Massenpsychose TTIP-Widerstand

Die Geschichte des deutschen Volkes ist eine Geschichte der Identitätskrise. Eine vermeintlich gemeinsame nationale Identität bildete sich in Deutschland immer nur durch einen gemeinsamen Feind heraus!

Es gibt keine gemeinsame deutsche Identität! Das erkennt man schon daran, dass die Deutschen von den verschiedenen Nationen verschieden bezeichnet werden.

Die Engländer nennen uns „Germans“, aber kaum ein Deutscher aber nennt sich Germane. Die Finnen nennen uns „Saks“, aber nur wenige Deutsche bezeichnen sich als Sachsen. Die Franzosen nennen uns „Allemands“, aber die meisten Allemannen leben nicht in Deutschland. Die Polen nennen uns „Niemiecki“, aber kein Deutscher bezeichnet sich selbst so. Die benachbarten Nationen benannten die Deutschen so, wie sie die Menschen an ihren Grenzen kennenlernten und die Bayern haben mit den Friesen nun mal so gut wie nichts gemein, nicht mal die Sprache!

Die Italiener nennen uns „Tedesco“. Das ist das Wort, aus dem sich der Begriff „Deutsch“ herleitet. „Tedesco“ bedeutete soviel wie „zum Volk gehörig“ oder „die Sprache des Volkes sprechend“ und wurde seit spätkarolingischer Zeit zur Bezeichnung der nicht-romanischsprechenden Bevölkerung benutzt. Das Wort entstand somit als Fremdbezeichnung in Abgrenzung zum Latein.

So wurden Stämme mit einem gemeinsamen Begriff versehen, die keine gemeinsame Identität hatten, im Gegenteil: oft lagen diese Stämme miteinander in blutigen und kriegerischen Auseinandersetzungen. Cherusker, Sachsen, Friesen, Ubier, sie alle waren plötzlich Deutsche. Sie wurden dazu gemacht. Sie selbst wären nie auf die Idee gekommen, sich Deutsche zu nennen. Es war das Heilige Römische Reich, das die Deutsche Nation erfand.

Als das sogenannte Heilige Römische Reich (Deutscher Nation) sich auflöste, zerfiel die Deutsche Identität in über dreißig verschiedene Länder. Es brauchte einige Zeit, bis sich einige dieser Länder unter preußischer Herrschaft wieder zu einer deutschen Identität zusammenraufen konnten. Als identitätsstiftende Maßnahme wurde damals eine Abgrenzung nach außen vollzogen: Der deutsche Zollverein wurde gegründet.

Als Heinrich Heine im Jahr 1843 ein (vor)letztes Mal Deutschland besuchte, spottete er sehr über den Zollverein und erkannte in ihm die preußische Manifestation der Sehnsucht nach einer deutschen Einheit in Ablehnung allen Fremdens aus dem Ausland.

„Ein Passagier, der neben mir stand,
Bemerkte, ich hätte
Jetzt vor mir den preußischen Zollverein,
Die große Douanenkette.

»Der Zollverein« – bemerkte er –
»Wird unser Volkstum begründen,
Er wird das zersplitterte Vaterland
Zu einem Ganzen verbinden.

Er gibt die äußere Einheit uns,
Die sogenannt materielle;
Die geistige Einheit gibt uns die Zensur,
Die wahrhaft ideelle –

Sie gibt die innere Einheit uns,
Die Einheit im Denken und Sinnen;
Ein einiges Deutschland tut uns not,
Einig nach außen und innen.«“

Wer damals für eine Abschaffung des Zollvereins eintrat, hatte schnell eine ganz große, nationale Koalition gegen sich. „Dann kommt der Schimmelkäse aus Frankreich“, unkten die Einen. „Die bösen Banken aus England werden uns knechten“, wussten die Anderen. Manchen trieb die Angst vor gepanschtem Bier aus Belgien, andere fürchteten die Äpfel aus Russland, denn sie kamen von Pfröpflingen, also von Pflanzen, die aus zwei genetisch unterschiedlichen Teilen zusammengesetzt und zusammengewachsen ware . „Das ist bestimmt gefährlich“, raunte die deutsche Seele in ihrer Angst vor allem Neuen. Besonders Angst hatten die Deutschen vor dem in Luxemburg von Étienne Lenoir erfundenen Verbrennungsmotor. „Zurück zur Natur“, rief die preußische Ökofraktion. „Pferde statt Motoren!“ „Pfröpflinge? Nein, Danke!“ „Deutsche, esst nur konventionelle Äpfel aus Preußen!“

Neben dem Zollverein vereinte ebenfalls ein gemeinsamer Feind die deutsche Identität. Frankreich galt als Erbfeind! Heute sind die USA der Feind vieler Deutsche und die Argumente gegen TTIP sind heute nicht minder absurd als die Argumente des Zollvereins.

„Das Reinheitsgebot für Bier fällt“, unken die Einen. „Die deutschen Sparkassen werden verschwinden“, wissen die Anderen. Aus allen Ecken erschallen Warnrufe: „Die Buchpreisbindung wird fallen!“ „Gentechnisch veränderte Lebensmittel werden uns vergiften!“ „Hormonfleisch kommt!“ „Amerikanischer Anwaltskanzleien werden uns knechten!“

All die „Argumente“ sind nicht neu. Sie wurden schon von dem Zollverein vorgebracht und immer wieder aufgewärmt, zum Beispiel als über die Umsetzung des EU-Binnenmarkts diskutiert wurde. Keine der Befürchtungen trat ein. Sie traten auch nicht ein, nachdem die Freihandelsabkommen mit Peru oder Südkorea beschlossen wurden, im Gegenteil: Viele Vorteile, die wir heute haben, sind Errungenschaften einer auf den Abbau von Handelsbeschränkungen setzenden Außenhandelspolitik: starke Exporte, Arbeitsplätze, Produktvielfalt, hoher Gesundheits- und Verbraucherschutz, mehr ‚Konsumentensouveränität‘ durch größeren Wettbewerb und vor allem Frieden!

Einen zentralen Gründungsmoment der Europäischen Union bilden die sogenannten Römischen Verträge von 1957. Mit diesen Verträgen unterzeichneten die sechs Staaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) ein Handelsabkommen mit dem Ziel der Schaffung eines gemeinsamen Marktes, in dem sich Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräfte frei bewegen können. Um nichts anderes geht es bei TTIP. Diese Freihandelszone ist eine friedenssichernde und wurde mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt!

Die Absurdität mancher TTIP-Gegner wird besonders an der Panik um das Chlorhühnchen deutlich, oder wie ich die Chlorhühnchen nenne: saubere Hühnchen! Wer sich über Chlorhühnchen aufregt, muss sich auch über Chlor in Freibädern aufregen: „Die tun Chlor in unsere Freibäder! Skandal! Ich verlange gutes, deutsches, chlorfreies Wasser in deutschen Schwimmbädern! Nur kontaminierte Bäder sind echte deutsche Bäder!“

Das Ziel des transatlantischen Freihandelsabkommens ist nichts weiter als der Abbau von Handelshemmnissen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika, zwei Staatenbünde, die sich in entscheidenen Fragen des menschlichen Zusammenlebens kaum unterscheiden und in der Kunst und Philosophie eine gemeinsame Tradition pflegen. Allerdings sehen viele Deutsche in den Vereinigten Staaten von Amerika einen identitätsstiften Feind. Gegen die USA sein, heißt für sie, Deutscher sein. In Deutschland werden Kabarettisten gefeiert, wenn sie offen fremdenfeindlich gegen die USA agitieren. Volker Pispers zum Beispiel sagte einst:

„Mein Antiamerikanismus ist gar nicht oberflächlich. Ich habe ja gar nichts gegen Amerika, das ist ein wunderschönes Land. Das Problem sind die Menschen, die dort leben.“

Man stelle sich mal vor, Volker Pispers hätte so über Türken, Russen oder Franzosen geredet. Wenn es aber gegen die USA geht, dann haken sich die Deutschen unter und schunkeln gemeinsam.

Am 10. Oktober 2015 fand in Berlin eine der größten Demonstrationen statt, die Deutschland in den vergangenen Jahren je gesehen hatte. Rund 150.000 Menschen gingen gegen das geplante Freihandelsabkommen mit den USA auf die Straße und protestierten vom Berliner Hauptbahnhof bis zur Siegessäule. Mitglieder aller Parteien standen vereint. Grüne, afD, Linke, Rechte, NPD, CDU und SPD standen Hand in Hand. Man konnte förmlich Kaiser Wilhelm hören: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche!“

Eine wahre Massenpsychose breitete sich über Berlin aus, ein deutscher Taumel, der Heinrich Heines Spott wieder Wirklichkeit werden ließ:

»Der Zollverein« – bemerkte er –
»Wird unser Volkstum begründen,
Er wird das zersplitterte Vaterland
Zu einem Ganzen verbinden.

Am 26. Mai 1931 schrieb Kurt Tucholsky:

„Nie geraten die Deutschen so außer sich, wie wenn sie zu sich kommen wollen.“

Im Oktober 2015 kamen die Deutschen zu sich, wie selten zuvor! Sowas passierte in den Jahren davor nur im Fußball.

Es ist der Fußball, der die Deutschen heutzutage dazu bringt, die schwarz-rot-goldene Fahne herauszuholen. Fußball beschreibt Deutschland einfach am besten:

Jeder Stamm hat sein eigenes Team. Jedes Jahr treten diese Stämme gegeneinander an. Dabei kommt es teilweise sogar zu richtigen Ausschreitungen. Es gibt Stämme, die sich regelrecht hassen. Alle paar Jahre jedoch, entsendet jeder Stamm seinen besten Mann und die kämpfen dann als Deutsche gegen die anderen Länder. Der gemeinsame Gegner macht den Deutschen! Dann kommen die schwarz-rot-goldene Fahnen raus. Kaum aber ist Wettbewerb vorbei, gehen alle Männer zurück in ihren Stamm und kämpfen gegeneinander. Das ist Fußball in Deutschland, recht erfolgreich, wie man sagen muss.

Was im Fußball jedoch akzeptabel ist, vielleicht sogar lustig, ist in der Politik eher beängstigend.

Wenn 150.000 Deutsche gegen etwas auf die Straße gehen, bekomme ich ein ungutes Gefühl!

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103 Antworten zu Massenpsychose TTIP-Widerstand

  1. Roland Wolff schreibt:

    Großartig. Möchte jedes Wort unterschreiben.

  2. Mr Mindcontrol schreibt:

    So, noch einmal Dirk Müller zu TTIP:

    Es ist schlimm genug dass unsere offenbar korrupten Politiker dieses Verbrechen gegen das Volk durchsetzen will, aber dass ein unabhängiger Internetblog das noch übertrifft und die Gegner psychatrisiert ist der Hammer! Ich kann da nur sagen : Schämen Sie sich!

  3. Mr Mindcontrol schreibt:

    Die Unterstellung einer Massenpsychose ist eine Unverschämtheit und erinnert stark an die Psychatrisierung von Marx-Kritikern in der ehem. Sovietunion. Eine Psychose ist eine Geisteskrankheit die einer medikamentösen Therapie braucht. Es geht hier doch gar nicht um Freihandel sonder dass US-Anwälte und Konzerne Staaten verklagen können. Ihr in der Region wollt ihr kein Fracking ? Könnt ihr haben, kostet aber ne viertel Milliarde $ Schadensersatz.
    Ausserdem sind die meisten Vertragsentwürfe hoch geheim. Wenn Sie doch so toll für uns alle wären warum dann bitte sehr?

  4. af@af.de schreibt:

    Zugegeben scheint die „Story“ um den Deutschen Zollverein recht unterhaltsam, stammt sie doch vom „Düsseldorfer Jung“ Heinrich Heine höchst persönlich.
    Das Problem bei TTIP ist allerdings nicht der verfemte, abgelehnte bzw. abgewiesene Teil der stets uneinigen Deutschen Bevölkerung geschweige denn die Clorurinale hiesiger Badekultur nebst zugehörigem Fastfood, sondern die internationale Rechtssprechung in Bezug auf gefährlich anmutende Produkte. Laut dieser Rechtsauffassung muss nämlich der Kunde, Arbeiter, bzw. „Nachzahlungsunwillige“ bei eventuellen persönlichen Schädigungen durch die Großindustrie dezidiert nachweisen, dass ein Produkt – sagen wir ruhig „FEHLERHAFT“ war und ein Menschenleben ruiniert hat. (Früher hieß das Prinzip wohl „VERSUCHE AN MENSCHEN“.)
    In Europa muss zur Zeit noch die Industrie einen Unbedenklichkeitsnachweis VORAB erbringen, das heißt, bevor ein Produkt überhaupt erst auf den Markt kommt. Mir kommt dieses Verfahren seriöser vor, aber ich muss ja auch nicht mein Geld damit verdienen.

    • Clas Lehmann schreibt:

      Wobei auch das europäische Verfahren nicht wirklich sicher vor Schaden schützt, weil der Nachweis nur formal erbracht werden muss und für eine Kontrolle, also ein Nachvollziehen der Versuche, die die im Antrag vorgelegten Ergebnisse erbracht haben, kein Anlass gesehen wird und vor allem keine Möglichkeit vorgesehen ist… Auf dieser Basis tut dann die Zulassungsbehörde, was man von ihr vermuten kann: Sie lässt zu.

      Kontrolluntersuchungen muss erst mal jemand machen wollen und können.Drittmittel gibt es dafür nicht… Wenn dann unabhängige Untersuchungen, etwa aus Kanada oder USA, ergeben, dass Halbwertzeiten von Pestiziden im Boden statt bei 120 Tagen bei bis zu 1800 Tagen liegen: Dann bewirkt das in mir bekannten Beispielen bisher nicht, dass die Zulassung erlischt…

  5. O.Paul schreibt:

    In meiner Funktion als Anlagenbauer habe ich mal für einen Pharma- Konzern gearbeitet welcher ein Medikament in Deutschland herstellen wollte. Nun, für den deutschen Markt wäre es kein Problem gewesen, nur die USA haben keine Freigabe für dieses Medikament erteilt. Also wurde die Produktionsanlage nicht gebaut. Soweit zu den doch so „heren Standards“ der Deutschen.

    Anderes Beispiel: In Amerika fuhren die PKW´s schon lange mit der 3.Bremsleuchte, da war es die in Deutschland VERBOTEN. Heute ist sie auch hier Pflicht!

    • Krokodil schreibt:

      Wenn Sie beweisen können, dass teetipp niemals Standards verwässert, sondern immer erhöht, auch rechtsstaatliche, dann haben Sie recht.
      Die dritte Bremsleuchte ist seit mindestens dreißig Jahren auch in D angekommen. Nichts von wegen: „Heute ist sie auch hier Pflicht!“ . Oder verwechseln Sie D mit der „DDR“? Dann können Sie aber auch nur fünf Jahre der genannten Spanne abziehen.

    • Clas Lehmann schreibt:

      … und dem ersten, zweiten und dritten Auto, das mit zusätzlichen Bremsleuchten, damals hinter der Heckscheibe, vor mir bremste, wäre ich fast hinten reingefahren, weil die Frage, was dies nun wieder sei (und die Bremsleuchten überstrahlte), den Reflexbogen zu meinem Bremspedal blockierte… Ein Verbot schien mir damals durchaus sinnvoll. Ich habe dann aber gelernt, die Dinger als Bremsleuchten zu interpretieren.

  6. A.S. schreibt:

    Schöne Analyse der TTIP-Gegner.
    Nicht das ist etwas gegen die Skepsis habe. Ich wüsste auch gerne erst mal was genau geplant ist und mir fehlt das Vertrauen in die Vernunft der Politik. Aber die Demonstrationen sind derart offensichtlich von Antiamerikanismus befeuert, das einem fast übel werden kann.
    Die tolle deutsche „Weltoffenheit“ hat ihr Komplement in den TTIP-Demonstrationen.

    • Krokodil schreibt:

      Die Beschränktheit einiger Teilnehmer reicht mir ausdrücklich NICHT als Begründung, dieses unbekannte Ding gut zu finden.

      • A.S. schreibt:

        Das nicht, va. möchte ich erst mal wissen was drin steckt bevor ich mir ein Urteil bilde. Grundsätzlich bin ich ein Freund des Freihandels, aber die Bedingungen müssen stimmen. Da fehlt mir auch jegliches Vertrauen.
        Dennoch geht’s mir hier um Phänomene die man bei den TTIP-Gegnern finden kann und da ist Psychose schon recht nah dran.

      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        Auch ich bin ein unbedingter Freund des Freihandels, was mich allerdings nicht dazu verleitet TTIP voreilig zu bejubeln, bevor mir die Einzelheiten bekannt sind. Es lässt sich aber nicht bestreiten, dass eine so weit greifende Idee auch missbräuchlich verwendet werden kann, egal wie segensreich ihre ursprüngliche Absicht war.
        Damit keine falschen Sympathien aufkommen, betone ich, dass meine Kritik am transatlantischen Freihandelsabkommen nichts mit dem Deppengeschwätz der TTIP-Gegner zu tun hat. Letzteres ist so infantil, dass sich dafür kein weiterer Gedanke lohnt.

        • Clas Lehmann schreibt:

          Könnte man sich vielleicht darauf einigen, dass es auch vernünftig nachvollziehbare Gründe jedseits des Chlorhuhnes und des Antiamerikanismus gegen dieses Abkommen gibt? Chlorhühner sollte man nur denen um die Ohren hauen, die sie auch anführen…

          So ist, zum Beispiel, Herr Gabriel dafür und schaltet am Morgen des Demotages ganzseitige Zeitungsanoncen, dies mitzuteilen und macht da den Kaa…

          Von Leuten, die es wissen müssten, höre ich, es handele sich um wirklich viel Vertragstext, aber nicht ausreichend Zeit, den zu lesen, zu verstehen, zu debattieren. Man werde also wohl zustimmen…

          Dann leuchtet mir sehr ein, was das Krokodil da schreibt: Was ich nicht kenne und nicht wissen soll, lehne ich erstmal ab. Man kann mich dann eventuell überzeugen, aber nicht, indem man mir unterstellt, ich zitterte vor dem Chlorhuhn und um die Reinheit des Bieres. Sondern, indem man mir den Text zugänglich macht. Wenn der nun allerdings so aussieht, wie ich ihn mir vorstelle, dann finde ich wohl die eine oder andere Borste in der Suppe. Zum Beispiel missfallen mir Verträge, die quasi unkündbar sind und dennoch servanda….Zumal dann, wenn ich sie gar nicht wollte, sie mich aber dennoch binden…

          • Krokodil schreibt:

            Das gefällt mir. Nicht nur, weil ich Zustimmung finde, sondern weil Argumente anstelle Verächtlichmachung („Psychose…“) Einzug halten.
            A. S. schreibt zwar das Wort wieder rein, aber es ist eben nicht verallgemeinernd.
            Psychosen braucht man zB um in der Politik was werden zu können, ohne starke Defizite wird man gern von den Strippenziehern als schlecht an der Leine führbar eingeschätzt.
            Wer`s nicht glaubt braucht sich bloß die Gesichter der (meisten) Politiker ansehen.

  7. Sophist X schreibt:

    Jetzt wollte ich mal jenseits aller Polemik die Quelle ansehen und stolpere gleich über

    …Deutschland auf 4,7 Mrd. Euro Schadensersatz wegen der Abschaltung von zwei maroden Atommeilern im Rahmen des Atomausstiegs…

    Da schlafen mit doch gleich die Füße ein, bevor ich im Text weiter gehen kann.
    Wenn eine Regierung irrational handelt und gegen Gesetze verstößt und jemanden dadurch schädigt, dann wird sie auf Schadenersatz verklagt. Ja, bitte gerne.

    • ceterum censeo schreibt:

      Ganz Recht.

    • Clas Lehmann schreibt:

      Hmmmh… Das Hauptargument gegen die Kernspaltung ist das spaltbare Material, das dabei überbleibt, und die Zeit, die das gefährlich ist. Die leidlich bekannte Geschichte der Menschheit, nicht überall, aber wenigstens irgendwo, reicht so um und bei 6000 Jahre zurück. Es gab da so einige, die solches Material besser nicht bekommen sollten. Bei 29500 Jahren Halbwertzeit scheint mir offensichtlich, das das nicht zu gewährleisten ist.

      Außerdem schien mir der Ausstieg aus dem Ausstieg vertraglich so formuliert, dass zu Lasten Dritter, nämlich der Steuerzahler, der Anspruch auf solche Entschädigung erst ermöglicht wurde, um nämlich eine abermalige Umkehr zu erschweren…

  8. dari schreibt:

    Hab‘ die Demo als Passant mitbekommen. Zwei Plakate sind mir besonders in Erinnerung geblieben: „TTIP macht uns alle zu Sklaven“ und „Der Kapitalismus ist das Problem“. Ein herzlichen Glückwunsch an alle, die unter solchem Banner mitlaufen wollen…

  9. ceterum censeo schreibt:

    „Deutsche Kabarettisten, sollte man, tollwütigen Hunden gleich, ….“

    • Krokodil schreibt:

      Anspruchsvolle Satire würde dieses Publikum überfordern.
      Anderes geht nicht hin.
      Satire bedient sich hierzulande anerzogener Reflexe des Publikums,
      ohne diese Reflexe zu karikieren.
      Ist also ein Witz, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt, wenn man noch klar im Kopf ist.

      • ceterum censeo schreibt:

        Gestern unfreiwillig Zeuge von Welke und seinem Publikum geworden. Jeder, der nicht auf Merkels und Roths Linie ist, wird mit peinlichstem Witz und Häme besudelt und vom Publikum begröhlt. Besonders die Ostdeutschen bekommen ihr Fett weg. Was für ein widerliches Schwein.

  10. AddiB schreibt:

    Sehr geschätzter Herr Buurmann,
    in der Regel schreiben Sie über Sachverhalte, über die Sie Bescheid wissen. In Ihrem Artikel zu TTIP stimmt so ziemlich alles, was Sie über die Deutschen schreiben, was Sie zu TTIP schreiben ist blanker Unsinn. Es geht dabei nicht um Chlorhühner oder gepanschtes Bier – das gibt’s auch ohne TTIP.
    “ Das Ziel des transatlantischen Freihandelsabkommens ist nichts weiter als der Abbau von Handelshemmnissen“ schreiben Sie ganz richtig, doch der Satz müsste weitergehen “ durch Entscheidungen demokratisch gewählte Regierungen oder anderer Institutionen (wie EU).“
    Dann hätten Sie begriffen, wobei es bei TTIP geht. Haben Sie aber nicht. Schade.

  11. Hein schreibt:

    „Wenn 150.000 Deutsche gegen etwas auf die Straße gehen, bekomme ich ein ungutes Gefühl!“ Weil sie kein Gespür für die wirklichen Gefahren haben?

  12. wreinerschoene schreibt:

    Er sehr guter Artikel und sehr treffend heraus gefunden wie wenige Deutsche ticken. Gegner von TTIP sollte man sich mal genauer betrachten. Es sind Menschen aus der Links-Grünen Seite, oder von Bürgerinitiativen und Sozialverbänden die in diese Richtung marschieren. Mal ehrlich von denen werden doch nur einige Punkte herausgepickt um das Ganze abzuwerten, und das schlimmste daran ist noch, es wird mit den USA geschlossen, der Erzkapitalist. Alle Antiamerikaner finden sich hier zusammen, Menschen die lieber mit Russland Verträge machen würden, oder von vornherein schon mal alles schlecht machen was aus den USA kommt, aber gleichzeitig US-Filme ansehen, und Jeans tragen. TTIP ist eine sehr gute Chance auch wirtschaftlich für Deutschland und dazu stehe ich.

    • Krokodil schreibt:

      Der Artikel ist weder gut (außer man verweist auf ihn weil man selber auch keine Argumente hat) noch taugt er als Psychogramm für den vermuteten Gegner.
      Satz zwei und drei sollen mal wieder ohne ein einziges Argument jeden mit abweichender Meinung verächtlich machen.

      „Mal ehrlich von denen werden doch nur einige Punkte herausgepickt um das Ganze abzuwerten,…“

      Kunststück. Wie gesagt, mehr als gegen einzelne Punkte zu sprechen ist unmöglich, solange nur einzelne Punkte, nicht der gesamte Text zugänglich sind. Völlige Verdrehung der Tatsachen, und das als Argument verpackt.

      “ … und das schlimmste daran ist noch, es wird mit den USA geschlossen, der Erzkapitalist. “

      Jetzt lassen Sie doch mal diese Klischees beiseite. Das nervt.

      “ Alle Antiamerikaner finden sich hier zusammen, Menschen die lieber mit Russland Verträge machen würden, oder von vornherein schon mal alles schlecht machen was aus den USA kommt, aber gleichzeitig US-Filme ansehen, und Jeans tragen. “

      Kaugummis. Kaugummis haben Sie vergessen. Aber den Wink Richtung böser Russe der war drin.

      “ TTIP ist eine sehr gute Chance auch wirtschaftlich für Deutschland und dazu stehe ich. “

      Woher wissen Sie das es eine Chance ist ohne den Inhalt zu kennen?

      Es ist doch ganz einfach.
      Ich lehne es ab, weil man mir genauere Informationen dazu vorenthält.
      Würde ich es kennen, so könnte ich evtl zustimmen.

      Und Sie, offensichtlich auch ohne diese Informationen, befürworten es.
      Würden Sie es kennen, sie könnten evtl Ihre Zustimmung entziehen.

      Ich halte mein Vorgehen für angebrachter.

      • Krokodil schreibt:

        möderation

        Meine Meinung ändere ich nur gegen Geld. ;p

        • wreinerschoene schreibt:

          Nun sie kennen den Inhalt ebenso wenig, sind aber schon mal dagegen. Dagegen ist immer gut. Stimmt Kaugummi habe ich vergessen, aber fand ich eher überflüssig. Man kann weder dafür noch dagegen sein, wenn man nicht weiß um was es geht. Nur wann wurden Verträge zwischen zwei Staaten schon vor der Einführung öffentlich gemacht? Ich kenne keinen. Sie vielleicht?
          “Keiner verlangt das diese Artikel gekauft werden von den Konsumenten. ”

          „Wieder falscher Ansatz. Man kann schließlich ganz ohne dies zu verlangen mir einfach nicht die Wahl lassen.“
          Da machen mir ganz andere Sachen Angst auf die ich keinen Einfluß habe, vor allem auf politischen Gebiet, und das obwohl man sagt ich hätte Einfluß. Und bis heute haben Sie doch die Deklarationspflicht auch akzeptiert, nicht wissend was wirklich drin ist. Ich mag diese Abkürzungen, im Grunde andere Worte für chemische Formeln. Wenn man das alles umgehen will, muß man direkt beim Bauern kaufen.

          • Krokodil schreibt:

            „Nun sie kennen den Inhalt ebenso wenig, sind aber schon mal dagegen. Dagegen ist immer gut.“

            Richtig erkannt. Unterschreiben Sie alles blanko? Hier tun Sie es jedenfalls mit Ihrer Zustimmung.

            „Und bis heute haben Sie doch die Deklarationspflicht auch akzeptiert, nicht wissend was wirklich drin ist. … “

            Mir wäre es tatsächlich lieber, würde die Deklarationspflicht sich nicht auf ausgesucht harmlose oder seltene Zutaten beziehen.
            Nach deutschem Recht darf man schließlich „frei von Konservierungsstoffen“ drauf schreiben, wenn es weniger als 3% des Inhalts ist. Das ist beispielsweise in meinen Augen glasklare Täuschung. Das hat nichts mit meiner Akzeptanz der Deklarationspflicht zu tun, sondern mit deren willkürlicher, und einseitigen Interessen dienender Auslegung.

            „Wenn man das alles umgehen will, muss man direkt beim Bauern kaufen.“

            Nun raten Sie mal wessen Existenz gefährdet ist, wenn ein Freihandelsabkommen zugunsten von uA Agrargroßkonzernen eingeführt werden soll. Abgesehen davon sind die meisten meiner Nachbarn (Haupt- oder Nebenerwerbs-) Bauern.

  13. Krokodil schreibt:

    Waghalsige Vermutungen zum Inhalt des angestrebten Abkommens, gepaart mit der frechen Unterstellung ne viertel Million Demonstranten werden wohl irre sein wenn sie von der propagierten Meinung abweichen, das ist schon ein dickes Ding.
    Leute, hier geht es doch nicht um die hier im Artikel als Argument getarnten Falschinformationen.
    Um eine Diskussion überhaupt sinnvoll führen zu können muss man sich erst mal mit dem kompletten Inhalt beschäftigen. Geht nicht? Nicht veröffentlicht?

    „Wenn 150.000 Deutsche gegen etwas auf die Straße gehen, bekomme ich ein ungutes Gefühl!“

    Achquatsch. Hätten diese (es waren übrigens 100 000 mehr) Leute gegen „Homophobie“ demonstriert, der Tapfere wäre begeistert gewesen, vielleicht sogar dabei.

    Der Ausflug zum Thema Fußball, setzt der Plattheit leider die Krone auf.

    “ “Das Reinheitsgebot für Bier fällt”, unken die Einen. “Die deutschen Sparkassen werden verschwinden”, wissen die Anderen. Aus allen Ecken erschallen Warnrufe: “Die Buchpreisbindung wird fallen!” “Gentechnisch veränderte Lebensmittel werden uns vergiften!” “Hormonfleisch kommt!” “Amerikanischer Anwaltskanzleien werden uns knechten!” “

    Gutes Beispiel mit dem Bier, hohe Standards sollen durch weniger hohe ersetzt werden.
    Die Sparkasse ist auch ein gutes Beispiel. Vielleicht sollte man vor dem Verfassen eines solchen Artikels mal kurz sehen, wie es den Sparkassen zur Zeit und in der Prognose so geht, und welche Ursachen dafür recht leicht erkennbar sind.
    Das mit der Buchpreisbindung wäre dann nicht so schlimm, lediglich die Abschaffung fragwürdiger Privilegien. Sozialromantik für Buchhändler.
    Egal ob irgend ein Jeck dazu eine Meinung hat oder nicht, Genveränderter Fraß kommt nicht auf meinen Tisch. Auch nicht indirekt oder aus Unwissenheit, weil Deklarationspflichten noch weiter verwässert werden. Wer mir diese Entscheidung abnehmen will, der will mich bevormunden. Dies lehne ich selbstverständlich ab. Hormonfleich ist dort reell, wer keine Ahnung von den „Nebenwirkungen“ hat muss das Zeug eben essen. Auch hier poche ich wieder auf mein Recht dies nicht auch tun zu müssen, siehe Deklarationspflicht bzw evtl mangelnde Alternative im Handel.
    Und die Anwälte in den USA sind doch viel bescheidener als ihre Kollegen in Deutschland und Europa? Aha. Kleiner Hinweis von mir: Es geht zuerst um die Einschränkung staatlicher Rechtsprechung zugunsten wie Firmen organisierter „Schlichter“. Wer es immer noch nicht kapiert: Konzerne brauchen keine Lobby mehr, sie greifen unter Umgehung von Politik und Justiz direkt regulierend in Wirtschaft und Handel ein.

    • wreinerschoene schreibt:

      Ob TTIP gut oder Böse ist wird sich zeigen. Keiner verlangt das diese Artikel gekauft werden von den Konsumenten. McDonnald, oder andere Fastfood-Ketten, oder Jeans werden doch eh nicht gekauft, oder? „Hormonfleich ist dort reell“, ja? Dann fragen sie mal vorsichtig nach, was in unserem Fleisch drin ist? Oder fragen Sie besser nicht. Auch in Deutschland kommt Fleisch nicht aus dem Supermarkt. Und die „Deklarationspflicht“ kommt aus den USA, es war der erste Staat der es zur Pflicht machte.

      • Krokodil schreibt:

        „Ob TTIP gut oder Böse ist wird sich zeigen.“

        Völlig falscher Ansatz.
        Ich will lesen was da drin steht, und dann will ich auf die Entscheidung ob das Ding kommt oder nicht Einfluss nehmen können.

        „Keiner verlangt das diese Artikel gekauft werden von den Konsumenten. “

        Wieder falscher Ansatz. Man kann schließlich ganz ohne dies zu verlangen mir einfach nicht die Wahl lassen.

        “ “Hormonfleisch ist dort reell”, ja? Dann fragen sie mal vorsichtig nach, was in unserem Fleisch drin ist? “

        Nochmal falscher Ansatz. Wenn heute und hier etwas suboptimal ist, dann kann es ja ab morgen auch gleich ganz beschixxen sein?

        “ Auch in Deutschland kommt Fleisch nicht aus dem Supermarkt. “

        ??

        “ Und die “Deklarationspflicht” kommt aus den USA, … “

        Es kommt nicht darauf an das was drauf stehen soll, sondern ob mir diese Informationen reichen, um das Produkt einschätzen zu können. Der Tapfere schrieb ja mal was über die „Ampel“ zu Kennzeichnung bei Lebensmitteln. Diese Information hat im höchsten Fall einen fragwürdigen Unterhaltungswert, und der meinte „rot = besonders lecker“. Das ist durchaus süffisant, dürfte aber bei nüchterner Betrachtung als am Thema vorbei gehend bezeichnet werden können.

        • zykez schreibt:

          Falsche Grundhaltung oder verlangste von Politiker nach den Wahlen auch vorab schon den Kaolitionsvertrag lesen zu können, ehe die sich überhaupt zusammengesetzt und darüber debattiert hätten?
          Du wirst TTIP lesen, sobald es fertig ist, denn ratifiziert muss es dann immer noch, also gibs da noch genug Zeit um sich gegen etiche Punkte auflehnen zu können. Aber im Voraus ist nonsens.
          Zudem handelt es sich bei TTIP nur um ein Wirtschaftsabkommen, wie DE schon Hunderte zuvor verhandelt und unterschrieben hat. Es ist eben KEIN Gesellschaftsvertrag, ergo werden auch Gesellschaftstrukturen nicht tangiert. Pure Angstmacherei. CETA stand auch nur wg. den Amis inner Kritik, denn gegen Schiedsgerichte wurde dort auch nur wg. der Amis erwähnt, weil viele Konzerne dann über Kanada nach DE/EU kommen können.

          Generell wird hier fast nur mit einem Deutschen Blick geschaut. dabei besteht die EU aus sehr viel mehr Ländern und die Mehrheit dieser Ländern will TTIP überwiegen. Sind diese jezze alle dumm/uninformiert und die Deutschen superklug?

          Deine Haltung ist das Problem. Du willst etwas persönlich nicht und verlangst von jedem Anderen sich deiner Grundhaltung anzupassen. Lass doch bitte den Sozialismus endlich in Ruhe sterben. 😉
          Die freiheitlichen Werte der USA ala Freiheitsrechte, Eigenverantwortung und Selbstbestimmung werden in DE ständig durch politikhörige Kollektivität ausgehebelt.
          DE hat ein partielles Demokratiedefizit, das es endlcih zu überwinden gilt.

          Wenn du keine US-Produkte willst, dann kauf halt keine. Freier Mensch, freie Wahl.
          Allerdings fressen wir ALLE bereits seit Jahrzehnten GMO, weil es inner EU keine einheitliche Regelungen gibt, wie Nutztiere befüttert oder Pflanzen angebaut werden müssen. In vielen EU-Ländern ist es erlaubt, die Nutzviecher mit GMO-Futter zu befüttern. Da es inner Regel günstiger ist, rate mal was somit bereits schon durch deinen Magen ging. Und lebste noch? Überrraschung!!! 😀 😉

          • Krokodil schreibt:

            Das Beispiel Koalitionsvertrag ist falsch, weil es den teetipp Entwurf ja schon gibt. Man will ihn nur nicht dem dummen Volk zeigen, nicht mal den ehrenwerten Abgeordneten.

            „Es ist eben KEIN Gesellschaftsvertrag, ergo werden auch Gesellschaftsstrukturen nicht tangiert. “

            Interessante „Logik“.

            „Generell wird hier fast nur mit einem Deutschen Blick geschaut! “

            Sorry for that. Wie kommt man auch auf so was. Ausgerechnet hier.

            „dabei besteht die EU aus sehr viel mehr Ländern und die Mehrheit dieser Ländern will TTIP überwiegen.“

            Auch wenn man nur ahnt was gemeint ist, woher die Weisheit?
            Haben die anderen den Text schon bekommen?
            Das sind noch nicht alle meine Fragen dazu, soll aber erst mal reichen.

            „Deine Haltung ist das Problem. Du willst etwas persönlich nicht und verlangst von jedem Anderen sich deiner Grundhaltung anzupassen.“

            Jawoll mein Herr. Ich hatte schon in der „DDR“ nicht die „richtige politische Einstellung“.
            Jedoch verlange ich von niemandem sich meiner Grundhaltung anzupassen. Es handelte sich lediglich um den Vorschlag, Texte zu lesen bevor man sie für harmlos erklärt oder sogar zustimmt.

            Wer teetipp ablehnt ist gegen “ Freiheitsrechte, Eigenverantwortung und Selbstbestimmung“? Steile These.
            Und das Demokratiedefizit kriegen wir mit teetipp auch nicht weg. Versprochen.

            „Wenn du keine US-Produkte willst, dann kauf halt keine.“

            Danke für den Tipp. Das war aber nie mein Problem.

            In Sachen GMO ist es also bereits haarsträubend. Warum soll das nun noch schlechter werden?

          • zykez schreibt:

            @Krokodil:
            TTIP wird veröffentlich, wenn es durchverhandelt wurde. DIe EU-Vertreter haben dies schon vor einem Jahr bestätigt. Da noch verhandelt wird, sind eben noch net längst alle Punkte durch. Warum also jezze schon etwas veröffentlichen, wenn es sich eh noch ändert? Ist doch unnötig der Aufwand.
            Wenn die durch sind, wird man es veröffentlichen, weil dann noch genügend Zeit bis zur Ratifizierung bleibt, wie bei CETA zuletzt.

            Es ist kein falsches Beispiel, sondern zeugt genau von der Erwartungshaltung, die ich erwähnte. Veröffentlicht wird nach der Verhandlung. TTIP ist kein Gesellschaftsvertrag, sondern ein Wirtschaftsabkommen, wie sie DE schon Hunderte bereits verhandelt und unterschrieben hat.

            Ich find die Panik übertrieben, denn es wird weder gegen anderen Freihandelsabkommen demonstriert noch allgemein überhaupt gegen solche Abkommen, sondern vordergründig nur TTIP. Das hat eben schon ein gewisses Geschmäckle. Man traut den USA einfach nicht, dabei sind beide Wirtschaftszonen absolut equal, wenn die EU nicht sogar stärker ist, weil sie mehr Unternehmen (reine Anzahl) besitzt.

            Schiedsgerichte sind eben deshalb nötig, weil die EU kein Staat ist und auch sonst kaum viele Gemeinsamkeiten hat, wie man aktuell an vielen Problem wie der Finanz-/Haushaltskrise, der Flüchtlingskrise, der Eurokrise etc. ideal betrachten kann.
            Ebenso ist Staatskorruption, auch inner Justiz in einigen Ländern gang und gäbe, da kann gar nicht fair entschieden werden. Die Slowaken drohen sogar mit EU-Austritt nur wegen einiger weniger Flüchtlinge und verargumentieren das mit ‚die Slowakei gehört den Slowaken‘ und anderen Nonsens. Dabei sind sie für TTIP.
            Pro und Contra jab ich aus Auslandsumfragen zu TTIP in Europa. In DE liegt der Pro und contra-Anteil nur ca. 5% auseinander, da aber nur die Contras lautstark aktiv sind, erzeugt es den EIndruck als gebe es nur Ablehner. Ähnliches kannte man ja von S21, die Volksabstimmung zeigte dann ein anderes Bild.

            Da ist noch viel aufzuarbeiten. Ebenso ob alles zentralisiert werden soll – wovor die Amis Angst haben – oder doch lieber förderalisiert, was die Franzosen wieder wurmt. Hollande setzt sich für eine Politische Wirtschaftsunion ein. Leider gibt es ja nur wenige förderalistische EU-Länder, der Großteil wird zentralistisch organisiert. Deshalb ja auch immer diese Befürchtung einer (flapsigen) ‚EUdSSR‘, da steckt eben viel Politik drin.
            Leider zuviel. TTIP ist nicht gefährlicher, als alle anderen ca. 150 zuvor verhandelten und unterzeichneten Freihandelsabkommen. Viele sind einfach nur dagegen, weil sie nicht zwischen Politik und Wirtschaft trennen können und wollen.
            So muss halt städig die negative US-Außenpolitik herhalten, um gegen die Amis zu sein. Man sucht halt überwiegend nur (Ablehnungs)Gründe und weniger Argumente, mit denen man dann ordentlich diskutieren kann.

            Es wird ncht schlechter mit GMO, es gibt dann halt nur direkte GMO-Produkte, statt wie heute über Umwege der Nutztierbefütterung. Inner EU müssen die dann trotzdem deklariert werden. Da rückt die EU nicht von ab. Das Geschrei wg. Monsanto ist da aber dennoch irrelevant, weil die EU selbst mehr Biotech-Firmen besitzt, die auch nix anderes machen als Monsanto. Sie stehen halt nur net so im Öffentlichen Fokus wie Monsanto selbst.^^
            Die EU ist kein Deut besser als die USA. Von diesem Gedanken müssen die Leute mal wegkommen. Wie sollte sie auch, wenn nur wenige Staaten wie DE wirtschaftlich erfolgreich sind, aber der Großteil der Anderen von sich aus schon grundsätzlich schlechtere Nationale Standards haben. Das wird alles überbewertet, in dem man die DE-Standards als EU-Standards hernimmt, hat nur nix mit der Realität zu tun.
            Verbraucherschutz, Umweltstandards etc sind bei den Amis schlichtweg besser.
            Lediglich die Sozialstandards sind schlechter, aber das sind sie auch inner EU oder warum wollen alle Flüchtlinge fast nur nach DE. Sozialhilfe/H4 etc. Hier gibs Geld für nix und das auf ewig. Besser gehts nicht. Da ist es halt in den USA schwieriger. In den Meisten Staaten gibs nur 12 Monate Hilfe und dann nix mehr.

            Ich glaube, in DE ist man einfach nur systematisch verwöhnt. (meine Meinung, wertneutral gemeint)

          • Krokodil schreibt:

            Ach zykez, netter Versuch.
            Der Text wird nicht veröffentlicht, weil noch verhandelt wird?
            Warum? Gab es keinen aussagefähigen Entwurf der jeweiligen Beteiligten? Nein? Nur einen einzigen? Und von welcher Seite kam dieser? Aha.

            Warum reitest Du darauf so rum teetipp sei kein Gesellschaftsvertrag?
            Wenn es an der Gesellschaft nichts ändert, wozu brauchen wir es dann?

            „Ich find die Panik übertrieben, denn es wird weder gegen anderen Freihandelsabkommen demonstriert noch allgemein überhaupt gegen solche Abkommen, sondern vordergründig nur TTIP. Das hat eben schon ein gewisses Geschmäckle.“

            Da kann ich helfen. Nur bei teetipp kam es dazu, dass wenige Haarsträubende Details vorab an die Öffentlichkeit kamen, und der darauf folgende Protest pathologisiert wurde.

            “ Man traut den USA einfach nicht,…“

            Das war dann die Wirkung, nicht zu verwechseln mit einer Ursache. Bitteschön. 🙂

            „… dabei sind beide Wirtschaftszonen absolut equal, wenn die EU nicht sogar stärker ist, weil sie mehr Unternehmen (reine Anzahl) besitzt.“

            Na, zwischendurch Zeit für einen kleinen Witz. Muss auch mal sein.

            „Schiedsgerichte sind eben deshalb nötig, weil die EU kein Staat ist … “

            Dann kann die EU diesen Vertrag also so wie so nicht unterzeichnen. Das Problem ist gelöst.

            „Ebenso ist Staatskorruption, auch inner Justiz in einigen Ländern gang und gäbe, da kann gar nicht fair entschieden werden.“

            Ok, Unrecht legitimiert weiteres Unrecht. Bitte mehr davon.

            „Die Slowaken drohen sogar mit EU-Austritt nur wegen einiger weniger Flüchtlinge und verargumentieren das mit ‘die Slowakei gehört den Slowaken’ und anderen Nonsens. … “

            Natürlich gehört die Slowakei der EU und somit den „Flüchtlingen“ völlig klar.

            „…Dabei sind sie für TTIP.“

            Weder kennen die Slowaken den Text (siehe oben), noch Du eine ungefälschte Statistik, wie mir scheint.

            „… … … Man sucht halt überwiegend nur (Ablehnungs)Gründe und weniger Argumente, mit denen man dann ordentlich diskutieren kann.“

            Feiner Unterschied: Man FINDET Ablehnungsgründe, und diskutiert trotzdem ordentlich, obwohl einem ohne wirkliche Argumente begegnet wird, die man ja aus dem unbekannten Text herausfischen könnte.

            „Lediglich die Sozialstandards sind schlechter, aber das sind sie auch inner EU oder warum wollen alle Flüchtlinge fast nur nach DE. Sozialhilfe/H4 etc. Hier gibs Geld für nix und das auf ewig.“

            Isklar. Sozialstandards werden auf H4 reduziert, Arbeitnehmerrechte zB spielen keine Rolle.

            „Ich glaube, in DE ist man einfach nur systematisch verwöhnt.“

            Herrlich. Für jeden € den ich an Abgaben zahle werde ich mit einem Cent Zuwendungen belohnt. Und selber denken brauch ich hier auch nicht.

          • Krokodil schreibt:

            PS
            Deklaration von Genveränderten Nahrungs- und Futtermitteln:
            Vergiss es. Der Dreck ist sogar dort drin, wo eindeutig und groß drauf steht „Frei von Gentechnik“ und wie die Sprüche so gehen. Scheint eben doch entweder legal zu sein, oder man weiß um die Duldung des Rechtsbruches.
            Kaufe ein beliebiges Futtermittel mit Soja, und es ist immer eine genveränderte Sorte. Generell ohne Deklaration. Antwort auf Nachfrage beim Hersteller: „sonst können wir die Preise nicht halten“. Ach so, alles in Ordnung.

  14. scottberlin schreibt:

    Als ob die Divergenzen und Egoismen ein deutsches Phänomen sind. Die anderen Staaten sind offenbar alle fertig vom Himmel gefallen, ganz ohne Stammesfeden und Handelshemmnisse als Machtinstrumente und Einnahmequellen lokaler und regionaler Machthaber. Pispers kritisiert ganz zu recht die chauvinistische und rassistische Mainstreamkultur der weißen Anglo-USA, und nur auf die zielt seine kabarettistische Hähme. Eine Gesellschaft, die ständig 1% ihrer Mitglieder in Gefängnissen „verwahrt“ und auf idividuellem Waffenbesitz und faktischer Selbstjustiz basiert, wo vielfach Gnadenlosigkeit und Großmäuligkeit politische Wahlvoraussetzungen sind, sollte uns fürwahr zuwider sein. Und den entschiedenen Demokraten Heinrich Heine als Zeuge pro TTIP usw. zu bringen ist absurd. Der hätte gewiss gestern auch mit demonstriert. Den deutschen Zollverein zum Abbau von Handelshemmnissen gibt es auf globaler Ebene längst in Form der WHO und TTIP und Co. sind der Versuch, deren Regeln durch bilaterale Abkommen zu umgehen. Gab es innerhalb des dt. Zollvereons etwa auch bilaterale Abkommen zB zwischen Preußen und Bayern? Nichts drüber bekannt, oder? Und bei TTIP und Co. geht es nicht um Chlorhühnchen, sondern um einen massiven Angriff auf unser Rechtssystem. Die wahren Bedrohungen verschweigt Buurmann, vielleicht aus Unwissenheit, doch dann soll er zu dem Thema die Klappe halten, anders als bei TTIP handelt es sich dabei um kein Geheimwissen, sondern um frei und transparent zusätzliche Argumente, siehe zB https://stop-ttip.org/de/wo-liegt-das-problem/.

    • Claudia Schittko schreibt:

      … bei TTIP und Co. geht es nicht um Chlorhühnchen, sondern um einen massiven Angriff auf unser Rechtssystem !!!- und es ist schon befremdlich, wie dies auf Nebenschauplätzen kleingeredet wird. Es wird kalt, aber ein Einstehen für fairen Handel und Demokratie werde ich deshalb nicht aufgeben 🙂

  15. Sophist X schreibt:

    Man hätte vorher einen Propaganda-Experten fragen sollen (machen Sie mir ein Angebot).
    Hätte man das Ganze nicht TTIP (hä?) genannt, sondern z.B. Das Erste Buch Obama, dann wären 150000 auf die Straße gegangen, weil sie es unbedingt haben wollen.

  16. Jonas Bach schreibt:

    Die FDP hat doch gar nicht gegen TTIP demonstriert – im Gegenteil sogar noch Werbung pro TTIP geschaltet!

  17. Kanalratte schreibt:

    Ich bin weder für noch gegen TTIP. Ich bemerke bloß, dass ein großer Teil der Argumente „gegen TTIP“ offensichtlich Anti-Amerikanische Parolen sind. Ich denke auch, dass es momentan wichtigere Themen in diesem Land gibt als TTIP. Mir wäre es lieber es würden 150 000 gegen die deutsche Flüchtlingspolitik auf die Straße gehen, denn diese ist längst aus dem Ruder gelaufen.

  18. Couponschneider schreibt:

    Ich sehe es genauso wie Herr Buurmann. Ich habe festgestellt, sämtliche Fakten nutzen nichts, selbst der Hinweis, dass die Amerikaner teilweise höhere Standards als wir haben und sich ähnlich fürchten, dass die aufgeweicht werden. Der Irrglaube, wir hätten in Europa die allerhöchsten Standards, ist einfach nicht wegzukriegen. Ein paar Artikel später wird dann wieder auf die EU geschimpft, weil sie Hygiene-Standards einführt, das zum „Käsesterben“ führen würde. Das „Chlorhühnchen“ war ja das allergrößte Ding. Mittlerweile hat sich aber schon herumgesprochen, dass das Chlorbad äußerst wirkungsvoll bei der Vernichtung von Salmonellen ist

    Ich bin für TTIP. Ich war auch schon für den Irakkrieg 2003. Ich finde es auch nicht schlimm, dass sich die USA für Kuwait engagiert haben. Linke haben damals argumentiert, die Amerikaner hätten am Golf nichts zu suchen. Tatsache ist aber, dass das überfallene Kuwait sich wehren darf und zur Abwehr darf man sich Bündnispartner rufen. Damals schickten pazifistisch angehauchte Eltern aus Protest nicht zur Schule.
    Heute ist Putin auf Einladung Assads in Syrien. Das betonen Linke immer wieder. Ist es nicht komisch, dass plötzlich ein Argument gilt, das man 1990 nicht gelten lassen wollte?

    • besucher schreibt:

      öhmm… die entscheidene Frage ist jetzt ob sie den Irakkrieg von 2003 immer noch gutheißen.

      • American Viewer schreibt:

        Sagen wir es mal so: Es gab ein paar unbeabsichtige Kollateralschäden. Der letzte Schaden war namentlich, dass Merkel das Wasser nicht mehr halten kann, die Schleusen öffnete und die letzten Tassen in ihrem Schrank zertrümmert hat – woran natürlich auch der Ami schuld hat. Der Ami trieb Merkel quasi in den wagnerianischen Wahnsinn. Oder so ähnlich.

        • Krokodil schreibt:

          Man macht sich in Washington schon Sorgen um die armen Deutschen.

          • American Viewer schreibt:

            Ich glaube Obama ist mit Merkel relativ zufrieden. Obama verfolgt zuerst amerikanische Interessen, Merkel aber keine deutschen.

          • Krokodil schreibt:

            Ach, am Ende haben die beide ihre Probleme ihr Volk so zu akzeptieren, wie es ist.
            Erstrecht geltende Gesetze, bis hin zur amerikanischen Verfassung bzw dem abgelaufenen Grundgesetz hier bei uns. In D herrscht in gewissen Belangen zZ sogar eine ausgewachsene Anarchie.

          • Krokodil schreibt:

            „Der Ami ist schuld.“

            Natürlich soll man jetzt nachdenken und feststellen, dass es sooo einfach nun doch nicht ist, eine der üblichen VT.

            http://orientalreview.org/2015/09/21/who-is-twitter-luring-refugees-to-germany/

            „Ich glaube Obama ist mit Merkel relativ zufrieden.“

            Warum? Weil sie nichts tut, außer ein wenig Untergang.
            Aber da sind wir genau richtig hier (bei diesem Thema und wie es diskutiert wird),
            Skepsis ist eine Geisteskrankheit,
            infantile Ansichten (Freihandel ist immer gut, … auch wenn wir frei jeder Vorstellung sind was das bedeutet / werden soll … ) werden als Vernunft deklariert.

  19. unbesorgt schreibt:

    Aber mal Spaß beiselte. Ich bin prinzipiell für das Abkommen, weil es eine gute Idee ist, sich mit Kanada und den USA enger abzustimmen. Im Grunde wäre TTIP auch das einzige, was wir innerhalb Europas gebraucht hätten. Kein Brüssel, kein sinnloses Parlament, keine monatlichen Umzugstreks nach Straßburg, keine Komission, keine „Idee von Europa“, keine Staatspleite in Griechenland, kein Martin Schulz,…und wir hätten noch Grenzen. Nur für den Fall, das man die mal braucht…

  20. Claudia Schittko schreibt:

    Ich meine mitdenkenden Menschen könnte auch noch anderes als das „Chlorhünchen“ einfallen, wenn man sich zum Freihandelsabkommen positionieren möchte 🙂 Im Übrigen finde ich es auch ganz gut, mal „Mainstream“ zu sein! Die 150.000 waren, nach Veranstalterangaben und miterleben 250.000! und ich bleibe auch mit diesen wunderbar vielen Menschen doch selbst denkendend.
    Die 7 Nazis, die sich einmischen wollten, wurde es nicht erlaubt, und auch der AFD wurde ausdrücklich gesagt, dass ihr nicht verboten werde zu demonstrieren, aber sie seien nicht erwünscht.
    Stopp TTIP!

    • besucher schreibt:

      wenn man die besten Standards von beiden Seiten übernimmt dann wäre ich wieder dafür. aber ich befürchte man führt anderes im schilde.

  21. Malte S. Sembten schreibt:

    Wenn 150.000 Deutsche gegen etwas auf die Straße gehen, bekomme ich ein ungutes Gefühl!

    Der Buurmann-Artikel ist ausgezeichnet.
    Aber: Wenn einmal 150.000 oder 1.500.000 Deutsche (& Nichtdeutsche) gegen die Islamisierung auf die Straßen gehen, werde ich mich sehr gut fühlen.

  22. Malte S. Sembten schreibt:

    »Eine kleine Auswahl an Standards, die in den USA höher sind als in Europa:

    +++ Bio-Fleisch. Anders als in der EU dürfen amerikanische Rinder keinerlei Antibiotika erhalten, soll das Fleisch mit dem Bio-Siegel verkauft werden.

    +++ Fruchtsaft. In den USA gelten niedrigere Grenzwerte für Schadstoffe und Pestizide als in der EU.

    +++ Spielzeug. In den USA gelten für Kinderspielzeug deutlich strengere Höchstwerte für schädliches Blei (90mg pro KG gegenüber 160 mg in der EU).

    +++ Benzin. Der amerikanische Gesetzgeber erlaubt lediglich 0,62 % des krebserregenden Stoffes Benzol, die EU hingegen erlaubt eine Höchstkonzentration von 1%. (…)«

    • unbesorgt schreibt:

      In den USA gelten auch schärfere Richtlinien zur Verwendung von Software zur Steuerung in Dieselmotoren. 🙂

    • Bobo schreibt:

      Die amerikanischen Standards werden doch genauso gekippt wie die europäischen. Auch in den USA gibt es Wiederstand nach den Erfahrungen mit Mexiko.

      • Dante schreibt:

        Das ist natürlich nicht ein Argument für TTIP, sondern eher dagegen – es sei denn, es werden gemeinsame Standards ausgearbeitet, und zwar solche, die nicht unbedingt das Minimum beider Einzelstandards darstellen. Dass US-Standards in einigen Punkten höher sein können als EU-Standards, kommt vielen Europäern, auch und namentlich eher links orientierten, nicht in den Sinn. Dünkel sind nicht unbedingt „rechts“.

  23. k.knerzje schreibt:

    Was ist daran verkehrt, wenn ich künftig statt nur Pharmahühnchen auch Chlorhühnchen wählen kann?

  24. anti3anti schreibt:

    TTIP ist viel zu gut für Deutschland. Deutschland verdient es nicht.
    PS: Das Bier aus Bayern ist das beste der Welt!

  25. besucher schreibt:

    Soweit ich weiß richtet sich die Kritik hauptsächlich gegen das angestrebte System der Schiedsgerichte. Das braucht man nun wirklich nicht.

    • anti3anti schreibt:

      Doch. Die staatlichen Richter sind korrupt.

      • unbesorgt schreibt:

        Und die Schiedsgerichte kann man kaufen, wo ist der Unterschied?

        • Bergstein schreibt:

          Weder sind die staatlichen Richter korrupt, noch kann man Schiedgerichte kaufen. Gründe für Schiedgerichte, die im Übrigen in BRD seit je her zulässig sind, siehe ZPO, sind ganz andere. Man hat auch nicht etwa Angst, dass die Schiedgerichte unfaire Urteile fällen, sondern, dass sie unabhängige Urteile fällen, ohne Rücksicht auf Staatsräson.

          • besucher schreibt:

            Hmm…was bedeutet denn in Ihren Augen „unabhängig“? Ich habe da immer noch mehr Vertrauen in staatliche Gerichtsbarkeit da sie institutionell kontrollierbar ist und sich verantworten muss.

          • zykez schreibt:

            Nope, Schiedsgerichte haben keinerlei Rechtskompetenz irgendwelche nationalen Beschlüße aufheben oder sonstwie tangieren zu können. Dort geht es nur um eine gütliche Einigung. Bei Wirtschafts-Schiedsgericht dagegen nur auf Kompensationsansprüche aus Investitionsausfällen.
            Wer mehr hinein interpretiert ist selbst Schuld. Dann ist es entweder nur Unwissenheit oder man sucht nur Ablehnungsgründe.

  26. American Viewer schreibt:

    Ein sehr treffender Artikel wie ich finde. Der Antiamerikanismus von Pispers zeigt sehr gut die Verlogenheit vieler Linker auf. Chauvinismus ist diesen Leuten kein bisschen fremd, es muss nur „die Richtigen“ treffen.

    Das Reinheitsgebot für Bier gehört übrigens schon lange abgeschafft. Jeder deutsche Brauer sollte endlich selbst entscheiden dürfen, welche Zutaten er im Detail verwendet. Ich habe erst kürzlich einen Bericht gesehen, der zeigte, dass deutsche Brauer extra nach Amerika ausgewandert sind, weil sie hier nicht so brauen durften wie sie wollten. Es muss in der Macht der Brauer und Kunden liegen, ob sie mehr von einem Bier wollen als nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser. Wirklich neue Bierkreationen kommen nur noch aus dem Ausland, weil deutsche Brauer für den deutschen Markt solches Bier nicht brauen dürfen.

    • besucher schreibt:

      Och jo, amerikanisches Bier…lassen Se mal stecken.
      Komischerweise kenne ich ganz viele neue deutsche Biere. Im Rheinland. Kölle und Umgebung. Kommen Se mal vorbei!

      • American Viewer schreibt:

        Natürlich gibt es immer wieder „neue“ deutsche Biere. Aber die müssen sich alle an die Grenzen der deutschen Reinheitsgebote halten. Diese Gesetze machen heute keinerlei Sinn mehr.

        Dass amerikanische Biere nicht gut sind, ist ein Klischee. Die Biere der großen Billig-Brauereien treffen nicht meinen Geschmack. Aber das ist in Europa genauso. Schon mal Oettinger oder Heineken getrunken?

        Ich mag auch kein Krombacher oder Bitburger. Oder Jever. Oder die Sorte Kölsch generell. Im Grunde mag ich auch kein Pils. Viele Deutsche trinken zu viel Pils. Das ist doch widerlich. Geschmäcker sind halt verschieden.

        Am besten sind immer kleine Brauereien. Die gibt es mittlerweile aber auch in Amerika, besonders im Westen, z.B. in Kalifornien. Am liebsten trinke ich Weizen und das bekommen kleine amerikanische Brauereien mittlerweile ganz gut hin. Man muss nur wissen wo. Und notfalls kauft man eben deutschen Export, wobei das meistens eine Frechheit ist, was einem da angeboten wird. Ich war kürzlich in Tokyo, sogar die haben mittlerweile gutes Bier aus Eigenherstellung.

        • besucher schreibt:

          Jever ist ziemlich lecker wenn man es nicht übertreibt. Über die großen amerikanischen Brauereien breite ich jetzt mal den Mantel des Schweigens aus. Und ohne die Südeuropäer und Latinos würde die amerikanische Küche ziemlich übel aussehen. Die WASPs haben nämlich die unselige Tradition der britischen „Küche“ fortgeführt und sehr schlecht weiterentwickelt.

          • American Viewer schreibt:

            Ich finde in einem klassischen amerikanischen Diner kann man überraschend gut essen. Ein guter BLT und ich vergesse alles um mich herum. Das Essen aus Mittelamerika ist nicht mein Fall. Vielleicht ist es auch kein Originalessen, ich weiß es nicht genau, ich war noch nie in Mexiko. In den USA bekommt jedenfalls oft „Tacos“, wo echte Mexikaner immer sagen, das sind gar keine Tacos.

            Echte japanische und echte italienische Küche mag ich sehr. Zum Teil auch Essen aus Südostasien, Griechenland und Spanien. Auch Türken, Libanesen und Israelis können kochen, wenn man in die richtigen Restaurants geht. Generell ist Essen von Küstenregionen mit viel Meeresfisch meist gut.

          • skowronekthelark schreibt:

            Der schlechte Ruf der „britischen Küche“ (die es nicht gibt, es gibt eine englische, schottische oder walisische) kommt von den deutschen Schülern, die in England in Arbeiterfamilien untergebracht wurden, die daran verdienen wollten oder meinetwegen auch mussten. Vielleicht sollte man auch daran erinnern, dass in England nach dem Krieg Lebensmittel noch rationiert waren, als es bei uns schon längst wieder alles gab. Der Standard der Küche in England ist um einiges höher als bei uns. In England konnte man schon in Autobahnraststätten essen, ohne sich Herpes anzuekeln, als das bei uns noch ein akutes Gesundheitsrisiko war. In dem Bergbaustädtchen Abergavenny z.B. fand ich in einem Haushaltswarengeschäft Kochutensilien, die in Deutschland vielleicht in Spezialgeschäften in Städten wie Düsseldorf, München oder Hamburg zu bekommen gewesen wären. Verglichen mit „Pub Grub“ ist unser Kneipenfraß ein schlechter Witz. Haben Sie mal einen Blick in Marguerite Pattens „Classic British Dishes“ geworfen? (Und nein, es GIBT WIRKLICH keine „britische“ Küche. Das „British“ im Titel bezieht sich darauf, dass es Rezepte aus allen Ländern Britanniens enthält.) Und in welchen „britischen“ Privathäusern waren Sie denn schon eingeladen, dass Sie sich so ein Urteil erlauben dürfen?
            Wie ich diese pseudo-kosmopolitische Klugscheißerei hasse!

      • Gast 123 schreibt:

        Guter Artikel – und dann wieder sowas hier. Ich lebe seit langem in Amerika und kenne entsprechend solche Reaktionen – gerne von deutschen Touristen, die dann nur das ihnen bekannte Budweiser bestellen, statt sich mal auf die vielen vielen herausragenden Biere einzulassen, die man hier regional und überregional bekommen kann. Dazu muss man bereit sein, mal seine Vorurteile zuhause zu lassen und über den Tellerrand gucken.
        Oder um es anders zu sagen: jedesmal wenn ich nach Deutschland auf Besuch fahre sagt irgendjemand: oh, du freust dich sicher auf das gute deutsche Bier. Aeh, mittlerweile würde ich sagen, nein, mir wird für den Zeitraum das hiesige gute Bier fehlen, dass man in Deutschland nicht kaufen kann (oder darf).

        Nehmen Sie es u.a. symbolisch für viele andere Dinge, die man erst mal richtig kennen lernen muss (hüben oder drüben).

      • metrouble schreibt:

        Guter Artikel – und dann wieder sowas hier. Ich lebe seit langem in Amerika und kenne entsprechend solche Reaktionen – gerne von deutschen Touristen, die dann nur das ihnen bekannte Budweiser bestellen, statt sich mal auf die vielen vielen herausragenden Biere einzulassen, die man hier regional und überregional bekommen kann. Dazu muss man bereit sein, mal seine Vorurteile zuhause zu lassen und über den Tellerrand gucken.
        Oder um es anders zu sagen: jedesmal wenn ich nach Deutschland auf Besuch fahre sagt irgendjemand: oh, du freust dich sicher auf das gute deutsche Bier. Aeh, mittlerweile würde ich sagen, nein, mir wird für den Zeitraum das hiesige gute Bier fehlen, dass man in Deutschland nicht kaufen kann (oder darf).

        Nehmen Sie es u.a. symbolisch für viele andere Dinge, die man erst mal richtig kennen lernen muss (hüben oder drüben).

    • Kanalratte schreibt:

      Schlimmer als das deutsche Reinheitsgebot ist die Pils-Monokultur nördliche des Weißwurstäquators in Deutschland. Ich trinke nur noch Bier aus Bayern, das ist nicht so bitter. Aber sie haben natürlich recht, durch das Reinheitsgebot schmeckt der Großteil der deutschen Biere sehr ähnlich. Probieren sie mal ein polnisches Tyskie und vergleichen sie das mit der x-beliebigen Pilsplörre.

    • Malte S. Sembten schreibt:

      Ich trinke nie Bier, weil es scheußlich schmeckt. Interessiert zwar keinen, dass ich Deutscher bin und trotzdem kein Bier mag, muss hier aber mal erwähnt worden sein. Wenn, würde ich amerikanisches Budweiser trinken, weil das bei Stephen King immer vorkommt. 🙂

      • American Viewer schreibt:

        Ich drinke auch nicht viel Bier. Generell kaum Alkohol.

        • A.Bundy schreibt:

          Das beste Bier weltweit kommt seit einigen Jahren aus den USA. Das liegt daran, dass die USA im privaten Brauereigewerbe einen rasanten Gründungsboom erleben, während gleichzeitig in Deutschland ein starker Niedergang zu beobachten ist.
          So wurden in den Staaten allein in den letzten fünf Jahren mehr als 4000 private Brauereien gegründet (viele dortige Unternehmensgründer erlernten ihr Handwerk übrigens in Deutschland), in Deutschland dagegen machten im gleichen Zeitraum mehr als 400 Brauereien dicht.

          • American Viewer schreibt:

            Ähnliche Dinge habe ich auch gelesen. Und zwar in einer deutschen Zeitschrift. Und ein wichtiger Grund war, dass es in Amerika keine veralteten Regeln gibt wie das deutsche Reinheitsgebot.

            Das Gebot war vielleicht mal wichtig, als im 16. Jahrhundert aufgrund der ärmlichen Verhältnisse mit schlechter Ware gepanscht wurde.

            Im 21. Jahrhundert macht es keinen Sinn mehr. Man muss den deutschen Bierbrauern Raum lassen für Kreativität.

            Der Brauer weiß selbst am besten, was gut sein könnte für sein Bier. Das sollte man nicht Beamten und Königen überlassen.

      • Sophist X schreibt:

        Kann ich voll nachvollziehen. Ich hab mal Bushmills getrunken, bloß weil er in Tom Traubert’s Blues (von Tom Waits) erwähnt wird. Ein schöner Irish Single Malt, auch für Leute wie mich, die (fast) alkohollos durchs Jahr kommen.

        Ich trinke auch kein Bier und finde Fußball öde (außer 7:1 gg. Brasilien plus Titel). Bin ich überhaupt ein Deutscher…?

    • A.mOr schreibt:

      Bier ist Bier, in Deutschland.
      Es gibt eine große Variationsvielfalt,
      trotz aller Reinheit im Gebräugebot.

      Wenn man was anderes, oder bierähnliches, machen will, soll man.
      Aber es nicht Bier nennen.

      Funktioniert auch mit „Heinz-Ketchup“.
      In Israel ist’s kein Ketchup: zu wenig Tomaten.

      Auch bei Bier gilt: keine Tomaten auf den Augen.
      Als Beilage? warum nicht?
      Prost.

      • American Viewer schreibt:

        @Amor
        Du hast schon zum Teil recht. Andererseits ist ein Getränk aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser plus ein bisschen Banane (etc.) eben Bier mit Bananengeschmack. Was denn sonst?

        Man muss nicht alles regulierten. Wenn klassisches Bier wirklich so toll ist, dann braucht es diesen veralteten Schutz in keiner Weise.

        • A.mOr schreibt:

          Wenn klassisches Bier wirklich so toll ist, dann braucht es diesen veralteten Schutz in keiner Weise.

          Bier im Gegensatz zu alten Völkern kann sich nicht wehren gegen Markzinvasoren oder Bierbanausen, was ja nichtmal manch alte Völker schaffen.
          Bier in ganzer Reinheit benötigt den sauberen Schutz der brauenden Völker, bis zum Untergang!

          Es kann nur einen Grund geben, um den Reinheitswahn im Gebot der Braumeister Einhalt zu gebieten, die Aversion gegen das Wörtchen „Cleaning woman“!
          In diesem Sinne, sauber bleiben!

          ps/ und was gebietet unreines Weizenbier, um reinen Bananensaft reinzukippen?

    • Bobo schreibt:

      So weit ich weiß gilt das Reinheitsgebot garnicht mehr so streng. Vor kurzem habe ich z.B. ein deutsches Kirschbier getrunken. Auch Gurkenbier gibt es. Sie dürfen sich nur nicht Bier nennen. Alternative oder ausländische Biere konnten sich am Markt eben kaum durchsetzen. Nach eigener Beobachtung sind regionale Biersorten am weitesten verbreitet. In Hamburg gibts kein Kindl, in Berlin kein Gaffel und in Kölln kaum Holsten. Es gibt sie, aber selten, selbst das eklig schmeckende Ami-Bier (Michelob) habe ich in Berlin schon bekommen.

    • Lusru schreibt:

      @American Viewer
      @Gerd Buurmann
      Da lese ich „über alles …“ das hier – klingt zwar etwas mächtig hochgeschraubt, fast wichtig, aber ist richtig:
      „Die Geschichte des deutschen Volkes ist eine Geschichte der Identitätskrise. Eine gemeinsame nationale Identität bildete sich in Deutschland immer nur durch einen gemeinsamen Feind heraus!“

      Zugleich was für eine Banalität:
      Die Geschichte eines jeden VOLKES – so es überhaupt eines ist und nicht als „völkische Vortäuschung“ daherkommt, was nicht immer klar erkennbar ist mit genau- ist stets zwingend eine Geschichte der Identitätskrise – oder es handelt sich nicht um EIN Volk.
      Beste Beispiele dafür sind neben dem deutschen Volk z.B. das israelische Volk, das französische Volk, das russische Volk (Völker?), das „amerikanische Volk“ (das es zwar als solches nicht gibt, aber man könnte sich ja auf die „Vereinigten Völker der USA beziehen).
      Wer auch nur die geringste Ahnung vom Zustandekommen, der Selbsterhaltung und Entwicklung incl. Sicherung einer Entität, einer GANZHEIT, wie das nun mal auch ein Volk wohl ist, weiss aus der Allgemeinen Systemtheorie des führenden Evolutionsbiologen des vorigen Jahrhunderts und Philosophen L.v. Bertalanffy, dass nur die ständige innere Suche nach der Erkenntnis der eigenen Identität den organischen Status samt innerer Bewegung schafft, der für das gedeihliche Bestehen eines solchen Ganzheit, die auch als Systeme bezeichnet werden, zwingend erforderlich ist. Wird dieser organische (systemisch erforderliche) Prozess eingestellt, ist die Identität und damit die Ganzheit beendet, ist sie verloren gegangen.
      „Fachbeamte“ der Systemwissenschaft bezeichnen diesen Vorgang auch als „Eigenbeobachtung und -Regulierung eines Systems“.
      wenn das alles nun zwingend für das Existieren von Ganzheiten erforderlich ist, und das deutsche, israelische oder US-amerikanische oder französische Volk existiert, sind sie dem ständigen „Identifikations“-Prozess, der permanenten Identifizierungskrise unterworfen – insofern ist diese Selbstverständlichkeit, die da ganz vorn im Text postuliert wird, unbedingt, weil von allgemeiner Gültigkeit, richtig, und es ist gut so für jedes Volk, in dem das (noch) so ist, da es sonst zerfallen würde.

      Leider erledigt sich damit dann der gesamte etwas durchsichtig konstruierte weitere Text samt den Heine-Texten, er ergibt trotz des kreativen Aufwandes und größter Sorgfalt letztlich nur Nonsens und kein neues „Wintermärchen“, sondern halt nur ein Märchen – was man ja nicht verdammen muss.
      Schade um die Mühe, hier eigene Beschränkung zu dokumentieren, die nur auf Unkenntnis zum Entstehen und Bestehen von dynamischen Ganzheiten (Systemen) im sozialen Bereich VOLK zeigt, und über ein Volk nichts vermag zu sagen, als dass es sich genau so permanent um die eigene Identitätsfindung bemühen muss, um den Inneren Zusammenhalt und die äussere Erkennbarkeit sicher zustellen, der Fachmann nennt das zu recht eine permanent erforderliche Auseinandersetzung mit Identität, auch Identitätskrise.

      Somit bleibt die Frage:
      Was wollte der Dichter Buurmann uns nun eigentlich sagen? Etwas Verstörendes über das deutsche Volk? So, und In deutscher Sprache mit Zitaten eines deutschen Dichters der sich als Deutscher gerade um diese Volksidentität bemüht?
      Gewagt, gewagt, dann hätte ich es wenigstens ohne Deutsch versucht, aber so ??
      Sprache ist nämlich eine solches existierendes IDENTITÄTS-STÜCK , und wie überall auch hier bei Buurmann offensichtlich in gewaltiger Identitätssuche, Krise…
      bischen peinlich, oder wie?

      Ach ja: Reinheitsgebot
      Gebote kann man abschaffen, die Wirkung von ordentlicher Hefe und richtiger Behandlung, mit und ohne Gebot, weniger. Sie schafft die erforderliche Identität des Bieres – je nachdem, welches es werden soll …
      Aber auch das weiss man schon lange und ist kein Übel, nicht umsonst reissen sich so viele z.B. ums Kölsch …
      Prost Kölle!

      • Dante schreibt:

        …das “amerikanische Volk” (das es zwar als solches nicht gibt, aber man könnte sich ja auf die “Vereinigten Völker der USA beziehen).

        Dies hebt auf einen ziemlich „völkischen“, quasi verwandtschaftlichen Volksbegriff ab. Wenn vom amerikanischen Volk die Rede ist, ist dies im Sinne des populus-Begriffs von Cicero zu verstehen: Populus autem non omnis concursus hominum quoquo modo congregatus, sed coetus multitudinis iuris consensu et utilitatis communione sociatus. (De Re Publica, 1,39).
        Der iuris consensus ist dabei natürlich die amerikanische Verfassung mit ihren Zusätzen und das gemeinsame Staatsziel (idealerweise) eine Gesellschaft, in der ein jeder nach individuellem Glück streben und zugleich – in Freiheit – etwas für das Gemeinwesen tun kann, in dem er lebt.

        • Lusru schreibt:

          @Dante schreibt: November 5, 2015 um 12:55 nachmittags
          “ …das “amerikanische Volk” (das es zwar als solches nicht gibt, aber man könnte sich ja auf die “Vereinigten Völker der USA beziehen).
          Dies hebt auf einen ziemlich “völkischen”, quasi verwandtschaftlichen Volksbegriff ab.“
          Falsch!
          Genau das Gegenteil, die KULTürliche Deutung wurde von mir beschrieben, die menschgemachte weil erwerbbare und nicht ererbbare Gemeinsamkeiten zur Bedingung macht. Offensichtlich hast du nicht alles gelesen oder hättest es gern so, dass mein Kommentar so ein bischen nach „völkisch“ riecht?
          Sogar dein eigenes Beispiel bestätigt das, mit einem „kleinen“ grossen Unterschied:
          Die USA sind kein Nationalstaat sondern ein Nationalitätenstaat, weil über 50 Nationalitäten dort zusammen leben, und aus DIESEM Grunde verschiedene KULTürliche Gemeinsamkeiten eben nicht allen VÖLKERN gemeinsam sind ….

Seid gut zueinander!

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