Rototom Sunsplash Reggae Festival erklärt: Matisyahu ist ein Extremist!

Das „Rototom Sunsplash Reggae Festival“ ist ein international berühmtes Festival in Spanien. Um dort aufzutreten, reicht es eigentlich, gute Reggae-Musik zu machen. Eigentlich! 

Zwar wurde kein Chinese aufgefordert, ein Statement zu Tibet abzugeben, um beim Festival teilnehmen zu dürfen, auch musste kein Russe etwas zum Konflikt in der Ukraine sagen und kein Moslem musste sich öffentlich vom Islamischen Staat distanzieren, aber ein Amerikaner wurde genötigt, mehr zu tun, als nur gute Reggae-Musik zu machen. Der Grund? Weil er Jude ist!

Bei einem Juden reicht es eben nicht, wenn er macht, was alle anderen machen, nämlich. Er muss mehr machen! Weigert er sich, fliegt er raus!

Das „Rototom Sunsplash Reggae Festival“ hat das Konzert von Matisyahu abgesagt, nachdem die Organisatoren des Festivals unter den Druck der BDS-Bewegung gekommen waren, die einen Boykott des Künstlers forderten, weil er Jude ist. Die Liste der „Erfolge“ der BDS-Bewegung ist lang: Israel wird boykottiert, jüdische Professoren und Professorinnen werden von Universitäten vertrieben, Theaterstücke, Konzerte und Lesungen von Juden werden gestört, Sportveranstaltungen mit israelischen Mannschaften werden bedroht und internationale Künstler und Wissenschaftler aufgerufen, Israel zu meiden.

Jetzt wurde Matisyahu von einer spanischen Bühne vertrieben!
Alhambra is back!

Die Organisatoren des „Rototom Sunsplash Reggae Festival“ erklären zwar, dass sie die Petition der „fanatisch politischen“ BDS-Bewegung nicht unterstützen, erklären aber auch, dass in ihren Augen auch Matisyahu ein Extremist sei! In einer Stellungnahme heißt es:

„Wir sind mit zwei Extremismen konfrontiert: Auf der einen Seite steht eine Bewegung, die auf keine vernüftigen Argumente hört und auf alles mit „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ reagiert und auf der anderen Seite steht ein Künstler, der auf eine einfache (und berechtigte) Frage nach der Rechtmäßigkeit des Kriegs als Mittel zur Lösung von Konflikten (und aller Kriege), mehrfach beschloss, nicht zu antworten.“

Was fällt dem Juden eigentlich ein? Wenn der spanische Inquisitor eine Frage stellt, dann hat der Jude gefälligst zu antworten!

Mittlerweile hat Matisyahu auf seiner Facebook-Seite eine Erklärung abgegeben:

„Die Veranstalter des Festivals haben mich kontaktiert, weil sie von der BDS-Bewegung unter Druck geraten sind. Sie wollten, dass ich einen Brief schreibe oder ein Video mache, in dem ich meine Positionen zum Zionismus und zum israelisch-palästinensischen Konflikt erkläre, um die Leute von BDS zu beruhigen. 

Ich unterstütze den Frieden und das Mitgefühl für alle Menschen. Meine Musik spricht für sich selbst! Ich weigere mich, Politik in meine Musik einfließen zu lassen! Musik hat die Macht, den Intellekt, Ideen und Politik zu überwinden, und kann Menschen in diesem Prozess vereinen.

Das Festival bestand darauf, dass ich meine persönlichen Ansichten erkläre. Für mich wirkte das wie ein klarer Druck, mich mit der politischen Agenda der BDS-Bewegung einverstanden zu erklären. Ehrlich gesagt, es ist entsetzlich und beleidigend, dass die Organisatoren nur den einzigen jüdisch-amerikanischen Künstler des Festivals dazu zwingen wollen, eine politische Erklärung abzugeben. Wurde irgendein anderer Künstler dazu aufgefordet, eine politische Aussage zu tätigen, um auftreten zu dürfen?

Kein Künstler verdient es, in eine solche Situation gebracht zu werden, um seine oder ihre Kunst präsentieren. Unabhängig von Rasse, Religion, Land, kulturellem Hintergrund, usw, mein Ziel ist es, Musik für alle Menschen zu spielen! Das ist es, wonach ich als Musiker strebe.

Gesegnete Liebe,
Matis“

Das sind die Worte des Mannes, den die Organisatoren des „Rototom Sunsplash Reggae Festival“ als Extremisten bezeichnen und erklären:

„Dieses Konzert hätte nur Meinungsverschiedenheiten, Unverständnis, Intoleranz und Unnachgiebigkeit gebracht. Wir haben daher beschlossen, es abzusagen.“

Die Stellungnahme der Veranstalter endet mit diesen Worten:

„Niemand ist ein Gewinner in dieser Geschichte, weder die Bewegung, die einen Boykott von unglaublicher Gewalt erfunden hat, noch Matisyahu, der auf legitime aber unpassender Art und Weise beschlossen hat, sich einem Dialog zu verweigern. (…) Wir hätten gerne mit einem kooperativen Matisyahu getanzt, wir, Menschen von unterschiedlicher Rasse und Religionen, die wir gerne in Frieden zusammenleben und den Krieg ablehnen. Das ist alles!

Diesmal konnten wir es nicht möglich machen, aber ich wünsche mir immer noch, dass es passieren kann, ein anderes Mal. Dies sind Worte der Hoffnung, der Hoffnung auf Erlösung.“

Ich bringe diesen Gedanken mal auf den Punkt:

Das „Rototom Sunsplash Reggae Festival“ wünscht sich einen Frieden, der nur möglich ist, wenn Juden mehr tun als alle anderen Menschen. Wenn sich Juden dieser Sonderbehandlung verweigern und nicht kooperieren, werden sie ausgeschlossen! Das alles wird garniert mit den Worten der Hoffnung auf baldige Erlösung. Das Problem ist der unkooperative Jude, der Fremdkörper und Störenfried, der durch seine pure Existenz nur Unverständnis, Intoleranz und Unnachgiebigkeit bringt. Fort muss er! Wie anders ist diese Scheiße zu verstehen, als zutiefst judenfeindlich?

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8 Antworten zu Rototom Sunsplash Reggae Festival erklärt: Matisyahu ist ein Extremist!

  1. Philipp schreibt:

    Sieht so aus als würde sich ein Schitstorm zusammenbrauen. 😉

  2. Kuhrahn schreibt:

    Das hier sagt alles über den herrschenden Zeitgeist: „Juden kaputtschlagen“ http://sichtplatz.de/?p=3746

  3. Clas Lehmann schreibt:

    Und als Resultat dieser Feigheit dann wieder dieser unsägliche Unsinn, dass an einem Konflikt immer beide Seiten Schuld haben. Was bei „Verantwortung für das eigene Verhalten im Konflikt….“ noch hingehen mag: Wenn sprachliche Ungenauigkeit dann „Schuld am Konflikt…“ draus macht, ist es so offensichtlich Unfug! Und dennoch beteuern es die Kindergartentanten der Nation unaufhörlich, und die Wiederholung betäubt den Schmerz und schließlich merkt es keiner mehr, was da eigentlich gesagt wird…

    • Hessenhenker schreibt:

      Das ist die übliche Sprachverhunzung, schließlich sind ja auch immer unbewaffnete und von hinten abgestochene Menschen laut Medien Opfer einer „Messerstecherei“ geworden. Ein Wort, das voraussetzt daß beide Seiten mit Messern gekämpft haben.

  4. A.S. schreibt:

    Da ist man ein paar Tage nicht da und verpasst fast sowas.
    Die Stellungnahme von Matschyamatu (oder wie auch immer der sich nennt) sagt ja alles aus. Er will sich als Künstler nicht politisch äußern. Sofern seine Texte nichts extremistisches beinhalten (wovon ich ausgehe) muss das einfach respektiert werden.
    Ich höre manchmal die Frage was denn die Kritik an Israel oder die Beschäftigung mit den Palästinensern mit Antisemitismus zu tun habe. Dank derartiger Beispiele konnte ich schon einigen Leuten diese Frage beantworten. Wenn ein Jude gezwungen wird sich zu Israel zu positionieren (ob er will oder nicht) ist das eine lupenreine Gleichsetzung von Israel mit Judentum.

    Zum konkreten Beispiel: Die Festivalleitung handelt klar antisemitisch. Ob aus Überzeugung, Blödheit oder Feigheit vermag ich nicht zu sagen.

    • Clas Lehmann schreibt:

      Ich würde es bei Matisyahu lassen.

      Und erweitern: Eine politische Aussage zu was auch immer darf nicht erzwungen werden. Wer nicht mag, der mag nicht, und er braucht nicht.

      Und solche BDSler… da habe ich auch Schwierigkeiten, Respekt aufzubringen. Das sind Antisemiten und gruppenbezogene Menschenfeinde…

  5. caruso schreibt:

    Wie könnte ich über diese Festivalleitung mit Respekt schreiben? Ich respektiere sie überhaupt nicht, sondern verachte sie zutiefst wegen ihrer Feigheit.
    lg
    carusp

  6. Eliyah schreibt:

    Die Veranstalter schneiden sich damit ins eigene Fleisch. Matisyahus Konzerte machen riesen Spass. Der Mann versteht es, sein Publikum zu begeistern und mitzureissen.
    Reggae hat ganz andere Probleme als Juden und Israel. Viele Texte sind nicht nur frauenverachtend und übersexualisiert, sie sind vor allem oft extrem homophob. Der deutsche Reggae-Musiker Gentelman wiegelt das als „kulturelles Problem“ ab:

    Ja, aber wir reden hier von einer anderen Kultur. Ich kann ja auch nicht Kondomautomaten im Vatikan aufstellen. Oder im Iran gegen Kopftücher protestieren. Genauso wenig kann ich etwas gegen die Homophobie auf Jamaika tun. (Interview in der TAZ vom 8. 4. 2010)

    In den Texten von Matisyahu findet sich solcher Dreck nicht.

Seid gut zueinander!

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