar sein lässt, hier ein Pseudonym gewählt zu haben, denn wie leicht hält man hierorts – ich erwähnte es oben – biedere Sozialdemokraten für Kommunisten, und wie schnell gerät man in den Verdacht, das eine oder das andere zu sein.)

      • Aristobulus schreibt:

        Es kommt auf dieses Damenwort an, “dann bist du wirklich nicht weit vom Faschismus”, das Sie elegant unter den Tisch fallen lassen, indem Sie befürchten, jemand hier wolle Kommunisten schlachten.

        Es wird ja kein Kommunist ever geschlachtet. Niemand nirgends. Nu, das wussten Sie bereits. Die Gefahr liegt woanders, nämlich im Faschistenschlachten. Wobei es im balkendurchsetzten Auge des Betrachters liegt, ob oder wer ‚Faschist‘ ist, nicht? Jaha, die Postmoderne, sie lebe hoch.
        Bekanntlich sehen die Linksparteilinge, die Islamisten und allerlei sonstige Bessermenschen die Sache ebenso wie die Dame. Also Faschisten seien Israelis und die Judenfreunde, und es wird allerlei vorbereitet, um sie abzuschlachten.
        Zunächst wird Stimmung gemacht.
        So wie immer, bevor es dann realiter losgeht.

        • Thomas ex Gotha schreibt:

          Ungern korrigiere ich Sie, aber just jenes Damenwort vom nicht weit vom Faschismus entfernten B. habe ich eben nicht unter den Tisch fallen lassen, sondern versucht es zu interpretieren. N büschen mehr, und zwar durchaus in dubio, pro rea, nicht aus prinzipieller Sympathie, sondern mehr deswegen, weil das noch keiner versucht hat.

          Ansonsten gilt immer noch das alte, von Wiglaf Droste überlieferte Gesetz: Wer zuerst Fascho sagt, hat gewonnen.

          • Aristobulus schreibt:

            Just indem Sie das Damenwort interpretiert haben, versuchten Sie davon abzulenken, Herr Nachtigall (-;
            (Die alten Schmeilis sind leider weg, also müssen es nun diese prosaischen tun.)

        • Gutartiges Geschwulst schreibt:

          Thomas ex Gotha: “Nun will ich Ihnen, “gutartiges Geschwulst” doch einmal ein wenig meiner, da haben Sie durchaus – und warum sollte selbst Ihnen das nicht einmal passieren? -Recht, wertvollen Zeit widmen und Sie ein wenig aus der offenkundig selbstverschuldeten Unmündigkeit erlösen:”

          Es spricht für Ihr edles Herz, Herr ex Gotha, dass Sie, ungeachtet der größeren Notwendigkeit, auf Ihre eigene Erlösung verzichten.

          Thomas ex Gotha:
          “Ich zitiere der Einfachheit halber mal das, was die hier Vielgescholtene zum Thema NPD sagte: “Die FDP ist so weit vom Liberalismus entfernt wie die NPD von der Menschlichkeit.” Das ist lediglich ein Vergleich, zugegebenermaßen ein nicht sehr geistreicher, aber doch ein Vergleich.”

          Wenn es doch lediglich ein neutraler Vergleich ist, wieso fühlte sich dann die Vielgescholtene “persönlich angegriffen”, als Gerd Buurmann umgekehrt andeutete: “Die Linke ist so weit von Links entfernt wie …”?

          Thomas ex Gotha:
          “Keinesfalls hat sie also, wenn man den überlieferten Gesprächsverlauf sine ira et studio betrachtet, behauptet, dass Liberale der NPD nahestünden.”

          Doch, Verehrtester, genau das hat sie.

          Thomas ex Gotha:
          “Dafür spricht auch die von der Dame gewählte Formulierung: “dann bist du wirklich nicht weit vom Faschismus”, die ja besagt, dass sie den politischen Standpunkt des Herrn Buurmans eigentlich eher anders sieht.”

          Gibt es Gründe, verehrter Herr ex Gotha, weshalb Sie, trotz Ihrer außergewöhnlichen Wahrheitsliebe, den Satz der Dame nur halb zitieren?
          Dieser lautet vollständig: “Wenn du dich mit Deiner Partei identifizierst, dann bist du wirklich nicht weit vom Faschismus.”
          Damit behauptet die Schnepfe ganz klar, dass die FDP dem Faschismus nahesteht.

          • Aristobulus schreibt:

            Na justement so isses – es steht ja da ((-:
            Danke für’s Erläutern, Gutartiges. Falls bis dato unwahrscheinlicher- bis sehr unwahrscheinlicherweise noch etwas unklar geblieben sein sollte, sind nun alle Klar- nein vollkommen klaren Offensichtlichkeiten restlos zutage getreten.

    • ceterum censeo schreibt:

      Liebes Geschwulst,
      heute können wir uns entspannen und unseren abendlichen Frieden genießen, sehen wir doch, daß das Gleichgewicht auf der Welt noch stimmt. Wo es ein yin gibt, da ist auch ein yang. Wo sich der Geist, der stets das Gute will, mit brillianten Formulierungen in seinen eigenen Irrtümern verliert, da ist auch der hammer mit dem Herzen am rechten Fleck nicht weit. Und daß der erstere sich schon ermüßigt fühlt, dem Weitgereisten und Mehrsprachigen die Rechtschreibfehler vorzuhalten, zeigt, daß sein Pulver wohl zur Neige geht. Schade eigentlich, denn wo alle einer Meinung sind, wär´s auch ziemlich öde.

  6. mike hammer schreibt:

    Komunismus ist die Dachorganisation des Faschismus wobei
    der National Sozialismus eine Komunistische Platform ist.
    Es gab da blutige Richtungskämpfe in dieser Bewegung
    an der zumeist gerne das Blut der Nichtgläubigen vergossen
    wurde und das als Heilige Pflicht meist Mitläufer und gern
    Konkurenten betrifft deren grausamer Tod geradezu
    Religiös zelebriert wird.
    Als Jude, dessen Familie tief narben vom National Sozialismus
    davongetragen hat und ex Staatsbürger der UDSSR sag ich
    euch, es ist müssig Sie zu unterscheiden, ein früzeitiges
    Notschlachten rettet im Zweifelsfall Millionen von Menschen.

    • Aristobulus schreibt:

      Ein Kommunist, der vraiment-really-wirklich konsequent handelt, muss wie Pol Pot handeln.
      Auch Boko Haram, die eine Einheits-Umma durchpeitschen, handeln SO.
      Dergleichen hat es im Liberalismus (oder im Judentum!) noch nie gegeben…

  7. Thomas ex Gotha schreibt:

    Schon ein possierliches Bild, wie hier die Kommentatoren wie verschmähte Liebhaber darüber greinen, dass der Herr Buurmann nicht mehr mit ihnen, sondern lieber mit einer Dame auf Facebook kommuniziere. Könnte es vielleicht damit zu tun haben, dass sie alle seiner Meinung sind und lediglich versuchen, seine Position durch Beleidigungen („Schnepfe“, „Dreckschwein“) zu bekräftigen? Was gibt es da noch zu diskutieren?

    Da will ich mich mal erbarmen und hier den Gegner spielen, obwohl ich mich eigentlich gleichweit sowohl von der namenlosen Dame als auch Herrn Buurmann entfernt sehe:
    1.) Die Dame behauptet, sie sei Anhängerin der Partei „Die Linke“. Gleichzeitig wird sie als „Kommunistin“ bezeichnet, wobei nicht ganz deutlich wird, ob sie selbst das tut oder Herr Buurmann. Wie auch immer: Beides zusammen geht nicht. Man kann nicht Anhängerin der „Linken“ und gleichzeitig Kommunistin sein. Die „Linke“ ist eine sozialdemokratische Partei und seit ca. einem Jahrhundert ist der Kampf gegen den Kommunismus resp. seine Verhinderung das Hauptgeschäft der Sozialdemokratie. Und bevor mir hier einer mit der SPD kommt und behauptet, das seien doch die Sozialdemokraten, möchte ich ihn bitten, sich diese Partei doch etwas genauer anzuschauen und mir ein Argument zu liefern, das dagegen spräche, sie in „Wahlverein Currywurst“ umzubenennen.
    2.) Der Liberalismus hat mit Aufklärung wenig zu tun, denn er behauptet, das Wesen der Freiheit bestehe darin, dass die Ausgebeuteten frei wären zu wählen, von wem sie ausgebeutet werden, da ja auch die Ausbeuter in der Auswahl derjenigen, die sie ausbeuten können, frei seien. Dass dies nicht sein kann, sollte eigentlich jeder begreifen, der sich einen halbwegs unideologischen Blick auf die Welt bewahrt hat.

    • aurorula a. schreibt:

      1946) SPD + KPD = SED
      1989) SED = PDS
      2007) PDS + WASG = LINKE
      q.e.d.

      • aurorula a. schreibt:

        natürlich sind die LINKEn eine (zumindest teilweise) kommunistische Partei.

        • ceterum censeo schreibt:

          Neben Dreckschweinen und Schnepfen gibts aber auch noch Trolle. Siehe kostbare Lebenszeit! Obwohl nicht auszuschließen ist, daß die Wahrheit manchmal auch bei ihnen liegen kann. Der erste Satz bringt mich schon zum Lachen. Dank an den Troll. Echt jetzt.

        • Thomas ex Gotha schreibt:

          Nö. Eine teilweise kommunistische Partei gibt es nicht. Die „Kommunistische Plattform“ ist die sicherste Form, die ca. 1% der Kommunisten in der Linken unter Kontrolle zu halten. Die Gesamtpartei hat damit überhaupt nichts zu tun. Mit größerer Berechtigung könnte man die FDP wegen diverser Eskapaden einiger ihrer Bundestagsabgeordneten „Die Alkoholiker“ nennen.

          (Falls Sie antworten: Empfinden Sie es bitte nicht als unhöflich, wenn ich nicht gleich reagiere, aber ich bin jetzt ca. einen Tag fern von allem Internet. Ihr Thomas ex Gotha)

          • A.S. schreibt:

            Der Vergleich hinkt doch. Es gibt keine alkoholistische Plattform in der FDP die Abstinenzler zum Trinken verpflichten will. Brüderle missioniert nicht mal für Alkohol. Die kommunistische Plattform dagegen will alle zum Kommunismus zwingen.
            Mag sein, dass die kommunistische Plattform die Kommunisten „zähmt“, aber wenn eine Vorsitzende (Lötzsch) vom Kommunismus redet ohne gefeuert zu werden dann kann und muss man der Partei das vorwerfen. Man stelle sich nur vor, Seehofer würde dem braunen Rand der CSU offen das Wort reden.

          • ceterum censeo schreibt:

            Meinen Sie das im Sinne von „jede Partei hat einen braunen Rand“ oder sehen Sie einen solchen speziell bei der CSU?

          • A.S. schreibt:

            Ich meine jede Partei hat einen solchen Rand.
            Nur gibt es bei der CSU das alte Dogma von Strauß „Rechts von uns ist die Wand“. D.h. die CSU betreibt diese Randpflege und verhindert damit sehr viel Unheil. In Mc.Pom. hätte das auch gut getan.

          • Aristobulus schreibt:

            Thomas,
            ‚die‘ Kommentatoren greinen?, nö, nur einer greint wieder (-: , freilich greint er mit Grund. Eifersucht ist grad Ihnen doch vertraut. Das sollten Sie mutatis mutandis verstehen, selbst wenn weder der Greiner noch der Begreinte Kommunist ist.

            Und für die Vertreter der reinen Lehre sind die aller-, allermeisten anderen Vertreter der Lehre unrein. Auch das hat mit Eifersucht zu tun.
            Ja, der Fortschritt ist und bleibt schwierig, und der Pfad der Gerechten ist bekanntlich gesäumt mit Selbstsüchtigen und mit der Tyrannei böser Männer.

            Guten Aufenthalt – und kommen Sie wieder. Sie wirken erfrischend.

          • Aristobulus schreibt:

            Andreas (A.S.), das Studienzentrum Weikersheim gibt’s auch immer noch, nicht? Die haben viel Geld, geben sich konservativ-liberal, bieten aber immer wieder gern Ultrarechten eine Plattform.

          • A.S. schreibt:

            Studienzentrum Weikersheim?
            Ist es eine Bildungslücke wenn man das nicht kennt ? 🙂

          • Aristobulus schreibt:

            …vielleicht muss man’s nicht kennen, Andreas, zumal die dorten seit Filbingers und Dreggers Zeiten ohnehin nur ‚miteinander ‚reden‘, und zumal die Rechten dieser Prägung derzeit eher keine Gefahr darstellen.

          • A.S. schreibt:

            Wenn die Filbingers und Klo. dort ruhiggestellt sind hat man doch schon was erreicht. Das Gute an der CSU ist, dass sie auch die extremen Rechten in Bayern schluckt und nahezu Rückstandsfrei verdaut. Das gibt der Partei zwar immer einen leichten Beigeschmack, aber es bleibt eber nur bei einem Beigeschmack.

    • A.S. schreibt:

      Warum machen sich die Ausgebeuteten nicht einfach selbstständig? Im Kapitalismus ist das erlaubt und möglich, anders als in allen anderen Systemen. Weil sie es sich nicht trauen, weil die Probleme und die Risiken dabei sehr groß sind.
      Was folgt daraus? Dass die Arbeitgeber für ihre Angestellten eine Dienstleistung erbringen. Sie stellen Möglichkeiten zur Verfügung, die die Angestellten selber nicht schaffen können oder wollen.
      Sie sorgen für geeignete Arbeitsräumlichkeiten, stellen Arbeitsmaterial zur Verfügung, organisieren das nötige Startkapital und nehmen dabei den Angestellten das finanzielle Risiko ab (das schon viele Selbstständige ruiniert hat), stellen Kontakte zu Kunden her, treiben für die Angestellten das Geld von den Kunden ein, verhindert Verdienstausfall bei Krankheit (Lohnfortzahlung), sorgen für Vertretung bei Krankheit (was bei Selbstständigen zur Pleite führen kann wenn man Kunden verliert), übernehmen bei vielen Fehlern der Angestellten die Folgekosten und schützen die Angestellten damit, stellen sicher, dass auch in Umsatzschwachen Zeiten die Gehälter gezahlt werden können usw…
      Kurz gesagt, als Angestellter werden einem sehr viele Probleme und Risiken abgenommen. Dafür zahlt man halt einen Preis.
      Das Sie, lieber Thomas, das ganze ausschließlich unter „Ausbeutung“ betrachten ist sehr schwach. Das geht nur als Linker.
      Nur Linke argumentieren aus einer rein egoistischen Perspektive und erwarten die anstrengungsfreie Befriedigung ihrer Wünsche durch Dritte. Linke beschuldigen Dritte („das System“) wenn ihre Wünsche und die Realität nicht zusammen passen oder sie von der Realität überfordert sind. Nur Linke gehen selbstverständlich davon aus, dass das, was sie stört durch Dritte beseitigt werden muss, ohne jegliche Empathie für diejenigen, die das durchzuführen und zu finanzieren haben. Nur Linke glauben ein Recht zu haben, dass andere Ihre Probleme lösen und fühlen sich Ausgebeutet wenn die Probleme nicht zum Nulltarif lösbar sind.

      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        Meine Hochachtung!

      • ceterum censeo schreibt:

        Schließe mich Herrn Geschwulst an. Ohne Ihnen schmeicheln zu wollen: ich darf´s mir doch kopieren? Ergänzen möchte ich noch, daß heute viele kleine Selbstständige schlechter leben, als jene, die nichts tun. Auch gerade weil das Heer der umsonst am Fressen gehaltenen immer größer wird, da es als Wahlvolk für unsere „Umfairteiler“ gebraucht wird. Furchtbar ist, daß wir es noch erleben werden, daß nichts mehr zum Verteilen da ist.

        • A.S. schreibt:

          Können Sie gerne kopieren.
          Ich hab auch mal über ne Selbstständigkeit nachgedacht. Und als mir dann die tatsächlichen Ramenbedingungen langsam klar wurden hab ich mich fürs bequemere Leben entschieden. Mit den „Ausbeutungsschreiern“ bin ich seit dem aber fertig.

      • Jan schreibt:

        Da schließe ich mich auch gern an! Eine tolle Lektüre für Gewerkschaftsbonzen und die Leute mit den Trillerpfeifen, die einfach weiter beschäftigt (bezahlt) werden wollen, wenn z.B die Nachfrage nach Steinkohle nicht meht da ist, weil es umweltfreundlichere oder günstigere Möglichkeiten gibt. Dies nur als ein Beispiel. Links sein heisst in erster Linie: versorgt sein wollen. Vom Staat, vom Arbeitgeber, etc …

        • Aristobulus schreibt:

          …und von einr ausbeutungsfreien Welt und von einem neuen Menschentypus zu träumen.
          Das hat noch nie funktioniert – allenfalls in kleinen, abgeschotteten Gemeinschaften, bis die sich dann zerstreiten, weil doch wieder wer wen ausgebeutet habe.

      • SchallundRauch schreibt:

        Lieber A.S.,
        Deine Frage:
        Warum machen sich die Ausgebeuteten nicht einfach selbstständig?

        Und die Antwort bestehend aus Deinen Worten und meinen:

        „Im Kapitalismus ist das erlaubt und möglich, anders als in allen anderen Systemen.“

        Ganz genau. Deshalb könnten sich auch alle Lackierer aus Wolfsburg und die Weber aus Augsburg und die Gießer aus Essen und die Krankenschwestern aus Lübeck und die Professoren aus Köln gleich morgen selbständig machen. Ach, nein, können sie doch nicht? Können sie gar nicht, weil sie dort gebraucht werden wo angestellt sind? Weil morgen jemand im Lübecker Klinikum die Bettpfannen ausleeren muss und Fiebermessen. Weil morgen jemand die neue Generation Golf lackieren muss, damit die nicht gleich durchrostet, wenn sie vom Fließband fällt. Weil morgen jemand den Gießvorgang für die neuen Schienen kontrollieren muss auf denen die Kölner Professoren zur ihren Vorträgen in Berlin reisen. Deshalb können die sich nicht alle selbständig machen, auch wenn es erlaubt ist. DAS ist der Grund, A.S.

        Aber Du sagst:
        „Weil sie es sich nicht trauen, weil die Probleme und die Risiken dabei sehr groß sind.“

        Was Du sagst ist also Quatsch mit Soße. Insbesondere ist Dein Quatsch aber ziemlich anmaßend. Du fällst hier ein Urteil über die „Unterdrückten“, über deren Seelenleben.
        Und eigentlich geht es NUR um Dein Seelenleben, wie Du weiter unten aussführst. Eine klassische Projektion:
        „Ich hab auch mal über ne Selbstständigkeit nachgedacht. Und als mir dann die tatsächlichen Ramenbedingungen langsam klar wurden hab ich mich fürs bequemere Leben entschieden. Mit den “Ausbeutungsschreiern” bin ich seit dem aber fertig.“

        Du, A.S., hast Dich entschieden, die trügerische Bequemlichkeit als Angestellter der Selbstausbeutung als Selbständiger vorzuziehen. Das ist alles. Du hältst das aber für absurd genug, um es anderen zum Vorwurf zu machen. Kein Erzkommunist dieser Welt hat Dich gezwungen, Dich anstellen zu lassen. Weil – Du sagst es – freies Land, alles dürfen und so. Gell?

        „Was folgt daraus? Dass die Arbeitgeber für ihre Angestellten eine Dienstleistung erbringen.“
        Dieser eine Satzsagt alles, A.S. Schon mal darüber nachgedacht, daß auch der Arbeitgeber für den Angestellten eine Dienstleistung erbringt? Nein? Kommt noch und ist dann erst der Anfang. Tatsächlich sind Angestellte natürlich nicht die Dienstleister ihres Arbeitsgebers. Aber eine ganze Firma kann Dienstleister sein und alle zusammen, Herr und G’scherr, erbringen die Dienstleistung für den Kunden. Zum Bleistift eine mittelständische Rohrreinigungsfirma. Bei sowas ist der Chef in der Regel selbständig und hat ein paar Mitarbeiter, ein zwei Lehrlinge und so. Kein Unterdrücker, keine UNterdrückten. Aber alle gemeinsam sind der Dienstleister.
        Deine originäre Idee, A.S. hat aber auch was: denn sie macht den Arbeitgeber zum Kunden und der muss in der Regel bezahlen, was der Dienstleister verlangt. So könnte das selbstverständlich auch sein, zumal in einem freien Land.

        „Sie stellen Möglichkeiten zur Verfügung, die die Angestellten selber nicht schaffen können oder wollen.“
        Bleib doch einfach beim „können“ und überlass das wollen den echten Psychologen.

        „Sie sorgen für geeignete Arbeitsräumlichkeiten, stellen Arbeitsmaterial zur Verfügung, organisieren das nötige Startkapital und nehmen dabei den Angestellten das finanzielle Risiko ab (das schon viele Selbstständige ruiniert hat), stellen Kontakte zu Kunden her, treiben für die Angestellten das Geld von den Kunden ein, verhindert Verdienstausfall bei Krankheit (Lohnfortzahlung), sorgen für Vertretung bei Krankheit (was bei Selbstständigen zur Pleite führen kann wenn man Kunden verliert), übernehmen bei vielen Fehlern der Angestellten die Folgekosten und schützen die Angestellten damit, stellen sicher, dass auch in Umsatzschwachen Zeiten die Gehälter gezahlt werden können usw…“

        Achja, die Herren Arbeitgeber und ihr Altruismus. A.S., ich denke Du weißt, das es so unterkomplex nicht ist.
        Für wie geeignet erachtest Du die Arbeitsräumlichkeiten der Näher in Bangladesch? (Diese hin und wieder einstürzenden Räumlichkeiten.)
        Wo ist das Arbeitsmaterial das Jungen, der das Koltan für Dein Handy mit den Händen aus der Erde kratzt?
        Kranksein kommt in Bangladesch nicht in Frage. Ein Tag krank, nächster Tag raus. Gibt genug Nähwillige, die die extrem geeigneten Räumlichkeiten der Textilindustrie der Selbständigkeit als arbeitsloser Hungerleider vorziehen.
        Arbeitgeber nehmen ihren Angestellten kein finanzielles Risiko ab. Das ist für einen Angestellten nämlich ungleich höher an dem Tag, da er (bspw. durch Krankheit) seine Anstellung verliert. Gell? Deswegen gibt es nämlich Arbeitslosengeld und so tolle Erfindungen, damit das Risiko des Arbeitnehmers nicht so groß ist, wenn sein (selbständiger) Arbeitgeber in eine Pleite gesteuert ist.
        Wer, A.S., übernimmt eigentlich bei „vielen Fehlern“ des Arbeitsgebers die Folgekosten?
        Hm?

        „Kurz gesagt, als Angestellter werden einem sehr viele Probleme und Risiken abgenommen. Dafür zahlt man halt einen Preis.“
        Ohja, die Textilarbeiter aus Augsburg, die vor etwas mehr als einem Jahrzehnt alle auf einmal ihre Arbeitsplätze verloren, weil es in Bangladesch billiger geht, die haben einen sehr sehr hohen Preis für den Komfort als Arbeitnehmer bezahlt. Arbeit weg, Lebensinhalt weg, Geld weg, Perspektive weg, Zuversicht weg, das tägliche Ritual: weg, die Arbeitskollegen: weg. Der Arbeitgeber: Seychellen.

        „Das Sie, lieber Thomas, das ganze ausschließlich unter „Ausbeutung“ betrachten ist sehr schwach. Das geht nur als Linker.“
        Ne, A.S.. Auch als nichtlinker A.S. kann man „sehr schwach“ argumentieren. Darf man sogar in einem freien Land.

        „Nur Linke argumentieren aus einer rein egoistischen Perspektive und erwarten die anstrengungsfreie Befriedigung ihrer Wünsche durch Dritte.“
        A.S., Du bist ja doch ein Linker. Denn die Perspektive, aus der Du arguementiert ist „rein egoistisch“ (Projektion und so) und Deine Wünsche nach Sicherheit und Risikoarmeut befriedigt Dein Arbeitgeber, nicht wahr?
        Ansonsten stimmt natürlich, was Du sagt: kein Mensch außer einem Linken kann egoistisch sein. Hihi. Jetzt mußt auch Du ein bissl lachen, oder?

        „Linke beschuldigen Dritte („das System“) wenn ihre Wünsche und die Realität nicht zusammen passen oder sie von der Realität überfordert sind.“
        Und Du beschuldigst Dritte („die Linken“), weil Du Deine Wünsche nach Geborgenheit und die Realität zusammengepaßt hast (reduziert und schwer vereinfacht), um nicht allzu überfordert herumzulaufen.

        „Nur Linke gehen selbstverständlich davon aus, dass das, was sie stört durch Dritte beseitigt werden muss, ohne jegliche Empathie für diejenigen, die das durchzuführen und zu finanzieren haben.“
        Jetzt wird es gänzlich absurd.

        „Nur Linke glauben ein Recht zu haben, dass andere Ihre Probleme lösen und fühlen sich Ausgebeutet wenn die Probleme nicht zum Nulltarif lösbar sind.“
        Ok. Fahr Du mal mit Deinen 29 Tagen Urlaubsanspruch nach Bangladesch und erklär den Familien, deren Angehörige unter mehreren Stockwerken Beton zermatscht wurden, das ihr Glaube, überhaupt auch nur ein Recht zu haben, dass andere Ihre Probleme lösen und sie sich auch nur augebeutet FÜHLEN, wenn diese Probleme nicht zum Nulltarif lösbar sind.“

        Achso, Dir geht es in deiner grenzenlos altruistischen Empathie ja gar nicht um Arbeiter in Bangladesch, sondern einzig und allein um die wahnsinnig freien Bürger dieses wahnsinnig freien Landes.

        A.S., ich habe selten so einen Riesenunsinn. Aber die Akklamationen der Hiesigen hast Du damit gesammelt. Das hast du gut gemacht.

        An die Hiesigen: macht Euch viele viele viele Kopien von dem Unsinn. Echt.
        Habt ihr dieser Tage irgendwie alle einen intelligenzmäßigen Durchhänger?
        SuR (enttäuscht).

        • ceterum censeo schreibt:

          Bingo! Hab gestern schon gewartet, wann der erste mit dem Totschlagargument „es können abba nicht alle selbsständig sein“ kommt. Als man damals in der Zone einen Ausreiseantrag gestellt hat, meinten die ganz schlauen auch: „es kann abba nich jeder ausreisen“. Aber natürlich hätte jeder den Antrag stellen und passiven Widerstand leisten können. Dann wären den Wandlitzern Trotteln die Felle schon eher weggeschwommen. Die Laberer wollten aber weder abhauen, noch sind sie auf die Straße gegangen. Klar bietet der Kapitalismus jedem die Möglichkeit, sein Glück zu versuchen. Nur die halbkommunistischen Sozialstaaten erschweren die Sache immens, weil sie die Menschen in Abhängigkeit halten müssen, um sich als Wohltäter der Ausgebeuteten darstellen zu können.
          Und zu den Leuten, die für Ihre billigen Shirts sterben: jedes Entwicklungsland hat so angefangen. Ohne diese Billigindustrie hätten die Leute nur die Alternative zu verhungern. In zehn, zwanzig Jahren geht es ihnen dort besser als uns (wenn sie bis dahin nicht von den Moslems vertrieben oder massakriert wurden).
          Wie sah es denn hier nach dem Krieg aus? Die Leute, die noch da waren, haben die Ärmel hochgekrempelt und in kürzester Zeit eine Wohlstandsgesellschaft aufgebaut, anstatt auf der Straße mit Salami in der Tasche und Rotz am Ärmel nach Brot zu schreien.
          Zu viel Unfug, um auf alles zu antworten, nur dieses noch: selbstverständlich könnte sich morgen jeder Lackierer und jede Krankenschwester selbstständig machen. Die Arbeitgeber würden jubeln und die Lebensrisiken beim Arbeiter belassen. Am Bau ist man schon vielerorts soweit. Jeder kleine Maurer und Putzer ist heute „selbstständig“ und kann sich weder den Gedanken an Krankheit noch an Rente leisten. Von den Jungs war am 1.Mai bestimmt die Hälfte malochen, anstatt bei irgendwelchen Demos gegen Ausbeutung Bratwurst zu fressen und Bier zu saufen und dabei infantil durch die Trillerpfeife zu sabbern.
          (auch enttäuscht)

          • SchallundRauch schreibt:

            Na dann gratuliere ich recht herzlich, Ceterum Censeo. Passiert ja auch nicht alle Tage, daß man so einen Volltreffer landet.

            Achja. Ich kann Dir gar nicht widersprechen. Woran das liegt? Das liegt zum einen daran, daß Du meinen Kommentar nicht verstanden hast, weil Du meinen Kommentar als aus einer irgendwie linken Ecke kommend wahrnimmst. Das darfst Du natürlich (freies Land und so), aber es ist halt Deine Wahrnehmung. Dennoch bin ich nicht Deiner Meinung, daß man Äpfel mit Birnen und meine Argumentation mit der Argumentation vergleichen kann, die damals im Osten Ausreiseanträgen entgegenschlug.

            Ich persönlich habe mich vor dem Schritt in die Selbständigkeit nicht gescheut. Ich persönlich BIN ihn gegangen und habe mich so nicht nur um Erfahrungen bereichert, die für Sicherheitsmenschen undenkbar und abschreckend sind, für mich aber zu den schönsten und besten Erfahrungen zählen, die es gibt. Sondern habe auch viel Wut aufgebaut, gegen das unternehmer- und selbständigenfeindliche „System“ (ja, das SYSTEM!), in dem wir stecken.
            Weißt Du was, ceterum censeo? ICH werde im Falle einer Berufsunfähigkeit / Arbeitslosigkeit keinen Cent sehen von irgendeinem Arbeitsamt und eine Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es in meinem Fall nicht. DAS ist Risiko!

            Natürlich, Ceterum Censeo, können morgen sämtliche Krankenschwestern und Lackierer ihre Lebensrisiken verselbständigen. Nur ist DAS ein mieses Verständnis von FREIHEIT, das Du hast. Den all die Krankenschwestern und Lackierer bleiben in allen Belangen an den Eigentümer der Produktionsmittel gebunden. Sie bestimmen also über nichts und wieder nichts, aber ihre Krankheiten und ihre Existenzängste (nochmal zum mitschreiben für Dich: a-b-h-ä-n-g-i-g v-o-m A-r-b-e-i-t-g-e-b-e-r) dürfen sie persönlich besitzen. Scheiße ist das.
            Ich weiß nicht, was Du arbeitetst (und ob), aber ich schlage einfach mal vor, daß Du morgen (praktischerweise Montag) zu Deinem Chef gehst und sagst, Du möchtest ab sofort selbständig (als Dienstleister) für ihn arbeiten.

            Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, daß ICH am 01.Mai gearbeitet habe.

          • ceterum censeo schreibt:

            Hallo nochmal Schall und Rauch. Sollten wir in der selben Nußschale sitzen? Sogar gearbeitet haben wir am ersten! Naja, vielleicht haben Sie wenigstens auch noch abends was auf den Grill gelegt. Statt die Ausgebeuteten zu bedauern. Irgendwann ist es aber auch gut. 😉

          • SchallundRauch schreibt:

            War bis ca. 22.30 im Büro gesessen und bin dann ins Bett.
            So war das.

        • Aristobulus schreibt:

          „…eine mittelständische Rohrreinigungsfirma. Bei sowas ist der Chef in der Regel selbständig und hat ein paar Mitarbeiter, ein zwei Lehrlinge und so. Kein Unterdrücker, keine UNterdrückten. Aber alle gemeinsam sind der Dienstleister.“ (SchallundRauch)

          Stimmt ja nicht. Nichts davon leider! Weil die paar Mitarbeiter um 17 Uhr zackement die Rohre fallen lassen und nach Hause oder in die Kneipe gehen. Der Chef-Rohrreiniger muss aber bis elf oder Mitternacht Steuerbescheide ausfüllen, sich weiterbilden usw. usf., er trägt die Verantwortung, um nicht pleite zu gehen und Angestellte entlassen zu müssen.
          Und wenn er sich steuerlich vertut, (vertut, nicht betrügt!, das geht ganz schnell mit dem Vertun), dann ist er dran.
          NICHT die Mitarbeiter. Die rohren ihre acht Stunden ab, und gut is‘.

          • SchallundRauch schreibt:

            Du meinst, bei den Rohrreinigern ist der Chef der Unterdrückte? Nun ja, besser einer ist unterdrückt und zehn frei als umgekehrt. Die haben Kinder zu Hause, die Mitarbeiter. Und die freuen sich wenn Papa um 18:00 zu Hause ist und auch die Frau macht große Augen, wenn er bei ihr um 23:30 Uhr noch das Rohr reinigt. Für sowas bleibt dem Chef-Rohrreiniger selbstverständlich keine Zeit. Dafür hat er das Geld, von dem seine Frau Vibratorpartys schmeißt und Swarowski-Dessous shoppen geht.

        • A.S. schreibt:

          @S&S,
          ich würde vorschlagen Sie beruhigen sich erstmal wieder, überschlafen die Sache nochmal und lesen sich dann meinen Post in einer entspannten Stimmung erneut durch.
          Und dann überlegen Sie nochmal was ich falsches geschrieben haben sollte. Z.B. ob Busfahrer sich ihre Bussen selber kaufen müssen oder nicht doch vom Arbeitgeber gestellt bekommen.
          Und ob der Sinn des Posts vielleicht gewesen sein könnte dem einen Extrem (Ausbeutung) die andere Seite entgegen zu stellen.
          Und Sie sollten mal versuchen sich in die Situation eines Unternehmers rein zu denken.
          Was ich geschrieben hab ist nunmal wahr. Und ich rede von hier, nicht von Bangladesch.

          • SchallundRauch schreibt:

            Naja, A.S., ich war in einer entspannten Stimmung bis ich Deinen/Ihren Kommentar las.
            Wenn der Sinn Deines/Ihres Posts war, „dem einen Extrem … die andere Seite entgegenzustellen“, wie sie soeben sagen, dann bleibt mir hiermit nur noch die Gratulation zur erfolgten Selbstentlarvung. Sie haben nämlich soeben sinngemäß gesagt, sie hätten „das andere Extrem“ vertreten. Stimmt schon so.
            Ich kann mich ganz gut in die Situation eines Unternehmes „reindenken“, weil ich einer bin. Ansonsten bin ich aber der Meinung, daß Empathie entweder jedem Menschen entgegenkommt oder nicht Empathie ist. Gruppenbezogene Empathie aber ist genau das, was ich Dir vorwerfe: unreflektierte Selbstbezogenheit. Also das Gegenteil von Mitgefühl.
            Und wahr ist, da gebe ich Recht, daß DuSie hier nicht von Bangladesch sprichst. Das meine ich ja mit gruppenbezogener Pseudoempathie.
            Grüßle

          • A.S. schreibt:

            Vielen Dank für die Glückwünsche. Meine Ironieantenne schalt ich kurz mal aus und freue mich. Ich habe nicht nur sinngemäß was vom anderen Extrem gesagt, das war auch genau so gemeint. Ich habe KEIN allumfassendes Traktat über die komplexen Zusammenhänge wirtschaftlicher Kooperation zwischen Unternehmer und Angestellter geschrieben, sondern den anderen Aspekt rausgekehrt. Ich hatte gedacht das würde hier jeder auch so verstehen und bin ehrlich gesagt etwas überrascht das gerade Sie das nicht verstanden haben.
            Ich finde es schlicht unanständig Millionen von Menschen einfach so als Ausbeuter zu bezeichnen. Ihre gruppenbezogene Empathielosigkeit gegenüber Arbeitgebern ist das Gegenteil von Mitgefühl. Ich denke, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben. Z.b. das Recht auf die Unschuldsvermutung. Aber bei Arbeitgebern scheinen Sie eine Schuldvermutung zu haben und als Beweis bringen Sie Bangladesch.
            Wenn ich ihrer Logik folge müsste ich morgen zu meiner Chefin hingehen, sie eine Ausbeuterin schimpfen und als Argument Bangladesch in das verdutze Gesicht klatschen.
            Die Zustände in Bangladesch sind nicht in Ordnung, aber deshalb hiesige Arbeitgeber (Schreiner, Ärzte, Taxiunternehmer usw…) zu beschimpfen ist Quatsch. Und genau dagegen beziehe ich Stellung. Wenn Sie daraus eine Verteidigung oder Verharmlosung der Zustände in der dritte Welt herauslesen ist ihnen nicht zu helfen.
            Das ist auch kein Empathiemangel, auch keine selektive Empathie sondern einfach ein „Äpfel nicht mit Birnen mischen“. Deutschland ist nicht Bangladesch und wer die Lebenssituation der Armen in Deutschland mit dem Argument Bangladesch beschreiben will (und das tun Sie in ihrer Argumentation) missbraucht das Elend.

          • A.S. schreibt:

            P.S, jetzt ganz ironiefrei.
            Hut Ab wenn Sie in Dt. erfolgreich als Selbstständiger sind, da haben Sie meine Hochachtung.

          • SchallundRauch schreibt:

            Werter A.S., danke für die engagierte Replik.
            Sie haben nur leider nicht verstanden.
            Ich habe nie und nirgendwo Arbeitgeber beschimpft noch alle Arbeitgeber über einen Kamm geschert. Zeigen Sie mir die Stelle.
            Bangladesch führe ich an als Beispiel für aubeuterische Arbeitsbedingungen und selbstverständlich sind die nicht dieselben wie hiesige. Oder stürzen hier Textilfabriken ein. Nein. Erstens, weil hier technische Standards herrschen und kontrolliert werden und zweitens (Irony-Mode), weil hier keine Textilfabriken mehr sind. Und Drittens, weil wir hier soziale Standards haben, die ein Mindesmaß an Sicherheit für alle Bürger bereithalten (sollen). Und nun frage ich sie, A.S.: unsere – von ihnen gelobten – technischen und sozialen Standards kommen von wo und von wem? Hm?

            Ich stelle ihnen mal jemand vor:
            http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_August_Riedinger

          • Aristobulus schreibt:

            … Riedingers soziales Unternehmen ging später im Unternehmen MAN auf, und was bauten sie?, dieses hier:
            http://de.wikipedia.org/wiki/Panzerkampfwagen_V_Panther

            Wenn Ihr mich fragt: Damit wurde alles rückwirkend vergiftet…

          • SchallundRauch schreibt:

            Damit wurde viel, wenn nicht alles vergiftet. Aber nicht rückwirkend.

          • SchallundRauch schreibt:

            Meine Entscheidung für eine selbständige und freiberufliche Tätigkeit folgte dem Wunsch nach Gestaltungsfreiheit, Kreativität, Selbstverantwortung, Ausprobieren, Lust auf neue Wege, direkte Feedbacks von Kunden usw.
            Was die finanzielle Sicherheit betrifft, war die Entscheidung ziemlich doof.
            Huhu, Altersarmut.

          • A.S. schreibt:

            Sie haben Arbeitgeber nicht direkt beschimpft, das ist richtig. Aber wenn ich die Arbeitgeber gegen Thomas in Schutz nehme und die positiven Aspekte von deren Rolle beschreibe und Sie kommen mit Ausbeutung und Kinderarbeit in Bangladesch, dann drängen Sie diese Interpretation geradezu auf. Oder wie sollen Sätze wie die folgenden sonst interpretiert werden?

            „Achja, die Herren Arbeitgeber und ihr Altruismus. A.S., ich denke Du weißt, das es so unterkomplex nicht ist.
            Für wie geeignet erachtest Du die Arbeitsräumlichkeiten der Näher in Bangladesch? (Diese hin und wieder einstürzenden Räumlichkeiten.)
            Wo ist das Arbeitsmaterial das Jungen, der das Koltan für Dein Handy mit den Händen aus der Erde kratzt?
            Kranksein kommt in Bangladesch nicht in Frage. Ein Tag krank, nächster Tag raus.“

            „Arbeitgeber nehmen ihren Angestellten kein finanzielles Risiko ab.“
            (Tschuldigung, aber der Satz ist Quatsch. Richtig müsste er heiße: Arbeitgeber nehmen nicht JEDES!!! Risiko ab.)

            „Wer, A.S., übernimmt eigentlich bei “vielen Fehlern” des Arbeitsgebers die Folgekosten?“
            (Bitte nennen Sie mir eine Firmenpleite bei denen die Angestellten die Schulden der Firma zahlen mussten. Genau DIESEs!!!!! enorme Risiko nimmt die Firma den Angestellten ab)

            „Ohja, die Textilarbeiter aus Augsburg, die vor etwas mehr als einem Jahrzehnt alle auf einmal ihre Arbeitsplätze verloren, weil es in Bangladesch billiger geht“

            Wenn Sie sich so äußern sollte es Sie nicht wundern wenn man ihnen eine arbeitgeberfeindliche Haltung unterstellt.

          • SchallundRauch schreibt:

            Werter A.S.,
            sie gaben hiermit zu Protokoll, daß ihre Behauptung nurmehr „Interpretation“ ist. Also nicht viel mehr als eine gewagte Hypothese. Finde ich in Ordnung. Auch ich arbeite mit Hypothesen, wenn ich einen Prozess in Gang setzen will.
            Auf Ihre Frage, wie meine Sätze „interpretiert werden“ „sollen“, antworte ich gern:

            Ich sagte:
            „Achja, die Herren Arbeitgeber und ihr Altruismus. A.S., ich denke Du weißt, das es so unterkomplex nicht ist.“
            Ich erkläre:
            Weder sind Arbeitnehmer nur egoistisch, noch Arbeitgeber. Weder sind Arbeitgeber nur altruistisch, noch Arbeitnehmer. Weder sind die einen nur gut und die anderen nur böse, noch umgekehrt. Die Dinge so zu sehen, ist unterkomplex bzw. ideologisch.
            Da ich Ihnen, A.S., jedoch nicht unterstellen wollte, sie seien ideologisch, schrieb ich:
            „ich denke, Du weißt, das es so unterkomplex nicht ist.“

            Ich sagte:
            Für wie geeignet erachtest Du die Arbeitsräumlichkeiten der Näher in Bangladesch? (Diese hin und wieder einstürzenden Räumlichkeiten.)
            Wo ist das Arbeitsmaterial das Jungen, der das Koltan für Dein Handy mit den Händen aus der Erde kratzt?
            Kranksein kommt in Bangladesch nicht in Frage. Ein Tag krank, nächster Tag raus.“
            Ich erkläre:
            Sie sagen, es gäbe keine Ausbeutung, weil sie nur Deutschland als Bezugsraum hernehmen. Ich erweitere den Bezugsraum auf andere Regionen dieser Erde und sage: es gibt de facto Ausbeutung. Damit sage ich nicht, das alle Arbeitgeber Ausbeuter sind.

            Ich sagte:
            „Arbeitgeber nehmen ihren Angestellten kein finanzielles Risiko ab…“
            Und ich sagte weiter – Zusammenhang, A.S.!, Zusammenhang:
            … Das ist für einen Angestellten nämlich ungleich höher an dem Tag, da er (bspw. durch Krankheit) seine Anstellung verliert.“

            Ich erkläre:
            Während es für den in der Regel besser oder sogar viel besser verdienenden Arbeitgeber kein Problem darstellt, erwerbsunfähig zu werden, weil er seine „Schäfchen im Trockenen hat“, gerät ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im Falle einer vollen Erwerbsminderung in eine ziemlich miese Situation. Das spricht nicht gegen Arbeitgeber als solche und an sich, soll aber klarstellen, daß Arbeitgeber den Arbeitnehmer kein finanzielles Risiko abnehmen, wie sie suggerierten:
            >> Sie sagten:
            “Sie sorgen für geeignete Arbeitsräumlichkeiten, stellen Arbeitsmaterial zur Verfügung, organisieren das nötige Startkapital und nehmen dabei den Angestellten das finanzielle Risiko ab (das schon viele Selbstständige ruiniert hat). <<

            Ich sagte:
            „Wer, A.S., übernimmt eigentlich bei “vielen Fehlern” des Arbeitsgebers die Folgekosten?“
            Ich erkläre:
            Die Folgekosten und das diesen vorhergehende enorme Risiko auf Arbeitnehmerseite heißen: Arbeitslosigkeit, ALG I, ALG II (Hartz IV), Perspektivlosigkeit, Verdrängung aus dem Sozialraum, Depression, Sinnlosigkeit, Krankheit, Privatinsolvenz, Zwangsräumung, Ausgrenzung…

            Ich sagte:
            „Ohja, die Textilarbeiter aus Augsburg, die vor etwas mehr als einem Jahrzehnt alle auf einmal ihre Arbeitsplätze verloren, weil es in Bangladesch billiger geht“
            Ich erkläre:
            "Ohja" bezieht sich auf ihre vorher zitierte Aussage. Fakt ist, unverbrüchliche Wahrheit und schwarz auf weiß nachzulesende Tatsache, daß die traditionelle Augsburger Textilindustrie Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts komplett eingestampft wurde und die Produktion in Entwicklungsländer verlegt, weil es da billiger ist. Die Verlagerung der Produktion haben sicher nicht die Arbeitnehmer zu verantworten.
            Eine Schuld zu suchen und diese allein den Arbeitgebern in die Schuhe zu schieben, wäre sicher ungerecht und unterkomplex. Aber mein ganzer Satz war auch nicht auf die Arbeitgeber bezogen, sondern in erster Linie auf eine Ihrer Behauptungen, A.S., die da war:
            “Kurz gesagt, als Angestellter werden einem sehr viele Probleme und Risiken abgenommen. Dafür zahlt man halt einen Preis.”
            Das waren Ihre zwei Sätze, A.S., auf die ich mein "Ohja" folgen lies als eine kleine Ironisierung des von Ihnen Gesagten. Ich erkläre die Ironie: der Preis, den man dafür bezahlt, nicht-selbständig zu sein, ist die Arbeitslosigkeit, wenn die Dinge sich nicht so entwickeln, wie man es sich vorstellte und erhoffte.

            Dort, A.S., wo Hoffnungen zerbrechen ist Empathie vonnöten. Und da sie ja Arbeitnehmer sind, hoffe ich für sie, daß sie diese Empathie nie benötigen.

            So. Jetzt habe ich Ihnen echt viel erklärt.
            Es grüßt recht frei
            SuR

          • A.S. schreibt:

            Prima, dann sind wir ja gar nicht so weit von einander entfernt und keifen uns um Spitzfindigkeiten.
            Aber einige Kleinigkeiten noch.
            Interpretation ist ein gutes Stichwort. Wo habe ich geschrieben dass es keine Ausbeutung gibt? Das haben Sie rein interpretiert in meine Aussagen.
            Zu den Textilwerken…..
            Das ist ein ’nicht wahr haben wollen der Wirklichkeit‘. Wenn der Standort nicht mehr konkurenzfähig ist (ich unterstelle mal das er das langfristig nicht mehr war) gibt es zwei Möglichkeiten. Unternehmen verlagern oder auf die Pleite warten. Das ist immer extrem ärgerlich, das passt mir auch nicht, ist aber die Wirklichkeit. Eine Dritte Option gibt es nicht, auch wenn man sie sich wünscht. Was passiert man das ignoriert können Sie ablesen wenn Sie NRW und Bayern vergleichen. NRW hat sich nicht rechtzeitig von der Kohle getrennt und ist jetzt auf bayerische Empathie (so bezeichnen Sie anscheinend Transferleistungen) angewiesen.
            Da sie meinen Punkt wohl noch nicht ganz verstanden haben nochmal zum Risiko. Arbeitslosigkeit mit den von ihnen beschriebenen Folgen droht allen Selbstständigen und allen Angestellten. Der Unterschied ist nur: Um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können sind meist im Vorfeld Investitionen zu machen um die Arbeit überhaupt ausführen zu können. Arbeitgeber stellen diese i.d.R zur Verfügung, Selbstständige müssen diese selber leisten. D.h. Selbstständige starten mit Schulden in die Arbeit, Arbeitnehmer nicht. Wenn man arbeitslos wird bleiben Selbstständigen dies Schulden, sie können nicht einfach neu starten. Arbeitnehmer können neu beginnen. Genau dieses Risiko meine ich, kein anderes. Auch da haben Sie wieder (wie bei der Ausbeutung) pauschal mal alle Risiken in einen Topf geschmissen und argumentiert in der Art: „Die moderne Medizin nimmt dem Menschen keine Gesundheitsrisiken ab, schließlich ist Krebs nicht heilbar.“
            Das Risiken übrigbleiben heißt nicht, dass keine abgenommen werden. Es bleiben halt weniger übrig.
            Mit besten Grüßen A.S.

          • SchallundRauch schreibt:

            Werter A.S.,
            sie fragen am 09.Mai:
            „Wo habe ich geschrieben dass es keine Ausbeutung gibt?“

            Ich antworte wie folgt:
            Sie schrieben am 03. Mai folgendes:
            „Warum machen sich die Ausgebeuteten nicht einfach selbstständig? Im Kapitalismus ist das erlaubt und möglich, anders als in allen anderen Systemen. Weil sie es sich nicht trauen, weil die Probleme und die Risiken dabei sehr groß sind.“

            Das Sie mit dieser Aussage nicht die real Ausgebeuteten (z.B. im Kongo) meinen, liegt auf der Hand. (Oder anders: meinten Sie damit reale Ausbeutung, wäre der Satz „Weil sie es sich nicht trauen…“ zynisch.) Sie bezeichnen also ironisch diejenigen als „Ausgebeutete2, die in hiesigen Landen als Arbeitskräfte mittels Sozialleistungen abgesichert sind bis hinunter zu ALG II.

            Sie schrieben am 03. Mai weiter:
            „Nur Linke glauben ein Recht zu haben, dass andere Ihre Probleme lösen und fühlen sich Ausgebeutet wenn die Probleme nicht zum Nulltarif lösbar sind.“

            Und hier, A.S., liegt das Problem:
            Ihr Kommentar vom 03. Mai bezieht sich auf den vorhergehenden Kommentar des Thomas ex Gotha vom 03. Mai, v.a. Den letzten Abschnitt, der wie folgt lautet:
            „Der Liberalismus hat mit Aufklärung wenig zu tun, denn er behauptet, das Wesen der Freiheit bestehe darin, dass die Ausgebeuteten frei wären zu wählen, von wem sie ausgebeutet werden, da ja auch die Ausbeuter in der Auswahl derjenigen, die sie ausbeuten können, frei seien. Dass dies nicht sein kann, sollte eigentlich jeder begreifen, der sich einen halbwegs unideologischen Blick auf die Welt bewahrt hat.“

            Es ging dem TeG (dessen Meinung seine ist, nicht meine) zuallererst um eine Kritik am „Liberalismus“, den er als nicht-aufklärerisch bezeichnet. Seine Kritik zielt darauf auf, daß die Idee des „Liberalismus“ sich an den realen Produktionsverhältnissen messen lassen muß. Und da die realen Verhältnisse auf dieser Erde auch Ausbeutung beinhalten (Kongo etc.), seien die realen Verhältnisse von den Ideen der Freiheit weit entfernt.
            In keinem Wort spricht TeG von den konkreten Produktionsverhältnissen in hiesigen geographischen Breiten. Er spricht vom Phänomen der Ausbeutung, daß im krassen Gegensatz zur Idee der Freiheit stünde. Deshalb nennt er den „Liberalismus“ ideologisch, da er den „Blick auf die Welt“ und die realen Verhältnisse verleugnet.
            Wie gesagt: ich teile nicht die Weltsicht des TeG, doch diese seine Ideologie-Kritik halte ich für berechtigt. Zumal ein realistischer „Blick auf die Welt“ wesentlich zum Tatbestand der Aufklärung beiträgt. Zumindest für denjenigen, der „Aufklärung“ als Ent-Ideologisierung betrachtet und betreibt. Was vielleicht nicht für TeG zutrifft (worüber ich aber hier nicht urteile), ich nehme dieses Verständnis von Aufklärung aber für mich in Anspruch.

            Jedenfalls hat TeG NICHT von hiesigen Angestellten gesprochen, sondern vom Phänomen „Ausbeutung“ und das kann überall auftreten, in Billiglohn- und Entwicklungsländern in erster Linie.

            Indem SIE, A.S., die Aussage von TeG am 03.Mai nur auf hiesige Verhältnisse beziehen, verändern Sie seinen „Blick auf die Welt“ zu einem „Blick auf Deutschland“. Damit tun sie nicht nur TeG Unrecht (der das locker aushält), sondern auch den von realer Ausbeutung Betroffenen, die in seinem Kommentar mitgedacht und mitgefühlt waren. Sie klammern diese aus.
            Das ist das Problem an Ihrem Kommentar, den ich deshalb als ideologisch und un-empathisch empfinde.

            Nun hatten Sie Ihren Kommentar vom 03. Mai mit einer Frage begonnen, die ich hier nochmal wiederhole:
            „Warum machen sich die Ausgebeuteten nicht einfach selbstständig? Im Kapitalismus ist das erlaubt und möglich, anders als in allen anderen Systemen. Weil sie es sich nicht trauen, weil die Probleme und die Risiken dabei sehr groß sind.“

            Ich habe auf diese Frage geantwortet, indem ich Ihr Ironie-Spiel von den „Ausgebeuteten“ aufgriff und fortsetzte dahingehend, daß auch hiesige Arbeitnehmer und Angestellte nicht frei seien. Ich bezog mich damit weniger auf den Topos der Ausbeutung, als vielmehr auf den der Freiheit (zur Selbständigkeit), weil Ihre Behauptung, ein jeder könne sich selbständig machen und täte das nur aus Feigheit nicht, für vollkommen unrealistisch halte. Ich als Selbständiger wünsche jedem Menschen auf diesem Planeten die Selbständigkeit in (in Tateinheit mit Eigen-Verantwortung), jedoch sehe ich die Realität und die Realität hält nicht für jeden berufliche Selbständigkeit bereit. Ganz neutral und objektiv betrachtet, jenseits linker, liberaler oder sonstwie geartetet Weltanschauung.

            Sie A.S., schrieben am 03. Mai:
            „Linke beschuldigen Dritte („das System“) wenn ihre Wünsche und die Realität nicht zusammen passen oder sie von der Realität überfordert sind.“

            Leider sind aber Sie es, A.S., der die Realität nicht so sieht, wie sie ist. Denn würden sie die Realität realistisch sehen, kämen Sie nicht zu der Behauptung, alle Angestellten könnten sich einfach so selbständig machen. Diesem von ihnen behaupteten Unsinn entgegnete ich meinen Kommentar vom 04. Mai.

            Am 09. Mai schreiben Sie an mich:
            „Zu den Textilwerken…..
            Das ist ein ‘nicht wahr haben wollen der Wirklichkeit’. Wenn der Standort nicht mehr konkurenzfähig ist (ich unterstelle mal das er das langfristig nicht mehr war) gibt es zwei Möglichkeiten. Unternehmen verlagern oder auf die Pleite warten. Das ist immer extrem ärgerlich, das passt mir auch nicht, ist aber die Wirklichkeit. Eine Dritte Option gibt es nicht, auch wenn man sie sich wünscht.“

            Ich antworte:
            Wie schon bewiesen, sind Sie derjenige, der „die Wirklichkeit“ nicht „wahr hat“. Selbstverständlich geschehen in der Realität Veränderungen am Markt, die nicht jedem gefallen.
            Dazu schrieb ich am 06. Mai:
            „Eine Schuld zu suchen und diese allein den Arbeitgebern in die Schuhe zu schieben, wäre sicher ungerecht und unterkomplex.“

            Ihre neue Behauptung vom 09. Mai, A.S., die Realität bestünde nur aus zwei Variablen A oder B, die sich gegenseitig notwendig ausschlössen, ist aber grundfalsch. „Tertium non datur“ nennt das die Fachsprache oder den „Satz vom ausgeschlossenen Dritten“. Die Schwierigkeit mit dem Satz vom ausgeschlossenen Dritten besteht nun darin, daß er stets nur für Ereignisse gelten kann, die bereits eingetreten sind, also in der Vergangenheit liegen. Zukünftige Ereignisse sind prinzipiell unvorhersehbar und können deshalb nicht vom Satz des ausgeschlossenen Dritten erfaßt werden.
            Ihre Beobachtung, A.S., das die Konkurrenz am Markt entweder zu Pleiten führe (A), oder zu Standortverlagerung (B) mag als Beobachtung stimmen, doch nur als Beobachtung bereits eingetretener Phänomene. Zukünftige Ereignisse können durchaus anders sein.

            Sie selbst schreiben ja, daß es „extrem ärgerlich“ sei und ihnen „auch nicht passt“. Na also. Es gibt etwas in Ihnen, daß die Realität als solche nicht akzeptiert, sondern andere (dritte, vierte, fünfte und x-te) Möglichkeiten heimlich wünscht. Sie entscheiden Sich aber nicht dafür, Hoffnung auf andere, zukünftige Möglichkeiten zu setzen, sondern Sie entscheiden Sich für den „Ärger“ (den Sie haben).
            Psychologisch gesprochen entscheiden Sie Sich für die konservativ-depressive Position anstelle einer zukunfts- und lösungsorientierten Herangehensweise. (Bitte nicht falsch verstehen! Damit sage ich nicht, sie hätten eine Depression.)

            Sie schreiben am 09. Mai weiter an meine Adresse:
            „Empathie (so bezeichnen Sie anscheinend Transferleistungen)“

            Ich antworte:
            Damit tun Sie nun mir Unrecht. Ich halte das mindestens so gut aus, wie TeG das ihm durch sie „zugefügte“. Mehr noch: ich nehme dieses Unrecht nicht persönlich. Denn, und das ist schwerwiegender: Sie tun dem Begriff der Empathie Unrecht. (Das tun Sie schon seit dem Zeitpunkt am 03. Mai, da Sie von TeG’s globaler Sicht auf die Realität abkehrten und nur noch hiesige Verhältnisse in den Blick nahmen.) Empathie, A.S., ist Mitgefühl.
            Um es kurz zu machen: Selbstverständlich sind bestimmte Sozialleistungen in einem bestimmten Rahmen und zu einem gewissen Maß ein Ergebnis von Empathie, hier auch bekannt unter dem Namen „Solidarität“.
            Ich persönlich beschränke Solidarität und Empathie nicht auf bestimmte Personengruppen, sondern bin bemüht sie stets auszuweiten. Deshalb beziehen meine Solidarität und meine Empathie sämtliche Menschen als Träger der unveräußerlichen Menschenwürde mit ein. Also selbstverständlich auch alle Arbeitgeber. Unnötig letzteres zu erwähnen.

            Sie schreiben weiter am 09. Mai:
            „Um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können sind meist im Vorfeld Investitionen zu machen um die Arbeit überhaupt ausführen zu können.“

            Ich antworte:
            Richtig. Deshalb kann sich realiter kaum irgend jemand selbständig machen. Um Investitionen zu betätigen benötigt einer nämlich Kapital und Kapital hat man entweder, oder man bekommt es geliehen. Im zweiten Fall muß man kreditwürdig sein. Was das bedeutet, können Sie Sich denken, denke ich. (Das der Weltwirtschaftskrise von 2006/07 ursächlich vorausgehende Platzen der US-Immobilienblase war dem Umstand geschuldet, daß sowohl die Regierung Clinton, als auch die Regierung Bush Beschlüsse faßte, mittels derer -Immobilien-Kredite in dekadenter Masse an jedermann verschleudert werden konnten. )

            Sie schreiben am 09. Mai weiter:
            „D.h. Selbstständige starten mit Schulden in die Arbeit, Arbeitnehmer nicht.“

            Ich antworte:
            Das ist falsch, A.S. Sie sehen die Realität NICHT!
            Viele Menschen und Bürger dieses Landes sind schon verschuldet, noch ehe sie als Arbeitnehmer eine berufliche Laufbahn beginnen (können). Mir ist bspw. ein Student bekannt, der gerade seinen Abschluss macht und seine Zukunft mit einem Studien-Kredit und der Bafög-Rückzahlungsverpflichtung belastet sieht. Und er ist gewiß nicht der einzige unter den hiesigen Studenten. Jeder, der eine Weiter-Qualifikation benötigt um am hiesigen Arbeitsmarkt am Ball zu bleiben, zahlt die aus eigener Tasche und startet dann mit Schulden in die Arbeit. Hartz-IV-Empfänger können u.U. eine Finanzierung einer Weiterbildung vom Staat, also von uns Solidarischen, bekommen. Gut so.

            Sie schreiben am 09. Mai zueltzt:
            „Genau dieses Risiko meine ich, kein anderes. Auch da haben Sie wieder (wie bei der Ausbeutung) pauschal mal alle Risiken in einen Topf geschmissen und argumentiert in der Art: „Die moderne Medizin nimmt dem Menschen keine Gesundheitsrisiken ab, schließlich ist Krebs nicht heilbar.“
            Das Risiken übrigbleiben heißt nicht, dass keine abgenommen werden. Es bleiben halt weniger übrig.“

            Ich antworte (obwohl ihre Behauptungen reichlich absurd sind):
            Selbstverständlich nimmt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer für eine bestimmte Zeit bestimmte Risiken ab. Ebenso nimmt aber der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber bestimmte Risiken ab. Beide müssen sich aufeinander verlassen können und beide gehören ZUSAMMEN! Das, genau das, können oder wollen Sie nicht wahr-haben, A.S. Und damit sind Sie nicht minder ideologisch, als die „Linken“, denen Sie Ideologie und Verblendung und Egoismus vorwerfen.

            Mit solidarischen Grüßen
            S&R

          • Aristobulus schreibt:

            …wie schrieb mal einer (Eliyah war’s): tl;dr.
            (-:

            Es gibt keine Eine Welt, SchallundRauch. Verhältnisse im Kongo sind als extrem nicht relevant, wenn man über Verhältnisse in Mitteleuropa spricht.

          • SchallundRauch schreibt:

            Och Aristobulus…
            Niemand spricht von „Einer Welt“ mit großen E außer Du, der Oberlehrer.
            Es gibt auch keine „Eine Diskussion“, sondern A.S. und ich über entscheiden über Relevanzen bei unserer Zwist und Zwiegespräch mit Begrüßungs- und Schlussformel.

            Gelangweilt,
            Dein Freund SchallundRauch

          • Aristobulus schreibt:

            …und man sollte auch nicht psychologisieren, wenn der Andere eine andere Ansicht hat, selbst wenn die anders ist.
            (-:

            Den Oberlehrer nimmste zurück, Einweltler.

          • SchallundRauch schreibt:

            Das Psychologisieren ist nicht fair. Ich hatte auch schon ein ambivalentes Gewissen.
            Allerdings: ich psychologisiere nicht, wenn jemand anderer Meinung ist. Ich betreibe Psychologie, wenn jemand andere, die anderer Meinung sind, so psychologisierend und pathologisierend und kriminalisierend anspricht, wie A.S. es gegenüber TeG tat:

            A.S. schreibt: Mai 3, 2014 um 3:14 nachmittags
            „Nur Linke argumentieren aus einer rein egoistischen Perspektive und erwarten die anstrengungsfreie Befriedigung ihrer Wünsche durch Dritte. Linke beschuldigen Dritte („das System“) wenn ihre Wünsche und die Realität nicht zusammen passen oder sie von der Realität überfordert sind. Nur Linke gehen selbstverständlich davon aus, dass das, was sie stört durch Dritte beseitigt werden muss, ohne jegliche Empathie für diejenigen, die das durchzuführen und zu finanzieren haben. Nur Linke glauben ein Recht zu haben, dass andere Ihre Probleme lösen und fühlen sich Ausgebeutet wenn die Probleme nicht zum Nulltarif lösbar sind.“

            So Aristobulus. Nun habe ich wohl zugelassen, daß es Dir gelingt, die Linearität der Diskussion zwischen A.S. und mir zu durchbrechen. Aber das war gar nicht so schlecht, denn auf diese Weise konnte ich noch ein bärenstarkes Argument einfädeln.
            Ich werde den Oberlehrer also nicht zurücknehmen, da er seine guten, hervorragenden Seiten hat! Compris? Das Etikett „Einweltler“, das Du mir angedeihen lassen willst, hingegen nehme ich nicht an, da es sicher nicht zu mir gehört. Aber ich habe es verstanden. 😉

            Schönen Tag!

          • A.S. schreibt:

            Lieber S&S,
            erst mal danke, dass sie trotz meiner späten Antwort noch reagiert haben.

            „Arbeitnehmer dem Arbeitgeber […] Beide müssen sich aufeinander verlassen können und beide gehören ZUSAMMEN! Das, genau das, können oder wollen Sie nicht wahr-haben, A.S.“

            Genau darauf will ich ja hinaus. Beide profitieren voneinander, beide brauchen einander, es ist kein einseitiges Ausbeutungsverhältnis, wie TeG mit seiner Wortwahl andeutete. Er hat zwar hier in einem Post noch gesagt, dass er den Begriff Ausbeutung nicht wertend versteht, aber dennoch bleibt die Fixierung auf die „Mehrwertabgabe“, die der Angestellte zu leisten hat. Wie ich in einem anderen Post gesagt habe ist das eher eine Kooperation zu beiderseitigem Nutzen. Mein Kommentar vom 3.Mai 3:14 bringt ja gerade den nicht genannten Teil der Symbiose, nämlich den Dienst des Arbeitgebers.

            Die Liberalismuskritik von TeG halte ich für falsch, allein schon deshalb weil er die Menschen fest in Ausbeuter und Ausgebeutete unterteilt und dabei die Kooperationsoption ausschließt. Dabei ist es ja gerade der Liberalismus, der das Recht gibt den Status ‚Ausgebeuteter‘ zu verlassen oder zumindest eine bessere Position zu suchen. Ausbeutung gehört nicht zu Liberalismus sondern zu fehlendem Liberalismus.

            Es gibt etwas in Ihnen, daß die Realität als solche nicht akzeptiert, sondern andere (dritte, vierte, fünfte und x-te) Möglichkeiten heimlich wünscht. Sie entscheiden Sich aber nicht dafür, Hoffnung auf andere, zukünftige Möglichkeiten zu setzen, sondern Sie entscheiden Sich für den „Ärger“ (den Sie haben).
            Psychologisch gesprochen entscheiden Sie Sich für die konservativ-depressive Position anstelle einer zukunfts- und lösungsorientierten Herangehensweise. (Bitte nicht falsch verstehen! Damit sage ich nicht, sie hätten eine Depression.)
            Da tun Sie mir jetzt Unrecht:-) Nicht wegen Depressionen (hätte ich auch nicht so verstanden), aber dass ich gegen eine lösungsorientierten Herangehensweise stehen würde ist falsch. Einige Probleme als grundsätzliche Dilemmata anzuerkennen heißt doch nicht, dass man keine Lösungen sucht und will. Es heißt nur dass man skeptisch ist. Lösungsversuche haben schon oft großen Schaden angerichtet, man schaue sich nur mal die Bildungsreformen an.
            Im Beispiel Textilfabrik heißt dass: Den Strukturwandel halte ich für unvermeidlich, also bringt es nichts über ungerechten Arbeitsplatzverlust zu klagen sondern man muss andere Lösungen suchen.
            Und da kommen jetzt Linke ins Spiel. Mein Pauschalvorwurf an die Linke ist, sich darauf zu beschränken die Folgen als ungerecht, ausbeuterisch, unsozial oder ähnliches zu brandmarken, Sündenböcke zu suchen (Kapitalismus, Banker, Globalisierung), laut schreiend durch die Straßen zu ziehen und die Abschaffung der Probleme zu verlangen. Nur hat kaum ein linker Vordenker bisher selber mit angepackt. Realistische Lösungsvorschläge muss man mit dem Mikroskop suchen.
            Statt dessen kommt Katja Kipping plötzlich mit 100% Spitzensteuersatz daher, Nahles setzt die Grundrechenarten außer Kraft und verpasst uns die Rente mit 63, man regt sich über die NSA auf und geißelt gleichzeitig den Verfassungsschutz der nicht genug Daten über die NSU hatte (zugegeben, dass ist nicht nur links), man ist gegen die Nato, gegen die Bundeswehr, erst recht gegen die US-Armee, und will gleichzeitig dass Völkermorde verhindert werden, Betriebe sollen nicht rationalisiert werden (Arbeitsplätze, Arbeitsdruck), aber gleichzeitig müssen hohe Löhne gezahlt werden und natürlich der Betrieb wirtschaftlich sein um die Arbeitsplätze zu sichern usw.

            Man beschränkt sich aufs Fordern, aber umsetzten sollen es andere, die oft gleichzeitig noch als Ausbeuter beschimpft werden. Daher mein Vorwurf. Man Argumentiert aus dem Wunsch heraus, daraus was man alles haben will (die egoistische Perspektive), setzt sich mit den Dilemmata eher nicht auseinander, sondern erwartet die Lösung einfach so. Und wenn dann mangels Strukturreform der Arbeitsplatz verloren ist, dann ist sofort der Kapitalismus schuld.

            Nebenbei nur zur Klarstellung: Dass ich mich hier oft auf die Linke einschieße heißt nicht, dass ich die Rechte für besser halte.

          • SchallundRauch schreibt:

            Lieber A.S.,

            vielen Dank für Ihre Antwort, die Sie mir wirklich nicht geschuldet haben.
            Ich bin dennoch ganz froh, Sie in diese Richtung hin provoziert zu haben, so kam hier endlich mal was Substanzielles zu Stande abseits der Beschimpfungen. Und gut geschrieben auch noch.
            Was bleibt mir nun? Ich bin einverstanden. Mit der kleinen Ausnahme, daß ich dem linken Kommentar des TeG eine Tauglichkeit hinsichtlich der benannten Ideologiekritik attestiere, wo er auch ansonsten selbst ideologisch sein mag.
            Ergo: Ideologiekritik muß Sache der Freiheitlichen werden, darin müssen sie sich (wir uns) beweisen. Und die darf eben nicht nur auf die (berechtigte) Kritik an Linken und Rechten reduziert sein. Reflexiv muß sie auch sein. Um es mit dem Eingangszitat zu halten:
            “Die Trennungslinie verläuft bei uns nicht zwischen links und rechts, sondern zwischen freiheitlich und autoritär.”
            Und freilich dürfen wir auch an die Menschen denken, die außerhalb unseres politischen Geschehens arbeiten und/ oder ausgebeutet werden.

            Ich bitte Sie dort um Verzeihung, wo ich Ihnen mit meinen Arbeitshypothesen Unrecht tat. Am Ende zählt doch das Ergebnis.

            Gute Grüße
            SchallundRauch

            P.S.: Sie dürfen mich gerne S&R nennen, sie schreiben immer S&S.
            Mit dem Du und dem Schnaps warten wir dann noch bis zum nächsten Linken.

          • SchallundRauch schreibt:

            P.P.S.:
            Mein heutiges Wahl-O-Mat-Ergebnis zur Europawahl:
            1. AFD
            2. FDP
            3. SPD
            4. Die PARTEI
            5. DIE LINKE
            6. CSU
            7. GRÜNE

            Ich werde das wohl nochmal machen. 😉

          • A.S. schreibt:

            Lieber S&R,
            ups, da hab ich tatsächlich mehrmals S&S geschrieben. Das war keine Absicht, irgendwie ein wiederholter Buchstabendreher.

            Einverstanden mit allem, aber mit kleiner Anmerkung.
            Eine Diskussion ist dazu da um Meinungen, Hypothesen und Sichtweisen auszutauschen und da muss man auch prägnant, scharf und gewagt formulieren und vermuten dürfen. Das man sich da gelegentlich verbal in die Haare kommt kann passieren. Darauf lege auch ich es ja gerne mal an:-),
            Ergo: Kein Grund um für irgendwas um Verzeihung zu bitten. Außer einem hart geführtem Meinungsschlagabtausch ist nichts passiert, und dafür sind wir ja (auch) hier.

            Bis zum nächsten mal wenn wieder über Freiheit in der ersten Klasse oder Ausbeutung die Rede ist 🙂 Danke für’s dabei bleiben und ein (virtuelles) Schnäpschen.
            A.S.

            P.S. Wahl-o-mat Ergebnis:

            Platz 1 teilen sich CSU, CDU, FDP und AFD (alle ca. 68%) dicht gefolgt von ÖDP (64%) und Linke (56%)???
            Ich hol mir jetzt nen realen Schnaps und ab in die Badewanne.

          • SchallundRauch schreibt:

            Achja! Von der Klassenfahrt her kennen wir uns. Na, denn prost!

      • Thomas ex Gotha schreibt:

        Sehr geehrte/r A.S.
        besten Dank für diese herrliche Satire, die an Treffsicherheit dem alten „Titanic“-Tip für die Hungernden dieser Welt („einfach mehr spachteln!“) kaum nachsteht. Gekonnt schlüpfen Sie in die Rolle des Patriarchen, der seine Kapitalakkumulation zum Gnadenakt verklärt und nicht nur die Arbeitskraft, sondern auch die Unterwerfung seiner Lohnabhängigen verlangt, von der Dankbarkeit dafür, dass sie bei Krankheit oder Krisen nicht gefeuert werden, ganz zu schweigen.
        Ebenfalls gelungen simulieren Sie die Ahnungslosigkeit der in ihm Agierenden über den Kapitalismus: Schließlich basiert er auf der Annahme, dass der menschliche Egoismus eine universelle Größe und eben nicht nicht ein Privileg einzelner Gruppen sei. Und dass der ganze Laden ohne Ausbeutung, i.e. die Aneignung fremder Arbeitskraft gar nicht funktionieren würde, ist uns beiden doch ebenfalls klar, nur nicht Ihrer satirischen Figur, die sich zu der folgenden kryptischen Äußerung versteigt: „Nur Linke (…) fühlen sich Ausgebeutet wenn die Probleme nicht zum Nulltarif lösbar sind“.
        Insgesamt ein Volltreffer, meint:
        Ihr
        Thomas ex Gotha

        • Aristobulus schreibt:

          Sie möchten nun gefragt werden, Thomas, wie die ausbeutungslose Gesellschaft heißen wird, in der die schrecklichen Kapitalakkumulierer sich nicht mehr so mir-nichts-dir-nichts fremde Arbeitskraft aneignen dürfen. Und Sie möchten Lösungen anbieten – nein, eine Lösung.
          Aber danach wird Sie wohl keiner fragen, denn man hat die Uni-Debatten wegen der Münchner Räterepublik längst als Zeitverschwendung erkannt. Als man Ausbeutern des Wortes seine Zeit schenkte.

          Was arbeiten Sie so, wenn der Tag lang wird? Welchem Tycoon müssen Sie sich unterwerfen?
          Pardon, die Frage ist etwas unböser gemeint, als sie wirkt.

        • A.S. schreibt:

          Thomas, schön wenn Ihnen der Text gefallen hat. Leider können auch Sie nichts benennen was falsch an meiner Darstellung sein soll. Das ich einseitig argumentiert habe ist ist wohl allen klar, genau so wie ihre Reduktion von wirtschaftlicher Kooperation auf Ausbeutung einseitig ist.
          Bevor wir weiter diskutieren eine Frage an Sie: Halten Sie das Verhältnis von Arbeitgeber zu Angestellten prinzipiell für Ausbeutung?

          • Thomas ex Gotha schreibt:

            prinzipiell ja. Anders geht es ja auch gar nicht: Ohne den Mehrwert und seine Abschöpfung wäre jeder Produktionsprozess schnell unrentabel. Es ist halt die Frage, ob man eine solche Art des Produzierens für sinnvoll erachtet.
            Und den Begriff „Ausbeutung“ habe ich nicht wertend, sondern eher deskriptiv verwendet.

          • A.S. schreibt:

            Sorry für die späte Antwort, manchmal ists halt zu stressig im real Life 🙂
            Diese Art der „Ausbeutung“ würde ich eher als Kooperation bezeichnen, da der Arbeitgeber im Regelfall die Arbeit überhaupt erst ermöglicht. Vieles geht halt nur im großen Verbund mit anderen.
            Ob sinnvoll, da kann man viel drüber streiten……
            Aber kennen Sie eine funktionsfähige Alternative mit auch nur annähernd ähnlicher Leistungsbilanz?

        • Martin schreibt:

          „Schließlich basiert er auf der Annahme, dass der menschliche Egoismus eine universelle Größe und eben nicht nicht ein Privileg einzelner Gruppen sei. “

          Das Egoismus ein „Privileg einzelner Gruppen“ sei, ist nun wahrscheinlich das absolut dümmste das je im Internet zu Bildschirm gebracht wurde….

          • Thomas ex Gotha schreibt:

            Dann sagen Sie das mal dem „A.S.“, der genau dies schrieb, ich zitiere (3.5., 3.14 Uhr nachmittags): „Nur Linke argumentieren aus einer rein egoistischen Perspektive“. Ich halte diesen Satz in der Tat auch nicht für sonderlich schlau.
            Aber das Internet kennt noch weitaus Dümmeres. Sagt Ihnen der Name Pirinçci etwas? Also, da werden Sie sehr fündig, was Dummheiten anbelangt.

      • Martin schreibt:

        Sehr schön formuliert und ausgearbeitet. Ich kann mich nur vollinhaltlich anschließen. Ich war selbst 9 Jahre lang als Hard- & Softwareentwickler -nach vorhergehendem Schulabbruch nach der 10. und einigen recht heftigen Jahren- Selbstständig. Habe dann danach knapp 3 sehr hektische, anstrengende, lustige und spannende Jahre für einen Startup gearbeitet und seit 2001 einen 40 Stunden Job als angestellter IT-Berater. Ich habe die Selbstständigkeit und damit auch die Buchhaltung, die Organisation, den Akquise-Streß und einiges Risiko bewußt gegen eine Festanstellung getauscht – auch wenn das mein maximal mögliches Einkommen und meine berufliche Freiheit reduziert hat. Das war eine bewußte und klare Entscheidung, bei der ich abgewogen habe, was für mich wegfällt und dazukommt und mit der ich seit 2001 prima leben kann.

        Wer den Aufwand, das Risiko und das notwendige Engagement bei einer Selbstständigkeit scheut, hat m.E. keinerlei Recht sich zu beschweren.
        Allenfalls über einige m.E. unnötige -teils wohl noch aus dem Ständewesen herrührende- Restriktionen bei einigen Berufen.

  8. martin silenus schreibt:

    Ein Bekannter der mich regelmäßig darauf hin weißt das meine Ansichten im Prinzip faschistisch sind und direkt zum 4ten Reich führen, hat kürzlich die Diskussion mit mir wutentbrannt beendet, wegen eines einzigen Wortes:
    DDR
    Dabei handelt es sich nämlich um ein absolutes Totschlagargument und wer dieses Wort als Argument in das Gespräch einbringt, hat sich disqualifiziert.

  9. Schum74 schreibt:

    Ein surrealistischer Dialog. Das Dialogische kommt von Buurmann, das Surrealistische, wie denn anders, von der Kommunistin.

    Es fällt u. a. auf, wie schnell die Frau mit dem Wort „unmenschlich“ („Denk mal darüber nach, wer hier unmenschlich und antiliberal ist“) bei der Hand ist.
    Ja, auch ein antiliberal sich äußernder Sprecher wäre noch lange nicht „unmenschlich“. Unmenschlichkeit muss sich erst durch Taten verdienen.

    Es ist bei unseren Linken so Vieles merkwürdig verschoben. Ein Liberaler kann schon als unmenschlich gelten, ein Palästinenser mit blutigen Händen ist es niemals.
    Jemandem fiel auf, dass linke Soziologen und Psychologen, die ein Jahrzehnt lang von der „strukturellen Gewalt“ unserer Institutionen gefaselt hatten, zu der realen Gewalt, die allein in unserem Land muslimischen Frauen angetan wird, kein Wort finden.

    Das Gleiche lässt sich von „faschistisch“ sagen („Wenn du dich mit Deiner Partei identifizierst, dann bist du wirklich nicht weit vom Faschismus“): Echte faschistische Regierungen wie in Saudi-Arabien und Hamastan werden noch „autoritär“ genannt, aber Israel ist gleich „faschistisch“.

    Sehr schön die freche Frage: „Möchtest Du schon mal vorsterben?“

    • A.S. schreibt:

      Solche Typen haben ein einfaches Weltbild. Die sind vom Hass getrieben, Hass auf den westlichen Kapitalismus (von dem sie leben). Amerika ist daher böse, die FDP (wirtschaftsnah) ist böse, usw…. Und dann greift die Methode ‚der Feind meines Feindes ist mein Freund‘. Fakten werden nicht gewünscht, die stören das schöne Weltbild. Wär ja auch alles plötzlich so kompliziert …..

  10. SchallundRauch schreibt:

    Sag mal, Gerd Buurman, ist der von Dir hier veröffentliche DIalog mit der „Kommunistin“ auch auf Deinem Facebook öffentlich abgelaufen und zu sehen, oder hast Du den einfach so veröffentlicht?

    • Aristobulus schreibt:

      Just der richtige Weg, um den Buurmann zum hiesigen Kommentieren und also auf den Pfad der Tugend zu bringen ((-:

    • aurorula a. schreibt:

      Das wird ein neues Theaterstück? ((:
      (grade die Woche ist übrigens meine Bestellung von DrinneN eingetroffen)

      Zitat Klappentext: Die klischeehaft überzeichnete Kommunistin und der von den zusammenhanglosen Gedankensprüngen völlig vor den Kopf gestoßene Liberale machen den besonderen Reiz dieser absurden Kommödie über die Postmoderne aus…. blablabla…. gesellschaftliche Positionierung zwischen linksautoritär und konservativ libertinär…. blablabla… surreallistische Alptraumsequenz eines spätnächtlichen Internetchats… blablabla… kafkaesk und gleichzeitig zum brüllen komisch… blablabla… wie unrealistisch und absurd oft die Realität ist. [Ende Deutschlehrermodus].

      • ceterum censeo schreibt:

        🙂

      • Aristobulus schreibt:

        ((-:

        oder andersrum:

        Die Progressive und der Neoliberale:
        Über die globalisierte Attitüde des neokolonialen Imperialismus, Mittels eines veralteten, klassenfeindlichen, männerrechtlichen und historisch-materialistisch seit Georg Lukacs widerlegten, bourgeoisen Individualismus die Position der kämpfenden Massen unmenschlich zu untergraben.
        Redgood edition, Berlin-Kreuzberg und Santiago de Cuba, 2014.

  11. A.S. schreibt:

    Also wer heutzutage, nach den historischen Erfahrungen, vom Kommunismus träumt muss auch eine dazu passende Intelligenz haben.
    Das sich die Menschen vor 100 Jahren vom Kommunismus eine bessere Welt erhofften kann man nicht vorwerfen. Alles schien besser als der damalige Zustand. Heute wissen wir wohin die kommunistische Reise geht. Wer heute noch vom Kommunismus schwärmt ist schlicht doof. Zu doof um aus der Geschichte zu lernen. Insoweit passt der Gesprächsverlauf auch gut.
    Ich hatte auch mal das Vergnügen mich mit einem überzeugten Kommunisten unterhalten zu dürfen der viel von der (staatsverteilten) Gleichheit erzählte. Auf meine Nachfrage wie dann z.B. attraktive (am See) und unattraktive (an der Autobahn) Wohnungen gerecht verteilt werden und was gegen Neid der Autobahnanwohner gegen die Seebewohner helfe hieß es nur: „Neid wird es dann nicht mehr geben, es ist ja alles Gerecht.“
    Das war der Moment in dem ich beschloss den weiteren Abend einer anderen Flasche zu widmen…..

    • Aristobulus schreibt:

      Ja, gegen den grassierenden Irrealismus hilft nur Bier.
      Kommunisten sind Chiliasten, die Anderen (wie andere Missionare und Gläubige des erlösenden Weltendes) weismachen wollen, dass beim Erreichen des Idealzustandes (der forciert erreicht d.h. durchgesetzt werden solle) Löw und Schaaf mitten auf der Autobahn nebeneinanderliegen, mit Seeblick.

    • ceterum censeo schreibt:

      „Also wer heutzutage, nach den historischen Erfahrungen, vom Kommunismus träumt muss auch eine dazu passende Intelligenz haben.“
      Entweder das, oder einfach ein Dreckschwein sein! Genau wie bei der Orkreligion.

    • Bergstein schreibt:

      Da muss ich widersprechen. Das Problem ist gerade nicht die mangelnde Intelligenz. Es ist eher gerade genau andersrum. Primitive Ideen, wie z.B. Sozialismus ziehen sehr häufig kluge Menschen an, weil sie wegen der vorhandenen Intelligenz die primitive Ideologie sofort überblicken können. Dies schmeichelt einem sehr. Danach will ihr Verstand natürlich weiter gehen. Bei einer primitiven Ideologie kann man jedoch nicht in die nicht vorhandene Breite, sondern nur in die Tiefe gehen, so dass die Menschen zu Fanatikern werden. Aus Sozialisten werden z.B. Kommunisten usw. usf.

      • A.S. schreibt:

        Da müsste man überlegen was Intelligenz genau ist, das erstellen und behandeln von Theorien oder deren Überprüfung an der Wirklichkeit.
        Es gibt einen Hang zum Totalitären gerade bei „intelligenten“ Menschen, die gerne die Wirklichkeit hinterfragen und logisch ordnen wollen. Intelligenz und die Neigung zu logischen Systemen passt ja hervorragend zusammen. Wenn diese logischen Systeme an der Realität überprüft werden hat man Wissenschaft, wenn nicht Ideologie.
        Es wäre jetzt die Frage ob das fehlen der Empirie, dieser (in sich oft logische) Irrealismus, auch mit dem Begriff Intelligenz abgedeckt ist.
        Ich hab mich oben auf den Aspekt Empirie beschränkt, und da hat man einen Intelligenzmangel bei heutigen Kommunisten.
        Was die Fähigkeit zum aufstellen ungeprüfter Theorien angeht sind die Spitze, deshalb findet man bekennende Kommunisten auch (fast) nur in Funktionärspositionen. Nur dort kann man ohne jeden Realitätssinn überleben. Wenn man konkrete Ergebnisse vorweisen muss überlebt seltenst ein Kommunist.

        • Aristobulus schreibt:

          <em<"Wenn diese logischen Systeme an der Realität überprüft werden"
          Genau genau genauestens!, und die Angst ist ungeheuer groß, das dann zu tun. Weil man dann unter Umständen zugeben muss, sich geirrt zu haben. Nichts geht mehr gegen den Stolz als DAS

          • A.S. schreibt:

            Ja, an der Realität scheitern eigentlich alle Utopien. Und die Utopisten wollen das grundsätzlich nicht wahr haben und versuche so lange es geht die eigene Wahrnehmung zu blockieren. Daher auch die extreme Erregung bei widersprechenden Gedanken. Und gehen dabei gelegendlich über Leichenberge.
            Vielleicht nicht die Dame, die Anlass zu diesem Artikel gegeben hat, aber einige Gesinnungsgenossen haben das bereits getan…….

  12. Aristobulus schreibt:

    )-:
    Gerd Buurmann liefert sich Schlachten beim Faecesbook, was mich eifersüchtig macht!, weil er hier in seinen Kommentarbereichen nix schreibt – nicht mal schlachtet er hier.
    *heul*

    • abusheitan schreibt:

      It’s fun mal mit linken Trollen zu tollen, aber mehr Amusement im Vestibül -das sagt mir mein Gefühl-gibt`s bei Diskussionen mit Aristobül. 😉

      • Aristobulus schreibt:

        Auch mit jenem Abusheitan
        hebt ein feiner Tanz des Veit an:
        Denn er macht so gern die Leut an.
        (-:

        (Doch der Buurmann, meiner Treu!,
        floh und fliehet wie ein Goj.
        Oj-oj-oj, ach ojwawoj.)

      • ceterum censeo schreibt:

        Herr Buurmann, die Schnepfe hat Ihnen wertvolle Minuten Ihres endlichen Lebens gestohlen. An die dumme Stirn gehört von Rechts wegen die Faust, sagte der olle Nietzsche. Da das Gegenüber nicht greifbar ist, ist es vielleicht manchmal besser, raus in die Sonne zu gehen und den Vögeln in den Arsch zu gucken, als sich mit der Creme, die unser Bildungssystem produziert, zu zanken.

        • Aristobulus schreibt:

          Wenn dann so ein geistreicher (ähm, einseitig geistreicher) Dialog herauskommt, Ceterum, ist es doch mal nett, dass er eine Schnepfe destruiert hat, die so stolz drauf ist, bloß wiederzukäuen, was sie von verblendeten Linksprofessorenschnepfs gelernt zu haben glaubt.
          – 50mal beim Faecesbuck erwähnt bis jetzt. Scheint ja linke Pirouetten zu drehen

  13. abusheitan schreibt:

    Der große deutsche Philosoph D. Bohlen hat es auf den Punkt gebracht:
    „Versuch doch mal einem Bekloppten zu erklären, dass er bekloppt ist“.

    • mike hammer schreibt:

      auf deutsch ist das fad!
      ist zwar nicht von einem großen deutsch philosophen, aber

      the thing about smart mothexxxxkers is…
      they sound like crazy mothexxxxkers to dumb mothexxxxkers…..

      • levrak schreibt:

        mike hammer,
        ohne über einen etwaigen Beklopptheitsgrad beim Bohlen Dieter irgendetwas sagen zu können, aber der Spruch von ihm sitzt sowas von mitten auf 12:43uhr und einer Viertelsekunde, da gibt’s kein Vertun, nichtmal am abgebrochenen Sekundenzeiger!

        Und MF, by the way, ist sowas von …ööhm…, von gestern, daß wir von vorgestern doch immerhin, nu, hör selbst:
        http://www.youtube.com/watch?v=1d2Vb-FC2pk .
        🙄 eh?

  14. Gebull schreibt:

    „Sie: Nun, gut. Wenn Du der Ansicht bist, dass Du Recht hast, dann ist es halt so. Ich beanspruche nicht die Wahrheit gepachtet zu haben.

    Ich: Ich schon. Gerade jetzt zum Beispiel bin ich von meiner Ansicht überzeugt.“

    das ist so unglaublich gut und bringt undogmatisches denken besser auf den punkt, als die tausendste diskussion über den freien willen, sehr schön.

    ich bin selber links, und teile die Ansicht, das die FDP „im Großen und Ganzen“ wirklich nicht viel mit meiner Vorstellung von Liberalismus zu tun hat, aber die liberale Tradition ist auch ein Armutszeugnis. Vielleicht wirds jetzt ja besser^^

    • Aristobulus schreibt:

      Welche liberale Tradition genau soll ein Armutszeugnis sein?

      • mike hammer schreibt:

        if you are LEFT you are not right.

        • Aristobulus schreibt:

          Links ist völlig okay, wenn’s ehrlich argumentiert und nicht herumfälscht, projiziert und aus halben Wahrheiten ganze Lügen baut.

          • mike hammer schreibt:

            Ist`s dann noch LINKS? 😉

          • Aristobulus schreibt:

            Isses. Etwa die Zeitschrift Titanic… (woran liegt’s?, ich denke, dazu gehört zweierlei: Autorität zu misstrauen, sich selber nicht ernstzunehmen und die eigenen Überzeugungen um- und umzudrehen, damit man den Anschluss nicht verliert. War schon dreierlei. Gibt sicher ein Viertes)

          • mike hammer schreibt:

            titanik ist höchstens liberal, anständige linke lachen nicht über andere linke,
            nur wenn sie die anderen liquidieren weil sie so rechte linke waren, oder so.
            Gute Nacht. 😉

          • mike hammer schreibt:

            eigentlich sollte man nicht über sie lachen, die haben im lezten JH ca. 200000000
            menschen gekillt, die sind gefährlicher als pest und kolera und
            nachtragend sind sie auch noch. 😦

          • ceterum censeo schreibt:

            Titanic, hat, selbst als sie noch gut war, hauptsächlich Witze über das gegnerische, konservative Lager und die Kirche gemacht. Fast nie über Steinzeitkommunisten oder gar den Islam. Ich glaube, Zivilcourage nennt man das doch heute, wenn man in ungefährlichen Wässerchen wildert.
            Heute ist das Blatt wohl eher eine Art „Eulenspiegel“. Das war ein als Satirezeitschrift getarnter „Schwarzer Kanal“, falls den jemand noch kennt.

Seid gut zueinander!

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