„War Luther Antisemit?“

Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ist sich nicht sicher und fragt in Zusammenarbeit mit der Melanchthon-Akademie: „War Luther Antisemit?“

Mich erinnert diese Einladung an ein Titelbild der Titanic.

In Martin Luthers Werk „Von den Jüden und ihren Lügen” heißt es:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ fordert Martin Luther jene Dinge, die im 20. Jahrhundert am Wannsee in Berlin zur deutschen Staatsräson erklärt wurden:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich.“

Fünf Euro kostet der Vortrag! Wie muss ich mir den Abend vorstellen? Man bezahlt, setzt sich hin, Prof. Bering kommt rein, sagt „Ja“ und dann darf man wieder gehen? Vermutlich nicht. Der Ankündigungstext verspricht nämlich einen Eiertanz der Extraklasse:

„Sind die großen Verdienste Luthers unbestritten, so sind seine Beziehungen zu den Juden zweifelhaft. War er nun Antisemit oder nur – wie damals geradezu alle – ein schlichter Judenfeind? Diese Frage wird von Dietz Bering aufgearbeitet, indem er als erster eine tief gestaffelte Definition des Antisemitismus vorlegt und Luther an ihr systematisch misst.“

Entwarnung! Luther war kein Antisemit. Er war nur ein Judenfeind. Glück gehabt. Das Lutherjahr kann kommen!

Das Wort Antisemitismus ist historisch gesehenen nichts weiter als der pseudo-wissenschaftliche Versuch, dem alten religiösen Judenhass ein modernes Gewandt zu geben und geht größtenteils auf den Journalisten Wilhelm Marr (1819-1904) zurück. Er gehörte dem extrem linken Flügel der radikal-demokratischen Partei um 1848 an und war erklärter Atheist. In seiner Überzeugung waren die Juden schuld am Liberalismus, weil er sich den jüdisch konnotierten Kapitalinteressen verschrieben habe. In seiner Propagandaschrift “Der Sieg des Germanenthums über das Judenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet” grenzt sich Marr deutlich von der traditionellen religiösen Judenfeindschaft ab und behauptet stattdessen, dass die Juden eine fremde Rasse von „Parasiten“ seien, die erfolgreich die Ausbeutung Deutschlands betreibe. Diesen Paradigmenwechsel von Religion zu Rasse verdeutlichte er durch die Einführung des Begriffs „Antisemitismus“ in den zeitgenössischen politisch-gesellschaftlichen Diskurs. Marr prägte wesentliche Klischees und Schlagworte, die weit über seinen persönlichen Erfolg hinaus weiterwirkten und die Diskussion um die „Judenfrage“ bestimmten. So legte er 1880 mit seiner Schrift “Goldene Ratten und rothe Mäuse” die Basis für die verschwörungstheoretische Gleichsetzung von Judentum, Kapitalismus und Kommunismus, wie sie später Adolf Hitler in “Mein Kampf” vertrat.

Wilhelm Marr gehört zu jenen aufgeklärten Demokraten, die zwar auf Gott und den König verzichten konnten, nicht aber auf den Judenhass. Mit pseudo-wissenschaftlicher Akribie wurde der Judenhass intellektuell rehabilitiert und sogar brutalisiert. War es bei dem religiösen Judenhasser Luther noch möglich, dass ein Jude Christ werden konnte, um der Verfolgung zu entgehen, war der Jude für den Marr’schen Antisemit ein ewiger Jude und nur durch die physische Vernichtung zu entfernen.

Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wirft in ihrer Ankündigung eine „schwierige Frage“ auf:

„Das Ergebnis wirft aber eine noch schwierigere Frage auf: Gesetzt, er ist Antisemit, wie ist dann sein Wandel vom Judenfreund zu einem derart extremen Judenfeind zu erklären, dass die Nazis sich immer wieder auf seine Forderungen berufen konnten: Niederbrennen ihrer Synagogen, ihrer Häuser, Einsperren in Ställe, Zwangsarbeit, vollständige Ausraubung.“

Die Antwort ist schlicht: Egal ob Judenhasser oder Antisemit, die pure Existenz von Juden wird als störend empfunden! Judenhasser im Stile Luthers versuchen, Juden durch Konversion zu entfernen und wenn sie sich weigern, werden sie physisch eben vernichtet; Antisemiten jedoch entscheiden sich direkt für die Vernichtung. Da sich Juden nun allerdings gegen ihre Vernichtung wehren, ist eine weitere Form des Judenhass‘ entstanden, der Antizionismus! Antizionisten hassen Israel, weil sich das Land gegen die Vernichtung stemmt.

Die Hamas fordert in Artikel 7 ihrer Gründungscharta die Vernichtung aller Juden weltweit und der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärte am 28. Februar 2010:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Vermutlich fragt die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit bald: „War die Hamas antisemitisch?“ Auch dieser Vortrag wird dann sicherlich in Zusammenarbeit mit der Melanchthon-Akademie stattfinden, in der im Juni 2015 dieser Vortrag von Dr. Mark Braverman stattfand: „Mauern durchbrechen“.

In diesem Vortrag wurde nicht gefragt. Es gab kein Fragezeichen, dafür aber eine Menge Ausrufezeichen. Alles war klar! Braverman sprach von einer „verhängnisvollen Scham“ und warf den christlichen Kirchen vor, zum „Unrecht der menschenverachtenden israelischen Besatzungspolitik“ zu schweigen. Als Grund für das vermeintliche Schweigen gab Braverman zwei Gründe an. Erstens: Durch das Schweigen wolle sich die Kirche von der eigenen Schuld befreien. Zweitens: Durch das Schweigen entziehe sich die Kirche dem Vorwurf des Antisemitismus, weil es ja so schwierig sei, Israel zu kritisieren. Die Teilnahme an diesem Vortrag war kostenlos!

Die Frage, ob Luther Antisemit war, kostet Geld! Die Gewissheit jedoch, dass Israel kritisiert gehört, was aber schwer ist, weil so viele böse Menschen, vermutlich Juden, mit der Schuld Geschäfte machen, gibt es gratis. Das ist christlich-jüdische Zusammenarbeit in der Melanchthon-Akademie! Noch Fragen?

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48 Antworten zu „War Luther Antisemit?“

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  2. Lusru schreibt:

    @echsenwut schreibt: September 2, 2015 um 10:41 vormittags
    Nö, erstaunlich ist, daß du den „feinen“ Unterschied zwischen dem Judenfeind und dem Antisemiten nicht begreifst:
    So wie Michelangelo kein „Ingenieur“ war, war Luther kein „Antisemit“. Das ist das eine, Ingeneure gab es zu dessen Zeit halt nicht.
    Das andere: Ob jemand Juden aus religiösen Gründen, aus ethischen oder aus rassistischen Gründen nicht mag, sind drei (3 !!!) verschiedene Ursachen, diejeweils anders angegangen wwerden müssen, was nur geht, wenn ich dazu in diesem Bilde richtige Erkenntnisse habe.

    Wer das nun nicht möchte, sollte die Klappe halten, man redet nicht über Briefmarken, wenn man nur Zitronen im Kopf hat.
    Dieser Luther hat mit der von den (späteren) Antisemiten kreierten „Rasse“ Juden nichts am Hut gehabt, konnte re nicht, weil da ein Rasseproblem nicht definiert war, das blieb bekanntlich eben den Antisemiten vorbehalten.
    Mit dieser defacto-Unterscheidung wird weder etwas geschnitzt, noch etwas beschönigt, das eine (Judenhetzer) ist genau so verwerflich wie der Rassist Antisemit, der die „Rasse der Juden“ (die es nie gab oder gibt und eine nachweisliche Erfindung der Antisemiten und Nationalsozialisten war)!
    Nun, es sei denn, da will sich doch ein Jud, evtl. weil er s nicht besser kennt, mit dem „Judenrasse“-Begriff der Antisemiten und Nationalsozialisten schmücken und sieht sich selber so, dem kann dann wohl wahrlich nicht geholfen werden.
    Luther war ein übler Judenhetzer, aus pseudoreligiösen Gründen, mit denen er sogar die eigene Religion, die „den Nächsten bekanntlich lieben soll, wie …“ auf das Übelste beschmutzt hat, neben der Schaffung einer gesamtdeutschen Sprache mit der Bibelübersetzung, was eben nicht „geschnitzt“ sondern Tatsache ist.

  3. echsenwut schreibt:

    Es ist wirklich höchst erstaunlich und zudem beunruhigend, mit welchen semantischen Finten und Kniffen aus einem stahlharten Antisemiten irgendetwas geschnitzt werden soll, was nicht ganz sooooo dolle böse erscheint. Martin Luther jedenfalls WAR ein stahlharter Antisemit. Man tippt sich an die Stirn: ist unser europäischer Reflex („Ich-verstehe-immer-irgendwie-alles“) bereits so ausgeprägt, sind wir zwischenzeitlich wirklich schon so verdreht, dass man uns tatsächlich und allen Ernstes weismachen kann, Luther sei KEIN Antisemit gewesen? Die Protestanten werden sich in alle Ewigkeit mit diesem Schandfleck auf ihrem Religionsstifter herumzuschleppen haben – und sie KÖNNEN ihn weder weg-, noch schöndiskutieren!

  4. Lusru schreibt:

    @levrak schreibt: August 25, 2015 um 10:36 nachmittags

    „Kaliber hin oder her“
    Ja, der Buurmann hat ein anderes Kaliber, und der Unterschied ist simpel:
    Buurmann hat eins, der Broder eben keins, jedenfalls nicht was die Oberliga angeht.
    Und:
    „Mit „lutherischer Sprache“ kenne ich mich nicht aus,“ – Das sehe ich (und wohl nicht nur ich) etwas anders: Du schreibst in dieser Sprache, von der du uns weismachen möchtest, du „kenntest dich nicht so sehr damit aus“ , es war Luther, der (um eine Bibelübersetzung für teutsche Länder zustande zu bringen, erst mal eine bis heute von allen übernommene „deutsche Sprache“ schaffen mußte, nicht gewußt?
    Der Judenhetzer und Pabstverdammer für Religionsmisbrauch war der eigentliche Schöpfer der deutschen Sprache, nicht nur der der reformatorischen Kirchen in Deutschland, vor ihm gab es keine einheitlich (verständliche) deutsche Sprache, und du schreibst halt nun auch in dieser, hier, z.B. voller Abneigung über ihren Schöpfer …
    So ist das manchmal im Leben, im richtigen, und man kann kaum etwas dagegen tun.

  5. Kanalratte schreibt:

    Luther war eine schändliche Figur der deutschen Geschichte. Bibelübersetzungen haben auch noch andere Menschen gemacht und einen Protestantismus zu erfinden, der das Fähnchen nach dem Wind dreht, ist auch keine große Leistung. Das Hochdeutsche hat er zwar beeinflusst, aber auch nicht erfunden. Dazu kommt sein Antisemitismus, der NSDAP-Format aufweist.

  6. caruso schreibt:

    Man soll nur seine Schriften lesen, dann weiß man, wie sehr Luther die Juden geliebt hat. Warum mißversteht man ihn ständig? (ironie off).
    Er hatte ohne Zweifel seine Verdienste, doch war er ein Judenhasser ersten Ranges. Julius Streicher konnte sich in Nürnberg mit Recht auf ihn berufen, er hätte nichts anderes gemacht als das, was bei Luther geschrieben steht. Solange man diese Teile aus seinen Schriften nicht hinausschmeißt, werden sich immer Menschen finden, die sich auf ihn berufen. Insofern – und nicht nur wegen seine richtige Taten, wie z.B. die Bibelübersetzung – ist er immer noch von Bedeutung.
    lg
    caruso

  7. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    Erneut Vielen Dank, Gerd Buurmann, für einen Ihrer lesenswerten Artikel!
    Dass Luther ein primitiver Judenhasser war, lässt sich zwar nicht bestreiten, ist aber nicht mehr von wesentlichem Belang.
    Luther ist wenigstens tot, während die EKD noch lebt. Leider!
    Damit lebt eine ekelhafte Hippy-Kommune, deren Vertreter (linke Pfaffen-Nutten beiderlei Geschlechts) ihre Gemeinden regelmäßig dazu aufrufen, für die armen, unterdrückten Palästinenser (oder wie das Zeug heißt) zu beten.
    Besser lässt sich die Tradition des Judenhasses nicht fortführen.

    • Lusru schreibt:

      Gutartiges Geschwulst schreibt: August 25, 2015 um 8:39 nachmittags
      Wie jetzt, darf man diese deine Artikulation samt der dazugehörigen Denke von dir nun als „jüdische Fähigkeit und Tradition“ etwa begreifen?
      Das genau werde ich nicht, es ist genau so widerlich, über Menschen zu sprechen, wie du es den von Dir Angesprochenen andichtest und stützt damit lediglich so manch Eines Sicht aus dieser deiner „Zielgruppe“: Du treibst Schindluder mit Ansehen, Fähigkeit und Seriösität von jüdischen Kommentatoren, geh in dich und:
      All from the beginning
      Schreib einen akzeptierbaren Stil

  8. Geist schreibt:

    „Mich erinnert diese Einladung an ein Titelbild der Titanic.“

    Kein Kommentar. LOL:D)))

  9. A.S. schreibt:

    Warum tut man sich eigentlich so schwer damit das Personen wie Luther auch ihre Negativseiten hatten? Eine große Reform anzustoßen macht einen Menschen doch nicht zu einem Heiligen.
    Aber gut, wir leben in einer Gesellschaft in der Menschen, die glauben es ginge nicht gleichzeitig Flüchtlinge im Bus zu begrüßen und die AFD zu liken, nicht eingewiesen werden sondern sich Journalisten nennen dürfen. Dazu passt auch dass es Menschen gibt, die glauben berechtigte Kritik an u.a. der Ablasspraxis und Judenhass könne nicht gleichzeitig in einem Kopf existieren…..

    • Lusru schreibt:

      @A.S. schreibt: August 25, 2015 um 8:39 vormittags

      „Warum tut man sich eigentlich so schwer damit das Personen wie Luther auch ihre Negativseiten hatten? Eine große Reform anzustoßen macht einen Menschen doch nicht zu einem Heiligen.“
      Nö, das stimmt, wenn du von „man“ redest, aber mal konkret: die nachfolgenden Jüngereien und Anhänger (bis heute!) machen gern mal „den Heiligen“ aus Luther!
      Und das ist es, was nicht geht:
      Ganze riesige Religionsgemeinschaften „schmücken“ sich ehrend mit diesem Namen, ohne eben diese – wie du es verniedlichend nennst – die „Negativseiten“ eindeutig und endgültig kirchenamtlich davon auszunehmen.
      Es „tut sich also niemand schwer mit persönlichen Unzulänglichkeiten“, sondern mit
      geistigem Unrat erster Klasse!
      Der sogar den Grundprinzipien JEDES Christentums (Nächstenliebe etc.) damals wie heute widerspricht und eine wichtige Säule der Reformation war, ist.
      Das ist wohl etwas anders als dein Versuch der Verniedlichung von explizierter und exaltierter Judenhetze (bis zur Forderung der Beseitigung) als „persönliche Unzulänglichkeiten“…

      Du solltest deine höchst parteiische Frage zeitgemäß und realistisch so stellen:
      Wer tut sich warum heute bei den Protestanten und Kirchenfürsten so schwer damit, etwas, was bei jedem Fritz Müller aus Heidenau in Sachsen als strafbewährt wegen nazistischer antijüdischer Parolen unweigerlich zum Knast führt, aus der eigenen Religion öffentlich zu verdammen?
      Was soll bitte daran „so schwer sein“???
      Guten Morgen, @A.S. endlich aufwachen – oder miese Populistik beenden!

      • A.S. schreibt:

        Aristobulus ist weg und Lulu wieder da. Umgekehrt wär’s mir lieber. Lulu regt sich gleich über Sachen auf die nur in seinem Kopf existieren ohne den Kommentar überhaupt verstanden zu haben. Traurig.

        • Lusru schreibt:

          @A.S. schreibt: August 25, 2015 um 3:01 nachmittags

          Wie kommt A.S. darauf, dass Aristobulus „nun weg“ sei, sitz er doch selber auf diesem Platz.
          Leider reicht es nicht (qualitativ), Ari war schlauer und konkret, du hingegen versuchst zu bashen – typisch für die Denkfaulen, denen zur Sach nichts einfällt. Kannst du dir sparen, auch traurig musst du nicht sein es lesen doch alle (die lesen können) dein Gescmäh mit, und wenn du meinst, damit über andere was zu sagen, dann ist das nur traurig, für dich, soviel erzählt man nicht über sich, zumal, wenn es so traurig ausfällt.
          Schönfärber eben.

          • A.S. schreibt:

            Immerhin sind wir uns über Ari einig. Und wenn du jetzt noch lernen könntest zwischen Gesagtem bzw. Geschriebenem und deiner (meist eher eigenartigen) Interpretation zu trennen wäre allen geholfen.

          • Lusru schreibt:

            A.S. – wie immer, wenn einer „Ratschläge“ umsonst verteilt: Er läßt die Hälfte dessen was nötig tut gleich weg – Ratschläge an sich selbst als Fazit der Diskussion – den solche Leute meinen, das gäbe es nicht, nur sie selbst erteilen Ratschläge.
            Führt dazu, daß solche Ratgeber nicht zuletzt ighr Geschriebenes als Interpretation des Kritisierten erkennen wollen – nur wozu?
            Gibt es etwas Wesentlicheres über diesem Weg zu verbergen, zu vertuschen oder zu verniedlichen, etwa die Judenhetze das Luther als solche und deren heutige massive Strafbewährung damit vom Tisch zu wischen?

  10. American Viewer schreibt:

    Die nächsten Themen in der Vortragsreihe lauten übrigens:

    Ist die Hamas antisemitisch?
    Waren die Nazis antisemitisch?
    Waren Jesua und ein gewisser „M“ Hochstapler?
    Sind Muslimbrüder und Mullahs ein bisschen reaktionär?

  11. ceterum censeo schreibt:

    Wäre damals der Ķölner Dom schon fertig gewesen, hätte der alte Schmerbauch seine Thesen nicht in der Zone an die Kirchentür nageln müssen, sondern sie an die berühmte Klagemauer heften können.

  12. Melanie schreibt:

    :-)) Genau das Selbe habe ich auch gedacht, als ich den Newsletter mit dem Veranstaltungshinweis erhielt: Ans Titelblatt der Titanic „Schrecklicher Verdacht: War Hitler Antisemit?“ und hab‘ das Email unbesehen gelöscht. Um hinzugehen und jemanden sagen zu hören „Schön dass Sie hier sind, ja war er, einen schönen Abend noch“ war mir eine Fahrt nach Köln wirklich zu viel des Aufwands 🙂

    Ich kann mich immer nur wieder wundern über die Veranstaltungsangebote der Kölner GCJZ.

  13. Lusru schreibt:

    Also Gerd Buuhrmann, derr Luther war das Musterexemplar des Antisemiten, pardon, geht ja nicht: diesen Begriff mit dem dazu gehörigen Verständnis gab es zu seiner Zeit noch nicht, da er erst im zweiten Drittel des 19. Jahhunderts auf die Welt und „in Mode“ kam (W. Marr läßt grüßen)
    Zu Luthers Zeiten hieß das (sinngemäß gleichartig nur eben nicht als nazistische Doktrin sondern als protestantische Kirchendoktrin) Judenfeind, in der Tat, ein Judenfeind en gros als Reformator der christlichen Kirche, der mit Vehemenz die Verderbtheit der päbstlichen Kirche anprangerte.
    Ich würde wünschen, daß ein Neuer käme (nein, nicht nochmal Luther), aber einer, der mit der gleicher Vehemenz öffentlich gegen dessen Judendoktrin (und damit auch der der heutigen protestantischen Kirche) angeht!

    Einmal Plaßberg dazu, dann aus der ARD-Mediathek nachträglich entfernt (da findet sich bestimmt auch wieder einer mit vorauseilendem Gehorsam wie bei der Gender-Diskussion), und das Thema ist durch, keine weitere öffentliche Diskussion erforderlich, bleibt nur noch das, was Kirchenfürsten bis heute nicht verstanden habe, zu klären: Ein Jude kann nicht verraten werden als Christ.
    Alle weiteren „Vor-“ und „Abträge“ zu Luther als aktiver und profilierter Judenhetzer erledigen sich von selbst (was gibt es dazu vorzutragen?), mal Plaßberg fragen?
    Alles andere an Schwätzereien gießt nur Öl ins offene Feuer, wozu also?
    Ach so: Natürlich war der Judenhetzer kein Antisemit, wie gesagt , das gab es erst mehrere hundert Jahre später mit dieser Präsenz ….

    • anti3anti schreibt:

      Eine sehr gefährliche Logik, die außerdem politisch inkorrekt und somit lebensbedrohlich ist. Wenn Luther kein Antisemit gewesen ist, weil die ersten Antisemiten erst Jahrhunderte später auftauchen, dann ist Stammvater Abraham KEIN Muslim aus dem selben Grund. Und der göttliche Jesus ein Jude!

      • Lusru schreibt:

        @anti3anti schreibt: August 24, 2015 um 7:56 nachmittags
        Du setzt mich in Erstaunen:
        „Eine sehr gefährliche Logik, die außerdem politisch inkorrekt und somit lebensbedrohlich ist. “

        3 widersinnige Behauptungen mit so wenig Worten:
        – Was bitte ist daran gefährlich?
        Gefährlich ist die andauernde undifferenzierte Rundumverehrung eines der wortgewaltigsten Judenhetzer aus deutschem Raum
        – politisch inkorrekt – wieso?
        Politisch inkorrekt ist jede Rundumverehrung eines der wortgewaltigsten Judenhetzer aus deutschem Raum, ohne eindeutige öffentliche und kirchenamtliche Differenzierung
        im übrigen ist auch Politisch inkorrect völlig nebensächlich, wenn es gegen diese Frage der Judenverhetzung geht – wer das nicht macht, ist nicht nur politisch incorrect, sondern menschlich noch weit mehr
        – und somit lebensbedrohlich – wieso? Wer bedroht da(mit) wessen(!) Leben?
        und
        „Wenn Luther kein Antisemit gewesen ist, weil die ersten Antisemiten erst Jahrhunderte später auftauchen, dann ist Stammvater Abraham KEIN Muslim aus dem selben Grund. Und der göttliche Jesus ein Jude!“ –
        das ist mehrfach Quatsch, weil das zum einen so (!) niemand behauptet hat: „Antisemiten erst Jahrhunderte später auftauchen“ ist falsch, es ist DIESER Begriff, der in anderem Kontext „erst später auftaucht!
        Aber Judenhetzer und -Feinde gibt es schon seit es Juden gibt!
        Es sind jeweils andere Qualitäten, einmal vorwiegend religiös und zum anderen vorwiegend ethnisch rassistisch geprägt und deshalb auseinander zu halten).
        Und zum anderen wurde es genau so gesagt, weil es korrekt und einzig nur so möglich ist: Jesus war der Jude, den „niemand als Christ verraten“ konnte!

        Und im Übrigen geht es nicht an, Stammvater Abraham, Jesus (wo ist da göttlich?) Antisemit, Muslim und Angehöriger der jüdischen Religion begrifflich auf eine Ebene zwecks Vergleich zu heben: Das sind an ihre jeweilige historisch konkrete Phase (mit Anfang, Ende) gebundene Zuweisungen, die nicht beliebige Ballspiele erlauben.

        Und das (nachfolgend angeführt) gleich mit:
        „denn die antikatholische Reformation strebt zurück zu den antisemitischen Wurzeln des Paulinischen Christentums.“
        Es ist wurscht, wohin antikatholische Reform „strebt“, solange sie nicht andere Religionen und Menschen verunglimpft – das jedoch potenzierte Luther noch einmal, mehr und deutlicher, als das bis dahin (oder etwa danach) ein „Paulinisches Christentum“ oder Katholizismus je fertigbrachte. Und: Luther, verehrter Bescheidwisser @anti3anti, hat nie eine „antkatholische“ Reform gewollt oder vollführt, denn der wollte den Katholizismus als „das Christentum“ mit seiner Kirchenlehre eben nicht abschaffen, sondern besser machen, und das gilt unter den Anhängern sogar bis heute so und nie als „antikatholisch“ – woher hast du diesen Quark?
        Und: Paulinisches Christentum – ja, es gab und gibt wohl etliche C-Tümer, und erst alle zusammen erwerben den Anspruch, als „DAS Christentum“ bezeichnet zu werden –
        Alles klar?

        • anti3anti schreibt:

          Nichts ist klar. Nicht für mich.

          Die Gefahr besteht darin, dass deine vorgebrachte Logik zur allgemeinen Verdummung und zum Untergang der Zivilisation führt.

          Jesus ist am Kreuz göttlich.

          Den Rest habe ich vergessen.

          • Lusru schreibt:

            @anti3anti schreibt: August 26, 2015 um 12:01 vormittags
            Das „Göttliche“ daran, an einem Kreuz zu sterben, muß wohl erst noch gefunden werden, das sollten Menschen nie vergessen, da sonst die Gefahr der Nachahmung recht hoch ist.

    • anti3anti schreibt:

      Es ist widersinnig zu forden, dass ein protestantischer Reformator sich gegen Antisemitismus wendet, denn die antikatholische Reformation strebt zurück zu den antisemitischen Wurzeln des Paulinischen Christentums.

      • riepichiep schreibt:

        „antisemitischen Wurzeln des Paulinischen Christentums.“ – jetzt wird es albern!

        Paulus WAR Jude und blieb auch Jude. Und er war der Meinung, dass Israel NICHT verworfen ist (Römer 11,1-2). Man kann Paulus manches vorwerfen (weniger als man manchmal denkt), aber sicher nicht das …

  14. anti3anti schreibt:

    Eine gute Antwort findet man unter

    http://www.cicero.de/salon/modernisierung-des-islams-religionen-zivilisieren-sich-nicht-von-selbst/59728

    Luther ist zu seiner Zeit genauso ein Antisemit gewesen wie heute die Islamisten. Heute würde Luther die Christen auffordern, mit Feuer und Schwert das wahre Christentum zu befolgen. Er würde seine Anhänger auffordern, Katholische Kirchen und Synagogen zu sprengen oder mit dem dazugehörigen menschlichen Inhalt zu verbrennen. Verjudete Wissenschaften gehören verboten. Der moderne globalisierte Katholizismus wird vernichtet. Juden und Katholiken, die seinen reformierten Glauben nicht annehmen, werden öffentlich hingerichtet, vorzugsweise geköpft.

    Die heutigen Islamisten sind seine wahren Jünger.

    Für Islamisten ist der Eintritt zum Vortrag frei!

    • Der Held vom Erdbeerfeld schreibt:

      Ich sehe das nicht so ganz Konkret.
      Aber der „alte“ Martin Luther war mit ziemlicher Sicherheit Antisemit und in seiner „Religiösen“ Phantasie, formulierte er Taten, wie mit den Christusmördern zu verfahren sei. Auf alle Fälle keine leichte literarische Kost, der gelegentlich wie der Koran in Folter und tötungs Wahnfantasien gegenüber Juden abgleitet.

      Fazit : Islam und Katholische Esel haben eins gemeinsam. Hass auf Juden.

      • konerad schreibt:

        Wo ist die Logik?
        Vom katholischen Luther ist nichts derartiges überliefert. Erst nach seinen Eidbrüchen und der daraus folgenden Kirchenspaltung wird er immer extremer.

        Von einem katholischen Esel ein herzlicher Gruß an einen Trottel.

    • Bergstein schreibt:

      Es gibt jedoch einen sehr wesentlichen Unterschied. Sowohl bei Luther als auch bei den heutigen Salafisten und Wahabiten handelt sich um Fundamentalisten. Da heißt, sie alle wollen zurück zu Fundamenten ihrer jeweiligen Religionen zurückkehren. Die Protestanten des Augsburger Bekenntnisses sind auf den halben Weg stecken geblieben, während die Evangelikalen weiter gegangen sind. Die Letzteren sind mittlerweile die größten Verbündeten Israels. Der Grund ist einfach, das Fundament von Christentum ist zu Einem wesentlich angenehmer als das des Islams und besteht zu Anderem zu 90 % aus Judentum.

      Unabhängig von der Person Luthers müssen und sind auch bei weitem nicht alle evangelischen Christen, anders als Wahabiten und Salafisten Antisemiten.

      • anti3anti schreibt:

        Gute Entgegnung, die ich natürlich nicht so stehen lassen kann. 👿

        Die Evangelikalen sind zwar Fundamentalisten, jedoch nicht im Sinne Luthers und des IS. Sie sind Fundamentalisten des Glaubens und der Hoffnung, nicht des Hasses und des Todes. Wer Luther folgt, kann kein Judenfreund sein.

        Die heutigen wahren Anhänger Luthers sind zwangsweise Antisemiten. Ein Lutheraner, der kein Antisemit ist, verrät seinen Führer. Die nicht-antisemitischen Lutheraner sind Lutheraner light, also gute Lutheraner.

        • Clas Lehmann schreibt:

          Hmm, wenn es stimmt, was ich las, nämlich, dass sie in Brasilien loslaufen und irgendwelche anderen Religionsgemeinschaften aufmischen und in den USA die Genesis zur Basis des Biologieunterrichtes machen wollen: Das geht über Glauben und Hoffen hinaus.

          Was ist denn mit einem evangelisch-Lutherischen Christen, der die Belege für Luthers Antsemitismus schlicht nicht kennt? Im Religionsunterricht und in der Katechismusunterweisung kam sowas nicht vor….

          • anti3anti schreibt:

            Die Realität setzt sich immer durch.

          • Lusru schreibt:

            @anti3anti schreibt: August 26, 2015 um 9:41 vormittags

            „Die Realität setzt sich immer durch.“
            Dagegen ist nichts einzuwenden, da die Realität sich nicht mehr durchzusetzen braucht, da sie dies bereits hintersich hat – sonst wäre sie nicht da. Nur von welcher Realität sprichst du hier?
            Etwa von der Realität, daß ein Mensch, der am Kreuz sterben muß, möglicherweise ein Märthyrer aber eher nicht „göttlich“ ist?
            Muß sich wie gesagt nicht durchsetzen, da bereits erfolgt.
            Als „göttliche Märthyrer“ bezeichnen beispielsweise Dsihadisten ihre Selbstmordattentäter, woher kommt soetwas? Das kann Verwirrung stiften in Bezug auf „Göttlichkeit“

          • anti3anti schreibt:

            @Lusru:
            Es ist richtig, dass die Realität bereits vorhanden ist, jedoch falsch, dass sie sich von Anfang an durchsetzt, i.e. vom Menschen anerkannt wird.
            Es geht nicht um unüberwindbare hohe Berge, die trotzdem irgendwann überwunden werden, sondern um Weltmeere, die nicht befahren werden, da man dahinter das Ende der Welt befürchtet.

          • Lusru schreibt:

            @anti3anti schreibt: August 31, 2015 um 4:37 nachmittags
            Wie bekannt, ist der Mensch weder der Bauchnabel der Welt, noch ihr Sexualorgan oder etwas anderes dergleichen, was „Durchsetzung“ beansprucht.
            Der Mensch ist selber NUR R E A L I T Ä T, also bitte was soll sich darüber hinaus „durchsetzen“, was schon da ist?
            Und ob sich etwas „beim Menschen durchsetzt“, ist für die Realität so wurscht, wie er als Realität für diese.
            Was da ist, ist nun mal Realität – halt: Es gibt ein oder:
            Es ist eben (doch) nicht da, DANN hat sich Realität „nicht durchgesetzt“, aber nur dann …

        • A.S. schreibt:

          „Ein Lutheraner, der kein Antisemit ist, verrät seinen Führer.“
          Da findet die bekannte Rosinenpickerrei statt. Man trägt das „Gute“ demonstrativ her und unterschlägt das andere. Besser wäre es einfach offen zu sagen: Luther war wie viele weitere „große Denker“ ein Antisemit. Dieses Erbe haben wir nun mal in der europäischen Geschichte. Weg mit dem Personenkult.

          • anti3anti schreibt:

            Weg mit dem Personenkult! Weg mit den Lutheranern!

          • A.S. schreibt:

            Eins nach dem anderen. Personenkult ist schon eine große Herausforderung.
            Und die Lutheraner verkäsmannen sich selber dermaßen, dass sie in Zukunft nur noch eine Unterabteilung der Ökobewegung sein könnten. Eine monotheistische Religion ist das ja immer weniger. Schon jetzt ist es manchmal kaum noch einzusehen warum man in der Käsmannreligion sein soll und nicht im Original bei Greenpeace ……..

  15. anti3anti schreibt:

    Luthers Ideen sind nicht nur 1938 modern gewesen. Sie sind es noch immer. Sie werden es weiterhin bleiben. Ja, sie werden den Protestantismus überleben.

    • Geist schreibt:

      Kein Protest,
      die Protestanten (die Idee des Luther) überleben sich selbst.
      Dafür ein „gefällt mir!“ hier, Mr anti3anti. 😉
      Die Aussichten allerdings gefallen mir überhaupt nicht.
      Blindheit schützt nicht vor bösem Auge.

    • caruso schreibt:

      Das denk ich auch, lieber anti3anti. (24.8., 2.53), Sie werden überleben. Leider,
      lg
      caruso

  16. O.Paul schreibt:

    Was mich am meisten bewegt:
    Hat Luther wirklich sein Tintenfäßchen auf der Wartburg an die Wand geschmissenweile er den Teufel gesehen hat?
    In diesem Fall war er geistig ja nicht ganz, sagen wir, zurechnungsfähig?.

    Und da rennen Millionen von Menschen seinen Ideen hinterher? Wie Irre ist das denn?

Seid gut zueinander!

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