Mieter muss Israel-Fahne entfernen!

„Von einem Bewohner der Nachbarliegenschaft wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass Sie im Fenster ein großflächiges Symbol einer für ihn sehr schmerzhaften und traurigen Vergangenheit angebracht haben. Da er sich selbst mit dieser versöhnt hat, es für ihn jedoch sehr schwer ist wenn er täglich daran erinnert wird, hat er den Wunsch an uns herangetragen, ob wir Sie bitten würden, dieses Symbol so anzubringen, dass es von Außen und damit für ihn nicht sichtbar ist.“

Diese Nachricht einer österreichischen Hausverwaltung wurde Sebestyén Fiumei, einem Untermieter im jüdischen Viertel in Wien, im Mai 2015 von dem Hauptmieter zugestellt, nachdem er es gewagt hatte, im Rahmen des Eurovision Song Contests, der in Wien vom 19. bis zum 23. Mai 2015 stattfand, die Flagge des teilnehmenden Wettbewerbers Israel im Fenster aufzuhängen. Der Brief fährt fort:

„Nachdem dieser Wunsch für uns durchaus nachvollziehbar ist, möchten wir diesem hiermit nachkommen. Bei der Gelegenheit ist uns auch aufgefallen, dass eines ihrer Außenfenster kaputt ist.“

Der Untermieter schrieb sofort eine Entgegnung an die Hausverwaltung:

„Zunächst einmal schätze ich Ihre Mühen und Bedachtsamkeit als Verwalterin. Außerdem tut es mir natürlich Leid, was auch immer mit dem Bewohner der Nachbarliegenschaft in seiner Vergangenheit passiert ist. Aber, dass ein Wunsch, die jüdische Fahne abzunehmen, heute in Österreich und für Sie „durchaus nachvollziehbar“ ist, finde ich bedauernswert.

Im heutigen Europa, wo es gerade auch in den letzten Monaten mehrere Angriffe und Anschläge gegen Juden (die „gewagt“ haben, eine Kippa, oder Davidstern zu tragen, oder in die Synagoge zu gehen) gegeben hat, ist es anscheinend nicht überraschend, dass es nicht in Orndung ist, die israelische Fahne aufzuhängen. Mit keiner anderen Fahne der Welt ist es so.

Ich würde aber gerne mit dem Bewohner sprechen, ich habe die tiefste Hoffnung, dass wir diese Frage vielleicht persönlich lösen können.“

Die Antwort auf diesen Brief fiel deutlich aus. Der Untermieter wurde vom Hauptmieter aufgefordert, die Fahne zu entfernen oder er müsse ausziehen!

Was bitte kann die „traurige Vergangenheit“ eines Nachbarn sein, die dazu führt, dass ein Juden aufgefordert wird, eine israelische Fahne zu entfernen? Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten.

Erstens: Der Nachbar ist ein Deutschnazi, der nicht darüber hinweg ist, dass es Juden gibt, die den Holocaust überlebt haben und nun die Frechheit besitzen, ihn daran zu erinnern!

Zweitens: Der Nachbar ist ein Arabernazi, der nicht darüber hinweg ist, dass die Vernichtung Israels im Nahen Osten verhindert werden konnte und nun ein Jude die Frechheit besitzt, ihn daran zu erinnern!

Im Jahr 1941 trafen sich Adolf Hitler und der Großmufti von Al-Quds (Jerusalem), Hadsch Muhammad Amin al-Husseini, bei einem Berliner Empfang. Dort zeigte es sich, dass die Nazis den Großmufti als den zukünftigen Anführer aller Araber und Moslems betrachteten. Er wurde im prächtigen Schloss Bellevue untergebracht. Al-Husseini erhielt für seine persönlichen Bedürfnisse und für seine politische Arbeit eine Geldsumme, die heute dem Wert von zwölf Millionen Dollar pro Jahr entspricht. Diese Geldmittel wurden durch den Verkauf des Goldes erbracht, das man Juden abgenommen hatte. Al-Husseini folgte dem Muster und verlangte ein Büro in einer enteigneten jüdischen Wohnung. Sein Mitarbeiterstab wurde in einem halben Dutzend weiterer Häuser untergebracht, die die Nazis für sie bereitstellten. Zusätzlich stellte man al-Husseini eine Suite im Berliner Luxushotel Adlon und für die Ferien schöne Appartements im Hotel Zittau und im Schloss Oybin in Sachsen zur Verfügung. Derart gut untergebracht wurde verhandelt. Es ging um die „Endlösung der Judenfrage“.

Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, „judenrein“ haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Nach dem Treffen befahl Hitler die Konferenz am Wannsee, dessen Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war. Al-Husseini soll einer der erste Nichtdeutschen gewesen sein, der von dieser Planung erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvenichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, so bald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.

Deutschland und seine arabischen Verbündeten verloren den Krieg! Im Jahr 1948 wurde dann die Demokratie Israel gegründet. Die Gründungsväter und Mütter Israels glaubten an die Möglichkeit einer friedlichen Demokratie im Nahen Osten. In der Unabhängigkeitserklärung Israels heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

An dem Tag, an dem diese Erklärung verlesen wurde, erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem kleinen Land Israel den Vernichtungskrieg. Im Zuge dieses bis heute anhaltenden Krieges verließen 500.000 Menschen ihre Heimat im Glauben an die Versprechungen der arabischen Nationen, nach der Vernichtung Israels könnten die Araber als Sieger in die Region zurückkehren. Israel bot jedoch allen Menschen innerhalb der neuen Grenzen an zu bleiben, um sich in Demokratie und Selbstbestimmung frei zu entfalten, schließlich waren sie alle Palästinenser. 160.000 Araber nahmen das Angebot an und blieben. Mittlerweile sind über 20 Prozent aller Israelis arabische Bürgerinnen und Bürger, mit allen Rechten.

Als die Hamas im Gazastreifen an die Macht kam, wurden dort alle Juden vertrieben. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden den Gazastreifen über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Minister der Hamas rufen weiterhin zur Vernichtung aller Juden auf und halten öffentliche Reden im Stile Goebbels. Am 28. Februar 2010 erklärte der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, in einer öffentlichen Rede:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Entweder ist der Nachbar traurig, weil es die Deutschen nicht geschafft haben, alle Juden zu vernichten oder er ist traurig darüber, dass dies den Arabern missglückt ist. In beiden Fällen jedoch ist der Nachbar selber Schuld, in der Vergangenheit eine Entscheidung mit für ihn „traurigen“ Konsequenzen auf der Grundlage von Judenhass gefällt zu haben.

In der Charta der Hamas steht:

„Die Stunde des Gerichtes wird nicht kommen, bevor Muslime nicht die Juden bekämpfen und töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken und jeder Baum und Stein wird sagen: ‚Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir, komm und töte ihn!’“

Die Israel-Fahne in dem Fenster in Wien erinnerte einen Nachbarn daran, dass Juden leben und die österreichische Hausverwaltung hat nichts besseres zu tun, als die Entfernung der Fahne zu erwirken.

Mittlerweile wurde der Untermieter sogar von seinem Hauptmieter aufgefordert, seine Mesusa am Türrahmen zu entfernen!

Eine Mesusa ist eine Schriftkapsel, die sich in einem traditionellen jüdischen Haushalt an jedem Türrahmen befindet, außer am Badezimmer, der Toilette oder an Kellertüren und Abstellräumen. Der Brauch geht zurück auf die Tora:

„Du sollst [diese Worte] auf die Türpfosten deines Hauses und deiner Stadttore schreiben.“ (5 Mos 6,9 EU und 5 Mos 11,20 EU)

Für viele ist es einfach „traurig“, dass es immer noch Juden gibt, die ihre Existenz in die Welt hineinschreiben. Aber Hauptsache, das Fenster ist dicht. Muss ja alles seine Ordnung haben!

Auf Nachfrage erhielt Tapfer im Nirgendwo diese Antwort der Hausverwaltung:

„Sehr geehrter Herr Buurmann!

Gerne beantworten wir Ihre Anfrage, da wir den Grund für die zwischenzeitige Aufregung leider nicht nachvollziehen können. Im Zuge einer Urlaubsvertretung wurde diese nachbarschaftliche Anfrage leider unkritisch an den Hauptmieter weitergeleitet, was uns ausgesprochen leid tut. Es fällt auch nicht in unseren Aufgabenbereich die gewählte Fensterdekoration zu kommentieren oder über die Entfernung eines uns bislang unbekannten Türschmucks zu entscheiden.

Außer der absolut nicht notwendigen Weiterleitung der Bitte die Fensterdekoration anders zu positionieren, haben wir weder ein Entfernung des Türschmucks verlangt, noch mit Kündigung oder anderen Schritten gedroht. Welche Schritte diesbezüglich der Hauptmieter ausgesprochen hat, können wir nicht nachvollzien und werden sich Haupt- und Untermieter selbst vereinbaren müssen. Als Treuhandverwalter haben wir klare Aufgaben zu erfüllen die jedenfalls keinen Bezug auf religiöse oder politische Inhalte zu nehmen hat.

Wir weisen daher alle diesbezüglichen Vorhalte die sich gegen unser Unternehmen richten ausdrücklich zurück und werden in diesem Zusammenhang auch direkt den betroffenen Untermieter kontaktieren, um die von ihm wahrgenommene Beeinträchtigung positiv zu klären.“

Klingt nach Frieden!

Ich hätte aber schon gerne gewusst, um welche „traurige Vergangenheit“ des Nachbarn es nun ging, vor allem, weil sie so „nachvollziehbar“ sein soll. Ich werde es wohl nie erfahren. Hauptsache Frieden!

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