Sind Juden erwünscht beim nächsten Eurovision Song Contest?

Am 23. Mai 2015 gewann Måns Petter Albert Sahlén Zelmerlöw den 60. Eurovision Song Contest in der Wiener Stadthalle. Am 14. März 2015 gewann er den schwedischen Vorentscheid, das Melodifestivalen. Am selben Tag versammelte sich in der schwedischen Stadt Malmö eine Gruppe von Demonstranten in Schutzkleidung und Schutzmasken, um so zu vermeiden, “von zionistischen Bakterien” angesteckt zu werden. So bekleidet gingen sie in einige Lebensmittelgeschäfte und zerstörten dort israelische Produkte.

Die Aktion stand in einer Reihe judenfeindlicher Aktionen, mit denen Malmö bereits jahrelang aufgefallen war. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeine in Malmö, Fred Kahn, sagte bereits im Jahr 2010:

„Das Klima für Juden in Malmö ist beschwerlich.“

Randale in jüdischen Läden und Schändungen des jüdischen Friedhofs finden in Malmö ebenso statt wie offene Drohungen, Juden nach islamischem Ritus zu schlachten. Ende Juli 2012 explodierte ein Sprengkörper auf den Eingangsstufen der Synagoge in Malmö. Die Explosion war so heftig, das bei der Druckwelle noch Glasscheiben im ersten Stock zu Bruch gingen. Laut Angaben der Sicherheitspolizei verdoppelte sich die Anzahl antisemitischer Straftaten von 2008 zu 2009.

Im Jahr 2010 berichtete Rabbiner Schneur Kesselman, dass er des öfteren Ausdrücke wie „Scheißjude“ oder „Heil Hitler“ an den Kopf geworfen bekäme. Viele Juden haben in den letzten Jahren Malmö verlassen.

„Nach den Ereignissen der letzten Zeit ist Malmö keine Stadt, in der meine Kinder aufwachsen sollen“, sagt zum Beispiel Daniel Eisenberg, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Oktober 2011 nach Stockholm gezogen ist. Auslöser für den Auszug der Eisenbergs war das Davis-Cup-Turnier im März 2011.

Weil Spieler des Staates Israel an dem Wettbewerb in Malmö teilgenommen hatten, kam es auf den Straßen der Stadt zu Demonstrationen, die sich auch gegen Malmös Juden richteten. Die Demonstranten verlangten einen Ausschluss der jüdischen Spieler aufgrund des „Vergehens“ Israelis zu sein. Der sozialdemokratische Bürgermeister Ilmar Reepalu lies daraufhin das Tennismatch zwischen Schweden und Israel „aus Sicherheitsgründen“ vor leeren Rängen austragen. Allerdings distanzierte er sich zu keiner Zeit von den judenfeindlichen Ausschreitungen.

Selbst als der Stadtrat der schwedischen Linkspartei, Carlos Gonzalez, die Ausschreitungen gegen Juden mit der Worten rechtfertigte, „Wir können doch nicht einfach die Augen verschließen vor dem, was in Gaza passiert“, widersprach Reepalu nicht. Als er später gefragt wurde, was er davon halte, dass jetzt immer mehr Juden aus Angst Malmö verlassen, sagte er nur lapidar: „Wenn Malmös Juden nach Israel ziehen, ist das ihre Sache.“ Einige Zeit später lies er dann auch noch die verbliebenen Juden wissen, dass die Jüdische Gemeinde in Malmö den Hass, der ihr entgegenschlage, dadurch erheblich abschwächen könnte, wenn sie deutlich genug Abstand nähmen von Israel.

Am 14. März 2014, der Tag, an dem Måns Zelmerlöw den schwedischen Vorentscheid gewann, gingen einige Malmöer dazu über, die Stadt von „jüdischen Bakterien“ zu reinigen. Ich muss da an Abdallah Jarbu denken, den stellvertretenden Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, der am 28. Februar 2010 diese Rede hielt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Im Oktober 2014 beschloss die schwedische Regierung die Anerkennung Palästinas als eigenständigen Staat, obwohl die Gründungscharta der Hamas die Vernichtung aller Juden weltweit fordert. Für diese Anerkennung wurde die schwedische Politikerin Hillevi Larsson, die dem schwedischen Parlament angehört, von einem schwedischen Palästinaverband ausgezeichnet. Auf einem Bild sieht man Hillevi Larsson lächelnd mit schwarz-weiß-rot-grüner Fahne in der Hand und einer Plakette, auf der Israel vernichtet und komplett von Palästina ersetzt wurde. Hillevi Larsson lächelte, als sie ein Bild hochhielt, auf dem der Staat Israel nicht mehr existierte.

Da Måns Zelmerlöw den 60. Eurovision Song Contest in wien gewonnen hat wird am 14. Mai 2016 der 61. Eurovision Song Contest in Schweden stattfinden. Der letzte schwedische Eurovision Song Contest fand im Jahr 2013 in Malmö statt. Für die Sendung „Uppdrag granskning“ schickte das schwedische Fernsehen vor ein paar Monaten den Reporter Petter Ljunggren mit einer Kippa und Davidsternkette nach Malmö. Mit versteckter Kamera wurden die Reaktionen gefilmt. Ein Mann im Zentrum Malmös rief Ljunggren „jüdische Scheisse“ zu und fordert ihn auf, zu verschwinden. Ein anderer Mann ballt seine Faust und schrie: „Hau ab, Satansjude!“ Im Vorort Rosengrad macht sich sogar ein mehrköpfiger Mob daran, die Reporter anzugreifen. Als Reporter Ljunggren und ein Begleiter gingen, wurden von Häuserfenstern aus Eier nach ihnen geworfen.

Im Mai 2016 wird der Eurovision Song Contest wieder in Schweden stattfinden! Tapfer im Nirgendwo fragt daher lieber jetzt schon mal nach und bittet alle Leserinnen und Leser, diese Frage ebenfalls immer und immer wieder an schwedische Politikerinnen und Politiker zu richten:

„Sind Juden und Israelis zum 61. Eurovision Song Contest in Schweden erwünscht oder müssen sie Angst haben, beschimpft, bedroht und mit Eiern beschmissen zu werden, weil sie von Schweden auf offener Straße als „Bakterien“ und „Satansjuden“ bezeichnet werden?“

(Dieser Artikel darf ungefragt vervielfältigt und in alle Sprachen übersetzt werden, besonders gerne natürlich ins Schwedische und Englische.)

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24 Antworten zu Sind Juden erwünscht beim nächsten Eurovision Song Contest?

  1. Blauer Berliner schreibt:

    Kein Wort steht hier, wie es sonst in Malmö zugeht. Es hat die höchste Vergewaltigungsrate von schwedischen Frauen durch Muslime. Gerade in Rosengard werden Politiker von Muslimen massiv bedroht. Malmö ist eigentlich verloren. Und in diesem Artikel wird es so dargestellt, als wären es Schweden, die sich so verhalten würden. Kein Wort von dem extremen muslimischen Mob, unter dem auch christliche Schweden zu leiden haben.
    Ich verabscheue solche einseitigen Darstellungen.

  2. Eitan Einoch schreibt:

    Am besten schickt Israel zwei Sänger – jeweils verkleidet als ultraorthodoxer Siedler und Kufiya tragender Palästinenser, die zu orientalisch klingenden Beats fröhlich auf der Bühne miteinander rumtanzen, sich in den Arm nehmen und mächtig auf Friede Freude-Eierkuchen machen. Dss wäre so herrlich schmalzig! 😀

  3. Kanalratte schreibt:

    Warum Boykottiert Israel nicht einfach mal! Das wäre doch mal was!

  4. anti3anti schreibt:

    G-tt wird Israel schützen! Israel wird die Endausscheidung nicht erreichen.

  5. jesteric schreibt:

    Das Davis-Cup-Finale war im Frühjahr 2009, nicht 2011…

  6. abusheitan schreibt:

    Israel kann es sowieso nur zum Contest schaffen, wenn es einen im Rollstuhl sitzenden, blondierten, russisch singenden Transvestiten schickt, der ein trauriges Heldenlied zum Besten gibt.
    Ansonsten: Israel Zero Points.
    Übrigens habe ich die hochgeistige Veranstaltung sehr genossen. (Hochgeistig dank Hochprozentigem.) So heftige Lachanfälle meiner Liebsten hatte ich schon lange nicht mehr erlebt.
    Mit meinen Voraussagen lag ich aber grandios daneben, nur den italienischen Schmalzis hatte ich einen der vorderen Plätze zugetraut…

  7. jsbielicki schreibt:

    Hat dies auf psychosputnik rebloggt.

  8. Sempronius Densus Bielski schreibt:

    Man wird ja wohl noch die Politik Schwedens kritisieren dürfen? Solange auf deutschen Straßen und Plätzen die deutsche Polizei den judenfeindlichen Mob nicht auseinandertreibt, ist die Kritik auch an Deutschland zu richten.

    • quer schreibt:

      Hiesigen Politikern zufolge, „gehört“ ja der Islam (neuerdings) zu Deutschland. Und damit auch der Judenhaß. Ist das so schwer zu verstehen? Der ZdJ behauptet zudem ähnliches (bloß kein „Generalverdacht“…) und beklagt zugleich die Folgen. Es sollte doch eigentlich nicht schwer sein, Ursache und Wirkung auseinanderzuhalten.

      • Kanalratte schreibt:

        Nicht nur der Judenhass ist Begleiterscheinung des Islam

        • Tilman Räger schreibt:

          Der Judenhass ist leider nicht nur eine Begleiterscheinung des Islam! Auch hier in Deutschland gibt es einen ganz gewaltigen einheimischen Bodensatz an Antisemiten! Leider!

          • quer schreibt:

            Stimmt. Die Sozialisten (aller Farben) feiern fröhliche Urständ‘. Mitsamt ihren mohammedanischen Verbündeten.

  9. Malte S. Sembten schreibt:

    Einige Zeit später ließ er dann auch noch die verbliebenen Juden wissen, dass die Jüdische Gemeinde in Malmö den Hass, der ihr entgegenschlage, dadurch erheblich abschwächen könnte, wenn sie deutlich genug Abstand nähme von Israel.

    Dabei muss ich natürlich an die Empörung denken, die einem entgegenschlagen würde, wenn man von Moslems in Europa verlangte, sich öffentlich von moslemischen Ländern wie dem Iran oder Saudi Arabien zu distanzieren – andernfalls sie selbst schuld seien, wenn sie aus Europa vertrieben würden.
    Dabei sind die schwedischen Juden noch nicht einmal zugewandert, sondern leben oft schon seit Generationen dort, sind gebürtige Schweden und schwedisch durch und durch.

  10. unbesorgt schreibt:

    Was würde eigentlich passieren, wenn in Deutschland oder Schweden ein empörter Mob russische Geschäfte zerstören, Russen verprügel und russisches Benzin an Tankstellen in die Luft jagen würde – mit dem Hinweis, das man das Vorgehen Russlands in Tschetschenien, Georgien, der Ukraine und Moldawien nicht länger ertragen könne?

    Richtig, man würde empört ausrufen, dass man die Russen in Schweden und Deutschland nicht für die Handlungen der russischen Regierung verantwortlich wachen könne. Aber bei den Juden und Israel, da wird ohne Probleme für die eigene Moral immer wieder eine Ausnahme gemacht… mal ganz abgesehen davon, dass Israel nicht für die Vorgänge in Gaza verantwortlich gemacht werden kann, liegt das Grundübel immer noch und wieder bei dieser Doppelmoral. Das ist auch der Grund dafür, dass es deutlich mehr „Nahost-Experten“ als „Afrika-Experten“ oder „Europa-Experten“ auf dieser Welt gibt. Bei den aktuellen Einwanderungszahlen in Schweden brauchen die „Nahost-Experten“ in ein paar Jahren für ihre Studien ihre blau/gelbe Idylle nicht mehr zu verlassen.

    Schweden, Null Punkte!

    • anti3anti schreibt:

      Die Russen werden sich erfolgreich wehren.

    • Kanalratte schreibt:

      In Deutschland lebt die größte russischsprachige Minderheit außerhalb der Grenzen der Ex-Sowjetunion. Geschätzt 3 Millionen Muttersprachler gibt es hier.

      Wenn die Terror-Tschetchenen in Deutschland Russen angreifen würden, würden alleine schon die hiesigen Deutsch-Russen diese Leute auf offener Straße lynchen. Ganz davon abgesehen, dass Putin Leute schicken würde.

      PS:
      Aus der Konsequenz dass Tschetchenien ein Terrorstaat ist und die Deutschen die Russen so verteidigen, müsste sich auch ergeben dass das sogenannte Palästina ein Terrorstaat ist. Ich habe aber noch niemand gesehen, der „Freiheit für Tschetchenien“ geschrieben hat.

  11. Dante schreibt:

    Sind Juden erwünscht beim nächsten Eurovision Song Contest?

    Sollte die Frage negativ beantwortet werden, was das Verhalten schwedischer Politiker nahe legt, bedaure ich fast das geringe Interesse, das ich der Veranstaltung auch bislang entgegengebracht habe, denn so kann ich sie nicht mehr boykottieren.

Seid gut zueinander!

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