Nazis raus aus der Kirche!

Der katholische Priester Jens Brandebusemeyer aus dem emsländischen Lingen ruft alle Rechtsradikalen dazu auf, unverzüglich aus der Kirche auszutreten! In seiner Predigt vom 30. August 2015 erklärt er:

„Nicht die vielen Flüchtlingsströme, und mögen es noch so viele sein, stellen die eigentliche Herausforderung für Deutschland dar, sondern die Nachrichten, wie Rechtsradikale mit unseren Gästen umgehen – Gäste, die den Terror hinter sich gelassen zu haben glaubten. Ich bin gern bereit, anzuerkennen, dass Verfahren beschleunigt, Trittbrettfahrer aussortiert und Geldleistungen hinterfragt werden können. Aber soweit es in meiner Macht als kleiner Pfarrer liegt: Lassen Sie uns alle bitte nicht auf ein Niveau herabrutschen, dessen man sich wieder schämen muss. Stellen wir uns am Stammtisch, auf Facebook und beim Kaffeeklatsch hinter die christliche Botschaft des Abgebens und Teilens, des Mitleidens und Mitaushaltens, und beziehen wir Position, wenn wir als deutsche Bürgerinnen und Bürger noch etwas auf unsere christliche Prägung geben. Ich weiß, dass wir Christen in Deutschland zahlenmäßig auf dem Rückzug sind, aber alle, die sich noch als Christin und Christ bezeichnen, sollten ganz klar wissen, dass Solidarität mit den Armen, den Flüchtlingen und Bedrängten stets und zu jeder Zeit Aufgabe der Kirche waren, sind und bleiben. Sollte jemand in diesem Punkt grundsätzlich anderer Meinung sein, bitte ich ihn oder sie erstmals öffentlich, aus der Kirche auszutreten. Man kann meines Erachtens nicht Christ sein und sich gleichzeitig an Demonstrationen gegen die Existenz von Menschen beteiligen, denen keine Wahl gelassen wird, oder gar mit Gewalt gegen dieselben vorgehen. Hier gibt es keine zwei Meinungen!“

Die ganze Predigt finden Sie hier.

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19 Antworten zu Nazis raus aus der Kirche!

  1. Stefan O. W. Weiß schreibt:

    Ein guter Christ geht zu den Sündern, nicht zu den Gerechten. Konsequenterweise sollte der Pfarrer sich gerade um die Rechtsradikalen kümmern.

  2. Eine Frage die noch nicht thematisiert wurde:

    Warum bittet er nur darum das „von ihm erkannte Nazis“ aus der Kirche freiwillig austreten sollen, anstatt das er sie einfach raus wirft? Wenn seine Logik so klar und eindeutig für ihn ist! Und warum erst jetzt und nicht schon vor X-Jahren…

    Weil selbst ein Pfaffe, Bischof, Papst niemanden von der „Gnade Gottes“ ausschließen kann und es die kath. Kirche jedem Christen solange nicht verwehren kann, wie er die katholische Kirche anerkennt und keine anti-katholischen Lehren verbreitet. (Ganz vereinfacht ausgedrückt)

    Und ein Pro-Flüchtlings-Gebot oder ein Anti-Flüchtlings-Gebot, mit jeweils dafür oder dagegen gibt es nicht in der katholischen Lehre und Heilsgeschichte.

    Evtl. hilft dem Neugierigen dieser Text zur ersten Vertiefung dazu:
    Die Kirche und der „Flüchtlings“-Irrsinn
    http://www.katholisches.info/2015/09/04/die-kirche-und-der-fluechtlings-irrsinn/

    Oder wie ich immer gerne sage:
    Viele reden über Gott, aber keiner mit Gott…

  3. Ich kenn den guten Menschen und seine Predigten ja nicht. Die Frage ist doch, wie intensiv er auch für seine verfolgten christlichen Brüder durch IS (z.B.) auch die Stimme erhoben hat und aktiv wurde… oder waren ihm die Nächsten weil in der Ferne dann doch zu weit weg…

    Gut sein ist ja nicht besonders schwer, aber umsonst ist es auch nicht.

    • ceterum censeo schreibt:

      Alle diese Pfaffen, die heute einen Dreck auf die verfolgten und ermordeten Christen geben, welche so gut wie gar nicht dort unten weggelassen werden, weil man ja nur Moslems hier haben möchte ( Du kannst googeln, Obama hat sogar seine Botschaften im Nahen Osten angewiesen, Christen abzuwimmeln ), alle diese Pfaffen sind die wahren Nazis. Die Reichskirche läßt grüßen. Zur Hölle mit ihnen!

  4. Nordland schreibt:

    Herr Buurmann, jetzt möchte ich Sie doch einmal bitten, mir eine zentrale Frage zu beantworten. Denn zweifelsohne gibt es Fälle von Brandstiftungen oder Angriffen auf Flüchtlinge. Aber wer ist es denn, der solche Taten auf breiter Front unterstützt?

    Der Priester in Ihrem Fall beispielsweise erweckt mit seiner Predigt den Eindruck, die Kirche sei durchsetzt mit Mitgliedern, die Gewalttaten befürworteten. Wo sind denn die Beleg dafür, dass es sich bei diesen Straftätern nicht vorwiegend um Wirrköpfe handelt oder um Leute, die auch ohne Flüchtlingszustrom eine rechtsradikale Gesinnung hätten? Wer von denjenigen, die den aktuell ungesteuerten Zustrom und die durchgeleiteten Züge aus Ungarn kritisieren, ist denn tatsächlich der Meinung, dass gewaltsame Attacken irgendetwas positives bewirken könnten?

    Das Gegenteil ist der Fall. Jeder Brandanschlag (sogar diejenigen, bei denen vielleicht sogar kein fremdenfeindliches Motiv vorliegt) wird von der Willkommenskultur-Fraktion als Bestätigung aufgenommen. Es wird so getan, als sei man mitverantwortlich, selbst wenn man nur sachliche und zulässige Kritik an den Zuständen äußert und auf die Gefahren hinweist, die mit der Aufnahme so vieler Menschen verbunden sind. Plötzlich soll es keine Eigenverantwortung mehr geben. Ein Straftäter ist nicht mehr in erster Linie ein Straftäter, sondern einer, mit dem man unliebsame Personen in Sippenhaft nehmen kann.

    Das Ziel scheint eine Spaltung in gut und böse zu sein. Entweder du bist für die Flüchtlingsaufnahme oder du gehörst nicht mehr zu den Guten. Der Priester mag es zwar so formuliert haben, dass er nur „Rechtsradikale“ anspricht. Er trifft indes auch alle anderen, die zweifeln, dass es den Menschen mit ihren Merkel-Plakaten nur um Schutz vor Krieg und Verfolgung geht.

    Ihre Meinung sei Ihnen überlassen, aber haben Sie schon einmal überlegt, ob an den vielen Kommentaren hier von Personen, die Ihrem Blog eigentlich positiv gegenüberstehen, nicht doch etwas dran sein könnte?

  5. Matthias Mala schreibt:

    Ja, nur eine Kirche ohne schwarze Schafe, ist eine gute Kirche. Einst ließ man dafür die Weltlichkeit Scheiterhaufen anstecken. Zudem sagt das ein Pfarrer, der in der Tradition Luthers steht. Und der war ja bekanntermaßen judenfeindlich eingestellt.
    Andererseits kann ich mir vorstellen, dass die meisten Nazis ohnehin keine Kirchenmitglieder sind. Von daher ist diese Forderung in den Wind gesprochen.

  6. ceterum censeo schreibt:

    Selig sind die Einfältigen! Und bösartig noch dazu. Mit welchem Recht bestimmt ein Pfaffe darüber, mit wem wir dies und jenes,“ Kultur sowie staatliche Geldleistungen „( steht im Rest der Predigt )auf Dauer teilen müssen? Abgesehen davon, daß an unserer Kultur sowieso niemand interessiert ist und es staatliche Geldleistungen nicht gibt. Das ist die Kohle des Steuerzahlers.
    Naziiiies raus aus dieser Kirche der dreifach Bekehrten und Gesalbten! Dann kann das kleine Häufchen Klampfenspieler, Teddyverteiler und Kuchenbäcker gleich ihre Kirchen noch mal schön renovieren und zur Übergabe vorbereiten. Wir brauchen viele Moscheen in den kommendenTagen.

  7. schmidtr schreibt:

    Es ist wirklich interessant. Rechtsradikal, also Hass auf Fremde, gesinnt zu sein ist genauso so eine Sünde in der Bibel wie Homosexualität, Pädophilie, Ehebruch, Mord, Raub usw. Warum sollte die Kirche nur bei den Rechtsradikalen eine Ausnahme machen? Aber Kirchen sind dazu da, die Sünder von der Sünde abzuraten und ihre Gesinnung zu ändern versuchen. Wenn Kirchen anfangen, Sünder auszuschließen, dürfte am Ende kein einziger Mensch mehr Mitglied sein! Viel Spaß!

  8. A.S. schreibt:

    „Lassen Sie uns alle bitte nicht auf ein Niveau herabrutschen, dessen man sich wieder schämen muss“
    Zu spät, viel zu spät. Und jeder, der „Demonstranten“ pauschal gleich zu Fremdenfeinden erklärt, trägt seinen Teil zur Eskalation bei. Man könnte auch darauf hinweisen, dass es Aufgabe der Kirche ist sich um die Sorgen der Gläubigen zu kümmern. Fremdenliebe und Nächstenhass ist auch keine erfolgversprechende Variante.

    • anti3anti schreibt:

      Da Antisemiten Mitglieder in allen Kirchen bleiben dürfen und niemals aufgefordert werden, diese zu verlassen, schämen sich die Kirchen nicht, dass Antisemitismus in ihren Mauern vorhanden ist.
      Die Frage lautet nun: Kann ein Judenhasser ein Fremdenlieber sein?

      • A.S. schreibt:

        Die Kirche ist offen für alle Sünder dieser Welt. Mörder, Vergewaltiger, Kinderschänder, Antisemiten, Betrüger usw. dürfen alle in die Kirche kommen. Aber wenn jemand Angst vor Überfremdung hat und diese auch noch artikuliert, dann ist Schluss mit der Toleranz.

  9. LieberTee schreibt:

    Leider kann man nur ein mal aus der Kirche austreten und die Karte habe ich schon vor Jahren gezogen. Zur Zeit könnte ich es aber fast täglich aufs neue tun.

  10. Sophist X schreibt:

    Die Stelle gefällt mir am besten:
    Ich bin gern bereit, anzuerkennen, dass Verfahren beschleunigt, Trittbrettfahrer aussortiert und Geldleistungen hinterfragt werden können.

Seid gut zueinander!

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