Menschen für …

Am 28. November 2015 erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine ganze Seite zur Unterstützung eines Mannes. Über hundertzwanzig Unterzeichner bekundeten in dieser Anzeige ihre Solidarität, darunter viele Prominiente, zum Beispiel: Atze Schröder, Michael Mittermeier, Mario Adorf, Yvonne Caterfeld, Tim Bendzko, Roger Cicero, Jan Delay, Annette Humpe, Jan Josef Liefers, Heinz Rudolf Kunze, Til Schweiger, Bülent Ceylan, Kay One, Pur und Die Prinzen.

Für wen machten sich die Prominenten so prominent auf einer ganzen Seite der FAZ stark? Für Ali Mohammed an-Nimr?

Ali Mohammed an-Nimr ist ein Bürger Saudi-Arabiens und soll hingerichtet werden, weil er im Alter von 17 Jahren an Protesten gegen das Regime im Rahmen des Arabischen Frühlings teilgenommen hat. Ali an-Nimr soll gekreuzigt werden. Bei dieser besonderen Art der Todesstrafe wird der Verurteilte zuerst geköpft, dann wird der Kopf wieder angenäht und die Leiche für mehrere Stunden öffentlich am Kreuz zur Schau gestellt.

Nein!

Für Raif Muhammad Badawi?

Raif Muhammad Badawi ist ein saudischer Internet-Aktivist und politischer Gefangener des Regimes. Er ist Gründer des Online-Forums „Die Saudischen Liberalen“. Die staatlichen Behörden reagierten mit Repressalien wie einem Reiseverbot und Einfrieren seiner Konten. Im Januar 2015 wurde er erstmals öffentlich ausgepeitscht.

Nein!

Für wen also? Für Xavier Naidoo!

Ich weiß nicht genau, was dem Mann angetan wurde, aber es muss schrecklich gewesen sein!

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21 Antworten zu Menschen für …

  1. O.Paul schreibt:

    Na und! Es ist doch schon immer so gewesen: Äußert sich das normale Fussvolk (PEGIDA u-ä.) wird die Nazikeule geeschwungen ohne sich mit dem Anliegen der Leute wirklich auseinanderzusetzen. Heute schreien viele Politiker die Forderungen der PEGIDA aus 2014 raus und niemanden regt das auf.
    Hier mal einige Positinen der PEGIDA, welche mittlerweilen massig von Politikern laudauf, landab ebenso geäußert werden:
    1. PEGIDA ist FÜR die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch oder religiös Verfolgten. Das ist Menschenpflicht!
    4. PEGIDA ist FÜR einen gesamteuropäischen Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge und eine gerechte Verteilung auf die Schultern aller EU-Mitgliedsstaaten! (Zentrale Erfassungsbehörde für Flüchtlinge, welche dann ähnlich dem innerdeutschen, Königsteiner Schlüssel die Flüchtlinge auf die EU-Mitgliedsstaaten verteilt)
    8. PEGIDA ist FÜR die Ausschöpfung und Umsetzung der vorhandenen Gesetze zum Thema Asyl und Abschiebung!
    12. PEGIDA ist FÜR sexuelle Selbstbestimmung!
    18. PEGIDA ist GEGEN Radikalismus egal ob religiös oder politisch motiviert!

    Das sind nur ein paar Kernpunkte, welche vor einem Jahr bei PEGIDA noch kriminalisiert wurden.
    Aber es scheint so, als würden die Gegner von PEGIDA nie deren Positionspapier gelsen haben.

    Ähnlich scheint mir es heute mit den 121 Unterzeichnern zu sein. Haben die sich mit den Äußerungen Naidoo´s auseinandergesetzt? Vermutlich nicht.

  2. Dirk Verwiebe schreibt:

    Sie haben sich selber mal stark gemacht für jemanden, der einen Hund mit einem Blechnapf zusammengeschlagen hat!!! Gegen meine vielen Argumente haben Sie nur dumme Hetze gesetzt. Jetzt ist der Artikel nicht mehr auffindbar. Warum wohl!

    Offensichtlich kennt die Glatze nicht mal: „Keine Gleichheit im Unrecht.“

    • ceterum censeo schreibt:

      Ich kann mich noch gut an den Artikel erinnern. Den Boing mit der federleichten Salatschüssel als „zusammenschlagen“ zu bezeichnen, zeigt, mit wem wir es bei Ihnen zu tun haben. Den Hund juckt so was nicht die Bohne. Ihnen hingegen gute Besserung!

  3. Eitan Einoch schreibt:

    Saudi-Arabien ist schließlich – genau wie Türkei – unser Freund und Verbündeter!
    An ihren Freunden werdet ihr sie erkennen…

  4. ceterum censeo schreibt:

    Am meisten belustigte mich Grönedödel. Äußerte sich doch tatsächlich dahingehend, daß wir doch keine Gesinnungsprüfung hätten. Derselbe Herr trat schon frühzeitig in Dresden gegen Pegida auf und hetzte gegen Andersdenkende.

  5. Elisabeth Lahusen schreibt:

    Nach nem kurzen Blick auf die Liste: Anna Loos ist die Frontfrau von Silly. Zählt die Dame doppelt, oder ist sie nur doppelt wichtig…? Im Ernst, unabhängig davon, ob ich Xavier N. toll finde oder doof – es ging ja von vorneherein daneben: Warum gab es für den ESC kein Casting , sondern eine schlichte Ernennung irgend eines Sängers, den sowieso schon jeder kennt? Das ganze Prozedere ist schlicht peinlich: Die Ernennung, die Rücknahme der Ernennung und jetzt diese Anzeige… man kann den Eindruck haben, dass der ganze Starzirkus von B – Promis nur noch um sich selber kreist.

    • Alreech schreibt:

      Die minimale Forderung ist es eigentlich vorher zu prüfen ob der potentielle Teilnehmer problematisch ist.
      Frei.Wild wäre z.B. kaum zum ESC geschickt worden, und die haben nicht nach einem starken Mann, einen Führer gerufen der mit den pädophilen Satanisten aufräumt…

  6. Sebastian Bergfeldt schreibt:

    Wenns einen von ihnen trifft sind sie natürlich sofort bereit Partei zu ergreifen und zu differenzieren.

    Aber morgen wird natürlich wieder über das Pack hergezogen.

  7. Pingback: Kontakt, Klima und Klage | sichtplatz.de

  8. ceterum censeo schreibt:

    Zwei Gedanken kommen mir spontan: Eine Ansammlung erbärmlicher Amateure und Stümper ergreift Partei für einen der ihren und wendet sich gegen Gesinnungsterror, um danach wieder auf dem nächsten Festival gegen Rechts gegen Andersdenkende Gesinnungsterror auszuüben.
    Zweitens:
    „Bei dieser besonderen Art der Todesstrafe wird der Verurteilte zuerst geköpft, dann wird der Kopf wieder angenäht und die Leiche für mehrere Stunden öffentlich am Kreuz zur Schau gestellt.“
    Den Nächsten, der mir verbietet, Orks Orks zu nennen, den lache ich aus! Oder er bekommt aufs Fressbrett.

  9. Waldemar Undig schreibt:

    So funktioniert halt die deutsche Befindlichkeit.

  10. A.S. schreibt:

    Wundert das? Seit wann setzen sich „Prominente“ gegen Barbarei ein? Die sind immer nur gegen Rechts, gegen Klimawandel oder gegen Gene. Wichtig dabei ist, dass man möglichst nie einen konkreten Gegner hat.

  11. riepichiep schreibt:

    Ich bin ja mittlerweile der Meinung, dass das Problem dieser Leute ist: Eigentlich darf man in Deutschland nur für/gegen etwas Stimmung machen, wenn man richtig viel Geld hat.

    Nun kann mit Internet, Facebook und Twitter jeder Stimmung machen – ganz egal, wieviel Geld er hat.

    • Dante schreibt:

      Nun kann mit Internet, Facebook und Twitter jeder Stimmung machen – ganz egal, wieviel Geld er hat.

      Angesichts dessen, dass mehr Geld nicht unbedingt mehr Geist oder besseren Charakter bedeutet, muss das keinen Verlust an Qualität bedeuten und ist potentiell gerechter als die frühere Situation.

      • riepichiep schreibt:

        Sehe ich ja auch so. Aber ich bin auch keiner mit „richtig viel Geld“ – ich glaube, von denen ist der eine oder die andere durchaus unzufrieden darüber, dass das nun jede(r) kann …

  12. Sophist X schreibt:

    Dass sich der Mainstream plötzlich für einen Abweichler einsetzt, selbst wenn es nur der Naidoo ist, erfüllt mich mit Sorge. Es scheint eine Störung in der Matrix zu geben.

    • Nordland schreibt:

      Moment, wieso „nur“ der Naidoo? Überleg doch mal lieber, welche Überschneidungspunkte es gibt. Der Mainstream, von linksgrünem Populismus dominiert, hat doch nichts dagegen, wenn:

      sich jemand antiamerikanisch positioniert,
      etwas von jüdischem Weltfinanztum (oder wie auch immer sie das nennen) faselt,
      Verschwörungstheorien über 9/11 nachhängt.

      Wenn dieser Mann dann auch noch durch seine Herkunft klar die Sicherheit bietet, kein klassischer deutscher Rechter sein zu können, dann umso besser. Der Mainstream sieht ja bei linkem oder von Migranten artikuliertem Antisemitismus auch nicht so genau hin.

      Bei den Unterzeichnern stellt sich die Frage, ob nicht statt „trotz“ alledem ein „wegen“ alledem als Erklärung angebracht wäre. Das klingt zwar hart, wenigstens teilweise scheint es aber gegeben zu sein.

  13. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    „Für wen machten sich die Prominenten so prominent auf einer ganzen Seite der FAZ stark?“

    Kleine Probleme beschäftigen kleine Gehirne.

  14. Dante schreibt:

    Da fällt mir der Witz mit dem Exekutionskommando ein, das mit dem Verurteilen bei strömendem Regen zum Richtplatz geht. Der Verurteilte schimpft über das schlechte Wetter. Daraufhin bekommt er von den Schützen zu hören, er solle sich nicht so anstellen, schließlich müsse er nicht den ganzen Weg zurück gehen.

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