Sag ich mal so

Donnerwetter, was heute alles als Theater durchgeht. Ich werfe ja auch nicht Mail, Eier, Zucker, Butter, Milch und Vanille auf den Tisch und nenne es Kuchen.

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25 Antworten zu Sag ich mal so

  1. Lusru schreibt:

    Bravo Gerd Buurmann!
    Habe gleich gewusst, dass Böhmermann mit seiner Erdoganoziegerei von dir als einfalsfreie und intelligenzentsorgte Montageklamotte statt Satire erkannt wurde. Sie erinnert zu sehr an das, was vor langen Zeiten an den Wänden von öffentlichen Pissuars geschmiert wurde, wie man sieht, geht soetwas nicht verloren.
    Deine elegante und kulturvoll präsentierte geschliffene Formulierung zu diesem recht „böhmischen“ Exkrement des Böhmermann, die aufzeigt, was und wie SATIRE geht, unter „sag ich mal so“, muss dieser erst mal erreichen, bevor er wieder mitreden kann.

    Damit ich hier nicht missverstanden werde: Erdoganismus ist nicht mein Ding, und der GernegrossTürk Rezep als Person erst recht nicht – nur :
    wer Erdoganismus mit selber erdoganistischen Krimskrams vertreiben will, hat da wohl was nicht verstanden, es geht nicht darum den Mann anzupissen, sondern sein Gebaren mit satirischer Blossstellung zu vertreiben, weltweit

    • Dante schreibt:

      Mir ist nicht ganz klar, ob Böhmermanns Gedicht identisch ist mit dem an ein Lied von Nena angelehnten Lied, das bei extra3 gelaufen ist und eingespielt wurde.
      Wenn ja, kann ich Ihnen überhaupt nicht zustimmen, denn dieses Lied habe ich gehört, und ich finde, dass es exakt das kritisiert, was an Herrn Erdoğans jüngerer Politik zu kritisieren ist.

  2. O.Paul schreibt:

    O-Ton Hr. Buurmann:
    „Ich werfe ja auch nicht Mail, Eier, Zucker, Butter, Milch und Vanille auf den Tisch und nenne es Kuchen.“

    Wo bekommt man Mail? Gibt´s das Lose oder in Tüten? Oder muss ich ein Gefäß mitbringen? Und wie groß sollte das Gefäß sein? Wie teuer ist Mail? Ist es gesundheitlich unbedenklich?
    Ist Mail auch was für Verganer und Vegetarier?

    Fragen über Fragen …..

    • yoyojon schreibt:

      Meine Güte… „Mail“ ist wie alles mit Vorsicht zu handhaben. Auch da steckt der Teufel drin! Man denke an den alten, handgeschriebenen Brief, bei dem man bewusst schrieb und wusste, dass man einen Brief schrieb. „Mail“ hat die Hälfte dieser „Verantwortung“ in den Wind geschlagen und endet oft als „ich sag mal eben so“ (no pun intended!).
      Und schon kann eine Sintflut des Geschwätzes losgetreten werden.
      Und noch eins… da mach ich fröhlich mit 🙂

      • Dante schreibt:

        Vor allem muss man vorsichtig sein, wenn viel Mail hin und her geht und irgendwer geladen ist. Könnte zu einer Mailstaubexplosion führen.

        • yoyojon schreibt:

          Ein neuer, unbedingt zu patentierender Begriff: „Mailstaubexplosion“ 🙂 Großartig.
          Was ist nun gefährlicher… „Mehlstaubexplosion“ oder „Mailstaubexplosion“ ???
          Wie immer… kommt drauf an, wo man gerade steht…

      • O.Paul schreibt:

        Was muss man tun, wenn man Mailwürmer im Haus findet?

        Ist bemailtes Brot essbar?

        Ist Mailschwitze ansteckend?

  3. Krokodil schreibt:

    Es gibt auf der Erde Menschen, die verstehen nicht viel.
    Für diese ist die Erde voller „Kunst“.

    • yoyojon schreibt:

      Das ist ein wirklich guter Kommentar 🙂 Viel „food for thought“. Offen bleibt dabei trotzdem: Was ist gute Kunst, was ist schlechte Kunst, was mittelmäßig. Und:
      Denkst Du wirklich, dass man diese „Erde“ verstehen kann?
      Na, dann wünsche ich Dir das. Wenn Du meinst….
      Bei mir ist es eher so… je älter ich werde, je mehr ich über irgendwelches Wissen gestolpert bin (Viel ist das letztlich nicht), desto weniger verstehe ich.
      Und dann ist Kunst immerhin ein „Rettungsring“ in dieser tosenden See.
      ABER… es ist ganz unzweifelhaft ein enormer Luxus, nach diesem Rettungsring greifen zu können. Fast schon so peinlich wie der Palast eines Drogenbosses irgendwo in Lateinamerika. Aber der gibt diesen auch nicht so einfach auf, wenn er es sich leisten zu können glaubt. Und so mache ich eben weiterhin etwas Kunst. Ein wenig produktiver als kiffen ist es doch, oder?

  4. yoyojon schreibt:

    Spontane Assoziation und Erinnerung… GANZ VIEL Theater kann man in seiner und anderen Familien beobachten. So sind Kinder von Natur aus geniale Schauspieler. Hingefallen? Ein winziger Kratzer? Da wird geschrien und gebrüllt, dass sich Steine erweichen.. tut weh? Nicht wirklich. Aber PROTEST gegen die böse Welt, die einen hinfallen lassen hat. Da ist schon VIEL Tröstung erforderlich. Etwas im Schaufenster des Spielzeugladens gesehen? …“Nein, das können wir jetzt nicht kaufen!“ und schon liegt das Kind auf dem Boden und schreit und brüllt, damit alle Passanten denken sollen: „Das arme Kind! Was macht nur die böse Mutter mit dem armen Kind!“ (Erpressung). Das Alltagsleben ist also auch VOLL mit Theater 🙂 Und dann die Paare… was spielen die sich alles gegenseitig vor!!! Da könnte Buurmann noch was lernen … (Das ist kein wirklicher Beitrag. Nur mal für ein kleines Lächeln da. Kennt man doch, oder?). Na ja… ICH bin halbwegs erwachsen, meine Kinder längst erwachsen. = weniger Theater… hmmm… meinst Du… ja… ja, ja… äh…

    • yoyojon schreibt:

      Ach ja… und das Berufsleben? GANZ GROSSES Theater… das „richtige“ Theater, etwa das, das Buurmann macht, das ist nur ein Sonderfall innerhalb der endlosen Aufführung 🙂

      • yoyojon schreibt:

        Und noch etwas… wenn ich schon feststelle, dass alle Menschen geborene Schauspieler sind und es da an Talent nicht mangelt, wieso braucht die Leute dann etwa eine jahrelange Ausbildung usw. um in einem Theater auftreten zu können? Könnte es nicht sein, dass das Problem da liegt: Sich einmal in den Anderen hinein versetzen zu können, einmal eine andere Position als gerade die eigene einzunehmen? Das scheint es zu sein, was den Meisten schier unmöglich ist. Und daran krankt das ganze Alltagstheater. Immer geht nur die eigene Position. Und gerade das, einmal der / die Andere zu sein, das ist so schwer, dass nur Wenige (Schauspieler) mit enormem Lernaufwand dies hinbekommen.
        Ich jedenfalls habe da so meine Schwierigkeiten…

  5. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    „Ich werfe ja auch nicht Mail, Eier, Zucker, Butter, Milch und Vanille auf den Tisch und nenne es Kuchen.“

    Hauptsache die Kritiker nennen es Kuchen.

  6. yoyojon schreibt:

    Wort vergessen… „Was er mit Sicherheit NICHT sagte ist: “Alles ist GUTE Kunst!”

  7. unbesorgt schreibt:

    Was ist der Anlass für das Donnerwetter?
    Hast Du was von Peymann gesehen?
    Oder von Falk Richter?

  8. Paul schreibt:

    Hallo Gerd, gilt das auch für Musik?
    Zum Beispiel für diese: http://www.blogrebellen.de/2014/01/29/dieser-klavierspieler-wir-dir-das-hirn-verdrehen-steve-reichs-piano-phase-zum-ersten-mal-solo-gespielt/

    Da gefällt mir das „Huuuuurz“ von Hape Kerkeling aber besser.

    Gemesssen an dem Pianostück ist das für mich noch eher Kunst.

    Herzlich, Paul

  9. Dante schreibt:

    Lange lebe die Kunst!

    In diesem Jahr wird eine Bewegung 100,deren Motto war:
    Dilettanten! Erhebt Euch gegen die Kunst!

  10. yoyojon schreibt:

    ABER…. wenn Du Mehl, Eier, Zucker, Butter, Milch, Vanille (und Nüsse?) auf den Tisch wirfst und das Ganze Kunst nennst, dann ist es gut. Dieses Werk protestiert dann nämlich dagegen, dass man Mehl, Eier, Zucker, Butter, Milch, Vanille (und Nüsse?) auf den Tisch wirft und das Ganze Theater nennt 🙂 Oder Kunst etc. etc. 🙂

    • Ima schreibt:

      Stimmt, berühmt wurde die „Fettecke“ von Joseph Beuys .
      https://de.wikipedia.org/wiki/Fettecke

      • yoyojon schreibt:

        Hallo Ima, Was Beuys‘ Arbeit betrifft, hatte ich da mal so eine Idee… vielleicht war Beuys der letzt Künstler? Weil nämlich… seither (fast) kein (denkendes) Publikum mehr existiert. Und ohne denkendes Publikum ist die Kunst tot. Für mich ist EIN Beispiel dafür, dass ich in Kunstausstellungen immer Leute laufen sehe mit Kopfhörern. Die brauchen die, weil sie nämlich – obwohl nicht blind – nichts sehen. Also lassen sie sich erzählen, was sie sehen sollen. Meine Hypothese „die Kunst ist tot“ kommt dabei viel zu spät. Marcel Duchamp sagte schon… denke das war ca. 1928: „Die Kunst ist tot!“. Ich habe wohl etwas länger gebraucht, bis ich das verstanden habe und habe der Kunst noch etwas mehr Zeit eingeräumt. So. Jetzt mach ich die Sitzgurte an und setze einen Sturzhelm auf. Da könnte nämlich ein „shitstorm“ auf mich zu kommen. Vielleicht habe ich Glück… und werde einfach ignoriert 🙂
        Übrigens… ich mache trotzdem Kunst (oder sowas). Hauptsächlich für mich 🙂

    • Praecox schreibt:

      Yoyojon, den ersten Satz kam mir auch sofort in den Sinn, dem zweiten stimme ich schon nicht mehr zu, denn „Kunst“ ist immer Schrödingers Katze (Gerd Buurmann).
      https://tapferimnirgendwo.com/2016/02/22/sag-ich-mal-so-5/

      Lange lebe die Kunst!

      • yoyojon schreibt:

        Wieso stimmst Du nicht zu? Ist doch Schrödingers Katze, oder? Beuys sagte: „Alles ist Kunst!“. Was er mit Sicherheit sagte ist: „Alles ist GUTE Kunst!“ 🙂 Und eben… es gibt keine Kunst… bis… bis… sie im Hirn eines Betrachters entsteht.
        Habe ich Dich nun missverstanden oder nicht verstanden? Oder beides? 🙂

      • yoyojon schreibt:

        Sollte unter Praecox… mal sehen… ob es jetzt klappt…
        Wort vergessen… “Was er mit Sicherheit NICHT sagte ist: “Alles ist GUTE Kunst!”

        • yoyojon schreibt:

          Abwegige Assoziation….
          Ach, was macht schon EIN Wort aus.
          Ach, ein Buchstabe mehr oder weniger… was macht das schon aus….
          Etwa ein „e“.
          Was wurde dem Golem von Rabbi Löw gesagt? „met“ oder „Emet“ 😉
          Ach… ist doch egal….

Seid gut zueinander!

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