Keine Toleranz

Ich will keine Toleranz! Toleranz ist nämlich ein Herrschaftsmoment. Der Philosoph Henryk M. Broder bringt es auf den Punkt:

„Toleranz ist ein Begriff der im 16., 17., 18. Jahrhundert eine Rolle gespielt hat. Zu der Zeit, als Gesellschaften noch vertikal organisiert waren. Es gab ein Oben und es gab ein Unten. Und diejenigen, die oben waren mussten gelegentlich dazu gezwungen werden, diejenigen, die unten sind, zu tolerieren. Heute haben wir horizontale Gesellschaften. Wir haben Gruppen, die weitgehend gleichberechtigt sind. Und es geht nicht darum, sich zu tolerieren. Es geht darum, verbriefte Rechte zu nutzen.“

Das Wort „Toleranz“ kommt von dem lateinischen Begriff „tolerare“, was „erdulden“ und „ertragen“ im Sinne einer Nachsichtigkeit und Großzügigkeit bedeutet. Wer dulden kann, besitzt die Macht zu dulden und wer diese Macht besitzt, hat jederzeit die Möglichkeit, die Großzügigkeit zu beenden.

Wer die Mittel der Toleranz besitzt, hat ebenfalls die Möglichkeit zu vernichten! Henryk M. Broder fasst es in einem Satz zusammen:

„Wenn ich jemanden dulde, dann ist das ein Gnadenakt.“

Ich will die Gnade der Toleranz nicht! Ich bin ein Mensch. Ich habe Rechte. Sie sind unveräußerlich! Ich will auch keine ungefragte Akzeptanz. Das lateinische Wort „accipere“ bedeutet „gutheißen“ und „billigen“. Ich brauche niemanden, der mich ungefragt billigt und für gut erachtet. Ich entscheide, wessen Urteil mir was wert ist!

Ich träume von einer Welt, in der niemand mehr die Macht hat, einen anderen Menschen zu erdulden. Wenn jemand kommt und sagt: „Ich toleriere Dich“, dann sage ich:

„Ich will Deine Toleranz nicht! Wenn Du unbedingt was tolerieren willst, toleriere Dein Gesicht. Da hast Du schon genug zu tolerieren!“

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154 Antworten zu Keine Toleranz

  1. Irondome schreibt:

    Hallo Mustang,

    zunächst einmal ist die von mir erzählte Geschichte Fiktion. Sie könnte aber wahr sein.
    Du weißt, ob die Geschichte eines Menschen wahr ist, wenn Du seine körperlichen und seelischen Narben siehst. Wenn Du die Folternarben in Haut, Knochen und Gemüt gesehen hast, glaubst Du die Geschichte.

    • Bachatero schreibt:

      Bachatero is my name and helping people was my game.
      Nur am Rande, als zusätzlicher Aspekt. in den 80igern und wohl auch noch weit in die 90iger hinein, konntest Du in Santo Domingo „Krüppel“ (man sagt heute wie?) mieten, die alles hatten, was Du so brauchtest und natürlich bezahlen konntest: appe Arme, Beine, Blind, Robben (die bewegten sich auf Ellenbogen, ohne Beine, durch den Straßenverkehr zum Betteln) und jede andere Variation und Kombination, die Dir Deine Fantasie erlaubt (z.B blind, mit eitrigen Fußverbänden, halbtote, schlaffe Kinder, die von jemandem von Autofenster zu Autofenster getragen wurden, für ein paar Pesos, etc.). Ich habe mit etlichen davon ein recht freundliches Verhältnis gehabt und so einiges erfahren. Privat waren die, sozusagen, ganz nett. 😉 . Was ist der Punkt? Helfen ist ein schwieriger Business, weil appearances are deceiving. Ich bin daher dazu gekommen die Menschen in 2 Gruppen einzuteilen: 1. Helfbare, denen hilfst Du ein wenig, z.B. aus einer Notlage, sie bekrabbeln sich und leben dann friedlich bis an ihr Ende. 2. Unhelfbare, denen schenkst Du heute 1 Million und in 1 Jahr sind sie pleite und haben 5 Millionen Schulden. Der Trick ist, wie unterscheidet man die? Den Menschen auf überindividuellem Level zu helfen, ist dagegen quasi unmöglich, auf Dauer, es sei denn, Du bringst Religion ins Spiel. Aua.

  2. mustang1 schreibt:

    Am intelorentesten sind die jenigen, die am lautesten Toleranz schreien. Sie tolerieren eben keine andere Meinung!

    # Irondome schreibt:

    Dezember 6, 2014 um 4:56 nachmittags
    „….. Ein Christ aus Nigeria ist als illegaler Flüchtling nach Deutschland gekommen. Er lebte in Nigeria als Halbwaise als Straßenkind in Abuja.“

    Woher wissen wir, ob seine Geschichte war ist?

    • Irondome schreibt:

      Hallo Mustang,

      zunächst einmal ist die von mir erzählte Geschichte Fiktion. Sie könnte aber wahr sein.
      Du weißt, ob die Geschichte eines Menschen wahr ist, wenn Du seine körperlichen und seelischen Narben siehst. Wenn Du die Folternarben in Haut, Knochen und Gemüt gesehen hast, glaubst Du die Geschichte.

  3. Kanalratte schreibt:

    Respekt bedeutet „Zurückschauen bzw. Rücksicht, Berücksichtigung“ und grundsätzlich hat jeder Mensch egal welcher Herkunft, Religion etc. ERSTEINMAL Respekt verdient.

    Toleranz bedeutet also Respekt zu erdulden. Es bedeutet aber nicht, dass ich mit etwas was ich respektiere und erdulde einer Meinung bin oder es gut finde.

    Zum Beispiel Homosexualität respektiere ich und toleriere ich, finde sie aber persönlich nicht gut.
    Aber nur weil ich etwas persönlich nicht gut oder ansprechend finde, heißt dass ja nicht dass ich Intolerant bin. Ganz im Gegenteil, wer meine Meinung nicht respektiert und erduldet ist intolerant.

    • Aristobulus schreibt:

      Nein – jeder Mensch hat von Anfang an Menschenwürde. Diese Menschenwürde darf nicht verletzt werden.

      Respekt ist etwas Anderes, eine ganz andere Kategorie: Respekt muss man sich verdienen, sonst ist es keiner, sondern mal wieder die Toleranzforderung, die sich hinter einm anderen Ausdruck versteckt.

      Und erdulden muss einer gar nichts.

      • aurorula a. schreibt:

        Jein.
        Respekt gibt es in zwei Versionen: Personenrespekt und Achtungsrespekt.
        Personenrespekt ist das was Du hier mit dem anderen Wort Menschenwürde schreibst. Daß ich jemanden als Person respektiere heißt ich behandele Personen grundsätzlich anders als Sachen: der Kassiererin im Supermarkt wünsche ich einen guten Morgen, der Kasse an der sie sitzt nicht. Quasi das unbewusste Erkennen: Ah, hier Person => personelle Interaktion gefragt.
        Achtungsrespekt ist die Sorte, die sich jemand verdient: Wow, der läuft 100m in unter 10 Sekunden? => wuoah, Respekt!

        Wobei Menschenwürde allein schön und gut ist, aber das eigentlich wichtige dran sind die daraus abgeleiteten Rechte, nicht? Es gibt keine Möglichkeit eine Frau respektvoll zu vergewaltigen, weil das gegen ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung verstößt. Es gibt keine Möglichkeit einen Demonstranten respektvoll niederzuschlagen, weil das gegen sein Recht auf körperliche Unversehrtheit verstößt. Undsoweiter…

        • Aristobulus schreibt:

          Ja.
          So wie Du es belegst, wird der Unterschied zwischen Personenrespekt (Menschenwürde)und Achtungsrespekt (Respekt vor Verdienst) genauer und genauer.

          Wenn man es nicht unterscheidet, entsteht Chaos, in dem alles umsonst ist und alles wegen nichts gefordert werden kann

        • Irondome schreibt:

          Hallo Aurorula A.,
          Eine Frage dazu anhand eines fiktiven Beispiels, das aber genau so sehr realistisch ist:

          Ein Christ aus Nigeria ist als illegaler Flüchtling nach Deutschland gekommen. Er lebte in Nigeria als Halbwaise als Straßenkind in Abuja. Ein hartes Pflaster, Gewalt war alltäglich. Er hat seinen Körper verkauft, um sich die Reise nach Europa zu finanzieren. Auf dem Weg hierher landete er mehrfach in Gefängnissen, wurden von Polizisten mißhandelt und von kriminellen Schleusern prostituiert. Der Kahn, mit dem er übers Mittelmeer kam, sank, viele ertranken. Er konnte nicht schwimmen und wurde in letzter Sekunde vor dem Tod im Wasser gerettet. In Spanien war er Opfer rassistischer Übergriffe.
          Als er in Deutschland ankommt, gilt er als illegal Eingereister, sein Asylverfahren zieht sich seit zwei Jahren hin. Er hat Angst abgeschoben zu werden.

          Nun stelle ich mir vor, dieser junge Mensch erzählt mir diese seine Geschichte. Ich höre empathisch zu und empfinde tiefen Respekt vor ihm, seinem Leben.

          Ist das nun „Personenrespekt“ oder „Achtungsrespekt“?
          Habe ich hier Respekt vor ihm als Mensch, weil er keine Maschine ist?
          Oder habe ich hier Respekt vor seiner „Leistung“, die vor allem ihm Erdulden und Leiden bestand?

          Mit freundlichen Grüßen
          Irondome

          • Aristobulus schreibt:

            Die Kategorie ist falsch, Irondome.
            Es handelt sich einfach um Mitgefühl – das primäre Gefühl!, lange-lange bevor man auf Begriffe wie Menschenwürde und Achtung und Respekt kommt.
            Das versteht sich von selbst.
            Aber Du versuchst die anderen Begriffe damit auszuhebeln. Besonders redlich ist das nicht

          • Irondome schreibt:

            Oh, ich bin fest davon überzeugt, Aurorula A. kann selbst antworten.

          • Aristobulus schreibt:

            Da bin ich ja bass erstaunt, wer hätt den das gedacht?

        • Bachatero schreibt:

          @ Auro

          Enthält Respekt nicht auch immer ein Element der der Angst? Ich habe großen Respekt vor Mike Tyson, weil er mich zu Brei transformieren könnte. Ich respektiere ihn, aber nicht wegen seiner menschlichen Qualitäten, sondern weil Nichtrespekt unangenehme Konsequenzen haben könnte. Den 100 m Mann bewundere ich wegen seiner Fähigkeit schnell laufen zu können, obwohl er vielleicht sogar Steuerhinterzieher ist 😉 . Respekt, Würde, Beide sind mir überhaupt nicht klar, obwohl in der Würde kein Respekt ist, wohl aber Bewunderung.

  4. Eckhardt Kiwitt schreibt:

    @ ceterum censeo: Dezember 5, 2014 um 5:43 nachmittags
    * Aber Sie können sicherlich für deren Würde beten. Die werden´s brauchen in der ollen Hölle! *
    —–
    Da ich Atheist war als ich geboren wurde und dann dabei geblieben bin ((die Gründe können Sie in meinem „Islam-Prinzip“ nachlesen, im Kapitel „Die fünf (eigentlich sechs) Säulen des Islams“)), hab ich’s nicht so mit dem Beten, und an die Hölle glaub ich ebenfalls nicht.

    Von dem, was im Grundrechtskatalog unseres GG steht (Art. 1-19), bin ich aber durchaus überzeugt.
    Falls Sie Verwandte haben oder hatten, die von Aug. 1933 bis zur Befreiung 1945 unschuldig im KZ Dachau eingesperrt waren, können Sie das evtl. nachvollziehen (ich habe bzw. hatte; sind in den 1960er Jahren gestorben).

    • Aristobulus schreibt:

      … ja ist denn jemand schuldig in Dachau gewesen?!
      Fragen über Fragen.
      Und warum nennen Sie sogleich Ihre Verwandten in Dachau? Sie wollen doch nicht, dass einer mehr bietet – mit dreimal Auschwitz oder so.
      Schon unerfindlich.

      Aber ich muss ja nu auch nicht alles verstehen

    • ceterum censeo schreibt:

      Tja, dann fangen wir doch mal an, und benutzen unsere armen Altvorderen für´nen ordentlichen Schwanzvergleich ( die würden bestimmt alle gern mit uns tauschen und hätten dafür kein Verständnis, aber was soll`s, die können sich nicht mehr wehren): Naher Verwandter liegt in Flossenbürg. War SS-Mann, Befehlsverweigerung bei Judenermordungen, totgeschlagen. DER hatte Würde, Mut und Anstand! So einer hat Respekt verdient!
      Trotzdem weiß ich nicht, was das hier eigentlich soll. Gestehen Sie einem Pol Pot oder einem IS Kopfsäbler dieselbe Würde zu, wie Ihren Verwandten?

  5. Irondome schreibt:

    Verzeihung, bitte. Hier mein gesamter Kommentar. Da oben fehlt das Mittelstück.

    Die Personalie Broder ist ja, wie einige Kommentatoren weiter oben angedeutet haben, irrelevant das Zitat betreffend. Also die Richtigkeit oder Falschheit der Aussage ist unabhängig von ihrem Urheber. So kann man das verstehen, wenn es heißt, es sei gleich, ob einer Professor oder Straßenkehrer sei.

    Dem stimme ich zu. Wenn einer etwas Wahres sagt, dann ist es wahr, auch wenn seine gesellschaftliche Rolle falsch ist. (Es gibt ohnehin kein richtiges Leben im Falschen. Aber das nur am Rande und des Zitats wegen. Urheberunabhängig, versteht sich.)

    Nicht, dass ich Broders gesellschaftliche Rolle als falsch bezeichne. Er spielt sie hervorragend!
    Aber Philosoph? Nein, Philosoph ist er bei G’tt nicht. Ich lese das als Ironie des Buurmann, der meines Wissens Philosoph ist. Und Schauspieler. Man kann Schwerpunkte setzen. Broder setzt seinen Schwerpunkt sicher nicht auf das Staunen, auch nicht die Erkenntnis. Broder hat erkannt. Er ist ein Sophist. Allerdings ein Guter. Zumindest laut axialer Eigendefiniton. Ein Axiom würde ich daraus nicht machen.

    Jedenfalls das, was Buurmann hier von Broder zitiert, ist falsch. (Das Zitat ist richtig, aber was Broder sagt, ist unwahr.) Worum? Dorum: In vertikal organisierten Gesellschaften ist alle Macht auf den/die Fürsten beschränkt. Deshalb ist die Toleranz des Fürsten ein Gnadenakt auf Widerruf.
    Soweit stimmt alles, was Broder sagt. (Man muss aber ergänzen, dass der tolerante Fürst weitaus angenehmer ist als der intolerante.)
    Im nächsten Schritt wird Broders Aussage jedoch falsch: die Umstrukturierung von vertikalen in horizontale Gesellschaft ist nämlich nicht gleichbedeutend mit der Nivellierung von Macht. Ist doch nicht so, dass mit dem Ende der Vertikalität Macht ins Nichts verdampft wurde. Es gibt Macht – oder besser: Machtbeziehungen – ja noch immer. Nur ist Macht in der horizontalen Gesellschaft nicht mehr auf Einzelne beschränkt. In der Demokratie gehört sie definitiv allen. Alle sind an der Macht beteiligt bzw. teilen sich „die“ Macht.

    Mit anderen Worten: der Fortschritt besteht in der Horizontalität nicht mehr darin, dass ein Fürst tolerant ist. Sondern, orientiert am Vorbild des toleranten Fürsten, besteht der Fortschritt darin, dass jeder tolerant ist. Das beinhaltet – wie beim Fürsten – jenes Moment der Gnade / Willkür, welches die Toleranz gewährt, aber auch entziehen kann. Dieses Moment nennen wir die menschliche Freiheit. Meine Toleranz gewähre ich kraft meiner Freiheit, die ich auch dazu nutzen kann, nicht tolerant zu sein. Eben deshalb steht es mir frei, intolerant gegenüber dem Bösen zu sein. Ich kann das Böse tolerieren kraft meiner Freiheit.

    Wenn es nur darum ginge, „verbriefte Rechte zu nutzen“, wie der Nicht-Philosoph Broder meint, dann wird der Mensch damit um seine Freiheit gebracht. Denn Menschen als Nutzer (und Hüter) bloß von Rechten zu reduzieren, heißt, ihm seine Freiheit abzusprechen. „Rechte“ sind hier lediglich eine stillschweigende Funktion, wie sie jede von Algorithmen gesteuerte Maschine besitzt. Der Mensch aber ist frei: zum Guten und zum Bösen. Er kann und soll sich zum Guten entscheiden. Das ist die ihm überantwortete „Fürstlichkeit“.

    Lat. „tolerare“ bedeutet „erdulden“, „ertragen“. Es ist aber auch gleichbedeutend mit „aushalten“. Beim Aushalten geht es um das Aushalten (Tolerieren) von Widersprüchen / Differenzen. Inneren wie äußeren.

    Kurzum:
    Nein, Herr Buurmann! Toleranz ist kein Herrschaftsmoment. Toleranz ist ein Freiheitsmoment. Dort wo Freiheit nur dem Herrscher gehört, gehört auch nur ihm die Toleranz. Aber ebenso wenig wie die Freiheit ein Herrschaftsmoment ist, ist es eben die Toleranz.

    *Oder, halt! Vielleicht doch? Ist Freiheit vielleicht doch ein Herrschaftsmoment???*

    • Aristobulus schreibt:

      Das ist so theoretisch, Irondome.
      Nein, es geht nicht um Fürsten. Es geht um eine Mehrheitsgesellschaft von Satten, die glauben, nie genug zu haben, die von Toleranz faselt, weil sie die Wirklichkeit nicht sehen will. Jemand wie Broder, der die Wirklichkeit sieht, wird dann im gesteuerten Affekt Rechter, Rassist und gar Nichtphilosoph genannt.

      Wenn Du auf Brodern rumhackst, wisse: Einer, der auf jemandem rumhackt, der seit Jahren Todesdrohnungen bekommt und von SPD- und grünen Stadträten ausgeladen und mundtot gemacht wird (dazu ist er das Dauerziel der sog. Montagsdemonstranten!), handelt wie ein Zuschauer.

      Wenn Du aber nicht auf Brodern rumgehackt hattest, dann slicha, Du hattest es anders gemeint.

      • Clas Lehmann schreibt:

        Also, ich, zum Beispiel, habe Brodern schon des öfteren daneben gefunden… Nicht gehackt auf den, aber empfunden, es hacke bei den.

        Das ist schon eine Weile her. Iich weiß auch nicht mehr, was genau ich da als hackend erkannt hatte.

        Inzwischen erlebe ich öfter, dass ich Brodern lese und denke: Sieh an! Wieso bin ich eigentlich genötigt, einzuräumen, dasser recht hat…? Das ist doch Broder? Kann das angehen?

        Und schlimmer noch: Manchmal habe ich eine Meinung und lese: Broder denkt sich das ganz ähnlich.

        • Aristobulus schreibt:

          Einmal hat Broder Leuten zu Weihnachten ein Foto mit einer Barbusigen rundgemailt, die glaub ich nur ein Weinachtsfraumützele trug. Das war so 2005, und da dachte es in mir: Wenn nicht Hack nun, aber sowas von, was nun dann?

          Mehr oder ein anderes Hack hab ich von Brodern nicht erlebt. Er mailt sogar ab und an zurück, meist sowas wie „ist mir völlig wurscht“ oder „danke!, es macht spaß“. Find ich gut 😀

      • Irondome schreibt:

        Ist Clas Lehmann ein Anagramm von Henryk M. Broder?
        Liest sich jedenfalls lustig mit dem Gedanken, er wär’s. 😉

        • Aristobulus schreibt:

          … „Personalie Broder“ ist übrigens unsmart und unglam. Zumal es so smart und glam sein will.
          Siehst Du auch so inzwischen, das, ja?

          • Irondome schreibt:

            Aaaabäähr: es geht nicht um Broder, sondern um die Richtigkeit oder Falschheit des Zitahats! Und das ist faaahallsch!

            Trotzden eine Antwort:
            Nee, seh‘ ich nicht anders. Oder wohl doch, also beides: anders und nicht anders: ich sehe nämlich nach wie vor die von mir intendierte Ironie.

            Auch als Nichtphilosoph kann man Morddrohungen erhalten und nicht er, sondern die Droher sind die Nichtguten.

            Broder streitet nicht nur für eine gute Sache, sondern gibt auch sonst noch allerhand Sempf zu allerhand Zeug ab und viel von dem Sempf ist halt leider ein Schmarrn. Den Schmarrn serviert er ziemlich oft ziemlich bösartig und undifferenziert, aber zu einem Kyniker – was dann irgendwie einen Philosophen abgeben würde – macht ihn auch das nicht.

            Außerdem: solange Typen wie Heidegger als Abziehbilder für Philosophen, ja die ganze Philosophie gelten, ist die Bezeichnung „Philosoph“ eh eher eine Beleidigung auch für Broder, zumal der sowas von antiheideggert wie nur möglich.

          • Irondome schreibt:

            Übrigens sind die nichtguten Droher deshalb nichtgut, weil sie Broder und seine Art nicht tolerieren.

          • Aristobulus schreibt:

            Was ist denn nun Sempf und Schmarrn an dem, das Broder schreibt? Tu mal Butter bei die Fische. Sonst ist das nur wieder Broderbashing wie von da draußen. Dabei ist er doch ein Guter, wie Du zugibst 😉

          • Irondome schreibt:

            Butter zum Fisch? Bitte sehr, ganz leicht:
            Lass‘ Deinem Zeigefinger jetzt freien Lauf, scrolle bis ganz ganz oben und lies!
            Lies das Broder-Zitat und erlebe, was ein rechter Schmarren ist. War er über Toleranz schreibt, ist schlicht Unsinn.

            Wieso schreibt HMB nicht einfach etwas über falsche Toleranz?
            Wieso tut er nicht einfach Butter zum Fisch und nennt die Dinge einfach beim Namen?
            Wieso muss er sich als Historiker ausgeben, der er nicht ist?
            Wieso muss er so tun, als ob er, weiß wie intellektuell wäre?
            Wozu braucht er sowas?

            Eine Vermutung liegt nahe: er braucht solche Argumentationen, um seinen Angriffen den Anstrich fundierter Wahrheiten zu geben.
            Wieso hat er das nötig?
            Wieso muss er den Eindruck erwecken, Wahrheiten bräuchten irgendeine historische oder andere Begründung. Wahrheit, die begründet werden muss, wird Schwierigkeiten haben, zu bestehen, wo es von guten Gründen nur so wimmelt.
            Ist er argumentativ so schwach, dass er das nötig hat?

          • Aristobulus schreibt:

            Nu, Broder schrieb, “wenn ich jemanden dulde, dann ist das ein Gnadenakt.”
            Also billige Toleranz als schlecht verhohlender Gnadenakt, denn eine falsche Toleranz gibt’s nicht – sie ist so oder so billig, weil Kopie des Herrscherverhaltens von einst.
            Die brodersche Herleitung leuchtet ein – aber Deine Kritik leuchtet nun mal nicht ein 😉
            Inwiefern ist es nun Schmarrn, indem er feststellt, woher sie kommt und was sie noch immer bedeutet, die Toleranz?

            À propos Historiker und so, nicht nur Schneider dürfen sich über schlecht geschneiderte Altkostüme äußern.

          • Irondome schreibt:

            Dir leuchtet meine Kritik nicht ein.
            Dir leuchtet Broders Herleitung ein.
            Nun, dann stehen hier zwei Meinungen. Ich toleriere Deine und werde mich nicht weiter dazu äußern.

          • Aristobulus schreibt:

            Aber ähemm Diskussion so als Begriff sagt Dir schon was? 😉
            Inwiefern ist es nun Schmarrn, indem er feststellt, woher sie kommt und was sie noch immer bedeutet, die Toleranz?

            Je m’excuse car je me répète.

          • Irondome schreibt:

            Schon mal irgendwo gehört ja. Dabei kam mir, so ich mich recht erinnere, auch unter, dass Diskussionen im Dissens enden dürfen. So hier.

          • Aristobulus schreibt:

            Aber Du diskutierst ja nicht 😉
            Beleg oder erklär doch mal, wieso „Schmarrn“. Sonst ist das nur eine eilige Behauptung.

        • Clas Lehmann schreibt:

          Nö, mit Sicherheit nicht. Die Freud sei Dir aber gegönnt.

    • Bachatero schreibt:

      Freiheit und Toleranz sind nichts an sich. Sie haben funktionalen Charakter. Technisch, wir hatten das vor einiger Zeit mal hier, hat die Industrie, speziell die Autoindustrie, das Konzept der Toleranz zur Perfektion entwickelt. Damit die große Anzahl der ein Auto konstituierenden Teile zu einem funktionierenden Ganzen zusammenpassen, müssen ihre Eigenschaften sich innerhalb gewisser Toleranzgrenzen befinden. Auch die Austauschbarkeit von Teilen hängt davon ab. Kein Teil kann da allzuviel „Freiheit“, d.h. Abweichung von den Sollwerten, verlangen, wenn es gleichzeitig innerhalb des hier betrachteten Autos funktionieren will. Die festgeschriebenen Rechte und Pflichten, jetzt des Menschen, legen diese Toleranzgrenzen zu seiner Sicherheit und „Freiheit“ fest. Will er mehr oder anders, muß er gegebenenfalls das System verlassen oder nach Systemveränderung suchen. Da funktioniert die sog. Gesellschaft wie eine Maschine, eben ein System. Der Begriff „Freiheit“ ohne genaue Spezifikation seiner Toleranzgrenzen ist so sinnvoll, wie ein im Motorraum frei herumfliegender Kühler-Ventilator.

      • Irondome schreibt:

        Ihr Kommentar Bachatero unterstreicht, was ich kritisiere: die Reduktion des Menschen auf Element einer Maschine.

        • Bachatero schreibt:

          Den Menschen sehe ich nicht als Maschine, jedenfalls nicht als Elektrophysiologische Chemie Maschine a la Richard Dawkins, die wir zur Zeit auch nur annähernd verstehen könnten. Aber innerhalb seiner jeweiligen gesellschaftlichen Realität funktioniert er als berechenbares maschinenaehnliches Element, mit vorgegebenen Toleranz- und Freiheitsgrenzen. Insofern ist die Gesellschaft schon der große Reduktor für die Massen, dagegen ein Reaktor für die Wenigen, die sich dieses System bemächtigen können, d.h., sich durch das System nicht komplett reduzieren lassen, sondern es zu ihrem Vorteil nutzen (Bildung, Reichtum, Macht, Ruhm). Viel Freiheit ist bei Beiden nicht drin, aber in der relativen individuellen Wahrnehmung mag der Unterschied riesig sein. Daher das ständige Gerede von Freiheit und Toleranz.

      • abusheitan schreibt:

        Die Autos werden immer intoleranter. Sie zwingen die Fahrer mittels Lärmfolter (lautes Piepen) zum Anschnallen. Die neuesten verpetzen ihre Fahrer, verraten den Standort, Geschwindigkeit und Fahrweg. Demnächst sollen sie vom großen Bruder abgeschaltet werden können.

        • Bachatero schreibt:

          Solange der große Bruder den Fahrer noch nicht online abschalten kann, besteht doch noch Gestaltungsspielraum. 😉

          • Aristobulus schreibt:

            Freie Fahrt also doch für freie Bürger?

            Das Konzept von Freiheit ist extrem wichtig, nein ausschlaggegend für Qualität oder für Elend, Bachatero, obgleich Freiheit andauernd eingeschränkt wird, die meinige dauernd von Anderen, und ich schränke die Freiheit Anderer ebenso dauernd ein.
            Also muss sich jeder aus dem Dilemma dauernd wieder rausschälen.

          • Bachatero schreibt:

            »Aber die Kurven, wenn sie überhaupt etwas bedeuteten, schlossen doch den freien Willen ein … jeden Morgen strömten drei Millionen Besitzer >Freien Willensfreiem Willen< und auf einer glatten vorhersehbaren Kurve.«

            Robert A. Heinlein,

            The Year of the Jackpot

          • Bachatero schreibt:

            Das Zitat lautet korrekt:
            »Aber die Kurven, wenn sie überhaupt etwas bedeuteten, schlossen doch den freien Willen ein … jeden Morgen strömten drei Millionen Besitzer >Freien Willensfreiem Willen< und auf einer glatten vorhersehbaren Kurve.«

          • Bachatero schreibt:

            Es muss an den „“ liegen:
            »Aber die Kurven, wenn sie überhaupt etwas bedeuteten, schlossen doch den freien Willen ein … jeden Morgen strömten drei Millionen Besitzer Freien Willens in das Zentrum der Megapolis New York; jeden Abend flossen sie wieder nach draußen – alle aus freiem Willen und auf einer glatten vorhersehbaren Kurve.«

          • Aristobulus schreibt:

            Das Zitat ist großartig.
            So steht es um die Freiheit, wie bewahrt man sie sich und Anderen im Zwang der Kurven?

          • Bachatero schreibt:

            Nun ja, wir arbeiten ja schon ein paar tausend Jahre daran, da kann die Lösung wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen, oderrr?

          • Aristobulus schreibt:

            Es wird wohl noch bis zum Postmegaloplastik-Äon dauern

    • abusheitan schreibt:

      Jeder ist ein Filosof!
      Jeder ist ein Künstler!
      Jeder ist ein Scheißer!:

      http://www.20min.ch/schweiz/basel/story/28968053

      • Bachatero schreibt:

        Die 3. Zeile ist nicht zu leugnen. Aber hat diesen stunt nicht schon der olle Otto Mühl viel professioneller abgezogen? Der war doch seinerzeit als „Kunstscheisser‘ berüchtigt.

      • Aristobulus schreibt:

        Lauwarme Dekadenz ist, wenn ein Schreißer im Schaufenster stuhlt, und wenn dann „eine andere Passantin sagte: «Das spricht mich überhaupt nicht an, das ist nicht ästhetisch.»
        Wie glückselig die Leutz‘, die sich mit sowas beschäftigen können, ob nun ästhetisch oder un~, bevor die wirklich Ernsthaften sie dann köpfen.

      • abusheitan schreibt:

        Gestatten, mein Name ist Precht.
        Früher wusste ich nicht, wie man Filosof schreibt, jetzt bin ich selber einer, komme im Fernsehen und habe die Haare schön.

        • Aristobulus schreibt:

          „Artstübli-Kurator Philipp Brogli war sofort begeistert vom «Scheisser»: «Die Skulptur passt optimal in das Artstübli, da sie in unserem grossen Schaufenster supi zur Geltung kommt» …, so Brogli.“
          Könnt‘ ja glattweg von Precht’n gesagt oder berichtet oder gekaxxt sein

        • Bachatero schreibt:

          Na immerhin die Haare, kann man z.B. von Bundesfilosof Sloterdijk nicht gerade sagen. Und Du kommst echt im Fernsehen? Ist das denn schon erlaubt?

  6. Irondome schreibt:

    Die Personalie Broder ist ja, wie einige Kommentatoren weiter oben angedeutet haben, irrelevant das Zitat betreffend. Also die Richtigkeit oder Falschheit der Aussage ist unabhängig von ihrem Urheber. So kann man das verstehen, wenn es heißt, es sei gleich, ob einer Professor oder Straßenkehrer sei.

    Dem stimme ich zu. Wenn einer etwas Wahres sagt, dann ist es wahr, auch wenn seine gesellschaftliche Rolle falsch ist. (Es gibt ohnehin kein richtiges Leben im Falschen. Aber das nur am Rande und des Zitats wegen. Urheberunabhängig, versteht sich.)

    Nicht, dass ich Broders gesellschaftliche Rolle als falsch bezeichne. Er spielt sie hervorragend!
    Aber Philosoph? Nein, Philosoph ist er bei G’tt nicht. Ich lese das als Ironie des Buurmann, der meines Wissens Philosoph ist. Und Schauspieler. Man kann Schwerpunkte setzen. Broder setzt seinen Schwerpunkt sicher nicht auf das Staunen, auch nicht die Erkenntnis. Broder >hatjederfrei<, intolerant gegenüber dem Bösen zu sein. Ich kann das Böse tolerieren kraft meiner Freiheit.

    Wenn es nur darum ginge, „verbriefte Rechte zu nutzen“, wie der Nicht-Philosoph Broder meint, dann wird der Mensch damit um seine Freiheit gebracht. Denn Menschen als Nutzer (und Hüter) bloß von Rechten zu reduzieren, heißt, ihm seine Freiheit abzusprechen. „Rechte“ sind hier lediglich eine stillschweigende Funktion, wie sie jede von Algorithmen gesteuerte Maschine besitzt. Der Mensch aber ist frei: zum Guten und zum Bösen. Er kann und soll sich zum Guten entscheiden. Das ist die ihm überantwortete „Fürstlichkeit“.

    Lat. „tolerare“ bedeutet „erdulden“, „ertragen“. Es ist aber auch gleichbedeutend mit „aushalten“. Beim Aushalten geht es um das Aushalten (Tolerieren) von Widersprüchen / Differenzen. Inneren wie äußeren.

    Kurzum:
    Nein, Herr Buurmann! Toleranz ist kein Herrschaftsmoment. Toleranz ist ein Freiheitsmoment. Dort wo Freiheit nur dem Herrscher gehört, gehört auch nur ihm die Toleranz. Aber ebenso wenig wie die Freiheit ein Herrschaftsmoment ist, ist es eben die Toleranz.

    *Oder, halt! Vielleicht doch? Ist Freiheit vielleicht doch ein Herrschaftsmoment???*

  7. Sempronius Densus Bielski schreibt:

    load and make ready-are you ready-standby-piep?

  8. Kuhrahn schreibt:

    Schweizer anwesend? Viel Spass: https://www.youtube.com/watch?v=46DVrVGP9nw

    • abusheitan schreibt:

      Das ist die Kindergartenversion.
      Im Original sieht man Orks mit abgeschnittenen köpfen durch die Wälder rennen. 😉

      • mike hammer schreibt:

        orks kann man resozialisieren, sogar messerorks vom supermarkt.

        der trrork vom stamme der messerjockes
        tut es nie wieder. http://www.cosgan.de/images/midi/boese/e025.gif

        • mike hammer schreibt:

          meinte terrorork. 😦

        • ceterum censeo schreibt:

          Mußte mehrmals schauen. Der Schütze wäre hierzulande lebenslänglich eingefahren.
          Abgesehen davon sollte man in der Öffentlichkeit mittlerweile den Soldatenspruch „Watch your Back!“ beherzigen. Auch bei uns kann jederzeit einer von denen auf die Idee kommen, dich vor die Bahn zu stoßen oder ähnliches.

          • mike hammer schreibt:

            # ceterum censeo

            Häääää ?

            hast du von den vielen warnstichen kulturbereichernder morgenländer
            in europa nichts mitbekommen oder sind die kopfzertret spiele derer
            zu LAUT und lassen einem das dauerge-messermache
            überhören das in europa gerade läuft?

            wenn die neo-pravda die da als MSM daherstolpert von jugendlicher
            spricht oder mann unter umgehung des namens, sind es meist
            terroristen dieser art.

            ….in husum wurde gestern ein messerMANN von der Polizdings erschossen
            weil er leute aufschlitzte und die Pozilisten messern wollte….

            Abudabi, traumreiseziel vieler EUropäer.

            burkaviech (männlich oder weiblich?) ersticht amerikanische
            lehrerin (mitarbeiterin einer hilfsorganisation) im damenklo
            und entkommt unerkannt.

          • ceterum censeo schreibt:

            Das ist mir alles schon klar. Laut Statistik ermorden Orks in Deutschland täglich 0,8 von uns Untermenschen. Ich meinte mit meiner Aussage auch nur, daß sich die Gefahr nicht immer in Form einer Rotte Testosteronorks, die dir entgegenkommen , schon von Weitem ankündigt, sondern daß es den sogenannten sudden Jihad gibt. Du siehst ja in dem Video, daß die Orkattacke völlig unerwartet kommt. Keine Chance, es sei denn, du bist immer im Zustand Orange!

  9. Nazienkel schreibt:

    Mir fällt es auch schwer, manchen Dingen tolerant entgegenzutreten. Und ich denke auch, dass man es bei vielem nicht sollte. Es gibt eben einen Unterschied, ob man tolerables noch ertragen kann, oder ob es als feindlich eingestuft nicht ertragbar ist. Nazis und andere Hohlbrote argumentieren gerne mit Rosa Luxemburgs Zitat, haben dabei aber alles andere als Toleranz, nämlich ein Brett, vor den Augen.

    Und etwas -z.B. eine Idee die Ausdruck von Hass ist- nicht ertragen zu mögen heißt ja nicht, einen Menschen abzulehnen.

    Man kann von Slavoij Zizcek halten was man will, aber „Plädoyer für die Intoleranz“ finde ich in dieser Beziehung gut.

  10. binonline schreibt:

    Wir Bayern haben den Spruch
    “ leben und leben lassen“
    deshalb brauchen wir keine Toleranz!

    • mike hammer schreibt:

      so so, hamas in bayern?
      des mim lebn und lebn lossn, des güilt aber nua
      wenns de zugroastn lebn woin wia echte bayern, ansonstn soins
      doch liaba bei den saubreissn oder den ösis bleim,
      grutzitürkn nochamoi, sog i!

      aussadem is dolaranz wichtig, denn wenn dia saubreissn
      oana auf östereicher mochn in bayern, soitns
      dolariern das ma in bayern etwas
      härdener zulangt, host mi?

      (lol)

    • Bergstein schreibt:

      Ein Blick auf die Bundesligatabellen der letzten Jahre sagt aber was ganz anderes.

      • mike hammer schreibt:

        # Bergstein
        Ah so was aber a,
        da spricht oana ois bergn un stoana zu bayrischn themen.
        sag a moi, wenns irgends woa berge und stoane gibt, oder hügeln und
        kiesel, ist es erstamoi irgendswia bayrisch und die
        FC-Bayern, die hamm scho muselmanischen
        franzacken neger konvertitten diea
        grachtlederne
        ozogn und in bier getauft, zwangsweise! Oiso hoit a moi d luft o,
        sonst grign ma di und mache di gatolisch!
        dazu brauchts fal fuj bier bei
        uns in bayern
        zafixnochamoi, da schlog der bitz nei sonst wern dia semelnknödel sauer!
        (LOL)

        • mike hammer schreibt:

          nua so zuor info, i hob zwar an deitschn poß, aber der ist urbayrisch,
          des merkt doch a jeder der moane schreibrechts und links
          fehler dag ein und aus lese duat, oder?
          den hob i damois im kresverwaldungsreferat uf de lindwurmstroß
          ufgebretzelt bekommen, als ia die bayernhymne vorwerts und
          rückwerts singend 5 moß bier geext hob. wurd
          sozumsogn bayer ehrenhalber und
          jüdischer kaukasischer verteidiger
          vor allem unbayrischen.
          hän nämlichst dia bayern zum bleistift 33 was zum sogn ghabt,
          häts nia und nimma an stummelbärtiger ösi, mit drottligem
          deitsch, es zum reichskanzelbunzler dabracht!
          der saubreis der elendigste, der
          schinkelgrubrige!

          • mike hammer schreibt:

            mir bayern san grantig und kaukasischjüdische-bayern san
            noch a biserl grantiger, deshoib solts oana wisse
            dos es neda bes gemoant is,
            aber bes werdn ko,
            wenn man des
            reinhetsgebot des biers nicht koscher hält, oiso dann an
            gitn schabbes und broßt sog i moj!

          • Aristobulus schreibt:

            😀 😀 😀

            A Grantler der Schabbes in Bayern:
            Zefixnochamoi a recht gitn, den tejern.

          • Aristobulus schreibt:

            Un dollerant san mir fei net!, mit an grachtledernen Hitl-Keppl ozogn grign ma die Dollerantn und machn die oanfach schabbes.

          • mike hammer schreibt:

            da munßt no a weng übn. 😉
            nee ned am schabbes, neda!
            an grandler mußt redn loßn,
            des ist oiß voller humor
            a wenns kligt als ob
            er durch d decken
            genga dat
            macht der witze, deftige witze, nur hinhorche mußt da richtig. 😉

            sieagst, in bayern klappt sogar die indergration,
            auch wenn ma den no ned gatolisch
            gmacht habn. guat ding
            will weil habn.

          • Aristobulus schreibt:

            😀 Der is a Bayer, boarischa gehts nimma. (<- das war jetzt aber doch faaast Bayrisch)

          • mike hammer schreibt:

            😉 griabig!

  11. Eckhardt Kiwitt schreibt:

    Toleranz — Duldung — bringt m.E. zum Ausdruck, dass man jemandem jene Achtung und Wertschätzung versagt, die Ausdruck des Respekts vor der Würde jedes Menschen sein sollte.

    • abusheitan schreibt:

      Verdient jeder Mensch Respekt? Besitzt jeder Mensch Würde?
      Sind diese hehren Begriffe überhaupt sinnvoll?
      In unserer Kultur muss man sich Respekt erst verdienen, sich respektabel verhalten.
      Das bedeutet, dass man die Werte der modernen, westlichen Zivilisation nicht nur anerkennt, sondern sich auch aneignet.

      • Eckhardt Kiwitt schreibt:

        Zu Ihrer Frage „Besitzt jeder Mensch Würde?“:
        Wem wollten Sie die ggf. absprechen ?
        Sie zunächst sich selbst ?

        Dass man sich Respekt erarbeiten sollte (und dass es im Umkehrschluss nicht klug ist, Respekt für sich (!) einzufordern), bestreite ich nicht;
        ich hatte jedoch vom Respekt vor der Würde des Menschen geschrieben (siehe GG Art. 1,1).

        • yoyojon schreibt:

          Es sollte selbstverständlich sein, dass jeder Mensch Respekt verdient. Das gilt auch für Tiere (Zweifel? Geh mal in einen Tigerkäfig. Da stellt sich der Respekt ein 🙂 und auch für Pflanzen. Insbesondere ist allerdings der Mensch in der Lage durch sein Denken und Handeln den Respekt, den er eigentlich verdient, vollständig zu vernichten. Das gilt etwa für „Die Bestie Mensch“, die ihresgleichen in der Tierwelt nicht hat. Und das kann übrigens sehr leicht sein. Die „Banalität des Bösen“ zeigt, dass bereits so etwas wie eine Verweigerung des Denkens die Bestie auf den Plan rufen kann, für die es keinen Respekt gibt.

          • abusheitan schreibt:

            Der Mensch ist Teil der Tierwelt, also eine „bestia“.
            Sich als Krone der Schöpfung zu verstehen, mit der Berechtigung, sich die anderen Lebewesen untertan zu machen, ist nur ein Mythos, den wir uns selbst erzählt haben.

        • abusheitan schreibt:

          Anders gefragt: Was ist die Würde des Menschen?
          Hätte ein heute lebender Neandertaler diese Würde auch? Haben unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, die als Versuchstiere gefoltert und in Käfigen gehalten werden diese Würde nicht?
          Verliert ein Mensch, der sich menschenunwürdig verhält, seine menschliche Würde?

          • Aristobulus schreibt:

            Ja.
            Jemand, der zum Unmenschen mutiert, verliert seine menschliche Würde.
            Weil Menschenwürde nun mal an Menschlichkeit gekoppelt ist.
            Ohne Menschlichkeit ist es mit der Menschenwürde Essig-.

            Und Respekt muss man sich verdienen (danke für die Erwähnung, Abusheitan!, man muss das immer wieder erwähnen, denn es droht in Vergessenheit zu geraten).

            Wer sich keinen Respekt verdient, hat nur zwei Möglichkeiten: a) er schüchtert Andere ein, um zu kriegen, was er will, b) er geriert sich als armes Daueropfer, um zu kriegen, was er will.
            Er macht sich zum Objekt, so oder so.

          • yoyojon schreibt:

            Der „verdiente“ Respekt, die „verdiente“ Würde / Menschenwürde wohnt nahe am Unfug, denn diese sind angeboren bzw. werden qua leben (schlechthin) verdient. Ein Urwaldbewohner, der etliche Kilometer in den Wald geht und ohne Navi wieder heimfindet verdient meinen Respekt. Und Menschenwürde kommt ihm ohnehin zu. Aristo würde sich dort verlieren, verhungern und nie wieder hier schreiben. Aristo, erzähl doch mal, wie Du auf die Idee kommst, Du hättest Dir Respekt und Menschenwürde verdient? Oder gab’s die mal günstig bei Aldi? Ich würde vorschlagen, Du wirfst dieses Konzept des Leistungsprinzips in Sachen Menschenwürde hinaus und – bingo – gesteh ich Dir die gratis zu 🙂 Ja, Du hättest sie dann sogar, wenn ich sie nicht zugestände, was mir aber nicht einfiele. Also… Geldbeutel wieder einstecken. Hier wird nichts verkauft!

          • Aristobulus schreibt:

            Was soll die kindliche Herablassung, Yoyodings?

            Willst Dir keinen Respekt verdienen? Nu. Du möchtest Dinge gern umsonst haben. Viel Erfolg noch.

          • Aristobulus schreibt:

            P.S.
            Linker Student, nehme ich an.
            Ich bin auf jeden Fall erfahrener als Du. Du wirst argumentativ krass unterlegen sein und Dir also selber keine Freude machen.
            Drum schlag ich Frieden vor – aus Freundlichkeit, und zumal jetzt Schabbes ist.

            Sachliche Antwort auf Deinen Kommentar mit dem Urwaldbewohner: Das Beispiel unterstützt übrigens zur Gänze meine Äußerung, dass sich einer Respekt verdienen muss, um ihn zu bekommen, nicht? Weil dieser Urwaldbewohner mit Müh und Gefahr gelernt hat, sich da zurechtzufinden. Er ist nicht mit dieser Fähigkeit geboren worden, er musste sie sich erkämpfen – und er kann beim Durchstreifen des Urwalds immer noch Pech haben und sich verirren. Damit ihm das nicht passiert, muss er sehr tüchtig sein.

          • yoyojon schreibt:

            Wenn Aristo MICH mit „linker Student“ meint, dann muss ich mich ganz ausdrücklich bedanken. (Schade… dass… – naja…). Aristo verrät uns leider nicht, wie er sich Menschenwürde und Respekt verdient hat. Wäre schon interessant zu wissen. Ich sagte: Wird angeboren UND qua leben (Prozess) verdient. Dieses Leben bringt Würde und Respekt quasi unbemerkt mit sich. Mein Urwaldbewohner macht sich nicht sonderlich verdient um seine Fähigkeiten. Er führt sie einfach aus. Sie sind, wie auch Würde und Respekt, dem Leben inhärent! Aber nun wird es problematisch!!! Im Laufe des Lebens – wenn ich mich so, bei uns mehr als im Urwald, umschaue – kratzen die Leute an der eigenen Würde und gar an dem Respekt, der ihnen eigentlich zukommt. Sie bohren Löcher hinein, sie brechen Teile ab und werfen sie fort, sie machen Krümel daraus usw. Von daher könnte man mal vermuten, dass dass im Alter von 30/40 Jahren eigentlich nichts mehr davon übrig sein kann. Was nun? Vielleicht ist es damit so wie mit den Zellen. Sie erneuern sich, wachsen nach. Wenigstens teilweise. Und so ist of mit 50/60 immer noch was übrig. Ich lasse mal die Wenigen weg, bei denen es eine Zunahme gibt. Sie kommen nur selten vor. In der Regel jedenfalls humpeln die Leute – wie ich auch – mit irgendwelchen Restbeständen an verdienter Würde und Respekt durchs Leben. Aber das verraten sie nicht freiwillig. Mit Arroganz und Einbildung spielen sie sich selbst in der gewünschten Rolle und tun als ob. Und Aristo verrät uns nichts. Das ist klug! Denn sofort würde erkennbar, dass das was er macht weit hinter dem zurück bleibt, was er tun sollte und müsste. Und das kostet Würde, kostet Respekt. Oder… Aristo ist ein Heiliger. Doch dann hätten wir von ihm gehört…

          • Aristobulus schreibt:

            Hörst und hörst nicht auf, so linkisch daherzumoralisieren.

            Ich heiße nicht Aristo. Diese Pose-ad-hominem geht Dir wieder daneben, so wie Deine anderen läppischen Ad-Hominems. Werd schlauer, oder werd erwachsen, es würde Dir nützen.

            Warum duz ich Dich eigentlich: Weil Du über Zeiten nicht als dieser tölpelhafte Bengel erschienst, als der Du nun erscheinen willst.

            Und was soll das unausgesetzte Gefasel vom Urwald?

        • ceterum censeo schreibt:

          Orks zum Beispiel, die wehrlosen Gefangenen mit stumpfer Klinge den Kopf abschneiden, die kleine Kinder als Sexsklaven benutzen und verhökern, deren rudimentäres Menschsein sie lediglich zu Gräueltaten und AllalaSackhaarRufen befähigt! Diesen Viechern spreche ich jede Würde ab. Weiterhin spreche ich ihnen auch jedes Lebensrecht ab, und von Respekt im Zusammenhang mit solcherlei Dreck werden wohl selbst Sie nicht sprechen wollen!?
          Aber Sie können sicherlich für deren Würde beten. Die werden´s brauchen in der ollen Hölle!

          • Aristobulus schreibt:

            Da ist was dran (und ich meine jetzt nicht den Kopf). Es gibt so viele schöne Beispiele solcher Leute, die ihre Bösartigkeit ausleben und sich dann leidtun und langweilen, wenn sie frei haben. Etwa diesen Kalifen Ibrahim himself, Chef des IS, der diese Massenorgien von Massakereien befiehlt und sich daran ergötzt.
            Wieviel Menschenwürde hat der?
            Wieviel Respekt hat er sich verdient?

      • metropolenmond schreibt:

        Verdient jeder Mensch Respekt? Für mich ja.
        Besitzt jeder Mensch Würde? Für mich ja.

        Das ist unabhängig davon, wie er sich selbst verhält. Wäre es anders, würde ich die Option zulassen, einem Menschen die Menschenwürde abzusprechen und damit denen zustimmen, für die das nicht nur eine Option ist. Das heißt und muss auch nicht heißen, dass ich alle kritiklos hinnehme – Respekt und Würde bleiben davon aber unbetroffen.

        • yoyojon schreibt:

          Wie ich sehe, stimmst Du mit meiner oben erläuterten Hypothese überein und legst nicht „Leistung“ für Würde und Respekt zugrunde. Denke etwa an ein Neugeborenes, das noch nichts geleistet hat, als in diese Welt (Hatte keine Wahl!) gestoßen zu werden und erste Luftzüge zu nehmen. Würde und Respekt kommen ihm zu! Allerdings… wie ich auch sagte, kann man an (der eigenen) Würde, dem Respekt eine Menge kaputt machen. Denken wir an eine Figur wie Eichmann, von Arendt mit der „Banalität des Bösen“ erläutert. Einem solchen „Monster“ sind wohl Würde und Respekt abzusprechen. Dass er immer noch mit der Würde eines ordentlichen Gerichtsverfahren bedacht wurde hat mehr mit der Würde derer zu tun, die ihn vor Gericht gestellt haben. Ansonsten hätte man ihn auch abschießen können wie einen tollwütigen Hund. Respekt und Würde können also verloren gehen. Und wir selbst qua Leben verlieren ständig davon und gewinnen qua Leben zurück. Bleibt die Hoffnung, dass bis zum Ende ein gerüttelt Maß verbleibt…

          • metropolenmond schreibt:

            Der Punkt ist der: In dem Moment, in dem ich anderen Würde und Respekt nicht mehr zugestehe, verliere ich sie selbst aufgrund meines Handelns. Gerade diese Zugestehen von Würde und Respekt unterscheidet mich ja gerade von denen die dagegen verstoßen. Übrigens muss ich auch einem „Monster“ Würde und Respekt nicht absprechen, um ihm gegebenenfalls eine 9mm durch den Kopf zu jagen. Ich schreibe dies nur der Vollständigkeit halber, damit meine Verteidigung von Würde und Respekt nicht missverstanden wird.

          • Bachatero schreibt:

            Dieses Neugeborene hat weder Würde, noch braucht es Respekt. Sein Leben liegt in der Hand derer, die Würde und Respekt (woher?) haben sollten, damit es , eines Tages, diese auch besitzen kann. Darüber hinaus braucht es Liebe und eine angemessene materielle Versorgung. Den Rest macht’s dann selbst.

          • Aristobulus schreibt:

            Wobei Yoyojons Schwachsinnigkeiten leider Schwachsinnigkeiten bleiben, weil er hier Dinge verfälscht und behauptet, es sei was geäußert worden, was nicht geäußert worden IST:
            „…legst nicht « Leistung » für Würde und Respekt zugrunde.“
            Worum es eben NICHT ging.
            Weil es um die Unterscheidung von Würde (Menschenwürde) und Respekt (Achtungsrespekt) ging.
            Nochmal: Wenn man den Unterschied verwischt, darf jeder alles fordern, unterschiedslos.

  12. caruso schreibt:

    @schum74, @Gutartiges – Dank für die Zustimmung! Diese Einstellung lernte ich von
    meinem Vater. Er war gegen jede Autorität, die auf gesellschaftliche Stellung (Adel, Beruf)
    oder Geld beruhte. Autorität akzeptierte er nur, wenn diese auf Wissen / Können
    gründete. Und ich finde das sehr richtig.
    lg
    caruso

  13. ceterum censeo schreibt:

    Na gut, dann erteile ich Euch eben allen Absolution, wenn die Tolleranz schon nicht mehr gut genug ist! Hauptsache, ´s ist kein Musulmaniac drunter.
    Nichts zu danken, paßt schon!

  14. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    Erneut vielen Dank, Gerd Buurmann, für Ihre wertvollen Artikel.

  15. binonline schreibt:

    Ich halte es mit Gerhard Polt!

  16. yoyojon schreibt:

    Also…. da ist einer, der hat eine Meinung. Die hat er auch gut begründet. Ich finde, so eine Meinung kann einer durchaus haben. Allerdings… ich habe eine andere Meinung. Und die kann ich auch gut begründen. Die ist mir aus irgendwelchen Gründen lieber. Jetzt hätte ich gesagt, dass ich dann eben die andere Meinung toleriere und meine Meinung beibehalte. Nun sagt mir Gerd, dass so eine Toleranz eine Lumperei wäre und ich mir was anderes überlegen müsste. Hmmm… helft mir mal… mir fällt gerade nichts sein.

    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      Sofern es keine Zumutung darstellt, folgen Sie doch einfach Ihrer Einsicht.

    • Aristobulus schreibt:

      Yoyo, im Talmud hat man eben dieses so gemacht: Man hat die Meinungen nebeneinandergestellt. Was aber nicht bedeutet, dass der Talmud nun ach so tolerant wär. Gegen Meinungsmonopole ist er ziemlich intolerant

    • Bachatero schreibt:

      Was ist schon eine Meinung, kann man haben, wie Sand am Meer, ebenso, wie Begründungen. Jeder behalte seine. Es ging um verbrieftes Recht, das eingefordert wird. Hab‘ ich’s, brauch niemandes Toleranz, hab‘ ich’s nicht, brauche ich Toleranz oder einen starken Arm., beide Male wird’s arg.

  17. schum74 schreibt:

    Verbriefte Rechte sind gut. Doch aus ihnen ergeben sich Pflichten. Wer wüsste das nicht?

    Aus dem verbrieften Recht auf Meinungsfreiheit etwa ergibt sich die Pflicht, gegen jede Einschränkung eben dieser Freiheit zu protestieren.
    Aus dem verbrieften Recht auf Religionswechsel ergibt sich die Pflicht, gegen eine Religion zu protestieren, die sog. Abtrünnige bestraft.
    Aus dem verbrieften Recht auf Leben ergibt sich die Pflicht, gegen eine Religion zu protestieren, deren heilige Schriften zur Ermordung Andersgläubiger aufrufen.

    • metropolenmond schreibt:

      Nein. Hier trifft Recht wieder auf Gerechtigkeit. Natürlich existiert eine Art „moralischer Verpflichtung“, sich dahingehend zu engagieren, eine rechtliche Verpflichtung ergibt sich hieraus nicht. Was sich ergibt, ist die Pflicht, das Recht anzuerkennen und die Rechte nicht in Abrede zu stellen.

  18. metropolenmond schreibt:

    Da ist noch etwas Anderes. Wer Toleranz übt, erkennt gerade nicht an und es ist kein selbstbestimmter Akt – das ist schon richtig. Aus diesem Grund bin ich ein Fan von Rechten und nicht von (subjektiver) Gerechtigkeit. Toleranz bietet immer den Ausweg, sie wieder fallen zu lassen, das Recht (im gesetzlichen Sinn) nicht.

    • anti3anti schreibt:

      Recht ist ein leerer Begriff. Gerechtigkeit ist erstrebenswert, da ethisch.
      Toleranz gehört zur Ethik, da kein leerer Begriff.

      • metropolenmond schreibt:

        Gerechtigkeit ist in der bitteren Realität immer nur ein Gefühl, von dem man grade in der islamischen Welt und im Rechtsaußen-Spektrum unglaublich begeistert ist – man sieht, wohin das führt. Recht ist ein Ordnungsbegriff und genau das schafft Recht im Idealfall auch: Ordnung und angemessenen Ausgleich von Interessen.

        • anti3anti schreibt:

          Recht ist Unrecht.

          • Aristobulus schreibt:

            Recht ist ein reines Abstraktum… konkret wird’s bei der Anwendung von Recht. WER wendet es an? Mit welcher Absicht, und mit welchem Geist?

            Justement die Gerichte derzeit wenden das Recht an, die andauernd befinden, dass den brüllnden Massen dieses Sommers mit Toleranz zu begegnen sei. Fußt auf dem Recht, das. Wird mit dem Recht begründet.
            „Leerer Begriff“ ist ja da noch geprahlt

          • anti3anti schreibt:

            Das Recht ändert sich fortlaufend. Was heute Recht ist, ist morgen Unrecht. Gerechtigkeit bleibt!

          • Aristobulus schreibt:

            Die Zehn Gebote als die Grundlage von Gerechtigkeit.

            – à propos!, Dir a guttn Schabbes.

          • metropolenmond schreibt:

            Soso – Recht ist Unrecht. Dann mal her mit der Alternative. Gerechtigkeit ist übrigens Ideologie.

          • Aristobulus schreibt:

            Die Zehn Gebote also Ideologie?
            Dann mal her mit der Alternative.

          • metropolenmond schreibt:

            Ich schrieb, dass Gerechtigkeit Ideologie ist, nicht, dass die zehn Gebote es sind. Ich habe Gerechtigkeit auch nicht mit den Geboten gleichgesetzt. Für Palästinenser ist es übrigens ein Akt der Gerechtigkeit, Juden ins Meer zu jagen. Auch – aber nicht nur – aus diesem Grund, habe ich so meine Probleme mit diesem Begriff „Gerechtigkeit“.

          • anti3anti schreibt:

            … Akt des Rechts (nicht Gerechtigkeit), Juden ins Meer …
            Der Koran ist das islamische Recht.

          • metropolenmond schreibt:

            Jetzt gehst du den Islamisten auf den Leim und erkennst die Sharia als Recht an. Wenn ich von Recht schreibe, meine ich eben nicht das auf einer Ideologie basierende Recht – denn hier wären wir wieder beim Thema Gerechtigkeit, welches sehr eng mit der Rache verbunden ist, ebenso wie mit verquasten Protektionismusbemühungen. Mit dieser Gerechtigkeit argumentiert die Sharia, argumentieren die Deutschnationalen, der KKK und so weiter. Recht im Sinne eines Rechtsstaates sollte von dieser Art des Gerechtigkeitswahns befreit sein. Aus diesem Grund existiert das Bemühen um Resozialisierung von Straftätern und der Rachegedanke steht eben gerade nicht im Vordergrund.

          • anti3anti schreibt:

            Ich schreibe über Recht und Gerechtigkeit. Mich interessieren die Meinungen der Islamisten und des KKK nicht.

          • metropolenmond schreibt:

            Wenn dich verschiedene Rechtsauffassungen nicht interessieren – warum argumentierst du a. mit ihnen und warum begibst du dich b. dann überhaupt in einen rechtsphilosophischen Diskurs, um es mal flügelschwingend zu formulieren.

          • anti3anti schreibt:

            Ich interessiere mich für die Abstraka “ Recht“ und „Gerechtigkeit „. Die Scharia ist das gesammelte Recht (des Stärkeren), welche einen Anspruch auf Gerechtigkeit erhebt. Tora ist Recht, welche auf (göttliche) Gerechtigkeit basiert, die im Gegensatz zum Islam auf Ausgleich und Frieden zielt.
            Diese Rechte sind unabänderlich, evt. lässt sich die Interpretation beeinflussen.
            Das deutsche und andere staatliche Rechte hingegen sind variabel, geschmacksabhängig. Selbst die unveränderbaren Verfassungen lassen sich mit einer gewissen Mehrheit ändern.

          • Aristobulus schreibt:

            Haargenauso seh ich das auch, Anti – in eben diesen Unterscheidungen.

            Insofern ist Recht eine fast beliebige Variable, Metropolenmond, ein wetterwendisches Ding. Wenn Du’s freilich den Blickwinkel auf hundert Jahre ausdehnst und nicht nur das deutsche Nachkriegsrecht siehst-.

            Gegenbegriff Gerechtigkeit der Torah. Voilà.

  19. abusheitan schreibt:

    “ Toleranz ist nämlich ein Herrschaftsmoment.“
    Angeordnete Toleranz hingegen ist ein Unterdrückungsmittel.
    Uns wird ständig eingetrichtert, wir müssten tolerieren.
    Wer tolerieren muss, erleidet und erduldet, er herrscht nicht.

  20. caruso schreibt:

    Es ist doch egal, wer was gesagt hat. Die Frage ist, ist es wahr, ist es zutreffend, ob es
    stimmt, ist es plausibel etc. Ansonsten sollte es egal sein, ob etwas von einem Uniprof.
    gesagt wurde, oder von einem Straßenkehrer.
    Es sei, man will es aus literaturgeschichtlichen Gründen wissen.
    lg
    caruso

    • schum74 schreibt:

      Abgesehen davon, dass Buurmann das Zitat deutlich kennzeichnet – er hat anscheinend nicht vor, eine Doktorarbeit zu schreiben -, finde ich Deine Erwiderung sehr schön, liebe Caruso. Autoritätsargument gildet nicht.

    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      @caruso: „Die Frage ist, ist es wahr, ist es zutreffend, ob es stimmt, ist es plausibel etc. Ansonsten sollte es egal sein, ob etwas von einem Uniprof. gesagt wurde, oder von einem Straßenkehrer.“

      Natürlich trifft Ihre Aussage zu, liebe Carus, auch wenn Sie damit manch einem universitären Pfingstochsen in die Eier treten, b.z.w. in die platzverwaltende Lokalität.

  21. Rough NinJa schreibt:

    Ist das Zitat nun von Broder oder von Ihnen, Herr Buurmann?

Seid gut zueinander!

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