„Ich hatte nach der Schule einfach Lust, Juden zu töten.“

Am 1. Oktober 2015 machten sich einige Jugendliche nach der Schule auf zu einer kleinen Siedlung in der Nähe von Bethlehem und bewarfen dort ein Auto, in dem jüdische Kleinkinder saßen, mit schweren Felsbrocken. Sie zertrümmerten dabei alle Fensterscheiben des Autos. Ein Kind im Wagen wurde von den umherfliegenden Splittern verletzt. Die Polizei konnte kurz nach der Attacke einen Angreifer fassen. Es handelte sich um einen 15-jährigen Palästinenser. Beim Verhör erklärte er: „Ich hatte nach der Schule einfach Lust, Juden zu töten.“

Später am Tag wurde südlich von Nablus ein jüdisches Ehepaar aus Neria vor den Augen ihrer Kinder von einer Terrorgruppe, die zum bewaffneten Teil der Fatah gehört, in ihrem Auto erschossen.

Zwischen beiden Ereignissen hielt Benjamin Netanjahu eine Rede vor den Vereinten Nationen:

„Präsident Abbas, ich weiß, es ist nicht einfach. Ich weiß, es ist schwer. Aber wir schulden es unseren Völkern, es nochmal zu versuchen, es immer wieder zu versuchen, denn gemeinsam, wenn wir tatsächlich verhandeln und damit aufhören, darüber zu verhandeln, ob wir überhaupt verhandeln sollen, wenn wir uns tatsächlich hinsetzen und versuchen, diesen Konflikt zwischen uns zu lösen, uns einander anerkennen und einen palästinensischen Staat nicht als Sprungbrett für eine weitere islamistische Diktatur im Nahen Osten verwenden, sondern als ein Land, das in Frieden neben dem jüdischen Staat leben möchte, wenn wir das tatsächlich tun, dann können wir bemerkenswerte Dinge für unsere Völker erreichen.“

Ein Tag vorher hatte Abbas vor den Vereinten Nationen erklärt, sich nicht mehr an den Osloer Nahost-Friedensprozess zu halten. In Oslo wurde vereinbart, eine palästinensische Selbstverwaltung zu bilden, die in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen mit Israel kooperiert. Die Vorläuferpartei der Fatah verpflichtete sich im Gegenzug, aus ihrer Charta alle Passagen zu streichen, die die Vernichtung Israels forderten. Das war der Deal!

Die PLO wurde dafür belohnt, dass sie lediglich mit der Erklärung aufhörte, Israel vernichten zu wollen. Die Hamas hat die Passagen zur Vernichtung aller Juden weltweit nachwievor in ihrer Charta stehen. Die Aufkündigung von Abbas am 30. September 2015 war somit die offizielle Erklärung, es wieder wie die Hamas zu machen und die Nichtanerkennung der Existenzberechtigung Israels und damit die Erklärung eines Vernichtungskriegs laut herauszuposaunen.

Dabei war das schon lange der Fall. Bei der 47-Jahr-Feier der Fatah ließ Abbas den von ihn sogenannten “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie”, Mufti Muhammad Hussein, folgende Predigt halten.

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben. Die Juden werden sich hinter Steinen und Bäumen verstecken. Dann werden die Steine und Bäume zu uns rufen: ‚Oh Moslem, Diener Allahs, da versteckt sich ein Jude hinter mir, komm und töte ihn.‘“

Die Forderung “Töte die Juden” war offenkundig für Abbas niemals weg, sie stand bloß nicht mehr in der Charta seiner Partei. Am 30. September 2015 erklärte Abbas nun, das wieder zu ändern. Nur ein Tag später folgten schon Taten den Worten: Kinder wurden angegriffen und Erwachsene ermordet, weil sie Juden waren!

Nicht selten wird Abbas moderat genannt. Nicht weniger selten wird Netanjahu radikal genannt. Ja, Abbas ist moderat, moderat in seiner Moral, Netanjahu aber ist radikal, er ist radikal in seiner מענטשלעכקייט (Mentshlekhkeyt). Er ist ein wahrer מענטש‎ (mentsh)! Er glaubt noch an die Menschen und an Wunder. Er ist eben Israeli!

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13 Antworten zu „Ich hatte nach der Schule einfach Lust, Juden zu töten.“

  1. Pingback: Nach dem Krieg ist … die 3. Intifada? | israelkompetenzkollektion

  2. Dante schreibt:

    @Gerd und jeden, den es sonst noch interessieren könnte: Auch wenn es vielleicht ein klein wenig off-topic ist, kann mir mal jemand hier ein wenig zur Seite springen?

    • Dante schreibt:

      Nachtrag: Nicht, dass ich nicht mannsgenug wäre, gegen diesen Schwall an antizionistischem Sermon auch selbst anzugehen, aber ich brauche Zeit, muss die entgegenstehenden Fakten zusammentragen, die Du, lieber Gerd, bereits hast. Außerdem empfinde ich vor Wut körperlichen Schmerz, wenn ich Sätze wie

      Israel was founded illegally and immorally, just like any other colony, on someone else’s land and the indigenous Palestinians have been dispossessed, murdered and brutalised for nearly seventy years in the name of a colony which believes members of Judaism are superior and must maintain superior rights to non-jews.

      oder gar

      Having said that, as an occupier there are no Israeli civilians – everyone is considered to be a part of the military force.

  3. Sempronius Densus Bielski schreibt:

    Wer einfach Lust hat Juden zu töten, kann dabei umkommen. Die Menschen, die zum Hass erzogen wurden, haben einfach Pech und können keine Rücksicht erwarten.

    Gibt es Frieden wenn Israel nicht mehr existiert? Nein!
    Gibt es Frieden, wenn die Gegner Israels nicht mehr existieren ? ja!

    • A.S. schreibt:

      „Gibt es Frieden wenn Israel nicht mehr existiert? Nein!
      Gibt es Frieden, wenn die Gegner Israels nicht mehr existieren ? ja!“

      Damit ist alles zum Konflikt gesagt!

      Es bleibt nur noch die Frage warum die ganzen „Wehret den Anfängen“-Schreiern bei Pegida durchdrehen und bei Sätzen wie von dem 15-jährigen schweigen…..

    • Dante schreibt:

      Wer einfach Lust hat Juden zu töten, kann dabei umkommen.

      Sollte. Nichts wäre gerechter als wenn jemandem sein eigenes Molly auf die Füße fiele.

  4. unbesorgt schreibt:

    Ich wünschte auch ich könnte immer so viel Optimismus aufbringen, wie zum Beispiel Chaya, die in Israel lebt und trotz solcher Vorfälle noch positiv in die Zukunft schauen kann. Der alltägliche Kampf um banale Dinge wie das benutzen einer Straße kann schon den Tod bedeuten, das macht sich hierzulande (fast) niemand klar. Wenn man zum Beispiel sein Auto an exakt der Stelle vor einem Einkaufszentrum parkt, wo wenig später eine Bombe viele Menschen in den Tod reißt, kommen einem die Bilder näher, als man sich das wünschen mag. Ich weiß, wovon ich rede.

    Man kann politisch zu Netanjahu stehen wie man will, wenn er sagt das in Israel Tag für Tag die Freiheit der westlichen Welt verteidigt wird, hat er absolut Recht.

  5. A.mOr schreibt:

    “Ich hatte nach der Schule einfach Lust, Juden zu töten.“

    In der Schule lernt er den Haß auf Juden,
    danach bekommt er Lust Juden zu morden.
    Ganz banal.

    Nur weil es alltäglich ist und geschieht (inklusiver der -teils erfolgreichen- Mordlust) ist es jedoch nicht banal.
    Was dahinter steckt durchaus banal.
    Vor aller Augen. EU (usw) finanziert.

  6. Bergstein schreibt:

    Wie bereits erwähnt, haben weder Fatah noch PLO jemals ihre Charta geändert.

    http://nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/4fatahv.html
    http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/4charta.html

  7. Pingback: “Ik had na schooltijd gewoon zin om Joden te doden” | E.J. Bron

  8. caruso schreibt:

    Solches geschieht nur, weil alle Kulturen gleichwertig sind. Klar? Das zumindest wollen uns die grünlinke oder linksgrüne oder rotgrüne, fallweise auch grünrote Gutmenschen glauben machen. Wenn man einigermaßen nur die Geschehnisse im Nahen Osten, in Afrika usw. verfolgt, über-kommen einen gewisse Zweifel an dieser Weisheit. Bin ich nun ein (kultureller) Rassist?
    lg
    caruso

Seid gut zueinander!

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