Zentralrat der Muslime kritisiert das Festkomitee Kölner Karneval

Der Zentralrat der Muslime hat den Rückzug des „Charlie Hebdo“-Karnevalwagens aus dem Kölner Rosenmontagszug kritisiert. Der Verbandsvorsitzende, Aiman Mazyek, findet die Entscheidung nicht nachvollziehbar und ermutigt das Festkomitee, den Wagen doch einzusetzen.

Die Kritik von Aiman Mazyek ist mehr als nachvollziehbar, denn mit der Entscheidung, den Persiflagewagen aus dem Rosenmontagszug zu nehmen, beleidigt das Festkomitee die Mehrheit der Muslime.

Der Persiflagewagen zeigt eine Friedenstaube und einen Clown, der sich mit einem Buntstift gegen die Brutalität von Waffen wehrt. Der Wagen spricht sich somit für Frieden, Freude und Meinungsfreiheit und gegen Gewalt, Fundamentalismus und Fanatismus aus.

Das Festkomitee hat diesen Wagen zurückgezogen aus Angst vor Anschlägen. Warum aber sollten Muslime sich von diesem Wagen beleidigt fühlen? Glaubt das Festkomitee etwa, ein Bekenntnis zu Frieden und Freiheit und gegen Gewalt und Fundamentalismus entspricht nicht den Werten des Islams?

Die Rücknahme des Wagens sei, so Ritterbach, „eine Entscheidung im Sinne der Menschen, die sich bedroht fühlten – unabhängig davon, ob eine reale Bedrohung überhaupt existiert.“

Man muss sich also nur bedroht fühlen. Der Kölner Karneval wird jedoch nicht von Fundamentalisten bedroht! Das Festkomitee glaubt nur, Muslime könnten austicken. Mit anderen Worten: Das Festkomitte kapituliert, weil es ein schlechtes Bild vom Islam hat! Nur weil einige Kölner glauben, Muslime könnten sich von einem öffentlichen Bekenntnis zu Frieden und einer Kritik an Fundamentalismus so beleidigt fühlen, dass sie zu barbarischen Akten der Gewalt greifen, wird ein Persiflagewagen mit Friedenstaube aus dem Rosenmontagszug genommen.

Wer sagt, ein Wagen für Frieden und Meinungsfreiheit und gegen Gewalt und Fundamentalismus widerspricht den Werten des Islams, erklärt damit alle Muslime zu Islamisten. Natürlich kann Aiman Mazyek ein solch zutiefst beleidigendes Bild vom Islam nicht akzeptieren und ermutigt das Festkomitee, ihre antimuslimischen Vorurteile abzubauen, indem sie den Persiflagewagen „Charlie Hebdo“ doch bauen.

Seit Jahrzehnten findet der Kölner Karneval statt, ohne das jemals eine Bedrohung von Seiten des Islams ausgegangen ist und das obwohl während der jecken Tage eine Menge unislamischer Dinge praktiziert werden. Es wird Alkohol getrunken, Schweinefleisch gegessen und Männer in Frauenklamotten tanzen mit gänzlich unverschleierten Frauen, mit denen sie weder verheiratet noch verwandt sind. All das tolerieren Muslime in Köln tapfer.

Jetzt aber kommt das Kölner Festkomitee und behauptet, ein Motivwagen für Frieden und gegen Gewalt könne Muslime beleidigen. Ich sag mal so: Es wurden schon Anschläge für deutlich geringere Beleidigungen durchgeführt!

Dieses Islam-Bild des Kölner Festkomitees ist meiner Meinung nach schlimmer als das Islam-Bild von PEGIDA. Wer hätte es gedacht: Zu Karneval 2015 marschiert in Köln ein Rosenmontagszug, der rechts von PEGIDA steht. Kölle Alaaf!

Ich hoffe, die Kritik von Aiman Mazyek wird vom Festkomitee ernst genommen. Sollte das Festkomitee jedoch bei seiner islamfeindlichen Haltung bleiben und den Wagen nicht fahren lassen, hoffe ich darauf, dass sich Köln quer stellt und diesen antimuslimischen Rosenmontagszug verhindert!

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