16. Goldener Orwell für die SPD Köln

In unregelmäßigen Abständen vergibt Tapfer im Nirgendwo den Goldenen Orwell.

Der Goldene Orwell wird an sogenannte Qualitätsmedien für Berichte verliehen, die dem Parteislogan aus George Orwells Roman „1984“ alle Ehre machen: „Krieg ist Frieden!“

Unbedingte Voraussetzung für den Goldenen Orwell ist die ideologische Verdrehung einer Nachricht in ihr genaues Gegenteil, zum Wohle des besseren Einfügens in ein gefestigtes Weltbild.

Der 16. Goldene Orwell geht diesmal an eine Partei! Es ist die SPD in Köln für diese Nachricht auf Facebook:

Henriette Reker ist parteilose Kandidatin für die Wahl zum Oberbürgermeister in Köln im Jahr 2015. Sie wird von den Grünen, der CDU und der FDP unterstützt. Ihre Haltung zum CSD ist sonnenklar. Sie sagt:

„Beim CSD/ColognePride handelt es sich ja um eine Großveranstaltung. Und gemeinsam mit der Community bin ich sehr dankbar, dass diese vom Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST e.V.) mit vielen ehrenamt­lichen Helferinnen und Helfern jedes Jahr so hervor­ragend organisiert wird.

Der CSD/ColognePride besteht aus vielen Veranstal­tungen in den zwei Wochen vor der CSD-Parade. Nach meiner Einschätzung zeichnet es die Kölner Community aus, dass sie sich politisch engagiert und für unsere gemeinsamen Werte, für Vielfalt, Gleich­be­rech­tigung und Akzeptanz eintritt. Gleich­zeitig muss aber auch die Möglichkeit bestehen, miteinander fröhlich feiern zu können. Genau die perfekte Mischung macht den ColognePride zu der einzig­artigen Veranstaltung, die wir jährlich erleben dürfen und die Köln (neben vielen anderen Veranstal­tungen) als Hochburg lesbisch-schwulen Lebens in der Welt bekannt macht.

Für mich selbst ist das 1. Juli-Wochenende stets ein Highlight, weil ich jedes Jahr Besuch von Freunden bekomme, die mit mir die Aids-Gala und die Parade besuchen. Während ich samstags die Verleihung der Kompassnadel miterlebe und mich über das Engagement und auch Sister George freue, genießen meine Besucher die vielfältigen Angebote der Stadt.“

Klingt das wie eine Frau, die unter dem CSD leidet? Natürlich nicht! Henriette Reker hat niemals behauptet, sie leide am CSD. Sie hat lediglich gesagt, dass eine Stadt mit kulturpolitischer Weitsicht, sich nicht nur auf große Mega- und Partyevents verlassen dürfe.

Sie hat somit nicht gesagt, sie leide am CSD, sondern darunter, das zwischen den drei Events, die sie alle drei schätzt, vermutlich den CSD sogar mehr als Karneval, nicht genug passiert! Nur so ist die Aussage zu verstehen. Die bewusste Verdrehung ist nichts als widerliche Verleumdung!

Die SPD verleumdet sogar ganz bewusst, da sie in der Nachricht einen ganz besonderen Schnitt vorgenommen hat. In der Nachricht der SPD steht nur:

„Vordergrund rücken müsse. Reker sagte: „Ich leide darunter, dass wir zwischen Karneval, CSD und Weihnachtsmärkten versinken.“

Im Original aber heißt es:

„Sie wolle den Ruf Kölns als weltoffene, tolerante Stadt nutzen, um mehr kluge und kreative Köpfe zu gewinnen – „auch für die Stadtverwaltung“, wie sie unter dem Jubel der CDU-Mitglieder ausrief. Der wurde noch lauter, als sie forderte, dass neben der Partystadt die Kulturstadt Köln wieder in den Vordergrund rücken müsse. Reker sagte: „Ich leide darunter, dass wir zwischen Karneval, CSD und Weihnachtsmärkten versinken.“

Die SPD in Köln hat somit ganz bewusst einen Schnitt gesetzt, um gegen eine Frau wahrheitswidrig zu hetzen. Das ist vorsätzliche Verleumdung und einen Goldenen Orwell mehr als wert.

Die SPD in Köln sollte sich schämen.

Nachtrag: Von Volker Beck stammt diese interessante Twitter-Nachricht zum Thema: 

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