„Packt die Antisemitismuskeule wieder ein und packt sie nie mehr aus!“

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„Packt die Antisemitismuskeule wieder ein und packt sie nie mehr aus“, brüllte Jürgen Todenhöfer schon im Mai 2014 in Richtung Israel, während die Hamas den Antisemitismus auspackt. Artikel 7 der Gründungscharta der Hamas fordert die Vernichtung aller Juden, ich betone, nicht die Vernichtung Israels, was schon schlimm genug wäre, sondern die Vernichtung aller Juden!

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Am 11. Oktober 1998 wurde erstmals die Antisemitismuskeule in der Frankfurter Paulskirche unter allgemeiner Begeisterung des Publikums von Dr. Martin Walser ausgegraben. Seit dieser Entdeckung, die in ihrer Bedeutung der Entdeckung Trojas in nichts nachsteht, hat die Antisemitismuskeule einen Siegeszug durch ganz Deutschland angetreten. Heute gibt es kaum noch eine Person in Deutschland, die sich vor der Antisemitismuskeule nicht fürchtet. Was in Walsers Worten noch so klang: „Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule“, hörte sich später bei dem TAZ-Journalisten Bodemann wie so an: „Vor allem in Deutschland kann der Antisemitismusvorwurf tödlich sein, und so hüten sich viele Juden wie Nichtjuden davor, den Mund aufzumachen.“

Die Antisemitismuskeule hat gesiegt! Heute glaubt Jürgen Todenhöfer, dass überall in Deutschland verzweifelte Menschen in den Exilen ihrer deutschen Wohnzimmer sitzen und gerne etwas Kritisches über Israel sagen würden, wenn nicht die Antisemitismuskeule jederzeit zuschlagen könnte. Für Todenhöfer ist Deutschland ein in Knechtschaft gehaltenes Land, in dem Israel nicht kritisiert werden darf. Jede Form der Kritik an die politische Ausnutzung des Holocausts auch und gerade durch die Juden in Deutschland und der ganzen Welt soll im Keim erstickt werden. Die Wirklichkeit sieht allerdings anders aus.

Israelkritik findet sich in jeder deutschen Tageszeitung und das nicht nur ab und zu, sondern fast täglich. Die Angst vor Israel ist in der Bevölkerung nicht nur sehr hoch, sondern sie wird auch laut und gut vernehmlich artikuliert. 65% der Deutschen erklärten laut einer durch die ZEIT am 4.11.2003 veröffentlichen Umfrage der EU, dass Israel die größte Gefahr für den Weltfrieden darstelle. Die Zeitungen kommen zudem nicht nach, die Leserbriefe mit israelkritischen Inhalten nachzudrucken und Menschen wie Jürgen Todenhöfer werden zur besten Sendezeit in Talk-Shows eingeladen. Man fühlt sich in Deutschland somit wie in einem Land, in dem sieben von zehn Menschen behaupten, erst kürzlich von einem Raumschiff entführt worden zu sein. Anstatt aber diese Sieben einfach zum nächsten Nina Hagen-Konzert zu schicken, gelangen sie ungefiltert in die Leserbriefspalten deutscher Zeitungen. Kritik an Israel ist in Deutschland nicht nur möglich, sondern des Deutschen liebster Zeitvertreib. Die Solidarität mit Israel jedoch wird regelmäßig in Deutschland behördlich sanktioniert. Folgende Entscheidungen wurden in den letzten Jahren in deutschen Gerichten gefällt:

Da eine Frau in Bochum öffentlich eine Israel-Flagge gezeigt hatte, wurde sie zu einer Geldstrafe von € 300,- verurteilt. In Duisburg stürmte die Polizei eine private Wohnung, um eine Israel-Flagge, die an dem Fenster der Wohnung befestigt war, zu entfernen. In Köln ist derweil das Zeigen einer Karikatur erlaubt, auf der ein Jude ein Kind verspeist. Juden und Israelis dürfen in Deutschland beleidigt werden, das ist Meinungsfreiheit, jüdischer und israelischer Stolz jedoch werden schon mal behördlich beschränkt, da hört die Freiheit auf. Das ist jedoch nicht typisch deutsch sondern gilt auch international.

In den Vereinten Nationen findet sich eine geradezu manische Fixiertheit auf Israel. Während dort 99,9% der Weltbevölkerung mit Milde beäugt werden, bekommen die restlichen 0,1%, die einen israelischen Pass besitzen, eine Sonderbehandlung zu spüren. Obwohl nur 0,22% aller Menschen jüdisch sind, hält sich der wackere Glaube vom starken und stets präsenten Juden. Es ist fast amüsant, wieviele Menschen an die Macht der Juden glauben. Fragt man diese Menschen, wie es um den Einfluss der Holländer (0,25% der Gesamtbevölkerung), der Deutschen (1,22%), der Chinesen (19,5 %), der Muslime (19,26%) oder der Christen (31,11%) bestellt ist, schauen sie nur verwirrt, ganz so als habe man gerade eine völlig absurde Frage gestellt. Nur die Frage nach dem Einfluss der Juden ist nicht absurd. Die Juden sind halt etwas ganz besonderes. Und weil sie etwas ganz besonders sind, müssen sie sich auch ganz besonders benehmen. Solange sie sich abschlachten lassen, werden sie von allen geliebt; aber wehe, sie fangen an, sich zu wehren, dann hört der Spaß auf. Der Israel-Gaza-Konflikt ist dafür das beste Beispiel.

Obwohl die sogenannte gemäßigte palästinensische Autonomieregierung unter Abbas die Todesstrafe für alle Palästinenser exekutiert, die Land an Juden verkaufen, ganz gleich ob sie einen israelischen Pass besitzen oder nicht, findet sich dazu keine Verurteilung von Seiten der Vereinten Nationen. Für die gemäßigte Palästinenserorganisation ist nur ein Palästina ohne Juden ein gutes Palästina. Wenn das gemäßigt ist, wie sieht dann erst radikal aus? Radikal ist es, Raketen auf Israel abzufeuern. Das macht die Hamas regelmäßig, während die Minister der Hamas folgende Reden halten:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Die Vereinten Nationen schweigen dazu! Sie schweigen auch dazu, dass die „Protokolle der Weisen von Zion“ in Ägypten (2002) und im Libanon (2004) als Fernsehserie gezeigt wurden. In den palästinensischen Autonomiegebieten ist das judenhassende Machwerk sogar Lehrstoff in der 10. Jahrgangsstufe. Kleine Kinder werden im palästinensischen Fernsehen zudem dazu erzogen, Juden töten zu wollen. Die Hamas hat die „Protokolle der Weisen von Zion“ sogar als Begründung in ihre Charta im Artikel 32 aufgenommen.

Seit 2005 ist Gaza “judenrein”. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden den Gazastreifen über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Seit Gaza „judenrein“ ist gehen auf Israel Raketen von Gaza nieder. Im Juli 2014 gingen in drei Tagen mehr als 400 Raketen nieder, weil die Mehrheit der Araber in Gaza ganz Israel vernichten möchten. Im Juni 2014 ließ das Washington Institut durch ein führendes palästinensisches Meinungsforschungsinstitut eine Befragung der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen und im Westjordanland durchführen. Insgesamt 1200 Personen wurden befragt, was geschehen solle, wenn es der palästinensischen Führung gelingen sollte, eine Zwei-Staaten-Lösung mit Israel auszuhandeln. 64 Prozent antworteten, dass bis zur Zerstörung ganz Israels weiter “Widerstand” geleistet werden sollte. Nur 10 Prozent antworteten, dass in einem palästinensischen Staat Juden die gleichen Rechte wie Moslems haben sollten. Nur 10 Prozent sind für gleiche Rechte für Juden. Ganze 67 Prozent wollen ganz Israel vernichten.

Was geschieht währenddessen in Deutschland? Die Bücherregale schwappen vor lauter Israelkritik über. Das deutsche Volk und die Vereinten Nationen belehren mehrheitlich und regelmäßig laut vernehmlich Israel. Leserbriefe mit kritischem Inhalt werden wie selbstverständlich gedruckt. Dennoch glaubt die Mehrheit der Deutschen fest daran, mundtot zu sein – ein geradezu beispielhafter Salto Teutonale. Mit Schaudern und Zittern möchte man da fragen: Wenn das der Deutsche Mundtod ist, was passiert wohl erst, wenn die Deutschen geschwätzig werden?

Es stellt sich auch die Frage: Wer schwingt sie eigentlich, diese Antisemitismuskeule? Blöde Frage. Die Antwort haben uns doch schon „Die Protokolle der Weisen von Zion“ gegeben. Der Jude natürlich! Er schwingt sie und ist deshalb auch selber schuld am Antisemitismus! Das wußte schon Jürgen Möllemann. In einem ZDF-Interview aus dem Jahre 2003 sagte er:

„Ich fürchte, dass kaum jemand den Antisemiten, die es in Deutschland leider gibt und die wir bekämpfen müssen, mehr Zulauf verschafft hat als Herr Scharon und in Deutschland ein Herr Friedman mit seiner intoleranten und gehässigen Art, überheblich. Das geht so nicht, man muss in Deutschland Kritik an der Politik Scharons üben dürfen, ohne in diese Ecke geschoben zu werden.“

Es muss aber gar nicht immer nur um Israel gehen, damit irgendjemand einem Juden die Antisemitismuskeule in die Hand drückt, nur um sich dann vor ihm auf den Boden zu werfen, um jammernd „nicht schlagen!“ zu rufen, damit seine Freundin endlich mal sieht, was für ein großes Arschloch dieser Jude doch ist. In einer Debatte um den Bau eines jüdischen Museums in der Altstadt von Köln schaltete sich im Juli 2008 der Chefredakteur des Kölner Stadtanzeigers Franz Sommerfeld in das Gespräch ein und stellte auf prominenter Seite seiner Zeitung fest

„Jeder Versuch, städteplanerische Entscheidungen durch Hinweis auf die deutsche Schuld gegen Kritik zu immunisieren, spielt denen in die Hände, die die Vernichtung der Juden relativieren und auf antisemitische Reflexe spekulieren.“

Die Auschwitzkeule verbreitet in den Exilen Deutscher Wohnzimmer Angst, Schrecken und vor allem ein um sich greifendes Beleidigtsein. Jeder Antisemitismusvorwurf, ob angemessen oder nicht, wird mit der Empörung der Ehrverletzung weit von sich gewiesen. Die Deutschen, die die Auschwitzkeule entdeckt haben, sind fast so schnell beleidigt wie die Islamisten, die am 30. September 2005 die Mohammed-Karikaturen in der Dänischen Jyllands Posten gefunden hatten. Die Macht des Beleidigtseins inspirierte unzählige fanatisierte Islamisten zu weltweiten Protesten mit Flaggenverbrennungen, Gewalttaten und über hundert Toten. Während Islamisten hinter jeder Kritik am Islam und hinter jedem Versuch, dem Propheten Mohammend ein Gesicht zu geben, eine Beleidigung wittern, die die Ehre des Islams verletzt, sehen manche Deutschen hinter jeder Kritik am Antisemitismus und hinter jedem Versuch, dem Antisemitismus durch Vergleiche mit der Geschichte ein Gesicht zu geben, die böse Absicht der Beleidigung und Ehrverletzung.

Viele Deutsche machen sich mit diesem Trick zu Opfern des Nationalsozialismus und können so mit Juden endlich auf gleicher Augenhöhe diskutieren. Endlich sind alle in Deutschland Opfer und niemand muss mehr einen Juden um seinen Holocaust beneiden. Jetzt haben alle unter den Nazis gelitten.

In der Schule wird die neue deutsche Jugend mit dem Nationalsozialismus gequält. Die Geschichtslehrer deportieren die Schülerinnen und Schüler regelmäßig nach Dachau, um sie dort zu zwingen, ein Lager zu besichtigen. Dies nimmt die Jugend so mit, dass sie ihr Trauma nur noch durch Verdrängung und Abstumpfung überwinden können. ¼ aller Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 17 Jahren gaben laut einer repräsentativen Umfrage von Alphons Silbermann aus dem Jahre 2000 an, keine Ahnung zu haben, was Auschwitz ist.

Die deutsche Vergangenheitsbewältigung ist ein wahres Wirtschaftswunder und gehört neben Autos und Bier zum wichtigsten Wirtschaftsgut des Exportweltmeisters Deutschland. Man überlege sich einmal, wie dramatisch die Arbeitslosenzahlen in Deutschland aussähen, wenn es all die Arbeitsplätze in den Lern-, Gedenk- und Dokumenationsstätten, in den Holocaustforschungsinstituten und Universitäten der Antisemitismusforschung nicht geben würde. Berlin wäre um eine ihrer beliebstesten Sehenswürdigkeiten ärmer. Berlin ohne Holocaust Mahnmal. Undenkbar! Von diesem Stelenfeld hat Altkanzler Gerhard Schröder einst gesagt, es sei ein Mahnmal, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Ebehard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“ Beneiden! Eine wahrhaft deutsche Neid-Debatte.

Die deutsche Vergangenheitsbewältigung hat es geschafft, dass einige in Deutschland wieder stolz sind auf den Holocaust; natürlich nicht auf die Perfektionierung des Massenmordes selbst, aber schon irgendwie auf die Perfektionierung der Bewältigung des Massenmordes.

Hätte es den Holocaust nicht geben, dann hätte das ehemalige Waffen-SS-Mitglied Günter Grass niemals „Die Blechtrommel“ geschrieben und somit vermutlich auch nie den Nobelpreis für Literatur erhalten. In 55 Jahren von der SS zum Nobelpreis, das schafft nur Günter! Volker Schlöndorff hätte somit auch niemals „Die Blechtrommel“ verfilmen können und daher nie den Oscar für diesen Film erhalten.

So gut wie alle Oscars für den deutschsprachigen Raum sind Resultate der Vergangenheitsbewältigung: Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“ und Christoph Waltz Oscar für die Rolle eines Nazis. Wenn es eine Holocaust-Industrie gibt, dann ist Deutschland der Hauptaktionär! Wer einmal in Berlin war und sich in den Hotels die Reiseführer angeschaut hat, erkennt sofort, woran Berlin verdient: „Third Reich Tour“ und „Hitler’s Berlin“ sind die wohl beliebtesten Stadtführungen.

In Deutschland wurde die Vergangenheitsbewältigung so sehr perfektioniert, dass viele Deutsche der ganzen Welt jetzt sogar Nachhilfe in Sachen Vergangenheitsbewältigung geben. Da wird die USA getadelt, weil sie mit „den Indianern“ nicht so vorbildlich umgeht, wie „die Deutschen“ mit „den Juden“ und auch Israel bekommt Nachhilfe in Sachen völkische Aussöhnung mit den Palästinensern, denn „gerade die Juden müssten es doch besser wissen.“ Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. So avanciert Auschwitz vom Ort der industriellen Massenvernichtung von Menschen zu einer sittlich-bildenden Lehranstalt für Juden.

Aber was bitte gibt es aus Auschwitz zu lernen? Dass man Menschen nicht millionenfach vergast? Dass Juden auch Menschen sind? Dass man lieb zueinander sein sollte? Dass man sich wehren darf, wenn man verfolgt wird? Dass man Menschen, die andere Menschen vergasen, den Krieg erklärt? Dass man wahnsinnige Menschen mit allen Mitteln entwaffnet? All dies sollte man auch ohne Auschwitz wissen. Auschwitz ist keine Nachhilfe für moralisch Sitzengebliebene, sondern schlicht ein unvergessbares und unverzeiliches Verbrechen, aus dem es nichts zu lernen gibt!

Dr. Martin Walser aber hat etwas aus Auschwitz gelernt und sagte zu Ignatz Bubis, der es damals gewagt hatte, ihm nicht zu seiner Ausgrabung der Antisemitismuskeule zu gratulieren: „Ich habe mich schon mit dem Thema beschäftigt, da waren Sie noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt.“ Diesen Satz muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Ignatz Bubis, der 1944 im Zwangsarbeitslager Tschenstochau gefangen gehalten wurde und dessen Vater im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurde und dessen Bruder und Schwester durch die Nationalsozialisten vernichtet wurden, mußte sich von Dr. Martin Walser, dessen Eintritt in die NSDAP auf den 30. Januar 1944 fällt und der das Ende des 2. Weltkrieges als Soldat der Wehrmacht erlebte, sagen lassen, wie man mit dem Holocaust umgeht – und zu dem Zeitpunkt war die Antisemitismuskeule gerade erst gefunden.

Heute brüllt Jürgen Todenhöfer Juden an, sie sollen die Antisemitismuskeule einpacken, wenn andere mörderischen Antisemitismus auspacken und bekommt dafür binnen weniger Stunden über 18.000 Likes.

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