Was ist das Gegenteil von Jude?

Wenn ich in Berlin bin, wohne ich meistens am Halleschen Tor. Dort wohnt nämlich Burkhard Schmiester, ein wunderbarer Mann, der viele Shakespeare-Stücke inszeniert hat, in denen ich mitwirken durfte. Dort wohnt ebenfalls Isabel Rohner, mit der ich seit fast zehn Jahren feministisches Kabarett über Hedwig Dohm mache. Außerdem befindet sich dort das Gretchen, wo ich schon Goethes „Faust“ und Shakespeares „Othello“ spielen durfte. Nicht zuletzt ist dort die Taverna Athene, wo ich nicht selten nach meinen Aufführungen gegessen habe und wunderbare Menschen kennengelernt habe, Sandra Kreisler, Tuesday Porter, Elio Adler, Martin Niewendick und all ihr anderen, seid lieb gegrüßt! Am Halleschen Tor gab David Serebrjanik mir ein Privatkonzert und dort bin ich selig mal mit Tilman Tarach mal mit Karharina Stüber über Cocktails versackt. Für mich ist das Hallesche Tor ein Ort voller schöner Erinnerungen.

Heute morgen, 25. Oktober 2015, wurde am Halleschen Tor gegen 6:30 Uhr ein 25-jähriger Mann geschlagen, weil er als Jude angesehen wurde. Der Tagesspiegel berichtet:

„Ein junger Mann steigt aus und wird in diesem Augenblick von einem Unbekannten gefragt, ob er Jude sein. Obwohl das Gegenteil stimmt, bejaht der 25-Jährige die Frage, und da setzt es schon einen Schlag.“

Jetzt frage ich mich: Was ist da in meinem Kiez los? Und: Was ist das Gegenteil von Jude?

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