Mieter muss Israel-Fahne entfernen!

„Von einem Bewohner der Nachbarliegenschaft wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass Sie im Fenster ein großflächiges Symbol einer für ihn sehr schmerzhaften und traurigen Vergangenheit angebracht haben. Da er sich selbst mit dieser versöhnt hat, es für ihn jedoch sehr schwer ist wenn er täglich daran erinnert wird, hat er den Wunsch an uns herangetragen, ob wir Sie bitten würden, dieses Symbol so anzubringen, dass es von Außen und damit für ihn nicht sichtbar ist.“

Diese Nachricht einer österreichischen Hausverwaltung wurde Sebestyén Fiumei, einem Untermieter im jüdischen Viertel in Wien, im Mai 2015 von dem Hauptmieter zugestellt, nachdem er es gewagt hatte, im Rahmen des Eurovision Song Contests, der in Wien vom 19. bis zum 23. Mai 2015 stattfand, die Flagge des teilnehmenden Wettbewerbers Israel im Fenster aufzuhängen. Der Brief fährt fort:

„Nachdem dieser Wunsch für uns durchaus nachvollziehbar ist, möchten wir diesem hiermit nachkommen. Bei der Gelegenheit ist uns auch aufgefallen, dass eines ihrer Außenfenster kaputt ist.“

Der Untermieter schrieb sofort eine Entgegnung an die Hausverwaltung:

„Zunächst einmal schätze ich Ihre Mühen und Bedachtsamkeit als Verwalterin. Außerdem tut es mir natürlich Leid, was auch immer mit dem Bewohner der Nachbarliegenschaft in seiner Vergangenheit passiert ist. Aber, dass ein Wunsch, die jüdische Fahne abzunehmen, heute in Österreich und für Sie „durchaus nachvollziehbar“ ist, finde ich bedauernswert.

Im heutigen Europa, wo es gerade auch in den letzten Monaten mehrere Angriffe und Anschläge gegen Juden (die „gewagt“ haben, eine Kippa, oder Davidstern zu tragen, oder in die Synagoge zu gehen) gegeben hat, ist es anscheinend nicht überraschend, dass es nicht in Orndung ist, die israelische Fahne aufzuhängen. Mit keiner anderen Fahne der Welt ist es so.

Ich würde aber gerne mit dem Bewohner sprechen, ich habe die tiefste Hoffnung, dass wir diese Frage vielleicht persönlich lösen können.“

Die Antwort auf diesen Brief fiel deutlich aus. Der Untermieter wurde vom Hauptmieter aufgefordert, die Fahne zu entfernen oder er müsse ausziehen!

Was bitte kann die „traurige Vergangenheit“ eines Nachbarn sein, die dazu führt, dass ein Juden aufgefordert wird, eine israelische Fahne zu entfernen? Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten.

Erstens: Der Nachbar ist ein Deutschnazi, der nicht darüber hinweg ist, dass es Juden gibt, die den Holocaust überlebt haben und nun die Frechheit besitzen, ihn daran zu erinnern!

Zweitens: Der Nachbar ist ein Arabernazi, der nicht darüber hinweg ist, dass die Vernichtung Israels im Nahen Osten verhindert werden konnte und nun ein Jude die Frechheit besitzt, ihn daran zu erinnern!

Im Jahr 1941 trafen sich Adolf Hitler und der Großmufti von Al-Quds (Jerusalem), Hadsch Muhammad Amin al-Husseini, bei einem Berliner Empfang. Dort zeigte es sich, dass die Nazis den Großmufti als den zukünftigen Anführer aller Araber und Moslems betrachteten. Er wurde im prächtigen Schloss Bellevue untergebracht. Al-Husseini erhielt für seine persönlichen Bedürfnisse und für seine politische Arbeit eine Geldsumme, die heute dem Wert von zwölf Millionen Dollar pro Jahr entspricht. Diese Geldmittel wurden durch den Verkauf des Goldes erbracht, das man Juden abgenommen hatte. Al-Husseini folgte dem Muster und verlangte ein Büro in einer enteigneten jüdischen Wohnung. Sein Mitarbeiterstab wurde in einem halben Dutzend weiterer Häuser untergebracht, die die Nazis für sie bereitstellten. Zusätzlich stellte man al-Husseini eine Suite im Berliner Luxushotel Adlon und für die Ferien schöne Appartements im Hotel Zittau und im Schloss Oybin in Sachsen zur Verfügung. Derart gut untergebracht wurde verhandelt. Es ging um die „Endlösung der Judenfrage“.

Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, „judenrein“ haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Nach dem Treffen befahl Hitler die Konferenz am Wannsee, dessen Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war. Al-Husseini soll einer der erste Nichtdeutschen gewesen sein, der von dieser Planung erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvenichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, so bald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.

Deutschland und seine arabischen Verbündeten verloren den Krieg! Im Jahr 1948 wurde dann die Demokratie Israel gegründet. Die Gründungsväter und Mütter Israels glaubten an die Möglichkeit einer friedlichen Demokratie im Nahen Osten. In der Unabhängigkeitserklärung Israels heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

An dem Tag, an dem diese Erklärung verlesen wurde, erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem kleinen Land Israel den Vernichtungskrieg. Im Zuge dieses bis heute anhaltenden Krieges verließen 500.000 Menschen ihre Heimat im Glauben an die Versprechungen der arabischen Nationen, nach der Vernichtung Israels könnten die Araber als Sieger in die Region zurückkehren. Israel bot jedoch allen Menschen innerhalb der neuen Grenzen an zu bleiben, um sich in Demokratie und Selbstbestimmung frei zu entfalten, schließlich waren sie alle Palästinenser. 160.000 Araber nahmen das Angebot an und blieben. Mittlerweile sind über 20 Prozent aller Israelis arabische Bürgerinnen und Bürger, mit allen Rechten.

Als die Hamas im Gazastreifen an die Macht kam, wurden dort alle Juden vertrieben. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden den Gazastreifen über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Minister der Hamas rufen weiterhin zur Vernichtung aller Juden auf und halten öffentliche Reden im Stile Goebbels. Am 28. Februar 2010 erklärte der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, in einer öffentlichen Rede:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Entweder ist der Nachbar traurig, weil es die Deutschen nicht geschafft haben, alle Juden zu vernichten oder er ist traurig darüber, dass dies den Arabern missglückt ist. In beiden Fällen jedoch ist der Nachbar selber Schuld, in der Vergangenheit eine Entscheidung mit für ihn „traurigen“ Konsequenzen auf der Grundlage von Judenhass gefällt zu haben.

In der Charta der Hamas steht:

„Die Stunde des Gerichtes wird nicht kommen, bevor Muslime nicht die Juden bekämpfen und töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken und jeder Baum und Stein wird sagen: ‚Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir, komm und töte ihn!’“

Die Israel-Fahne in dem Fenster in Wien erinnerte einen Nachbarn daran, dass Juden leben und die österreichische Hausverwaltung hat nichts besseres zu tun, als die Entfernung der Fahne zu erwirken.

Mittlerweile wurde der Untermieter sogar von seinem Hauptmieter aufgefordert, seine Mesusa am Türrahmen zu entfernen!

Eine Mesusa ist eine Schriftkapsel, die sich in einem traditionellen jüdischen Haushalt an jedem Türrahmen befindet, außer am Badezimmer, der Toilette oder an Kellertüren und Abstellräumen. Der Brauch geht zurück auf die Tora:

„Du sollst [diese Worte] auf die Türpfosten deines Hauses und deiner Stadttore schreiben.“ (5 Mos 6,9 EU und 5 Mos 11,20 EU)

Für viele ist es einfach „traurig“, dass es immer noch Juden gibt, die ihre Existenz in die Welt hineinschreiben. Aber Hauptsache, das Fenster ist dicht. Muss ja alles seine Ordnung haben!

Auf Nachfrage erhielt Tapfer im Nirgendwo diese Antwort der Hausverwaltung:

„Sehr geehrter Herr Buurmann!

Gerne beantworten wir Ihre Anfrage, da wir den Grund für die zwischenzeitige Aufregung leider nicht nachvollziehen können. Im Zuge einer Urlaubsvertretung wurde diese nachbarschaftliche Anfrage leider unkritisch an den Hauptmieter weitergeleitet, was uns ausgesprochen leid tut. Es fällt auch nicht in unseren Aufgabenbereich die gewählte Fensterdekoration zu kommentieren oder über die Entfernung eines uns bislang unbekannten Türschmucks zu entscheiden.

Außer der absolut nicht notwendigen Weiterleitung der Bitte die Fensterdekoration anders zu positionieren, haben wir weder ein Entfernung des Türschmucks verlangt, noch mit Kündigung oder anderen Schritten gedroht. Welche Schritte diesbezüglich der Hauptmieter ausgesprochen hat, können wir nicht nachvollzien und werden sich Haupt- und Untermieter selbst vereinbaren müssen. Als Treuhandverwalter haben wir klare Aufgaben zu erfüllen die jedenfalls keinen Bezug auf religiöse oder politische Inhalte zu nehmen hat.

Wir weisen daher alle diesbezüglichen Vorhalte die sich gegen unser Unternehmen richten ausdrücklich zurück und werden in diesem Zusammenhang auch direkt den betroffenen Untermieter kontaktieren, um die von ihm wahrgenommene Beeinträchtigung positiv zu klären.“

Klingt nach Frieden!

Ich hätte aber schon gerne gewusst, um welche „traurige Vergangenheit“ des Nachbarn es nun ging, vor allem, weil sie so „nachvollziehbar“ sein soll. Ich werde es wohl nie erfahren. Hauptsache Frieden!

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74 Antworten zu Mieter muss Israel-Fahne entfernen!

  1. Eitan Einoch schreibt:


    Hunderttausende feiern die Eroberung Konstantinopels. Erdogan prophezeit ein muslimisches Jerusalem. Ein Einpeitscher ruft: „Ihr seid die Generation, die Damaskus und Jerusalem erobern wird!“

    Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am Samstag bei einer Kundgebung anlässlich des 562. Jahrestages der Eroberung Konstantinopels (das heutige Istanbul) eine Linie von den Anfängen des Islams zur Parlamentswahl gezogen: „Eroberung heißt Mekka. Eroberung heißt Sultan Saladin, heißt, in Jerusalem wieder die Fahne des Islams wehen zu lassen.“

    Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article141707165/Erdogan-schwaermt-von-der-Eroberung-Jerusalems.html

    Erdogan auf den Spuren Nassers…

  2. Petra schreibt:

    @Aristobulus Danke….Entschuldigung, dass ich das so einfach sehe….

  3. abusheitan schreibt:

    Nach bisher unbestätigten Gerüchten soll es zwischen dem Untermieter und dem an Phantomschmerz Leidenden dank der Vermittlung des Amtes für interkulturelle Kommunikation zu einem Vergleich kommen:
    Der Untermieter darf an seinem Fenster wieder die Israelfahne aufhängen, der mutmaßliche „Palästinenser“ an seinem Fenster im Gegenzug einen Israeli.
    😈

  4. Kuhrahn schreibt:

    Sorry fürs Off-Topic, aber ich flipp noch aus: http://www.tagesspiegel.de/berlin/ex-is-kaempfer-sollen-in-normalitaet-zurueck-berlin-betreut-dschihad-rueckkehrer/11572768.html
    Jaaaa… zieht in den heiligen Krieg, lasst die Sau raus, vergewaltigt 11 jährige Mädchen, enthauptet alle und jeden bei lebendigen Leib mit eurem Messer, versklavt alle, die euch Herrenmenschen nicht entkommen konnten, mordet wie es euch gefällt…und wenn ihr dann keinen Bock mehr habt, kommt zurück nach Berlin oder Hessen, ihr werdet unterstützt, denn ihr seid die wahren Opfer, nicht die Leichen die euren Weg pflasterten, ihr seid traumatisiert, hilfsbedürftig, ihr müsst unbedingt wieder ein Teil unserer (SCHEISS) Gesellschaft werden…. Wie tief kann dieses Land noch sinken, wie kann man die Opfer noch mehr verhöhnen?!! Ich hasse euch toleranzbesoffenen Gutmenschen!! …tschuldigung, dass musste raus 😦

    • Aristobulus schreibt:

      *schneidet allerlei Gesichter und nickt*

    • abusheitan schreibt:

      Nach bisher unbestätigten Gerüchten will Claus Peymann den „tragischen Gestalten“ Praktika an Berliner Theatern vermitteln. Den Hang zu Theatralik und Selbstdarstellung brächten sie ja glücklicherweise schon mit.

      • abusheitan schreibt:

        Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen war zu erfahren, dass mit den traumatisierten Heimkehrern ein bisher unveröffentlichtes Manuskript des zu früh von uns gegangenen Otto Mühl inszeniert werden soll: „Das Große Gemetzel“. Die Mitwirkung an dem Stück sei für die Akteure eine Möglichkeit der Aufarbeitung ihrer Traumata und die dabei geschehende Heilung sei auch für die Zuschauer ein kathartisches Erlebnis.

      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @abusheitan: „Nach bisher unbestätigten Gerüchten will Claus Peymann den “tragischen Gestalten” Praktika an Berliner Theatern vermitteln.“

        Gott ja, ein toleranter Islam verkraftet auch das Angebot von Schweinen.

      • Aristobulus schreibt:

        … nach bisher fast bestätigten Gerüchten wird Claus Peymann sich ab sofort mit einem berlinweiten Laientheater (also in jedem Berliner Theater nonstop) bis zum kommenden Al-Qudstag-Festival laufend und dauerhaft mit den, wegen der und durch die „tragischen Gestalten“ für deren Dasein, für deren Dramatik und für deren Ziele einsetzen. Selbstverständlich nur für deren menschliche Ziele, sagte er.
        Gefragt, wie politsüchtig er das nun wieder meine, lief er puterrot an und schrie, dass diese tragischen Gestalten ja nun mal tragische menschliche Dinge zu verkünden und zu verwirklichen hätten, besonders sich selbst!, weswegen man doch!, also man doch nun!, also mit denen und für die!, und was diese rassistischen Zwischenfragen denn nun wieder sollten.

    • caruso schreibt:

      D wird immer irrer, ist mein Eindruck. Stimmt das? Oder sind meine Eindrücke falsch?
      lg, und Shabbat shalom
      caruso

      • Aristobulus schreibt:

        … die Deutschen wollen wohl nur spielen oder einfach mal wieder was Spaßiges oder nur was Großes tun, liebe Caruso, aber weil ihnen keiner zeigt, wie das geht oder wie man das voneinander unterscheidet, machen sie so Fraktur.
        Wenn das mal gut geht.

        A guttn Schabbes 🙂

  5. Phillip K schreibt:

    Es gibt sicher viele Leute in Deutschland, vor allem in den neuen Bundesländern, die eine DDR Fahne haben, die hängt im Garten oder am Fenster. Es gibt auch viele Menschen, die in der DDR schlechtes erlebt haben. Aber keiner von denen würde Recht bekommen, wenn er vom Nachbarn verlangt, er soll die DDR Fahne abhängen.

  6. abusheitan schreibt:

    Frage an den Untermieter:
    „Ich habe ja anfangs deine Empörung geteilt. Aber hast du auch mal dran gedacht, dass es sich bei dem Nachbarn nicht um einen altnazi sondern um einen Palästinenser handeln könnte, der 48 vertrieben wurde, bzw dessen nachkommen?“
    Antwort des Untermieters:
    „Natürlich habe ich daran gedacht. Und es ist mir ohnehin bekannt, dass Fahnen störend sein können. Aber unsere Gesellschaft basiert gerade auf Toleranz und es geht darum, dass wir etwas (was sonst eine unverschuldete Sache ist) akzeptieren können, auch wenn es uns nicht gefällt, auch wenn es für uns problematisch ist. Das heißt eine z.B palästinensische Fahne, die bei einem Nachbarn im Fenster hängt, was übrigens nicht der Fall ist, könnte auch für mich störend sei (was es aber nicht ist). Ich würde abgesehen davon aber nie wagen, etwas dagegen zu sagen! Der Sahnehäubchen der Geschichte ist, dass dieses Haus ein Durchgangshaus ist, wo ich schätze ungefähr jeder vierte Mensch, der durchspaziert ein orthodoxer Jude ist, und auf Hebräisch, eventuell auf Jiddisch, redet (ja, manchmal eindeutig laut genug, dass man es beim offenen Fenster gut hören kann). Sollen sie vielleicht auch schweigen in diesen paar Metern während sie durch den Durchgang laufen oder die Kippah/Shtrayml abnehmen und die Payes verstecken? Oder dann gleich überall?“
    Von der Facebook-Seite des Untermieters.

    Der Jude ist tolerant und würde es nie wagen, etwas dagegen zu sagen, wenn ihn was stört.
    Ihn würde wohl nicht einmal stören, wenn einer „Kill all Juice!“ ins Fenster hängt.
    Der „Palästinenser“ wagte es und gewann.

  7. Petra schreibt:

    Ich würde mir das nicht gefallen lassen. Auch Untermieter haben Rechte. Die Wohnung ist ein gesetzlich geschützter Raum. Ich gehe davon aus, dass es in Österreich nicht anders ist. Da kann der Mieter hinhängen was er will. Das geht die Hausverwaltung nichts an. Die haben da überhaupt nichts anzuweisen.

    • Bachatero schreibt:

      „Die Wohnung ist ein gesetzlich geschützter Raum.“ Von außen oder von innen, mit Zwölfmeilenzone?

      „Da kann der Mieter hinhängen was er will.“ Auch wen er will?

      • Aristobulus schreibt:

        Wird er bestraft, wenn er sich da selbst hinhängt?

      • Petra schreibt:

        Das ist hier nicht das Thema.
        Jeder weiß, wie ich das meine. Im Gesetz steht, dass Ehe, Familie, Wohnung besonders geschützt ist. Nicht mal die Polizei darf einfach in eine Privatwohnung.

        • abusheitan schreibt:

          Außer wenn im Fenster eine Israel-Fahne hängt und die öffentliche Ordnung bedroht, wie in Duisburg 2009.

        • Bachatero schreibt:

          “ Im Gesetz steht, dass Ehe, Familie, Wohnung besonders geschützt ist. Nicht mal die Polizei darf einfach in eine Privatwohnung.“

          Das ist aber erst recht nicht das Thema. Thema war: “ … daß Sie im Fenster ein großflächiges Symbol einer für ihn sehr schmerzhaften und traurigen Vergangenheit angebracht haben.“ Polizei kommt (noch) nicht vor.

          Innen angebracht, außen sichtbar, schmerzerzeugend. I eat my cake and have it too. Rechtlich wird @Bergstein da besser raten können, praktisch ist die Fahne (nach Bild oben) zwar innen, soll aber von außen gesehen werden und wurde. Der Rest ist das Übliche: Die sofortige Heraufsteigen ansonsten tief „sitzender Antipathien“.

  8. Phillip K schreibt:

    http://diepresse.com/home/panorama/wien/4741633/IsraelFahne_Hausverwaltung-entschuldigt-sich
    Inzwischen hat sich die Hausverwaltung entschuldigt. Es soll sich um eine Urlaubsvertretung gehandelt haben, die voreilig den Entschluss gemacht hat. Klingt als wäre es ne Ausrede oder die Schuld wird auf jemand anderen geschoben.

  9. jsbielicki schreibt:

    Hat dies auf psychosputnik rebloggt.

  10. caruso schreibt:

    Die Antisemiten – mit Vergangenheit und ohne – sterben nie aus. Eine vergebliche Hoffnung. Wenn doch, dann wird es viele viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiele Generationen dauern. Wir werden es nicht erleben. Eine Welt
    ohne diese „erbliche“ Geisteskrankheit – sie wäre viel zu schön.
    lg
    caruso

  11. schum74 schreibt:

    Hauptsache Frieden? Hauptsache keine schlechte Publicity!

    „Wir … werden in diesem Zusammenhang auch direkt den betroffenen Untermieter kontaktieren“.
    Wir werden: Zukunftsform. Also hat die Hausverwaltung Tapfer im Nirgendwo angeschrieben, noch bevor sie sich beim betroffenen Untermieter gemeldet hat? Charmant!

  12. Sophist X schreibt:

    Mit „Traurige Erinnerungen“ können ja nur vergeigte Vernichtungsversuche gemeint sein. Da kann einer schon mal melancholisch werden.

  13. brathering schreibt:

    „Erstens: Der Nachbar ist ein Deutschnazi, der nicht darüber hinweg ist, dass es Juden gibt, die den Holocaust überlebt haben und nun die Frechheit besitzen, ihn daran zu erinnern!

    Zweitens: Der Nachbar ist ein Arabernazi, der nicht darüber hinweg ist, dass die Vernichtung Israels im Nahen Osten verhindert werden konnte und nun ein Jude die Frechheit besitzt, ihn daran zu erinnern!“

    Darf man eigentlich Kinderunterwäsche zum trocknen auf dem Balkon aufhängen, wenn sich dieser in Sichtweite eines katholischen Pfarrhauses befindet? Oder rührt man dann unsensibel in der Vergangenheit – einer schmerzhaften und traurigen?

  14. Phillip K schreibt:

    Wenn Israel sich für eine WM oder EM qualifiziert und alle Fußballfans ihre Fahnen aufhängen, dann bin ich gespannt, was dann alles passiert. Ob die Fans ihre Israelfahnen abhängen müssen?

    Zum Thema „traurige Vergangenheit“ interessiert mich, ob es um den Staat Israel geht. Denn der Staat Israel hat meiner Meinung nach nicht für Trauer im Nahen Osten gesorgt. Die Anrainerstaaten sind doch eher wütend, als traurig.

    Kennt einer von euch Lesern einen Fall, wo eine Fahne einen anderen Lands der Welt abgehängt werden musste, weil es der Nachbarschaft nicht gefiel?

  15. unbesorgt schreibt:

    Eine Israel-Fahne weckt traurige und schmerzhafte Erinnerungen? Dann weggucken bitte! Klappt doch in Österreich bei anderen Gelegenheiten auch prima!

    Anstelle des israelischen Botschafters würde ich einen dringenden Termin mit dem österreichischen Außenminister machen. Seit wann kann es verboten sein, die Flagge eines Landes zu zeigen, mit dem man diplomatische Beziehungen hat? Noch dazu IN der eigenen Wohnung?

    Bisher hab ich es immer für die größte historische Relativierungs-Glanzleistung dieses Landes gehalten der Welt glauben zu machen, Hitler sei Deutscher und Beethoven Österreicher. Nun ist man also in Wien für eingebildete Schmerzen von Nazi-Islamisten zuständig? Wien gehört therapiert, und zwar koscher! Sigmund Freud, übernehmen sie!

    • Sophist X schreibt:

      off topic: War Mozart Österreicher?

      • Phillip K schreibt:

        Natürlich war Mozart Österreicher.

        • Aristobulus schreibt:

          Seufz. Sie hätten ihn mal fragen sollen. Er hätte gelacht.

          • ceterum censeo schreibt:

            Jemand schrieb, es sei das große Verdienst der Österreicher, Mozart zum Österreicher und den ollen Gröfaz zum Deutschen gemacht zu haben.

          • Aristobulus schreibt:

            … erst hat man Österreich zu Deutschland gemacht, und dann, als das ziemlich schlecht ausgegangen war, hat man den großen Gröfaz mitsamt allen Kleinfazen zu urplötzlich vom Himmel Gefallenen und urplötzlicher wieder Verschwundenen gemacht.
            Was man so alles macht, nicht?
            Übrigens auch Österreich vor 1806. Das es da nicht gab. Also einer, der in Salzburg 1756 geboren wurde, war kein Österreicher. Es sei denn, man mozartkugelt ihn.

          • Kwezi schreibt:

            „Artikel 2: Deutschösterreich ist ein Bestandteil der Deut­schen Republik“ (Gesetz über die Staats- und Regierungsform von Deutsch­österreich von 1918)“

            „Wenn die Österreicher auch Wiedergutmachung verlangen, werden wir ihnen die Gebeine von Adolf Hitler zustellen“ (Konrad Adenauer um 1950)

  16. Paul schreibt:

    Der Judenhass ist allgegenwärtig.

    Es kann sein, das es bei manchem kein Judenhass ist sondern „nur“ eine tief sitzende Antipathie gegen Juden.

    Das Eine ist so traurig und beschämend wie das Andere. Das ist aber unser Umfeld. Wohl jeder kann auch aus seinem engsten Freundes und Bekanntenkreis ein „garstig Lied dazu singen“.

    • Bachatero schreibt:

      Achtung, Wortspielerei, Paul. Auch Wikipedia kann mal richtig liegen:

      „Antipathie (altgriechisch αντιπάθεια antipatheia „Gegengefühl, Abneigung“) ist eine Form der spontanen Abneigung, die sich primär dann entwickelt, wenn ein Mensch andere Personen oder Sachen und Gegenstände nicht leiden kann oder nicht mag.[1] Eine starke Antipathie kann auch als Hass empfunden werden. Das Gefühl von Antipathie ist oft mit einer negativen Wertung gegenüber dem Objekt der Antipathie verbunden.“

      Wie ist es erst mit einer „nur tief“ Sitzenden? Wird wohl nicht allein durch Fahnenentfernung zu beseitigen sein.

      • Aristobulus schreibt:

        … den genauen Unterschied zwischen Antipathie gegen Juden und Judenhass findet man wohl dann weniger bei Wikipedia. Da sitzt halt etwas tief. Paul weiß das, Bachatero 😉 , aber er hat halt jetzt den Ausdruck Antipathie ausgegraben und möchte ihn verwenden.

        À propos, hatte jener Hadsch-Amin Al-Husseini (aus meinem Artikel über ihn hat Buurmann oben zitiert) nun mehr den Judenhass intus oder mehr die tiefer sitzende Antipathie, also mehr, als es ohnehin normal ist? Oder war er mehr ein Antisemit? Heißt das, er hatte somit mehr oder weniger Antipathie (oder weniger tief sitzende?) als jener Wiener, der wegen seines eigenen tiefen Judenschmerzes einen jüdischen Mieter bedroht?
        Ach Unterschiede, Schmunterschiede.

        Manche Dinglichkeiten sind tief sitzend.

        • Bachatero schreibt:

          Bueno, das ist der Fluch der differenzierten Betrachtungsweise. Differenzieren verstärkt eben Differenzen. Ich selbst habe eher die Tendenz, Dinge ergebnisorientiert zu betrachten und die „Motivationsforscherei“ zu minimieren, auch wenn’s den armen @Bergstein arbeitslos macht. Du willst was, was ich nicht will, oder mir sogar schadet? Da ist mir Dein Motiv recht schnuppe, ich bin ja kein Gericht, ich werde mich Dir entgegenstellen. Trotzdem ist eine genaue Analyse (Differenzierung?) der Situation immer nötig. Sie soll aber MIR helfen und nicht das Mitgefühl mit meinem Konfliktanten steigern, mich also schwächen. Motto: Wer auf meine linke Wange schlägt (rechts geht auch), kriegt ’nen Arschtritt, daß er die Socken verliert, fair enough. Kein Angriff ist legal, es sei denn, zur Verteidigung. 😉

          • Bachatero schreibt:

            Wollte damit sagen: Ich würde weder Fahne, noch Mesusah weg machen. Komm‘, hol‘ sie Dir.

          • Aristobulus schreibt:

            Yep, Yep und nochmal ähm, was?, ach ja, yep 🙂

            Weswegen Paul die Antipathie entdeckt hat. So wie irgend ein anderer Akademiker einst dieses andere Dinge entdeckt und es den sekundären Antisemitismus getauft hat und dann Bücher darüber schrieb und naturgemäß befördert wurde. Womit er sich half. Keinem sonst. Sogar dem Antisemitismus himself half er, weil dieser nun eine weniger primäre Variante verpasst bekam.
            Nein, jetzt nicht Paul gemeint, damit 😉 Das hat er ja nun nicht gemacht. Jedenfalls nicht gänzlich.

          • Bachatero schreibt:

            Ursprünglichstens wollte ich Paul fragen, woran denn die „nur Antipathie“ tief da drinnen festgemacht ist. Die kann ja nicht tief sitzen bleiben, wenn se nicht an irgendwas klebt. Aber man muß ja nicht alles wissen wollen.

          • Aristobulus schreibt:

            … er ist nun mal ein Platoniker, der an das Tiefsitzen-an-sich (als Idee) und an das Hochhängen-an-und-für-sich glaubt. Wobei er jetzt nicht wissen wird, was ich damit bezwecke, oder was das sei, oder warum für.

            Kein Angriff ist legal, außer zur Verteidigung? So sei’s.

          • Bachatero schreibt:

            Der Paul ist smart. Er laesst lieber „für sich“ hoch hängen, als später tief sitzen zu müssen.

          • Aristobulus schreibt:

            Tscha, es ist hart hier und ungerecht, und wenn nur einer mal ganz smart was Tiefes äußert und garnix dafür kann (oder dagegen), wird er prompt hochgehängt.
            Wenn das nu tiefe Antipathien fördert? Mositäten gar? Was mach’mer dann?

        • abusheitan schreibt:

          Antipathie gegen Juden ist der Antisemitismus der schlauen Kerls!

          • Aristobulus schreibt:

            Ari’s razor-the-second-one:
            Schreibe nie der dreifachen Anthipathie zu, was mit einfachem Antisemitismus hinreichend erklärt ist.

  17. Peter schreibt:

    die Erfüllungshelfer nehmen wieder zu – in ganz Europa. Gegen vermeintlich Schwache werden sie ganz schnell stark.
    Wehret den Anfängen – vielleicht ist es dafür schon zu spät – dann wehrt euch.
    Mit Sorge beobachte ich die antijüdischen Bewegungen in Frankreich Belgien England Niederlande und Deutschland – und vermisse die Proteste der Anständigen dagegen.
    hierzu passt auch die negative Berichterstattung über Israel in den öffentlich-rechtlichen Medien.

  18. anti3anti schreibt:

    Wiener Schmäh. Hinterher war’s keiner. Komm, geh’n wir Juden vergiften.

Seid gut zueinander!

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