Das dümmste Argument für Rundfunkgebühren!

Oft höre ich als Argument für den Zwang, Rundfunkgebühren zu zahlen, damit würde Qualität gefördert, da es sonst nur noch RTL und Sat1 zu sehen gäbe. Das Argument ist jedoch Quatsch! Das Privatfernsehen in Deutschland ist nur deshalb so schlecht, weil es die Zwangsgebühren gibt!

Stellen Sie sich mal vor, es gäbe zehn Restaurants, aber zwei Restaurants würden ihr Geld vom Staat bekommen, weil alle Deutsche gezwungen würden, den beiden Restaurants Geld zu geben, unabhängig davon, ob sie dort essen oder nicht! Diese Restaurants müssten somit weder für ihre Zutaten, noch für ihre Inneneinrichtungen zahlen. Was könnten die anderen acht Restaurants machen, um gegen diese zwei bevorzugten Restaurants zu konkurruieren? Sie müssten billiger produzieren und sparen, an den Waren, an den Service, an der Qualität. So ginge die Qualität für alle zehn Restaurants im Durchschnitt runter! Und was würden die geförderten Restaurants machen? Immer wenn es darum ginge, die Gehälter der staatlich finanzierten Köche und Kellner hochzuschrauben, würden sie die Qualität ihrer Speisen etwas mindern und somit dem allgemeinen Standard anpassen, Hauptsache man bleibt qualitativ etwas über dem Niveau der acht nicht geförderten Restaurants. So würde die Qualität der zehn Restaurants im Durchschnitt immer mehr sinken.

Die Qualität des deutschen Fernsehens ist nur deshalb so mäßig, weil es Rundfunkgebühren gibt!

Man schaue sich mal an, wozu Fernsehen möglich ist, wenn alle Sender frei miteinander konkurrieren müssen. Das Bezahlfernsehen in den USA ist am besten, gerade weil dort kein Bezahlsender vom Staat unterstützt wird und für zwanzig Euro im Monat bekommt man dort deutlich mehr Qualität serviert als in Deutschland. Zudem besteht ein großer Teil des deutschen Fernsehens aus Einkäufen aus dem US-amerikanischen Markt. Zu den erfolgreichsten Sendungen bei ARD und ZDF gehören Produktionen aus den USA, die entweder direkt eingekauft oder kopiert wurden. Das sagt doch eigentlich alles!

Die Rundfunkgebühren ermöglichen auch keine objektive Berichterstattung, sondern geben vor, was objektiv zu sein hat. Es gibt nämlich keine objektive Berichterstattung. Jede Nachricht ist zugleich auch Meinung! Jede Nachricht ist allein schon deshalb Meinung, weil vorher entschieden wurde, über dieses Ereignis zu berichten, während andere Ereignisse unter den Tisch gefallen sind. Es ist zudem Meinung, weil darüber entscheiden wurde, wer zu diesem Thema reden darf.

Die verschiedenen Tageszeitungen in Deutschland beweisen, wie unterschiedlich der Blick auf die Welt ausfallen kann. Objektivität ist bestenfalls die Summe aller subjektiv berichtenden Medien. Es wäre fatal, wenn ein Staat erklären würde, welche Zeitungen wahrhaft objektiv sind und seine Bürgerinnen und Bürger dann zwingen würde, diese Zeitungen zu abonnieren. Bei Fernsehanstalten macht der Staat jedoch genau das und übt mit diesem Zwang zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen indirekt Zensur aus! Denn natürlich sind auch die öffentlich-rechtlichen Fernsehmacher nicht neutral. Das sieht man schon an der Auswahl der Gäste bei Politformaten.

Es ist nicht neutral, dass in jeder Talkshow der ARD und des ZDF, stets die selben Gäste sitzen. Jedes Buch, jeder Verlag, jeder Blog, jeder Sender wird von Interessen geleitet. Auch die Tagesschau ist subjektiv! Sie wird von Menschen gemacht. Menschen haben Meinungen, Einstellungen und Interessen. Die eigene Subjektivität zu leugnen, ist so verlogen wie die Behauptung, die Wahrheit könne sich nur im staatlichen Zwang durchsetzen, gegen die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger und somit gegen die Demokratie. Eine Presse, die dem Gemeinwohl untersteht, ist nicht frei! Eine Presse, die unabhängig sein soll und das Volk zwingt, für die vermeintliche Unabhängigkeit zu zahlen, ist nicht frei. Eine Presse, die vom Staat in privat und öffentlich-rechtlich eingeteilt wird, ist nicht frei!

In Deutschland gibt es den Zwang, gewisse Sender zu bezahlen! Dieser Zwang wird vom Staat mit seinem Gewaltmonopol durchgesetzt. Das muss man sich mal klar machen. Der Staat nutzt sein Gewaltmonopol, um gewissen Sendern dabei zu helfen, Fernsehen zu machen. Man stelle sich mal vor, der Staat würde das mit Zeitungen oder Büchern machen. Fernsehen jedoch ist etwas besonders, denn es erreicht die Masse und die Masse war für die Politik immer schon von Interesse.

Ein paar erschreckende Beispiele, die belegen, wie sehr öffentlich-rechtliches Fernsehen der freien Berichterstattung geschadet hat, finden Sie in dem Artikel „Warum die Rundfunkgebühren verschwinden müssen“.

Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Liberalismus, Philosophie, Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

24 Antworten zu Das dümmste Argument für Rundfunkgebühren!

  1. O.Paul schreibt:

    Was mich so richtig wuschig macht, ist die Gldverschwendung bei den ÖR.
    Da wird ein Wetterbericht irgendwo in Deutschland gedreht statt aus dem Studio zu senden. Der Wettermoderator und meist 2 Kamerateams sind da unterwegs.

    Oder die Berichterstattung von den Vorwahlen in den USA. Da schicken die Leute übern Teich um ausführlichst über Wahlergebnisse aus Iowa zu berichten. Gibt es dafür wirklich ein Publikum in Deutschland?

    Oder wenn mans sich mal anschaut, wieviel Senderplätze die einzelnen Regionalsender des ARD belegen. Dafür, dass 2 Stunden am Tag etwas regionaler gesendet wird.

    • Dante schreibt:

      Oder die Berichterstattung von den Vorwahlen in den USA. Da schicken die Leute übern Teich um ausführlichst über Wahlergebnisse aus Iowa zu berichten. Gibt es dafür wirklich ein Publikum in Deutschland?

      Ja. Es kann sogar gleich mindestens zwei Motive für einen Europäer geben, sich dafür zu interessieren, ein rationales und ein psychologisches. Das rationale besteht darin, dass einem US-Präsident ein gewaltiger Einfluss auf die Geschicke der Welt, besonders der „Westlichen“ Welt, zugeschrieben wird, vielleicht ein größerer als dieser wirklich besteht, das psychologische, das ich meine, hat eher etwas von einem Zoobesuch. Man interessiert sich dafür, ob die Amerikaner tatsächlich den Silberrücken (gemeint ist Trump) zum Alphamännchen wählen oder sich vielleicht doch eher wie erwachsene Menschen, d.h. wie Europäer, verhalten.

      • ceterum censeo schreibt:

        Denn leider stehen den Amerikanern nicht solche herausragenden Persönlichkeiten wie Merkel, Steinmeier, Gauck, Roth, Fischer, Wowi, Gabriel, Trittin, Hitler etc. zur Verfügung, wenn man von Obama, Clinton und Sanders absieht. Und dumm sind sie ja sowieso, wie wir alle wissen.

        • Kanalratte schreibt:

          Die Amerikaner sind ausnahmslos fett und verblödet.

          • Dante schreibt:

            Und schießwütig, haben Sie vergessen. Liegt wohl daran, dass die USA wo ein weites Land sind, da muss man keine Kompromisse eingehen und nicht Frieden halten. Im Gegensatz zu uns Europäern, die wir bekanntlich auf engstem Raum leben und daher seit Jahrtausenden immer nur Kompromisse und Frieden geschlossen haben und nie versucht haben, Konflikte gewaltsam zu lösen, niemals nicht.

  2. CWeiss schreibt:

    Die Erklärung von Herrn Buurmann, dass die Gebühren die allgemeine Qualität des Fernsehens noch absenken, erscheint mir plausibel. Verzerrter oder ausgesetzter Wettbewerb hat noch nie Leistung geschaffen.

    Ich wage allerdings auch zu bezweifeln, dass die Qualität der öffentlich-rechtlichen Kanäle besser ist als der Privaten.
    1. Gibt es im Privatfernsehen durchaus gute Reportagen und Nachrichtenmagazine, die dort einfach von privaten Medienhäusern finanziert werden.
    2. Während ZDF und ARD auf Geriatrie-Fernsehen machen und mit Sendungen wie Musikantenstadl im Rahmen dessen, was von den Zuschauern gewünscht wird, sehr wohl gute Qualität abliefern, sind die Privat-Formate häufig auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet. Es mag dem anspruchsvolleren Zuschauer bei Sendungen wie „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ oder „Bauer, ledig, sucht Frau“ oder „Berlin, Tag und Nacht“ beinahe die Hirnzellen zerplatzen, aber diese Sendungen sind offenbar Zielgruppen gerecht gut produziert, sonst wären die Einschaltquoten deutlich schlechter.
    3. Amerikanische Spielfilme und amerikanische Serien, die – mit wenigen löblichen, vor allem britischen Ausnahmen – allen europäischen Produktionen meilenweit überlegen sind, was alle Aspekte der Qualität von Darstellern, Drehbüchern, Idee, Kameraführung über Erzählweise betrifft, laufen fast ausschliesslich auf Privatsendern.

    Was wirklich negativ auffällt:
    Die Sendungen, die sich um Politik drehen, egal ob Nachrichtensendungen oder Talkshows, sind teilweise hoch manipulativ. Die Auswahl der Talk-Gäste stützt das Kartell jener Parteien, die es über die 5%-Hürde geschafft haben. Es fehlt also auch eindeutig am Wettbewerb der Meinungen. Dabei ist die Debattenkultur teilweise unterirdisch, wenn wieder einer dieser üblichen Brüllhälse da einsitzt, die überall nur Nazis sehen.

    Nicht nur in Deutschland, im deutschen Sprachraum ganz allgemein, ist das Niveau der Fernsehserien und -filme abgrundtief schwach. Lausige Darsteller, klischeehafte und unoriginelle Geschichten.

  3. O.Paul schreibt:

    Meine Beobachtung: Seit Jahren sinkt die Qualität des Privat- Fernsehens. Interessanterweise die des Öffentlichen proportional dazu auch.

  4. abusheitan schreibt:

    Die staatlich subventionierten Restaurants aus dem Beispiel bezahlen ihre höheren Angestellten mit Millionengehältern, bieten aber Menüs an, die auf dem freien Markt wenig Nachfrage fänden. Die servierten Speisen sind mit Beruhigungsmitteln und Stimmungsaufhellern versetzt und führen auf Dauer zu Abhängigkeit. Nur radikaler Entzug kann da noch helfen.

  5. Phillip K schreibt:

    Talkshow über Politik sind sowieso sinnlos, Vertreter aller Parteien diskutieren über ein Thema, jeder hat seine Meinung, die er erzählt, aber die anderen Leute lassen sich nicht überzeugen, sie haben ihre eigene Meinung. Es werden auch keine neuen Gesetze beschlossen, noch Lösungen für Probleme gefunden.

  6. Praecox schreibt:

    Werter Herr Buurmann, Sie sind offenbar schlecht informiert und informieren Ihre Leserschaft deshalb falsch. Das ist gewissermaßen fatal, da Sie selbst ja das Falschinformieren durch die Lügenpresse auf der Agenda haben.

    Jedenfalls werden in den USA sehrwohl die TV-Sender des Public Broadcasting Service staatlich alimentiert, außerdem über Spenden und dann noch die Gebühren der Nutzer.

    Frage: wieviel unabhängiger Journalismus ist möglich, wenn ein Sender auf Spenden von Privatpersonen und -organisationen, sowie staatliche Subventionen, deren Höhe sich mit dem politischen Klima ändern können, angewiesen ist?

  7. American Viewer schreibt:

    Die Qualität des deutschen Fernsehens ist nur deshalb so mäßig, weil es Rundfunkgebühren gibt! Man schaue sich mal an, wozu Fernsehen möglich ist, wenn alle Sender frei miteinander konkurrieren müssen. Das Bezahlfernsehen in den USA ist am besten, gerade weil dort kein Bezahlsender vom Staat unterstützt wird und für zwanzig Euro im Monat bekommt man dort deutlich mehr Qualität serviert als in Deutschland. Zudem besteht ein großer Teil des deutschen Fernsehens aus Einkäufen aus dem US-amerikanischen Markt.

    Genau so ist es. Der Privatmarkt hat es natürlich schwer, wenn ARD und ZDF jedes Jahr auf Mafiosi-Art über 8 Milliarden Euro Schutzgebühr eintreiben. Das sind 8 Milliarden Euro weniger im Markt. Pro Jahr wohlgemerkt. Und das in einem Markt, der ohne Zwangsgebühren wahrscheinlich insgesamt nicht einmal 8 Milliarden groß wäre.

    • stefanolix schreibt:

      Auf der anderen Seite wird ein immer geringerer Teil der 8 Milliarden im Fernsehmarkt (im Sinne von Produktionen, Rechtekauf usw.) wirksam: Der Anteil der Pensionslasten am Fernsehbeitrag wächst stetig. Wir zahlen immer mehr Geld für ARD- und ZDF-Pensionäre …

  8. A.S. schreibt:

    Ich sage es mal so: Wenn ARD und ZDF nicht wären und das staatliche Fernsehen nur wie Phönix und Arte wären, dann würde ich nicht mehr über Rundfunkgebühren klagen. Solange aber die Hauptsender den privaten irgendwie nacheifern wollen und zudem zu oft als Volkspädagogen erscheinen, solange reichen mir Phönix und Arte als Alibi nicht.

  9. Dante schreibt:

    Oft höre ich als Argument für den Zwang, Rundfunkgebühren zu zahlen, damit würde Qualität gefördert, da es sonst nur noch RTL und Sat1 zu sehen gäbe.

    Was wäre so schlimm daran, wenn man statt der Kommentare von Sabine Rau Reportagen von Raschel Blufarb sehen würde?

  10. stefanolix schreibt:

    Es ist unbenommen, dass Medien Nachrichten auswählen müssen. Aber wenn Nachrichten ausgewählt wurden, muss darüber journalistisch (handwerklich) korrekt berichtet werden. Den öffentlich-rechtlichen Medien ist anzulasten, wenn sie DAS nicht schaffen. Die Lösung kann (im Rahmen unseres Grundgesetzes) m. E. nur in einer besseren Qualitätskontrolle liegen. Um das Restaurant-Beispiel noch mal aufzugreifen: Die ÖR-Restaurants hätten eine absolute Grundversorgung an Nachrichten, Kultur und Wissenschaft anzubieten – und das unter einer sehr strengen Qualitätskontrolle. Der Rest (Delikatessen, Fastfood, die Sportbar usw.) sollte privatisiert werden.

    • Gutartiges Geschwulst schreibt:

      @stefanolix: „Die ÖR-Restaurants hätten eine absolute Grundversorgung an Nachrichten, Kultur und Wissenschaft anzubieten …“

      Dem kann ich zustimmen, @stefanolix! Weitere Aufgaben bergen die Gefahr des Eigennutzes und stehen öffentlich-rechtlichen Medien somit nicht zu.

Seid gut zueinander!

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