Ist es zuviel verlangt?

Ein Gastbeitrag von Jörn Dohrendorf.

Nach den Anschlägen auf einzelne oder mehrere Juden, jüdische Einrichtungen und zuletzt auf einen jüdischen Supermarkt, sowie dem Anschlag auf die Charlie Hebdo-Redaktion, im Laufe der letzten Jahre in Europa, stellt sich mir die Frage, wieso sich die große Masse der Muslime, ich nenne sie einmal den „muslimischen Mainstream“, sich nicht offen schützend vor die Juden stellt.

Nach den letzten Attentaten waren die meisten Muslim-Verbände und Gelehrten bemüht, den Zusammenhang zwischen der Religion des Islam und diesen Anschlägen zu relativieren, mit Worten wie: „Das hat nichts mit dem Islam zu tun“, „Der Islam verbietet das Töten von Menschen“ oder „Das sind einzelne, fehlgeleitete Menschen.“

Diese Muslim-Verbände und Gelehrten (nicht alle, das möchte ich ausdrücklich betonen) haben sich damit auch davon distanziert, dass die Motivation für diese Anschläge inmitten ihrer eigenen Glaubensgemeinschaft entstanden sein könnte. Leicht lässt sich dies auf die Propaganda des IS, Al- Qaida, Hamas und Co. via Internet abschieben, aber die halbherzige Parteinahme für die jüdischen Opfer lässt für mich den Schluss zu, dass dem „muslimischen Mainstream“ nicht wirklich daran gelegen ist, dass Juden in Europa (und anderswo) angstfrei leben können.

Ist es zuviel verlangt, wenn ich von jedem Moslem in Deutschland, in Europa und anderswo erwarte, dass er jeden Menschen, ob er nun Jude, Hindu, Buddhist, Christ oder Atheist ist, toleriert und dafür einsteht, ohne Angst für Leib und Leben leben zu können, am besten auch in Israel, in Europa und der ganzen Welt?

Die Regierung des Iran wird das wohl bejahen, ebenso die Hamas, Fatah, IS, Al-Qaida, Boko Haram…

Es wird Zeit, aufzustehen.

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