Willkommensstruktur

„Meine persöhnliche Meinung zählt nicht.“ (Mitarbeiterin eines Meridian-Zugs)

„Two lines!“ (Polizist am Bahnsteig des Bahnhofs Rosenheim).

Ein Bericht von David Serebrjanik. 

Ich steige in Kufstein um 6 Uhr früh in einen Zug nach München ein. Das heisst, ich will einsteigen. Und gewöhnlich steige ich irgendwo ein, in irgendeine Tür des Zuges, die mir gerade als zum Einstieg einladend erscheint. Sie wahrscheinlich auch. Diesmal scheint es ein besonderer Zug zu sein. Denn nur eine Tür ist offen und an dieser stehen Polizisten und irgendwelche Typen in Uniform mit der Aufschrift „Detektei. Weltweit“. Diese Typen teilen mir mit, dass man nur an dieser einen Tür einsteigen kann. Ich bin nicht sprachlos, obwohl ich mich sprachlos fühle, und frage: Warum? Einer der Typen murmelt irgendwas von irgendwelchen Begleitpersonen. Es dämmert mir, dass es, um wen sonst, um Flüchtlinge geht. „Sie können natürlich an den anderen Türen einsteigen, aber diese sind zu“, sagt mir der nette Schutzmann mit süffisantem Lächeln. „Den Ausweis bitte“. Nachdem er meinen usbekischen Pass kurz beäugt hat, sagt er: „Einsteigen und nach rechts gehen!“ „Aber sowas von rechts!“ entgegne ich und frage, was passieren würde, wenn ich nach links ginge? „Dann müssen Sie in Rosenheim aussteigen und werden registriert!“

Wow. Jetzt erst kapiere ich es richtig. DER ZUG IST GETRENNT. In Flüchtlinge und Nichtflüchtlinge. Die Nichtflüchtlinge haben einen grösseren Teil des Zugs. Die Flüchtlinge haben dafür die Polizisten, die sie bewachen. Der Zug fährt los und es ist zum Kotzen: säuberlich getrennt sitzen wir, Nichtflüchtlinge hier – und sie, die Flüchtlinge, dort. Säuberlich getrennt durch zwei Polizisten, Mann und Frau (wie biblisch!), die auf jede Bewegung im Flüchtlingsabteil mit unruhigen Blicken reagieren, ganz so, als würden die Flüchtlinge jede Sekunde etwas böses anstellen können.

Eine Schaffnerin kontrolliert die Tickets (nicht bei Flüchtlingen) und ich frage sie, ob es jetzt hier so üblich ist, dass man die Züge in zwei Sektoren aufteilt. „Ja“, sagt sie, „schon seit einiger Zeit.“ „Finden Sie das persönlich in Ordnung?“, frage ich sie. „Meine persönliche Meinung zählt nicht“, antwortet die pflichtgetreue deutsche Frau. Ich versuche zu dikutieren und frage dann wieder nach ihrer persönlichen Meinung. „Die bekommen Sie hier nicht“, sagt die Hüterin des Zuges und geht weg.

Der Zug rollt in Rosenheim ein. Einer der Polizisten geht durch den Flüchtlingssektor des Zuges und fordert die Menschen dort auf, ihre Sachen zu nehmen und sich zum Ausstieg vorzubereiten. Am Bahnsteig werden sie von weiteren Polizisten erwartet, von denen einer den Menschen zuruft: „Two lines!“ Ja. Genau so. In zwei Kolonnen (ganz wie im Kindergarten) werden diese Menschen aufgestellt. Ich hätte es nie für möglich gehalten, wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte. „This is the Welcome-Culture of Germany! Welcome! I’m ashamed of it!“ rufe ich den Menschen zu. Einige lächeln. Dann werden sie abgeführt.

Oh, Deutschland, ich werde nicht in der Nacht deiner denken!

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106 Antworten zu Willkommensstruktur

  1. Dante schreibt:

    @all
    Es heißt „in zwei Reihen“, nicht „in Zweierreihen“!

  2. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    Auch wenn ich Ihre Gefühle wertschätze, @Serebrjanik, erscheinen sie mir in diesem Falle unangebracht.
    Hier geht es einzig und allein darum, das notleidende Meschen so schnell wie möglich Obdach und Nahrung erhalten, was ohne zügige, straffe Organisation eben nicht möglich ist. Zudem können Sie sicher sein, dass auch die Zweierkolonnen einem nützlich Zweck dienten – vermutlich damit die weiterführenden Verkehrsmittel rascher bestiegen werden konnten.

  3. ceterum censeo schreibt:

    http://www.metropolico.org/2016/02/15/ich-komme-mit/

    Schämen wir uns! Jetzt haben wir die ersten schon vergrämt. Hoffentlich bekommen sie ein paar tüchtige Tausender als Entschädigung mit.

  4. Mensch-mit-Herz schreibt:

    Meinen großen Respekt für diesen empathischen Artikel und den ehrlichen Einblick in die eigene Geschichte. Danke.
    Wir sind mehr als die Rassist_innen.

  5. Sophist X schreibt:

    Sehr emotional und vollkommen subjektiv. Noch ein bißchen mehr irrational, und Sie könnten Bundeskanzlerin werden 😉

    • Dante schreibt:

      Subjektiv ist auch die Sicht derer, die aus schlechten Erfahrungen mit Ausländern heraus kritisch über die Flüchtlinge im allgemeinen denken. Dagegen ist auch erst mal nichts einzuwenden, solange man sich dessen bewusst ist. Auch Vorurteile können vor allem dann wirklich virulent werden, wenn man glaubt, keine zu haben. Aber dafür hat Homo Sapiens ja die Fähigkeit, zu diskutieren, man kann (notwendig subjektive) Erfahrungen auch austauschen.

    • Serebrjanik schreibt:

      Ich glaube, für die Bundeskanzlerin habe ich eine falsche Frisur. Ich bin gerne emotional.

  6. Serebrjanik schreibt:

    Wie schön! Man kann ziemlich viel über sich selbst lernen, wenn man einfach das beschreibt, was man sieht und wie man sich fühlt. Ich fasse es zusammen: ich bin ein linksverbrähmter, sowjetischer Usbeke und Heuchler, der in einem autofahruntüchtigem Zustand in einem Zug eine Gruppe Wilder getroffen hat, die schmutzig und übelriechend den Biodeutschen ihre Frauen wegvögeln und Mercedese wegflitzen wollen.

    Sorry Leute – das habe ich alles nicht gesehen. Was ich gesehen habe, waren Menschen, junge, alte, Frauen, Kinder, die einer Selektion unterzogen wurden. Warum auch immer. Und man fühlt sich selbst ziemlich mies, wenn in seiner Gegenwart jemand selektiert wird. Eure dümmlichen Argumente mit Flughafen etc. ziehen nicht. Denn am Flughafen werden Schlangen gebildet zum Anstehen. Für alle. Hier wurden Schlangen gebildet zum Gehen. Für „die da“. Und so etwas habe ich in der Tat noch nie erlebt, ausser in tatsächlich sowjetischen Kindergarten und Schule. Und so erwas kotzt mich von Herzen an.

    Leute, die jetzt hier mich aufgrund meines usbekischen Passes auf meine usbekische Herkunft verweisen, obwohl ich ohne ernstzunehmende Fehler ihre Sprache spreche und schreibe und mein halbes Leben in Deutschland lebe, diese Leute kotzen mich gerade auch an und ich möchte ihnen gegenüber folgendes klarstellen:

    Ich bin ein russischer Jude, der in Usbekistan geboren wurde, weil mein Vater mit seinen Eltern aus Odessa vor den Nazis flüchtete und meine Mutter mit Ihrer Mutter, die auf Arbeitssuche war, ebenfalls ins warme und gastfreundliche Usbekistan kam. Dort trafen sich die beiden und dort wurde ich geboren. In der Schule hat man mir paar mal gezeigt, was Judesein heisst. Es steht sogar in meinem Usbekischen Pass, ihr sauber argumentierenden Klugscheisser: „Nationalität: Jude“. So hat man es tatsächlich in der SU gehandhabt und so wird es auch weitergemacht. Soviel zu meinem Usbeke-Sein. Ich bin Flüchtling in zweiter Generation und dazu noch ein sogenannter Kontingent-Flüchtling – googelt mal, was das ist. Und ich habe dieses Gefühl noch im Nacken: was das heisst, in einem fremden Land mit 5 Koffern an einem Flughafen zu stehen und null zu verstehen. Die Juden aus der SU wurden damals nicht so „umsorgt“, man hatte Angst wieder etwas falsch zu machen. Ich glaube, das tat uns gut. Und ich fühle heute mit diesen Menschen, die hierher kommen, mit. Wenn schon eure Mutti die Schranken hochhebt, was ich durchaus als Kritikwürdig erachte, dann soll man wirklich darüber nachdenken, was „WillkommensKULTUR“ heisst und nicht die Gastfreundlichkeit vorheucheln und die Sonderabteile und Kolonnen-Gehen als Gast-Pflichtübung absolvieren lassen. Deutschland ist nicht das Paradies. Deutschland ist teilweise auch ziemlich mies. Schaut das Wetter an!

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Es fehlt Jude, schwul und grünversifft!

    • ceterum censeo schreibt:

      So, nun komm mal wieder runter! (Ich bleibe beim Du, weil wir hier im Netz sind und teilweise auch unter Nicknamen schreiben, es sei denn, Du bist dann beleidigt.)
      Du erwähntest den usbekischen Paß, das macht mich einfach neugierig. Erstens überrascht es, weil Dein Name es nicht vermuten läßt, zweitens fragt man sich, warum Du ihn erwähnst, drittens, warum Du dir nicht einen deutschen dazugeholt hast, wo die doch wie Sauerbier verteilt werden, viertens, ob Du wohl so ein viereckiges Käppchen trägst und einen Falken oder gar Adler hast? Also alles ganz harmlose Fragen, die Dich nicht diskriminieren sollen.
      Nun weiter im Text. Auch mich ollen Zoni hat man hier nicht zu hundertprozent auf Knien empfangen, obwohl ich niemanden auf der Tasche lag, niemanden mit irgendeiner aufdringlichen Religion belästigt oder ihn angegriffen oder seine Frau vergewaltigt habe, was man von den Leutchen in Deinem Zug für die Zukunft nicht hundertprozentig voraussagen kann. Von deren Mitreisenden werden uns in Zukunft die meisten für immer auf den leerer werdenden Taschen liegen, unser Land in ein islamisches verwandeln wollen und letztlich werden viele von ihnen handgreiflich gegen uns werden, was die Vergangenheit zur Genüge bewiesen hat. Merkel ist übrigens nicht unsere Mutti, auch wenn immer noch Verblödete sie wählen und so nennen, und die meisten fühlen sich auch nicht zu einer sogenannten Willkommenskultur verpflichtet, weil sie schlicht niemals jemanden eingeladen haben. Die Reisenden müßten sich nach Meinung der Mehrheit auch nicht in Zweierreihe aufstellen, solange sie das Kommando „Kehrt, ohne Tritt marsch!“ befolgten.
      Und noch was : Deutschland ist das Paradies, auch mit beschissenem Wetter! Und wir werden es nicht kampflos hergeben! Dabei sehen immer mehr von uns gottlob, daß gerade Ihr russisch-, jüdisch-, polnisch- oder sonstwie stämmigen, selbstredend auf unserer Seite steht. Ich glaube, die meisten von denen brechen nicht gleich in Tränen aus, wenn sie im Zug von den Gästen der Kanzlerin räumlich getrennt werden. Zumal jeder das nicht weit gelegene nächste „Flüchtlingsheim“ zwecks Völkerverständigung und Buße tun aufsuchen kann. Übrigens wechselt bei Annäherung von Gästetruppen im öffentlichen Raum der Einheimische mit Überlebensinstinkt immer häufiger die Straßenseite und gibt ein Menschenrecht unfreiwillig auf, weil gerade keine Polizei für räumliche Trennung und Schutz sorgt.
      Ein letztes fällt mir gerade noch ein: Das Schlangestehen am Flughafen haben wir auch den Angehörigen des Satanskultes zu verdanken, die jetzt als Legionen (ich nenne sie treffender gleich Legion) hier einfallen.
      Also, nimm’s nicht persönlich, Dein Mitgefühl ehrt Dich immerhin!

      • ihrseidnichtdasvolk schreibt:

        Na ja hau hier mal nicht so auf den Putz.
        Auch von Dir wusste man im vorraus, dass du keine Frauen begrabschst und kleine Kinder isst!!!
        Das zeigte erst die Zeit, wenn Deine Aussage diesbezüglich denn stimmt. Im Netz kann man viele Lügen auftischen.
        Einfach mal darüber nachdenken, Herr Zoni

    • max schreibt:

      Hast Du Dich schon mal gefragt, ob die Reaktionen vielleicht deshalb so ausfallen, weil Du ein ganz klein wenig hysterisch wirkst? Selektion? Da ist es doch nach Auschwitz nicht mehr weit, nicht wahr. In Zweierreihen gehen? Furchtbar. Abgetrennte Zugsabteile? Hat zwar jede Gruppenreise auch, ist hier aber bestimmt ganz ganz schlimm.
      Wenn „Mutti“ (welche Perversion) die Schranken hoch macht, muss das übrigens noch lange niemand gut finden. Man könnte sich eher fragen, ob die von oben angeordnete „Willkommenskultur“ nicht viel mehr Nähe zum Totalitären hat, als es eine Zweierreihe je haben könnte.

    • A.S. schreibt:

      Serebrjanik hat durchaus Recht wenn er sich über einige Reaktionen beschwert. Kommt mal n bisschen runter.

      • Krokodil schreibt:

        Seinen Artikel ausser acht lassend, mag das stimmen.
        Eine (meine) süffisante Entgegnung darauf (seinen Artikel) sollte als maximal zurückhaltende Entgegnung verstanden werden.

  7. Citoyenne schreibt:

    Ich fahre seit 14 Jahren mit dem IC zur Arbeit. Im Sommer und Herbst letzten Jahres, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingstransfers quer durch Österreich, waren Flüchtlinge und zahlende Fahrgäste anfangs „gemischt“. Der Geruch in den Waggons war unbeschreiblich. Ich konnte das kognitiv ohne weiteres verstehen, da die Menschen offenbar weite Wege ohne die Möglichkeit sich zu waschen zurückgelegt hatten. Mein „System“ kam damit aber nicht ohne Brechreiz zurecht – auch nicht mit den sichtbaren Verschmutzungen. Eines Tages waren dann die beiden ersten Waggons des IC für „normale Reisende“ gesperrt. Alle nahmen das mit Erleichterung zur Kenntnis. Inzwischen hat sich ein neues Problem für Pendler und andere Reisende aufgetan. Die von Bayern nach Österreich zurückgeschobenen Marokkaner terrorisieren den Bahnhof. Die Polizei hat angeblich keine Handhabe, Diebstahl, Raub und Belästigung abzustellen, Abschiebung ist nicht möglich, weil Marokko seine Bürger nicht zurücknimmt. Eltern bilden bereits Fahrgemeinschaften, um ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen und wieder abzuholen. Ich weiß, diese Beschreibung führt über den Inhalt des obigen Artikels hinaus, aber er fügt vielleicht hinzu, wie es den Bürgern in dieser nie zuvor erlebten Situation geht.
    In der Schlange stehen musste ich übrigens in den Staaten regelmäßig bei der Einreise.

    • Serebrjanik schreibt:

      Mussten Sie auch in zwei Reihen gehen in den Staaten?

      • Beate Kraml schreibt:

        Sogar in 4-er- Reihen!

      • Beate Kraml schreibt:

        Ich musste manche Unfreundlichkeit von Seiten der Kontrollorgane übwer mich ergehen lassen, in für mich nicht nachvollziehbaren Reihen stehen bzw. voranschleichen, seltsame Fragen beantworten – und ich besuche dieses herrliche Land nach wie vor regelmäßig. Bin allerdings jedesmal froh, wenn ich die Formalitäten im „Land of the free“ hinter mir habe!

  8. American Viewer schreibt:

    DER ZUG IST GETRENNT. In Flüchtlinge und Nichtflüchtlinge.
    […]
    Eine Schaffnerin kontrolliert die Tickets (nicht bei Flüchtlingen).

    Es wäre schon sinnvoll die Trennung zwischen Migranten (aka „Flüchtlinge“) und Nichtmigranten aufzuheben.

    Das hieße dann aber: „Flüchtlinge“ müssen sich Tickets kaufen wie jeder Nichtmigrant auch.

    „Flüchtlinge“ müssen den Eigenanteil an ihren Medikamenten bezahlen – wie jeder Nichtmigrant auch.

    „Flüchtlinge“ müssen selbst ihr Klo putzen, selbst für die Miete aufkommen, sich selbst essen kochen und sich selbst ein Haus bauen – wie jeder Durchschnitts-Nichtmigrant auch.

    Dann ginge der Aufschrei!-Artikel von vorne los, dann hieße es der geschützten Art des „Flüchtlings“ könne man so ein Leben nicht zumuten.

    Man kann es diesen Heuchlern eben nie recht machen.

    • ceterum censeo schreibt:

      Ich glaube wirklich, der Autor ist kein Heuchler! Er hatte lediglich einen Blackout, weil er seit dem Kindergarten noch nie in Zweierreihe antreten mußte, und dies für eine Menschenrechtsverletzung hält, womit er ja nicht ganz im Unrecht hat.

    • Serebrjanik schreibt:

      Habe ich irgendwo geschrieben, dass ich nicht der Meinung bin, dass man die Zuwanderer wie alle anderen behandeln soll? Tickets kaufen? Ja! Arbeiten? Einverstanden! Eigenes Klo putzen? Klar sollen die! Wo nehmen Sie die Huzpe her, mich als Heuchler zu bezeichnen, wenn ich gerade gegen die Umsorgung und Kindergartengetue gegenüber Flüchtlingen anschreibe?

      • HM schreibt:

        Zitat S.
        „Habe ich irgendwo geschrieben, dass ich nicht der Meinung bin, dass man die Zuwanderer wie alle anderen behandeln soll?“

        Das stellen Sie sich dann wie vor?
        Grenze auf, Flüchtlinge rein, viel Erfolg wünschen und das war´s dann?
        In Deutschland im Winter? Ohne Sprach und Gepflogenheitskenntnisse eventuell mit kleinen Kindern im „Gepäck.“
        Für mich ist das ja nun eine sehr theoretische Situation, aber als dem Tode entronnener Kriegsflüchtling wäre ich sehr glücklich so versorgt zu werden. Und ein separates Zugabteil….mmh…mir will die Degradierung nicht auffallen.

        Werter Herr Serebrjanik,
        ich muss es leider auch so sehen, dass Ihre Darstellung eher die Anmutung verbreitet im Sinne von:
        was in den falschen Hals soll, paßt da auch rein.

      • Praecox schreibt:

        Werter Herr Serebrjanik, das sind Aasgeier und Lügenkommentatoren, ausgebildet in den Fächern Insinuation, Projektion und Autosuggestion. Vielen Dank für Ihren Mut, den Artikel hier zu veröffentlichen.

        • ceterum censeo schreibt:

          Ach Willkommenskommentator, Sie sind einfach köstlich!

          • Praecox schreibt:

            Da Sie mir antworten, cc, fühlen Sie sich mit Lügenkommentator offenbar gemeint. Nun, ich will und kann Ihnen da nicht widersprechen.

          • Frase0815 schreibt:

            Da Sie mir antworten, cc, fühlen Sie sich mit Lügenkommentator offenbar gemeint. Nun, ich will und kann Ihnen da nicht widersprechen.

            Hatten Sie, Praecox, nicht in einem anderen Strang die vermeintlichen Probleme einiger Kommentatoren hier mit „der Logik“ diagnostiziert?
            Könnte sich um den Dunning-Kruger-Effekt handeln.

          • Praecox schreibt:

            Wie begründen Sie Ihre Vermutung?

          • ceterum censeo schreibt:

            Praecox
            Nun, ich fühle mich nicht nur gemeint, sondern trage vielmehr den von Ihnen verliehenen Titel mit aufrichtigem Stolz!

          • ceterum censeo schreibt:

            @Frase0815
            Haben Dunning und Kruger den Effekt nicht etwa von Dieter Bohlen geklaut?

          • Frase0815 schreibt:

            Damit, dass mit der Antwort auf einen Kommentar und einer in diesem Kommentar aufgestellten Behauptung („Lügenkommentator“) nicht auf das „sich durch diese Behauptung angesprochen Fühlen“ geschlossen werden kann. Die Aussage „Da Sie mir antworten, cc, fühlen Sie sich mit [ErsetzeMitEinerBehauptung] offenbar gemeint“ ist unlogisch, da rein spekulativ.

          • Praecox schreibt:

            @Frase0815

            Leider trifft der Dunning-Kruger-Effekt hier nun ganz auf Sie zu. Insofern es sich bei Ihrer Vermutung also um eine Projektion handelte, sehe ich begründeten Anlaß, auch bezüglich Ihrer Person über ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Lügenkommentatorentum zu spekulieren.

            Spekulation ist ein legitimer Weg der Theoriebildung in dem Moment, da die empirischen Daten für eine logische Beweisführung noch nicht ausreichen.

            Letzteres, den Beweis für sein Sich-Angesprochen-Fühlen, hat cc ja bereits selbst geliefert und durch seinen Stolz affirmiert.

          • Dante schreibt:

            Mit dem Effekt dürfte es sein wie mit Vorurteilen: Die Gefahr, ihm zu unterliegen, ist umso größer, je immuner man sich dagegen wähnt. Am geringsten ist sie immer noch für jemanden, der einfach argumentiert, statt Zeit und Kraft mit Zuschreibungen Anderen gegenüber zu verwenden.

          • Praecox schreibt:

            @Dante

            Womit Sie wieder in schönster Formvollendung allen Seiten gerecht werden und selbst energiesparend in der vernünftigen Mitte sitzen. Respekt, Sie Aristoteliker.

          • Dante schreibt:

            Ich sitze nicht in der Mitte, weil es die Mitte ist. Auch nicht, weil es energiesparend ist. Es kann sogar ziemlich anstrengend sein, weil man von allen Seiten Kasalla bekommt. Das wiederum heißt noch lange nicht, dass man richtig liegt. Vielleicht ist es etwas wahrscheinlicher.
            Wer wiederum sich für ausgesprochen kompetent und seine Diskussionsgegner für inkompetent hält, kann damit durchaus richtig liegen – es ist nur weniger wahrscheinlich, dass er Recht hat. Die Regel ist, dass alle falsch liegen, aber in sehr unterschiedlichem Maße. Und die Wahrheit, so es im vorliegenden Fall eine gibt (was bei einem reinen Streit um Werturteile nicht so sein muss) kann jwd liegen.

          • Frase0815 schreibt:

            Sie haben argumentiert, dass nur dadurch, dass CC auf Sie geantwortet hat, er sich offenbar gemeint gefühlt hat („Da Sie mir antworten […] fühlen Sie sich offenbar gemeint“).
            Ich gehe mal davon aus, dass Sie affirmative Antworten nicht gleichermaßen qualifiziert hätten, obwohl selbst das aus Ihren Statement abzuleiten wäre. Also wäre es laut Ihrer Aussage unmöglich, Ihnen zu widersprechen, ohne sich angesprochen zu fühlen. Wenn Ihnen diesbezüglich, Spekulation aufgrund fehlender empirische Daten hin oder her, nichts auffällt, dann steht es schlimmer um Sie, als ich befürchtet habe.
            Ob CC sich nun tatsächlich angesprochen und sogar geehrt gefühlt hat, hat mit meiner Aussage nun gar nichts zu tun.

          • Frase0815 schreibt:

            Wer wiederum sich für ausgesprochen kompetent und seine Diskussionsgegner für inkompetent hält, […]

            Dante, da ich mal davon ausgehe, dass Du mich meinst:
            Du neigst doch sonst auch nicht zu generalisierenden Aussagen? Ich glaube nicht, dass ich „meine Diskussionsgegner“ für inkompetent halte, Dich z.B. nicht – und Du bist hier dann ja vermutlich einer 😉
            Ich habe mich auf eine bestimmte Person UND ein spezielles Themenfeld bezogen (die Frage, sinngemäß, warum so viele Leute hier Probleme mit der Logik hätten).

          • Dante schreibt:

            Dante, da ich mal davon ausgehe, dass Du mich meinst:

            Ich meine es tatsächlich allgemein, aber Euer (Deiner und Praecox‘) Wortgefecht hat mich natürlich inspiriert. Praecox hat auch eher anderen Diskussionsteilnehmern mangelnde Logik vorgehalten. Er darf sich also ebenso angesprochen fühlen.

          • Praecox schreibt:

            @Frase0815

            Jetzt überprüfen Sie nochmal, WIE der Sich-angesprochen-Fühlende mir geantwortet hatte, dann strengen Sie bitte ihr Hirn nochmal an und teilen mir hernach mit, ob Sie doch noch zu einem anderen Ergebnis gelangen.

          • ceterum censeo schreibt:

            Macht bitte weiter! Ich halte Euch inzwischen auf dem Laufenden:
            Kaufland ruft gerade eine Salami zurück.

          • Frase0815 schreibt:

            Ich für meinen Teil bin durch, außerdem muss ich noch zum Kaufland

          • Praecox schreibt:

            Der Grund wird das darin enthaltene Schwein sein, nicht wahr?

          • ceterum censeo schreibt:

            Nein, Sie Verschwörungstheoretiker, Salmonellen wurden gefunden.

          • Praecox schreibt:

            Schade, Frase0815.
            Immerhin haben Sie einen Zugang zur Logik, was man nicht von jedem sagen kann.

        • Frase0815 schreibt:

          OK, einen noch, weil Sie so nett nachgefragt haben 😉

          Jetzt überprüfen Sie nochmal, WIE der Sich-angesprochen-Fühlende mir geantwortet hatte, dann strengen Sie bitte ihr Hirn nochmal an und teilen mir hernach mit, ob Sie doch noch zu einem anderen Ergebnis gelangen.

          Es ging mir nicht um CC, schrob ich doch. Wenn ich zu Ihrem Ausgangsposting ebenfalls Widerspruch geäußert hätte (was ich auch kurz überlegt habe, auch wenn ich wohl nicht auf so eine formvollendete Invektive wie Willkommenskommentator gekommen wäre), hätten Sie mir dasselbe unterstellt?
          Laut Ihrer Aussage schon, und darum ging es mir.

          Grundsätzliches PS: Ich finde, es darf auch ruhig mal etwas saftiger zugehen – dieses Geweine wg. Pöbelei ist doch für Hodenbader.

          • Praecox schreibt:

            Zitat Frase0815:
            „…hätten Sie mir dasselbe unterstellt?
            Laut Ihrer Aussage schon, und darum ging es mir.“

            Ohne Kontext, nur auf die Aussage haben Sie recht, zumindest teilweise.
            Ich kann Ihnen aber versichern, dass ich Ihnen nicht dasselbe unterstellt hätte, da ich mich bisher noch nie mit Ihren Kommentaren auseinandergesetzt habe und deshalb Ihnen bisher werturteilsfrei gegenüberstehe. Hingegen Ceterum Censeo macht hier immer wieder durch ekelerregende Kommentare auf sich aufmerksam und wurde in einem solchen Zusammenhang von mir schon in einem anderen Strang als Lügenkommentator bezeichnet. Er – dessen Ironie ich übrigens köstlich finde – haben uns die vergangenen Tage gegenseitig gedisst (sagt man doch so?) und mein heutiger Kommentar, den Sie als unlogisch, weil spekulativ empfinden, galt einzig und allein und ausschließlich ihm. Seine kontextuelle Anschlussfähigkeit hat CC ja eben gezeigt durch die Invektive, die ich leider nicht als solche Empfinden kann bzw. NUR als solche, da sie nicht der Realität entspricht.

          • Praecox schreibt:

            Was allerdings die Folgerichtigkeit Ihres Versuchs, meine Äußerungen mittels Logik zu widerlegen betrifft, sollten wir uns irgendwann noch einmal zusammenfinden.

          • Dante schreibt:

            Die (die Hodenbader) halten immerhin relativ heißes Wasser an einer recht empfindlichen Stelle aus und übernehmen Mitverantwortung für die Verhütung.

          • Frase0815 schreibt:

            Bisher war ich der Meinung, es handele sich um NiedriSgtemperaturgaren 😈

      • American Viewer schreibt:

        @Serebrjanik
        Ich habe nicht Sie im Speziellen gemeint, sondern einen bestimmten Typus von Artikelschreiber im Allgemeinen, dem man es nie recht machen kann. Wenn Sie nicht dazugehören, ist es ja gut. Aber dann sind Sie die Ausnahme und nicht die Regel. Ich tippe mal das wissen Sie selbst.

        Der Artikel ist außerdem reichlich übertrieben, ich denke auch das wissen Sie im Grunde selbst. Zu Beginn der Migrationskrise hat man es ohne Trennung probiert, das hat aber überhaupt nicht funktioniert. Wahrscheinlich wissen Sie auch das. Aber trotzdem kommt dann dieser weltfremde, scheinmoralische Artikel. Das ist dann schon sehr strange.

        Nichts für ungut und Grüße.

  9. gerd4president schreibt:

    Irgendwie fehlt mir wohl ’ne Windung, um diesen links verbrämten Beitrag mit usbekisch-sowjetischen Wurzeln verstehen zu können?! Immerhin zog es diese Menschen aus freien Stücken nach Deutschland! Leicht hätten sie sich schon in der Türkei und allen europäischen Transitstaaten physisch sicher fühlen können! Und soweit ich lesen konnte, ist ihnen während der gesamten geschilderten Episode nichts Menschenunwürdiges widerfahren?! Warum wohl migrierten sie nicht nach (z.B.) Usbekistan? …

    Man kann es mit dem Bashing der „Deutschen“ auch übertreiben! Ich kann hier im reißerisch Berichteten nichts Verwerfliches erkennen, auch keine Apartheid! Ein souveräner Staat setzt seine (zuletzt oft gar nicht so souveräne) Ordnungsmacht ein, um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen, so what? Alle Beispiele wurden hier schon genannt, am Treffendsten für mich – das einem Ordnungsprinzip folgende Separieren von verschiedenen Staatsangehörigen vor Flughafen-/ Passkontrollen: z.B. Israeli Passports/ Other Passports (Airport Ben Gurion) …

    Mein Fazit: Wasser ist flüssig, dieser Artikel ist über …

    • Serebrjanik schreibt:

      Menschenunwürdig ist die Trennung des Waggons in zwei Sektoren.

      Ähm… wie kann ein Beitrag sowjetisch-usbekische Wurzeln haben? Meinen Sie leicht mich, der ich, ihrer Ansicht nach, sowjetisch-usbekische Wurzeln haben? Weder die sowjetischen noch usbekischen Wurzeln habe ich. Sowjetische Erziehung, die ich in weiten Teilen abgelegt zu haben meine, – ja. Usbekischen Pass? Ja. Usbekischen Wurzeln? No, senorita. Russisch-Jüdisch-Künstlerischen Wurzeln hane ich.

    • Dante schreibt:

      Das Wort „überflüssig“ träfe auf einen Artikel zu, der nur Konsens produziert. Dies kann man über diesen Artikel beim besten Willen nicht sagen.

  10. Serebrjanik schreibt:

    Eine Frage an alle, die das ganze (vielleicht zurecht) „nicht so schlimm“ finden:

    Wären Sie gerne in einem Zug abgeriegelt gesessen, um dann am Bahnsteig in zwei Reihen zum gehen aufgefordert zu werden?

    Das Argument mit Flughafen-Schlangen ist völlig daneben, weil es dort eben Schlangen sind, die a) für alle gelten und b) im Stehen gebildet werden. Zweireihig gehen ist schon eine andere Nummer.

    • A.S. schreibt:

      Gerne wäre ich da nicht gewesen.
      Genauso wenig, wie ich gerne eine Residenzpflicht hätte (die Asylbewerber haben).
      Genauso wenig, wie ich gerne ein Arbeitsverbot hätte (das Asylbewerber haben).
      Genauso wenig, wie ich gerne in Flüchtlingsheimen wohnen wollte (was Asylbewerber müssen).

      Ich will nicht sagen dass die Polizei in dem Beispiel gut gehandelt hat. Aber wenn die Leute schon anscheinend umsonst den Zug benutzen dürfen, mit der Zugtrennung quasi einen Sonderzug bekommen, und dazu schon vor der Grenze im Empfang genommen und betreut werden und nicht, wie in Berlin, tagelang vor einem Amt warten müssen, dann fällt die drillartige Überkorrektheit eher wenig ins Gewicht.

      • ceterum censeo schreibt:

        All diese Unbill, welche Du nicht ertagen wolltest, müßte auch niemand ertragen, wenn unser Staat seine eigenen Gesetze einhalten würde. KEIN EINZIGER.

        • A.S. schreibt:

          Dann würden auch nur Fallschirmspringer als Flüchtlinge kommen. Das wäre das andere Extrem.
          Sagen wir so: Das „Dublin“ ein völliger Griff ins Klo war müsste inzwischen jedem klar sein. Und anstatt da rechtzeitig einzugreifen hat man jahrelang weggeguckt als „nur“ die Südländer ein Flüchtlingsproblem hatten. Jetzt ists zu spät.

        • Serebrjanik schreibt:

          Ganz Deiner Meinung. Aber jetzt, wo die Türe offen steht… Zu spät.

    • Nordland schreibt:

      @ Serebrjanik: Ich bin Fußballfan. Und was man da bei Auswärtsfahrten alles erlebt, kannst du dir nicht vorstellen. Nur haben Fußballfans ja keine Lobby.

      Doch selbst wenn das nicht wäre, fände ich deinen Artikel dennoch eine absolute Frechheit. Diese Menschen gehören nicht nach Deutschland. Zwar mag man ihre persönliche Situation verstehen und nicht alle unter ihnen sind solche Menschen wie die Täter von Köln. Dennoch nutzen sie die derzeitige Untätigkeit der deutschen Politik aus. Sie haben schon mehrere sichere Länder durchquert, wollen aber unbedingt nach Deutschland.

      Abgesehen davon: „In einem Zug abgeriegelt“ – den Flüchtlingen wurden bestimmte Plätze zugewiesen. Sie befinden sich ja gerade auch bei einem Grenzübertritt, der ihnen von deutschen Beamten gegen alle Regeln gestattet wird. „In zwei Reihen zum gehen aufgefordert“ – vermutlich gibt es zwei Registrierungstische und die Menschen wurden eben aufgeteilt. Andere Länder registrieren überhaupt nicht.

      • Dante schreibt:

        Doch selbst wenn das nicht wäre, fände ich deinen Artikel dennoch eine absolute Frechheit.

        Würde es nicht reichen, der Aussage des Artikels zu widersprechen?

      • Serebrjanik schreibt:

        Kennen wir uns, dass Sie mich duzen? Absolute Frechheit liegt immer im Auge des Betrachters, sehen Sie?..

        Und Fussball? Nö. Danke. Macht dick und debil. Soll ich Ihnen paar Freikarten fürs Theater besorgen?

        • Nordland schreibt:

          @ Serebrjanik:Ich halte nichts davon, in sozialen Medien Leute zu siezen, um künstliche Abstufungen herzustellen. Ich empfinde es eher als unhöflich, gesiezt zu werden. Im Übrigen könnte auch deine Theater-Andeutung (Motto: Ich bin kultivierter Theaterbesucher, du nur Fußball-Pöbel, der noch nie eine Kulturstätte von innen gesehen hat) auf den Versuch hindeuten, sich irgendeiner Form als besser darstellen zu wollen. Das ging leider daneben. Mal sehen, ob du dich dafür entschuldigst.

          Ich glaube, in diesem Thread wird das nichts mehr. Du hast einen Fehler gemacht und kriegst jetzt ganz schön Breitseite. Dein Fehler war, dass du etwas hautnah miterlebt hast, was für dich ungewohnt war und du nicht ganz richtig einordnen konntest. Du hattest geglaubt, Zeuge einer Art Skandal geworden zu sein, und hast das ganze möglicherweise etwas vorschnell zu Papier gebracht. Jetzt rechtfertigst du dich, was wiederum die Diskussion verlängert.

          Vielleicht siehst du einfach ein, dass das mit der Separierung eigentlich nur eine relativ harmlose Sortierung war. Schließlich geht es hier um einen (mutmaßlich sogar illegalen) Grenzübertritt. Und eine Zugbegleiterin, die sich nicht äußert, ist eigentlich in diesen Tagen nichts besonderes. Wer würde schon während seiner Berufsausübung gegenüber einem Fremden seine wahre Meinung zum Thema Flüchtlinge äußern? Da müsste man schon ganz schon dämlich sein.

          Also, nichts für ungut. Ich habe es nicht böse gemeint. Vielleicht hast du aber auch etwas aus der Reaktionen hier gelernt.

          • Dante schreibt:

            @ Serebrjanik:Ich halte nichts davon, in sozialen Medien Leute zu siezen, um künstliche Abstufungen herzustellen. Ich empfinde es eher als unhöflich, gesiezt zu werden.

            Ich für meinen Teil habe gelernt, jemanden erst mal zu siezen, solange ich ihn noch nicht kenne, mit Ausnahme gewisser Kontexte wie Kneipen, einem Chor oder, im Internet, in der Wikipedianer-Community.

          • Serebrjanik schreibt:

            Siezen ist unhöflich? Aha, Verstehe. Da Sie mich weiterhin duzen, wobei ich es nicht akzeptiere, werde ich Sie ab sofort weder duzen noch siezen, sondern – eren. Versteht er?

            Ansonsten: ich freue mich über Widerspruch. Denn nur inhaltloses Gelaber erzielt hundertprozentige Zustimmung. Dafür ist mein Artikel auf Platz 1 der „Gut besucht“-Liste. Zunge raus.

            Das mit dem Theater-Besuch hat er vollkommen richtig verstanden.

          • Nordland schreibt:

            [Siezen ist unhöflich? Aha, Verstehe. Da Sie mich weiterhin duzen, wobei ich es nicht [Siezen ist unhöflich? Aha, Verstehe. Da Sie mich weiterhin duzen, wobei ich es nicht akzeptiere, werde ich Sie ab sofort weder duzen noch siezen, sondern – eren. Versteht er?]

            Wie affig das ist, dürftest du selber merken. Ich bin übrigens aus Hamburg. Dort ist es üblich, sich zu duzen. Wahrscheinlich ist man dort auch generell nicht ganz so schreckhaft.

            [Ansonsten: ich freue mich über Widerspruch. Denn nur inhaltloses Gelaber erzielt hundertprozentige Zustimmung. Dafür ist mein Artikel auf Platz 1 der “Gut besucht”-Liste. Zunge raus.]

            Ist doch gut. Dann sehen die Leute, wie die Politik die Beamten an der Grenze im Stich lässt. Die offenen Grenzen sind reine Ideologie, vertreten von Menschen, die ihre Kinder auf Privatschulen schicken, grün wählen und einmal pro Woche im Flüchtlingscafe beschäftigt tun, um sich von Gleichgesinnten die Auszeichnung „Menschenfreund“ abholen zu dürfen. Man ist ja schließlich die ethisch-moralische Elite, damit man sich von den „Zweiflern“ und den „Rassisten“ abgrenzen darf, an denen man unter dem Deckmantel der Toleranz ganz ungestört seine Ausgrenzungsmechanismen erproben kann.

            Apropos sich als etwas besseres sehen:

            [Das mit dem Theater-Besuch hat er vollkommen richtig verstanden.]

            Siehst du, habe ich doch richtig vermutet. Moralische Selbsterhöhung durch Abwertung anderer. So kann man sich seine Bestätigung holen. Ob der ungebremste Flüchtlingsstrom unserer Sozialsysteme destabilisiert, ob durch ihn antidemokratische und antisemitische Denkmuster importiert werden, ist alles egal. Hauptsache man kann wegen eines Zug-Erlebnisses künstliche Empörung darbieten, um sich ebenfalls zur selbsternannten moralischen Elite zählen zu können. Da ist das Theater wirklich nicht der falsche Ort für dich – ganz im Gegensatz zum Stadion, wo auf gleicher Ebene zu gleichen Regeln Mannschaft auf Mannschaft trifft.

          • Serebrjanik schreibt:

            Er langweilt mich

      • Praecox schreibt:

        Zitat Nordland:
        „Nicht alle unter ihnen sind solche Menschen wie die Täter von Köln.“

        Was doch seine Sprache nicht alles über die Struktur eines Menschen verrät…

  11. ceterum censeo schreibt:

    Wie Tiere werden die entkäfteten und geschundenen Flüchtlinge von den unmenschlichen Angehörigen der Sicherheitspolizei in Viehwaggons selektiert. Alte und Schwache sind womöglich schon an Erschöpfung gestorben, wie letztens in der Reichshauptstadt geschehen. Das Ganze erscheint noch unfaßbarer, wenn man erfährt, daß das reaktionäre deutsche Kleinbügertum im benachbarten Pullmann-Salonwagen logiert und sich womöglich am Leid der Entrechteten ergötzt, welche sich an der Laderampe in Zweierreihen aufstellen müssen. Einzig Trost spendet dem traumatisierten Leser die Gewißheit, daß das Martyrium der Unglücklichen durch die bedingungslose lebenslange Teilhabe an den Sozialleistungen der Nazischergen in unmittelbarer Zukunft beendet werden wird, sowie die Gewißheit, daß derlei Unrecht nicht vollkommen unbemerkt von der Weltöffentlichkeit geschieht. Denn wie so oft in der Geschichte ist es dem Zufall zu verdanken, daß derartige Skandale aufgedeckt werden. So ist in diesem Falle gottlob ein usbekischer Kriegsberichterstatter vor Ort.

    • Serebrjanik schreibt:

      Grossartige Satire! You made my day! Schukran!

      • ceterum censeo schreibt:

        Genau das war auch mein erster Gedanke. Deinen bisherigen Beiträgen nach zu urteilen, konnte es sich ja nur um Satire handeln.

        • Serebrjanik schreibt:

          Nein. Ist schon so gemeint, wie es steht. Danke jedenfalls fürs Kompliment, auch wenn es diesesmal keine Zustimmung hervorgerufen. Aber es ist besser kritisiert zu werden als zerlobt. In diesem Sinne – Satirlinge willkommen!

          • ceterum censeo schreibt:

            Aber jetzt überleg doch mal: Da kommen Millionen Menschen ungebeten (zumindest nicht vom Souverän) in unser Land. Sie kommen aus ärmlichsten , in seltenen Fällen sogar aus lebensbedrohlichen Umständen. Hier erwartet sie Sicherheit, Unterkunft, sowie notfalls lebenslange Rundumversorgung, für welche der Steuerzahler, dessen eigene Lebensumstände immer bescheidener werden, letztlich unter Gewaltandrohung aufkommen muß. Und dann beschwerst Du dich, daß diese Menschen sich auf dem Weg ins Paradies in Zweierreihen anstellen müssen und im Zug nach Willkommnistan nicht gleich mit den einheimischen Mädels, auf die sie sich doch schon so gefreut haben, flirten dürfen? Egal , Deine Meinung.
            Und na klar, wir Satyre halten zusammen!
            Aber jetzt mal im Ernst, Du bist Usbeke?

          • ceterum censeo schreibt:

            PS.: Das mit dem schämen hast Du doch nicht wirklich gerufen?
            Allahu akbar hätte’s doch auch getan.

  12. A.S. schreibt:

    Ohne den Tonfall und das „Zwischenzeilenverhalten“ zu kennen sehe ich nicht wirklich wo das Problem sein soll.
    An jedem Flughafen Europas gibt es einen Schalter für EU-Bürger und einen für NichtEU-Bürger. Das ist völlig normal. Und dass Einwanderer (die Absicht zu bleiben darf man bei Flüchtlingen unterstellen) anders behandelt werden als Menschen mit Aufenthaltsrecht ist auch das normalste der Welt. Die Alternative wäre doch gewesen die Kontrollen im fahrenden Zug zu machen. Das wäre sicher nicht besser geworden.

  13. Dante schreibt:

    Allein dass sich etwas Willkommenskultur nennt, lässt die Sache aufgesetzt und irgendwie unselbstverständlich erscheinen. Mir wäre lieber, es hieße nicht lauthals entweder „refugees welcome“ oder „macht die Grenzen dicht“, sondern es würde nüchtern das getan, was getan werden muss. Und natürlich müssen die Flüchtlinge registriert werden, wir wollen ja wissen, wie viele kommen und insbesondere wer.

  14. Krokodil schreibt:

    In diesem Zustand war es klug, nicht mit dem Auto zu fahren. Danke.

  15. ich frage mich, ob einer der kommentatoren jemals geschichtsunterricht hatte. ich schon, und bei mir löst das gewisse bilder aus.

  16. ruthtonline schreibt:

    Ich verstehe absolut nicht, was das Problem ist. Im Gegenteil! Super, dass da versucht wird ein bischen Ordnung ‚rein zu bringen. Hat man in Deutschland vergessen, das Liberalität nicht gleich Anarchismus ist und Ordnung nicht gleich Faschismus?

  17. yoyojon schreibt:

    Diese Fremden… immer diese Fremden… da wird dies überlegt, Jenes geäußert… ich überlege auch… und vergesse fast… dass ich mich in diesem, unserem Land seit frühester Kindheit gefühlt habe, als wäre ich versehentlich durch ein „stargate“ auf den falschen Planeten gegangen. Da ist mir immer alles so fremd gewesen… ein Mensch ist mir noch fremder als der Nächste. (Ein überzeugendes Auswanderungsziel ist mir nicht eingefallen). Und jetzt überlege ich mit… die Fremden… die Fremden… die alle in dieses mir völlig fremde Land wollen, unter diesen mir so völlig fremden Menschen wohnen wollen. Das ist alles so seltsam…

  18. Torsten Schlosser schreibt:

    Ehrlich gesagt verstehe ich die Aussage des Artikels nicht. Der Zug war aus rein praktischen Gründen räumlich getrennt, um die Flüchtlinge besser registrieren zu können. Ich verstehe auch die Kritik an den „Two lines“ nicht. Sonst müsste ich anfangen, jede „Line“ zu kritisieren: Die am Flughafen-Check-In, an der Passkontrolle, an der Supermarktkasse, an der Kasse von Theatern oder überall dort, wo gerade viele Menschen rein wollen.

  19. anti3anti schreibt:

    Früher hätten sie einen eigenen Viehwagon erhalten.

  20. SO schreibt:

    Schockt mich, ehrlich gesagt, jetzt nicht so. Es Ost halt schwierig Massen von Menschen zu dirigieren. In Deutschland geht ds immerhin ohne Gewalt und Respektlosigkeit ab, im Gegensatz zu Ländern wo die Flüchtlinge mit Waffen bedroht und geschlagen werden wenn sie nur eine falsche Frage stellen…

  21. bergstein schreibt:

    Vor ein paar Wochen hielt eine Bekannte von mir an einer Tankstelle in der Nähe von Köln an. Die Tankstelle befand sich auf einer Autobahn. Drumherum gab es nur Wald und Feld. Es kam ein Bus mit Migranten. Kaum gingen die Türen auf, da liefen alle Insassen bis auf eine Familie raus, kletterten inkl. Kinder und älteren Menschen über den Begrenzungszaun und waren weg. Der offenkundig schockierte Busfahrer bat die Zeugen dieses Geschehens die von ihm herbeigerufene Polizei abzuwarten, damit sie bestätigen können, dass er den Migranten nichts angetan hat und nur deshalb angehalten hat, weil diese ihm gegenüber angaben, etwas zu essen kaufen zu wollen. Als dann die Polizei kam, bat der Familienvater der einzig verbliebenen Familie ihm ein Taxi nach Kopenhagen zu bestellen und zückte einen 500 € Schein.

    Vor diesem Hintergrund erscheint das oben beschrieben Verhalten der Polizei irgendwie sehr nachvollziehbar.

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