Netanyahu darf nur ein Bösewicht sein

Es ist doch spannend, dass so viele Deutsche, die jetzt in ihrem Sündenstolz getroffen über Netanyahu herfallen, weil er darauf hingewiesen hat, dass der Mufti von Jerusalem, Muhammad Amin al-Husseini, eine Mitschuld am Holocaust trägt und dabei zugegebenermaßen drastische Worte gewählt hat, die weit über das Ziel hinausgeschossen sind, in meinen Augen sogar falsch waren, weil sie so verstanden werden konnten, dass die Nazis ohne den Mufti nicht den Holocaust verbrochen hätten, eine ungeheuerliche Aussage und mit Sicherheit ein Missverständnis, was allein die Tatsache beweist, dass Netanyahu seine Wortwahl recht zügig wieder zurückgenommem hat, vor drei Wochen ohrenbetäubend geschwiegen haben, als Netanyahu Mahmud Abbas vor den Vereinten Nationen einen bedingungslosen Einstieg in Friedensverhandlungen angeboten hat. Ich zitiere ihn nochmal:

„Präsident Abbas, ich weiß, es ist nicht einfach. Ich weiß, es ist schwer. Aber wir schulden es unseren Völkern, es nochmal zu versuchen, es immer wieder zu versuchen, denn gemeinsam, wenn wir tatsächlich verhandeln und damit aufhören, darüber zu verhandeln, ob wir überhaupt verhandeln sollen, wenn wir uns tatsächlich hinsetzen und versuchen, diesen Konflikt zwischen uns zu lösen, uns einander anerkennen und einen palästinensischen Staat nicht als Sprungbrett für eine weitere islamistische Diktatur im Nahen Osten verwenden, sondern als ein Land, das in Frieden neben dem jüdischen Staat leben möchte, wenn wir das tatsächlich tun, dann können wir bemerkenswerte Dinge für unsere Völker erreichen.“

Warum wurde dieses Angebot von Netanyahu deutlich seltener zitiert, als seine Polemik über die historisch nicht zu leugnende Mitschuld des Muftis von Jerusalem an der Shoa?

Über Benjamin Netanyahu wollen so viele Menschen nur schlechte Dinge hören, lesen und sagen. Warum?

Wie empathielos muss man eigentlich sein, um auch nur einen Moment annehmen zu können, ein Jude, der im Holocaust viele Familienvorfahren verloren hat, hätte die Absicht, Hitler trivialisieren zu wollen?

So etwas kann man nur von einem Menschen annehmen, den man partout nicht verstehen will, weil man ihn abgrundtief hasst.

Und warum berichten ARD Tagesschau und ZDF heute nicht auch regelmäßig darüber, wenn auf arabischer Seite unmissverständlich und aus vollster Überzeugung der Holocaust geleugnet wird? Weil es täglich passiert? Oder nicht doch eher, weil für viele Deutsche der Jude, der mal was meschuggenes sagt, deutlich verabscheuungswürdiger ist als der Araber, der mörderische Hetze verbreitet?

Al-Husseini war ein Nazi-Kollaborateur und ein geifernder Judenhasser. Er trat schon lange vor 1933 Pogrome los. Er war ein Verbündeter Hitlers, aber für den Wahn zum Judenmord brauchten die Nazis wahrlich keinen Mufti! Netanyahu hat über das Ziel hinausgeschossen, nebbich. An der historischen Wahrheit ist er trotzdem weit näher dran als all jene, die die muslimischen Araber des Nahen Ostens als unschuldige Kollateralopfer des Holocaust bezeichnen.

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59 Antworten zu Netanyahu darf nur ein Bösewicht sein

  1. Mepho schreibt:

    Meiner Meinung nach ein schwacher Artikel.
    Alleine dieser Satz: „Wie empathielos muss man eigentlich sein, um auch nur einen Moment annehmen zu können, ein Jude, der im Holocaust viele Familienvorfahren verloren hat, hätte die Absicht, Hitler trivialisieren zu wollen?“
    Es gibt auch ultraorthodoxe Juden geben die den Holocaust komplett leugnen, deren Familien aber unter Hitler leiden mussten und die Familienangehörige im Naziterror verloren haben. Ganz abgesehen davon, dass viele Menschen eben auch Dinge sagen oder tun, die sie mit ihren eigentlichen Überzeugungen nur schwer vereinbaren können.
    Netanyahus Aussage war, so sehe ich es zumindest, berechnend und falsch. Damit mit falschen Aussagen Stimmungen anzutreiben ist er im Politikbetrieb nicht alleine, warum auch sollte er anders sein als die Großzahl der anderen Politiker? Bestes Beispiel ist doch der US Wahlkampf, wo Politiker aller Lager zunächst extremere Positionen vertreten um in der eigenen Partei zu punkten, anschließend dann wieder alles revidieren um im richtigen Wahlkampf zu gewinnen. Das macht es aber nicht falsch Netanyahus Aussage deutlich zu kritisieren, weil sie fernab der Realität ist. In der Geschichtswissenschaft wurde der Einfluss von al-Husseini bereits gründlich erforscht und als „marginal“ bis „zu vernachlässigen“ abgetan und das fast durchgängig, dass sollte auch Nethanyahu wissen.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Natürlich ist für Sie alles schwach, was Bibi nicht schadet!

      • Mepho schreibt:

        Nein, ist es nicht. Ich beurteile Netanyahu nur so, wie ich jeden anderen Politiker beurteile. Hätte Obama oder Merkel diese Aussage getroffen, hätte ich es auch kritisiert. Warum, habe ich bereits geschrieben.

    • Dante schreibt:

      Das macht es aber nicht falsch Netanyahus Aussage deutlich zu kritisieren, weil sie fernab der Realität ist.

      Ist sie nicht. Das einzige, was nicht stimmt, ist, dass al-Husseini Hitler erst angestiftet habe. Mittäter – wohl bemerkt, als „Schreibtischtäter“ – war er definitiv, und dies nicht erst in Deutschland. Schon in Palästina hatte er eine Pogromstimmung geschaffen, der zwar rein zahlenmäßig viel weniger Juden zum Opfer fielen als später den Deutschen, was aber nicht al-Husseinis „Schuld“ war, aus seiner Sicht gesehen. Hätte er gekonnt, wie er wollte, er hätte mehr Opfer gehabt.

      In der Geschichtswissenschaft wurde der Einfluss von al-Husseini bereits gründlich erforscht und als « marginal » bis « zu vernachlässigen » abgetan und das fast durchgängig,…

      Etwas als „marginal“ bis „zu vernachlässigen“ abzutun (sic!) ist nicht übermäßig wissenschaftlich. Wissenschaft hat zu quantifizieren, wo immer dies möglich ist.
      Inhaltlich ist dazu zu sagen, dass der Mufti schon in Palästina eine Pogromstimmung geschaffen hatte, die auch tatsächlich zu Massakern wie 1929 in Hebron geführt hat. In Deutschland wiederum wurde er SS-Mitglied und hatte zuletzt den Rang eines Generalleutnants inne. Im Jahre 1943 sollten auf Initiative des IRK 5000 jüdische Kinder gegen 20000 deutsche Kriegsgefangene ausgetauscht werden. Als all-Husseini davon erfuhr, intervenierte er bei Himmler, der den Austausch stoppte und die Kinder deportieren ließ. Ohne al-Hussini hätte es auch einen Holokaust gegeben, aber diese Kinder wären der SS vielleicht entkommen. Dies als marginal abzutun ist möglich, aber zynisch.
      Al-Husseini war ein Mörder.

      • Mepho schreibt:

        Kein Frage, war er! Und ein abscheulicher Mensch war er ebenfalls. Der Einfluss auf das Nazi Regime ist allerdings gut dokumentiert in “Nazi Germany and the Arab World” von Francis R. Nicosia dargelegt (ich schrieb es bereits als Antwort auf den unteren Kommentar). Mit „‚marginal” bis “zu vernachlässigen’” habe ich versucht kurz die mir bekannten Ergebnisse zusammen zu fassen. Steht so natürlich in den einzelnen Werken nicht wörtlich drinnen (zumal sie meist in englisch sind). Netanyahus Aussage ist dennoch falsch, weil er den Fokus auf den angeblich riesigen Einfluss al-Husseinis auf die Nazis legte und ihm zum Anstifter des Holocausts macht. Das es generell wichtig ist al-Husseini zu kritisieren steht außer Frage, aber bitte nicht durch verdrehen der geschichtlichen Tatsachen.

        • Dante schreibt:

          Nun ja, gemessen an dem, was Antisemiten so alles über Juden und Antizionisten über den jüdischen Staat sagen, ist Netanjahus Behauptung von al-Husseini als Hitlers Grima Schlangenzunge eher eine etwas freie Auslegung der Wahrheit, sodass ich moralisches Entsetzen darüber nicht empfinden kann. Es sollte klar sein, dass im Gegensatz zu Judenhassern, die mit jeder infamen Verzerrung und Lüge durchkommen, Juden jede kleine Ungenauigkeit sofort auf die Füße fällt. Daher ist die einzig rationale Interpretation seiner Rede die Annahme, dass Netanjahu Staub aufwirbeln und den Mufti ins öffentliche Gespräch bringen wollte, um diesem betonierten Narrativ des „unschuldig für die Verbrechen der Deutschen leidenden palästinensischen Volkes“ über Bande einige Kratzer zu verpassen.

          • Mepho schreibt:

            Sehe ich ganz ähnlich! Allerdings fand ich eben die „Bibi könnte doch niiiiemals etwas falsches sagen, um sein Ziel zu erreichen“ Attitüde des Artikels einfach sehr naiv. Dies war meine Kritik. Auch finde ich, nur weil die Gegenseite, die zu Recht hier ja als die schlechte Seite dargestellt wird, sich einer Taktik bedient (Falschaussagen, Verleumdung etc.) muss es die gute Seite nicht auch tun.

          • Dante schreibt:

            Es gibt keine völlig gute Seite, denn niemand, der irgendeine Macht besitzt, kann absolut gut sein. Der Möglichkeit, böse zu sein, sind jedoch keine Grenzen gesetzt.

      • Couponschneider schreibt:

        Der Mufti hat keine Reichsbahn, keine Totenkopf-Division und keinen Eichmann. Hätte er derartige Machtmittel gemacht, wäre es wohl nicht bei ein paar Pogromen geblieben.

    • Ima schreibt:

      Zitat von Mepho
      „In der Geschichtswissenschaft wurde der Einfluss von al-Husseini bereits gründlich erforscht und als “marginal” bis “zu vernachlässigen” abgetan und das fast durchgängig, dass sollte auch Nethanyahu wissen.“

      Wo haben Sie diesen Dummfug her ???

      Gelegentlich stehen sogar im Spiegel (für Sie vielleicht glaubwürdiger als Gerd Buurmann) interessante Artikel:
      http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/d-65469611.html

      Nicht vernachlässigen darf man hierbei, dass Mohammed Amin al-Husseini der politische Ziehvater von Jassir Arafat war.

      Zitat aus dem Artikel
      „Viele Palästinenser verehrten ihn dennoch als Helden. Als Mohammed Amin al-Husseini im Juli 1974 in Beirut zu Grabe getragen wurde, war nicht nur der libanesische Ministerpräsident zur Stelle, sondern auch ein Verwandter, der als gefährlichster Feind Israels an seine Stelle getreten war – Jassir Arafat.“

      • Mepho schreibt:

        Mit Einfluss war der von al-Husseini auf das Nazi Regime gemeint. Da hätte ich mich genauer ausdrücken sollen. Dies ist allerdings beispielsweise in „Nazi Germany and the Arab World“ von Francis Francis R. Nicosia ausgeführt. Darüber hinaus war der ideelle Einfluss al-Husseinis in der arabischen Welt sicher nicht zu vernachlässigen – wie Sie es auch dargelegt haben – allerdings war er in seinem praktischen Handeln durch die Flucht ins Exil sehr eingeschränkt (zum Glück!).

        • Dante schreibt:

          Letztlich ist es nicht wirklich relevant, wie viel Einfluss der Mufti damals hatte. Selbst wenn er tatsächlich die treibende Kraft gewesen wäre, müsste das einen Friedensprozess nicht beeinträchtigen, wenn sein ideeller Einfluss – oder, viel wichtiger, der Einfluss seiner Haltung den Juden gegenüber – auf die heutigen arabischen Gesellschaften und insbesondere die arabisch-palästinensische ungefähr dem Einfluss Hitlers und seiner Ideen auf die heutige deutsche Gesellschaft entspräche.

    • Couponschneider schreibt:

      Das war ja klar, dass jemand irgendwelche ultraorthodoxe Juden aus dem Strejml zaubert. Gemäßigte „Israelkritiker“ kennen ja immer einen kritischen linken Juden, dessen Zitate sie als Trumpf aus dem Ärmel ziehen, wenn der Antisemitismusvorwurf fällt. Die harten Judenhasser wie Ahmadinedschad halten schon mal ein Kaffeekränzchen mit Vertretern der Neturei Karta. Aber selbst die leugnet den Holocaust nicht.

      Israel lehnen diese Leute ab. Aber es sind theologische Gründe und daher ist es vollkommen anders zu bewerten als hiesige „Israelkritiker“ linker und rechter Provenienz. Das ist nunmal eine innerjüdische Angelegenheit. Was die Ultraorthodoxen nicht kapieren: Wenn es den Staat Israel nicht gibt, dann gibt es sie selbst auch bald nicht mehr. Dann gibt es keine Juden mehr in der Levante.

      Man muss schon sehr verzweifelt sein, um weltfremde Männer als Kronzeugen zu zitieren, um seinem Antisemitismus, um mit einem kritisch-objektivistischen Hauch entschärfen und als „Israelkritik“ tarnen zu wollen.

      Bibi war zwar nicht ganz korrekt, aber wenigstens gelang so dieser Mufti in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Mir war schon in den 1990ern bewusst, dass die Araber die Deutschen wegen Hitler und Holocaust hoch schätzen. 1998/9 wurde interessiert Literatur u.a. von Gerhard Konzelmann gelesen. (Auch wenn er nicht seriös war, wie man heute weiß.) Uns Deutschen für den Holocaust positiv anzurechnen, zeugt doch geradezu davon, dass sie, die Araber, nicht das gleiche Werteverständnis haben wie wir heute. Das ist ein Clash der Zivilisationen. Und mir ist da jeder israelische „Hardliner“ näher als ein gastfreundlicher arabischer Taugenichts, der Hitler glorifiziert. So viel Datteln kann ich gar nicht essen, wie ich kotzen möchte.

      Al-Husseini dürfte vielleicht keine große Rolle dafür gespielt haben, wie Hitler handelte. Aber Al-Husseini steht stellvertretend für das, was viele Araber sind: Antisemiten reinsten Wassers, Nazi-Kollaborateure, wenigstens ideell. „Hamas, Hamas, Juden ins Gas.“ hieß es im Sommer des letzten Jahres. Bei dem ganzen Pegida, Legida, Bogida und HoGeSa, sollte man nicht übersehen, was die Hooligans und Salafisten eint: Der Hass auf die Juden.

      • Mepho schreibt:

        Zunächst: Sie haben das Ganze vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen. Ich hab lediglich gesagt, nur weil jemand in der Familie Opfer der Nazis hatte, heisst es nicht, dass er keine wahnwitzigen Aussagen über den Holocaust treffen könnte. So oder so ähnlich hatte es der Artikel ja formuliert. Eine wahnwitzige Aussage ist beispielweise das, was einige ultraorthodoxe Juden von sich geben, wenn sie den Holocaust relativieren oder leugnen. Ihr Aufschrei schießt also gänzlich am Ziel vorbei. Wie sehr Religion verblenden kann, zeigt sich hier übrigens auch sehr schön: Nichts anderes als die Auslöschung der eigenen Existenz wollen doch einige ultraorthodoxe. Die sehen den Holocaust als gerechte Strafe Gottes für die Gottlosigkeit des eigenen Volkes und sehen sich schon der nächsten Katastrophe entgegen.
        Außerdem: Nicht alle Araber sind Taugenichts und nein, nicht alle Araber sind Antisemiten. Mit ihren Verallgemeinerungen passen sie so überhaupt nicht zu dem tollen Land, dem sie so gerne nahe stehen würden. In Israel werden Araber respektiert, so wie alle anderen Menschen.

  2. Couponschneider schreibt:

    Aber immerhin redet man jetzt über den Großmufti von Jerusalem in der „Lügenpresse“. 🙂 Das würde denen, die „Lügenpresse“ skandieren, aber auch nicht gefallen, weil sie ja der Meinung sein, die „Lügenpresse“ wäre proisraelisch und beschimpfe jeden „Israelkritiker“ als Antisemit.

    • Dante schreibt:

      Manche, nicht alle. Viele, die der Meinung sind, Israel“kritiker“ würden zu Unrecht als Antisemiten beschimpft, sind eher Mainstream.

  3. AMC schreibt:

    „Zuschrift an die Tagesthemen“ (22.10.)
    Pinar Atalay berichtet über Gewalt in Israel/Palästina und gibt als einen der Faktoren, die dazu beitragen, die Gewalt eskalieren zu lassen an: Benjamin Netanjahu habe behauptet, dass ein palästinensischer Würdenträger Hitler zur Vernichtung der Juden angestiftet hat.

    Gegen solche Art von geschichtsverfälschenden und klitterenden Anmoderationen, insbesondere in einem öffentlich-rechtlichen Medium, möchte ich Einspruch erheben. Wenn Frau Atatay meint, die Aussagen Netanjahus seien Ursache der Gewalt, die von Palästinensern gegenüber Israeli ausgeübt wird, dann sollte sie die Rolle des „palästinensischen Würdenträgers“, wie sie den einstigen Großmufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini bezeichnet (er war der wichtigste arabische Verbündete der Nationalsozialisten bei der Vernichtung der Juden), so weit konkretisieren, dass die Zuschauer wenigstens eine Ahnung davon bekommen, was sie damit überhaupt sagen will.

    • Dante schreibt:

      Sind wir schon wieder so weit, dass sich jemand aufgrund seiner Stellung als „Würdenträger“ ganz offiziell jede Sauerei und sogar Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlauben und man ihn nicht einmal mehr dafür kritisieren darf? Hat unsere Gesellschaft nichts aus den Missbrauchsfällen in der Kirche gelernt?

    • Dante schreibt:

      Lieber Gerd, ich bitte dringend um einen tiN-Artikel mit der Überschrift „Liebe Frau Atalay“. Ich schaue auch mal, ob ich sie direkt anschreiben kann, aber bitte probiere es auch – und jeder, der vielleicht sowieso auf FB ist.

  4. Kanalratte schreibt:

    Der Mufti von Jerusalem steht nicht nur für die aktive Unterstützung des Massenmordes an den Juden und für den Mord von 5000 jüdischen Kindern, sondern auch für die, letztlich nicht realisierte, Endlösung der Judenfrage in Nordafrika und dem Nahen Osten. Walther Rauffs Gaswagen standen schon für den Transport nach Nordafrika bereit. Es ist anzunehmen, dass Al-Husseini in der Ausführung des Judenmordes im muslimischen Raum eine entscheidende Rolle gespielt hätte. Das erklärte Ziel Al-Husseinis war es nämlich die Juden aus dem islamischen Gebiet zu entfernen. Allenfalls ein paar „Edeljuden“ und gute Konvertiten hätten das überlebt.
    Auch das sehr frühe aktive Eintreten Al-Husseinis für den deutschen Massenmord, sollte man nicht vergessen. Al-Husseini war Unterstützer der ersten Stunde.

    Diesen Mann nicht als aktiven Täter des nationalsozialistischen Massenmordes zu nennen, ist glatte Geschichtslüge.

  5. Bruno Becker schreibt:

    „….auf arabischer Seite unmissverständlich und aus vollster Überzeugung der Holocaust geleugnet wird?“

    Die leugnen den Holocaust? Die bejubeln den Adolf doch alle Nas‘ lang dafür! Eine Leugnung aus der Ecke habe ich noch nie gehört, allenfalls eine Verharmlosung.

    Dazu eine Buchempfehlung: „Nazi Propaganda in the arab World“ von Jeffrey Herf. Darin werden einige sehr bedeutende Tatsachen im Zusammenhang mit dem Mufti aufgezeigt. Absolut Klasse, das Buch. Leider nicht in deutscher Sprache zu haben Warum wohl?

    • Arme Sau schreibt:

      Auf deutsch findet man bei Matthias Küntzel eigentlich alles, was man zum Thema wissen muss:
      http://www.matthiaskuentzel.de/contents/djihad-und-judenhass

      • Bruno Becker schreibt:

        Vielen Dank für den Hinweis. Der arabische Antisemitismus ist zwar im Islam festgeschrieben, aber in der wahnhaften Ausprägung des sogenannten „Nahostkonflikts“ erst seit den 30er Jahren bekannt. Und das hat eine Ursache: Nazi-Propaganda. Und dazu schreibt auch Küntzel nicht viel. Herf dagegen beschreibt sehr detailliert das propagandistische Wirken der National-Sozialisten, insbesondere die Vorgänge um den Sender Zeesen.

        • Bruno Becker schreibt:

          Ich muss mich korrigieren: Habe jetzt mehr als den Klappentext gelesen. Doch, auch Küntzel schreibt ausführlich darüber. Nochmal Danke für den Tip.

    • quer schreibt:

      Es gibt da ein Buch in meiner Bibliothek, welches geflissentlich beschwiegen wird: „Halbmond und Hakenkreuz“ 2006 bei WBG, ISBN-13: 978-3-534-19729-3
      Warum wohl? Es liegt die Vermutung nahe, daß man sich in diesem Lande nicht die Alleinschuld oder das Alleinstellungsmerkmal nehmen lassen will. Auch eine Art Revision nach Sozialistenart.

      • Bergstein schreibt:

        Aus meiner Sicht ist der Grund ein anderer. Auf nichts ist ein Europäer so Stolz, wie auf die Aufklärung und in Folge dessen auf ein durch den Verstand gesteuertes Handeln. Ein Krieg anzufangen oder sogar Verbrechen gegen Menschlichkeit zu begehen, ist zwar äußerst verwerflich nicht aber unbedingt unvernünftig. Die Shoa war aber völlig unvernünftig. Es ist z.B. durch nichts zu erklären, weshalb man für Militär dringend benötigte Züge für Judenmord abgezweigt hat. Antisemitismus ist insgesamt vollkommen unvernünftig.

        Damit können sich die Europäer nicht abfinden, folglich sucht man händeringend nach Menschen deren Judenhass zwar durchaus verwerflich sein kann aber vernünftig ist. Aus Sicht der Europäer hassen die Araber die Juden nicht grundlos, so dass quasi Judenmord plötzlich doch nicht so unvernünftig erscheint. Das Prinzip lautet, Judenmord war falsch die Juden seien aber auch nicht ohne. Erst wenn Europa erkennt, dass der arabisch-muslimischer Judenhass genauso irrational ist, wie der christlich-europäischer, wird sich an Israelpolitik in Europa etwas zum Positiven ändern.

        • Dante schreibt:

          Eine fixe Idee ist natürlich fast immer irrational, aber es gibt eine logische Erklärung für die Entstehung von Judenhass. Judenhass entstand historisch in autoritären Systemen, in denen sich jemand entweder vergöttlichen lassen oder sonstwie herrschen wollte, auch im geistigen und religiösen Bereich. Dem haben sich die Juden immer entzogen, einfach dadurch, dass sie Juden waren. Es geht im Kern also um Macht.

      • Dante schreibt:

        Aus dem Buch stammt die Information, dass al-Husseini höchstpersönlich für den Tod von 5000 Kindern gesorgt hat.

        • Bergstein schreibt:

          Sehr geehrter Herr, Sie haben wohl nicht die Tagesschau von heute Abend gesehen. Dann wüssten Sie nämlich, dass dieser Unmensch Netanjahu es tatsächlich gewagt hat, einen so wörtlich “ palästinensischen Würdenträger“ zu beschuldigen. Ferner würde Sie endlich erfahren, dass die rechtsnationalen Juden es wagen den Tempelberg zu betreten, was logischerweise unfassbar ist. Also kommen Sie mir nicht mit toten Kindern.

          Jetzt im Ernst, gibt es noch einen einzigen Fernsehsender, bei dem man Nachrichten sehen könnte, ohne einen Würgreflex?

          • Dante schreibt:

            Sehr geehrter Herr, Sie haben wohl nicht die Tagesschau von heute Abend gesehen. Dann wüssten Sie nämlich, dass dieser Unmensch Netanjahu es tatsächlich gewagt hat, einen so wörtlich ” palästinensischen Würdenträger” zu beschuldigen.

            Das mit dem „palästinensischen Würdenträger“ habe ich im entsprechenden Video nicht gehört, jedenfalls nicht bewusst. Die Korrespondentin aber ist Sabine Rau, die es geschafft hat, von einem knapp zweiminütigen Kommentar (genauer 115 s) über antisemitische Ausschreitungen gerade mal 19 s, also etwa 16,5% der Zeit, dem eigentlichen Thema zu widmen und dann über Israels „katastrophale“ Politik zu schwadronieren.
            Kleiner Tipp: Halten Sie das Bild nach 0:02 an, dann sehen sie den dem Kommentar angemessenen Gesichtsausdruck…

          • Bergstein schreibt:

            Es war Tagesthemen gemeint.

          • Dante schreibt:

            Im Unterschied zur Tagesschau gibt es bei den Tagesthemen leider keinen Einzelbericht über die Sache.

  6. Sempronius Densus Bielski schreibt:

    Unser deutsche Bundeskanzlerin Merkel hat öffentlich Israel auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel ( ist in Israel, wie in jedem Rechtstaat Teil des Rechts ) im Kampf gegen terroristische Mörder hingewiesen, damit kein Jude über die Stränge schlägt.

  7. caras91 schreibt:

    Wie soll man auch die Worte von Netanjahu ernst nehmen, wenn er zugleich das Existenzrecht der Palästinenser systematisch zerstört? Netanjahus Ministerkollegen sind auch schon mal durch rassistische Äußerungen aufgefallen und dabei ist sein Kabinett noch nicht mal „radikal“.
    Es gibt Leute im Israelischen Parlament, die sagen, dass nur tote Araber gute Araber sind.
    Bitte kommen Sie mir auch nicht mit „der einzigen Demokratie“ im nahen Osten als Argument Herr Buurmann.
    Sie als Person der mit ausgestrecktem Finger auf andere Nationen zeigen wie den Iran.
    Ich liebe den Iran nicht aber man sollte sich erst mal an die eigene Nase fassen und an die von Netanjahu.
    Der ist nämlich auch nur eine Marionette von Sheldon Adelson und seinen Kollegen.
    Hat Netanjahu je zu einem Frieden beigetragen? Hat er je den Palästinensern die Hand ausgestreckt und um Entschuldigung gebeten, dass er besetzte Krankenhäuser und Schulen hat bombardieren lassen?
    Nein, dass alles stört Ihn nicht. Er selber sitzt auf mindestens 250 illegalen Atombomben und zeigt mit dem Finger auf Iran. Seine Nation hat den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet.
    Seine Nation begeht Kriegsverbrechen am laufenden Band.
    Die Hamas könnte Israel nicht einmal vernichten wenn Sie es wollte und das ist auch gut so aber kommen Sie mir doch nicht mit Argumenten wie die in denen Sie sagen, dass in der Charta der Hamas drin steht, dass man alle Juden auslöschen wolle, was auch ich schlimm finde.
    Seine Nation setzt Siedlungspolitik ein. Sie sollen endlich damit aufhören weiter zu siedeln.
    Das kleine Stück Land was noch übrig geblieben ist gehört den Palästinensern.

    • Eliyah schreibt:

      man sollte sich erst mal an die eigene Nase fassen

      Genau! Tun Sie das bitte asap, dann reden wir weiter.

    • Clas Lehmann schreibt:

      Kurz: Es komme keiner mit Fakten, Argumenten oder Sachverstand…! Einzig Meinung meinen und Behauptung behaupten und Judenhass darleben: so käme man weiter…

    • Sophist X schreibt:

      das Existenzrecht der Palästinenser systematisch zerstört

      Kann das bitte jemand aus Kauderwelsch ins Deutsche übersetzen.

    • Dante schreibt:

      Wie soll man auch die Worte von Netanjahu ernst nehmen, wenn er zugleich das Existenzrecht der Palästinenser systematisch zerstört?

      Zum 1. Halbsatz: Ungeachtet aller anderen Dinge hat Netanjahu einfach Recht. Nicht vielleicht mit der ihm zugeschriebenen Äußerung, al-Husseini habe Hitler erst auf den Gedanken gebracht, die Juden nicht nur zu vertreiben, sondern zu vernichten, wohl aber darin, dass dieser al-Husseini ein Komplize der Nationalsozialisten war und mitschuldig am Holokaust – zumal er persönlich und aktiv zur Ermordung von 5000 jüdischen Kindern beitrug.
      Zum 2. Halbsatz: Lesen Sie nicht immer dieselbe antizionistische Leier, sondern führen Sie sich mal zu Gemüte, welchen Anteil die Palästinenserführer und die EU am Elend der Arabischpalästinenser haben.
      Was das Volk der Palästinenser betrifft, dessen Existenzrecht Sie so vehement betonen:
      Es gab nie einen arabischen Staat Palästina, und vor 1964 auch kein spezielles arabisches Volk der Palästinenser, sondern einfach Araber, die entweder schon immer da wohnten oder während der türkischen oder britischen Herrschaft eingewandert waren und sich nicht groß von anderen Arabern unterschieden. Ein Palästinenser war in der britischen Mandatszeit jemand, der im Mandatsgebiet wohnte, zudem lange übrigens auch Jordanien gehörte (so betrachtet haben die Araber fast 80% Palästinas erhalten). Folgerichtig hieß der Konflikt zwischen Juden und Arabern vor 1948 im cisjordanischen Teil Palästinas auch Palästinensischer Bürgerkrieg, nachher israelischer Unabhängigkeitskrieg. Hätte Israel den verloren, wäre das Land – nach Shoah 2.0 – nicht etwa an ein „Palästinensisches Volk“ übergeben, sondern von den Nachbarstaaten annektiert worden, ein großer Teil wohl von Jordanien. Als das misslang, war es ein brutaler aber zugegebenermaßen brillianter Coup von arabischer Seite, aus die arabischen Palästinaflüchtlinge nicht zu integrieren, sondern sie zu Dauerflüchtlingen zu machen und ein spezielles Palästinensisches Volk daraus zu schaffen, sodass Israel in die Rolle eines angeblichen Goliath geriet.
      Der klügere respektive glücklichere (im Sinne von engl. „lucky“) Teil der Arabischpalästinenser sind übrigens Israelis und machen etwa 20-25% der israelischen Bevölkerung aus, genießt Bürgerrechte und mehr Freiheiten als jemals in einem arabischnationalistischen oder gar islamistischen Staat und stellt u.a. Oberste Richter und Abgeordnete.

    • Dante schreibt:

      Lieber Gerd, was steht in meinem Kommentar, das nicht unbedenklich ist? Die Links z.B. sind o.k., einer ist von Lizas Welt, ein anderer verweist auf einen Wikipedia-Artikel über den Nazi-Mufti.

    • Kanalratte schreibt:

      „Er selber sitzt auf mindestens 250 illegalen Atombomben und zeigt mit dem Finger auf Iran. Seine Nation hat den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet.“

      Welch Logik! Wenn man den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat, können Atombomben auch nicht illegal sein. Der Iran hat ihn dagegen unterzeichnet.

    • Dante schreibt:

      Den Artikel habe ich gelesen, weil den un diesem Blog schon jemand verlinkt hat. Der war allerdings nicht so begeistert und warf dem Autor vor, den Anteil al-Husseinis kleinzureden. Ich habe den Artikel rechr ausführlich kommentiert, und zwar unter meinem Klarnamen. War freilich noch nicht freigeschaltet, als ich schlafen ging.

  8. Daniel golnik schreibt:

    Bei ard und zdf und deutschlandfunk lesen sie bitte vorher den beipackzettel und verzichten sie am besten wegen der nebenwirkungen auf die einnahme.

  9. Dante schreibt:

    Wenn es in der Presse einen Aufschrei gegeben haben sollte, möchte ich die verantwortlichen Journalisten am nächsten Tag am Jobcenter sehen.
    Sie hätten die verdammte Pflicht gehabt, sich zu informieren, wer dieser al-Husseini war.

  10. Dante schreibt:

    Vielleicht liegt es an Netanjahus Image. Irgendwie scheint er den meisten Journalisten unsympathisch zu sein, vielleicht auch, weil er eher rechts (im traditionellen Sinne, nicht wie man das Wort „Rechter“ heute oft benutzt) steht. Ein als links geltender Politiker hätte eventuell bessere Karten. Ein gewinnendes Lächeln, ein betont friedensbemühtes Auftreten, vielleicht würde das reichen.
    Andererseits mag es auch sein, dass etliche deutsche Journalisten den Juden Auschwitz nie richtg verziehen haben, wie es Zvi Rex wohl formulieren würde.

  11. Phillip K schreibt:

    Würde man eine Rangliste aller Schuldigen machen, so würde zweifellos Hitler auf Platz 1 stehen, aber jede Menge anderer Menschen würde auf den niedrigeren Plätzen folgen. All diese Menschen haben Teilschuld. Aber über diese Menschen wird, abgesehen von den wichtigsten Politikern des 3.Reichs, kaum gesprochen. Interessant, dass ausgerechnet jetzt ein Aufschrei kommt, nur weil ein Großmufti mit Teilschuld von Netanyahu erwähnt wird. Sonst redet über den Großteil der Rangliste kein Mensch.

  12. Hessenhenker schreibt:

    Fast erwarte ich jeden Moment, daß Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) Benjamin Netanjahu anzeigt.

Seid gut zueinander!

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