Was Frauen dürfen

“Es gibt unheimlich verschiedene Strömungen im Islam. Es gibt ganz gefährlichen Islam und es gibt friedfertigen Islam.“

Sagt Ulrich Kienzle.

Sabatina James wurde im Islam groß. In Pakistan sollte sie zwangsverheiratet werden. Vor einigen Jahren konvertierte sie zum Christentum. Das brachte ihr ein Todesurteil ein. Seitdem hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und kann ohne Sicherheitspersonal keinen einzigen Schritt mehr in der Öffentlichkeit machen, da sie jederzeit und überall umgebracht werden kann. Sabatina James ist ein ständiger Flüchtling in Deutschland. Sie sagt:

“Mir geht es um die Opfer. Da werden Kinder verheiratet mit Segen des Mullahs, da wird zum Prügeln von Frauen aufgefordert und gerechtfertigt, bei ‘ungehorsamen’ Frauen, da werden Hinrichtungen beschlossen und durchgeführt durch die Hilfe sogenannter Friedensrichter, die Jagd auf flüchtige Frauen machen, wenn sie flüchten und von Zuhause weggehen, weil sie die Gewalt nicht mehr aushalten. Dann werden die Mädchen von diesen Friedensrichtern gefunden, wieder zurück gebracht und dann hat das Opfer die Möglichkeit, sich zu unterwerfen oder es wir liquidiert. Was Sie hier sagen, Herr Kienzle, klingt wunderbar bei einer Sendung von Markus Lanz, aber sagen sie das auf Al Jazeera. Überzeugen Sie meine Eltern. Überzeugen Sie die Islamische Staatengemeinschaft dazu, die offen proklamiert, sechsundfünfzig islamische Staaten proklamieren offen in der ‘Islamischen Menschenrechtserklärung’, dass Nicht-Mulsime und Frauen rechtlich keine Geichstellung bekommen dürfen. Sechsundfünfzig islamische Staaten sind antidemokratisch. Das ist Mehrheit! Das ist nicht Minderheit! Das ist kein Einzelfall! Nicht ich sage, dass die Gewalt aus dem Islam entstammt, sondern die Begründer der großen islamischen Rechtsschulen sagen das. Die islamischen Quellentexte sagen das. Jede Menge Islamgelehrter sagen das heute. Die Islamische Staatengemeinschaft sagt das heute. Ich kritisiere nur, dass diese Dinge heute noch gelehrt, gelaubt und nicht bekämpft werden.“

Ulrich Kienzle erklärte darauf:

“Auch hier bitte ich zu differenzieren. Die vier Rechtsschulen, die es im Islam gibt, verurteilen Leute wie Sie zum Tode. Es gibt aber eine Ausnahme, die Hanbalitische. Dort dürfen Frauen nur ein Leben lang ins Gefängnis.”

Was Frauen im Islam nicht so alles dürfen. Als Sabatina James daraufhin sagte: „Das ist aber schön“, stimmte Ulrich Kienzle zu: „Das ist schön, ja“ und fügte hinzu: „Es geht darum ums differenzieren!“

Weitere Informationen finden Sie hier: „Differenzieren bei Lanz“

Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Feminismus, Islam, Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Antworten zu Was Frauen dürfen

  1. 3Palestine schreibt:

    Laut wikipedia* ist Ulrich Kienzle ein „Nahostexperte“ – verwundert es da, dass er sowas von sich gibt? Wenn auch unbeabsichtigt, ist ihm dabei jedenfalls eine sehr treffende Parodie seines eigenen (und vieler Leute) Standpunkts gelungen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Kienzle

  2. Mike schreibt:

    Kienzle ist ein Demagoge, so wie viele Andere in den öffentlich rechtlichen Erziehungsanstalten auch. Sabatina James genießt Redefreiheit, Islam ist Frieden, Israel ist die Bedrohung des Weltfriedens, schwarz ist weiß und Leute, die so denken ähneln optisch immer mehr Saddam Hussein. Ist mir bei Günter GraSS schon aufgefallen.

    • Dante schreibt:

      Sabatina James genießt in der Tat Redefreiheit – und zwar genau so, wie alle Frauen sexuelles Selbstbestimmungsrecht genießen, einschließlich derer, die in einer Gewaltbeziehung leben. Dumm nur, dass sie von Mitbürgern daran gehindert werden, dieses Recht auch auszuüben.

  3. brathering schreibt:

    Allerdings möchte Herr Kienzle nicht immer differenzieren.

    „Wenn Palästinenser Zivillisten töten, dann sind sie Terroristen. Wenn Israelis Zivillisten töten, dann ist das Selbstverteidigung. Und hier ist wirklich ein Doublestandard.“
    (Ulrich Kienzle bei Hart aber Fair)

    Auffallend ist auch, dass Herr Kienzle einerseits Frau Sabatina James erklärt, dass sie frei reden kann und er ihren Einwurf, dass sie nicht frei reden kann, sondern Personenschutz benötigt, wegen dem was sie sagt und meint, nicht gelten lässt, sondern darauf besteht, dass sie frei reden kann. Andererseits aber:

    Michel Friedman: Darf ich ein Gegenargument bringen?
    Kienzle: Aber nicht mit Taliban!
    Friedmann: Das Gegenargument wähle ich noch aus.
    Kienzle: Aber nicht mit Taliban.
    Friedmann: Sagen Sie mal Herr Kienzle, wo haben Sie ihre demokratische Kultur gelernt?
    (Siehe obiger Link zu Hart aber Fair)

  4. A.S. schreibt:

    Ich kann das Wort Differenzieren nicht mehr hören. Nicht weil es falsch wäre, aber es wird demagogisch missbraucht.
    Eigentlich meint Differenzieren, dass man genauer hinschaut. Nicht in diesem Beispiel. Hier soll durch den „differenzierten“ Blick verschleiert werden. Es geht nur darum die eigene Wahrnehmung zu blockieren.

  5. Hessenhenker schreibt:

    „Es gibt unheimlich verschiedene Strömungen im Islam“. Kienzle

    Was ist das für eine verquere Formulierung?
    Klingt ja wie neulich Anja Reschke ebei hartaberfair, die sich rechtfertigte sie selber habe doch „Billionen Beiträge zu Neukölln gemacht“.

    Seit Hauser nicht mehr da ist, um Kienzles Aussagen differenziert zu relativieren, sollte Kienzle unter Hausarrest stehen.

  6. Dante schreibt:

    “Auch hier bitte ich zu differenzieren. Die vier Rechtsschulen, die es im Islam gibt, verurteilen Leute wie Sie zum Tode. Es gibt aber eine Ausnahme, die Hanbalitische. Dort dürfen Frauen nur ein Leben lang ins Gefängnis.”

    Ach, wie schön!
    Wenn das nicht als zwar differenziert, aber dennoch anklagend gegen den Islam gemeint ist, sondern eine Verteidigung sein soll, ist das an Zynismus und Menschenverachtung kaum zu überbieten. Wer danach über Kienzle nicht reden will, muss über Sarrazin schweigen.

  7. Heimchen am Herd schreibt:

    “Es gibt unheimlich verschiedene Strömungen im Islam. Es gibt ganz gefährlichen Islam und es gibt friedfertigen Islam.”

    Das ist Blödsinn!

    Erdogan: „Es gibt keinen moderaten Islam“

    Erdogan sagte im Kanal D TV über den Begriff „moderater Islam“, der im Westen oft zur Beschreibung seiner Partei AKP benutzt wird:

    Diese Bezeichnungen sind sehr hässlich, es ist anstößig und eine Beleidigung unserer Religion. Es gibt keinen moderaten oder nicht-moderaten Islam. Islam ist Islam und damit hat es sich.

    Erdogan ist nicht zum ersten Mal sehr offen. Am 6. Dezember 1997 zitierte er den türkischen Dichter Ziya Gökalp mit folgenden Zeilen:

    „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“

    Noch Fragen, Kienzle?

  8. unbesorgt schreibt:

    Lanz ist bei mir für 9 von 10 Fernseh-Pickel verantwortlich, dafür hätte es die letzte Sendung nicht gebraucht. Aber was der Kienzle da abgelassen hat, verhärtet sich gerade zum Abszess!

  9. yoyojon schreibt:

    Es geht kein Weg daran vorbei – der Islam müsste eine Aufklärung durchmachen, die dazu führen müsste, dass ein Großteil des Korans und der Traditionen als historisch überholt auf den Müllhaufen der Geschichte fliegen, wie das „Dieu le veux“ der Kreuzritter, als sie in Jerusalem durch das Blut von Juden, Christen und Muslimen stapften. Für diese Aufklärung hat Europa ca. 200 Jahre oder noch länger gebraucht und ist heute noch nicht ganz fertig damit (z.B. Gleichstellung der Frau ist noch nicht in allen Köpfen angekommen). Wenn also der Islam / die Muslime HEUTE damit anfangen würden, könnten wir vielleicht in 200 Jahren wieder einmal nachfragen, wie es denn nun damit sei. Leider ist HEUTE von solch einem Anfang immer noch nichts zu erkennen (ein paar Individuen ausgenommen), im Gegenteil, wie überall zu sehen, versichert sich der Islam gerade weltweit seiner kriegerischen Vergangenheit und blickt wie gebannt auf das, was im Mittelalter und zur Zeit der islamischen Eroberungskriege gegolten hat. Das kann nur heißen, dass die von mir oben anvisierten 200 Jahre bei Weitem nicht ausreichen werden.
    Abschwächend möchte ich ergänzen, dass es auch etliche Muslime gibt, die individuell im Interesse eines vernünftigen Lebens ihre Religion einfach nicht so sehr Ernst nehmen und als hätten sie eine Aufklärung erfahren, sich nicht um den „offiziellen“ Irrsinn kümmern. Meine Friseuse (seit 20 Jahren), ist so eine… und ich denke, meine Gemüsehändlerin auch.

  10. Hessenhenker schreibt:

    Differenzieren.
    Ist der Mensch verrückt oder bloß ein Verbrecher?
    Werden Lanz und Kienzle abgesetzt, oder dürfen sie ein Leben lang ins Fernsehen?
    https://hessenhenker.wordpress.com/2016/02/12/wer-verfolgt-lanz-und-kienzle/

    • Dante schreibt:

      Lanz ist einfach ‚politisch korrekt‘, Typ Klassenprimus. Kienzle hingegen weiß, was er tut. Man darf den Mann nur einladen, wenn man gleichzeitig entweder Broder, Abdel Samad oder beide einlädt und keinesfalls abwürgt. Was will Kienzle schon erwidern, wenn ihm Abdel Samad sagt: „Herr Kienzle, ich weiß definitiv mehr über Islamofaschismus und seine Anhänger als Sie: Ich war einer von ihnen.“

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