Kritische Praxis

Am 18. Januar 2016 fand am Wuppertaler Landgericht die Berufungsverhandlung gegen zwei der drei Attentäter statt, die Ende Juli 2014 einen Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge verübt hatten. Die Staatsanwaltschaft zog gegen das Amtsgerichtsurteil in die Berufung und forderte Strafen ohne Bewährung.

Zwei der Täter stammen aus dem Gebiet westlich des Jordans und einer aus dem Gazastreifen. Ismael A. (29) lebt als Asylbewerber seit 15 Jahren in Deutschland. Mohamad E. (25) und Jamil A. (19) besitzen eine aufenthaltsrechtliche Duldung. Im Juli 2014 tranken sie nach eigenen Angaben Unmengen Alkohol, um dann gegen vier Uhr früh sechs selbstgebastelte Molotowcocktails auf die Synagoge in Wuppertal zu schleudern. Zwei der Brandstifter konnten weglaufen. Einer wurde jedoch vor Ort festgenommen. Er war gerade dabei, den Feuerwehreinsatz mit seinem Handy zu filmen und die Szenen auf Arabisch zu kommentieren.

Das Amtsgericht erklärte damals, der Anschlag auf die Synagoge sei keine antisemitische Tat gewesen, da die Attentäter erklärt hatten, mit dem Anzünden der Synagoge in Wuppertal, die Aufmerksamkeit auf den Konflikt zwischen Israel und Gaza lenken zu wollen. Das Gericht verstand dieses Ansinnen und erklärte, dass es keine Anhaltspunkte für eine antisemitische Tat gäbe!

Wenn das die Rechtsextremisten von Hooligans Gegen Salafisten erfahren, haben die Moscheen in Deutschland aber ein ganz großes Problem. Von nun an kann jeder Hooligan Brandanschläge auf Moscheen mit der Begründung verüben, die Politik im Iran gefalle ihm nicht. Anhaltspunkte für eine muslimfeindliche Tat wird das Amtsgericht in Wuppertal jedenfalls nicht feststellen können!

Wenn ein Brandanschlag auf eine Synagoge nicht antisemitisch sein soll, sondern als Kritik an Israel durchgeht, dann sind in der selben Logik Brandanschläge auf Asylunterkünfte Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik.

Das Landgericht Wuppertal beließ es bei Bewährungsstrafen!

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17 Antworten zu Kritische Praxis

  1. Sempronius Densus Bielski schreibt:

    Deutschland hat den Hass gegen Juden outgesourct. Die deutschen Judenhasser können sich auf die massenhaft eingeladenen neunen Mitbürger verlassen.

    • Paul schreibt:

      Nein, Nein, „outgesourct“ ist nicht der richtige Begriff dafür, weil es bedeuten würde, dass die Deutschen den Judenhass jetzt durch die Muslime erledigen lassen und ihn selber nicht mehr praktizieren müssen.
      Kann es nicht sein, dass unter der deutschen Bevölkerung der Judenhass geringer geworden ist (glaub ich aber auch nicht) und sie sich deshalb Verstärkung geholt haben?

      Es ist um, in der Ökonomie zu bleiben eine Verstärkung des Judenhasses der Deutschen.

      Herzlich, Paul

      • Dante schreibt:

        Nicht „die Deutschen“ sind Judenhasser, schon gar nicht mehr als andere Völker wie etwa „die“ Polen oder „die“ Russen.

        • Paul schreibt:

          Leider ist das wahr, werter Dante.
          Das haben wir wohl dem Christentum zu verdanken.
          Wie es bei den anderen Religionen, damit meine ich die nichtchristlichen, aussieht, weiß ich nicht.

          Herzlich, Paul

  2. Dante schreibt:

    Das Amtsgericht erklärte damals, der Anschlag auf die Synagoge sei keine antisemitische Tat gewesen, da die Attentäter erklärt hatten, mit dem Anzünden der Synagoge in Wuppertal, die Aufmerksamkeit auf den Konflikt zwischen Israel und Gaza lenken zu wollen. Das Gericht verstand dieses Ansinnen und erklärte, dass es keine Anhaltspunkte für eine antisemitische Tat gäbe!

    Dass die Tat selbstverständlich judenfeindlich ist, darüber sind wir uns sicher einig. Judenfeindlich – und nicht einfach nur falsch – ist aber auch die Position des Gerichts selbst, denn auch wenn es die Tat der missbilligt, so akzeptiert es ja deren Motiv als Beweggrund.
    Fällt für mich unter die Kategorie ‚furchtbare Juristen‘ und ist eine Schande für meine Heimat.

    • Praecox schreibt:

      Bleibt nur noch die Frage offen, welche Rolle die Verteidigung in diesem Zirkus spielte.

      Womöglich hätten die Brandstifter sich mit ihrem Judenhass unverhohlen und offen gebrüstet, wäre da nicht ein geschickter Advokat gewesen, der sie und die Öffentlichkeit vor der Wahrheit bewahren wollte.

    • Paul schreibt:

      „Das Amtsgericht erklärte damals, der Anschlag auf die Synagoge sei keine antisemitische Tat gewesen, da die Attentäter erklärt hatten, mit dem Anzünden der Synagoge in Wuppertal, die Aufmerksamkeit auf den Konflikt zwischen Israel und Gaza lenken zu wollen. Das Gericht verstand dieses Ansinnen und erklärte, dass es keine Anhaltspunkte für eine antisemitische Tat gäbe!“

      Na bitte geht doch!

      Das ist doch eine Steilvorlage für die Verteidiger der Flüchtlingsheimanzünder.
      Sie brauchen doch nur noch zu sagen: „Mein Mandant wollte auf die Problematik der illegalen Einwanderer hinweisen und den Konflikt zwischen der Regierung und , inzwischen der Mehrheit der Bevölkerung.“ Damit würde ich dann bis zum EuGH gehen, weil auch noch auf den Konflikt zwischen Deutschland und einigen EU-Staaten bezüglich der Flüchtlingsverteilung hingewiesen werden sollte.

      Ist Deutschland noch zu retten?
      Mit diesen Politikern?
      Mit diesen Richtern?
      Mit diesen Wählern?

      Herzlich, Paul

      • Dante schreibt:

        Na bitte geht doch!

        Das ist doch eine Steilvorlage für die Verteidiger der Flüchtlingsheimanzünder.

        Wie schon Gerd angemerkt hat.

        Sie brauchen doch nur noch zu sagen: “Mein Mandant wollte auf die Problematik der illegalen Einwanderer hinweisen und den Konflikt zwischen der Regierung und … Bevölkerung.”

        Würde ich als Anwalt eines Rechtsradikalen auch sofort tun. Ich würde mich ausdrücklich auf diese Urteilsbegründung berufen.
        Allerdings – und auch darauf würde ich aufmerksam machen – ist die vorliegende Urteilsbegründung noch wesentlich dünner als das Plädoyer des fiktiven Neonazi – Anwalts, der von ihm hergestellte Zusammenhang existiert wenigstens überhaupt, während zwischen Krieg im Gazastreifen und Synagoge in Wuppertal gar keiner vorliegt.

  3. tapferimnirgendwo schreibt:

    Paul, darf ich das veröffentlichen als Artikel?

  4. Eike Wittekindt schreibt:

    Einfach unfassbar!

  5. caruso schreibt:

    Deutsche Gerichte urteilen öfters so, daß einem gewöhnlichen Sterblichen die Haare zu Berge stehen. Mir schent’s so, als ob viele Richter ohne das minimalste geschichtliches und/oder politisches Wissen aufgewachsen wären und seit ihrer Unizeit nichts dazu gelernt hätten. Oder tue ich ihnen Unrecht, weil sie einfach nur von der Politik – verbal,non-verbal – beeinflußt/gesteuert werden?
    lg
    caruso

    • Couponschneider schreibt:

      Ich wünschte, Menschen würden Urteile sprechen, die halbwegs Ahnung haben, sich Hausverstand bewahrt haben und mit offenen Augen durch die Welt gehen. Schon das Urteil zum glühenden Antisemiten Lothringer war doch ein Skandal. Das schlimme ist: Man kann der Richterin weder Korruption noch Eigeninteresse vorwerfen. Es bleibt die geistige Beschränktheit übrig.

      Die Richterin hätte sich doch nur ein paar schlaue Bücher oder die Wikipedia querlesen müssen. Wenn Antisemitismus erst bei Auschwitz anfangen soll, dann gute Nacht.

      Beim Antisemitismus herrscht großes Wegsehen und große Verharmlosung. Sobald aber einen Witz über einen Schwarzen macht, gilt er schon als Rassist. Was ist am folgenden Witz rassistisch? „Wie beschäftigt man am besten eine Gruppe junger schwarzer Männer? – Wirf ihnen einen Basketball zu!“ Bei einem solchen Witz gänge ein SPON-Zensor schon an die Decke. Die öffentlichen Medien würden hysterisch reagieren, wenn jemand ein Politiker einen solchen Witz erzählte. Eine Gesellschaft, in der ernsthaft diskutiert wird, ob Getränke „Rhabbi“ oder „Papa Türk“ heißen dürfen, hat die Orientierung verloren.

      Hinter einem Witz oder hinter bestimmten Namen für ein Produkt einen Rassismus zu vermuten, ist doch verkehrt. Rassismus herrscht dann vor, wenn man glaubt, aufgrund von Äußerlichkeiten etwas besseres darzustellen und deshalb auch noch mehr Rechte für sich beansprucht.

  6. unbesorgt schreibt:

    Unbestätigten Meldungen zufolge dürfen Proteste gegen die Saudische Diktatur nun wieder an Tankstellen stattfinden.

  7. Hein schreibt:

    Kritik an Israel ist in der Regel antisemitisch. Kritik am Islam ist berechtigt. Das feige Einknicken der Eliten vor dem Islam, das Nicht-zur-Kenntnis-Nehmen dieser Gefahr in Europa und Amerika macht ratlos. Die Flüchtlingspolitik Merkels unterstützt die Ausbreitung des Islams und sie fördert antisemitischen Terror, der sich auch in Brandanschlägen auf Synagogen äußert. Die europäische Politik ermuntert auch den antisemitischen Terror in Israel, über den kaum berichtet wird, wenn er sich gegen „Siedler“ wendet.

  8. yoyojon schreibt:

    Wie es aussieht werden Brandanschläge ein Kavaliersdelikt. Etwa so ähnlich wie falsch parken. Da gibt es dann jeweils ein „Knöllchen“. Auch das Anzünden von Flüchtlingsunterkünften scheint kaum verfolgt zu werden. Dachte doch immer schon, dass die „Normalen“ im Irrenhaus sitzen. Der Irrsinn läuft frei herum. Hier war der Anschlag ebenso wenig antisemitisch, wie sich das Anzünden von Flüchtlingsheimen gegen Flüchtlinge richtet. Man lernt nicht aus.

    • O.Paul schreibt:

      Bei den sogenannten Brandanschlägen scheint es doch sehr oft an den Bewohnern oder deren mitgebrachten Feinden aus dem fernen Osten zu ligen. Komischerweise gibt es oft einen Aufschrei in der Gesellschaft und dann ist plötzlich totenstille. Sicheres Anzeichen, dass keine Rechten zugeschlagen haben.

Seid gut zueinander!

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