Eine gesegnete Mariä Empfängnis

Tapfer im Nirgendwo wünscht allen katholischen Leserinnen und Lesern eine gesegnete Mariä Empfängnis.

Kaum ein katholisches Dogma wird so weitläufig missverstanden wie das Dogma von der unbefleckten Empfängnis Marias. Machen Sie mal den Test und fragen Sie in einem ruhigen Moment in die Runde, was das Dogma von der unbefleckten Empfängnis Marias besagt und sie werden mit Sicherheit überwiegend folgende Antwort hören:

„Das Dogma von der unbefleckten Empfängnis Marias besagt, dass Maria Jesus als Jungfrau empfangen hat.“

Genau darum aber geht es in diesem Dogma nicht!

Würde es darum gehen, müsste es heißen: „Die unbefleckte Empfängnis Jesu“, da Jesus ja empfangen wurde. Hier aber geht es um die unbefleckte Empfängnis Marias.

Das Dogma der unbefleckten Empfängnis (lat. immaculata conceptio) besagt, dass Maria von ihren Eltern Anna und Joachim zwar auf natürlich Weise gezeugt, dieser Akt jedoch von jedem Makel der Erbsünde bewahrt wurde. Da für Katholiken Maria die Mutter Gottes ist, muss Maria einfach vom ersten Augenblick ihres Lebens an vor der Sünde bewahrt sein, da Gott ja sonst aus der Sünde geboren worden wäre. Geht irgendwie nicht. Jedenfalls nicht für Katholiken. Die Protestanten sehen das nicht so eng und sagen sich, wenn Gott schon unbedingt Mensch werden wollte, dann bitte auch mit allen Konsequenzen!

Anna und Joachim sind somit laut katholischem Glaubensbekenntnis die einzigen Menschen in der gesamten Geschichte seit Adam und Eva, die unbefleckt gevögelt haben. Nicht mal Maria kann das für sich beanspruchen, denn sie hat mit dem Heiligen Geist ja nie Sex im menschlichen Sinne gehabt. Maria blieb Jungfrau und empfing Jesus so unbefleckt. Anna aber hat sich der körperlichen Liebe hingegeben und empfing Maria dennoch unbefleckt. Masel tov Anna!

Es gibt sogar ein eigenes kirchliches Fest für diesen Tag. „Mariä Empfängnis“ wird am 8. Dezember gefeiert und somit neun Monate vor dem Fest „Mariä Geburt“. Spätestens hier sollte allen klar sein, dass es bei dem Dogma der unbefleckten Empfängnis Marias nicht um den Moment gehen kann, an dem Jesus gezeugt wurde, denn zweieinhalb Wochen Schwangerschaft wäre dann wohl selbst für Gottes Sohn zu wenig gewesen.

Dieser Beitrag wurde unter Christentum veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.