Sag mal WDR, geht’s noch?

Der WDR macht Werbung für einen Mann, der Werbung für Nazis macht:

„‚Ich stelle mich‘ – dieses Versprechen gibt am 26. Juli 2015 Jürgen Todenhöfer Moderatorin Sandra Maischberger und den WDR-Zuschauern. Früher stramm konservativer CDU-Politiker, dann mächtiger Burda-Verlagsmanager und in den letzten Jahren eine Art politischer „Indiana Jones“, der als Friedensmissionar in Krisengebiete reist und dabei keine Gefahr scheut.“

Sag mal WDR, geht’s noch? Seit ein paar Tagen macht Jürgen Todenhöfer auf seiner Facebook-Seite Werbung für das Buch einer Nationalsozialistin, die bis zum Ende ihres Lebens in straffen rechtsextremen Vereinigungen unterwegs war.

„Ich lese gerade „Allahs Sonne über dem Abendland“ von Sigrid Hunke. Sie beweist an 1000 Beispielen, dass der Westen – auch Deutschland – nicht nur Erbe der griechisch-römischen Kultur, sondern auch der arabisch-islamischen Geisteswelt ist. Mehr als alle ahnen. Goethe schrieb: „Wenn Islam Gott ergeben heißt, im Islam leben und sterben wir alle.“

Am 1. Mai 1937 wurde Sigrid Hunke Mitglied der NSDAP. Ihre Doktorarbeit über „Herkunft und Wirkung fremder Vorbilder auf den deutschen Menschen“ legte sie 1941 an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin bei dem einflussreichen Rassentheoretiker Ludwig Ferdinand Clauß ab. Von 1940 bis 1941 war sie in der SS tätig. Sie erhielt ein Stipendium des SS-Ahnenerbes und veröffentlichte in dessen Zeitschrift Germanien. Die Ehe schloss sie mit einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS.

1985 gab ihr das Deutsche Kulturwerk Europäischen Geistes (DKEG) einen Preis. Das DKEG war eine bis 1996 bestehende rechtsextreme Organisation, die sich als „volksbewusste und volkstreue Gemeinschaft“ zur Förderung „deutschen Kulturguts“ verstand. Ab 1986 arbeitete Sigrid Hunke regelmäßig für das rechtsextreme Thule-Seminar.

Jürgen Todenhöfers Werbung für das Buch der Rassentheoretikerin Sigrid Hunke hat mittlerweile über 27.500 „Gefällt mir“ erhalten und wurde über 1.700 mal geteilt!

Natürlich darf Maischberger interviewen, wen sie will, aber muss man einen Mann, der Werbung für Nazis macht, unbedingt einen politischen „Indiana Jones“ nennen? Ich finde, es wird Zeit für einen Sturm der Scheiße!

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