Die „jüdische“ Rache

In ihrer aktuellen Kritik zum „Tatort“ vom 25. Oktober 2015 findet Barbara Möller für die Welt interessante Worte:

„Jüdische Rache im Ländle und eine Männerfreundschaft im Stresstest: Der großartige Stuttgarter Tatort von Regisseur Roland Suso Richter lässt den Zuschauer kaum zu Atem kommen. (…) Ein Vergewaltiger (David Bredin) wird nach 15 Jahren aus der Haft entlassen. Draußen, damit geht es los und damit wird noch kein Geheimnis verraten, warten schon die Eltern des Mädchens auf ihn. Sie wollen – ganz jüdisch Auge um Auge, Zahn um Zahn – Revanche für den unendlich qualvollen Tod ihres Kindes.“

Zugegeben, „jüdisch“ hat Barbara Möller nicht geschrieben. Sie hat stattdessen ein anderes Wort benutzt: „alttestamentarisch“. Mit diesem Wort bezeichnen die meisten Christen die Bibel der Juden und stellen damit klar, dass ihr Testament neu ist. Manche Christen gehen sogar noch einen Schritt weiter und sagen nicht nur, dass ihr Evangelium neu sei sondern auch besser!

Diese Christen behaupten dann einfach, das jüdische Testsament sei ein Buch der Rache und stellen ihm ganz selbstergriffen das christliche Testament als vermeintliches Buch der Nächstenliebe entgegen. Als Kronzeuge bemühen diese Christen stets die biblische Stelle „Auge um Auge“. Dieses Zitat gehört jedoch zu den am meisten missverstandenen Geboten.

עין תּחת עין ist Teil eines Rechtssatzes aus Sefer ha-Berit in der Tora. In der Bibel ist diese Stelle als Ex 21, 23–25 gekennzeichnet. Die korrekte Übersetzung lautet: „Auge für Auge“.

„… so sollst du geben Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmal für Brandmal, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme.“

Dieser Satz bedeutet eben nicht, dass Gleiches mit Gleichem vergolten werden soll, sondern nach überwiegender rabbinischer und historisch-kritischer Auffassung verlangt die Formel einen angemessenen Schadensersatz in allen Fällen von Körperverletzung vom Täter, um die im Alten Orient verbreitete Blutrache einzudämmen und durch eine Verhältnismäßigkeit von Vergehen und Strafe abzulösen. Bereits die talmudische Erklärung der Tora, auf der die jüdische Tradition aufbaut, kommt zu dem Schluß (Traktat Bava Qamma 83b-84a), dass der einfache Schriftsinn nicht im Wortlaut „Auge um Auge“ (Exodus 21,24; Leviticus 24,20; Deuteronomium 19,21) aufgeht. Weil nämlich der Verlust eines Auges schlichtweg nicht durch die Wegnahme eines anderen Auges kompensiert werden kann, ist die fragliche Vorschrift keineswegs als ein faktisch exzessives „Wie du mir, so ich dir“ zu verstehen. Unter Bezugnahme auf den Rechtsgrundsatz der Gleichheit aller vor dem Gesetz (Leviticus 24, 22) wird daraus vielmehr ein monetärer Ausgleichsanspruch abgeleitet: Anstelle der vermeintlich drakonischen Aufrechnung wird in Wirklichkeit mäßigend zwischen den Streitparteien vermittelt.

Mithin liegt die Bedeutung der Norm „Auge um Auge“ in einer realistischen Evaluation der tatsächlich im Schadensfall verletzten Rechtsposition. Der Regelungsgehalt besagter Bestimmung ist demnach 1. die Feststellung einer prinzipiellen Schadensersatzpflicht und 2. zugleich die Konkretisierung der materiellen Schadensersatzleistung auf den Wert des geschützten Rechtsguts (hier die körperliche Befindlichkeit). Die Schadensersatzleistung ihrerseits setzt sich dann wieder aus mehreren Komponenten zusammen: den Ersatz des materiell entstandenen Schadens, Schmerzensgeld, Heilungskosten, Arbeitsausfallersatz und ein sog. Beschämungsgeld (Traktat Bava Qamma, Mischna 8,1).

Christen jedoch sehen diesen Kontext nicht und faseln beharrlich von dem Prinzip der Rache, das aus diesem Zitat sprechen soll. Das Evangelium jedoch soll ein Buch der Nächstenliebe sein. Hier mal ein paar Auszüge:

„Glaubet nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit der Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.” (Mt 10, 34-35)

“Es ging eine große Menge mit Jesus; und er wandte sich um und sprach zu ihnen: Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.” (Lukas 14, 25-26)

“Wenn deine Hand dich zum Bösen verführt, dann hack sie ab! Es ist besser, du gehst verstümmelt in das ewige Leben als mit beiden Händen in das unauslöschliche Feuer der Hölle. Wenn dich dein Fuß auf Abwege führt, dann hack ihn ab! Es ist besser für dich, mit nur einem Fuß zum ewigen Leben zu kommen, als mit beiden Füßen geradewegs in die Hölle zu marschieren. Wenn dich dein Auge zur Sünde verführt, dann reiß es heraus. Es ist viel besser, einäugig in Gottes neue Welt zu gelangen, als mit zwei gesunden Augen schließlich ins Feuer der Hölle geworfen zu werden. Dort wird die Qual nicht enden und das Feuer nicht verlöschen.” (Markus 9, 43-49)

Der Gott der Christen und der Gott der Juden tun sich nicht viel, wenn es um Rache geht! Gott, ob christlich oder jüdisch, ist nun mal eifersüchtig und der Grund für seine Eifersucht wird klar genannt.

Laut תּוֹרָה hatte vor über 5770 Jahren eine Frau mit dem Namen Eva den Mut, sich ihres Verstandes zu bedienen. Bis zu diesem Mut hatte Gott in absoluter Selbstgefälligkeit geherrscht. Mit den Menschen kommunizierte er nur in Form von Befehlen – „tut dies nicht“, „tut das nicht“, so sprach Gott mit den Menschen und Adam und Eva hielten sich daran.

Zwischen richtig und falsch konnten die Menschen somit unterscheiden. Die Fähigkeit zur Unterscheidung von gut und böse aber lag noch uneingeschränkt in Gottes Hand. Die Möglichkeit zur Erlangung dieser Fähigkeit hing als Frucht an einem Baum mit den Namen עץ הדעת טוב ורע (Baum der Erkenntnis von Gut und Böse). Von dieser Frucht wagte Eva zu essen. Seitdem ist Gott nicht mehr Alleinherrscher in Moralfragen und muss in den Menschen ebenbürtige Partner in Sachen Moral erkennen. Plötzlich war die Beziehung zwischen Gott und Mensch kein Verhältnis mehr zwischen Befehlsgeber und Befehlsempfänger, sondern wurde zu einer echten Partnerschaft. Zu jeder Partnerschaft gehört neben Liebe und Respekt auch die Eifersucht mit all ihren Folgen. Gott wurde eifersüchtig und setzte Adam und Eva erstmal vor die Tür. Sowas kommt in den besten Partnerschaften vor.

Adam und Eva verliesen das Gefängnis mit dem Namen Eden und betraten das weite Feld der Freiheit. Der Garten Eden war ein Gefängnis, vielleicht das schönste aller bekannten Gefängnisse, aber nichtsdestotrotz ein Gefängnis. Schon der Begriff „Garten Eden“ ist ein Ausdruck für den Gefängnischarakter des Ortes. Das Wort „Eden“ geht auf das hebräische Nomen עֵדֶן (‛edæn) zurück, das einen Ort der Wonne bezeichnet. Ursprünglich dürfte es sich um den Eigennamen einer Landschaft handeln („Wonneland“), in der ein von G’tt selbst angelegter Garten lag. Das Wort „Garten“ wiederum leitet sich etymologisch von Gerte (indogermanisch gher und später ghortos) ab. Gemeint sind Ruten, die früher – ineinander verflochten – den Garten umfriedeten, also Zäune. „Garten Eden“ bedeutet somit „eingezäuntes Wonneland“. Genau diesen Ort haben Adam und Eva verlassen.

Immanuel Kant beschrieb es im 18. Jahrhundert so:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenenVerstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“

Für Gott began von diesem Moment an eine lange Leidensgeschichte, in der er langsam lernte, auf seinen absoluten Machtverlust in Moralfragen klar zu kommen – nicht ohne einige Rückfälle natürlich.

Sein größter Rückfall dürfte wohl die Große Flut gewesen sein. Als ihm eines Tages alles zu viel wurde mit der Menschheit, da fasst er den grausamen Plan der „Endlösung der Menschheitsfrage“, indem er Wasser aus den Duschbrausen des Himmels sprudeln lies, um die ganze Menschheit zu ertränken. (Den Tod der Tiere hat Gott dabei wohl als Kollateralschaden in Kauf genommen.) Allerdings hatte sich Gott in der Zeit der Zwangsehe mit der Menschheit tatsächlich in ein paar Exemplare verliebt. Eben jene lies er am Leben, erzählte ihnen vom Plan der Vernichtung und riet ihnen, eine Arche zu bauen. So überlebte Noah und seine Familie.

Die ganze Sache mit der Vernichtung der Menschheit war Gott im Nachhinein wohl ein bißchen peinlich, denn er versprach, nie wieder eine solche „Endlösung“ zu planen. Stattdessen schloss Gott einen ewigen Bund mit dem Menschen Noah und bekundete diesen Bund sogar mit einem Regenbogen am Himmel. Ein bißchen kitschig, ich weiß, aber Gott hatte sich offenkundig ernstlich verliebt, da passiert sowas schon mal.

Seinen nächsten Rückfall hatte Gott mit seinem Blitzkrieg gegen die beiden Städte Sodom und Gomorrah, die er buchstäblich dem Erdboden gleich machte. Spannend an dieser Geschichte ist vor allem die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen Abraham. An diesem Punkt der Beziehung Mensch-Gott wird nämlich zum ersten Mal deutlich, dass Gott eine wahre und vor allem respektvolle Partnerschaft mit den Menschen eingegangen ist, denn Abraham ist hier in der Lage mit Gott erfolgreich zu handeln.

Gottes Absicht war es eigentlich, die beiden Städte vollkommen zu vernichten. Er war bereit, den Tod vieler Unschuldiger als Begleitschaden hinzunehmen. Doch da kam Abraham und es entwickelte sich folgender Dialog:

Abraham: „Willst du wirklich den Bewährten raffen mit dem Frevler? Vielleicht sind fünfzig Bewährte anwesend drin in der Stadt, willst du die wirklich raffen?“

Gott: „Finde ich in Sodom fünfzig Bewährte, drin in der Stadt, will ichs all dem Ort tragen um ihretwillen.“

Abraham: „Da habe ich mich doch vorgewagt zu meinem Herrn zu reden, und ich bin ja Staub und Asche, vielleicht fehlen an den fünfzig fünf – willst du um die fünf all die Stadt verderben?“

Gott: „Nicht will ich verderben, finde ich dort fünfundvierzig.“

Abraham: „Vielleicht finden sich dort nur vierzig.“

So geht es dann noch ein bißchen weiter, bis Abraham Gott tatsächlich auf ganze zehn Menschen runtergehandelt hat. Das nenne ich mal eine gewachsene Partnerschaft!

Auf diese Geschichte geht übrigens die jüdische Tradition des מנין zurück. Im Judentum braucht es einen Minjan, eine Gruppe von mindestens zehn im religiösen Sinne mündigen Juden, um einen vollständigen jüdischen Gottesdienst abzuhalten.

Der Gott der Bibel ist somit sehrwohl ein strafender und eifersüchtiger Gott, aber er ist es, weil er uns Menschen ernst nimmt und uns als Partner akzeptiert, statt uns zu Untergebenen zu degradieren. Strafbar und mündig sein gehören nun mal zusammen. Es heißt ja nicht umsonst: strafmündig. Im strafenden Gott spiegelt sich somit die Freiheit des Menschen wieder. Wer hätte das gedacht?

Der Gott der Fünf Bücher Mose ist somit ein strafender Gott, aber auch der Gott des Evangeliums ist ein strafender Gott. Er straft sogar in brutalster Weise. Spätestens bei der Offenbarung des Johannes öffnet sich die Schere zwischen Gottes Liebe und Gottes Hass extrem. Der Gott des Evangeliums liebt nicht nur bis in alle Ewigkeit, er hasst auch bis in alle Ewigkeit. Traf Gottes Strafe in den Fünf Bücher Mose nur die lebenden Menschen, so trifft die Strafe Gottes im Evangelium auch die toten Menschen – und das, bis in alle Ewigkeit. Es ist geradezu gruselig, was für Strafen der christliche Gott für die Ewigkeit bereithält. Mit der Hölle hat sich der neutestamentarische Gott ein ewiges Auschwitz gesetzt. Ein versöhnlicher Gott sieht anders aus.

Daher kann ich nur müde lächeln, wenn Barbara Möller die Rache als jüdisches Prinzip bezeichnet. Die christliche Rache steht der jüdischen Rache in nichts nach, sie ist sogar noch etwas strengen, weil nachtragender und wirkt über den Tod hinaus bis in alle Ewigkeit!

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31 Antworten zu Die „jüdische“ Rache

  1. Couponschneider schreibt:

    Mir ist gerade ein Goebbels-Zitat über den Weg gelaufen:
    „Haß und Rache von wahrlich alttestamentarischem Charakter sprechen aus diesen Plänen, die von dem amerikanischen Juden Morgenthau ausgeheckt wurden. Das industrialisierte Deutschland buchstäblich in einen riesigen Kartoffelacker verwandelt werden.“

    Ich find’s lustig, dadurch sieht man, in welcher Tradition die „alttestmentarischen“ Schwafler stehen.

    Und es belegt auch, dass Antisemitismus eine Geisteskrankheit ist, bei der man vor lauter Hass sich selber demaskiert. Indem man diese Pläne als „alttestamentarische“ und damit verhältnismäßige Racheaktion bewertet, gibt man ja zu, dass es 1. eine Reaktion ist (Rache ist immer eine Reaktion) und 2. dass die vorhergehende Aktion äußerst makaber war: Kriegsbeginn, Holocaust, Kriegsverbrechen an den Zivilbevölkerungen.

    Hitler und die Seinen haben sich ja auch immer wieder gerne gerächt, aber gewiss nicht „alttestamentarisch“. Hätten sie „alttestamentarisch“ gehandelt, hätten sie beispielsweise für den toten Heydrich nicht zwei Dörfer massakriert, sondern sich damit begnügt, die beiden Attentäter zu bestrafen.

  2. Philipp schreibt:

    Gerd, beim Part über das Talionsprinzip stimme ich dir vollumfänglich zu. Irgendwann tappst du dann aber leider genau in die selbe Falle, in die Nichtversteher/Nichtverstehenwoller des Talionsprinzips tappen, indem du Stellen aus dem.“Neuen Testament“ aus dem Zusammenhang reisst…

    • Dante schreibt:

      Das ist wohl Absicht. Er will damit zeigen (oder vielmehr, da ich nicht in Gerds Kopf gucken kann, ich an seiner Stelle wollte damit zeigen), dass man mit Hilfe aus dem Zusammenhang gerissener Bibelstellen auch „beweisen“ kann, dass der „Christengott“ der grausamere von beiden ist. Das Wort „streng“ wäre mir angesichts der mit dem Begriff der Hölle freilich nicht in den Sinn gekommen, da der Begriff der Strenge meines Erachtens Gerechtigkeit und Maß impliziert, was die von Christen im Laufe der Jahrhunderte imaginierte Höllenpornographie gänzlich vermissen lässt.

  3. Eitan Einoch schreibt:

    Jesus hat nicht zuviel versprochen. Sein kurzer Auftritt auf der Weltbühne hat viel Leid und Grauen heraufbeschworen. Der jüdische Wanderprediger aus Galiläa war ein eschatologischer Extremist, der für seine Überzeugung den eigenen Tod – als Teil des göttlichen Plans zur Erlösung des Volkes Israel – in Kauf nahm. Und tatsächlich endete für sein Volk kurz darauf die bisherige Welt – aber nicht, weil Gottes Reich anbrach, sondern weil die Römer den Tempel vernichteten. Ohne Paulus wäre Jesus nur ein weiterer gescheiterter Revolutionär, von denen es viele gab.

    • Dante schreibt:

      Jesus hat nicht zuviel versprochen. Sein kurzer Auftritt auf der Weltbühne hat viel Leid und Grauen heraufbeschworen.

      Was ich ihm aber nicht zuschreiben möchte. Natürlich könnte man mir Unlogik vorwerfen, da ich als Christ ja an Jesu Göttlichkeit und damit Allwissenheit glauben müsste, aber ich bin im Herzen da doch eher ein Arianer. Ich glaube im Übrigen noch nicht einmal an die Allmacht Gottes in dem üblichen Sinne, sondern für mich symbolisiert gewissermaßen der gekreuzigte Jesus die Ohnmacht und, ja, das Leiden Gottes selbst, während der auferstandene für die Zuversicht steht, dass jede noch so große Ohnmacht, Schmach, Qual und selbst der Tod durch Gott überwunden werden kann und wird.
      Zugleich steht Jesus sozusagen Modell für dasSchicksal, aber eben auch für die letztliche Unzerstörbarkeit des jüdischen Volkes.

      • caruso schreibt:

        Ich bin kein Christ. Soweit ich es weiß, es war Paulus, der zuerst die Lehre Jesu verfälschte und im weiteren die Kirche . Das sage nicht ich, sondern einzelne Theologen. (Z.B.in „Der Theologe.de“). Daß Jesus von der Thora manches anders interpretierte als viele – wer die Juden kennt der weiß, daß heute genauso ist. Im Judentum hat man keine Dogmen die man glauben muß. Was Jesus predigte, ist jüdisch. Manches was im NT steht, ist ganz sicher nicht von ihm, sondern wurde erst nachträglich in seinen Mund gegeben, was ich leider nicht beweisen kann. Er sagte beim letzten Abendmahl ganz sicher nicht „ißt das Brot es ist mein Leib, trinkt den Wein das ist mein Blut“ (so ungefähr). Einem Juden fällt so ein Gedanke nicht ein, Blut zu verzehren, Lebendiges zu verzehren ist den Juden absolut verboten. So etwas konnte aber dem Paulus einfallen, der in einer total an die hellenistische Kultur – wo solches lokal nicht nur einmal vorkam – assimilierten Familie aufwuchs und begann erst mit 20 Jahren die jüdische Religion bei Rabbi Gamaliel zu studieren. Er konnte nicht Hebräisch, er beruft sich ja immer auf die Septuaginta. Und ohne Hebräisch kann man die Hebräische Bibel nicht wirklich verstehen. Das wissen heute alle ernstzunehmenden Bibelwissenschaftler, Religionswissenschaftler usw., ob Jude oder Christ.
        lg
        caruso

        • Dante schreibt:

          Was Jesus predigte, ist jüdisch. Manches was im NT steht, ist ganz sicher nicht von ihm, sondern wurde erst nachträglich in seinen Mund gegeben, was ich leider nicht beweisen kann.

          Gehe ich aber auch mal stark von aus – obwohl ich, wie angedeutet, Christ bin. „Ungläubiger“ Christ allerdings.

          Lebendiges zu verzehren ist den Juden absolut verboten.

          Wie will man das vermeiden? In nahezu aller Speise gibt es irgendetwas Lebendes, wie man zumindest heute weiß.

          So etwas konnte aber dem Paulus einfallen, der in einer total an die hellenistische schrieben?Kultur – wo solches lokal nicht nur einmal vorkam – assimilierten Familie aufwuchs und begann erst mit 20 Jahren die jüdische Religion bei Rabbi Gamaliel zu studieren.

          Vielleicht hat er die Jesus-Leute deshalb so eifrig verfolgt, und vielleicht hat er nach Damaskus deshalb relativ schnell eine völlig andere Haltung angenommen. Für jemanden, der so zwischen den Stühlen sitzt, mag das vielleciht typisch sein. Hat Freud etwas über Paulus geschrieben?

          • caruso schreibt:

            „Hat Freud etwas über Paulus geschrieben?“ Nicht daß ich es wüßte, aber das bedeutet nicht, kenne ich doch nicht alles, was er verzapfte. Was ich von ihm über Religion las (schon sehr lange her), war „Die Zukunft einer Illusion“. Seinerzeit gefiel es mir sehr, aber schon seit langem denke ich anders, auch wenn im Büchlein manches stehen sollte, was stimmt. Aber das nimmt nichts weg von meiner Verehrung für Freud. — Und nur muß ich altes Weib schlafen.
            lg, und gute Nacht für alle
            caruso

  4. A.S. schreibt:

    Wir wenden auch im modernen Strafrecht das Prinzip Rache an, Strafe ist nichts anderes. Die Methoden der Rache sind humaner geworden aber auch unpassender. Als ob mal z.B. eine Vergewaltigung oder einen Mord „gerecht“ in Jahre umrechnen könnte……
    Eigentlich ist das Prinzip Gleiches mit Gleichem durchaus ein mögliches Gerechtigkeitskonzept, wenn man damit maßvoll umgehen kann. Wenn z.B. die ganzen U-Bahn-Schläger im Gericht einfach selber vermöbelt würden so wie sie andere vermöbelt hätten, dann wäre schnell Ruhe.

    • Dante schreibt:

      Es gibt Leute, die das bestreiten würden. Sowohl Tucholski als auch später Heinemann vertreten eine „Theorie“ der Strafe, nach der diese die Gesellschaft vor dem Täter schützen soll. Was natürlich Bullshit ist.
      1. Es gibt ein Phänomen, dass genau dies soll, und zwar die Sicherungsverwahrung, die freilich ausdrücklich nicht unter ‚Strafe‘ fällt.
      2. Wenn eine Haftstrafe die Gesellschaft schützen soll, ist unverständlich, wieso Strafen für z.B. Vergewaltigung eine festgesetzte Dauer haben, der „Schutz der Gesellschaft“ also dann automatisch wieder entfällt, und zwar unabhängig von der Gefährlichkeit des Täters – es sei denn, natürlich, es wurde auf Sicherungsverwahrung erkannt.
      3. Geldstrafen schützen sowieso nicht. Was hingegen wirksam und dauerhaft vor einem bestimmten Täter schützt, ist
      4. die Todesstrafe.

  5. Bergstein schreibt:

    Tatsächlich ist es so, dass G-tt es im Hinblick auf den Menschen kaum noch etwas einfach so gebietet. Nach den sieben Noachidischen Geboten kam gar nicht mehr nach. Alle Verpflichtungen, alle 613 Ge- und Verbote für das Jüdische Volk sind ein Teil der vertragli-chen Abmachung zwischen G-tt und dem jüdischen Volk. Der Bund wurde zunächst am Sinai geschlossen und dann noch ein paar Mal erneuert. Noch partnerschaftlicher geht es kaum.
    Die Bemerkungen im Hinblick auf die „Endlösung“ der „Menschenfrage“ sind nicht ganz korrekt. Nach jüdischer Vorstellung (die mittlerweile auch einigen wissenschaftlichen Theorien entspricht) gibt es erst gar kein Leben ohne das permanente aktive Handeln G-ttes (bzw. in wissenschaftlichen Theorien des kosmischen Verstandes). Hätte G-tt folglich nichts gemacht, gäbe es im nächsten Augenblick kein Universum mehr. Das heißt, es wurden nicht etwa alle bis auf Wenige aktiv getötet, dass sie erst gar nicht lebten, sondern für diese Wenigen wurde die Welt neu erschaffen und zwar so, dass sie nicht mehr so empfänglich für Sünden war.

    • Dante schreibt:

      …sondern für diese Wenigen wurde die Welt neu erschaffen und zwar so, dass sie nicht mehr so empfänglich für Sünden war.

      Sprechen Sie hier von dieser Welt?

      • Bergstein schreibt:

        Ja. Nach jüdischer Lehre, war die Erde und ist Land Israel immer noch empfänglich für Sünde. Das heißt, dass die Bewohner des Landes vernichtet werden, wenn sie zu viel sündigen. Es geht um die Empfänglichkeit des Landes nicht der Menschen.

  6. Couponschneider schreibt:

    Falsch ist es auch, Selbstjustiz als „alttestamentarisch“ einzuordnen. Wem an angemessenes Strafrecht am Herzen liegt, muss kein Vigilant sein. Das Verbot der Todesstrafe ist auch nicht das höchste der Gefühle. Darauf bilden sich ja Deutsche besonders viel ein. Dass es auf deutschem Boden bis 1987 die Todesstrafe gab, vergessen viele. In der BRD wurde die Todesstrafe nicht aus edlen Motiven abgeschafft, sondern weil man Angst hatte, dass das gegen Nazi-Verbrecher angewandt werden könnte.

    Ich finde „Auge für Auge“ als Rechtsprinzip gar nicht so verkehrt. Gerade in Deutschland bleibt die Verhältnismäßigkeit auf der Strecke. Die Todesstrafe ist abgeschafft, womit die Verhältnismäßigkeit nicht mehr eingehalten werden kann, wenn man es genau nimmt. Danach verlangen aber nur wenige. Was mich ärgert, ist, dass lebenslänglich nicht lebenslänglich im Sinne des Wortes ist. Und das ärgert die meisten Menschen.

  7. Dante schreibt:

    Daher kann ich nur müde lächeln, wenn Barbara Möller die Rache als jüdisches Prinzip bezeichnet.

    Die adäquatere Reaktion wäre ein Stoßgebet: „Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!“

    • Clas Lehmann schreibt:

      Einfach so vom Himmel schmeißen, nützt nichts… Es ist das auch weniger ein Problem fehlender Substanz, als vielmehr fehlenden Verstandenhabens.

      • Dante schreibt:

        Dass vom Himmel fallende Hirnmasse nicht zur Steigerung der Verständigkeit derjenigen führt, die damit bekleckert werden, ist sicher auch den Urhebern des Spruches klar. Es weiß aber doch wohl hoffentlich jeder, was gemeint ist.

  8. Dante schreibt:

    Selbst die buchstäbliche Auslegung von „Auge um Auge“, also als 1:1-Vergeltung, hätte das abendländisch-christliche wie das morgenländisch-islamische Strafrecht – letzteres auch das heutige – um einen geradezu unendlichen Faktor humanisiert.
    Übrigens ist das Wort „alttestamentarisch“ schon Schwachfug. Wenn schon, heißt es „alttestamentlich„. Testamentarisch kann man jemandem etwas vermachen. Ich vermache Barbara Möller testamentarisch meine Großhirnrinde…

  9. Phillip K schreibt:

    So gut der Artikel auch ist, die Sprache lässt mehrmals zu wünschen übrig. Daher meine Antwort, teils ironisch, teils ernst gemeint. 🙂

    Der Text, der von Adam und Eva handelt, ist sehr beschönigend geschrieben. Denn Eva wagte nicht von selber, den Apfel zu essen, sondern erlag der Schlange, die praktisch Schleichwerbung für den Baum machte. Außerdem hat Gott beide mit einem gepfefferten Rauswurf aus dem Garten Eden hinausgefördert, weil sie von Baum der Erkenntnis genascht hatten, nicht weil er eifersüchtig war. Adam und Eva wollten garantiert nicht den Garten Eden verlassen, sonst hätten sie es wohl gemacht, wenn es ein Gefängnis gewesen wäre. Soweit ich weiß, hat Gott extra noch einen Engel in Wachhundfunktion aufgestellt, der aufpasst das keiner mehr den Garten betritt, offenbar steht der Engel heute noch da.
    Die große Flut soll eine „Endlösung“ gewesen sein? Klingt nach dem Holocaust. Dann würden Sie Gott vorwerfen, dass er Völkermord betreibt. Außerdem riet er nicht, die Arche zu bauen, sondern befahl es. (Befehlsstrukturen = Drittes Reich???) Auch wenn Noah und seine Crew, sowie die ganzen tierpaare fast an eine Elite erinnern, die sich nach der Flut fortpflanzen sollen, nachdem der Rest allens Lebens ausgelöscht wurde, denke ich nicht, dass Drittes-Reich-Vergleiche und Holocaust-Vergleiche sinnvoll sind.
    Blitzkrieg gegen Sodom und Gomorra? Naja, die Weltkriegsvokabeln sind auch hier nicht passend, aber die Einwohner der Städte waren auch nicht das Gelbe von Ei. Das Wort Sodomie kommt nicht von ungefähr. Nicht nur, dass die ganze Stadt Sodom dauergeil war, nein, die wollten auch noch zwei unschuldige Menschen vergewaltigen, die in Haus von Lot (Neffe Abrahams) Zuflucht suchten. Lot versuchte beide zu schützen, indem er seine Töchter der Menge vorwerfen wollte, was sich dadurch erklärt, dass damals Gastfreundschaft wichtiger war, als alles andere. Am Ende holt Abraham zumindest Lot, seine Frau und seine zwei Töchter aus der Stadt, bevor die dem Erdboden gleichgemacht wurde (passendes Wort). Nun ja, vier Personen, die gerettet wurden. Immerhin etwas. Interessant ist auch noch, dass Lots Töchter ihn später betrunken machen und sich schwängern lassen, ob Gott beide hätte retten sollen, ist fraglich. Besser als die Sodomer sind sie dann auch nicht.
    Was die Partnerschaft angeht, so stimme ich dem Begriff voll zu, denn Gott sollte mit Abraham einen seiner besten Leute haben und gründete mit ihm das Judentum.
    Am Ende sagen Sie, dass der Gott im NT auch hasst. Dem stimme ich nicht zu. Denn der Unterschied zwischen AT und NT ist, dass Gott früher ein strafender Gott war und jetzt ein liebender Gott. Der liebende Gott interessiert sich nicht oder wenig für die Sünden, denn Gott schaut nur auf die guten Dinge im Leben des Menschen und lässt daher jeden in Gottes Reich, der ein guter Mensch ist, egal wie lange er gut ist. Vgl. Parabel mit dem Weinberg

    • Eliyah schreibt:

      Denn der Unterschied zwischen AT und NT ist, dass Gott früher ein strafender Gott war und jetzt ein liebender Gott.
      Dazu muss ich als gläubiger Jude sagen: Das ist einfach Bullshit.

    • Max schreibt:

      Wenn Gott sich wenig für die Sünden interessiert, warum wird er dann in Jesus Mensch und opfert sich, nur um die Sünden hinwegzunehmen? Ein bischen überdramatisch für etwas, dass einen eigentlich nicht interessiert…

      • Eliyah schreibt:

        Max, das ganze Christentum ist in sich nicht schlüssig. Aber das ist nicht mein Problem, damit müssen die selbst klar kommen. Was aber mein Problem ist, ist diese Behauptung, G-tt wurde erst im sog. NT ein vergebender G-tt und war vorher ein Rachsüchtiger. Das wird auch nicht richtiger, wenn man es dauernd wiederholt. Ihr lieben Christen: Das nervt! Hört auf damit! Ihr kennt von der Torah nur eine Übersetzung der Übersetzung und nicht mal die habt ihr offenbar verstanden! Ich kenne das NT nicht, dafür die Torah um so besser. Und ihr habt weder die Güte, die Vergebung noch die Nächstenliebe erfunden, ihr Plagiatöre!

        • besucher schreibt:

          Naja, im AT wurde ja gern mal abgekupfert. Ich sag nur Mordechai und Esther. Die Ähnlichkeit zu Marduk und Ishtar ist natürlich ganz zufällig gegeben. Ihr Plagiatöre 😉

      • Phillip K schreibt:

        Der Gott im Neuen Testament, welches für das Christentum der wichtigere Bibelteil ist, ist ein Gott der alles verzeiht. Das Christentum ist auch eine Erlösungsreligion, d.h. in den Himmel bzw das Reich Gottes kommt jeder Christ, der gläubig war. Denn der Gott der Christen interessiert sich mehr für das Gute, als das Schlechte.
        Im Gegensatz zum Judentum, wo Gott die guten Taten mit den schlechten Taten verrechnet und ein Jude mehr gutes getan haben sollte, um in Gottes Reich zur kommen.
        Nun gibt es ja nur einen Gott, der gleichzeitig Gott der Christen, der Juden und der Muslime ist. Der Unterschied zwischen den Religionen, die ja miteinander verwandt sind, liegt nicht an Gott, denn er ist ja ein und derselbe, sondern eher daran, dass es zwischen den Anhängern immer wieder zu Streitprunkten kam, die dann zu Abspaltungen und Gründungen neuer Religionen kam.

        • Dante schreibt:

          Sie irren. Zunächst mal ist es töricht, das NT gegen das AT auszuspielen, denn im NT selbst wird immer wieder berichtet, dass sich Jesus auf die Schrift beruft, welche nur das AT sein kann – oder vielmehr das Original, von dem es her übersetzt wurde.
          Zum Anderen verzeiht zwar MRR alles, außer, wenn man ihn langweilt, aber Gott laut NT keinesfalls alles. Ich empfehle da eine Lektüre des NT, und für das offizielle Christentum das Buch „Die Geschichte der Hölle“ von Herbert Vorgrimler.

          • Eliyah schreibt:

            G-tt verzeiht nur die Sünden, die man ihm gegenüber begangen hat. Eine Sünde, die man gegenüber einem Mitmenschen begangen hat, kann nur der Mitmensch auch verzeihen.
            Das ist auch etwas, was mich am Christentum stört. Man geht zur Beichte, beichtet, dass man seinem Nachbarn etwas gestohlen hat und der Pfaffe vergibt ihm im Namen des Herrn gegen eine Absolution, die er wählt. Und was ist mit dem Nachbarn? Muss er das einfach akzeptieren? Der Dieb soll gefälligst zurückgeben oder bezahlen, was er gestohlen hat und dann noch, um in christlichen Bildern zu schreiben, zu Kreuze kriechen und sich entschuldigen!

          • Phillip K schreibt:

            @Eliyah 8.25 Uhr
            Der Sinn einer Beichte liegt nur darin, dass der Schuldige seine Tat auch wirklich bereut. Erst dann gibt es die Absolution. Natürlich wird der Pfarrer dem Dieb auch empfehlen, sich beim Nachbarn zu entschuldigen und die Beute zurückgeben. Im Falle von Verbrechen gegen das Gesetz, wird der Pfarrer dem Schuldigen auch raten, sich der Polizei zu stellen. Ein Mensch, der so religiös ist, dass er nach einen Verbrechen zur Beichte geht, wird auf den Rat des Pfarrers wohl hören.
            Allerdings ist die Beichte auch innerhalb des Christentums diskutiert worden. So haben Protestanten und Reformierte keine Beichte oder kennen nur allgemeine Beichten, sogenannte Bußgottesdienste für alle Menschen, während die katholische und orthodoxe Kirche beharrt, dass in der Beichte dem Pfarrer jede Sünde gebeichtet wird.

    • Dante schreibt:

      Ich bin zwar kein Jude (es ist aber nicht aller Tage Abend), kann mich aber nur Eliyah anschließen. Der liebende Gott begegnet uns sehr wohl im AT, nur dass er eben auch straft (und zwar genau deshalb, wie es Eltern auch tun). Irgenwoher muss Jesus das mit dem liebenden Gott ja haben, und er bezieht sich nicht auf eine persönliche Offenbarung, sondern auf die Heilige Schrift, die für ihn als Juden nur die Tora sein konnte.
      Andererseits ist auch das NT kein Friedefreudeeierkuchenbuch, man sollte es einfach mal wirklich lesen.
      Der Begriff der Hölle im späteren christlichen Sinn begegnet uns erstmals dort, wenngleich noch nicht in der anal-sadistisch ausge“schmückten“ Form.

  10. American Viewer schreibt:

    Ich finde das Talionsprinzip weitaus natürlicher und logischer als so einige Rechtsauffassungen von Jesu und der Moderne. Eigentlich alle. Besonders im Straftrecht. Das Opfer spielt in vielen festlandeuropäischen Prozessen im Grunde keine Rolle. Das ist der falsche Weg.

  11. Eliyah schreibt:

    Klasse argumentiert!
    Der Handel von Abraham ist übrigens nicht der einzige in der Torah. Auch Moses hat mit G-tt verhandelt, sogar erfolgreich! G-tt war mal wieder unzufrieden mit den Juden und hat Moses angeboten, ihm ein neues, ein besseres Volk zu suchen, das er durch die Wüste schicken kann. Aber Moses weigerte sich erfolgreich und rettete so das ganze Volk Israel.
    Nur Noach hat alles hingenommen und um kein einziges Leben gefeilscht. Weder um ein tierisches noch um ein menschliches. Daher war er auch nur ein „Gerechter seiner Generation“, wie die Torah zwei Mal betont.
    Dass die Tiere ein Kollateralschaden waren, ist so nicht ganz richtig. Auch die Tiere waren der Überlieferung nach verkommen, vor allem sexuell, und sollten daher getötet werden. Das war aber keine Strafe, denn die Tiere haben vom Baum der Erkenntnis nicht gekostet und wer keinen freien Willen hat, kann auch nicht für seine Handlungen bestraft werden.
    Und das ist die wichtigste Erkenntnis, die Du ja ungefähr auch so beschreibst: Der Preis für den Freien Willen ist die Aufbürdung der Verantwortung für die eigenen Taten. Oder andersherum: Der Lohn für die Übernahme der Verantwortung für die eigenen Taten, ist die Freiheit.

Seid gut zueinander!

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