„Das ist etwas ganz anderes!“

Auf die Synagoge in Wuppertal wurde im Sommer 2014 ein Brandanschlag verübt. Die Attentäter des Anschlags wurden nur zu milden Bewährungsstrafen verurteilt. Das niedrige Strafmaß begründete das Amtsgericht Wuppertal mit der Feststellung, es gäbe keine Anhaltspunkte für eine antisemitische Tat. Es hieß, die Attentäter wollten lediglich auf die Situation in Gaza hinweisen!

So ist das! Wenn ein Anschlag auf eine jüdische Einrichtung in Deutschland verübt wird, weil jemandem die Politik Israels nicht gefällt, dann kann das Amtsgericht in Wuppertal keinen Antisemitismus feststellen! Was passiert eigentlich, wenn Hooligans einen Brandanschlag auf eine Moschee mit der Begründung verüben, die Politik im Iran gefalle ihnen nicht. Kann das Amtsgericht Wuppertal dann auch keine Anhaltspunkte für eine muslimfeindliche Tat feststellen?

Nach einem Brandanschlag auf eine Asylunterkunft im niedersächsischen Salzhemmendorf wurden im März 2016 zwei Männer zu langen Haftstrafen verurteilt, einer zu acht Jahren, der Andere zu sieben Jahren. Eine 24-jährige Frau, die die beiden Betrunkenen zum Tatort gefahren hatte, wurde zu viereinhalb Jahren verurteilt. Niemand hat erklärt, die drei Menschen wollten lediglich auf die Flüchtlingssituation hinweisen. Es wäre auch ein Skandal gewesen! Bei dem Anschlag auf die Synagoge in Wuppertal jedoch gilt der alte deutsche Satz:

„Das ist etwas ganz anderes!“

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9 Antworten zu „Das ist etwas ganz anderes!“

  1. Jakob Ben-Kanaan schreibt:

    In der Synagoge waren keine Menschen, zu er Tatzeit, in sofern war das „nur“ eine versuchte Brandstiftung, in dem Flüchtlingsheim waren aber 40 Flüchtlinge zur Tatzeit, in sofern war das eine versuchte Körperverletzung, wenn nicht sogar versuchter Totschlag. Da gibt es juristische Unterschiede.
    So erklärte mir das, auf mein Nachfragen, zumindest mal ein Staatsanwalt in Berlin.

  2. jsbielicki schreibt:

    Hat dies auf psychosputnik rebloggt.

  3. caruso schreibt:

    Klar, Antisemitismus beginnt erst bei Auschwitz Das scheint die allgemeine Auffassung zu sein. Meine Frage: Wie wurde in D die Vergangenheit aufgearbeitet, wenn nicht einmal Richter wissen, daß es sich anders verhält? Es ist ja nicht das erste Urteil dieser Art. Vielleicht sollten Richter, Staatsanwälte etc. Kurse besuchen, wo man ihnen das mangelnde Wissen (vielleicht auch ein wenig Gewissen) vermittelt.
    lg
    caruso

  4. Hessenhenker schreibt:

    Hmm, NOCH ganz was anderes wollte ich sagen.

  5. Hessenhenker schreibt:

    Ganz was anderes wird es erst sein, sobald der erste Mörder die neue Höchststrafe von 5 Jahren oder darunter bekommt, weil er durch die bloße Existenz des Opfers „zum Zorn gereizt“ und „beleidigt“ war.
    Das ist dann nur ein halbes Jahr mehr, als die 4 1/2 Jahre für die Fahreri aus dem Artikel.
    Aber es sind 3 Jahre weniger, als neulich die Leute bekommen haben, die ein leerstehendes Haus angezündet hatten.

Seid gut zueinander!

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