„Legion heiße ich; denn wir sind unser viele.“

Es gibt eine Stelle im Evangelium des Markus, die ich besonders spannend finde. Es ist Kapitel 5:

„Als er aus dem Schiff trat, lief ihm alsbald entgegen aus den Gräbern ein besessener Mensch mit einem unsaubern Geist, der seine Wohnung in den Gräbern hatte; und niemand konnte ihn binden, auch nicht mit Ketten. Denn er war oft mit Fesseln und Ketten gebunden gewesen, und hatte die Ketten abgerissen und die Fesseln zerrieben; und niemand konnte ihn zähmen. Und er war allezeit, Tag und Nacht, auf den Bergen und in den Gräbern, schrie und schlug sich mit Steinen. Da er aber Jesum sah von ferne, lief er zu und fiel vor ihm nieder, schrie laut und sprach: Was habe ich mit dir zu tun, o Jesu, du Sohn Gottes, des Allerhöchsten? Ich beschwöre dich bei Gott, dass du mich nicht quälest! Denn er sprach zu ihm: Fahre aus, du unsauberer Geist, von dem Menschen! Und er fragte ihn: Wie heißt du? Und er antwortete und sprach: Legion heiße ich; denn wir sind unser viele.

Der Teufel ist dort, wo sich der Mensch in einer kollektiven Ideologie auflöst, wo das Individuum in einem Mob verschmilzt, wo das Ich in der Legion der Vielen aufgeht.

Es ist nahezu unmöglich, mit einem Menschen zu reden, der von einer Ideologie besessen ist.

Kaum etwas fürchte ich mehr als die Dynamik der Gruppe, da sie schnell zum Mob werden kann.

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